Thema:
Österreich Aufdrucke auf Hitlermarken: Echt oder falsch ?
Am: 08.02.2016 17:03:17
Gelesen: 13581
# 1
Hallo Sammlerfreunde,
da ich diese Aufdrucke in keinem Katalog gefunden habe die Frage an die Spezialisten - sind das Machwerke - oder?
Mit freundlichem Gruß
Philapit
Am: 08.02.2016 19:43:15
Gelesen: 13542
# 2
Dieser Strahlenstempel auf dem Hitlerkopf sind aus meiner Sicht gefälscht. Solche marken sind in keinem Spezialkatalog verzeichnet. Der Michel-Spezial verzeichnet nur einen Rosettenaufdruck, dann hat die Marke aber nicht den querstehenden Überdruck "Österreich".
Aber ich bin kein Spezialist für diese Überdrucke.
Gruß
Baber
Am: 09.02.2016 18:29:42
Gelesen: 13464
# 3
@ philapit [#5]
Hallo philapit,
hast Du schon einmal das Datum in den Poststempeln näher angeschaut? So wie ich es erkennen kann, sind die Paare auf 3 aufeinander folgenden Tagen gestempelt 3.4.5 Juni 1945. Abgesehen davon, dass die Menschen in Wien zu dieser Zeit andere Sorgen hatten, als 3 Tage zur Post zu rennen. der 3.6.1945 war ein Sonntag.
Gruß
Baber
Am: 12.02.2016 13:17:08
Gelesen: 13344
# 4
@ philapit [#5]
Man könnte meinen, dass es sich hierbei um eine Lokalausgabe aus Österreich vom Juni 1945 - also kurz nach Kriegsende - handelt. Der Michel-Katalog (West- und Mitteleuropa) führt einige Lokalausgaben von 1945 auf Urmarken des Deutschen Reiches auf. Diese sind im Anhang nach dem Hauptgebiet Österreich gelistet. Die im Beitrag [#5] gezeigten Aufdrucke sind nicht dabei. Eventuell ist im österreichischen ANK etwas vorhanden?
Mir erscheint es allerdings wenig sinnvoll, auf regulären Ausgaben Österreichs (hier Mi-Nr. 660-662 vom 02.05. bzw. 18.05.1945) zusätzlich einen Aufdruck (Strahlenstempel) aufzubringen, um eine Lokalausgabe zu emittieren.
Gruß
Pete
Am: 11.03.2016 21:31:51
Gelesen: 13255
# 5
Österreich II. Republik
8 Pf. Hitler-Marke (gest.) mit schrägem Handstempel-/Setzkastenaufdruck in schwarz "Österreich".
Ich ordne sie Dürnstein (Niederöster.), 24. Mai 1945 zu. Richtig? Den Abschlag kann ich (nur eine "8" erkennbar) nicht zuordnen.
Die Frage ist: ECHTER oder FALSCHER Aufdruck / Abschlag?
In meinem Kat. mit -.- bewertet.
Kann da jemand Hilfestellung für mich geben?
Am: 12.03.2016 08:32:47
Gelesen: 13221
# 6
@ Holzinger [#5]
Deine gezeigte Marke ist die ANK 662 (siehe beil. Bild von mir). Zum Stempel kann ich nichts sagen, da ich keine sammle.
Wert ** 0,75 und gest. 3,00 Euro (ANK 2015).
Lokalausgabe Dürnstein schließe ich lt. deinem Bild und meinen Unterlagen aus.
Gruß, Meinhard
Gruß, Meinhard
Am: 12.03.2016 11:10:30
Gelesen: 13204
# 7
@ Meinhard [#6]
Danke vorerst einmal für Deinen Hinweis.
Mir ist diese Ausgabe in einer Sammlung untergekommen. Es ist nicht mein Gebiet. Ich bemühe mich aber immer um präzise Wissenserweiterung. Deshalb nachgefragt:
Wodurch unterscheiden sich die 2 Aufdruckvarianten, die Dich zu Deiner Entscheidung bewegt haben (nicht Lolalausgabe Dürnstein) und kannst Du oder jemand anderes das mit einer MI-Nr. untersetzen. Die ANK-Nummer hilft mir nicht direkt weiter.
Danke vorerst einmal.
Am: 12.03.2016 13:25:33
Gelesen: 13191
# 8
@ Holzinger [#7]
Anbei ein Bild aus ANK (Quelle: ANK Katalog Spezial Ausgabe 2015).
Im Michel Österreich ist zwar von "schwarzem" Aufdruck die Rede, aber die Aufdruckgröße alleine schon spricht nicht für Dürnstein.
MfG, Meinhard
Am: 12.03.2016 14:00:05
Gelesen: 13188
# 9
@ Holzinger [#7]
Der Michel-Spezial kennt keine Ausgabe Dürnstein. Er nennt diese Aufdruckvariante "Ausgabe für Wien und Niederösterreich"
Davon deutchlich uterscheidbar ist die Wiener Ausgabe:
und die Grazer Ausgabe
Gruß
Baber
Davon deutchlich uterscheidbar ist die Wiener Ausgabe:
und die Grazer Ausgabe
Gruß
Baber
Am: 12.03.2016 14:11:38
Gelesen: 13184
# 10
@ Baber [#9]
Holzinger spricht hier die "LOKALAUSGABEN" nach 1945 an. Im Michel 2009 (ab Seite 406). Im ANK Lokalausgabe Dürnstein - siehe [#4].
Gruß, Meinhard
NS: z.B. solche Lokalausgaben
http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=8668&CP=0&F=20
Am: 12.03.2016 14:27:28
Gelesen: 13178
# 11
@ Meinhard [#10]
OK gewonnen.
Es ist ein gewisses Manko von Michel, dass im Spezialkatalog bei den regulären Ausgaben kein Hinweis steht: "Siehe auch Lokalausgaben". Zumindest habe ich einen solchen nicht gefunden.
Die Dürnsteinausgabe dort ist ganz deutlich mit einem Handstempelaufdruck (Setzkasten?) abgebildet. Die von Holzinger in [#1] gezeigte Marke hat aber den normalen Aufdruck der Ausgabe für Wien und Niederösterreich.
Gruß
Baber
Am: 13.03.2016 10:24:27
Gelesen: 13098
# 12
@ Baber [#11]
@ Meinhard [#10]
Vielen Dank an Euch beiden. Die "Ausgaben für die sowjetische Zone" hatte ich noch gar nicht gesehen, weil ich als erster auf das kleine "verwaschene" schwarz-weiß-Bild von den Lokalausgaben gestoßen bin.
Es bleibt also bei der MI 662.
Solche speziellen Gebiete sind bei der Bestimmung für mich als eigentlicher USA-Precancel-Sammler doch etwas "gewöhnungsbedürftig" - aber nicht uninteressant. Danke noch einmal.
Am: 13.03.2016 11:12:40
Gelesen: 13088
# 13
Zum Abschluß noch eine Ansichtskarte von der Ruine Dürnstein, welche dem gleichnamingen Ort in der Wachau den Namen gab und wo die lokale Aushilfsausgabe 1945 entstanden sein soll.
Gruß
baber
Gruß
baber
Am: 25.06.2026 01:57:47
Gelesen: 456
# 14
@ philapit [#1]
An das naheliegende hat keiner Gedacht. Es handelt sich um Klecksstempel, wie sie ab dem 01.06.45 auf Wiener Briefen vorkamen. Zur Übersicht die Klecksstempel des Postamtes Wien 66:
Und jetzt das große aber! Fühestes bekanntes Datum für Klecksstempel im Postamt Wien 66 war der 05.06.1945. zudem sind philatelistisch beeinflusste und auch rückdatierte Belege bekannt. Also kann man davon ausgehen, das die Briefstücke als falsch vom Prüfer zurückkommen. Auch wenn sowohl Klecksstempel und Datumsstempel auf dem Postamt Wien 66 verwendet wurden.
Zu den Aussagen von Baber kann ich nur sagen, wer nichts weiß sollte einfach nichts dazu sagen. Die Menschen damals hatten mit Sicherheit genug Zeit auch philatelistische Briefe anzufertigen und zu verschicken. Siehe dazu die nachfolgenden Bilder.
mit philatelistischen Grüßen, Franz
Und jetzt das große aber! Fühestes bekanntes Datum für Klecksstempel im Postamt Wien 66 war der 05.06.1945. zudem sind philatelistisch beeinflusste und auch rückdatierte Belege bekannt. Also kann man davon ausgehen, das die Briefstücke als falsch vom Prüfer zurückkommen. Auch wenn sowohl Klecksstempel und Datumsstempel auf dem Postamt Wien 66 verwendet wurden.
Zu den Aussagen von Baber kann ich nur sagen, wer nichts weiß sollte einfach nichts dazu sagen. Die Menschen damals hatten mit Sicherheit genug Zeit auch philatelistische Briefe anzufertigen und zu verschicken. Siehe dazu die nachfolgenden Bilder.
mit philatelistischen Grüßen, Franz