Thema:
Ausländische Feldpost im WK 1
Hallo zusammen,
ich habe kein Thema gefunden habe, bei dem ich diese italienische Feldpostkarte zeigen kann. Daher ein neues Thema, zu dem Ihr vielleicht auch etwas habt. Da es nicht mein Sammelgebiet ist, werde ich selbst nur wenig dazu beitragen können.


Die Karte ist mir vor allem durch die ungewöhnlichen Stempelformen aufgefallen. Den Feldpoststempel kann man nach meiner Meinung am besten als Kreisstempel mit Gitter oben und unten beschreiben. Dabei fehlt allerdings der "Strich" rechts und links des Datums. Mir fällt aber nichts passenderes zu dieser Stempelform ein.
Die italienische Front war fast ausschließlich in den Alpen (
http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Weltkrieg#/media/File:Italian_Front_1915-1917.jpg ). Dazu passt auch das "Battaglione Alpini Saluzzo".
Viele Grüße
Volkmar
Hallo Volkmar, hallo zusammen,
Ich habe mal in der mir zugänglichen Fachliteratur ein wenig nachgeschlagen ( Interitalia 2011 ), dort findet sich die folgende Information, dass nach dem Eintritt Italiens in den 1. Weltkrieg gegen Österreich und Deutschland in 1915 ein Bedarf von etwa 2 Millionen Feldpostkarten pro TAG bestand und dieser von den staatlichen Stellen/Druckereien nicht gestemmt werden konnte. Daher durften auch von privater Seite Karten hergestellt und in Umlauf gebracht werden. Solange diese mit einem Stempel der betreffenden Einheit versehen waren und über Feldpost- bzw Seepostämter aufgegeben wurden, wurden diese auch weiterbefördert - an Seehäfen auch in Ausnahmen über das normale Postamt. Mit Wirkung vom 20. August 1916 konnte der Bedarf mit "offiziellen" Feldpostkarten gedeckt werden und nur noch diese wurden portofrei verschickt.
Nicht viel zum Thema und leider gar nichts zum Stempel, aber ich denke, trotzdem interessant.
Viele Grüsse
Olaf
@ volkimal [#1]
Hallo Volkmar,
ein interessantes, neues Thema zu dem es sicher viel zu zeigen gibt!
Hier von mir ein Beleg dazu, diesmal von der anderen Seite, den Achsenmächten, in diesem Fall Österreich-Ungarn. Eine Feldpostkarte aus Pula nach Prag:

Die Karte hat etwas gelitten seit ihrer Aufgabe vor fast 100 Jahren, aber der Stempel ist auch heute noch interessant:

Ein Feldpoststempel des KuK Marinefeldpostamts in Pola.
Es mag heute etwas seltsam anmuten Österreich im Zusammenhang mit einer Kriegsmarine zu sehen. Bis zum Ende des 1. Weltkriegs war das aber ganz anders. Die Donaumonarchie erstreckte sich bis ans Mittelmeer, an die Adria und verfügte dort über zwei bedeutende Häfen, zum Einen das heute italienische Triest und dann die Hafenstadt Pola an der Südspitze Istriens, heute unter dem Namen Pula zu Kroatien gehörend. Genau dort in Pola befand sich auch der bedeutendste Kriegshafen Österreich-Ungarns mit einer Vielzahl militärischer Einrichtungen (mehr dazu, auch viele zeitgenössische Aufnahmen unter dem Link) [1].
Beste Grüße,
Peter
[1]
http://www.kuk-kriegsmarine.at/pola.htm
@ DERMZ [#2]
Hallo Olaf,
eine interessante Ergänzung - dankeschön!
@ filunski [#3]
Hallo Peter,
ein interessanter Beleg mit einem Stempel den man im ersten Moment nicht erwartet.
Nachdem ich einen Beleg der Alliierten und Peter einen der Achsenmächte gezeigt hat hier noch die dritte Möglichkeit - ein Feldpoststempel aus einem der neutralen Länder.

Eigentlich gehört der Brief natürlich nicht zu diesem Thema, denn es ist kein Feldpostbrief sondern eine Interniertensendung aus der Schweiz nach Deutschland. Wieso sie einen schweizer Feldpoststempel trägt, weiß ich nicht.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#4]
"Wieso sie einen schweizer Feldpoststempel trägt, weiß ich nicht."
Hallo Volkmar,
das Kriegsgefangenen-/Internierungslager in Luzern unterstand der Schweizer Armee (wie dies in anderen Ländern während der Weltkriege auch üblich war, wo solche Lager unter der Verwaltung und Bewachung der jeweiligen Armeen des betreffenden Landes standen). Die Post von dort wurde somit auch von einer Schweizer Feldpoststelle abgewickelt.
Beste Grüße,
Peter
@ filunski [#3]
Hier noch eine weitere Postkarte aus Pola vom 18.4.1916 nach Ungarn adressiert. Der Einheits-Stempel bezeichnet das kuk Festungsartillerieregiment No.4. Vermutlich befanden sich zahlreiche/zahllose verschiedene Einheiten im Kriegshafen Pola.

VG, hajo22
Feldpostkarte vom kuk Feldpostamt 606 gestempelt 6.10.1915 nach Budapest (Text in ungarisch).
Einheit-Stempel: "kuk Luftschifferabteilung Fliegerkompanie Nr. 16".
Weiß jemand wo diese Einheit 1915 stationiert war?

VG, hajo22
@ hajo22 [#7]
Hallo hajo,
die Flik 16 war ursprünglich eine Ausbildungseinheit (Flugschule), stationiert in St Veit an der Glan und wurde im Mai 1915, nach dem italienischen Kriegseintritt an die Südwestfront (Italien - Ortler an der Schweizer Grenze im Westen bis zum Isonzo-Fluss) verlegt. [1] Den genauen Standort/Flugplatz konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Beste Grüße,
Peter
[1] Die k.u.k. Luftfahrtruppe - Die Entstehung, der Aufbau und die Organisation der österreichisch-ungarischen Heeresluftwaffe 1912-1918, von Reinhard Karl Boromäus Desoye.
In Pola befand sich auch der Liegeplatz für die österreichischen U-Boote.
Feldpostkarte gestempelt Kuk Marinefeldpostamt Pola vom 21.9.1917 adressiert nach Wien.
Truppen-Stempel: "kuk U-Bootstation Pola". Absender der Karte ist ein "Maschinenquartiermeister", tätig auf der U-Bootstation.


VG, hajo22
@ filunski [#8]
Vielen Dank für die Info. Dann weiß ich schon einiges mehr. Allzu viele Fliegerkompanien hatte die kuk-Monarchie wohl nicht (denke ich mal), auch keinen "Roten Baron".
VG, hajo22
Hallo zusammen,
ob es sich bei dieser Karte um eine deutsche Feldpost oder um eine K.u.K.-Feldpost weiß ich nicht, denn es fehlt ein Truppenstempel. Auffällig ist der typisch ungarische Stempel.

Als ich Informationen zum Aufgabeort Nagybecskerek suchte, habe ich mich sehr gewundert. Das Ergebnis. Die Karte kommt aus Zrenjanin, einer Stadt in der serbischen autonomen Provinz Vojvodina. Die Stadt hat vier verschiedene Namen:
serbisch-kyrillisch: Зрењанин
ungarisch: Nagybecskerek
deutsch: Großbetschkerek
rumänisch: Becicherecul Mare
1918 gehörte Nagybecskerek zu Österreich-Ungarn. Die Save bildete damals die Grenze zu Serbien. Auf einer anderen Internetseite habe ich folgendes gefunden. 1910 ergibt eine Volkszählung 4867 Wohnhäuser mit 26.006 Bewohner. Davon sind 26,3 % Slawen, 26,0% Deutsche, 35,5% Ungarn (Madjaren), 2,7% Andere.
Was für eine Feldpost ist es aber jetzt:
Aus dem ca. 50 km entfernten Novi Sad kenne ich Belege der Deutschen Feldpost. Gab es das auch in Nagybecskerek? Dass die Karte nach Münster in Westfalen geht spricht dafür. Vielleicht kann jemand von Euch die Frage aufgrund des Textes der Karte beantworten:

Auf der Karte heißt es:
"Infanterie Regiment 95, 12 Kompanie, 101 Infanteriedivision"
Wer kann damit etwas anfangen?
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#11]
"Wer kann damit etwas anfangen?"
Hallo Volkmar,
die 101. Infanteriedivision war eine Division des Deutschen Reiches, aufgestellt erst nach Kriegsbeginn.
Der Poststempel passt auch. Er datiert zum 18. Juni 1915. Mit diesem Tag endete der Aufmarsch dieser Division an der serbischen Grenze zusammen mit der österreichischen K.u.K. Armeegruppe Terzstyansky, und in Folge dann der Übergang nach Serbien. Ich meine die Karte wurde nicht mit Deutscher Feldpost befördert, die war vielleicht noch nicht soweit. Ist aber nur eine Vermutung.
Beste Grüße,
Peter
Hallo zusammen,
so reichlich scheinen ja ausländische Feldpostbelege in den Sammlungen der hier mitlesenden Philaseitenmitglieder nicht vertreten zu sein? ;-)
Auch ich musste lange suchen, bis ich die folgende Karte fand:

Im Detail der Stempel des K.u.K. Etappenfeldpostamts in Belgrad:

Die Karte lief im März 1918 von Belgrad nach Wien. Der Rechteckstempel ist ein Zensurstempel. Interessant der Feldpoststempel, im März 1918 noch mit Ortsangabe. Bei der Deutschen Feldpost waren zu jener Zeit längst die Tarnstempel im Einsatz. Aber die Karte enthält ja auch keinen Hinweis auf eine militärische Einheit und ich bin mir auch gar nicht sicher, ob es überhaupt Feldpost ist und nicht Privatpost (frankiert mit Feldpostmarke?), die über das Etappenpostamt aufgegeben wurde. Vielleicht weiß jemand mehr über die damaligen Österreichischen Verhältnisse?
Beste Grüße,
Peter
Hallo zusammen,
das Thema ist ja leider schnell wieder eingeschlafen. :-(
Aber soviel hatte ich dazu auch nicht mehr zu zeigen, bis mir gestern die nachfolgende Karte in die Hände fiel. Ist zwar nicht unmittelbar Feldpost, gehört aber wohl doch mit in den großen Themenkreis.
Eine sog. "Portofreie Korrespondenzkarte" für Anfragen zu verwundeten oder kranken Militärangehörigen an das Österreichische Rote Kreuz. Hier die Antwortkarte des Wiener Auskunftsbüros.

Und die Rückseite:

Interessant auch, dass dieses Büro sogar einen eigenen Poststempel hatte:

Beste Grüße,
Peter
@ volkimal [#1]
Echt, falsch oder Mache?
Habe ich aus der Fundgrube eines elsässischen Briefmarkenhändlers rausgefischt. Österreichisch-ungarische Feldpost, das ist klar. Karl I, Kaiser von Österreich und König von Ungarn.
Jede Marke trägt eine Abstempelung vom 25.VI.1918 mit einem 2-Kreis-Stempel, wobei man die Zahl 346 und k.u.k. erkennen kann.
Gibt es dazu Meinungen oder besser keine?
Liebe Grüße
10Parale
@ 10Parale [#15]
Hallo,
meine Meinung:
Marken echt
Stempel echt
Aber kein gelaufener Brief, sondern Gefälligkeits-Abstempelung für Sammler.
Ob der Stempel erst später angebracht wurde, lässt sich kaum feststellen; ich halte eine Entwertung an diesem Tag aber für möglich (Gefälligkeits-Abstempelungen). Ich habe schon in sehr alten Inseraten solche Angebote gefunden.
Solche Gefälligkeits-Abstempelungen gibt es für diese Ausgabe meines Wissens ab und zu.
Grüsse
Heinz
@ 10Parale [#15]
Hallo,
ich glaube nicht, daß die Marken für einen Sammler abgestempelt wurde, auch damals schon hätte der auf eine "saubere" Qualität geachtet, also mehr eine Nachstempelung, eventuell mit einem alten, leicht vertrockneten Stempelkissen.
mit Sammlergruß
Werner
Hallo,
habe heute wieder einen Beleg für meine "Radfahrer-Truppen" im I. und II. Weltkrieg reinbekommen

K. u.k. Feldjägerbataillon Nr. 20 - Radfahrer Kompanie vom 28.3.1916 über das K.u.k. Feldpostamt 223
mit Sammlergruß
Werner
Guten Abend,
heute kehre ich wieder zurück zur italienischen Feldpost. Wie schon in Beitrag [#2] geschrieben, bestand bei den italienischen Truppen ein Tagesbedarf von etwa 2 Millionen Karten. Ich zeige heute eine "offizielle" Karte vom September 1918.

Dargestellt ist die geflügelte Vittoria mit den Flaggen der Verbündeten von Italien: Großbritannien, Portugal, USA, Rumänien und Russland, sowie Montenegro, Frankreich, Belgien, Serbien und China. Es fehlen Griechenland, Brasilien, Cuba, Panama, Liberia und Siam.
Der interitalia-Spezialkatalog führt diese Karte unter der Nummer 13, unterteilt in 38 "Unterarten", die sich durch den Druckvermerk unterscheiden. Ich muß nicht erwähnen, daß es von den Unterarten weitere Varianten gibt - also fast ein unendliches Gebiet zum Sammeln. Die gezeigte Karte hat die Unternummer 33: "Tip. Nazionale Bertero - Roma" in blau.

Gestempelt wurde die Karte 1918 mit einem roten Militärpost-Stempel, der leider nicht gut lesbar ist und zusätzlich wurde die Karte noch der Zensur zugeführt und als unbedenklich eingestuft.

Wenn es noch Ergänzungen gibt, dann sind diese immer willkommen.
Viele Grüße
Olaf
K.u.K. Feldpost-GANZSACHE auf Bosnien-Herzegowina ! aus POLEN ! Wloszczowa

Vorderseite:
"Von der Armee im Felde. / K. u. k. Militärzensur / Wloszczowa."
Stempel in rot links unten: "K.u.K. Etappenpost- u. Telegraphenamt / Wloszczowa"
super sauberer Stempel: "K.u.K.Etappenpostamt / Wloszczowa / b / 15.1.16"
Empfänger: "Richter's Söhne in Wien"
Text:
"Ich habe, wie ich in Dienstangelegenheit bei Ihnen war, vorige Woche, bei Besichtigung der ... und b. Ihnen bestellte Maschine, übersehen dass dieselbe i. d. Bestlänge zu kurz ist, bitte dieselbe aber b. nichtgrößern Type abzusenden / f. d. Reparaturwerkstätte / Otto Binder / k.k. Werkmeister Ing. / 14. Jänner 1916."
Der Titel des Threads ist m.E. nicht glücklich gewählt:
- Ist es ein Feldpostbrief? Ja, oben steht "Feldpostbrief".
- Stammt er aus der Zeit des 1. Weltkrieges? Ja, 16. August 1914
- Ist er mit der Deutschen Feldpost befördert worden? Nein, nicht regelkonform mit der luxemburgischen Post.
- War Luxemburg Kriegspartei? Nein.
- Ist Luxemburg Ausland? Ja.
- Stammt er von einem deutschen Soldaten? Mit hoher Sicherheit.
Dann erfüllt der Brief alle Kriterien, um hier gezeigt zu werden: Ausländische Feldpost. Wobei - ich habe meinen Wohnsitz in Luxemburg. Also doch keine ausländische Feldpost. Mist...
Beste Grüße!
Lars
Hier ein Beleg aus meiner näheren Heimat:
Feldpostbrief, gelaufen am 14.4.1916 von der "Karnischen Front" (Kriegsgebiet an der Südgrenze Kärntens zu Italien) nach Spittal an der Drau.
Aufgegeben beim Feldpostamt 236 welches zu diesem Zeitpunkt in Birnbaum im Lesachtal stationiert war. Absender war ein Soldat des Kuk Infanterieregiment Nr.7 (Graf von Khevenhüller).
Militärzensurstempel "Zur Weiterleitung geeignet".
Gruß
Harald
Postkarte, aufgegeben bei der "POSTES MILITAIRES BELGIQUE", Feldpostamt 1, im März 1919, zensiert ("CENSURE MILITAIRE") nach Berdorf in Luxemburg. In Belgien wurde der Militär-Franchise akzeptiert, in Luxemburg typischerweise nicht. Die ab dem 1. Juli 1918 auf 10 Centimes angehobene Inlandspostkartengebühr wurde vom Empfänger eingezogen.
Wenn ich den englischen Text lese ("Plenty Mademoiselles"), dann war der Schreiber der Karte entweder ein englischsprachiger Soldat oder ein belgischer Soldat, der die französische Sprache nur unzureichend beherrschte. Ich tippe eher auf die zweite Möglichkeit.
Beste Grüße!
Lars
@ Lars Boettger [#23]
Die Karte stammt aus der mobilen Phase der Rheinlandbesetzung (Dez. 1918 - 15.2.20).
FP 1 ist da nachgewiesen in Köln, Trier und Andernach, wobei im Einzelfall nur die Absenderangabe genaues bringt. Feldpost in das Ausland musste eigentlich immer frankiert werden. Die Ämter hatten dafür normale belgische Marken, ab 20.9. die Besetzungsmarken.
MfG Regis
@ Regis [#24]
Vielen Dank für die Info! Tja, "musste eigentlich" ist ein in der Postgeschichte gern genutzter Satz. Die oben abgebildete Karte erklärt er leider nicht bzw. wir sind auf Annahmen angewiesen. Und ja, ich habe auch frankierte Post, die bei den belgischen Militärpostämtern aufgegeben wurden (siehe Anhang). Freundlicherweise in diesem Fall auch mit Absenderangabe (1925 abgestempelt).
Beste Grüße!
Lars
@ Lars Boettger [#25]
Der abgebildete frankierte Beleg ist ein tolles Beispiel für eine Pseudofrankatur, wie sie von Soldaten praktiziert wurde, nachdem man das Postaufkommen von inhaltslosen Sendungen auf Kosten der Feldpost einschränken wollte. Danach wurden dicht beschriebene inhaltsstarke Sendungen gebührenfrei befördert, der Rest musste irgendwie frankiert werden. 5 Centimes 1925 waren nichts gegen den realen Preis Postkarte Inland 15 C Ausland 45 C.
Übrigens ist das FP-Amt 1A 1923 eröffnet im Hauptbahnhof Aachen und nicht immer durchgängig betrieben. Die 5C Marke hat alle befriedigt und die Luxemburger Post beruhigt.
MfG Regis
@ Regis [#26]
Vielen Dank für Deine Erklärung! Ich habe hier eine andere Interpretation des Beleges. Das Datum der Abstempelung ist der 30.12.1925. Es war damals gängige Praxis, Visitenkarten mit Neujahrsgrüßen zu versenden. In den kleinen Umschlag passt eine Visitenkarte. Der Umschlag wurde offen aufgegeben. Das Porto für Visitenkartensendungen beträgt ab dem 1.10.1925 aus Luxemburg nach Belgien 5 Centimes. Ich interpretiere hier vielleicht etwas zu viel, aber m.W. hatte Belgien eine recht ähnliche Portostaffelung. Von daher gehe ich bei diesem Beleg angesichts der zum neuen Jahr üblichen Gepflogenheiten von einer portorichtigen Frankatur aus.
Beste Grüße!
Lars
Karte von einem Sammlerfreund:


Ich kenne mich mit den Stempel aus dieser Zeit nicht aus. Kennt jemand diese Stempel, speziell auch den roten "Von der Armee im Felde" oder kann weitere Hinweise geben?
Es kann sein, daß es in der Darstellung Probleme gibt, da ich bei diesen Scann`s ein Problem mit der Auflösung habe.
Vielen Dank und viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
Hier eine Feldpostkarte vom 26.05.1916 aus Lublin an eine Feldpostnummer 222 mit K. und K. Zensurstempel. Ich gehe davon aus das es sich um eine österreichische Feldpostkarte handelt.
Als Besonderheit sehe ich das eingearbeitete Bild, vermutlich des Absenders.


Schönen Gruß
Sepp
Hier eine Feldpostkorrespondenzkarte vom 20.04.1916 vom K. u. K. Feldpostaamt 98. Stempel K. u. K. I. Regiment der Tiroler Kaiserjäger. Leider kann ich die Anschrift und den Absender nicht lesen, nur soweit, das ein Soldat an seine Oma schreibt. Mich würde vor allem die Anschrift (Ortschaft) interessieren.


Schönen Gruß
Sepp
@ bedaposablu [#28]
Hallo Klaus-Peter,
habe hier auch eine Ansichtskarte vom 05.10.1916 (laut Schreiber), nach ??? Post Helfenberg, Oberösterreich, mit Stempel "von der Armee im Felde", diesmal schwarz. außerdem ein roter Stempel Zensuriert! K- u. k Personal-Sammelstation".
Mir fällt auf, es fehlt der Vermerk Feldpost und ein Feldpoststempel mit Datum.

Schönen Gruß
Sepp
@ Briefuhu [#31]
Hallo Sepp,
es heißt "Fabrik Post Helfenberg". Vermutlich geht es um die "Chemische Fabrik Helfenberg" [1].
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chemische_Fabrik_Helfenberg
@ volkimal [#32]
Hallo Volkmar,
vielen Dank, ich habe auch Fabrik gelesen, konnte mir aber keinen Reim daraus machen. Aber die Chemische Fabrik Helfenberg war bei Dresden. Das Helfenberg auf der Karte ist aber in Oberösterreich. Dort gab es auch ein Textilfabrik. (1)
(1)
https://www.boehmerwald.at/oesterreich-poi/detail/430018081/textil-fabrik-helfenberg.html
Schönen Gruß
Sepp
@ Briefuhu [#33]
Hallo Sepp,
da habe ich nicht aufgepasst. Gut, dass du den Fehler gemerkt hast.
Viele Grüße
Volkmar
Habe hier eine Feldpostkarte mit Weihnachtsmotiv vom 25.01.1917 vom K.u.K. Seebezirkskommando Triest nach Kollmitzberg, Niederösterreich. Österreich hatte tatsächlich mal eine Kriegsmarine mit Zugang zum Mittelmeer.
Das habe ich bei Wiki gefunden:
Seebezirkskommando zu Triest
Kommandant: Kontreadmiral Alfred Freiherr von Koudelka
Personaladjutant: Fregattenleutnant Robert Fischer

Schönen Gruß
Sepp
Guten Morgen!
AK von Kiew mit der Abbildung der Rue Krestschatik gelaufen portofrei als Feldpost.


Keinerlei Hinweise außer dem Formationsstempel der "Kiewer Schule für Eisenban-Offiziere". Geschrieben am 3. September 1916.
MfG >Franz<
Guten Tag!
Künstlerkarte - aufgeliefert als Feldpost am 3. August 1915 in Petrograd,

versehen mit dem Formationsstempel "Hilfstruppe des 1. Eisenbahn-Regiments", Kontrolle durch die Kriegszensur Nr. 51,

nach Ufa am 8. August 1915.
MfG >Franz<
Guten Abend,
hier eine Ansichtskarte aus dem Ural, die als Feldpost (Japanisch-Russischer Krieg) Verwendung fand.

Versehen mit dem Formationsstempel "Kommandant der Eisenbahntation Tscheljabinsk an der Samara-Slatoust Eisenbahn".
Aufgeliefert wurde die AK im Bahnhofspostamt Tscheljabinsk am 2. Juni 1905 und konnte am 20 Juni 1905 in Terijoki (Finnland) zugestellt werden.

MfG >Franz<
Hab hier eine Postkarte die ich auf Grund des Aufdruckes "Correspondace Militaire" als französische Feldpost einordne. Laut Text lief die Karte am 13.09.1914 von Montbrison nach Suhl, ein Reinhold verabschiedete sich von seiner Jenny und grüßte ihre Eltern (soweit hab ich das verstanden).
Ein postalischer Stempel ist leider nicht lesbar. Auf der Rückseite oben links befinden sich Fragmente eines Poststempel die den Eindruck eines Abdruckes von einem andern Beleg vermuten lassen und ein in rot undefinierbarer Vermerk o.ä.


Schönen Gruß
Sepp
@ Briefuhu [#39]
Hallo Sepp,
links oben in roter Tinte:
"Vu" (unterstrichen) -> übersetzt: "Gelesen" (m.E. ein französischer Zensurvererk)
Danach:
Paraphe des Zensors
Beste Grüße!
Lars
@ Lars Boettger [#40]
Hallo Lars,
vielen Dank für Deine Hilfe. Also dürfte die Karte tatsächlich gelaufen sein.
Schönen Gruß
Sepp
@ Lars Boettger [#40]
Nur ganz kurz am Rande:
"Vu" (unterstrichen) -> übersetzt: "Gelesen"
Vu heisst "gesehen", nicht gelesen. ;-)
[/Korinthenkackering]
Liebe Grüße
Thomas
@ DL8AAM [#42]
Hallo Thomas,
Du hast vollkommen recht!
Beste Grüße!
Lars
In der unten gezeigten Karte beschwert sich ein Soldat des 109. Infanterie-Regiments / 1. Maschinengewehr-Kompagnie bei seinen Eltern, dass er schon länger keine Post mehr erhalten habe. Er ist in Luxemburg (immer noch) und es geht im gut. Interessanterweise hat die Karte keinen "typischen" Feldpoststempel, sondern nur einen Datumsstempel vom 6. Dezember 1918 und einen Stempel der Kompagnie. Für mich ist das eine interessante Variante von früher französischer Feldpost aus Luxemburg.
Beste Grüsse!
Lars
Liebe Sammelfreunde,
ich zeige Euch hier eine K.u.K-Feldpostkarte (ein neues Sammelgebiet für mich), die den 18. Februar 1916 geschrieben wurde. Den Text habe ich transkribiert, aber was mich am meisten interessiert ist der Briefstempel:
„Epidemie laboratorium VIII. als Salubritätscomision VI.A.E.K. Filiale in“
Ich habe folgende Fragen:
1) Wo befand sich am 28. Februar 1916 das K.u.K-Etappenpostamt 146?
2) Was bedeutet die Abkürzung A.E.K? Die Abkürzung “A.O.K” (Armee Ober Kommando) ist mir natürlich bekannt, aber “AEK” sagt mir nichts. Siehe auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_%C3%B6sterreichisch-ungarischen_Milit%C3%A4rverb%C3%A4nde_1914_bis_1918#Armeen.
3) Was war die Aufgabe der „Salubritäts-Kommission“?
4) Mit welchen epidemiologischen Untersuchungen war das „Epidemie laboratorium VIII“ beauftragt? Auf der Website
https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=22237 lese ich nur folgendes: <<Bis 1913 waren in der k.k. Armee sogenannte kleine „Epidemie-Laboratorien“ nach der Konstruktion des Stabsarztes Rudolf Doerr im Einsatz.(…) Ab 1913 wurden die von Doerr entworfenen Laboratorien modifiziert.

Ich lese:
Den 18.II.1916
Liebes Frl. Girtzig!
Ob Sie sich an mich noch
erinnern können? – Ich schrieb
Ihnen in Januar eine Karte,
ob sie aber angekommen ist? -
Ich möchte Ihnen sowie Ihre
Frau Mama nochmal recht-recht
herzlich danken für Ihre freund-
lichkeit und liebevolle Aufnahme.
Herzlichste Grüsse Schw(ester). Heriberta Gantens(?)
Anschrift
Fräulein
Miczi Girtzig
Lasdehnen Kr(eis). Pillkallen[1]
Ostpreussen
Feldpoststempel
HADTÁP-POSTAHIVATAL[2]
915(???) Mär(z)
146
Briefstempel
Epidemie laboratorium VIII.
als Salubritätscomision VI.A.E.K.
Filiale in
Feldpostvermerk
Feldpost!
[1] Lasdehnen - Am 1.2.1818 wurde der Kreis Pillkallen gegründet. Zum Kreis Pillkallen gehörten die Kirchspiele Pillkallen, Kussen, Mallwischken, Lasdehnen, Willuhnen, Schillenen und Schirwindt. Siehe auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Krasnosnamensk_(Kaliningrad)
[2] Etappen-Postamt
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#45]
Hallo Emiel,
1) Wo befand sich am 28. Februar 1916 das K.u.K-Etappenpostamt 146?
Ich weiß es nicht. Auf der Seite [1] steht nur zur Nr. 146: "11/15-12/16: Qu.Abt.6 (6.armee-XII korps.) - RB". Ich weiß nicht, ob du damit etwas anfangen kannst.
3) Was war die Aufgabe der „Salubritäts-Kommission“?
Google einmal den Begriff "Salubritäts-Kommision" dort wirst du einiges finden z.B. Impfungen, Verarbeitung von Stuhlproben, Bakteriologie usw. Nach wiktionary.org bedeutet Salubrität: die gesunde Beschaffenheit (des Körpers). Wenn ich die Vielfalt der Aufgaben sehe, vermute ich einfach, dass es ein anderes Wort für Gesundheits-Kommission ist.
Ich schicke dir noch eine Mail dazu.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://feldpost-croatia.blogspot.com/p/wwi-kuk-feldpost-numbers.html
@ volkimal [#46]
3) Was war die Aufgabe der “Salubritäts-Kommission”?
Vielen Dank für Deinen Hinweis, Volkmar! Ich möchte hier gerne etwas zitieren aus der Arbeiterzeitung vom 31. August 1914:
Die Abwehr des Epidemiefeindes ist im Bordertand in die Hand sogenannter Salubritäts-kommissionen gegeben, deren wir eine ganze Reihe besitzen. An der Spitze einer solchen Kommission steht ein gewiegter Fachmann, dem Hilfsärzte beigegeben find, die selbst wieder teils bakteriologisch, teils chemisch geschult sind. Die Laboratorien sind in jeder Beziehung als ausgezeichnet zu bezeichnen. Wir besitzen solche in der verschiedensten Zusammenstellung. Jede Salubritätskommissiin ist ausgerüstet mit Laboratorien, die auf Wagen transportiert werden müssen und sozusagen die Zentralen darstellen, während andere, gleichsam ambulante Laboratorien, auf Tragtieren fortgebracht werden können. Jahrelange wissenschaftliche und technische Erfahrung hat die betreffenden Mitglieder der Kommissionen in Stand gesetzt, kompendiöse Laboratorien zu bauen, welche alle Anforderungen an wissenschaftliche Laboratorien unter jeder Bedingung erfüllen. Ein Teil dieser Laboratorien hat sich bereits in den Balkankriegen bewährt. Die bort gesammelten Erfahrungen haben ihre Früchte getragen. In unaufhörlichem Fleiße wurden diese Laboratorien entsprechend den Erfahrungen vervollständigt, so daß man sagen kann, sie stehen wohl heute auf der Höhe der Situation. Ein solches auf zwei Tragtieren unterbringbares Laboratorium, das alles enthält, was man zu bakteriologischen und chemischen Feststellung der verschiedenen Infektionskrankheiten braucht, kann, wie ja in der Natur der Sache gelegen, überall hinkommen und sozusagen die Anhänge epidemischer Erkrankungen in ihren Schlupfwinkeln aufsuchen. Vom transportablen Mikroskop bis zur Platinöse enthalten sie alles.
Diese Vorsorge geht soweit, daß bei der Nachricht, daß irgendwo in einem weitabgelegenen Stand ein Mann, unter verdächtigen Symptomen erkrankt sei, ein Arzt mit einer Hilfsperson, die ein in einem Tournister untergebrachtes Laboratorium trägt, diesen Mann aufsuchen kann, um an Ort und Stelle all jene Proben zu machen, welche die Diagnose der betreffenden epidemischen Erkrankung ermöglichen. Vielleicht nirgends in der Medizin ist die Prophylaxe so auf die rasche und richtige Erkenntnis des pathologischen Prozesses aufgebaut also in der Bekämpfung der Epidemien. Zu diesen Laboratorien, dem stehenden Heere und der Landwehr angehörig, kommen noch einige des Roten Kreuzes. Aber nicht nur in erkennender Umsicht, sondern auch vorbeugend ist unserer Ausrüstung als erstklassig zu bezeichnen. So wurden beispielsweise eigene Werkblätter ausgegeben, auf Grund welcher die Unteroffiziere jeden einzelnen Mann zu belehren haben, in welcher Art und Weise er in epidemieverdächtigen Gegenden sich zu benehmen habe, was für Wasser er trinken dürfte, was er essen dürfte, usw. Abgesehen von den Vorschriften des Abkochens von Trinkwasser, abgesehen von der Verabreichung von Zitronensäure, Thee und Kaffee an den Mann, hat unsere Heeresverwaltung auch Vorsorge getroffen, eine große Reihe von Filtrations- und Sterilisationsapparaten für Trinkwasser ins Feld zu schicken. Außerdem wurde dafür gesorgt, eine genügende Menge von Schutzimpfungsstoff aufzuspeichern. Wir können mit diesen Vorräten innerhalb weniger Tage ganze Armeen versorgen, so daß wir wohl mit Ruhe dem eventuellen Herannahen von Epidemien entgegensehen können.
@ evwezel [#45]
Die Empfängerin hörte wohl auf den schönen Namen "Miezi".
@ Gauss [#48]
Hallo Gauss,
Du hast recht, da habe ich einen Tippfehler gemacht. Ich habe übrigens irgendwo gelesen, dass “Miezi” ein Kosename für “Maria” ist.
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#45]
AEK dürfte Armee-Etappenkommando bedeuten. Was ich nicht erklären kann ist, wieso es dieses Kdo noch gab, obwohl das AOK 6 bereits im Dezember 1914 aufgelöst worden war und erst im 1.1918 neu aufgestellt wurde. Möglicherweise blieb das Etappenkdo bestehen und kam andernorts zum Einsatz.
HG
charly999
@ evwezel [#45]
ad. 2 “Was bedeutet die Abkürzung A.E.K.?”
Ich bin fündig geworden! Auf
https://blog.hgm.at/wp-content/uploads/2020/11/Von-Impfaktionen-und-medikamentoeser-Behandlung.pdf lesen wir, dass diese Abkürzung für “Armee-Etappenkommando” steht.
Viele Grüße
Emiel
@ charly999 [#50]
Guten Mittag Charly999,
ich bitte um Entschuldigung, dass ich Deine Rückmeldung völlig übersehen habe! Du wirfst eine sehr interessante Frage auf. Ich werde versuchen, eine Antwort herauszufinden. Sobald ich weitere Informationen habe, melde ich mich wieder.
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#45]
Zum Aufgabenbereich der Salubritätskommsission gehörten:
Die Vornahme von bakteriologischen und mikroskopischen Untersuchungen zur Erforschung von Krankheitsursachen.
Vorschläge zur Verhütung von oder Bekämpfung von Epedemien zu unterbreiten.
Trinkwasser- und Nahrungsmitteluntersuchungen durchzuführen.
Besichtigung von Truppenunterkünften wenn vermehrt Krankheiten auftreten und die Ursachen beseitigen.
Besichtigung von Schlachtviehhöfen- und depots und Anordnung zur Beseitinung der Mängel.
Assanierung von Schlachtfeldern und Desinfektion derselben.
Untersuchung von Gräbern und Behebung von vorgefundenen Sicherheitsrisiken.
Eine Kommission bestand aus mehreren gut ausgebildete Militärärzten (Bakteriologen und Chemiker). Zur Erfüllung ihrer Aufgaben erhielt jede dieser Komissionen einen Sanitätsunteroffizier und 4 Mann aus der Sanitätstruppe zugewiesen.
Das Hauptfeldpostamt 146 (ungarischer Stempel) befand sich im Feber 1916 in Polen und Wolhynien - Quartiermeisterabteilung 6 - Etappenpostamt (für XII. Korps).
Liebe Grüße
Harald
@ BANANA60 [#53]
Guten Abend Harald,
vielen lieben DANK für diese hochinteressante Informationen! Es ist wirklich großartig, was man hier alles lernen kann!
Einen schönen Abend wünscht Dir
Emiel
Hallo zusammen,
eine deutsche Ansichtskarte aus dem von Frankreich besetzten Felleringen (franz. Fellering) nach Bruyères vom 02.01.1915:

Felleringen liegt im Tal Saint-Amarin ca. 14 km nordwestlich von Thann. Ab dem 4. August 1914 erhält die französische Armee den Befehl, ins Elsass, das seit der Annektion von 1871 zum Deutschen Kaiserreich gehörte, vorzustoßen und die Täler und wichtigsten Städte zu erobern. Nach dem Bewegungskrieg erstarrt die Front während der Monate Oktober und November 1914. Die Täler Saint-Amarin und Masevaux bleiben in französischer Hand [1]. Thann galt in Frankreich vier Jahre lang als ‚Hauptstadt des befreiten Elsass‘. Auf dem Neujahrsgruß ist extra vermerkt "carte allemande", also "Deutsche Karte".

Die Karte wird am 2. Januar 1915 (= 2. Janvier 1915) bei der französischen Feldpost aufgegeben. Sie bekommt den Stempel TRESOR ET POSTES / * 141 *.
Der Ankunftsstempel aus Bruyères ist vom 06.01.1915.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.france.fr/de/vogesen/artikel/1-weltkrieg-die-vogesenfront
Österreichische Feldpost
Ansichtskarte von Dubrovnik - Ragusa, gelaufen am 09.03.1916 nach Lisznyo (deutsch Lisnau, heute Rumänien). Stempel vom 09.03.1916 K. u. K. Kriegsmarine Sankt Georg und Stempel vom 11.03.1916 K.u.K. Feldpostamt Pola. Der Absender war von der Besatzung der SMS Sankt Georg. Die SMS Sankt Georg war ein Panzerkreuzer der k.u.k. Kriegsmarine, der als stärker bewaffnete Variante des Kreuzers Kaiser Karl VI. geplant wurde. Das Schiff absolvierte mehrere Auslandsreisen, wurde anschließend im Ersten Weltkrieg eingesetzt und spielte eine Schlüsselrolle beim Matrosenaufstand im Februar 1918.(Wikipedia)



Schönen Gruß
Sepp
Liebe Sammlerfreunde,
ich zeige Euch hier eine KuK Feldpostkarte, die am 18. Oktober 1917 verschickt wurde (die nummer “1” ist im Stempel teilweise weggefallen). Der Schreiber erwähnt, dass er den (österreichischen) Kaiser “bei seiner Einfahrt in die Ortschaft fotografiert” hat. Der erwähnte Kaiser muss Karl I gewesen sein, der letzte Kaiser von Österreich. Ich möchte gerne herausfinden, in welchem Ort das Foto genommen wurde. Vielleicht kann der Feldpostnummer einen Hinweis geben. Weiß jemand, in welchem Ort KuK Feldpostamt 461 situiert war?
And noch etwas: was bedeutet hier “zeichnen fahren”? Oder ist meine Lesung falsch?
Viele Grüße
Emiel

—-
Meine Lesung:
16/10 17
Liebe Mutter! Bis heute
habe ich noch keine Nach-
richt von Dir, wie wohl [1] ich
Dir schon einige Karten
seit meiner Rückkehr ge-
schrieben habe. Wie geht es
Dir? Hoffentlich bist Du
gesund. Mir geht es recht gut hier.
Heute war der Kaiser hier. Ich habe
ihn bei dieser Gelegenheit bei seiner
Einfahrt in die Ortschaft fotografiert.
Wie steht die Sache mit Hermann. Hast
Du noch keine Nachrichten aus Graz?
Wenn im nächsten Monat Kriegs-
anleihe kommt, werde ich zeichnen
fahren. Sonst nichts neues hier.
Viele Küsse Dein Dankbarer Sohn
Feldpoststempel
K.u.K. FELDPOSTAMT
8.X.17
461
Briefstempel
10.4 cm Kanonen Batterie O/4 B. 2.(?) Geschüt
Anschrift
Wohlg(eboren).
Frau
Kath Geissler
Wien IV
Starhembergg 7
[1] wiewohl = obwohl
@ evwezel [#57]
Hallo Emiel,
zur Antwort auf die Frage ein Stempel von Peter (filunski) aus der Datenbank:

Der übliche Sprachgebrauch war, dass man eine Kriegsanleihe zeichnet. Siehe auch Wikipedia [1].
Der Schreiber der Karte musste also irgendwohin fahren, um die Kriegsanleihe zu zeichnen. Bei ihm im Ort (oder auf dem Feld) war es wohl nicht möglich.
Viele Gerüße
Volkmar
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsanleihe
@ volkimal [#58]
Hallo Volkmar,
vielen Dank für Deine Erklärung!
Ich habe gerade auch gesehen, dass ich beim Transkribieren noch einen Fehler gemacht habe. “Geschüt” muss natürlich “Geschütz” sein.
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#57]
Darf ich noch nachtragen, daß die Straßenangabe m.E. zu kurz ist. Ich lese "Starhemberggasse 6"
Schönen Sonntag wünscht
Heinrich3
@ Heinrich3 [#60]
Hallo Heinrich,
vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit! Du hast recht, bei der Straßenangabe habe ich mich beim Kopieren vertan. Die richtige Nummer ist aber “7” statt “6”. Vergleiche diese Nummer mal mit der Nummer “7” in der Datumangabe:

Siehe auch das Adressbuch von Wien (1917).

Mit besten Grüßen
Emiel
@ evwezel [#57]
Ich habe gerade noch eine freundliche Antwort von Karl Kalis, Vorsitzender der ArGe Feldpost Österreich-Ungarn, erhalten:
“Das Feldpostamt 461 existierte von August 1917 bis November 1917 und wurde dann in das Feldpostamt Nr. 492 umgewandelt. Das Feldpostamt 461 war in Tirol stationiert und der 179. Infanteriebrigade zugeteilt.”
Leider konnte auch Karl keine genaue Ortsbezeichnung finden.
Hallo zusammen,
eine KuK-Feldpostkarte von Hartmut Sindel an Hans v. Hell aus dem Jahr 1916:

Die Karte trägt einen Stempel des
K.u.K. Etappenpostamtes Nr. 329 vom 01.02.1916.
Harald (BANANA60) hat diesen Stempel schon in die Datenbank eingestellt [1]. Er schreibt, dass der Stempel von 10/1915 bis 7/1916 am Isonzo, einem Fluss in Slowenien bzw. Norditalien, eingesetzt wurde. Im Verlauf des Flusses gab es im Ersten Weltkrieg zahlreiche Schlachten, die sogenannten Isonzoschlachten [2].

Der schwach abgeschlagene Stempel ist vom "
K.u.k. Infanterieregiment No. 46 / 1/XVIII. Marschkompagnie“.
Links unter dem siebensprachigen Absendervermerk steht zusätzlich, dass Hartmut Sindel beim E-Fr.-Korp (verm. Einjährigen-Freiwilligen-Korps) ist. Hartmut Sindel ist der Sohn des Pfarrers Emil Sindel aus Wolkendorf. Im Burzenländer Heimatkalender von 2018 fand ich die Information, dass Hartmut Sindel 1917 in der Schlacht am Isonzo gefallen ist. Wolkendorf liegt in Siebenbürgen (jetzt Rumänien) und hat heute den Namen Vulcan.
Die Anschrift ist:
Herrn
Einj.-Fr. Hans v. Hell
Fldwbl.-Kadettasp.
Kronstadt-Brassó
K.u.k. I.R. 46 1/XIX Marschkomp.
Neue Kaserne
Ohne Abkürzungen lese ich:
Herrn
Einjährig-Freiwilligen Hans von Hell
Feldwebel-Kadettaspirant
Kronstadt-Brassó
Königlich und kaiserliches Infanterie-Regiment 46 1/XIX Marschkompanie
Neue Kaserne
In Kronstadt-Brassó angekommen bekam die Karte einen roten Weiterleitungs-Vermerk::
Szászvár
K.u.k. I.R. No. 71
Kronstadt (ungarisch Brassó) ist eine Stadt in Siebenbürgen. Heute liegt der Ort in Rumänien und hat den Namen Brașov. Szászvár ist eine ungarische Großgemeinde im Kreis Komló im Komitat Baranya.
Hartmut Sindel schreibt auf der Karte:
Lieber Hans! Ich will Dir nicht einen Brief schreiben
weil ich geringe Hoffnung habe, ob Dich diese Karte noch
in Kronstadt findet, und ??? wär dann das. Du hättest
ein bissel weniger geniale Schriftzüge in Deinem
Brief zu Papier bringen sollen, weil der Genuß
des schönen Inhaltes durch das mühevolle Entziffern
stark beeinträchtigt wurde. Du armer, guter Hans! Wie
ich Dich in Deinem Weltschmerz bedaure! Wenn nur bald
auch näher einander sein werden, als momentan, so wer-
den wir uns außer an der Front, doch sicherlich treffen und das
kann noch lange, lange dauern bis ihr hinkommt. Erwarte
nicht allzu viel vom neuen Leben! für jedes Bataillon, für jede Komp.
jeden Zug, jeden Mann gestaltet es sich anders. Ich war nicht unangenehm
überrascht, weil ich nicht viel erwartet habe. Das Zeichnen wird jedenfalls eine
tröstende zerstreuende Beschäftigung für Dich sein. Es grüßt Dich Dein H.

Den roten Vermerk auf der Rückseite kann ich nicht lesen.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/527603
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Isonzoschlachten
@ volkimal [#63]
Hallo Volkmar,
das fehlende Wort bei den drei Fragezeichen ist "wozu". Der rote Vermerk is vermutlich in der ungarischen Sprache.
Viele Grüße
Emiel
@ evwezel [#64]
Hallo Emiel,
vielen Dank! "Wozu" ist man manchmal blind?
Beim roten Text kommen für mich die rumänische (Kronberg) und die ungarische Sprache (Szászvár) in Frage.
Viele Grüße
Volkmar
Hallo zusammen,
ich habe noch eine weitere KuK-Feldpostkarte. Da sie weder einen Tagesstempel trägt noch datiert ist, kann ich nur sagen, dass sie aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammen muss. Erschwerend für die genauere Bestimmung ist, dass die Karte in Tschechisch geschrieben ist.

Die Karte geht an „??? Pani / Pani Marie Zděnkova“ in Praha-Žižkov.
Übersetzt: „??? Frau / Frau Marie Zděnkova” in Prag-Zizkow“.
Der Absender ist ihr Sohn Josef Zděnek. Das ist die männliche Form des Familiennamens. Josef Zděnek war beim „KuK Infanterie Regiment No. 45 in ??? Průmysl Halič“.
Průmysl (Tschechisch) = Przemyśl (Polnisch) = Stadt in Polen an der Grenze zur Ukraine. Halič (Tschechisch) = Galizien. Przemyśl kam 1772 nach der Ersten Teilung Polens zum Kronland Galizien der Habsburgermonarchie.

Im Unterschied zur handschriftlichen Absenderangabe stammt der Zeilenstempel vom „KuK Infanterie Regiment Nr. 9“. Anstelle eines Datumsstempels trägt die Karte den roten Rechteckstempel „Von der Armee / im Felde“. Es ist ein Feldpoststempel von Einheiten, welche nicht an ein Feld- oder Etappenpostamt angeschlossen waren, sondern bei denen die Post über die Zivilpost abgeleitet wurde. Roter Abschlag an der Ostfront und in Innerösterreich. [1]
Sowohl Teile des Infanterie Regiments Nr. 9 als auch von Nr. 45 waren 1914 in Przemyśl stationiert [2].

Vom Text der Karte habe ich nur die erste Zeile übersetzen lassen. Dort steht „Draha maminko“ = „Liebe Mama“

Im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn gab es ca. 10 verschiedene Sprachen. Die Soldaten der KuK-Armee stammten aus vielen verschiedenen Völkern. Dementsprechend kommt die Angabe „Feldpostkorrespondenzkarte“ in vier verschiedenen Sprachen vor: Deutsch, Ungarisch, Polnisch und einer der südwestslawischen Sprachen (Slowenisch, Bosnisch, Serbisch oder Kroatisch).
Noch extremer ist es mit dem Wort „Absender“. Dieses ist in neun Sprachen angegeben. Von oben nach unten sind es: Deutsch, Ungarisch, Tschechisch (Böhmisch), Polnisch, Ruthenisch (Vorläufer von Ukrainisch), Italienisch, zwei der südwestslawischen Sprachen und Rumänisch.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/420477
[2]
https://www.mlorenz.at/Bewaffnete_Macht/01_Infanterie/01_Infanterie_01.htm