Heligoland 1875 Fälschungen Reimpression wertlos?
Hallo, guten Tag!
Ich habe hier einige Briefmarken von Heligoland aus dem Jahr 1875. Wie kann ich eine wertlose Fälschung genau erkennen? Es gibt ja grobe Fälschungen illegaler Art und scheinbar auch amtliche Nachdrucke für Sammler, die um 1890 erschienen sind. Stimmt es das es von diesen Marken nur 200 Stück gibt und diese so gut wie nie angeboten werden und die außerdem einen viel höheren Wert als die Originale haben?
So hab ich das nachgelesen. Ich habe hier mal 3 meiner Marken abgebildet, die erste ist original, die 2. trägt den Aufdruck Reimpression rückseitig und die 3 hat den Stempelvermerk Neudruck + Stempel falsch ebenfalls rückseitig. Hoffe mir kann hier jemand weiterhelfen um meine Marken genau bestimmen zu können.
Vielen Dank
Gruß
Andre

Du hast in allem Recht.
... jetzt brauchste nur noch die anderen zeigen ...
- grobe Fälschungen illegaler Art -
So kann man es natürlich darstellen und stimmt auch irgendwie. Die ganz groben Fälschungen sind große Klasse, ich habe viel Spass daran, sie zu sammeln !!! (Du zeigst hier leider keine.) Hier kann sich der Fälschungssammler endlich mal so richtig austoben, denn es gibt ja auch mehr als eine Sorte. Es sind noch "echte" Ganzfälschungen nicht der Plunder, der heute aus so manchem Drucker kommt, oder sonstwie vervielfältigt wird. Leute gibt's die sagen auch zu meinen alten Ganzfälschungen "Plunder", aber die haben dann mein Sammelgebiet + Neudrucke + Ganzfälschungen auch nicht sooo lieb wie ich.
Bei den Neudrucken ist eines klar: da ging es um's Geld verdienen. Naja, bei den Ganzfälschungen natürlich auch.
Bei den amtlichen Neudrucken (also die ganz seltenen) ging es aber um etwas anderes. Hier sollte Referenzmaterial für das Reichspostmuseum geschaffen werden ... und wurde dann ja auch. Da dies auf recht abenteuerliche Weise passierte, hatte das auch Konsequenzen. Aber darauf will ich hier nicht näher eingehen.
Damit mir keiner dieser Neudrucke "durchflutscht" und ich ihn womöglich noch als Original signiere, bin ich nach Bonn gefahren und habe mir das Spektakel mal ansehen dürfen. Die haben ja genug davon ... Fazit: Man muss wirklich höllisch aufpassen !!! Am ehesten kann es passieren, das einem eine Mi.-Nr. 19 oder 20 als Neudruck in die Pinzette kommt, aber das ist schon eine relativ seltene Angelegenheit ... alle anderen für's Postmuseum hergestellten Neudrucke von Helgoland, sind so selten, das die Wahrscheinlichkeit mal einen zu sehen, fast nur über alte Auktionskataloge funktioniert. Sie sind nicht gefährlich, sondern eher Glückfälle. Wenn du einen hast ... schließe ihn gut weg ...! Sie sind nicht nur selten, sondern leider auch sehr, sehr teuer. Kpt. Zufall wird hier auch nicht großartig weiterhelfen, sie sind einfach nicht zu bekommen und wenn doch, tiefes, ganz tiefes Loch im Portomonaise. Da sie schon immer selten und teuer waren, wurden sie von dem der sie hatte, auch mit einem dritten Auge beobachtet. Du kannst mir glauben, als ich in Bonn diese Neudrucke bogenweise vor liegen sah, wurde mir doch ein wenig schwummrig. Besonders eindrucksvoll natürlich der Zusammendruck der Mi.-Nr. 20 + 19. Gleich 5 x in einem Bogen ... wow ... Da hatte ich natürlich Augen groß wie Supenteller.
Falls Bilder gewünscht werden, einfach - Bescheid.
@ Andre66 [#1]
Du solltest dir ein Auge für Qualität angewöhnen. Bei allen deinen Beiträgen zeigst du Briefmarken, die völlig unabhängig vom Echtheitscharakter qualitativ einfach Müll sind. Auch echte Marken wären in der gezeigten Qualität wertlos.
Im Vorwort eines jeden Kataloges stehen ein paar Worte zu den typischen Qualitätsstufen. Inzwischen ist das Verhältnis von angebotenen Marken und Anzahl der Sammler:innen so ungünstig, dass nur noch hohe Qualität einen Sammlerwert hat - denn es gibt genug qualitativ hochwertige Marken, um das Sammlerinteresse zu stillen.
Aus dem Michel: "Wenn bei einzelnen Ausgaben nicht anders vermerkt, muss bei gezähnten Marken die Zahnung allseits vollstandig sein, bei geschnittenen Marken darf der Schnitt das Markenbild nicht berühren, postfrische Qualitat setzt vollkommen unberührte Gummierung voraus, Marken mit Falz dürfen nur einen sauberen Erstfalz haben und gestempelte Marken sollten eine saubere und möglichst lesbare Abstempelung aufweisen;"
Hallo, Oliver!
Danke für Deine ausführliche Antwort, die Liebe zu Deiner Sammlung liest sich im Text! Find ich gut, ich hänge auch an meiner Sammlung und für mich ist es ganz wichtig, das es mir und auch anderen immer wieder Freude bereitet sie anzuschauen. Also nicht einfach rein ins Album und das wars...! Ich sammele erst seit etwa 2 Jahren, hatte viel geerbt, wollte das alles aber nicht wie die meisten einfach verscherbeln und mittlerweile wird mehr Zeit mit den vielen Marken verbracht als an meiner Modellbahn, nun ja!
Ich bin öfter etwas überfordert, ich habe hier über 2 Millionen Briefmarken aus fast allen Ländern und allen Epochen, einige nette Schätzchen sind dabei, habe allerdings doch manches Mal Probleme mit der genauen Bestimmung und Werteinschätzung! Und hier im Forum geht man ja nicht ganz so gern auf Wertanfragen ein, verständlicherweise. Also ich habe hier nochmal Bilder meiner Helgoland Marken hochgeladen.
Kurz nochmal zu dem Aufdruck Reeimpression, das sind also nicht die amtlichen? Kannst Du die zuordnen und ist der andere Aufdruck mit dem Fälschungshinweis bekannt? Klar, ich würde bestimmt mindestens eine Runde durch die Wohnung hüpfen, wenn solch ein seltenes Exemplar in meiner Sammlung wäre! Man darf doch einfach auch mal bissl träumen....
VG Andre


Reeimpression = Neudruck (einfach mal googeln)
Du zeigst uns da verschiedene Neudrucke. Bis auf die erste. Michel aufmerksam lesen (!), dann findest du (über die Zähnung) schon selber einiges heraus über deine Marken.
Das werd ich mir dann morgen mal alles genau anschauen und sehe mal wie weit ich komme. Sonst halt vielleicht mal ein Fotoattest machen lassen. Nochmals danke für Deine Infos!
Einen schönen Abend noch an alle!
Gruß
Neben Zähnung und Farben musst du natürlich auch auf die Kopftypen achten. Deine Nr. 10 hat z.B. die falsche. Sie trägt einen eher "ungewöhnlichen" Falschstempel, denn die am häufigsten vorkommenden sind: JY 17, AU 20 und DE 14, alle ohne Jahreszahl.