Thema:
Rumänien: Stempel bestimmen
Hallo zusammen,
könnte jemand der Text des angefügten Stempels übersetzen?

Wäre es richtig;
15. November - Tag der rumänischen Briefmarke ?
Mit Dank im Voraus
DiDi
@ Mondorff [#13]
Wäre es richtig; 15. November - Tag der rumänischen Briefmarke ?
Laut Google-Übersetzung sieht es sinngemäß danach aus, wobei "Briefmarke" auf rumänisch eher "timbru" bedeutet. Der Begriff "mărcii postale" wäre dann wortwörtlich eher mit "Postmarke" zu übersetzen.
Gruß
Pete
Besten Dank Pete. Und - ist dies ein Hand- oder ein Maschinenstempel?
Gruß
DiDi
Als Nachtrag zwei Zeilen auf rumänischen Marken zum Tag der Briefmarke in Rumänien.

@ Mondorff [#15]
Der Aufbau des Stempels (um 90° gedrehter Teil des Datums und Ortes) erinnert mich etwas an eine sowjetische Tischstempelmaschine (Maschinenstempel). Derartige Anlagen wurden im damaligen Ostblock (auch in der DDR) vertrieben.
Gruß
Pete
@ Mondorff [#15]
Hallo DiDi,
um beurteilen zu können, ob es sich, wie Pete vermutet, um eine Stempelmaschine sowjetischer Bauart handelt, wäre es hilfreich, den ganzen Beleg zu sehen. Ferner sind der Durchmesser des Stempelkopfes und die Länge des Werbeklischees von Bedeutung.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
@ Concordia CA [#70]
Hallo,
die Stempelmaschinen sowjetischer Bauart weisen in der Datumszeile keine (!) Punkte auf. Eventuell hat die rumänische Post umgerüstet. Aber der Stempelkopfdurchmesser ist natürlich von großer Bedeutung.
Gruß
Uwe
@ Concordia CA [#70]
@ Uwe Seif [#71]
@ Pete [#63]
Mit Dank für die Mitarbeit - hier ist der komplette Beleg - der Blanco-R-Zettel diente wohl nur zur Verzierung.

Ø des Stempelkopfs:
24 mm
Länge des Werbeklischées:
64 mm
Beste Grüße zum verregnetem Sonntag
DiDi
@ Mondorff [#72]
Hallo DiDi,
das Bild des ganzen Beleges und die Maßangaben sprechen dafür, dass es sich um einen Handstempel handelt.
Der Stempelkopfdurchmesser der sowjetischen Tischstempelmaschinen Typ „SchMN-2“ beträgt 26 mm, die Länge des Werbeklischees oder des Welleneinsatzes 43 mm.
Uwe Seif sprach bereits die Eingenart der Datumszeile im Stempelkopf an, der zudem, mit Ausnahme der in der DDR erfolgten Umbauten, links vom Einsatzstück platziert ist.
Weiterhin ist der Abstand zum oberen Briefrand zu groß für einen Maschinenstempelabdruck.

Zwei Beispiele aus Rumänien der Stempelmaschine Typ „SchMN-2“

Handwerbestempel aus Österreich, der im Aussehen einem Maschinenstempel ähnlich sieht.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
@ Concordia CA [#8]
Salue Jürgen,
in Wirklichkeit ist der obere Abstand sogar noch größer.
Ich werde den Stempel unter Handstempel in die Stempelbank einfügen.
Mit herzlichem Dank
DiDi
Hallo zusammen,
heute eine Frage an die Rumänienspezialisten.
Ich habe hier einen Einschreibestempel aus Brasov, Deutsch: Kronstadt.

Soweit alles klar bis auf den Zusatz unten
"GHISETUL 1"? Auch "Tante Gugel" fiel dazu nichts ein. :-(
Wer weiß dazu mehr?
Danke und viele Grüße,
Peter
@ filunski [#10]
Ghisetul = Schalter, Schreibtisch
In Brasov (Kronstadt) gab es wohl auf dem Postamt mehrere Schalter, einer war zuständig für die Abstempelung der Einschreibebriefe.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#11]
Hallo und herzlichen Dank für die Aufklärung!
Ist ja schon ein Armutszeugnis für den Übersetzer der "Tante Gugel", dass er dieses Wort nicht kennt! Oder ist das ein altertümlicher oder nicht mehr gebräuchlicher Fachausdruck für den Schalter?
Herzliche Grüße,
Peter
Stempel Bukarest
Hallo zusammen,
bilde hier einen aktuellen Stempel aus Bukarest ab.Google bietet mir als Übersetzung für "Birou de Schimb" Wechselstube an. Kann jemand zu diesem Stempel etwas Genaueres sagen?
Schon jetzt danke!
Franz-Karl
Stempel "BIROU DE SCHIMB BUCURESTI" sind schon lange im Gebrauch. Hier handelt es sich nicht um eine "Wechselstube" sondern um "Austauschbüro" (der Post im Internationalen Verkehr).
Google tut sein Bestes, es ist aber gut, wenn man ein Land ernstlich sammelt, sich auch mit der Sprache näher zu beschäftigen.
Alles Gute,
nor 42
Danke für die schnelle Antwort. Rumänien sammle ich überhaupt nicht. Dieser Stempel befindet sich auf einer Blindensendung aus Rumänien [1]
Beste Grüße
Franz-Karl
[1]
http://www.lindnerfk.de
Guten Tag,
Ist jemand da, der mir den Text dieses Sonder(?)-Stempels übersetzen könnte?

(Tag der rumänischen Post?)
Mit herzlichem Dank im Voraus
DiDi
@ Mondorff [#16]
Hallo Didi,
es gibt eine Briefmarke aus diesem Anlass. Vielleicht findest du die Übersetzung im Michel. Da wir im Moment unterwegs sind, kann ich selbst nicht nachschlagen.
Viele Grüße
Volkmar
@ Mondorff [#16]
Hallo,
15. November Tag der rumänischen Briefmarken
Gruß
Heinrich
@ Mondorff [#16] + [#23]
Bitte entschuldigt, dass ich diese Frage 2 x eingestellt habe.
DiDi
Hallo liebe Rumänien-Spezialisten,
ich habe eine Frage, die für euch vermutlich ganz einach zu beantworten ist.
Was bedeutet die Buchstabenkombination OF in den aktuellen rumänischen Tagesstempeln?

Und was könnte, im Gegensatz dazu, die Buchstabenkombination GH bedeuten?

Danke vorab und viele Grüße
Christoph
@ Christoph 1 [#20]
Ich vermute, dass die Abkürzung
OF für die Bezeichnung OFFICIUL POSTAL steht, also Postamt. Heute schreibt man es mit einem F = OFFICIU, unter dem Link [1] kann man Postämter in Rumänien suchen. Unter [2] beispielsweise zu sehen das Postamt Nr. 7 in Ploesti.
GH dürfte für GHISEU stehen, also Post-Schalter. (GH a = Schalter a).
Das ist nur eine Spekulation, ich lass mich auch gerne korrigieren.
Ich zeige im SCAN einen der ersten rumänischen Stempel , der das Jahr anzeigt. Es handelt sich um das Postamt des Prinzen höchstpersönlich, welches am 3/15. Oktober 1868 eröffnet wurde. "OFFICIUL POSTALE PRINCIPAR". Einen Beleg mit diesem Stempel hätte ich gern.
Liebe Grüße
10Parale

[1]
https://www.posta-romana.ro/gaseste-oficiu-postal.html
[2]
https://www.ghidul.ro/oficiulpostal7-ploiesti/contact
@ 10Parale [#21]
Lieber 10Parale,
vielen Dank, das klingt in meinen Ohren sehr plausibel.
Viele Grüße
Christoph
Freiburger Sammler werden um Hilfe gebeten
Werte Sammlerfreunde,
ein rumänischer Sammler hat mir die Abbildung der hier gezeigten Karte geschickt mit der Bitte herauszufinden, ob der dort aufgeschlagener Kreisstempel "8" ein Nachentwertungsstempel aus Freiburg ist.
Die Karte muss von Anfang 1924 stammen als JIMBOLIA (Hatzfeld) als Folge des Gebietstausches von Nov. 1923, von Jugoslawien zu Rumänien kam. Die Benützung des Kreisstempel "8" als Aushilfestempel in Jimbolia Anfang 1924 ist fraglich, aber nicht auszuschließen. Sollten in Freiburg keine Nachentwertungsstempel dieser Form benützt worden sein, dann ist es ein rumänischer Stempel. Wir bitten die Freiburger Sammler um Hilfe.
Danke,
nor 42
@ nor 42 [#23]
Ich gehe davon aus, dass es ein rumänischer Aushilfsstempel ist:
- Im Deutschen Reich gab es m.W. keine Entsprechung des Stempels, von daher würde ich ihn eher in Rumänien verorten
- Es wurde sowohl der Wertstempel der Ganzsache als auch die Marken sauber damit entwertet, das würde ich von einer nachträglichen Entwertung fast nicht erwarten - ich hätte hier eine handschriftliche Entwertung erwartet oder einen Stempel mit dem Text "Nachträglich entwertet"
- Mein alter SG-Katalog von 1941 verortet die 3 Lei-Marke in 1925, in der Beziehung erachte ich das aber als nicht relevant
Ich persönlich kann es nicht ausschliessen, dass der Stempel in Freiburg zur nachträglichen Entwertung eingesetzt wurde. Für mich spricht aber mehr dafür, dass es ein rumänischer Stempel ist. Leider ist kein Ankunftsstempel bzw. kein Ankunftsvermerk des Empfängers (Eingangsstempel) angebracht, der eine postalische Verwendung eindeutig belegt. Was sagt denn die ArGe Rumänien? Das ist zeitlich außerhalb der Klassik, aber vielleicht kennt sich ein Sammler mit der Periode aus.
Beste Grüße!
Lars
@ Lars Boettger (24)
Danke für Ihre schnelle Antwort. Ich habe auch für einen rumänischen provisorischen Stempel getippt. Der Gebietstausch erfolgte Anfang 1924, rumänische Marken und Postkarten waren in der Postdirektion Temeswar auch gleich vorrätig, mit der Beschaffung eines neuen Stempel, ging es wahrscheinlich schwieriger. Es bleibt den Hatzfelder und Temeswarer überlassen weiter zu forschen.
Mit freundlichem Gruß,
N. Blistyar
Rumänien: Wer kann das lesen und übersetzen?
Hallo zusammen,
ich benötige für eine Stempeleingabe den genauen Text.

Wer kann helfen?
Gruß Wolfgang
Guten Tag
Das heisst:
Timisoara 1 - Tribunal
Das "S" mit Sonderzeichen: ș statt s
Tribunal = Gericht.
Freundliche Grüsse
Heinz
@ wheilmann [#26]
Hallo Wolfgang,
ich lese "Timișoara 1 / Tribunal". Tribunal = Gericht (laut Google).
Es ist immer gut, wenn man den ganzen Beleg sieht. Vielleicht ist der Stempel auf einem Brief des Gerichtes aus Timișoara.
Timișoara = Temeswar (Deutsch) ist eine Stadt im Westen Rumäniens.
Viele Grüße
Volkmar
@ Heinz 7 [#27]
@ volkimal [#28]
Hallo Heinz,
Hallo Volkmar,
habe ich auch mir so gedacht, war mir aber nicht sicher, dass da TRIBUNAL steht.
Danke an Euch.
Könnt Ihr auch das lesen:

BUCURESTI 37 ist klar, aber was steht davor?
und kann mir jemand die Abkürzung "OF." in den rumänischen Stempeln erklären?
Gruß Wolfgang
@ wheilmann [#29]
Hallo Wolfgang,
ich denke es heißt Oficiul = Büro
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#30]
Hallo Volkmar,
und davon abgeleitet, bedeutet OF. dann auch Oficiul = Büro.
Ganz herzlichen Dank.
Gruß Wolfgang
Die Abkürzung "OF" mit oder ohne Punkt dahinter findet man in sehr vielen rumänischen Stempeln. Ich nehme an, dass man es in diesem Zusammenhang frei mit "Postamt" übersetzen kann.
Viele Grüße
Hans-Jürgen
Hallo!
Kann mir bitte jemand mit der Bestimmung des Stempels vielmehr mit dem Stempeltext helfen?
Sowjetische Tischstempelmaschine ist mir klar.
MURES (Stadt/Bezirk-das Internet hat mich auch nicht schlauer gemacht. Ich finde eine so ähnlich geschriebene Stadt und einen Fluss.
Die beiden Buchstaben oben: OP.? Bedeutung?
Vor MURES - TG?
Anschrift auf dem Brief:
Name
str. 7 nov Bloc D2 Ap7
TG MURES
Rumänien

Gruß
Carsten
TG MURES ist sicher die Stadt Târgu Mureş.
Siehe auch in der Wikipedia [1]!
OP heißt wahrscheinlich Oficiu Poştal, auf deutsch Postamt.
Viele Grüße
Hans-Jürgen
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A2rgu_Mure%C8%99
Korrektur zum in [#33] gezeigten Stempel:
Ich glaube nicht, dass es "OP", sondern dass es "OF." heißt, denn ein Punkt folgt nur nach dem zweiten Buchstaben und nicht schon nach dem ersten. Das wäre für "Oficiu Postal" inkonsequent. "OF" findet sich dagegen sehr oft in rumänischen Stempeln. Siehe Beispiele! Wahrscheinlich heißt das nur Oficiu. Das "Post" bei Postamt spart man sich vielleicht, da das ja mit dem Beleg offensichtlich ist.


Nochmals viele Grüße
Hans-Jürgen
Hallo Hans-Jürgen!
Vielen Dank für Deine Hinweise. Jetzt bekommt die Sache eine Richtung.
Viele Grüße
Carsten
In einem Album fand ich diesen berühmten rumänischen Satz über die General-(Jubiläums)Ausstellung 1906 in Bukarest. Alle Marken sind mit einem bläulichen Sonderstempel "Expozitia generala Bucuresti" vom 29. Oktober 1906 entwertet, das wäre also ein Ersttagsstempel.
Nun habe ich 3 Bücher zur Analyse zugezogen und erfahre beispielsweise aus dem Michel Katalog, dass es von diesem Satz sogenannte "Ausstellungs-Dienstmarken" gibt, die lediglich mit einem Aufdruck
S E versehen wurden (Rumänien Dienstmarken I - XI)
Diese Marken haben jedoch "nicht" diesen Aufdruck, es ist der gewöhnliche Satz mit einer Auflage von 15.000 Stück. Jetzt mach ich mir natürlich Gedanken. Die Frage ist, ob auch der gewöhnliche Satz mit dem Sonderstempel oder nur die Dienstmarken mit dem Sonderstempel versehen wurden (es gibt auch die Daten 30. und 31. Oktober). Da die Auflage des sehr teuren Dienstmarkensatzes mit dem Aufdruck S E nur 1.200 Exemplare betrug, gehe ich davon aus, dass die Stempel echt sind und eine Verwendung in Frage kam.
FDC-Bewertungen der frühen Marken Rumäniens findet man leider in keinem mir bekannten Katalog.
Liebe Grüße
10Parale
Liebe Rumäniensammler,
wer kann mir beim Entziffern des Ortsnamens im folgenden Stempel helfen

Ich lese VADU R(P?)AS??
Bei der Google-Suche werden zwar einige Orte in Rumänien, die mit VADU beginnen, angeboten, aber für den zweiten Teil ist nichts passendes dabei.
Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
Liebe Grüße
Stephan
Das ist der Stempel von VADU-RASCU in Bessarabien [1] [2], heute Vadul-Raşcov, Moldova.
[1]
https://www.jewishgen.org/bessarabia/GEO_town.asp?id=96
[2]
https://goo.gl/maps/q2YZvwN4V1X2A8ZC6
@ buzones [#39]
Vielen Dank für die rasche und lehrreiche Antwort. Da wäre ich nie drauf gekommen.
Deshalb möchte ich gleich die gelegenheit beim Schopf ergreifen und noch einen Stempel nachschieben

ODOBESTI im oberen Teil ist deutlich zu erkennen, aber der untere Teil ist wieder äusserst lückenhaft
J(?)UD?????A
Reicht das aus, um den unteren Teil des Stempels zu ergänzen? Und wenn ja, was bedeutet das Wort?
Der Stempel ist übrigens auf dem gleichen Briefstück abgeschlagen wie der Stempel von VADU RASCU
Schon jetzt vielen Dank für die Hilfe
Stephan
@ StephanN [#40]
Hallo Stephan,
ich tippe Jud. Vrancea, was soviel heisst wie (Land) Kreis, Judet heisst Kreis.
Schönen Gruß
Sepp
Das Städtchen heißt
Odobești und gehört heute zum
Județul Vrancea, einem rumänischer Kreis (rumänisch
Județ – daher die Abkürzung JUD. im Stempel) in der Region Moldau mit der Kreishauptstadt Focșani.
Hier der Eintag bei Wikipedia [1].
Die Angabe des Județul/Kreises in deinem Stempel kann ich auch nicht entziffern – Vrancea scheint es nicht zu sein. Wahrscheinlich hat sich seit 1929 hinsichtlich der Kreiszugehörigkeit etwas geändert.
Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Odobe%C8%99ti
@ StephanN [#40]
@ buzones [#42]
Es dürfte sich um den Kreis Putna handeln. Die untere Inschrift dann JUD.PUTNA [1].
Gruß,
Koban
[1]
https://en.wikipedia.org/wiki/Putna_County
Gut recherchiert - Koban! Dankeschön! :-)
Seit 1930 also icht mehr Jud. Putna sondern Jud. Vrancea.
«In 1930, Putna County was administratively divided into three districts (plăși):[1]
Plasa Mărășești, with 36 villages
Plasa Trotuș, with 46 villages
Plasa Vrancea, with 48 villages»
Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
[Die Redaktion lässt DeepL arbeiten:
"Im Jahr 1930 wurde der Kreis Putna verwaltungstechnisch in drei Bezirke (plăși) aufgeteilt:[1]
Plasa Mărășești, mit 36 Dörfern
Plasa Trotuș, mit 46 Dörfern
Plasa Vrancea, mit 48 Dörfern"]
@ koban [#43]
@ buzones [#42]
@ briefuhu [#41]
Vielen Dank für eure Unterstützung beim Entziffern und Deuten der Stempeltexte und für das Bereitstellen der entsprechenden Quellen.
Mich fasziniert immer wieder wie die Poststempel Änderungen in der regionalen und nationalen Zugehörigkeit dokumentieren.
Jetzt wäre es schön, wenn jemand einen Stempel von Odobesti aus der Zeit von 1930 oder kurz danach zeigen könnte, wo die neue Kreiszugehörigkeit (JUD.VRANCEA) dokumentiert ist.
Ich wünsche Allen einen schönen Abend
Stephan
Hallo,
mir ist es leider nicht möglich den Stempelort heraus zu finden. Ich habe alles versucht, aber umsonst.
Kann jemand den blauen Stempel bestimmen? Ich habe das Bild bearbeitet. Für eine Antwort oder Lösung wäre ich Dankbar.
Grüße
Andreas
@ zonen-andy [#46]
Meiner Meinung nach handelt es sich um den Stempel GARA FAUREI (Bahnhof = Gara) [1], notiert bei Kiriac Dragomir "Stampilografie Postala! auf Seite 204 - Typ PG 10." Ein Doppelkreisstempel mit waagrechter Datumsangabe 28/18 mm Durchmesser.
Die junge Ortschaft Faurei (Kreis Braila) verdankt ihrer Existenz der Eisenbahn, so dass der Stempel sicher ein wunderschönes Dokument darstellt (Spätverwendung).
Liebe Grüße
10Parale
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C4%83urei
@ 10Parale [#47]
Hallo 10Parale,
vielen Dank für die superschnelle Antwort. Da merkt man den absoluten Profi.
viele Grüße
Andreas

Guten Abend,
ich bin heute auf diesen Stempel gestoßen. Vielleicht kann einer der Fachleute etwas dazu sagen? Die wörtliche Übersetzung hilft mir nicht weiter. Vom Ort her, vermute ich Bukarest, aber die Bedeutung der unteren Zeile erschließt sich mir nicht.
Danke und Gruß Mimo
@ Mimo [#49]
Lieber Mimo,
ja, gut durchdacht. Es ist wirklich Bukarest, rumänische Schreibweise: Bucuresti.
Gruß,
Attila
@ Mimo [#49]
@ Attila
Bei Kiriac Dragomir kann man den Stempel vom Typ B5 (besonderer Poststempel) auf Seite 146 Abbildung 769 bestaunen (Stampilografie Postala). Der zweite Teil der Schreibweise auf rumänisch bedeutet soviel wie "Briefversand". Es folgt ein Stempel, dann 8 Querstriche einer bestimmten Länge und dann der nächste Stempel, was auf maschinelle Handhabung hinweist. Neben der Jahreszahl findet sich noch eine weitere Zahl und ein Buchstabe.
Dieser Stempel findet sich sehr häufig, dein Abschlag verbirgt noch zwei Querlinien über und unter dem Datum.
Liebe Grüße
10Parale
Hallo Kollegen und Kolleginnen,
ich brüte mal wieder über einem alten Brief. Er scheint mir in griechischer Handschrift geschrieben zu sein, aber die Adresse wurde doch kyrillisch erfasst.
1863 scheint klar zu sein, und als Destination lese ich Bukarest, aber der Abgangsort macht mir Kopfzerbrechen. Der Brief trägt wohl auch einen russischen Stempel (?)
Adressfeld

Vermerk auf Briefbogen

Brieftext

Stempel

Der Stempel ist leider kaum lesbar.
Kann jemand weiterhelfen?
Danke!
Heinz
@ Heinz 7 [#52]
Ich bin in kurzer Zeit erfreulich weit gekommen.
Der Brief wurde geschrieben in Ismail, das steht nun fest. Ein gut belesener Pfarrer konnte im Brieftext (griechisch!) die erste Zeile entziffern:
Ισμαηλιον = Ismailion und das Datum 10. November 1863
Toll ist, dass in der fünfzeiligen Randnotiz der Abgangsort auch nochmals notiert wurde (kyrillisch!) Wir lesen
"Ismaelio", und vermutlich die Portoberechnung 12+18 = 30. Diese 30 (Parale?) wurden auf der Adress-Seite dann auch vermerkt (Gebühr zu bezahlen)
Einzig der Stempel bereitet noch Kopfzerbrechen. Zwar passt das Datum sehr gut: 12. November
Ноябрь = November
Jedoch sind die Buchstaben-Stummel kaum zu lesen. Nur ein klareres Vergleichsstück könnte hier wohl weiterhelfen.
Ich freue mich über Eure Kommentare/Hinweise/Lösungsvorschläge!
Ich denke aber, dass der Stempel ein RUSSISCHER Stempel ist, nicht ein rumänischer! Die Kenner wissen, dass Russland ungefähr solche Stempel im 19. Jahrhundert einsetzten. Die rumänische Post setzte andere Stempel ein.
Ismail lag 1863 im Staatsgebiet von Rumänien, ebenso wie Bukarest. Also hätten wir wohl einen rumänischen Stempel erwartet. Warum aber ein mutmasslich russischer Stempel verwendet wurde, kann unterschiedlich kommentiert werden. Ich bin gespannt auf Eure Variante(n).
Danke!
Heinz
@ forum,
da es in Rumänien keinen Ort namens DUCA gibt, ist dieser Stempel für mich ein totales Rätsel. Der Stempel lautet I.G.DUCA. Tatsächlich gab es einen rumänischen Politiker mit diesem Namen, doch das ist abwegig.
Der Brief wurde in BRASOV 1946 als Einschreiben aufgegeben. Kann jemand was zu dem Stempel sagen?
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#54]
Hallo 10Parale,
du schreibst "Tatsächlich gab es einen rumänischen Politiker mit diesem Namen, doch das ist abwegig." So abwegig finde ich das gar nicht. Es gibt z.B. mehrere Plätze mit seinem Namen. Wenn sich dann an einem der Plätze ein Postamt befand, so kann es auch diesen Namen bekommen haben.
Im Prinzip müsste man deshalb eine Liste der Postämter aus der Zeit haben und überprüfen ob es ein Postamt "I.G.Duca" gab.
Viele Grüße
Volkmar
@ 10 Parale
Calin Marinescu dokumentiert in seinem Buch "Oficiile, Agentiile si Garile Postale Romane 1850 - 1950" mehrere Ortschaften / Postämter mit dem Namen "I. G. Duca". Diese liegen - soweit für mich erkennbar - alle in Bessarabien (der heutigen - geographisch nicht ganz identischen - Republik Moldau). Wie volkimal bereits vermutet, geht der Namen auf den Politiker Ion Gheorghe Duca (
https://de.wikipedia.org/wiki/Ion_Duca) zurück. Dieser hat in der Zwischenkriegszeit in mehrerern Funktionen (u.a. Ministerpräsident) der Regierung Rumäniens angehört, bis er 1933 in Sinaia ermordert wurde. Die Namensgebung / Umbenennung der Ortschaften in "I.G. Duca" erfolgte vermutlich aufgrund seines Wirkens bei der Vereinigung Bessarabiens mit Rumänien. Nach der sowjetischen Besetzung Bessarabiens im Sommer 1940 wurden die Ortschaften vermutlich erneut umbennant / rückbenannt. In welcher dieser Ortschaften der Einschreibe-Brief aufgegeben wurde, ist schwer nachvollziehbar.
Nicht nachvollziehen kann ich die Aussage "Der Brief wurde in BRASOV 1946 als Einschreiben aufgegeben. Kann jemand was zu dem Stempel sagen?"
Besten Gruß,
Zinnenstadt
@ Zinnenstadt [#56]
@ Volkimal (#55)
Vielen Dank, die Erläuterungen erscheinen mir als einleuchtend. Ich habe das von Zinnenstadt genannte Buch von Marinescu vorrätig und werde es in Kürze studieren. Auf den Gedanken, dort nach Stempeln zu suchen, bin ich noch nicht gekommen.
Nicht nachvollziehen kann ich die Aussage "Der Brief wurde in BRASOV 1946 als Einschreiben aufgegeben. Kann jemand was zu dem Stempel sagen?"
Um es besser nachzuvollziehen, zeige ich Vorder- und Rückseite des Einschreibens in die USA (Astoria ist ein Stadtteil von New York). Absender hat einen jüdischen Vornamen und ist in BRASOV ansässig. Deshalb auch meine Verwirrung über den Stempel.
Ich melde mich, sobald ich den Ort genau definieren kann.
Liebe Grüße
10Parale
Heute tüftele ich an einem 2-Kreis-Stempel auf einer Ganzsache zu 5 Bani, von dem ich nur das Wort "PUTNA" und das Datum (3 senkrechte Reihen) 15. AUG 99 lesen kann. Die Farbe ist violettblau.
Vielleicht gibt die Rückseite Aufschluss, denke ich mir, denn dort lese ich als Orts- und Datumsangabe "Adjud, den 15/8/99". Den Stempel habe ich in der Fachliteratur auch nicht gefunden.
In Adjud gab es schon lange eine Bahnlinie. Vielleicht ist es ein Bahnpost-Stempel. Von Putna bis Adjud sind es ca. 270 Kilometer. Das würde die Dauer der Zustellung von einem Tag erklären.
Interessant sicher auch der Stempel von BUCURESCI, der beinahe aussieht wie ein CURSA 0. Wahrscheinlich heißt es CURSA II. Auch das Posthörnchen für die Zustellung innerhalb von Bukarest ist nicht zu entziffern. Ein Beleg voller Rätsel, aber interessant.
Wenn ich mir nicht selbst helfen kann, wer dann?
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#58]
Hallo 10Parale,
bei Delcampe findest Du diesen Brief aus Marasest / Jud Puna [1]:

Wenn ich mir den Schriftzug "Bucuresci" ansehe, kann es durchaus dieselbe Handschrift sein.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/rumaenien/1881-1918-carol-i/briefe-u-dokumente/envelope-romania-marasesti-jud-putna-13-feb-1900-to-bucuresci-stamp-carol-i-15-bani-black-wz-pr-2081868141.html
Rumänien Block 41 - Stempelhilfe gesucht
Hallo zusammen,
ich lese hier schon seit nun fast einem Jahr immer mal wieder mit und habe eure vielen tollen Beiträge schon oft Antworten auf meine philatelistischen Fragen gefunden – großes Kompliment an diese hilfsbereite Community!
Nun zu meiner Angelegenheit:
Es geht um einen Stempel auf dem rumänischen Block 41, der das Thema „100 Jahre rumänische Briefmarken“ feiert. Der Stempel zeigt einen Ochsenkopf mit Posthorn darunter, und im Außenrand sind passend die Jahreszahlen 1858–1958 zu sehen. Zusätzlich steht im Stempel „Postale Romanesti“ – was ja für mich nach einer offiziellen Herkunft aussieht. Leider ist der Textteil davor ziemlich schwer zu entziffern, deshalb bin ich mir auch hier nicht sicher, ob es sich um einen offiziellen Sonderstempel handelt – oder vielleicht doch um etwas anderes.
Hinzu kommt noch, dass unter dem Stempel "Nov 30" zu finden ist, zu diesem Zusatz konnte ich bisher auch nichts weiter finden.
Hat jemand diesen Stempel schon mal gesehen oder weiß Näheres dazu? Über jede Info oder Einschätzung würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße
@ Stempelstürmer [#60]
...ob es sich um einen offiziellen Stempel handelt, wage ich nicht zu behaupten. Jedoch kann ich behilflich sein, den Text zu entziffern, der vom Markenbild überlagert wird.
Am 15. November 1958 erschien ein Markensatz und 2 Blöcke in roter und blauer Farbe zum 100-jährigen Jubiläum der rumänischen Briefmarken. Die erste Marke war bekanntlich die 27 Parale, auch als Ochsenkopf bekannt (Michel Nr. 1750 - 1757 jeweils gezähnt oder geschnitten und Blöcke 40/41).
Ich musste meine Frau zu Rate ziehen, die aus Rumänien stammt und wir sind auf folgendes Ergebnis über den Text gekommen: CENTENARUL MARCII POSTALE ROMANESTI müsste der Text lauten, also das, was in jener Zeit gefeiert wurde, das 100-Jährige (CENTENARUL) Jubiläum der rumänischen Postmarken - die beiden ii am Ende des Wortes Marcii deuten auf den grammatischen Fall hin).
Der Stempelzusatz NOV 30 sieht mir aus wie ein verstellbarer Stempelzusatz, vielleicht war der Stempel ein paar Tage in Gebrauch. Darüber kann ich aber nur spekulieren. Vielleicht tauchen weitere Objekte dieser Art auf, wäre interessant zu wissen.
Vielen Dank für das Zeigen dieses schönen Objektes.
10Parale
Mitglied ARGE Rumänien
@ Stempelstürmer [#60]
Hallo,
Ich habe den Stempel bei Delcampe.net mehrfach gesehen. Fast immer in Kombination mit einem Zeilenstempel aus Mogosoaia z.B. [1]. Ob euch das weiterhilft und ob der Stempel offiziell oder privat ist weiß ich nicht.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/rumaenien/ganzsachen/romanian-stamp-s-centenary-bull-s-head-sent-by-post-coach-cover-stationery-entier-postal-1958-romania-1841421348.html
@ 10Parale [#61]
Danke dir (und deiner Frau !) fürs Entziffern des Textes. Das passt inhaltlich natürlich perfekt zum Jubiläum. Auch der Hinweis dass es sich bei Nov 30 um ein verstellbaren Stempelzusatz handelt erscheint mir plausibel.
@ volkimal [#62]
Danke auch dir für den Hinweis auf die Funde bei Delcampe – das spricht ja immerhin für eine gewisse Verbreitung. Da es auf dem gezeigtem Exemplar den Stempelzusatz Nov 26 zeigt untermauert es die Vermutung von 10Parale.
Ihr habt mir beide sehr geholfen!
Viele Grüße
Andi
@ Stempelstürmer [#63]
Gerne.
Heute habe ich selbst eine schwere Nuss zu knacken.
Kiriac Dragomir´s Werk STAMPILOGRAFIE POSTALA (Romania 1822 - 1910) führt auf Seite 174 einige Stempel auf mit dem Titel: STAMPILE RURALE COMUNALE (RC).
Auf Seite 180 zeigt er einen Doppel-Kreis-Stempel fig.1054 mit der Inschrift JUD. JASSY * COMMUN. TOMESCI. Einen weiteren Stempel aus dem JUDETUL (LANDKREIS) JASSY zeigt er nicht auf. Um so mehr erstaunt es mich, nun einen Stempel gefunden zu haben, der einen weiteren ca. 60 km entfernten Ort von JASSY bezeichnet. COMM. COTNARII.
Die Briefhülle ist eine schwere Nuss. Es handelt sich um einen Brief einer kirchlichen Behörde in Cotnarii, der am 11.6. nach Jassy lief (rückseitiger AK-Stempel). Zeitlich müssen wir den Brief in die Jahre um die 1872 bis ca. 1890 einordnen, rückseitig erkenne ich 1873. Nun wurde das DATUM auf dem STEMPEL, welcher eine 30 aufzeigt, handschriftlich eingetragen auf 11/6.
Daneben ist ein weiterer Stempel, leider nur sehr schlecht lesbar, abgeschlagen, auf jeden Fall ein AGRAFFENSTEMPEL eines längeren Namens, der auf IU oder TU endet. Solch einen Stempel konnte ich bei den AGRAFFENSTEMPEL nicht eruieren (es handelt sich auf jeden Fall nicht um GIURGIU, BECHETU scheidet auf Grund der Entfernung aus). Auf jeden Fall wurde der Stempel am selben Tag 11/6 mangels Datum im Kreis wiederum handschriftlich eingetragen.
Vielleicht kann jemand beim AGRAFFENSTEMPEL behilflich sein, ich habe einen Verdacht, möchte aber niemanden auf eine falsche Spur führen.
Liebe Grüße
10Parale


@ 10Parale [#64]
von den AGRAFFENSTEMPEL listet Kiriac Dragomir in seinem o.g. Werk ca. 64 Stück auf. Ich bin sie heute morgen noch mal alle durchgegangen:
frühe, einfache Agraffen (A62) - fig. 366 - 370
reich verzierte Agraffen (A65) - fig. 371 - 373; fig. 374 - 397
späten Agraffen (A68 ff.) insgesamt 8 Stück - fig. 422 - 429
Ich habe mir noch einmal den Postweg bei Google Maps angeschaut. Natürlich hätte ich auch eine rumänische Landkarte auspacken können, aber bleiben wir in der digitalen Welt. Cotnari ist bekannt als Weinanbaugebiet und in jedem guten Weingeschäft finden sich diese Weine aus dem alten Fürstentum Moldau, ca. 60 km entfernt von JASSY. Der Brief benötigte (siehe AK rückseitig) einen Tag zur Beförderung und hat 3 Stempel. Der Landpoststempel und der beigesetzte Agraffenstempel zeigen meiner Ansicht nach Handschrift einer Person, die ein Datum eingetragen hat, 11/6. Wurden die beiden Abgangsstempel am selben Ort oder an 2 verschiedenen Orten abgeschlagen, so dass der zweite Stempel eine Art Transitstempel darstellt?
Auf Grund der wenigen Informationen über den Absender ist es aber sicher, dass der Brief in Cotnari verfasst wurde. Die heutige Straße führt über einen Ort, der 4 Kilometer von Cotnari entfernt ist und dort macht die Straße einen starken Knick. War das vor über 140 Jahren ebenso? Der Ort heißt BAHLUIU und ist einer von 11 Teilorten der Gemeinde Cotnarii. Sicherlich kein bedeutender Ort, aber vielleicht postgeschichtlich von Bedeutung. Ich weiß, dass ich auf Glatteis laufe, kann den Agraffenstempel aber nur so erklären, dass er von BAHLUIU stammt. Der Landpostsstempel war vielleicht in jeder der 11 Teilgemeinden von COTNARI vorhanden, vielleicht aber auch nur in BAHLUIU. Auf jeden Fall, - das ist meine einzige schlüssige Erklärung für diesen Stempel -, wurde er bei Abgang des Briefes abgeschlagen. Es handelt sich um einen 2-Kreis-Stempel mit einer reich verzierten Agraffe.
Hier ein etwas farblich veränderter Stempel. Ich werde versuchen, den Stempel mit meine IPHONE zu fotografieren, um mit den dortigen Filtern die Buchstaben herauszuätzen.
10Parale
Hilfe bei Poststempelentschlüsselung
Hallo zusammen,
ich wollte fragen, ob mir jemand bei der Entschlüsselung eines Poststempels aus Rumänien aus dem Jahr 2001 helfen kann?
Folgende Sachen habe ich herausgefunden:
Die 2400 steht für die Postleitzahl aus Sibiu/ Hermannstadt vor der Postleitzahlen- Umstellung 2003. Ein Bild habe ich angehängt.

Falls mir jemand helfen kann, wäre ich super dankbar!
Viele Grüße, Chris
Hallo Chris,
kannst Du eventuell den ganzen Beleg (Vorder- und Rückseite) zeigen? So tue ich mich sehr schwer, ob es anders gelingt, kann ich allerdings auch nicht ganrantieren.
Beste Grüße Olaf
Hallo Olaf,
danke für deine schnelle Antwort! Ich kann noch die Briefmarke mit einem zweiten Stempel anhängen, den man aber leider nicht erkennen kann.
Auf der Rückseite des Briefes steht nur der Vorname des Absenders.
Ich aktualisiere gerne, wenn ich zu Hause bin.
Liebe Grüße
@ 03Chris257 [#68]
Hallo Chris,
JEDE Information ist wichtig, Vor- und Rückseite des Belegs und eventueller Inhalte.
Schöne Grüsse, Richard
So, ich habe es noch mal probiert, und den anderen Stempel mit Briefmarke abgebildet.
@ 03Chris257 [#70]
Den Stempelinhalt kann ich nicht entziffern, aber ich kann Dir verraten, dass er von einer Sowjetischen Tischstempelmaschine stammt, wie sie in vielen osteuropäischen Ländern im Einsatz war. Zum Vergleich kann ich Dir einen sauberen Stempelabdruck aus Rumänien zeigen. Eingesetzt wurde die Maschine in 1900 Timisora am 28.07.89.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
@ 03Chris257 [#70]
Hallo Chris,
das ist der Abdruck eines Maschinenstempels, einer Sowjetischen Tischstempelmaschine SchMN-2 (oder neueres Modell).
Oben steht OF 2400 (OF = Oficiul = Büro/Postamt), unten unleserlich, wenn man von der 2400 als Postleitzahl ausgeht wird es sich wohl um Sibiu handeln.
Gut, dass du jetzt alles noch Vorhandene dazu gezeigt hast! ;-)
Viele Grüße,
Peter
Nachtrag: hat sich jetzt mit Jürgens Beitrag [#71] überschnitten. ;-)
Super, vielen Dank an euch!
Kann man noch herausfinden, welches Postamt es war? Oder sind die Daten dafür zu unvollständig?
Viele Grüße und einen schönen Abend!
Guten Tag
Ich wurde ermuntert, eine Frage auch in diesem Thema zu stellen (vielen Dank!). Ich suche Informationen zu folgendem Stempel

Ovalstempel: 1 A DIST 2x (Das x ist nicht klar lesbar, möglicherweise heisst das: 26? oder: 2G? oder:20?)
Der Stempel wurde 1873 angebracht auf der Rückseite eines Briefes von Sulina (damals: Osmanisches Reich/heute: Rumänien) nach Messina (Sizilien)

Der Brief wurde von der österreichischen Post in der Levante befördert und durchquerte rumänisches Staatsgebiet. Am 18.7.1873 wurde der Brief sehr klar gestempelt und nahm den Weg nach Westen. Wir kennen den Postweg leider nicht, aber der rückseitig angebrachte Durchgangsstempel "JTZKANY 20 / - / -" (- meint: unleserlich) zeigt, dass der Brief durch Rumänien befördert wurde und bei der Grenzstadt Suceava in die Bukowina überführt wurde. Ob er sodann nach Wien gebracht wurde, weiss ich nicht (leider fehlt ein solcher Durchgangsstempel). Nach Messina (auf Sizilien) war die Reise jedenfalls noch lange. Ich habe anbei eine Karte gezeigt "Google maps", darauf wird der direkteste Weg (zu Fuss!) mit 2295 Kilometer angegeben. Via Wien wären es natürlich sehr viele Kilometer mehr. Trotzdem kam der Brief schon am 25. Juli in Messina an (25 LUG = Luglio = Juli).
Auf der Briefrückseite finden sich drei Stempel:

Wer kann Angaben zu dem ovalen Stempel machen? Vielen Dank für eine allfällige Hilfe!
Heinz
@ Heinz 7 [#74]
Hallo Heinz,
der Stempel kommt auf jeden Fall aus Messina. Bei Delcampe habe ich ihn dreimal auf Briefen gesehen, die aus verschiedenen Orten nach Messina geschickt wurden. Der Beste ist auf [1] zu sehen. Welcher Art der Stempel ist - Ausgabestempel, Briefträgerstempel o.a. weiß ich nicht.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/italien-1861-78-victor-emmanuel-ii/poststempel/lettre-italie-21-9-77-20c-kaysea-kressner-palermo-pour-messina-2084936997.html
@ volkimal [#75]
Grossartig, Volkmar, das sieht gut aus! Vielen Dank!
Leider hilft mir das aber nicht weiter für die Bestimmung des Postweges des Briefes. Auf welchem Weg der Brief von Sulina nach Messina gelangte, ist mir unklar. Nur Jtzkany ist als Durchgangsstation belegt.
Freundliche Grüsse
Heinz
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier um eine Stempelfälschung handelt. Wir kennen ja aus Rumänien zahlreiche Fälschungen auf dem Segment der klassischen Marken, aber ob es nun auch Stempelfälschungen gibt?
Dieser vom Verkäufer als "rar" bezeichnete Stempel wird bei Dragomir Kiriac "so" nicht gelistet. Auf Seite 154 - 156 sind zwar einige Stempel in ähnlicher Form gelistet, aber einen Stempel mit nur dem Text im oberen Kreissegment konnte ich nicht entdecken. Herr Heimbüchler hätte diesen Stempel eventuell als "Mache" bezeichnet. Oder ist des doch ein rarer Stempel und weshalb war die Karte dann mit 4,-- Euro relativ günstig zu haben?
Es gibt einen ähnlichen Stempel
fig. 814 (Seite 155 - Stampilografie postala 1822 - 1910).
Möglicherweise wurde der Stempel nach 1910 "vereinfacht", indem man "Independance Roumanie" (was normal im unteren Kreissegment steht) einfach wegließ. Die Ansichtskarte (rückseitig Stefanskirche Wien) wurde am 13. (31.?) Oktober 1912 auf den Weg nach Paris gebracht. Die Marke zu 10 Bani ist echt und das Porto stimmt.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#77]
Guten Tag
Ich weiss nicht, ob du dir da nicht zu viele Sorgen machst?
Dragomir behandelte diese Stempelgruppe ausführlich in seinem Stempelbuch 1990. Der Stempel gehört zur Gruppe 4.2. Stampile Sucursale Postclasice (OSt) (ab Seite 152). Da sehen wir, dass Bucuresci offenbar 14 verschiedene solche Filialen unterhielt, die alle Nummern erhielten von No= 1 bis No= 14. Der Stempel der Filiale 4 OHNE TEXT im unteren Teil ist abgebildet auf Seite 155 (fig. 813), der Stempel Filiale 5 mit dem Zusatz "INDEPENDANCE ROUMANIE" gleich daneben (fig. 814). Auf Seite 156+157 gibt es eine Tabelle von 42 Stempeln dieser 14 Filialen, wo diese zwei Stempel auch aufgeführt sind:
fig 813 = 4.2 = BUCURESCI No. 4
fig 814 = 5.2 = BUCURESCI No. 5 INDEPENDANCE ROUMANIE
In dieser Tabelle sehe ich aber auch mehrere Stempel, die offenbar nur die Filial-Nummer tragen (Stempel 1.2, 2.1, 4.2, 7.1, 7.3, 8.2, 9.3, 11.1, 14.1, 14.2). Diese Stempel sind nicht abgebildet, bis auf 4.2 (= fig 813). Abbildung 823 (No. 14) ist unklar, welcher Stempel das sein soll: 14.1 oder 14.2? (auf der Abbildung hat er unten eine Verzierung, die aber in der Tabelle nicht erwähnt ist). Auch der Unterschied von 7.1 zu 7.3 ist mir nicht klar.
Für mich ist also wahrscheinlich, dass es neben den Stempeln 5.1, 5.2, 5.3 und 5.4 noch einen Stempel 5.5 gegeben hat BUCURESCI No. 5 (ohne Zusatz), der aber von Dragomir nicht aufgeführt wurde. Das muss aber keine Fälschung sein. Auffällig ist auch, dass bei dem Stempel die Eins von "13" kopfstehend eingesetzt wurde; auch solche Stempel-Irrtümer kommen ganz regulär vor. Dass er aus dem Stempel 5.2 oder 5.3 (oder 5.4) abgeändert wurde, denke ich nicht.
Wenn der Verkäufer den Stempel als "rar" bezeichnet, heisst das noch nicht viel. Woher hat er seine Meinung? Aber, spielt das eine grosse Rolle? Er bietet die Karte für Euro 4 an. Also ist er offenbar der Meinung, der Beleg sei nicht sehr wertvoll. Dieser Meinung schliesse ich mich an. Obwohl der Stempel bei Dragomir auf Seite 156 so nicht gelistet ist.
Ich denke nicht, dass dies eine Stempelfälschung ist.
Freundliche Grüsse
Heinz
@ Heinz 7 [#78]
ich freue mich immer über deine zielsicheren Expertisen, Heinz, vielen Dank.
"
Wenn der Verkäufer den Stempel als "rar" bezeichnet, heisst das noch nicht viel... Woher hat er seine Meinung?
Der Verkäufer kommt aus DEVA in Rumänien. Er scheint Spaß zu haben mit der Philatelie und scheint sich auch etwas mit der Materie auszukennen. Er hätte den Preis auch höher ansetzen können, doch war er vielleicht der Meinung, dass sich schon ein paar finden, die darum buhlen.
Ich habe einige wenige Kontakte nach Rumänien, was die Philatelie betrifft. Unsere ARGE Rumänien ist ein internationaler Verein und ich würde mich über jeden freuen, der aus dem Stammland der Ochsenköpfe zu uns stößt. Das ist im Moment aus diversen Gründen ja auch gar nicht so easy.
Auf jeden Fall schickte er mir den o.g. Beleg in diesem schönen Umschlag, freigemacht vorder- wie rückseitig mit schönen, modernen rumänischen Marken.
Liebe Grüße
10Parale
Stephan

Der folgende Inflationsbeleg lief am 22. März 1947 portogerecht freigemacht (3.000 Lei einfacher Brief zzgl. 4.200 Lei Einschreibegebühr) von Măureni in die USA. Interessant finde ich den Stempel und bin der Sache mal etwas nachgegangen.
Der Stempel von Măureni lautet auf den deutschen Namen der Gemeinde im Banat im Kreis Timis, nämlich MORIZFELD (korrekt: Moritzfeld). Er ist nicht so ganz klar und wir lesen weiter im Stempel "JUD. T.TORONTAL". Wer sich da etwas näher damit beschäftigen will, empfehle ich folgenden Link:
https://en.wikipedia.org/wiki/Timi%C8%99-Torontal_County
Nun, offiziell hieß der Ort bis 1894 Moritzfeld. Deutsche Siedler haben diesen Flecken, den es schon gab, in größerer Zahl ruckartig im Auftrag der österreichischen Monarchie besiedelt. Im Zuge der Magyarisierung der Ortsnamen Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der amtliche Name der Ortschaft ungarisch, Móricföld. Als das Banat 3-geteilt wurde fiel Móricföld 1920 an das Königreich Rumänien und es bekam seinen rumänischen Namen Măureni. Die Deutschen bildeten bis ins Jahr 1930 die Mehrheit der Ethnien in der Gemeinde, selbst 1970 waren noch knapp 1.000 Deutsche ansässig. Erst nach der Revolution 1989 verödete die deutsche Kultur und 2021 wurden gerade noch 11 Deutsche gezählt.
Der Vorbesitzer hat viele Mühe damit verbracht, den Brief zu restaurieren. Ich bin froh dass er in meiner Inflationssammlung gelandet ist, auch wenn er offensichtlich etwas gelitten hat. Măureni ist heute wieder ein aufstrebendes Gebilde, da sich u.a. eine italienische Textilfabrik dort angesiedelt hat.
Was den Stempel betrifft, finde ich es höchst interessant, dass 1947 immer noch der deutsche Name verwendet wurde. Niemand schien Interesse zu haben, den Stempel auf die offizielle Amtssprache umzustellen.
Liebe Grüße
10Parale
Stephan

@ 10Parale [#80]
Moritzfeld - Sauber recherchiert, Stephan!
Da mein dritter Sohn Moritz heisst, habe ich den Beitrag meinen drei Söhnen geschickt, zum Lesen. Die Philatelie ist für Menschen mit Interesse für Geschichte eine ideale Spielwiese.
@ Heinz 7 [#78]
Im Nachgang zu meinem Beitrag möchte ich noch ein Exemplar zeigen des Stempels
Dragomir fig 814 = 5.2 = BUCURESCI No. 5 INDEPENDANCE ROUMANIE

Es ist zwar leider nicht glasklar abgeschlagen, doch immerhin klar erkennbar. Der Trauerbrief wurd am 9. April 1906 gestempelt. Auch dieser Brief/Stempel wurde gekennzeichnet mit "RR" und ist meines Wissens der beliebteste Stempel der Gruppe 4.2. Stampile Sucursale Postclasice (OSt).
Freundliche Grüsse
Heinz
@ 10Parale [#80]
Als ich den Beitrag las, fiel mir ein, dass sich unter meinen Ferdinand-Briefen auch einer aus Moritzfeld befindet, der den hier gezeigten Stempel in einem jüngeren, wenn nicht gar im Origialzustand zeigt. Am 18. Mai 1927 sah er so aus:

Stempeltext
+ MORITFELD + JUD.TIMIS TORONTAL
Beste Philagrüße
Ralf
Hallo,
ich habe auf einem Brief (Rückseite) diesen Stempel entdeckt.
Kann ein Sammler Auskunft geben, um was für einen Stempel es sich handelt. Daneben ist noch ein Handschriftlicher vermerk.
Vielen Dank !
Marcus

@ focus [#83]
Hallo Marcus,
von Bukarest, Braila, Craiova und Galati und eventuell einigen anderen gösseren rumänischen Städten sind solche CURSA Stempel bekannt, es handelt sich wohl um Postzustellungssektoren- bzw. Gebiete innerhalb der großen Stadt. Bei Kiriac Dragomir (STAMPILOGRAFIE POSTALA) habe ich keine Erwähnung und keine Grafik dieses Stempels gefunden, aber das Datum 1894 spricht für deren Gebrauch.
K.Dragomir nennt die als B5e klassifizierte Stempel in rumänischer Sprache: Stampile (Stempel) pentru (für) curse (modern: Postzustellservice) locale (innerhalb...eines Gebietes...hier: Stadt).
Es wäre schön den ganze Beleg vorder- wie rückseitig eingescannt vorzufinden, möglich?
Der handschriftliche Vermerk könnte heißen: Empfänger nach Holland verzogen (Olanda) - verkürzt.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#84]
1894? Also ich sehe da 4. JAN. 941, also 1941. Von daher kann der Stempel gar nicht im Dragomir aufgeführt sein, da dieser in seiner Auflistung mit dem Jahr 1910 endet.
Alles andere: Zustimmung!
Hallo,
vielen Dank für die schnelle Hilfe.
Gerne stelle ich noch die Vorder- und Rückseite des Briefes ein.
Evtl. kann Jemand über den Sendungsverlauf etwas sagen.


Einige Stempel sind mir auch nicht bekannt.
Gruß
Marcus
@ focus [#86]
Über den Laufweg und die Zensur der Nazis solltest du einen Spezialisten fragen, der sich mit Holland zu jener Zeit auskennt. Da muss ich auf dem Gebiet des Postwesens passen. Was Rumänien betrifft, stelle ich fest, dass sich die Behörden (Post) dort alle Mühe gegeben haben, den Empfänger ausfindig zu machen.
Die STRADA (Straße) Elena Doamna gibt es tatsächlich, aber Herr Kerkoven war schon wieder zurück in Holland. Der 2-Zeiler NECONOSCUT LA APELUL FACTORILOR DIN ORASUL PLOESTI ist schwer zu übersetzen, eher eine stehende Begriffserklärung, heute würden wir wohl sagen "Empfänger unter der angegebenen Adresse nicht bekannt", hier wird aber erklärt, dass der Aufruf aller Angaben des Absenders zum Empfänger kein bekanntes Ergebnis erzielten.
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#87]
Der zweizeilige Stempel besagt, daß der Empfänger nicht identifiziert werden konnte, als sein Name vor den versammelten Postzustellern (der Stadt Ploiesti) aufgerufen wurde. Ähnliche Stempel sind auch von Bukarest bekannt; es scheint sich um ein übliches Verfahren zur Identifikation von Briefempfängern zu handeln.
@ focus [#86]
Viel Erfolg bei den weiteren Recherchen zu dem (post-)geschichtlich interessanten Beleg.
Zinnenstadt