Thema:
Vorphilatelie: Stempel bestimmen
Hallo Brigitte,
meiner Meinung nach folgende Schreibweise:
LEITKIRCH R:3:
Die Doppelpunkte stehen als Abkürzungszeichen wie ein üblicher "einfacher" Punkt, es dürfte heissen/bedeuten: Leitkirch Rayon 3. Hier eine Karte der Postgebiete um 1802:

mit Grüßen Max
PS: übrigens ein interessanter Brief zu Deiner Heimatstadt. Laut Wikipedia hatte es ja 1810 noch zum Königreich Bayern gehört und kam dann "unter die Fittiche" der geizigen Schwaben (nur Spaß, bin selber einer, aber "reigschmeckt")
Im Feuser/Münzberg ist der Stempel als 2013-3(Ty) erfasst und dort wird er so geschrieben: "LEITKIRCH R:3.".
LG Thomas
@ Max78 [#18]
@ Pommes [#19]
Herzlichen Dank an Max und Thomas. Die Stempeldaten habe ich bereits ergänzt.
Liebe Grüsse
Brigitte
Ich habe hier einen sehr alten 2-seitigen Brief von Paris nach Paris. Er wurde am 29. August (aout) 1827 verfasst. Absender war das Sekretariat des Finanzministers. Empfänger war ein gewisser Herr Raoul, einem Advokaten (Anwalt) im Rat des Königs (conseil du Roi). Der König zu jener Zeit hieß Karl X. Philippe (1757 - 1836), ein König aus dem Haus der Bourbonen.
Dieser vollständige Brief mit der gut lesbaren Schrift ist in guter Erhaltung, leider wurde er einmal beim Auseinanderfalten eingerissen. Auf dem Brief sind ausser einem dritten unleserlichen Rundstempel 2 Stempel die mich interessieren.
Ein rautenartiger Stempel mit einer 4. Ich vermute, es handelt sich um einen Stadtpoststempel, der innerhalb von Paris gebraucht wurde und eventuell nur von Behörden vergeben wurde.
Rückseitig befindet sich ein kleiner runder Stempel, worauf ich ein T und die drei Buchstaben LEV in der Folge und ein H erkennen kann. Eventuell handelt es sich um eine Nachtaxierung?
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#43]
Hallo 10Parale,
ich lese: LEV. de S.H. | T
Vermute mal, eine Amtsbeschreibung: Lev?? de Son H?? - leider ungenügende Französischkenntnisse.
Lg, harald
Hallo 10Parale,
schätze, es handelt sich um einen Ankunftstempel seitens der Post (schau mal unter Levée de ... H). 5. H. = 5 Uhr. Was der Buchstabe T bedeutet, keine Ahnung, eventuell ein Hinweis auf den Bezirk oder den Briefträger.
mit Grüßen Max
@ Max78 [#7]
Ja das klingt viel schlüssiger als meine Idee.
@ Max78 [#7]
Na ja, kann auch kein französisch. ;-)
Habe jetzt noch einmal geschaut und festgestellt, dass levée = Briefkastenleerung bedeutet, also doch nicht Ankunft.
mit Grüßen Max
@ Max78 [#9]
@ bignell
Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Habe einen altes Larousse aus meiner Schulzeit. Tatsächlich gibt es den Ausdruck "levée postale" und unter Umständen deuten die ersten 3 Buchstaben darauf hin = Briefkastenleerung.
In der Anschrift lese ich etwas von einem Ort am Louvre Nr. 26. Vielleicht befand sich dort eine Art Briefkasten oder Sammelbox für den obersten Gerichtshof Frankreichs in Paris. Vielleicht war es auch ein kleines Wachhäuschen mit einem Beamten, der die eingehende Post in Empfang nahm und abstempelte.
Super
Liebe Grüße
10Parale
Die Anschrift ist: Cour de Cassation (Kassationshof, Oberster Gerichtshof) in der Rue Saint Thomas du Louvre 26.
Vielleicht sieht man sich mal wieder auf dem Flohmarkt, würde mich freuen, ;-)
mit Grüßen Max
Die Buchstaben stehen normalerweise für ein 'Bureau de Quartier'. Der Buchstabe
T steht für das Bureau im Hôtel des Postes. 7 Entleerungen waren vorgesehen.
Auf dem gezeigten Beleg --> die Briefkastenleerung um 5 Uhr

Quelle: marques postales et oblitérations de Paris de 1700 au 31.12.1848 de Vincent Pothion
Tschü
Lulu
@ Max78 [#11]
@ zockerpeppi [#12]
Chapeau für die Erklärungen. Ich bin begeistert, zockerpeppi steuert die Literatur bei und schon ist des Rätsels Lösung in Sicht, herrlich.
@ Max
Ja, ich erinnere mich sehr gerne an unser Treffen am Flohmarkt in Freiburg. Bestimmt sehen wir uns bei dieser Gelegenheit einmal wieder. Auch in Freiburg Wiehre soll es einen schönen Flohmarkt geben. Ich habe in Erinnerung, dass du eine Art Schriftgelehrter bist, also nicht im biblischen Sinn, sondern im Sinn diese Wortes. Mittlerweile habe ich es ja geschafft, einen festen Kreis von Briefmarkenfreunden an meinen Stand zu ziehen. Auch wenn ich nicht immer was dabei habe, für ein gutes Gespräch ist immer Stoff vorhanden. Meiner Frau, die mich stets begleitet (oder ist es andersrum?) habe ich kürzlich gesagt: Du könntest hier die teuerste Marke der Welt feil bieten. Kaum einer würde es merken. Philatelisten und Briefmarkenfreunde sind ja rar gesät auf dieser Welt und ich freue mich über jede Fachsimpelei.
Liebe Grüße
10Parale
@ iholymoses [#14]
Hallo,
der Stempel kommt aus London. Der erste Hinweis für mich steht unten rechts auf dem aufgefalteten Brief "1853 London 19th".
Google doch mal nach "The History of the Postmarks of the British Isle Form 1840 to 1876". Dort findest du auf Seite 15 solch einen Stempel.
Viele Grüße
Volkmar
Top - vielen Dank für die Aufklärung und den Buchtipp !
Stempelfrage zu Brief Weimar - Berlin 1859
Hallo,
habe beiliegenden Brief Weimar - Berlin ist wahrscheinlich mit Bahnpost befördert siehe Zwischenstempel Halle.
Hat schon jemand den Nebenstempel Tonta da ... gesehen oder weiss was das bedeutet?
Bin für Aufklärung sehr dankbar.
Hartmut aus Weimar

@ molly1954 [#17]
Hallo Hartmut,
das ist der L1 "Porta de Naumburg a/S" (Feuser Nr. 448, der dort gelisteten Grenzübergangsstempel).
Ferner wird vermerkt "SA-PR*/Halle a.S., L1, schwarz, 1830" und die Bewertung notiert mit Euro 200.-
Also Grenzübergang von Sachsen nach Preussen. Jetzt weiß ich nur nicht mehr, ob das Porto bis Naumburg oder über Naumburg bis Berlin bezahlt ist oder vom bezahlten Porto der preußische Anteil ab Naumburg zu berechnen ist. Aber wir wissen jetzt schon einmal, um welchen Stempel es sich handelt.
Wo nimmst Du die Jahreszahl "1859" her? Der Brief sollte älter sein.
Beste Grüße
Markus
Hallo Markus,
danke für die Antwort.
Das Jahr habe ich aus dem Weimar herausvermutet, ist etwas schlecht zu lesen.
Weimar 16. Mai 18..
Grüsse
@ molly1954 [#19]
Hallo Hartmut,
eine Halsverrenkung meinerseits später.
Da steht wohl "1839", was auch zu den anderen Stempeln, der Taxierung und zum Briefpapier passt. Der L2 "WEIMAR" wurde ab 1820 verwendet.
Beste Grüße
Markus
Hallo,
wenn das 1839 ist, so ist die Beförderung mit Reit- oder Fahrpost. Ist das von Weimar nach Halle mit Behandlung in Naumburg an einem Tag möglich?
Ich vermute es ist 10 Jahre später mit der Eisenbahn befördert.
Grüsse
Liebe Sammlerfreunde,
folgenden Transitstempel T.T. im Rahmen kann ich im Buch "Postvertragsstempel" von James Van der linden nicht finden. Ich seh nur T.T. ohne Rahmen mit der Katalog-Nr.2833. Der Stempel wurde von der Thurn & Taxis-Post für durchgehende Post Richtung Frankreich in Frankfurt a.M. verwendet.
Habe ich da irgend etwas übersehen und es gibt den Stempel doch im Katalog? Ich hab leider den Nachtrags-Band verlegt. Vielen Dank für Eure Hilfe!
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
@ Totalo-Flauti [#22]
Moin Michael,
der Stempel wird im Nachtrag unter der Nummer 2833A geführt. Er wurde ab 1867 eingesetzt.
Beste Grüße von der Ostsee und einen schönen Sonntag.
Ralf
@ dr.vision [#23]
Lieber Ralf,
vielen Dank für Deine Hilfe. Jetzt habe ich meinen Nachtrag gefunden. Ich habe den 1. Nachtrag von 1997. Da ist der Stempel auch noch nicht enthalten. Gab es da noch weitere Nachträge?
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
@ Totalo-Flauti [#24]
Moin Michael,
mein Nachtrag ist von 1998 und der Stempel ist dort auf der Seite 56 abgebildet und beschrieben.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
Hallo,
ich habe hier einen Brief mit einem Stempel unten links, den ich nicht erklären kann - noch nicht mal richtig lesen -
Arwer ?

Der Beleg ging von SCHOENAU (ich nehme an, das ist Schönau an der Katzbach in Niederschlesien, heute Świerzawa in Polen) nach Kupferberg (vermutlich das Kupferberg im Riesengebirge, heute Miedzianka in Polen).
Leider besitze ich nur die Briefhülle, der eigentliche Brief fehlt. Auf der Rückseite ist ein Preussischer Siegelstempel, leider etwas "matschig", daher kann ich da nichts lesen.

Kann jemand etwas zu dem Stempel auf der Vorderseite sagen?
Danke vorab,
Reinhard
@ iholymoses [#26]
Hallo Reinhard,
das ist ein preußischer Beamtenstempel, mit dem die Richtigkeit der Portofreiheit dokumentiert wurde.
Gruß
Michael
@ iholymoses [#26]
Hallo Reinhard,
Dein Brief könnte von vor 1854 stammen, denn nach dem Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Breslau vom 29. Januar 1864 wurde "6) Der Bureau-Diätarius Karl Anser zu Schönau zum Burean-Assistenten bei dem Kreisgerichte zu Striegau.(ernannt" Die nächste Beförderung wurde übrigens am 18. Oktober 1867 im Amts-Blatt mitgeteilt: 6) Der Bureau- Assistent Karl Anser zu Striegau zum Kreisgerichts-Sekretair bei dem Kreisgerichte zu Striegau (ernannt).
Fundstelle über google-Suche: Anser Schönau
Eine gute Nacht wünscht
Edwin
@ iholymoses [#26]
Hallo Reinhard,
und wenn du dich fragst, warum der Brief nichts gekostet hatte, steht unten "Portofreie Justizsache", ohne diese Angabe wäre der Brief wohl nicht portofrei geblieben.
Liebe Grüsse,
Ralph
Dieser sehr alte Brief lief am 25. September 1838 von Schirmeck (Frankreich) nach Mouterhouse (Mutterhausen - damals Lothringen). Rückseitig Transitstempel von Straßbourg von 26. September und Ankunftsstempel von Bitche (Mouterhouse gehörte zur Region Bitche) vom 27. September 1838.
Was mich nun interessiert, ist rechts unten der runde Stempel I D..
Könnte das etwas 1 Décimes bedeuten und Rückschlüsse auf das Porto zulassen?
Liebe Grüße
10Parale

@ 10Parale [#30]
Im französischen "décime rural", 1 Decime Zusatzgebühr für Landbriefträger.
Zwischen 1830 und 1846 verwendet.
Porto gemäß Taxziffer 3 Decimes.
Gruß,
Koban
@ 10Parale [#32]
Hallo Parale,
ich habe im Buch “Auslandpostverkehr Schweiz – Frankreich von R. Schäfer eine Abbildung mit Beschreibung gefunden, welche mit Deinem Brief beinahe identisch ist. Das dürfte somit Deine Fragen beantworten.
Der Stempel ist nicht FB, sondern FR, die 7D stehen für das Porto 7 décimes.
Auch wenn der Stempel FR für eine andere Grenzstation (Delle) vorgesehen war, hatten die Postbeamten den Brief klar auf dem kürzeren Postweg spediert. Dies ist am Stempel Huningü auch nachweisbar.
Was nicht speziell notiert ist, ist die Taxe für die Strecke ab Basel bis Wohlen, welche 6 Kreuzer kostete. Dies ist jedoch rechnerisch leicht nachvollziehbar.

Danke für das Zeigen dieses schönen Briefes.
Viele Grüsse
SH_Sammler
Hanspeter
@ SH-Sammler [#33]
Hallo Hanspeter,
die Taxbeschreibung macht für mich genau null Sinn.
7 Decimes entsprachen ca. 20 Schweizer Kreuzern. Wieso man 7 mal 2 nehmen sollte, ist für mich ein Rätsel - was käme dabei heraus? 14 was?
Es kann nur 2 Kr. für Basel und 4 Kr. für den Aargau bedeuten, um auf die 6 Kreuzer zu kommen. Vielleicht hat man im Paket abgerechnet zwischen Basel und Frankreich und konnte so den nominellen Wert der 7 Decimes auf 18 Kreuzer drücken.
Liebe Grüsse,
Ralph
Ich habe diesen vollständigen Faltbrief vom 9. July 1842 erhalten, der einen Stempel von Horosedel trägt. Nun denke ich, dass es sich dabei um das tschechische Dorf Horosedly handelt. Heute leben dort lt. Wikipedia noch 123 Einwohner.
Im Jahr 1842 waren es wohl etwa die Hälfte mehr an Einwohner. Der ex offo Brief trägt einen zweizeiligen Langstempel mit Ortsangabe und Datum. Ich denke doch sehr, dass der Stempel irgendwo hinterlegt ist, ist er gar selten?
Liebe Grüße
10Parale
Hallo, ich bin gerade wieder am sortieren und habe im "Feuser/Münzberg - DEUTSCHE VORPHILATELIE" unter dem Ort "ALTWASSER" (Schlesien) den Stempel gesucht und leider keine Abb. gefunden. Kann mir jemand sagen ob es sich bei meinen Stempelbeleg un diesen Stempel handelt? Vielen Dank schon einmal.
"ALTWASSER" Zweikreisstempel von 1849 - Feuser/Münzberg Nr. 86-1?

Viele Grüße
Enrico
Nachtrag: Mir hat gerade jemand geschrieben, das es sich um diesen Stempel handelt. Frage hat sich also erledigt!
@ Ganymed8 [#38]
Hallo Ganymed8,
Ich habe nur eine sehr alte Ausgabe des "Handbuchs der Poststempel und handschriftlichen Ortsaufgaben" der ArGe Schleswig-Holstein aus dem Jahr 1979: Danach wurde der Stempel am Bahnhof Wrist eingesetzt. Nach dem Stempeljahr 1860 ist es die jüngste von drei Typen im Handbuch Nr. 6. Eingesetzt 1855-1865 und damals auf markenlosem Brief mit DM 50,- bewertet.
Herzliche Grüße
Burkhard
Moin Burkhard,
vielen Dank für Deine Antwort und die wertvollen Infos. Vllt. könntest Du mir als Sammlerfreund Dein Handbuch kopieren (Papier oder Fotos per Mail). Denn ohne entsprechende Literatur ist das Sammeln spezieller Belege schwierig. Mir geht es sehr um den postgeschichtlichen Hintergrund. Und zu Deinen Ungunsten soll es natürlich auch nicht sein? Oder ist diese Frage zu unverschämt? Ich kann mir die Literatur nicht leisten z.Zt.
Es wäre mir eine große Hilfe. Danke!
LG
Marcus
Dankeschön, 20,-€ sind ja machbar. Danke für die freundliche Auskunft.
LG
Marcus
@ Ganymed8 [#43]
Vllt. könntest Du mir als Sammlerfreund Dein Handbuch kopieren (Papier oder Fotos per Mail)
Von einem Mitglied kam eben folgende Mail:
Urheberrecht ist immer kritisch. Für Belege ist Geld da, und die Autoren sollen leer ausgehen ?
Ich empfehle die Beiträge 1 und 5 dieses Themas [1] zu lesen und das preiswerte Buch von Wolfgang Maassen zu bestellen und erst danach zu entscheiden, ob gegen geltendes Recht verstossen werden soll.
Das kann teuer werden. Ich habe bereits einmal an die FAZ 6.000 DM überweisen müssen wegen eines unabsichtlichen Verstosses.
Auch wer unabsichtlich gegen das Recht verstössst, kann verurteilt werden !
Schöne Grüsse, Richard
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=8279&CP=1&F=16
Hallo,
zu folgenden Beleg hätte ich ein paar Fragen:
1. Ist der Stempel "BERLIN" ein Ankunftstempel?
2. Ist der Stempel "PORTO V. NAUMBURG / A/S" ein "Zeilenstempel 1z" oder "Zeilenstempel 3z"?
3. Wo wurde dieser Beleg zugestellt, da Großröhrsdorf durchgestrichen ist?

Vielen Dank schon einmal für die Antworten und viele Grüße
Enrico
@ Ameise [#45]
Hallo Enrico,
alle Fragen kann ich nicht beantworten.
Der Stempel von Berlin ist ein Transitstempel - er lief also von Gotha - Naumburg nach Berlin und dann zu Ziel.
Oben lese ich "mit Postkurs Berlin 23/3" was in Naumburg notiert wurde.
Neben der 50 könnte "bis Lpzg" = Leipzig stehen.
Den Stempel Porto von Naumburg würde ich als Zeilenstempel 1z sehen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Hallo Ulf,
danke wieder für Deine Hilfe. Das reicht für die Stempeldatenbank.
Ich bin mir nur nicht ganz sicher mit dem Zeilenstempel Naumburg. Zur Not muß es halt geändert werden.
Viele Grüße aus Sachsen nach Magdeburg
Enrico