Thema: Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten
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Am: 22.07.2026 17:33:09
Gelesen: 4720
# 1
Hallo,
ich habe mir mal die Mühe gemacht, die KI nach einem Beleg aus meiner Sammlung zu befragen. Das Ergebnis ist sehr umfangreich, mit vielen Infos und Hinweisen, auch über Absender und Empfänger, was ich selbst gar nicht hätte herausfinden können.
Vielleicht ist es eine Anregung für andere Sammler, sich auch mal mit der KI zu befassen. Mir ist schon klar, dass die KI nur das wieder geben kann, was bisher an Infos bei ihr hinterlegt ist und es muss auch nicht alles komplett stimmen, aber die Informationen sind schon sehr vielfältig.
Viele Grüße
Dietmar
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Deutsche Bauwerke" ohne den Beleg (siehe Originalthema gleicher Tag und gleiche Uhrzeit] Bitte sachlich und ohne Emotionen schreiben, einfach nur über Erfahrungen berichten
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Am: 22.07.2026 21:50:37
Gelesen: 4625
# 2
Ich sehe die KI auf der einen Seite hilfreich auf der anderen Seite ist es aber gefährlich.
Hilfreich ist es bei erkennen von Schriften, finden von Adressen um dadurch ein entsprechendes Port, Leitwege oder zeitliche Abfolgen zu erkennen.
Gefährlich, daß man Falschinformationen erhält.
Also bei KI wäre ich persönlich sehr vorsichtig.
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Am: 23.07.2026 09:31:39
Gelesen: 4460
# 3
Hallo,
ich nutze KI seit geraumer Zeit und habe sehr zwiespältige Erfahrungen gemacht. Ich sammle unter anderem die Jubiläumsserie "100 Jahre Briefmarken" von Mauritius aus dem Jahr 1948 und frage hier hin und wieder nach Portostufen u. ä. Oft sind sie erst mal falsch. Sie werden auf nachbohren korrigiert, aber beim nächsten nachfragen gibt es oft wieder eine ganz andere Antwort. Fragt man aber nach historischen Hintergründen, z. B. Infos zu Adressen oder Absendern, ergibt sich oft ein faszinierendes Bild zur "Social Philately", was mir gut gefällt. Ich verlange immer Quellenangaben und frage nach. Ich habe festgestellt, dass die Antworten immer detaillierter werden, je tiefer man bohrt bzw. je genauer man fragt. Ich werde es weiter nutzen, bleibe aber immer misstrauisch und vertraue nie der ersten Antwort.
Gruß
Michael
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Am: 23.07.2026 11:24:42
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# 4
Ich setze die Bildersuche von Google ein, um entweder etwas zu einem Motiv zu erfahren oder mir Texte in anderen Schriften übersetzen zu lassen. Die Google-KI Gemini gibt detaillierte Informationen und Übersetzungen, die sehr gut weiter helfen. Natürlich müssen die Ergebnisse überprüft werden.
Als Beispiel siehe Beitrag [#15] in [1].
Viele Grüße
Michael
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=14400
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Am: 23.07.2026 11:24:54
Gelesen: 4401
# 5
Hallo zusammen!
Die Themenüberschrift "Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten" hatte mich auf deutlich konkretere Berichte hoffen lassen, als ich sie in den bisherigen Beiträgen lesen konnte.
Zum Hintergrund: ich bin von klein auf begeistert von allem, was einen Stecker dran oder einen Akku drin hat, von Computer und Internet dann sowieso. Die KI habe ich möglichweise in einem zu frühen Stadium getestet; da wurde noch mehr halluziniert als fundiert geantwortet. Damit habe ich das Thema für mich erstmal zur Seite gelegt - und es inzwischen vielleicht zu lange "links liegengelassen".
Damit ich die Erfahrungen anderer besser einschätzen kann, bräuchte ich deutlich mehr Details. Nur mal so als Beispiel der Beitrag von Michael - vielleicht magst Du ja darauf antworten, vielleicht mag ein anderer meine Nachfragen aufnehmen, um seine Erfahrungen detaillierter hier zu schildern:
Mich interessiert, mit welchem Prompt genau Du nach einer Portostufe gefragt hast. Was war falsch an der ersten Antwort? Wie genau hast Du nachgebohrt? Was war die zweite Antwort? War die richtig?
In welchem zeitlichen Abstand erfolgte das "nächste Nachfragen" und mit welchem Prompt genau? War die dritte Antwort nun richtig?
Da es auf die Frage nach einer Portostufe in einem gegebenen Gebiet zu einer gegebenen Zeit nur eine richtige Antwort geben kann, hat die KI mit drei verschiedenen Antworten also mindestens zwei falsche Antworten gegeben - vielleicht sogar drei falsche Antworten.
Was macht Dich nun so sicher, dass die "historischen Hintergründe" dann eine höhere Trefferquote haben? - Nur mal so als freches Beispiel: ich nenne Dir einen Bewohner an einer Adresse zu einer bestimmten Zeit. Auf Nachfrage nach der Quelle nenne ich dann ein Adressbuch. Vielleicht gibt es das Adressbuch wirklich, vielleicht habe ich nach dem Bewohner sogar das Adressbuch nur aufgrund Deiner Nachfrage nach einer Quelle schnell erfunden. Und wenn es das Adressbuch wirklich gibt - vielleicht habe ich tatsächlich die richtige Information der richtigen Seite entnommen und sie richtig wiedergegeben - vielleicht war ich aber auch viel zu dumm, das Adressbuch richtig zu benutzen oder aber auch einfach zu faul, dass Adressbuch auch nur aufzuschlagen, geschweige denn, nach der richtigen Information darin zu suchen.
Kurz und gut: hast Du nicht nur nach Quellen gefragt, sondern diese auch unabhängig von der KI überprüft? - Bei einer Fehlerquote von mindestens 66 % bei der Portostufe wäre mir ein Verlassen auf dieselbe KI bei der "Social Philately" viel zu wenig.
"Ich habe festgestellt, dass die Antworten immer detaillierter werden, je tiefer man bohrt bzw. je genauer man fragt." - so schreibst Du, lieber Michael.
Ja, das ist wohl richtig, meines Erachtens aber auch genau Teil das Problems: die KI ist in aller Regel darauf programmiert,
(1) eine Antwort zu geben und
(2) diese Antwort fundiert aussehen zu lassen.
Daraus folgt, dass ich auf immer detailliertes Nachfragen immer detaillierte Antworten von der KI bekomme. Wann ich aber den Punkt überschritten habe, an dem die KI überhaupt kein detailliertes Wissen mehr hat, sondern mir nur das antwortet, von dem sie glaubt, dass ich es gerne lesen möchte - das kann ich doch eigentlich nur da beurteilen, wo ich die detaillierte Antwort schon vor meiner Frage an die KI kenne. Dann aber brauche ich die KI eigentlich gar nicht mehr zu befragen ...
Jörg
Die Themenüberschrift "Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten" hatte mich auf deutlich konkretere Berichte hoffen lassen, als ich sie in den bisherigen Beiträgen lesen konnte.
Zum Hintergrund: ich bin von klein auf begeistert von allem, was einen Stecker dran oder einen Akku drin hat, von Computer und Internet dann sowieso. Die KI habe ich möglichweise in einem zu frühen Stadium getestet; da wurde noch mehr halluziniert als fundiert geantwortet. Damit habe ich das Thema für mich erstmal zur Seite gelegt - und es inzwischen vielleicht zu lange "links liegengelassen".
Damit ich die Erfahrungen anderer besser einschätzen kann, bräuchte ich deutlich mehr Details. Nur mal so als Beispiel der Beitrag von Michael - vielleicht magst Du ja darauf antworten, vielleicht mag ein anderer meine Nachfragen aufnehmen, um seine Erfahrungen detaillierter hier zu schildern:
Mich interessiert, mit welchem Prompt genau Du nach einer Portostufe gefragt hast. Was war falsch an der ersten Antwort? Wie genau hast Du nachgebohrt? Was war die zweite Antwort? War die richtig?
In welchem zeitlichen Abstand erfolgte das "nächste Nachfragen" und mit welchem Prompt genau? War die dritte Antwort nun richtig?
Da es auf die Frage nach einer Portostufe in einem gegebenen Gebiet zu einer gegebenen Zeit nur eine richtige Antwort geben kann, hat die KI mit drei verschiedenen Antworten also mindestens zwei falsche Antworten gegeben - vielleicht sogar drei falsche Antworten.
Was macht Dich nun so sicher, dass die "historischen Hintergründe" dann eine höhere Trefferquote haben? - Nur mal so als freches Beispiel: ich nenne Dir einen Bewohner an einer Adresse zu einer bestimmten Zeit. Auf Nachfrage nach der Quelle nenne ich dann ein Adressbuch. Vielleicht gibt es das Adressbuch wirklich, vielleicht habe ich nach dem Bewohner sogar das Adressbuch nur aufgrund Deiner Nachfrage nach einer Quelle schnell erfunden. Und wenn es das Adressbuch wirklich gibt - vielleicht habe ich tatsächlich die richtige Information der richtigen Seite entnommen und sie richtig wiedergegeben - vielleicht war ich aber auch viel zu dumm, das Adressbuch richtig zu benutzen oder aber auch einfach zu faul, dass Adressbuch auch nur aufzuschlagen, geschweige denn, nach der richtigen Information darin zu suchen.
Kurz und gut: hast Du nicht nur nach Quellen gefragt, sondern diese auch unabhängig von der KI überprüft? - Bei einer Fehlerquote von mindestens 66 % bei der Portostufe wäre mir ein Verlassen auf dieselbe KI bei der "Social Philately" viel zu wenig.
"Ich habe festgestellt, dass die Antworten immer detaillierter werden, je tiefer man bohrt bzw. je genauer man fragt." - so schreibst Du, lieber Michael.
Ja, das ist wohl richtig, meines Erachtens aber auch genau Teil das Problems: die KI ist in aller Regel darauf programmiert,
(1) eine Antwort zu geben und
(2) diese Antwort fundiert aussehen zu lassen.
Daraus folgt, dass ich auf immer detailliertes Nachfragen immer detaillierte Antworten von der KI bekomme. Wann ich aber den Punkt überschritten habe, an dem die KI überhaupt kein detailliertes Wissen mehr hat, sondern mir nur das antwortet, von dem sie glaubt, dass ich es gerne lesen möchte - das kann ich doch eigentlich nur da beurteilen, wo ich die detaillierte Antwort schon vor meiner Frage an die KI kenne. Dann aber brauche ich die KI eigentlich gar nicht mehr zu befragen ...
Jörg
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Am: 23.07.2026 11:48:28
Gelesen: 4381
# 6
Hallo Jörg,
das sind sehr interessante Fragen. Mir liegen die Briefe im Original vor. Ich gebe dann ein, mit welchen Marken der Brief frankiert ist, wie hoch das Porto ist, Datum und Empfänger. Dann kommt eine wunderbare Beschreibung des Belegs, die mich beim ersten Mal wirklich verblüfft hat. Ich habe aber das Standardwerk zu Mauritius von Peter Ibbotson, in dem auch Portostufen angegeben sind und die den von der KI genannten teilweise widersprechen. Leider sind dort aber nicht alle Stufen angegeben, ebenso wie bei Robson Lowe. Korrigiere ich dann (teilweise stimmen auch die Nennwerte oder das Ausgabedatum des Jubiläumssatzes nicht), kommt eine Entschuldigung und ein korrigierter Text. Ergänze ich dann, dass der Brief mit Luftpost oder Einschreiben gelaufen ist, wird erneut korrigiert und andere Sätze angegeben. Stelle ich die Frage am nächsten Tag erneut, kommt wieder eine andere Antwort - alles aber immer sehr schlüssig formuliert...
Bei Personenangaben prüfe ich anhand Lexika oder Wikipedia nach, auch in einschlägiger Fachliteratur. Diese Angaben stimmen in der Regel, z. B. nach Markenhändlern dieser Zeit. Das es hier auch Fehler geben kann, weiß ich natürlich, aber irgendwo muss ich ja etwas glauben - zumal es sich "nur" um ein Hobby handelt.
Dein letzter Absatz beschreibt aber sehr gut das Problem, das ich momentan auch sehe. Die KI hat mir beispielsweise für das Jahr 1948 drei verschiedene Luftposttarife aus Port Louis genannt (28 Cent nach Reunion, 33 Cent nach den Seychellen und 35 Cents nach Belgisch-Kongo) und diese auch jeweils begründet. Nur überprüfen kann ich sie nicht, da ich hier keine Unterlagen finde...
Von daher der eingangs genannte Zwiespalt...
Beste Grüße
Michael
das sind sehr interessante Fragen. Mir liegen die Briefe im Original vor. Ich gebe dann ein, mit welchen Marken der Brief frankiert ist, wie hoch das Porto ist, Datum und Empfänger. Dann kommt eine wunderbare Beschreibung des Belegs, die mich beim ersten Mal wirklich verblüfft hat. Ich habe aber das Standardwerk zu Mauritius von Peter Ibbotson, in dem auch Portostufen angegeben sind und die den von der KI genannten teilweise widersprechen. Leider sind dort aber nicht alle Stufen angegeben, ebenso wie bei Robson Lowe. Korrigiere ich dann (teilweise stimmen auch die Nennwerte oder das Ausgabedatum des Jubiläumssatzes nicht), kommt eine Entschuldigung und ein korrigierter Text. Ergänze ich dann, dass der Brief mit Luftpost oder Einschreiben gelaufen ist, wird erneut korrigiert und andere Sätze angegeben. Stelle ich die Frage am nächsten Tag erneut, kommt wieder eine andere Antwort - alles aber immer sehr schlüssig formuliert...
Bei Personenangaben prüfe ich anhand Lexika oder Wikipedia nach, auch in einschlägiger Fachliteratur. Diese Angaben stimmen in der Regel, z. B. nach Markenhändlern dieser Zeit. Das es hier auch Fehler geben kann, weiß ich natürlich, aber irgendwo muss ich ja etwas glauben - zumal es sich "nur" um ein Hobby handelt.
Dein letzter Absatz beschreibt aber sehr gut das Problem, das ich momentan auch sehe. Die KI hat mir beispielsweise für das Jahr 1948 drei verschiedene Luftposttarife aus Port Louis genannt (28 Cent nach Reunion, 33 Cent nach den Seychellen und 35 Cents nach Belgisch-Kongo) und diese auch jeweils begründet. Nur überprüfen kann ich sie nicht, da ich hier keine Unterlagen finde...
Von daher der eingangs genannte Zwiespalt...
Beste Grüße
Michael
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Am: 23.07.2026 12:54:43
Gelesen: 4307
# 7
@ JoergH [#5]
Hallo Jörg,
die Details findest Du in Beitrag [#15] des verlinkten Themas. Mein "Prompt" war in dem Beispiel eine Google-Bildersuche mit dem Bild aus Beitrag [#8] in dem verlinkten Thema, nichts weiter.
Viele Grüße
Michael
Hallo Jörg,
die Details findest Du in Beitrag [#15] des verlinkten Themas. Mein "Prompt" war in dem Beispiel eine Google-Bildersuche mit dem Bild aus Beitrag [#8] in dem verlinkten Thema, nichts weiter.
Viele Grüße
Michael
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Am: 23.07.2026 12:54:59
Gelesen: 4307
# 8
Hallo Michael,
Danke für Deine Antwort!
Ja, das lässt mich dann sehr skeptisch und äußerst zurückhaltend gegenüber der KI bleiben. Anders geschrieben: ich lasse sie noch eine Weile "links liegen".
Mit Sammlergruß
Jörg
Danke für Deine Antwort!
Ja, das lässt mich dann sehr skeptisch und äußerst zurückhaltend gegenüber der KI bleiben. Anders geschrieben: ich lasse sie noch eine Weile "links liegen".
Mit Sammlergruß
Jörg
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Am: 23.07.2026 13:17:20
Gelesen: 4285
# 9
@ JoergH [#8]
Hallo Jörg,
du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an: Ohne den genauen Prompt lässt sich die Qualität einer KI‑Antwort nicht beurteilen. Die KI reagiert stark auf die Formulierung der Frage, und bei unpräzisen Prompts entstehen Fehler – besonders bei Portostufen, die historisch komplex und oft mehrfach geändert wurden.
Ich habe deshalb begonnen, mit klar strukturierten Prompts zu arbeiten, die Zeitraum, Region, Sendungsart und Gewicht eindeutig festlegen. Dadurch werden die Antworten reproduzierbarer und überprüfbarer. Trotzdem gilt: Portostufen müssen immer extern verifiziert werden, und ich verlasse mich hier ausschließlich auf Literatur wie den Michel oder zeitgenössische Quellen.
Bei Social‑Philately‑Fragen (Adressen, Personen, Firmen) verlange ich Quellenangaben und prüfe diese unabhängig. Die KI kann hier hilfreich sein, aber sie ersetzt keine Recherche.
Du hast recht: Die KI antwortet immer und oft sehr detailliert. Das ist hilfreich, aber auch ein Risiko. Deshalb nutze ich sie als Werkzeug, nicht als Autorität, und überprüfe alle Angaben.
Hallo Jörg,
du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an: Ohne den genauen Prompt lässt sich die Qualität einer KI‑Antwort nicht beurteilen. Die KI reagiert stark auf die Formulierung der Frage, und bei unpräzisen Prompts entstehen Fehler – besonders bei Portostufen, die historisch komplex und oft mehrfach geändert wurden.
Ich habe deshalb begonnen, mit klar strukturierten Prompts zu arbeiten, die Zeitraum, Region, Sendungsart und Gewicht eindeutig festlegen. Dadurch werden die Antworten reproduzierbarer und überprüfbarer. Trotzdem gilt: Portostufen müssen immer extern verifiziert werden, und ich verlasse mich hier ausschließlich auf Literatur wie den Michel oder zeitgenössische Quellen.
Bei Social‑Philately‑Fragen (Adressen, Personen, Firmen) verlange ich Quellenangaben und prüfe diese unabhängig. Die KI kann hier hilfreich sein, aber sie ersetzt keine Recherche.
Du hast recht: Die KI antwortet immer und oft sehr detailliert. Das ist hilfreich, aber auch ein Risiko. Deshalb nutze ich sie als Werkzeug, nicht als Autorität, und überprüfe alle Angaben.
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Am: 23.07.2026 13:18:42
Gelesen: 4283
# 10
OK, das hat nun nicht mit KI auf den Philaseiten zu tun aber ich verfolge bei eBay einen Brief der Kolumbianischen Privatpost „Correo Rapido de Santander, da wurde die Beischreibung sowie Begleitbilder mit KI erzeugt und da stimmt NICHTS!!!!
Mit dem Anbieter war ich in Verbindung, aber da kann man genauso gut mit einem Automaten reden…, unbeirrbar…
Übrigens, so ein Brief kostet normalerweise so $150- $200
https://www.ebay.com/itm/157927277998
Mit dem Anbieter war ich in Verbindung, aber da kann man genauso gut mit einem Automaten reden…, unbeirrbar…
Übrigens, so ein Brief kostet normalerweise so $150- $200
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Am: 23.07.2026 13:26:56
Gelesen: 4275
# 11
Hallo zusammen,
ich möchte kurz erklären, warum ich mich so intensiv mit KI gestützten Belegbeschreibungen beschäftige. Meine Belegesammlung lag viele Jahre unangetastet im Schrank. Erst seit etwa einem Jahr habe ich wieder mehr Zeit für dieses Hobby und habe mir vorgenommen, meine Sammlung so aufzubereiten, dass sie eines Tages nicht einfach verramscht wird, sondern für meine Nachkommen einen echten Wert darstellt - nicht nur materiell, sondern auch historisch.
Am Anfang habe ich jeden Beleg per Hand beschrieben: Stempel, Marken, Orte, kleine historische Hintergründe. Mit der Zeit habe ich die KI hinzugezogen, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Das war nicht immer einfach - die KI weiß vieles, aber längst nicht alles, und es gab viele Rückschläge. Besonders bei Portostufen habe ich irgendwann aufgegeben, weil die Abweichungen zu groß waren. Hier verlasse ich mich ausschließlich auf Literatur und eigene Recherche oder lasse die Portoberechnung ganz weg, wenn ich mir unsicher bin.
Nach vielen Wochen gemeinsamer Arbeit - die KI und ich haben tatsächlich voneinander gelernt - habe ich begonnen, eine klare Anweisung zu formulieren, wie Belege strukturiert ausgegeben werden sollen. Diese Anweisung habe ich immer weiter optimiert, bis daraus eine vollständige, stabile und reproduzierbare Struktur entstanden ist. Ich nenne sie meine MASTER VORLAGE.
Der Hauptgedanke dahinter ist einfach: Wenn meine Nachkommen eines Tages die Alben aufschlagen, sollen sie staunen. Jeder Beleg soll eine klare Beschreibung haben, eine kleine historische Einordnung, die Marken sollen erklärt sein, und der gesamte Kontext soll nachvollziehbar sein - nicht überladen, aber informativ.
Der Ablauf, wie ich meine Belege bearbeite, ist heute wie folgt: Ich starte die KI und gebe ihr zunächst meine MASTER VORLAGE. Dann scanne ich Vorder und Rückseite des Belegs, prüfe, was genau ich vor mir habe, und übermittle der KI Sonderstempel; Postalische Vermerke; Handschriftliche Vermerke die Markenbezeichnungen bzw. Michel Nummern (waagrechtes Paar etc.) sowie die beiden Bilder. Das Ergebnis kopiere ich in eine Textdatei und gehe es Punkt für Punkt durch, passe an, ergänze und korrigiere. Jede Änderung teile ich der KI mit, damit sie weiter „lernt“. Der so entstandene Text ist fertig formatiert und kann direkt in Word übernommen werden. Mit etwas Farbe hier und da ist die Beschreibung dann abgeschlossen.
Ich stelle diese MASTER VORLAGE hier gerne zur Verfügung. Sie ist kein Regelwerk, sondern ein Werkzeug. Jeder kann sie nutzen, anpassen oder ignorieren. Wichtig ist nur: Alle Angaben müssen geprüft werden, und ein aktueller Michel ist unverzichtbar.
Hier ist die Vorlage, leider geht kein pdf Upload- daher in Bildern:
Mittlerweile habe ich über tausend Belege auf diese Weise beschrieben - von Feldpost über Auslandspost bis hin zu Postkarten, und ich habe noch eine Menge vor mir. Da ich jeden Beleg einzeln abhefte und den Ausdruck der Beschreibung rückseitig beilege, damit sich das Ganze wie ein Buch anfühlt und sich entsprechend lesen lässt, musste ich einige zusätzliche Alben nachordern. Inzwischen habe ich erneut Alben bestellt, weil die Klarsichthüllen mit der zusätzlichen Papiereinlage deutlich breiter werden.
Selbstverständlich prüfe ich jede Zeile sehr genau, die die KI ausgibt, und korrigiere regelmäßig. Aber die Ergebnisse, die wir gemeinsam erarbeitet haben, können sich meiner Meinung nach sehen lassen.
Anbei zwei Beispiele:
Ergänzend möchte ich noch anmerken:
Mir ist bewusst, dass KI kein Ersatz für philatelistische Fachliteratur oder eigene Prüfung ist. Für mich ist sie ein Werkzeug, das hilft, große Mengen Material strukturiert aufzuarbeiten. Die eigentliche philatelistische Bewertung bleibt selbstverständlich bei mir.
Ich freue mich über jeden Hinweis, wie andere Sammler KI einsetzen - sei es zur Handschriftenerkennung, zur historischen Einordnung oder zur Bildanalyse. Vielleicht ergeben sich daraus weitere Verbesserungen für meine MASTER VORLAGE.
Viele Grüße Post‑Bote
Mittlerweile habe ich über tausend Belege auf diese Weise beschrieben - von Feldpost über Auslandspost bis hin zu Postkarten, und ich habe noch eine Menge vor mir. Da ich jeden Beleg einzeln abhefte und den Ausdruck der Beschreibung rückseitig beilege, damit sich das Ganze wie ein Buch anfühlt und sich entsprechend lesen lässt, musste ich einige zusätzliche Alben nachordern. Inzwischen habe ich erneut Alben bestellt, weil die Klarsichthüllen mit der zusätzlichen Papiereinlage deutlich breiter werden.
Selbstverständlich prüfe ich jede Zeile sehr genau, die die KI ausgibt, und korrigiere regelmäßig. Aber die Ergebnisse, die wir gemeinsam erarbeitet haben, können sich meiner Meinung nach sehen lassen.
Anbei zwei Beispiele:
Ergänzend möchte ich noch anmerken:
Mir ist bewusst, dass KI kein Ersatz für philatelistische Fachliteratur oder eigene Prüfung ist. Für mich ist sie ein Werkzeug, das hilft, große Mengen Material strukturiert aufzuarbeiten. Die eigentliche philatelistische Bewertung bleibt selbstverständlich bei mir.
Ich freue mich über jeden Hinweis, wie andere Sammler KI einsetzen - sei es zur Handschriftenerkennung, zur historischen Einordnung oder zur Bildanalyse. Vielleicht ergeben sich daraus weitere Verbesserungen für meine MASTER VORLAGE.
Viele Grüße Post‑Bote
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Am: 23.07.2026 14:01:50
Gelesen: 4226
# 12
Hallo,
mit KI Antworten sollte man vorsichtig sein, insbesondere wenn es sich um speziellere Fachfragen handelt, bei denen man den Gehalt der Antwort(en) nicht selber beurteilen kann.
Allgemeinere Fragen, zum Beispiel "Welches Hausmittel hilft gegen Husten?" werden zumeist tadellos beantwortet, aber für speziellere Fragestellungen empfiehlt sich nach wie vor die eigene Recherche im Internet und/oder Bibliotheken.
Auch sollte man gegenüber KI Konstrukten vorsichtig sein, die so programmiert sind, dass sie die Antwort "Ich weiß es nicht" nicht kennen, und das sind momentan glaube ich so ziemlich alle. Denn eine Logik, die Null beziehungsweise "nichts gefunden" nicht kennt, ist mit Sicherheit keine gute Logik.
Impulse - auch wichtige - kann eine KI immer geben, aber auch hier gilt, man soll nicht alles glauben, was man liest (oder die KI irgendwo gelesen hat).
Gruß Oliver (jahrzehntelanger Computernutzer)
mit KI Antworten sollte man vorsichtig sein, insbesondere wenn es sich um speziellere Fachfragen handelt, bei denen man den Gehalt der Antwort(en) nicht selber beurteilen kann.
Allgemeinere Fragen, zum Beispiel "Welches Hausmittel hilft gegen Husten?" werden zumeist tadellos beantwortet, aber für speziellere Fragestellungen empfiehlt sich nach wie vor die eigene Recherche im Internet und/oder Bibliotheken.
Auch sollte man gegenüber KI Konstrukten vorsichtig sein, die so programmiert sind, dass sie die Antwort "Ich weiß es nicht" nicht kennen, und das sind momentan glaube ich so ziemlich alle. Denn eine Logik, die Null beziehungsweise "nichts gefunden" nicht kennt, ist mit Sicherheit keine gute Logik.
Impulse - auch wichtige - kann eine KI immer geben, aber auch hier gilt, man soll nicht alles glauben, was man liest (oder die KI irgendwo gelesen hat).
Gruß Oliver (jahrzehntelanger Computernutzer)
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Am: 23.07.2026 14:18:38
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# 13
Ich finde persönlich die Diskussion zu einer „KI“ übertrieben. Nicht jedes Ding, hinter dem ein Algorithmus steckt, ist gleich einer künstlichen Intelligenz. Habe zu Formen von Eisenbahnstempeln die Rubrik „KI“ bei Google genutzt. Es ist eine verbesserte Suche, bei der man über Fragestellungen, wie „Suche mal einen Fahrplan zu der Zugnummer“ relativ schnell ein Ergebnis bekommt. Dabei bezieht sich die Zeit auf die eigene Suche der sonst vorgeschlagenen Seiten. Es gab hier eine Erklärung, warum eine Stempelinschrift Fürstenberg (Meckl) verwendet wurde.
Ebenso war eine Suche zu Absenderfreistempeln für die Mark Brandenburg im Zeitraum Mai 1945 bis Oktober 1946. Es war meine Idee, nach Verwendern von Absenderfreistempeln in Brandenburg vor 1945 zu fragen. Mit dieser Aufstellung konnte ich später nach diesen Betrieben/Orten suchen.
Bei bestimmten Dingen habe ich die Rubrik „KI“ in der Suchmaschine abgefragt, ob das Suchergebnis mit entsprechenden Korrekturen durch meine Hinweise anderen Fragenden zur Verfügung gestellt wird. Diese Frage wurde verneint. Wenn eine künstliche Intelligenz trainiert werden kann und somit Fehler behoben werden könnten, ist das, was ich im Browser im Reiter „KI“ finde, eine verbesserte Suche in der relationalen Datenbank und keine Intelligenz.
Grüße
KHV
Ebenso war eine Suche zu Absenderfreistempeln für die Mark Brandenburg im Zeitraum Mai 1945 bis Oktober 1946. Es war meine Idee, nach Verwendern von Absenderfreistempeln in Brandenburg vor 1945 zu fragen. Mit dieser Aufstellung konnte ich später nach diesen Betrieben/Orten suchen.
Bei bestimmten Dingen habe ich die Rubrik „KI“ in der Suchmaschine abgefragt, ob das Suchergebnis mit entsprechenden Korrekturen durch meine Hinweise anderen Fragenden zur Verfügung gestellt wird. Diese Frage wurde verneint. Wenn eine künstliche Intelligenz trainiert werden kann und somit Fehler behoben werden könnten, ist das, was ich im Browser im Reiter „KI“ finde, eine verbesserte Suche in der relationalen Datenbank und keine Intelligenz.
Grüße
KHV
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Am: 24.07.2026 12:41:49
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# 14
Nur als kurze Erfahrung zu Portostufen:
Ich habe vor ein paar Monaten, nach "Wieviel Porto kostete im Jahr 1965 in den USA eine Inlandspostkarte". Von 4 Antworten, alle verschieden, war keine richtig. Obwohl in der angegebenen Linkliste ein Eintrag war, der auf eine seriöse Seite führte, die auch die richtige Information beinhaltete.
Oder "Wann wurde das Postamt in ABC City, NV in der 100 E Main Street eröffnet?". Jede von fast 10 Fragen ergab ein anderes Datum, von denen auch keine stimmte.
In einem anderen Thema hatten wir einen aktuelleren Absenderfreistempel in dem lediglich eine Postfachadresse im Absenderklischee befand. Das war kein "privates" Postfach eines Absenders, sondern das eines "Lettershops" mit Postversanddienstleistungen und das Postfach diente lediglich für Rücksendungen (z.B. bei Mailingaktionen). Jede Antwort lautete anders. Jede Antwort war bestimmt und sah absolut glaubwürdig aus.
Die KI halluziniert einfach immer noch viel zu viel, je spezieller, je kleiner die Nische ist, desto unbrauchbarer sind die Antworten für uns Nischenbewohner.
Ich nutzte die KI für unsere kleinen Spezialthemen ausschließlich nur, um den ersten Einstieg, um Links bzw. neue Quellen zu finden.
Oft hilft auch, wenn man "plakative Teile" aus der KI-Antwort in die altmodische "Google-Suchmaschine" eingibt, dann erhält man oft genug die echte Originalquelle, keine falsche KI-Quelle.
Ein weiterer Ansatz ist, man rufe einen erfolgsversprechenden KI-Quellenlink auf (oft wurde aber nach dem Anlernen dieser Seite diese vom ursprünglichen Seitenbetreiter nachträglich verändert), kopiere diese URL und dann ruft man sich aus der Wayback Maschine alte Stände dieser Seite ab. Dann stellt sich aber auch die Frage, warum die Ursprungsseite geändert wurde? ;-)
Wie gesagt, die KI ist (kann) sehr nützlich (sein), aber Informationen darf man niemals (!) ungefiltert, ungeprüft als echte Information betrachten. Egal wie glaubwürdig die Antwort auch formuliert ist. Nützlich zur Quellensuche und für den Einstieg in eigene Recherchen, ja. Das macht die KI (aktuell) aber eigentlich erst einmal nur nutzbar für Personen, die sich im befragten Thema bereits relativ gut auskennen und Antworten entsprechend würdigen bzw. einordnen können.
Beste Grüße
Thomas
Ich habe vor ein paar Monaten, nach "Wieviel Porto kostete im Jahr 1965 in den USA eine Inlandspostkarte". Von 4 Antworten, alle verschieden, war keine richtig. Obwohl in der angegebenen Linkliste ein Eintrag war, der auf eine seriöse Seite führte, die auch die richtige Information beinhaltete.
Oder "Wann wurde das Postamt in ABC City, NV in der 100 E Main Street eröffnet?". Jede von fast 10 Fragen ergab ein anderes Datum, von denen auch keine stimmte.
In einem anderen Thema hatten wir einen aktuelleren Absenderfreistempel in dem lediglich eine Postfachadresse im Absenderklischee befand. Das war kein "privates" Postfach eines Absenders, sondern das eines "Lettershops" mit Postversanddienstleistungen und das Postfach diente lediglich für Rücksendungen (z.B. bei Mailingaktionen). Jede Antwort lautete anders. Jede Antwort war bestimmt und sah absolut glaubwürdig aus.
Die KI halluziniert einfach immer noch viel zu viel, je spezieller, je kleiner die Nische ist, desto unbrauchbarer sind die Antworten für uns Nischenbewohner.
Ich nutzte die KI für unsere kleinen Spezialthemen ausschließlich nur, um den ersten Einstieg, um Links bzw. neue Quellen zu finden.
Oft hilft auch, wenn man "plakative Teile" aus der KI-Antwort in die altmodische "Google-Suchmaschine" eingibt, dann erhält man oft genug die echte Originalquelle, keine falsche KI-Quelle.
Ein weiterer Ansatz ist, man rufe einen erfolgsversprechenden KI-Quellenlink auf (oft wurde aber nach dem Anlernen dieser Seite diese vom ursprünglichen Seitenbetreiter nachträglich verändert), kopiere diese URL und dann ruft man sich aus der Wayback Maschine alte Stände dieser Seite ab. Dann stellt sich aber auch die Frage, warum die Ursprungsseite geändert wurde? ;-)
Wie gesagt, die KI ist (kann) sehr nützlich (sein), aber Informationen darf man niemals (!) ungefiltert, ungeprüft als echte Information betrachten. Egal wie glaubwürdig die Antwort auch formuliert ist. Nützlich zur Quellensuche und für den Einstieg in eigene Recherchen, ja. Das macht die KI (aktuell) aber eigentlich erst einmal nur nutzbar für Personen, die sich im befragten Thema bereits relativ gut auskennen und Antworten entsprechend würdigen bzw. einordnen können.
Beste Grüße
Thomas
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Am: 24.07.2026 12:56:03
Gelesen: 3978
# 15
@ DL8AAM [#14]
Vielen Dank für deine ausführliche Schilderung - das deckt sich sehr gut mit meinen eigenen Beobachtungen.
Gerade bei Portostufen oder sehr spezifischen historischen Details liefert die KI oft plausible, aber dennoch falsche Antworten. Ich nutze sie daher ebenfalls nur als Einstiegshilfe oder zur Quellensuche, nicht als verlässliche Informationsquelle.
Dein Hinweis, markante Textteile aus KI‑Antworten in die klassische Google‑Suche zu übertragen, ist zum Gegenprüfen unbedingt erforderlich. Ich nutze Startpage und DuckDuckGo- damit findet man oft die tatsächlichen Originalquellen. Die Wayback‑Machine ist ebenfalls ein guter Tipp, besonders bei Seiten, die nachträglich verändert wurden.
Für mich bleibt die KI ein Werkzeug, das man bewusst einsetzen muss- nützlich für Struktur, Einstieg und Ideen, aber niemals ungeprüft.
Viele Grüße Post‑Bote
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Am: 25.07.2026 16:30:26
Gelesen: 3773
# 16
Künstliche Intelligenz ?
Nach der Lektüre mancher Beiträge ist mir Angst und Bange geworden um die Zukunft des Briefmarkensammelns! Zusammentragen, Ordnen, Bestimmen waren bisher das Freizeitvergnügen des Sammlers. Davon wird vielleicht ein erheblicher Teil künftig nicht mehr von der Person, sondern von seiner KI ausgeführt und die natürliche Intelligenz (NI) davon freigestellt. Viele Haushalte sind ja bereits von dem Zwang zu lesen weitgehend entlastet. Das eigene Denken wird es wahrscheinlich auch bald sein. Diese Entwicklung kann besonders dann gefährlich werden, wenn die KI, wie soeben gemeldet, sich verselbstständigt und fremde Programme angreift!
Was dann passiert, hat vor etwa 70 Jahren der polnische Philosoph und Schriftsteller Stanislav Lem (siehe Wikipedia) in zahlreichen Zukunftsromanen und -erzählungen visionär und mit skurrilem Humor erzählt. Titel wie Sterntagebücher, Robotermärchen, Solaris oder Geschichten vom Piloten Pirx waren kultisch, wurden weltweit übersetzt und erlebten Millionenauflagen.
Die unkontrollierte Verselbständigung von Robotern ist Gegenstand einer Erzählung, die ich zur Einführung zu lesen empfehle: “Die Waschmaschinentragödie“. Technisch bereits hoch entwickelte Waschmaschinen verwandeln sich ungehindert weiter und sitzen schließlich sogar unerkannt im Parlament, aus dem sie nur mit Mühe entfernt werden und dann im Weltraum weiter Unheil anrichten. So weit sind wir gottlob noch nicht!
Wenn ich jetzt vom Generalthema Philatelie abgekommen bin, so mag das am Alter, an meiner NI oder am Rotwein liegen. KI wird das vielleicht künftig verhindern,
kläfft Bessie/Sentawau.
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Am: 25.07.2026 17:16:38
Gelesen: 3743
# 17
@ Bessie [#16]
besonders dann gefährlich werden, wenn die KI, wie soeben gemeldet, sich verselbstständigt und fremde Programme angreift!
Passend der aktuelle Beitrag, der genau diesem KI-Ausbruch thematisiert "Wir sind Ödipus: Die OpenAI-Tragödie der künstlichen Intelligenz" des bekannten deutschen Philosophen Gerd Scobel auf YouTube. ;-) [1]. Sehr hörenswert.
Beste Grüße
Thomas
[1] https://youtu.be/TkdVby9Gkrc
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Am: 25.07.2026 17:54:17
Gelesen: 3720
# 18
@ Bessie [#16]
@ DL8AAM [#17]
@ alle
Hallo zusammen,
eure Beiträge mögen interessant sei - hier geht es um die Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten
Wenn weitere Beiträge ausserhalb der Philatelie kommen, werde ich diese in ein neues Thema auslagern.
Schönene Sonntag, Richard
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Am: 25.07.2026 19:34:20
Gelesen: 3664
# 19
@ Richard [#18]
Das Thema erschließt sich mir da nicht, wie kommt denn KI auf den Philaseiten zum Einsatz außer um ggfls. Beiträge zu erstellen?
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Am: 26.07.2026 07:38:11
Gelesen: 3511
# 20
@ 22028 [#19]
Hallo,
die Frage ist nicht ob/wie KI auf diesen Seiten vorkommt.
Ich hatte versucht zu einem Briefmarkenmotiv Informationen zu bekommen. Und da ich mit den normalen Suchmaschinen nichts fand, habe ich Bildersuchen und KI ausprobiert.
Bildersuchen: interessant aber Thema verfehlt.
KI hat vieles herum phantasiert aber in den ersten Anläufen keine einzige Quelle nennen können. Nach einigen Versuchen dann eine Quelle bekommen. Ergebnis: die Quelle aus den 60ern hat falsche Angaben gemacht, ganz ohne KI.
Fazit:
KI als Suchhilfe: OK
KI zum formulieren: OK (hab ich anderweitig gebraucht)
KI als Hilfe zum Programmieren: OK (selbst probiert)
KI als Informationsquelle: auf gar keinen Fall!!
Uns sollte klar sein:
Shit in - shit Out gilt auch für KI (siehe mein Beispiel). Zudem denkt KI immer noch nicht, selbst die Angriffe ändern nichts daran, auch wenn die Presse das änderst suggeriert. Und die übliche KI kennt kein "ich weiß es nicht", damit ist Shit Out vorprogrammiert (schon gesagt, aber anscheinend zu selten).
Grüße Winfried
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Am: 26.07.2026 07:40:19
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# 21
@ Winni451 [#20]
In der Kombination mit dem Hirn ausschalten, die KI weiß ja alles, ist das schon richtig gefährlich.
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Am: 26.07.2026 09:32:57
Gelesen: 3471
# 22
@ Winni451 [#20]
@ Richard [#18] schreibt: hier geht es um die Erfahrungen über den Einsatz der KI auf den Philaseiten
Offensichtlich ist mein Verständnis zur deutschen Sprache da etwas anders bzw. der Satz von Richard ist falsch/unklar formuliert.
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Am: 26.07.2026 10:24:23
Gelesen: 3447
# 23
Hallo zusammen,
ich denke, die bisherigen Beiträge zeigen gut, wie unterschiedlich die Erwartungen an dieses Thema sind. Für mich geht es hier - wie von der Redaktion vorgesehen - ausschließlich darum, wie wir als Nutzer KI einsetzen, wenn wir auf den Philaseiten aktiv sind: sei es zur Recherche, zur Bildanalyse, zur Strukturierung oder zur Beschreibung von Teilen der eigenen Sammlung.
Die Philaseiten selbst nutzen keine KI, das ist klar. Einige von uns greifen nun mal beim Sammeln oder Beschreiben von Belegen oder Marken auf KI‑Werkzeuge zurück - mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen, wie die bisherigen Beiträge zeigen.
Vielleicht hilft es, wenn wir uns weiterhin auf genau diesen Punkt konzentrieren: Welche Erfahrungen haben wir persönlich mit KI gemacht, und wo liegen Nutzen und Grenzen?
Mir persönlich hilft KI in klar abgegrenzten Bereichen. Ich habe dafür einen festen Rahmen definiert - im Grunde ein kleines „Script“, innerhalb dessen die KI arbeiten kann. Das erleichtert mir das Strukturieren und Formulieren von meinen Belegbeschreibungen erheblich.
Die eigentliche philatelistische Arbeit - Laufwege, Stempeltypen, zeitliche Einordnung, Echtheit, mögliche Sammlerfrankaturen etc. - kann KI derzeit nicht übernehmen. Ihr alle kennt die Eigenarten eines Belegs: das Forschen, das Vergleichen, das Hinterfragen. Genau dieses „philatelistische Denken“ bleibt weiterhin unser Hobby und wird durch KI nicht ersetzt!
Ich sehe darin keinen Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
Viele Grüße Post‑Bote
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Am: 26.07.2026 17:28:05
Gelesen: 3335
# 24
Aus meiner Sicht wirft die Fragestellung in der Überschrift schon ein Problem auf. Hier ist sehr oft zu hören, daß Philaseiten keine KI nutzt bzw. Nutzer zu KI greifen ein entsprechendes Thema zu Marken/Belegen zu schreiben. Andererseits sollen Nutzer Ihre Erfahrung mit KI auf Philaseiten aufzeigen und da sehe ich ein Problem eine entsprechende Antwort bzw. einen entsprechenden Beitrag zu formulieren.
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Am: 26.07.2026 19:42:22
Gelesen: 3270
# 25
Bild- und Spracherkennung, die Analyse großer Datenmengen führen bei mir zu einer erheblichen Effizienzsteigerung bei der Informationsgewinnung und der Texterstellung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die KI bietet immenses theoretisches Wissen, welches aber nicht durch Eigenschaften wie menschliches Denken, Erfahrung und Intuition ergänzt wird. Die KI weiß eben alles, kann aber mangels dieser fehlenden Eigenschaften oft nur einen Teil der Realität ergründen, und diesen Teil eben gelegentlich (oft?) auch noch falsch.
Es ist daher die Aufgabe eines Jeden die gelieferten Informationen zu prüfen, zur ergänzen und zu korrigieren um so mehr je detaillierter und vielschichtiger die Themen werden. Die KI kennt kein "ich weiß es nicht". Wie bei Prüfungsaufgaben, bei denen man aus seinem Hirn allerlei Informationen zu Papier gebracht hat, mit der Hoffnung doch bei dem Einen oder Anderen richtig zu liegen.
Grüße
Stephan (Stewe)
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Am: 26.07.2026 21:28:13
Gelesen: 3224
# 26
@ 22028 [#19]
Tut mir leid, Du hattest recht, da muss ich genauer hinschauen, den Titel des Themas sollte ich nicht so übersehen.
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Am: 26.07.2026 23:01:06
Gelesen: 3179
# 27
Woher sollte ein LLM bitte Informationen über philatelistische Themen oder gar Portostufen her haben? Praktisch kein Philatelist veröffentlicht digital. Die meisten philatelistischen Fachbücher sind in Mini-Auflage erschienen und vergriffen - auch in philatelistischen Antiquariaten nicht zu haben. Es gibt also so gut wie kein Trainingsmaterial für die Modelle, das philatelistische Fachinformationen enthält.
Schaut doch mal bei Annas Archive vorbei - eine mehr als 1.000 Terabyte große Datenbank mit 66 Millionen Büchern und DIE Basis-Quelldatenbanken für Bücher zum Training von LLMs. 1.000 Terabyte sind so viel, dass ihr die selbst auf 100 eurer Computer nicht herunterladen könntet. Da ist nahezu nichts philatelistischen dabei. Solange Philatelisten nicht offen elektronisch publizieren, werden LLMs auch keine halbwegs korrekten philatelistischen Texte erstellen können.
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Am: 26.07.2026 23:02:04
Gelesen: 3178
# 28
Es gibt nicht „die KI“, so wie es auch nicht „das Buch“ oder „das Programm“ gibt.
Wer Erfahrungen mit einer bestimmten KI gemacht hat, möge bitte den Namen und - wenn bekannt - die Version nennen.
Wenn eine KI Antworten gibt, ohne ihre Quellen dafür zu nennen, besteht die Gefahr der „Antworten-Halluzination“. Das war vor wenigen Jahren noch viel schlimmer, besteht aber weiter. Chat GPT kommt bei mir deshalb überhaupt nicht zum Einsatz.
Ich benutze aber Perplexity (gibts kostenlos für Windows, MacOS, Mobilgeräte-Betriebssysteme und sicher noch mehr), eine KI, die für alle Informationen ihre Quellen (verlinkte Webseiten) benennt und Ergebnisse in natürlicher Sprache gliedert und zusammenfasst. Und sie „versteht“ Problembeschreibungen in natürlicher Sprache.
Natürlich kann sie nur so gut sein wie die Webinformationen, die sie findet (sie sucht bei deutschen Abfragen auf deutsch und englisch und gibt das Ergebnis auf deutsch aus). Wenn dort etwas falsch angegeben ist oder missverständlich formuliert wird, ist das auch im Ergebnis der Abfrage so. Man hat so aber die Möglichkeit, die Quellinformationen auf den verlinkten Webseiten nachzuvollziehen und auf ihren Inhalt zu überprüfen.
Für philatelistische Themen habe ich sie nur am Rande eingesetzt. Spezialinformationen aus Büchern kennt sie nur, wenn diese auch Online zur Verfügung stehen. Um gute Literatur wird man also auf absehbare Zeit nicht herumkommen. Und um Menschen, die wissen, wo was steht, was nicht im Web veröffentlicht ist.
Meine Empfehlung: einfach mal installieren und ausprobieren, am besten mit Themen, wo man sich auskennt. Dann sieht man am ehesten, auf welchem Niveau dazu Antworten kommen.
Eine KI ist wie ein „wissender“ Mensch. Auch dort gibt es immer Wissenslücken, Falschinformationen und falsche Schlussfolgerungen. Also aufpassen, nur weil der „Kollege“ nur online antwortet, heisst das noch nicht, dass alles richtig ist, was der sagt!
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Am: 26.07.2026 23:20:24
Gelesen: 3167
# 29
@ Stewe [#25]
" Die KI weiß eben alles"
"Die KI" weiß überhaupt nichts. ALLE Large Language Models, Generative Pretained Transformers (GPT) oder von mir aus auch KIs sind gigantische Datenbanken mit Wortkombinationswahrscheinlichkeiten. In diesen Datenbanken steht nicht drin, welche Portostufe für Einschreiben-Rückschein in Brasilien 1918 galt. Wenn überhaupt, dann steht in dieser Datenbank, dass mit 0,000001834% Wahrscheinlichkeit auf das Token "Ein" das Token "schr" und darauf das Token "eiben" folgt, wenn das Token "Ein" auf die Token "Brief" und "mit" folgt. Das ist alles. Das System kennt nicht einmal das Wort Einschreiben, sondern nur die Token "Ein", "schr" und "eiben" und alle möglichen Kombinationen, in denen diese Token mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit vorkommen.
Tut euch bitte selbst einen Gefallen, und informiert euch erst einmal darüber, wie diese Systeme funktionieren. Das hilft ungemein dabei zu verstehen, was die Systeme überhaupt können, was sie definitiv nicht können und welche Fehler wahrscheinlich auftreten werden. Auch bei der von fdoell beschriebenen Vorgehensweise, bei der die Systeme Quellen zusammenfassen sollen, werden einfach nur Kombinationswahrscheinlichkeiten von Token durchgespielt und eine Ausgabe auf Basis der Kombinationswahrscheinlichkeiten geraten. D.h. also, auch wenn eine Quelle zitiert und zusammengefasst wird, weiß das System absolut nichts über die Quelle, außer in welcher Kombination dort Token vorkommen. Und dann wird die Zusammenfassung schlicht geraten.
Dabei raten die Modelle inzwischen sehr gut. Aber es bleibt ein Fakt, dass die Ausgaben nur so klingen wie Antworten auf die gestellten Fragen. Es sind keine Antworten, sondern geratene Ausgaben. Es ist diesen Systemen problemlos möglich, eine Quelle absolut falsch zusammenzufassen. Weil es die Funktion "Zusammenfassen" nach menschlichem Verständnis eben gar nicht gibt bei LLMs.
Und als Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag: Es gibt eine Möglichkeit, LLMs mit philatelistischen Fachinformationen zu nutzen. Dazu müssen die nötigen philatelistischen Basisinformationen in digitaler Form vorliegen und können dann mittels RAG einem Modell zur Verfügung gestellt werden. Das ist im Prinzip eine Erweiterung von fdoells Quellenzusammenfassung. Wenn man also die Portotabellen für sein Sammelgebiet in elektronischer Form vorliegen hat, dann kann man sie mit RAG einem LLM zur Verfügung stellen. Die müssten jedoch zuvor in eine Form gebracht werden, mit der ein Modell arbeiten kann. Ich bezweifle, dass es reicht, 10 Entgelthefte hochzuladen und drauf zu hoffen, dass das Modell sich schon die passenden Entgeltkombinationen daraus zusammenklöppeln kann.
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Am: 26.07.2026 23:37:02
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# 30
@ Bessie [#16]
" Nach der Lektüre mancher Beiträge ist mir Angst und Bange geworden um die Zukunft des Briefmarkensammelns! Zusammentragen, Ordnen, Bestimmen waren bisher das Freizeitvergnügen des Sammlers."
Klingt wie das typische "Bloß nichts Neues", das die Philatelie an den Punkt brachte, an dem sie heute steht.
Allein die Möglichkeit, mir einen Philaseiten-Thread mit 500 Beiträgen in 10 Stichpunkten zusammenfassen zu lassen, um dann entscheiden zu können, ob das für mich interessant oder relevant sein könnte oder ob im Thread gewünschte Informationen dabei sind, auf die ich mit der rudimentären Stichwortsuche nicht käme, ist Gold wert und ein echter Mehrwert für die Philatelie.
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Am: 27.07.2026 22:30:23
Gelesen: 2882
# 31
@ TeeKay [#29]
Zu der "geratenen Zusammenfassung" habe ich ein sehr schönes Beispiel:
Ich suche immer noch das Datum der Landpostverkraftung bei Postamt Ratzeburg (1929 oder 1930). Diese Frage habe ich auch schon in diversen Foren gestellt. Auch eine Netzsuche, z.B. nach digitalisierten Zeitungen etc. aus der Zeit hat nicht erbracht. Also habe ich mal ChatGPT gefragt und bekam ein plausibles Ergebnis aus dem Jahre 1930.
Umso enttäuschter war ich bei der Quellenprüfung:
Das war meine eigene Frage hier im Forum und das Datum stand zwar im selben Beitrag, aber in einem ganz anderen Zusammenhang.
Ich denke, das macht es deutlich.
Burkhard
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Am: 28.07.2026 14:16:54
Gelesen: 2738
# 32
@ mumpipuck [#31]
Claude Sonnet antwortet zu dieser Frage sehr verantwortungsvoll: " Ich habe leider keine zuverlässigen, spezifischen Informationen zum genauen Zeitraum der Landpostverkraftung beim Postamt Ratzeburg vorliegen. Das ist ein sehr spezielles postgeschichtliches Detail, das ich nicht einfach aus dem Gedächtnis heraus korrekt angeben kann, ohne Gefahr zu laufen, etwas Falsches zu erfinden."
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Am: 28.07.2026 23:03:14
Gelesen: 2581
# 33
@ TeeKay [#30]
Ich wollte eigentlich Richards Wunsch ([#18]) folgen, denn die wesentlichen Argumente für und wider sind vorgebracht. Aber auf diese Steilvorlage muss ich antworten.
500 Beiträge werden mit KI auf 10 Inhalte reduziert. Die reichen zur Information/Meinungsbildung aus, meint der Verfasser. Mehr muss man nicht wissen. Wahrscheinlich lässt sich aus jeder dieser 10 Kurzinformationen jetzt schon mittels KI ein lesbarer Aufsatz für die Philaseiten zusammenschustern. Das wäre eine Perspektive für die Philaseiten der Zukunft! So wollen es doch auch die Putins und Trumps haben!
Kläfft Bessie/Sentawau
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Am: 08.08.2026 12:40:21
Gelesen: 1753
# 34
Heute experimentierte ich mit einem lokal auf meinem Notebook laufenden Qwen 3.6 35B Modell. Ziel war herauszufinden, ob das Modell vollautomatisch Stempelscans untersuchen und Bildbeschreibungen erstellen kann. Fazit: Das kann es.
Aus folgendem Scan wurde die Bildbeschreibung " Kolding, 29.3.50, Diana Strømpen, Kolding Strømpefabrik, 020 ØRE, KGL-POST, DANMARK, 41." gemacht.
Folgender Scan wurde beschrieben mit " Grenå, 15.11.63, 19.25, Byen ved Vandet, Centrum, 95 ØRE, Kongelig Post, DANMARK." Erstaunlich fand ich hier, dass das System selbst die Verschmierung des Ortsnamens feststellte (der "Nachdenk"-Prozess des Modells kann eingesehen werden), ihn aber trotzdem korrekt identifizierte.
" Bayreuth, 16.9.93, 1, 95444, e."
Dafür benötigte mein Apple M1 MAX mit 64 GB RAM von 2021 jeweils nur wenige Sekunden. Das Notebook ist zwar alt, 64 GB Speicher sind aber untypisch viel. Auf Computern mit weniger Speicher würde das Modell nicht laufen. Allerdings steht schon jetzt ein NAS-Speichersystem (Ugreen AI NAS) neben meinem Schreibtisch, das nur 1500 Euro kostete und dieses Modell laufen lassen kann, um die Datenbestände auf dem System damit zu bearbeiten. Das wär noch letztes Jahr undenkbar gewesen.
Welcher Nutzen ergäbe sich nun aus dieser Möglichkeit? Zum Beispiel die vollautomatische Verarbeitung sämtlicher Scans auf der Festplatte, Ergänzung der Bild-Metadaten um die extrahierten Informationen und damit die einfache Durchsuchbarkeit des Bildbestandes. Die Erkennungsrate geht weit, weit über das hinaus, was Apples systeminternes Suchtool derzeit beherrscht.
Philaseiten selbst könnte die Technologie nutzen, um Informationen hochgeladener Bilder derart zu extrahieren und damit die Bildbestände durchsuchbar zu machen. Oder bei Philastempel oder in der Attestdatenbank Datenfelder vorabauszufüllen, damit man nicht jede Information manuell eingeben muss.
Oder es wird der Untergang der Philatelie, wie von Bessie suggeriert.
Folgender Scan wurde beschrieben mit " Grenå, 15.11.63, 19.25, Byen ved Vandet, Centrum, 95 ØRE, Kongelig Post, DANMARK." Erstaunlich fand ich hier, dass das System selbst die Verschmierung des Ortsnamens feststellte (der "Nachdenk"-Prozess des Modells kann eingesehen werden), ihn aber trotzdem korrekt identifizierte.
" Bayreuth, 16.9.93, 1, 95444, e."
Dafür benötigte mein Apple M1 MAX mit 64 GB RAM von 2021 jeweils nur wenige Sekunden. Das Notebook ist zwar alt, 64 GB Speicher sind aber untypisch viel. Auf Computern mit weniger Speicher würde das Modell nicht laufen. Allerdings steht schon jetzt ein NAS-Speichersystem (Ugreen AI NAS) neben meinem Schreibtisch, das nur 1500 Euro kostete und dieses Modell laufen lassen kann, um die Datenbestände auf dem System damit zu bearbeiten. Das wär noch letztes Jahr undenkbar gewesen.
Welcher Nutzen ergäbe sich nun aus dieser Möglichkeit? Zum Beispiel die vollautomatische Verarbeitung sämtlicher Scans auf der Festplatte, Ergänzung der Bild-Metadaten um die extrahierten Informationen und damit die einfache Durchsuchbarkeit des Bildbestandes. Die Erkennungsrate geht weit, weit über das hinaus, was Apples systeminternes Suchtool derzeit beherrscht.
Philaseiten selbst könnte die Technologie nutzen, um Informationen hochgeladener Bilder derart zu extrahieren und damit die Bildbestände durchsuchbar zu machen. Oder bei Philastempel oder in der Attestdatenbank Datenfelder vorabauszufüllen, damit man nicht jede Information manuell eingeben muss.
Oder es wird der Untergang der Philatelie, wie von Bessie suggeriert.
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Am: 08.08.2026 15:21:33
Gelesen: 1689
# 35
Jetzt habe ich mir ohne Programmierkenntnisse von Claude Sonnet 5 ein Skript samt Automatisierung erstellen lassen, mit denen ich alle Bilder eines Ordners automatisch zu einer vorgegebenen Zeit oder manuell verarbeiten lassen kann. Künftig können also Scans vollautomatisch gesichtet, der Bildinhalt interpretiert, in die Metadaten der Bilddatei geschrieben, der Dateiname nach einer vorgegeben Struktur angepasst und die verarbeiteten Bilder nach Verarbeitungstagen sortiert in neue Unterordner verschoben werden. Sie sind damit nach den Bild- bzw. Stempelinhalten durchsuchbar. Bei zehntausenden Scans eine erhebliche Arbeitserleichterung, die künftig nur ein wenig Strom kosten wird.
Erstaunlich finde ich, dass das System nicht stumpf abschreibt, was auf dem Scan zu sehen ist. Das Datum, z.B. "14 8 57" wird korrekt interpretiert als 14.08.1957 und dann auch wie gewünscht als 1957-08-14 in den Dateinamen und die Metadaten geschrieben, so dass bei einer Sortierung der Dateien die Liste korrekt nach Datum geordnet vorliegt.
Ausländische Texte könnten auch übersetzt werden. Und Bildmotive werden interpretiert und beschrieben, so dass auch eine Suche nach Motiven möglich wird.
Ich habe auch unterschiedliche Modelle getestet - und da zeigen sich teils merkliche Unterschiede. Qwen3.5-35b-a3b produziert zwar schneller Token als Qwen3.6-35b-a3b-mlx, braucht dafür aber für die Aufgabe auch teils immens mehr Token und benötigt beim Lauf auch mehr Leistung. Da es inzwischen vermutlich tausende Modelle gibt, sollte man bei ungenügenden Ergebnissen nicht sofort aufgeben, sondern erst einmal schauen, ob es für die eigene Hardware und Aufgabe nicht besser geeignete/optimierte Modelle gibt.
Jetzt gibt es noch Weiterbearbeitungsmöglichkeiten für die Dateien. Nachdem das KI-System die Dateien mit strukturierten Dateinamen versah, könnte ich mit einem zweiten Prompt mit Hilfe der strukturierten Dateinamen Code produzieren lassen, um die Dateien in einem eigenen Wiki automatisiert oder wenigstens semi-automatisiert zu publizieren. Dazu muss ich aber erst einmal die tausenden Scans bildbearbeiten.
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Am: 08.08.2026 23:10:04
Gelesen: 1580
# 36
Das Skript zur automatischen Veröffentlichung der bearbeiteten Scans in einem Wiki ist jetzt auch fertig. Ohne dass ich irgendwas vom Programmieren verstehen würde, läuft das schon. Das System nimmt mir nun die sehr repetitiven Aufgaben ab und ich kann mich darauf beschränken, die zum Wiki hinzugefügten Scan-Beschreibungen kurz nachzubearbeiten. Die Aufgabe, einen Onlinekatalog der frühen Freistempelabdrucke Dänemarks zu erstellen, erscheint mir so erstmals machbar - da ich deutlich weniger selbst machen muss, als ich bis heute Morgen noch dachte.
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Am: 09.08.2026 10:06:03
Gelesen: 1487
# 37
@ TeeKay [#36]
Spannend zu sehen, wie du die KI inzwischen für automatisierte Abläufe nutzt. Viele der Dinge, die du beschreibst - Mustererkennung in Bildern, Interpretation von Datumsangaben, Strukturierung von Dateinamen oder auch das Erstellen von Skripten - gehören zu den Bereichen, in denen moderne KI-Systeme ihre Stärken ausspielen können.
Im Grunde geht es dabei um Fähigkeiten, die schon lange zu den Zielen der KI-Entwicklung gehören: Muster erkennen, Sprache und Bilder verarbeiten, Inhalte strukturieren und wiederkehrende Abläufe unterstützen oder automatisieren.
Interessant finde ich vor allem, wie gut sich diese Fähigkeiten inzwischen in konkrete Arbeitsabläufe integrieren lassen. Gerade bei größeren Bildbeständen können solche automatisierten Prozesse viel manuelle Arbeit abnehmen und die weitere Bearbeitung deutlich vereinfachen.
Für mich bleibt KI dabei ein Werkzeug, das bestimmte Arbeitsschritte erleichtert. Die philatelische Prüfung, Bewertung und Einordnung mache ich weiterhin selbst. Gerade bei fachlichen Angaben halte ich die Kontrolle anhand von Literatur und anderen Quellen nach wie vor für unverzichtbar.
Viele Grüße Post-Bote
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Am: 09.08.2026 10:24:24
Gelesen: 1475
# 38
@ Post-Bote [#37]
Ja, die Ergebnisse müssen zwingend kontrolliert werden. Deshalb sollte KI auch nie eingesetzt werden, um Texte zu produzieren, mit deren Inhalten man sich selbst nicht auskennt. Denn dann kann man Fehler nicht erkennen. Die Texte klingen stets so, als stünde die pure Wahrheit drin und die wäre auch ganz sicher.
In dem Fall nutze ich KI nicht nur zur Automatisierung, sondern überhaupt erst zur Erstellung der Automatisierung. Ich kann nicht programmieren, habe jetzt aber drei funktionierende Programme: automatische Bilderkennung mit Anreicherung der EXIF-Metadaten, Dateiumbenennung und Verschiebung, automatisches Erstellen bzw. Ändern von Wiki-Einträgen mit automatischem Dateiupload und ein Automatisierungsskript, mit dem ich die beiden Programme zu einem voreingestellten Zeitpunkt täglich selbständig ausführen lassen kann. Dass man als absoluter Laie kleine Programme erstellen kann, indem man mit einem Chatbot in natürlicher Sprache darüber spricht, was man tun will, ist ein Novum.
Mein Vorteil bei diesem Fall ist, dass die Freistempelabdrucke alle von einem Land, einer Zeitperiode und einer Type sind. Die unterschiedlichen Typen würde mangels Wissen ein System nicht erkennen können, da wäre dann diese Automatisierung nur bedingt durchführbar. Aber wenn gemischte Daten vorliegen, könnte man die mit philatelistischen Fachwissen vorsortieren, dann die Automatisierung drüberlaufen lassen und immer noch sehr viel Zeit gegenüber einer rein manuellen Bearbeitung sparen.
Die Experimente mit den zehntausenden Scans lettischer Poststempel verliefen auch schon positiv. Klassische Texterkennung scheitert an dem Problem, da die Stempeltexte naturgemäß kreisförmig sind. Zudem kann klassische Texterkennung nicht unterscheiden zwischen dem Stempelabdruck und dem dahinter liegenden Text der Postanweisungsformulare. Qwen lässt sich vom Formulartext und der kreisförmigen Stempeltextanordnung nicht verwirren und extrahiert zielsicher Ort, Datum und Unterscheidungsbuchstabe.
Ich kann nur jedem empfehlen, 20 Euro für einen bezahlten Account bei einem KI-Anbieter eigener Wahl auszugeben und das mal selbst für ein Problem eigener Wahl auszuprobieren. 20 Euro sind für das Gebotene nicht viel, diese Accounts werden von den Anbietern hoch subventioniert. Es ist absehbar, dass das nicht ewig geschehen wird und die Preise drastisch steigen müssen, damit es ein profitables Business für die Anbieter wird. D.h. jetzt kann man es noch günstig ausprobieren - und die geschaffenen Programme ja dann auch noch benutzen, wenn die KI-Abos teurer wurden.
Ausprobiert habe ich Claude, ChatGPT und Google Gemini in Bezahl-Accounts. Für Programmieraufgaben ist für mich als Laie Claude mit Abstand führend, während Gemini bei der Fehlersuche ständig vergaß, was es selbst vor zwei Korrekturschleifen selbst sagte. Das war dann am Ende eine Endlosschleife, die nicht zum Ziel führte. Claude hingegen kam mit immer neuen Ideen zur Fehlersuche und exakten (!) idiotentauglichen Anweisungen, wie ich dem System helfen kann, die Fehlerursache einzugrenzen.
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Am: 09.08.2026 10:56:56
Gelesen: 1461
# 39
@ TeeKay [#38]
Danke für die ausführliche Darstellung. Gerade der Unterschied zwischen der Unterstützung bei wiederkehrenden Arbeitsschritten und der inhaltlichen Bewertung eines philatelistischen Ergebnisses erscheint mir wichtig.
Bei der automatischen Erkennung und Strukturierung von Bilddaten sehe ich ebenfalls einen sehr praktischen Nutzen. Wenn Ort, Datum oder andere auf einem Stempel erkennbare Angaben zuverlässig aus vielen tausend Scans extrahiert und für die spätere Suche nutzbar gemacht werden können, ist das eine erhebliche Arbeitserleichterung.
Bei der fachlichen Interpretation würde ich dagegen weiterhin deutlich vorsichtiger bleiben. Gerade weil die Ergebnisse sprachlich überzeugend wirken können, muss die Kontrolle dort besonders sorgfältig erfolgen.
Interessant finde ich an deinen Versuchen vor allem, dass KI hier nicht nur fertige Texte erzeugt, sondern als Werkzeug eingesetzt wird, um Arbeitsabläufe zu automatisieren.
Weiterhin viel Erfolg!
Post‑Bote
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Am: 09.08.2026 13:53:31
Gelesen: 1390
# 40
Nächster Versuch war ein Programm, das automatisch gescannte Stempelabdrucke waagerecht ausrichtet. Dafür kann prinzipbedingt kein generatives KI-System genutzt werden, was Claude auch sofort erkannte und ein Vorgehen mit Hilfe klassischer Bildbearbeitungstools vorschlug. Dafür war in wenigen Versuchen ein Skript geschrieben, das in Sekundenbruchteilen einen Scan untersucht und automatisch ausrichtet. Funktioniert natürlich nur bei Stempelabdrucken mit Mittelsteg, der als Referenz für die waagerechte Ausrichtung genutzt wird.
Schwierigkeit ist, dass die Stempelabdrucke sich teils überlagern und im Hintergrund der Text der Postanweisungsformulare zu sehen ist. Die Erfolgsquote ist daher nur rund 1/3. Bei weiteren rund 20% ist der Abdruck weitgehend waagerecht, aber nicht perfekt waagerecht ausgerichtet. Bei der Hälfte klappt es nicht.
Sieht wie ein Misserfolg aus. Aber bei zehntausenden, oder wie bei Philastempel hunderttausenden Scans, bedeutet eine 50-prozentige Erfolgsquote dennoch die Ersparnis einer ganzen Mengen Arbeitsstunden.
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Am: 09.08.2026 15:09:24
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# 41
Hallo,
bisher war ich nicht unbedingt ein Freund der KI, gerade jetzt, wo so vieles negatives geschieht, aber bei der Such z.B. von früheren, heute nicht mehr bestehenden kleineren Unternehmen hilft es mir tatsächlich gut, Daten über den Absender eines Beleges mit Absenderfreistempel zu finden.
mit Sammlergruß Werner
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Am: 09.08.2026 15:11:24
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# 42
@ HWS-NRW [#41]
Aber sind das wirklich reale Daten, oder denkt sich das System nur eine Geschichte aus, die plausibel klingt?
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Am: 09.08.2026 15:42:07
Gelesen: 1327
# 43
@ TeeKay [#42]
Hallo,
das ist m.E. der Vorteil, man kann die Angaben relativ gut mit dem Absenderfreistempel abgleichen und oft erfahre ich einiges über den Firmeninhaber, das macht dann wirklich Sinn und Spaß!
mit Sammlergruß Werner
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Am: 09.08.2026 18:56:16
Gelesen: 1275
# 44
Und der letzte Test an diesem Wochenende: Ich hatte tausende Freistempelabdrucke gescannt. Die sind natürlich nicht perfekt waagerecht ausgerichtet. Einzelne Scans auszurichten, dauert nicht lang. Bei tausenden Scans schon. Da wie bei den Poststempelabdrucken auch hier waagerechte Linien als Referenz vorhanden sind, die ein Programm zur automatischen Ausrichtung nutzen kann, ließ ich Claude ein kleines Programm schreiben, das das tut. Binnen weniger Sekunden wurden so 100 Scans mit rund 90% Erfolgsrate waagerecht ausgerichtet. Nun muss ich nur noch die Ränder manuell kürzen.
Eine besondere Schwierigkeit war hier, dass der Vorbesitzer der Sammlung die Ausschnitte mit rotem Stift umrandete. Die Software weiß ja nicht, was ein roter Rand und was ein roter Freistempelabdruck ist. Die Software sieht und weiß gar nichts. Kommen nun zwei ähnlichfarbige ähnliche geometrische Strukturen zusammen, ist es für die Software schwer zu erkennen, woran nun ausgerichtet werden solln. Claude hat automatisch erkannt, dass die Beispielbilder beim Freistempelabdruck eine sehr ähnliche Farbe haben. In der Folge wurde eine Routine entwickelt, mit der zuerst ein Farbkanal extrahiert wird, der gezielt v.a. die Freistempelfarbe übrig lässt. Damit wird dann der Winkel berechnet, in dem der Originalscan steht, ein Korrekturwinkel kalkuliert und der dann auf das Originalbild angewendet.
KI-Systeme wurden hier nur zur Erstellung des lokal laufenden Programms genutzt, das die Bilder ausrichtet. Die Bildausrichtung selbst kommt gänzlich ohne KI aus.
Durch den insgesamt schiefen Bildausschnitt wirken die Nachher-Scans nicht so, als wären sie waagerecht ausgerichtet. Doch der Freistempelabdruck ist wirklich perfekt waagerecht, wenn ich die obere Kante des Wertkastens als Referenz nutze.
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Am: 09.08.2026 19:49:44
Gelesen: 1237
# 45
Da mein Tokenlimit noch nicht ausgereizt war, hab ich das Programm noch erweitern lassen. Ich fragte, ob es auch den Rand abschneiden kann, nachdem die Scans ausgerichtet wurden. Und ja, das kann es. Referenz für das Abschneiden ist diesmal die Farbe des Freistempelabdrucks + 50 Pixel Rand an jeder Seite. 2000 Testbilder wurden in 230s ausgerichtet und die Ränder abgeschnitten. Genauigkeit schätze ich auf 80-90%. 50 Pixel waren zu viel, 30 oder 20 würden wohl auch reichen. Und wenn das mit den Freistempeln klappt, klappt es auch mit der fünfstelligen Anzahl lettischer Stempelabdrucke...
So, das waren jetzt ein paar Praxisbeispiele zur mittel- und unmittelbaren Nutzung von KI-Systemen für die Philatelie, die nichts mit "Ich lass mir mal ein paar Texte erfinden und wunder mich dann, dass die KI keine Ahnung von Farbreihen bei MiNr 392xyAI hat" zu tun haben. 1 Wochenende, 20 Euro, und Monate an Arbeitszeit gespart, die nun für die unmittelbare philatelistische Bearbeitung des Materials übrig bleibt. Schade, dass Bessie [#33] mehr gar nicht wissen wollte.
So, das waren jetzt ein paar Praxisbeispiele zur mittel- und unmittelbaren Nutzung von KI-Systemen für die Philatelie, die nichts mit "Ich lass mir mal ein paar Texte erfinden und wunder mich dann, dass die KI keine Ahnung von Farbreihen bei MiNr 392xyAI hat" zu tun haben. 1 Wochenende, 20 Euro, und Monate an Arbeitszeit gespart, die nun für die unmittelbare philatelistische Bearbeitung des Materials übrig bleibt. Schade, dass Bessie [#33] mehr gar nicht wissen wollte.
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Am: 09.08.2026 19:50:25
Gelesen: 1235
# 46
@ TeeKay [#44]
Nun könnte die KI das Programm noch so ergänzen, dass alles vom Bild , was z.B. auf jeder Seite 10 Pixel über den waagerechten Stempel hinausgeht, abgeschnitten wird.
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Am: 09.08.2026 19:55:14
Gelesen: 1228
# 47
@ Fridolino [#46]
53 Minuten reichten für die Idee, die Umsetzung der Idee mittels KI (ohne dass ich irgendeine Ahnung vom Programmieren hätten), Testlauf mit 2000 Bilddateien (allein der Export der 33 GB Bilddateien aus der Apple Foto App dauerte eine Weile), Auswahl einiger Beispiele mit besonders schwierigem Ausgangsmaterial und Schreiben des Beitrags [#45]. :)
Die KI fügte der Programmdatei mehr als 200 Zeilen neuen Code hinzu. Selbst ein Top-Programmierer würde dafür wohl Stunden brauchen.
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Am: 09.08.2026 22:47:09
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# 48
Seit gut zwei Jahren beschäftige ich mich mit KI und Philatelie. Ich selber entwickle philatelistische Software für den Eigengebrauch. In dieser Zeit sind die sogenannten LLMs spürbar besser geworden, und damit auch die Ergebnisse. Dabei hat jedes Modell seine eigenen Stärken (ChatGPT, Claude, Mistral, Gemini Copilot von Microsoft …), und auch die Formulierung der Frage(der Prompt) spielt eine große Rolle.
Wichtig ist mir folgender Punkt. Was schon ein erfahrener Sammler auf einem Beleg nicht sicher erkennt, wie etwa ein schwer lesbares Datum, kann auch eine KI nicht erkennen. Nur sagt sie das in der Regel nicht, sondern liefert die wahrscheinlichste Ausgabe und lässt sie sicher klingen. Genau hier beginnt das Halluzinieren des gewählten Modells. Dasselbe gilt für Portostufen. Ist die Wertziffer einer Marke teilweise vom Stempel verdeckt, wird die korrekte Portoermittlung auch für die KI schwierig. Und natürlich hängt viel von der Scan-Auflösung ab (300, 400 oder 500 dpi), die man übergibt.
Nehmen wir einmal folgende Ganzsache von 1946:
Die Ganzsache von 1946 (Nürnberg → Bamberg), gelaufen als Einschreiben und Durch Eilboten, frankiert mit einer Mischfrankatur aus AM-Post und Ziffernserie bis hin zu einer 1-RM-Marke. Auf dieser Karte sind mehrere Stempel teilweise über den Wertziffern der Marken, dazu kommen Kurrentschrift, ein verwischter Datumsstempel. Für einen erfahrenen Sammler ist das Porto auf der Ganzsache lesbar, das Datum im Stempel hingegen weniger. Für eine KI beginnt genau hier das sog. Halluzinieren oder Ergebnisse falsch abzuleiten. Verdeckte Ziffern werden „geraten" und am Ende steht ein plausibel klingendes, aber womöglich falsches Datum. Ohne saubere Lesung jeder einzelnen Ziffer und ohne ausreichende Scan-Auflösung ist eine zuverlässige Datumsermittlung weder für den Menschen noch für die KI möglich. Auch kann die KI nichts mit dem händisch vorab hinzugefügtem rotem "Kreuz" etwas anfangen wenn am es im Prompt nicht mitgibt.
Wenn verschieden Anwender den Beispiel Prompt in der nächsten Zeile zu der abgebildeten Ganzsache in eine LLM eingibt, erhält man unterschiedliche Antworten.
Beispiel-Prompt (Analysiere die Ganzsache nach philatelistischen Merkmalen. Gebe mir am Ende die Summe der dafür verwendeten Token aus und die dafür entstandenen Kosten aus.)
Warum können die Antworten unterschiedlich ausfallen?
Zum einen arbeiten die Modelle mit unterschiedlichen Trainingsdaten, Modellarchitekturen und Verfahren zur Bildinterpretation. Zum anderen beeinflusst der vorhandene Gesprächskontext das Ergebnis. Ein Modell berücksichtigt, worüber zuvor gesprochen wurde, welche Begriffe verwendet wurden und welche Art von Antwort offenbar erwartet wird. Dadurch kann die Antwort desselben Modells in unterschiedlichen Gesprächen ebenfalls variieren.
Es handelt sich dabei aber nicht um ein „Lernen“ des Modells im Sinne eines spontanen Nachtrainierens. Vielmehr wird die aktuelle Antwort an den vorhandenen Kontext angepasst.
Weiterhin muss man sagen: Wir leben in einer Welt, in der häufig erwartet wird, dass Informationen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Gerade bei spezialisierten Sammelgebieten trifft diese Erwartung jedoch auf Fachwissen, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde und häufig nur in Katalogen, Handbüchern oder spezialisierten Arbeitsgemeinschaften dokumentiert ist.
Auch bei KI gilt: Leistungsfähigere Modelle, größere Kontextfenster, bessere Bilderkennung und der Zugriff auf zusätzliche Werkzeuge verursachen Aufwand und Kosten. Kostenpflichtig bedeutet dabei nicht automatisch „richtig“, und kostenlos nicht automatisch „schlecht“ – aber Qualität, Rechenleistung und verfügbare Funktionen haben ihren Preis.
Oder etwas zugespitzt formuliert: “You get what you pay for. / Du bekommst das, wofür Du bezahlst”.

Das eigentliche Problem ist nicht, dass eine KI Fehler macht. Auch wir Menschen machen Fehler. Problematisch ist vielmehr, dass ein LLM eine falsche Interpretation häufig genauso überzeugend formuliert wie eine richtige. Für die philatelistische Nutzung ist deshalb nicht nur die Erkennungsleistung entscheidend, sondern vor allem der Umgang mit Unsicherheit und die Möglichkeit, Ergebnisse anhand verlässlicher Fachquellen zu überprüfen.
]Das Ergebnis mit ChatGPT oder Claude fällt unterschiedlich aus.
Ergebnis: ChatGpt
Mein philatelistisches Kurzurteil lautet:
Portogerechte Einschreib-Eilpostkarte Nürnberg–Bamberg aus dem Jahr 1946 auf einer aufgebrauchten 6-Pf-AM-POST-Ganzsache mit Zusatzfrankatur der ersten Kontrollrats-Ziffernausgabe. Gesamtfrankatur exakt 1,52 RM.
Die Portorechnung ist besonders überzeugend:
6 + 16 + 16 + 12 + 2 + 100 = 152 Pf
und postalisch:
12 Pf Postkarte + 60 Pf Einschreiben + 80 Pf Eilboten = 152 Pf.
Das macht den Beleg aus postalgeschichtlicher Sicht deutlich interessanter als eine gewöhnliche frankierte Nachkriegspostkarte.
Das Ergebnis mit Claude
Zunächst eine wichtige fachliche Richtigstellung, die im Sinne der Präzision genau hierher gehört:
Es ist keine Ganzsache. Eine Ganzsache hätte einen eingedruckten Wertstempel. Dieser Beleg trägt ausschließlich aufgeklebte Marken und ist eine private Vordruck-/Formularpostkarte mit gedrucktem Firmenkopf. Die Verwechslung Ganzsache ↔ private Vordruckkarte ist ein klassischer Bestimmungsfehler – genau die Art Detail, bei der man aufpassen muss.
Philatelistische Analyse
1. Belegart
Private Vordruck-Postkarte eines Gewerbebetriebs. Roter Firmenkopf „Versicherungs-Vermittlungsbüro Wilh. Im Raab, Nürnberg, Heinrichstraße". Blau gedruckt „Postkarte". Unten Druckvermerke „(8. 45) By" (Formulardruck August 1945, Bayern) und „Din A6". Handschriftlicher Zusatz „Reklame" oben.
2. Postalische Leistungen
Doppelte Zusatzleistung – der reizvolle Kern:
Einschreiben (roter Vermerk + R-Zettel „Nürnberg 12 / 058 a")
Durch Eilboten (schwarz-rotes Klebeschild unten rechts + roter Vermerk oben)
3. Frankatur (Mischfrankatur, Reichsmark-Zeit)
Wert Ausgabe Farbe
6 Pf AM-Post (Alliierte Militärpost, 1945) violett, „M"
2 × 16 Pf Kontrollratsausgabe „Ziffer" 1946 dunkelgrün
12 Pf Ziffernserie schiefergrau
2 Pf Ziffernserie schwarz
1 RM Ziffernserie oliv
Summe = 152 Pf = 1,52 RM. Bemerkenswert: Mischung AM-Post + Kontrollratsausgabe und Pfennig + Reichsmark auf einem Stück, dazu der 1-RM-Höchstwert. Exakte Michel-Nummern gebe ich bewusst nicht aus dem Gedächtnis an – bitte am Katalog abgleichen (Ziffernserie Mi. \~911 ff., AM-Post separat). Aus dem Kopf wäre jede Nummer geraten.
4. Entwertung
Mehrere Rundstempel, Datum nur teilweise lesbar („10.46"). Der Handschrifttext nennt „den 2.10.46" → Verwendung Anfang Oktober 1946. Aufgabe ausweislich R-Zettel in Nürnberg; ein weiterer, teilverwischter Stempel (oben, evtl. Bamberg = Ankunft) ist nicht sicher lesbar. Mehrere Stempel liegen über den Wertziffern – u. a. bei 16 Pf und 12 Pf.
5. Laufweg
Nürnberg → Bamberg (Herrn K. Ruppe, Kleberstr. 53), innerbayerisch / US-Zone, per Eilboten zugestellt.
6. Porto – mit Vorbehalt
Rechnerisch 1,52 RM gesichert. Aufteilung (zu verifizieren gegen Gebührentabelle 1946):
Fernpostkarte 6 Pf · Einschreiben 30 Pf · Eilzustellung (Rest, ggf. mit Landzustell-Zuschlag).
Die saubere Zerlegung setzt voraus, dass jede – auch die vom Stempel verdeckte – Wertziffer korrekt gelesen ist. Fehlt das, wird jede Portorechnung unsicher (Mensch wie KI).
7. Erhaltung / Besonderheiten
Roter Buntstift eines Vorbesitzers quer über den Beleg (Sammlerspur)
Kurrent-/Sütterlin-Text im Mitteilungsfeld
Alterston, Ecken leicht bestoßen – solider Bedarfserhalt
8. Sammlerische Einordnung
Attraktiver Bedarfsbeleg der Gemeinschaftsausgaben-Zeit mit AM-Post-Mischfrankatur und Doppelleistung (R + Eilboten). Solche Mehrfachleistungen sind gesuchter als einfache Frankaturen; 1-RM-Wert und Zusatzleistungen heben das Stück über Massenware.
Token- und Kostenabrechnung – ehrliche Antwort
Grobe Größenordnung (Schätzung, keine Messung):
Ausgabe dieser Analyse: ca. 1.400–1.800 Tokens
Eingabe (Bild in höherer Auflösung + Kontext): grob 2.500–4.500 Tokens, Bild allein je nach dpi \~1.200–1.800
Summe geschätzt: \~4.000–6.000 Tokens
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Das eigentliche Problem ist nicht, dass eine KI Fehler macht. Auch wir Menschen machen Fehler. Problematisch ist vielmehr, dass ein LLM eine falsche Interpretation häufig genauso überzeugend formuliert wie eine richtige. Für die philatelistische Nutzung ist deshalb nicht nur die Erkennungsleistung entscheidend, sondern vor allem der Umgang mit Unsicherheit und die Möglichkeit, Ergebnisse anhand verlässlicher Fachquellen zu überprüfen.
]Das Ergebnis mit ChatGPT oder Claude fällt unterschiedlich aus.
Ergebnis: ChatGpt
Mein philatelistisches Kurzurteil lautet:
Portogerechte Einschreib-Eilpostkarte Nürnberg–Bamberg aus dem Jahr 1946 auf einer aufgebrauchten 6-Pf-AM-POST-Ganzsache mit Zusatzfrankatur der ersten Kontrollrats-Ziffernausgabe. Gesamtfrankatur exakt 1,52 RM.
Die Portorechnung ist besonders überzeugend:
6 + 16 + 16 + 12 + 2 + 100 = 152 Pf
und postalisch:
12 Pf Postkarte + 60 Pf Einschreiben + 80 Pf Eilboten = 152 Pf.
Das macht den Beleg aus postalgeschichtlicher Sicht deutlich interessanter als eine gewöhnliche frankierte Nachkriegspostkarte.
Das Ergebnis mit Claude
Zunächst eine wichtige fachliche Richtigstellung, die im Sinne der Präzision genau hierher gehört:
Es ist keine Ganzsache. Eine Ganzsache hätte einen eingedruckten Wertstempel. Dieser Beleg trägt ausschließlich aufgeklebte Marken und ist eine private Vordruck-/Formularpostkarte mit gedrucktem Firmenkopf. Die Verwechslung Ganzsache ↔ private Vordruckkarte ist ein klassischer Bestimmungsfehler – genau die Art Detail, bei der man aufpassen muss.
Philatelistische Analyse
1. Belegart
Private Vordruck-Postkarte eines Gewerbebetriebs. Roter Firmenkopf „Versicherungs-Vermittlungsbüro Wilh. Im Raab, Nürnberg, Heinrichstraße". Blau gedruckt „Postkarte". Unten Druckvermerke „(8. 45) By" (Formulardruck August 1945, Bayern) und „Din A6". Handschriftlicher Zusatz „Reklame" oben.
2. Postalische Leistungen
Doppelte Zusatzleistung – der reizvolle Kern:
Einschreiben (roter Vermerk + R-Zettel „Nürnberg 12 / 058 a")
Durch Eilboten (schwarz-rotes Klebeschild unten rechts + roter Vermerk oben)
3. Frankatur (Mischfrankatur, Reichsmark-Zeit)
Wert Ausgabe Farbe
6 Pf AM-Post (Alliierte Militärpost, 1945) violett, „M"
2 × 16 Pf Kontrollratsausgabe „Ziffer" 1946 dunkelgrün
12 Pf Ziffernserie schiefergrau
2 Pf Ziffernserie schwarz
1 RM Ziffernserie oliv
Summe = 152 Pf = 1,52 RM. Bemerkenswert: Mischung AM-Post + Kontrollratsausgabe und Pfennig + Reichsmark auf einem Stück, dazu der 1-RM-Höchstwert. Exakte Michel-Nummern gebe ich bewusst nicht aus dem Gedächtnis an – bitte am Katalog abgleichen (Ziffernserie Mi. \~911 ff., AM-Post separat). Aus dem Kopf wäre jede Nummer geraten.
4. Entwertung
Mehrere Rundstempel, Datum nur teilweise lesbar („10.46"). Der Handschrifttext nennt „den 2.10.46" → Verwendung Anfang Oktober 1946. Aufgabe ausweislich R-Zettel in Nürnberg; ein weiterer, teilverwischter Stempel (oben, evtl. Bamberg = Ankunft) ist nicht sicher lesbar. Mehrere Stempel liegen über den Wertziffern – u. a. bei 16 Pf und 12 Pf.
5. Laufweg
Nürnberg → Bamberg (Herrn K. Ruppe, Kleberstr. 53), innerbayerisch / US-Zone, per Eilboten zugestellt.
6. Porto – mit Vorbehalt
Rechnerisch 1,52 RM gesichert. Aufteilung (zu verifizieren gegen Gebührentabelle 1946):
Fernpostkarte 6 Pf · Einschreiben 30 Pf · Eilzustellung (Rest, ggf. mit Landzustell-Zuschlag).
Die saubere Zerlegung setzt voraus, dass jede – auch die vom Stempel verdeckte – Wertziffer korrekt gelesen ist. Fehlt das, wird jede Portorechnung unsicher (Mensch wie KI).
7. Erhaltung / Besonderheiten
Roter Buntstift eines Vorbesitzers quer über den Beleg (Sammlerspur)
Kurrent-/Sütterlin-Text im Mitteilungsfeld
Alterston, Ecken leicht bestoßen – solider Bedarfserhalt
8. Sammlerische Einordnung
Attraktiver Bedarfsbeleg der Gemeinschaftsausgaben-Zeit mit AM-Post-Mischfrankatur und Doppelleistung (R + Eilboten). Solche Mehrfachleistungen sind gesuchter als einfache Frankaturen; 1-RM-Wert und Zusatzleistungen heben das Stück über Massenware.
Token- und Kostenabrechnung – ehrliche Antwort
Grobe Größenordnung (Schätzung, keine Messung):
Ausgabe dieser Analyse: ca. 1.400–1.800 Tokens
Eingabe (Bild in höherer Auflösung + Kontext): grob 2.500–4.500 Tokens, Bild allein je nach dpi \~1.200–1.800
Summe geschätzt: \~4.000–6.000 Tokens
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Am: 09.08.2026 23:23:41
Gelesen: 1150
# 49
@ limesrun [#48]
Kannst du bitte ein paar Beispiele für philatelistische Software für den Eigengebrauch beschreiben? Das sind ja die Praxisbeispiele, die wir hier aufführen wollen. Und ich hätte gern mehr KI-Verwendungen, die über bloße (mMn für Philatelie oft unsinnige) Texterstellung hinausgehen.
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Am: 10.08.2026 10:48:33
Gelesen: 978
# 50
Ich habe KI (Claude, Umsonstversion im Web) in letzter Zeit öfter mal zum Programmieren gebraucht.
Ich hatte zum Beispiel das Problem, dass ich etwa 300 Scans von DDR Marken hatte, welche ich als kleine Pop-Ups (Mauszeiger über Michelnummer) in ein Mediawiki einarbeiten wollte, wobei - und das war das Problem - die verhältnismäßige Größe zueinander gewahrt bleiben sollte.
Ich habe dann einen Satz Kopien der Scans gemacht und ein Powershell Skript erstellen lassen, welches die Bildgröße aller Scans ausliest und in den Dateinamen schreibt. Aus "DDR 1778.jpg" wurde also "DDR 1778 (703x821).jpg" und so weiter.
Ein zweites Powershell Skript hat dann auf Basis dieser Angaben im Dateinamen Mediawiki Formatierung in einem Achtel der Größe der Scans mit den Original-Dateinamen erzeugt, also im vorliegenden Fall etwa "[Datei:DDR 1778.jpg|87px]".
Im Prinzip also lediglich eine einfache Stapelverarbeitung, aber eben mit einer Problemstellung für die es keine Standardanwendung gibt.
Gruß Oliver
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Am: 10.08.2026 17:42:17
Gelesen: 860
# 51
@ ohei2 [#50]
Es freut mich zu lesen, dass noch mehr Menschen KI philatelistisch für die Erledigung von Fleißarbeit nutzen. :) Vereinheitlichung der Bildgröße steht bei meinen Freistempeln auch noch an. Gestern Abend hab ich noch ein Skript schreiben lassen, dass mir Originalscan und verarbeiteten Scan nebeneinander anzeigt, damit ich visuell prüfen kann, ob wichtige Teile vom Bild automatisch weggeschnitten wurden. Erspart das tausendfache Öffnen der Bilddateien.
Vermutlich wird diese Nutzung von KI das Hauptbetätigungsfeld für die Systeme werden, sobald die Investmentblase platzte und die Abos (oder wie bei dir sogar Gratisaccounts) nicht mehr hoch subventioniert werden. Dinge wie Sicherheit, Wartbarkeit und Skalierbarkeit des Codes spielen keine Rolle und man muss auch nicht hunderttausende Euro in Token verbrauchen, um diese Programme zu erstellen. Sie helfen aber dabei, dutzende, hunderte, vielleicht gar tausende Stunden monotoner Arbeit zu sparen. Und können danach gelöscht werden.
Ja, solche Programme konnte ein Programmierer auch schon vor der Existenz von LLMs erstellen. Aber eben auch nur die. Wer nicht programmieren kann, musste das früher alles per Hand erledigen.
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Am: 10.08.2026 18:25:05
Gelesen: 827
# 52
@ ohei2 [#50]
Die um die Qualität des Forums besorgten " Guten Geister" im Hintergrund haben mal wieder ohne Not zugeschlagen: In einem Mediawiki wird ein Bild tatsächlich mittels "[[Datei:DDR 1778.jpg|87px]]" eingebunden, und nicht mit "[Datei:DDR 1778.jpg|87px]", wie es nun lautet. Das würde nicht funktionieren.