Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsches Reich Germania: Aufdruck bestimmen

jorgena Am: 13.12.2015 16:24:42 Gelesen: 11818 # 1
Unbekannter Aufdruck auf Germaniabriefmarken Hallo, kann jemand mir sagen, woher der Aufdruck auf diesen Briefmarken kommt? Vielen Dank Jorgena
Marcel Am: 13.12.2015 21:35:16 Gelesen: 11757 # 2
@ jorgena [#1] Hallo Jorgena, herzlich Willkommen! Dein Aufdruck erinnert mich sehr an den Frankfurter Fußball. Meine Vermutung ist der älteste Fußballverein in Frankfurt am Main, der ( F)rankfurter Fußball-Club Germania, der seit Juni 1933 als VfL Germania 1894 in Erscheinung tritt. Leider habe ich hier im Netz kein Vereinslogo vor 33 finden können, um diese Vermutung zu bekräftigen. Vielleicht kann jemand anders da aushelfen. schöne Grüße Marcel
winni Am: 13.12.2015 22:12:26 Gelesen: 11735 # 3
@ jorgena [#1] Hallo und herzlich Willkommen! ähnliche Aufdrucke gibt es aus Polen Lokalausgaben, da gibt es verschiedene Aufdrucke, bin mir aber nicht sicher, ob diese Aufdrucke dazugehören . MfG winni
winni Am: 13.12.2015 22:28:11 Gelesen: 11728 # 4
@ winni [#3] Hallo Jorgena, hier mal eine Seite der verschiedenen Aufdrucke:
Stefan Am: 14.12.2015 18:59:53 Gelesen: 11674 # 5
@ jorgena [#1] Zuerst dachte ich auch an polnische Lokalausgaben. Dagegen spricht die Existenz dieses kuriosen Aufdrucks auf den Mi-Nrn. 141; 153 und 154. Diese kamen erst im Verlauf des Jahres 1920 im Deutschen Reich heraus. Polen nutzte als Urmarken für eigene Lokalaufdrucke jene Marken des Deutschen Reiches, welche bis Anfang 1920 in das betreffende Gebiet (Besetzung bzw. Übergabe an Polen ab 1918 bis Anfang 1920 aufgrund von Artikeln im Versailler Friedensvertrag) gelangten. Teilweise wurden auch Briefmarken der deutschen Besetzung Polens 1914/18 (Generalgouvernement Warschau) als Urmarken für lokale Ausgaben verwendet. Ich halte die Aufdrucke eher für einen Scherz bzw. private Mache. Bei der Entwertung auf der linken Marke zu 10 Pf. dürfte es sich um einen weiterverwendeten bayrischen Tagesstempel handeln (sog. Braungardtsche Stempeltype). Die Marke zu 25 Pf. könnte in Berlin gestempelt worden sein, zumindest sind die aufeinanderfolgenden Buchstaben "LIN" ersichtlich. Gruß Pete
Stefan Am: 12.02.2016 11:07:27 Gelesen: 11440 # 6
Kann jemand etwas zu diesem merkwürdigen Aufdruck sagen? Handelt es sich hier um eine Spielerei oder ggf. doch um eine Lokalausgabe? Der polnische Fischer-Katalog (1999) listet diverse Lokalausgaben von 1918 auf, dieser Aufdruck war allerdings nicht dabei. Gruß Pete
jorgena Am: 13.02.2016 14:27:40 Gelesen: 11362 # 7
Ich kenne es nicht. Ich habe die Farben geändert, so dass es leichter zu lesen ist. Ich glaube das im Schild steht Blauro vielleicht Elaura Oben steht vielleicht Rer..... Grüß Jørgen
bignell Am: 13.02.2016 15:10:28 Gelesen: 11354 # 8
@ Pete [#6] Hallo Pete, ich würde am ehesten Persia (oben) und Franco (schräg) lesen, keine Ahnung ob das Sinn macht. Lg, harald
Stefan Am: 19.02.2016 10:41:49 Gelesen: 11254 # 9
@ jorgena [#7] und bignell [#8] Danke für eure Hilfe, den Aufdruck zu entziffern. Ich kann leider auch lediglich raten, um was es sich hier handelt. Die Überlegung meinerseits, es handele sich eventuell um eine Lokalausgabe aus Elsass-Lothringen von 1918 führte leider auch nicht weiter, zumindest sind im Anhang zu Frankreich des Michel-Kataloges West- und Mitteleuropa (2004/05) keine Lokalausgaben von 1918 verzeichnet; es sind lediglich Ausgaben von 1944 vorhanden. Mir sind keine weiteren Gegenden bekannt, bei welche bis 1918 zum Deutschen Reich gehörten und direkt im Anschluss an benachbarte Staaten abgegeben wurden und (theoretisch) Lokalausgaben auf früher kursierenden Freimarken möglich machten. Nachfolgend die Aufdrucke selbst in etwas höherer Auflösung (600 dpi). Mehr gibt der Scanner aktuell leider nicht her. Gruß Pete
mausbach1 (RIP) Am: 19.02.2016 11:22:19 Gelesen: 11242 # 10
Auch im DALLAY-Katalog "Timbres de France" ist dieser Aufdruck nicht verzeichnet.
Stefan Am: 19.02.2016 11:31:56 Gelesen: 11240 # 11
@ mausbach1 [#10] Danke für deine Hilfe. Im Frankreich-Katalog des französischen CÉRÈS konnte ich auch keine Lokalausgaben auf Germania-Urmarken finden. Es sieht scheinbar immer mehr nach einer privaten Spielerei aus. Gruß Pete
jorgena Am: 12.03.2016 17:50:59 Gelesen: 11078 # 12
Die Frage ist, ob es für den privaten (Vereine / Unternehmen) Anwendung von Aufdruck auf Briefmarken zulässig war, oder es nur die Post erlaubt war. Natürlich in einer Notsituation könnte Städte die Aufdruck machen, aber sie sollte im Katalog sein.
danielschwenzer Am: 01.05.2018 23:00:02 Gelesen: 8543 # 13
Guten Abend, die Frage nach dem komischen Aufdruck hatte mich nie losgelassen, gelesen hatte ich schon letztes Jahr mal darüber. Irgendwas, ein scheinbares "Erkennen" hat mich nicht losgelassen. Drehen, wie oben, war nicht so falsch. Spiegelt man dazu nochmals, wird die Sache lesbar: In der Mitte _France_ oder _Franco_, unten vielleicht _Belgie_ bzw. _België_. Sicher eine Abstempelung durch Kinderhand, mit etwas (einem Gummi?), das sicher gar nicht zum Abstempeln gedacht war, daher alles verdreht und gespiegelt. - Die Manipulationen nahm ich mit dem "Preview" von Apple vor. Danke für das schöne Rätsel, schönen Abend.
danielschwenzer Am: 01.05.2018 23:01:49 Gelesen: 8539 # 14
Ach ja, und nun, einmal erkannt, ist es eigentlich ein schönes Stückchen, viel Spaß dem Besitzer, Daniel
Stefan Am: 01.02.2026 18:40:57 Gelesen: 1186 # 15
Bei der Recherche nach russischen Aufdruckausgaben lief mir der Artikel aus dem russischen Wikipedia [1] über den Weg. Der Artikel beschäftigt sich mit verschiedenen Fälschungen, u.a. Handstempelaufdrucken auf Germania-Ausgaben. Ich meine, ich hätte diesen Aufdruck bereits früher einmal gesehen, finde es allerdings nicht wieder. Verschiedene Germania-Ausgaben ab 1900 (Reichspost) bis 1919 mit Aufdruck - kreisförmig bzw. Rechteck Für Jemanden, welcher normalerweise tagein, tagaus lateinische Buchstaben liest, schaut der Aufdruck nach "3. A." aus. Falls einmal im deutschsprachigen Raum über Google nach diesen Aufdrucken gesucht wird, landet man dann vielleicht in diesem Beitrag. Deepl.com übersetzt das Kapitel aus [1] über diese Aufdruckausgaben wie folgt: "Ausgabe der Eisernen Division 1919 wurde eine fantastische Ausgabe der Eisernen Division hergestellt. Die „Deutsche Briefmarken-Zeitung” schreibt über diese Briefmarken Folgendes: „Neues Beispiel für Betrug: Auf dem Markt sind deutsche Briefmarken der Serie „Deutschland” mit dem handschriftlichen Aufdruck „Z. A.” im Kreis oder mit „Z. A.” und einem neuen Nennwert im Rechteck aufgetaucht! Nach dem Eintritt der Eisernen Division in die Westarmee musste ihre eigenständige deutsche Feldpost „aufgrund dringender Notwendigkeit“ (!) die vorhandenen Bestände an deutschen Briefmarken mit den aus der ersten Ausgabe bekannten Anfangsbuchstaben der russischen Wörter „Westliche Armee“ überdrucken und in Umlauf bringen, wie dies ein ehemaliger Mitarbeiter der Feldpost (wahrscheinlich auch dokumentarisch) bezeugen möchte!“ Dem ist praktisch nichts hinzuzufügen. Es ist völlig klar, dass es keinen Bedarf für diese Briefmarken gab, und auch die Existenz großer Bestände an Briefmarken bei der Feldpost ist sehr zweifelhaft, da die Korrespondenz der Soldaten kostenlos verschickt wurde. Der Aufdruck auf der ersten Marke ist höchstwahrscheinlich gefälscht, da es schwer zu glauben ist, dass zwei identische Aufdrucke in unterschiedlicher Größe hergestellt wurden." Im Buch "100 Jahre Germania" von Jäschke-Lantelme wird auf Seite 289 dieser Aufdruck abgebildet. Die Beschreibung des Aufdrucks erfolgt in dem Buch auf Seite 290: "Der Aufdruck "3.A." (= SA = Sapadnaja Armija = Westarmee) findet sich im Gegensatz zu den anderen Aufdrucken häufiger auf den Germania-Pfennigwerten. Bereits 1921 heißt es dazu in einer Händleranzeige der BBZ (S. 106) kurz und bündig: "Diese Marken sollen Mitte November 1919 in Nordwestkurland entweder ausgegeben sein oder waren zur Ausgabe bestimmt. Senf betrachtet sie als Schwindelerzeugnisse." Gruß Stefan [1] https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A4%D0%B0%D0%BD%D1%82%D0%B0%D1%81%D1%82%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B5_%D0%B8_%D1%81%D0%BF%D0%B5%D0%BA%D1%83%D0%BB%D1%8F%D1%82%D0%B8%D0%B2%D0%BD%D1%8B%D0%B5_%D0%BC%D0%B0%D1%80%D0%BA%D0%B8_%D0%93%D1%80%D0%B0%D0%B6%D0%B4%D0%B0%D0%BD%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D0%B2%D0%BE%D0%B9%D0%BD%D1%8B_%D0%B2_%D0%A0%D0%BE%D1%81%D1%81%D0%B8%D0%B8