Siebenbürgen
Maria Rehner hat die Karte am 11.8.44 als Einschreibesendung in Agnita, Kreis Tarnava-Mare (Einschreibestempel) aufgegeben. Das Porto betrug 32 Lei, die Marke zu 2 Lei ist eine Poststeuermarke (Zwangszuschlagsmarke). Die Karte wurde zuerst in Rumänien und dann ein zweites Mal in Wien zensiert. In Wien erhielt sie auch die blauen Streifen auf der Rückseite - damit wollte man evtl. vorhandene Geheimschriften erkennen. Diese farbigen Streifen kommen bei der Zensurstelle Wien relativ selten vor. Ich vermute, dass diese Karte untersucht wurde, weil sie als Einschreiben verschickt wurde.
In Dortmund erhielt die Karte am 30.8.44 einen Nachsendevermerk nach Bad Hofgastein, obwohl Tante Gisela gar nicht dort war. In Bad Hofgastein machten meine Großeltern und meine Urgroßmutter eine Badekur. Urgroßmutter war schon 80 Jahre alt. Sie war von den Alpen, die sie das erste Mal sah, ganz begeistert. Da Frau Rehner auf der Karte die Anschrift meiner Großeltern in Dortmund-Kirchhörde angegeben hatte, wurde die Karte mit der anderen Post nach Bad Hofgastein nachgeschickt.
Viele Grüße
Volkmar


Marschall Edward Rydz-Smigly (Smigly = der Schnelle) wurde am 11. März 1886 in Galizien (damals Österreich-Ungarn) geboren und starb am 2. Dezember 1941 in Warschau.
Wenn wir den Block genau betrachten, sehen wir oben rechts das polnische Wappen und links das rumänische Wappen, wie sie im Königreich und Fürstentum gepflegt wurden. Anlass war der Besuch des Königs von Rumänien, Carol II im September 1937 in Polen.
Ich frage mich, weshalb Polen in dieser Zeit der Weltkrisen einen Marschall und nicht den Präsidenten des Landes zu diesem Anlass (Königsbesuch) auf einem Gedenkblock abbildet. Zu jener Zeit war Ignacy Moscicki (1867 - 1946= Präsident von Polen. Tatsächlich gab es zu jener Zeit 2 Machtzentren in Polen, die sich das Schloss (Zamek - um den Präsidenten Moscicki) und die Obristen (um den Marschall Rydz) nannten.
Als 1939 Polen von den Truppen Hitlers überfallen wurde, versuchte er dem Angriff standzuhalten. Die Hoffnung bestand in einer Intervention der Alliierten. Im September 1939 standen dann sowjetische Truppen in Ostpolen und der Marschall (ebenso Moscicki) ersuchten Asyl in Rumänien. König Carol II. hatte ihm zuvor freies Geleit für die Ausreise nach Frankreich versprochen. Aus dem wurde aber nichts. Nun kommt der Übergang zum Thema Siebenbürgen. Nach seinem Aufenthalt in Czernowitz wurde Edward Rydz-Smigly u.a. in Siebenbürgen interniert.
In Siebenbürgen und später in Ungarn schmiedete er neue Pläne für die Befreiung Polens. Als einfacher Soldat verkleidet ( alias Adam Zawisza) gelang es ihm wieder nach Warschau zu gehen und sich dem Widerstand anzuschließen. Durch diese Degradierung wollte er sich der Kritik seines Landes an der Flucht stellen und dem Land weiter helfen. Er starb urplötzlich an einem Herzversagen.
Ich finde die Geschichte dieses Mannes ohne jegliche Bewertung sehr interessant. Nun will ich weiter forschen und hoffe, bald zu erfahren, wo genau in Siebenbürgen er sich aufhielt und was für Literatur darüber existiert.
Liebe Grüße
10Parale
Hier das Ergebnis:
Postkarte mit Sonderstempel aus Kolozsvar (ungarisch) = Klausenburg (deutsch) = Cluj-Napoca (rumänisch) vom 20.09.1940 nach Alsószeleste. Ölbő-Alsószeleste ist ein Bahnhof ganz im Westen Ungarns zwischen Szeleste und Ölbő.
Bis zum Ersten Weltkrieg gehörte Kolozsvar zu Kaiserreich Österreich-Ungarn. Nach dem Ersten Weltkrieg, am 4. Juni 1920, erfolgte durch den Friedensvertrag von Trianon die Angliederung Siebenbürgens an Rumänien. 1940 gelangte Nordsiebenbürgen mit Kolozsvar durch den Zweiten Wiener Schiedsspruch wieder an Ungarn. Mit der deutschen Besetzung Ungarns geriet Klausenburg von 1944 bis 1945 direkt unter deutsche Verwaltung. Heute ist Koloszsvar als Cluj-Napoca ist die zweitgrößte Stadt Rumäniens.
Briefmarke MiNr. 638 vom 05.09.1940: Sonderausgabe zur Eingliederung Nordsiebenbürgens.
Text auf der Marke: Kelet visszatér = Der Osten ist zurück
Sonderstempel und Tagesstempel mit Datum 40 IX 20. 20 = 20.09.1940 20 Uhr.
Text des Sonderstempels: Kolozsvar visszatért = Rückkehr von Kolozsvar, Abbildung: Früheres Wappen von Kolozsvar
Viele Grüße
Volkmar



