Thema:
Deutsches Reich Luftpost nach Südamerika
Hallo zusammen,
die Hamburger Firma Wilhelm Krawehl sandte am Samstag, den 5.2.1938, einen Brief an ihre Niederlassung in Montevideo (Uruguay). Der 125 gr. schwere Brief wurde mit der Versandart Geschäftspapiere aufgegeben und war als Auslandsbrief<250gr. mit 25 Rpf. zu frankieren; die Einschreibegebühr betrug weitere 30 Rpf.
Da der nächste deutsche Flug nach Südamerika erst am kommenden Mittwoch gestartet wäre, wurde die Beförderung "mit Französischer Luftpost" vorgegeben. Diese startete sonntags im Paris und beförderte den Brief über Toulouse, Dakar, Natal, Pernambuco, ... Rio de Janeiro, Porto Allegre nach Montevideo, wo er am Mittwoch 9.2.1938, nach nur 4 Tagen, ankam. Der Luftpostzuschlag für Geschäftspapiere betrug 150 Rpf/25gr., sodaß das Porto in der Summe 805 Rpf. betrug, die mit den Flugpostmarken von 1934 frankiert wurden.
Zum Vergleich: als normaler Luftpost-Einschreibe-Brief wäre er mit 3895 Rpf. zu frankieren gewesen. Die Erhaltung ist der Versandart geschuldet und wurde wegen der Seltenheit dieser Belege in Kauf genommen.

mit bestem Gruß
stampmix
Hier ein Luftpostbrief von Hamburg nach Rio de Janeiro, mit Luftschiff Graf Zeppelin anlässlich der Südamerikafahrt Weihnachten 1934 befördert. Grüner Bordstemwpel mit Buchstabe d (ab Hamburg).

Gruß
Johannes
Hallo,
ein Luftpost-Brief aus Schwenningen vom 22.02.1935 nach Buenos Aires. Der Ankunftsstempel vom 01.03.1935 müsste ein Handrollstempel sein.
Gruß
Manne
Liebe Sammlerfreunde,
ein Luftpostbrief vom 12.10.1934 von Leipzig über Friedrichshafen nach Buenos Aires. Frankiert mit 2x Mi 437 (aus der Serie Reichspräsidenten) und 1x 520 (Hindenburg Medaillion), ergeben die Marken die notwendigen 175 Pfennige (25 Pfennige Auslandsgebühr, 150 Pfennige Flugpostgebühr bis 5 Gramm nach Südamerika) für den 4 Gramm schweren Brief. Mit dem Aufgabestempel aus Leipzig werden die Postkunden aufgefordert, die Flugpost zu benutzen.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
@ Totalo-Flauti [#4]
Das ist ein Brief zur 10. Südamerikafahrt LZ 127 410. Fahrt Start Friedrichshafen 13.10.34 19 Uhr 15; Landung Recife 16.10.34 20 Uhr 30. Danach Weiterflug nach Buenos Aires.
Hallo,
ein weiterer Luftpost-Brief aus Schwenningen vom 22.05.1930 nach Buenos Aires. Ankunftsstempel vom 08.06.1930.
Gruß
Manne

Liebe Sammlerfreunde,
eine Drucksache (Ausland 5 Pfennig) per Luftpost (Zuschlag 150 Pfennig) aus Leipzig nach Rio de Janeiro vom 14.04.1934. Der 3 Gramm schwere Brief benötigte noch 16 Tage bis zum Empfänger. Für das Porto wurden eine MiNr.364, eine MiNr.420 und eine MiNr.468 verwendet.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Luftpostbrief (Gewicht handschriftlich "3 gr") aus Stuttgart vom 9.4.1940 nach Osorno/Chile, Ankunft 25.4.1940.
Frankiert mit 1,75 RM (Luftpostgebühr bis 5 gr. 1,50 RM + 0,25 RM für den Auslandsbrief).
Deutsche Zensurvermerke.


hajo22
Deutsche Luftpost aus Berlin vom 20.10.1937 nach Santiago de Chile mit Ankunftstempel (Datum schlecht erkennbar, wahrscheinlich 25.10.1937).
Handschriftlicher Vermerk 20,50 / 65 g.
Frankiert mit 20,50 RM. Briefporto ins Ausland = 0,25 RM + 0,15 RM je 15 gr. also 0,70 RM. + Einschreibegebühr 0,30 RM = 1,00 RM.
Luftpostzuschlag 1937 nach Chile 1,50 RM je 5 Gramm. Daraus resultieren 13 X 1,50 RM = 19,50 RM. Ergibt das erwähnte Gesamtporto von 20,50 RM.


Gruß Ulf
@ Dulfen1 [#9]
dieser Beleg ist durch die Daten exakt beschreibbar:
DLH-Maschine Karlsruhe 21.-22.10. Frankfurt - Lissabon;
Maschine: Breslau 22.10. Lissabon - Las Palmas F.V.R. wetterbedingt 23.10. Las Palmas - Bathurst, The Gambia;
Maschine Passat 23.-24.10. Bathurst - Katapultschiff - Fernando;
weiter mit Condor 24.- 25.10. Rio de Janeiro - Buenos Aires - Santiago.
Eine schöne Tour. Regis
Danke Regis für die schöne Darstellung der Beförderung, leider verfüge ich nicht über entsprechende Literatur.
Großer Ausschnitt von Geschäftspapieren, Gewicht 210 Gramm von Hamburg nach Rio de Janeiro vom 31.08.1934. Teilweiser Ankunftstempel vom Donnerstag dem 06.09.1934.
Befördert mit Graf Zeppelin ab Friedrichshafen 01.09.1934 (7. Südamerikafahrt 1934)
Frankiert mit 2X Mi.Nr. 515, Nr. 532, 4X 536, 537, 2X 538 und einmal 539 = 11,50 RM.
Porto: Geschäftspapiere < 250 Gramm = 0,25 RM + Luftpostzuschlag 1,25 RM je 25 Gramm = 11,25 RM = 11,50 RM.

Gruß Ulf
Luftpostbrief (3 Gramm) von Mühlheim (Baden) nach Concepcion (Chile) vom 18.04.1941 ohne Zensur (!).
Ankunftstempel vom 06.05.1941, die anderen beiden Stempel sind leider verschmiert bzw. für mich nicht lesbar.
Frankiert mit 4x Mi.Nr.: 767 und 3x Nr. 771; 0,25 RM Auslandsbriefporto + 1,50 RM Luftpostzuschlag nach Chile = 1,75 RM
Mi.Nr.: A 379, 381, 383 und 424 auf LP-Brief von Hamburg über Lyon, Marseille nach Buenos Aires.
Mit französischer Luftpost ab Marseille, abgeschickt am 27.10.1933, Ankunft 05.11.1933.
Porto: 25 Pf. Auslandsporto + 4 X 160 Pf. Luftpostgebühr = 665 Pfennig. (je angefangene 5 Gramm waren 160 Pf. zu entrichten, hier handschriftlich vermerkt 16 Gramm)

Gruß Ulf
Etwas wild frankierter und demolierter LP-Brief von Grimma nach Quito (Ecuador).
Am 08.03.1933 Mittags in Grimma abgestempelt, am gleichen Tag noch um 22.?? Uhr die Eilbriefstelle in Hamburg durchlaufen und von dort aus auf dem Seeweg nach New York befördert.
Ab New York per Luftpost nach Quito, Ankunftstempel 23.03.1933.
Gewicht 54 Gramm ; Frankiert mit insgesamt 775 Pfennig
Portozusammensetzung:
Briefporto ins Ausland 25 Pf. + 15 Pf. je weitere 20 Gramm = 55 Pf.
Luftpostgebühr für die Beförderung von New York nach Ecuador: 120 Pf. je 10 Gramm = 720 Pf., also exakt die frankierten 775 Pfennig.


Gruß Ulf
Hier erschließt sich mir das Porto nicht vollständig.
Deutsche Luftpost von Dortmund nach Rio de Janeiro vom 25.05.1935.
Porto: 2120 Rpf (!) Absenderfreistempel: Hoesch-Köln-Neuessen, Hauptverwaltung Dortmund
+ 265 Rpf zugefügtes Porto in Form von 2X Mi.Nr.:455, 4X Mi.Nr.520 und einmal Mi.Nr. 549
=======
2385 Rpf
Links oben wurde das Gewicht von 88 Gramm (?) vermerkt, schlecht zu erkennen, auf dem Scan fast gar nicht.
Für mich ergibt sich dann:
Briefporto ins Ausland bis 100 Gramm = 85 Rpf
Eil-Zustellgebühr = 40 Rpf
Luftpostgebühr 125 RpF je 5 Gramm = 2250 Rpf
=====
2375 Rpf
10 Rpf Differenz sind nicht viel, aber vielleicht bin ich auch auf dem Holzweg und das Porto setzt sich völlig anders zusammen. Der Brief ist lädiert, aber Bedarf und muss wohl einen bedeutsamen Inhalt gehabt haben.
Ankunftstempel: 29.05.1935 Rio de Janeiro.


Gruß Ulf
@ Dulfen1 [#15]
Tolle Frankatur!
Die Redaktion hat meinen Beitrag in das tote Thema "Hindenburg Belege" kopert, weil der seit 10 Jahren bestehende Hindenburg Thread "gemischt" war und "die Flut" von kommenden Beiträgen "nicht zu ahnen" war. Gemeint sind wohl die Handvoll Beiträge von Zusammendrucken in 248 schönen Beiträgen. Die "Flut" bestand aus 10 Beiträgen im letzten Jahr. Mein Beitrag hier wurde wie üblich redaktionell gelöscht.
besten Gruß
Michael
Geschäftsbrief per LZ 127; 6. Südamerikafahrt nach Chile (12.-21.09.1932); Porto 7,75 RM.
Setzt sich zusammen aus Luftpostgebühr: 1,50 RM je 25 Gramm ==> Hier 101 - 125 Gramm + 25 Pfennig Auslandsporto (Brief)
Unspektakulär von der Frankatur her, aber eben echter Bedarf :)

Gruß Ulf
@ Dulfen1 [#15]
Hallo,
bin zufällig beim Studium des 'Schwarzer' darauf aufmerksam geworden, daß für die Eilzustellung im Ausland nicht 40 Pfg, sondern 50 Pfg Zuschlag anfielen.Dann stimmt das Porto Deines Beleges also.
Gruß
charly999
Danke charly999 für die Info.
Hier ein LuPo-Brief von Braunschweig nach Buenos Aires, befördert mit französischer Flugpost Juli 1934.
Porto: 160 Pfennig je 5 Gramm, hier also 480 Pfennig (15 Gramm) + 25 Pfennig Auslandsporto (Brief).

Gruß Ulf
Luftpost ab New York, Bankbrief von Solingen vom 17.04.1937 nach Kolumbien; Ankunftstempel 28.04.1937, Medellin .
Porto bis 5 Gramm: 25 Pf. Auslandsbrief + 75 Pf. Luftpostgebühr ab New York + 20 Pf. Luftpostgebühr innerhalb Kolumbiens = 120 Pfennig

Gruß Ulf
Hallo,
heute zwei neue Belege für meine Sammlung:

Bei diesen Drucksachen, auch sie gingen über die Luftpost "Südamerika", kam neben dem Drucksachen-Porto von 5 Rpf noch die Luftpostgebühr von 125 bzw. 180 Rpf hinzu, in dieser sauber erhaltenen Form schon tolle Belege.
Dank des hervorragenden Kataloges von Paul-Jürgen Hueske habe ich jetzt keine Probleme mehr bei der Bestimmung der LP-Gebührenstufen.
mit Sammlergruß
Werner
@ HWS-NRW [#21]
Hallo Werner,
haben wir das nicht schon vor zwei Tagen veröffentlicht?
Siehe dazu:
https://www.philaseiten.de/beitrag/355681Viele Grüße
Hajo
Hallo Hajo,
hatte es bewußt bei den Kalendertürchen gezeigt und gehofft, dass Richard, wie so oft, von sich aus das Thema auch weiter verschiebt.
Und es sind halt so schöne Belege, die kann man gar nicht oft genug zeigen.
Beste Grüße
Werner
Deutsche Luftpost von Breckenheim / Württ. nach Santa Cruz, Bolivien.
Abgestempelt 17.01.1939, Ankunftstempel 23.01.2939.
Frankiert mit 2 X Mi.Nr. 536 und 1 X Mi.Nr. 681 = 175 Pfennig
Porto: 25 Pf. Auslandsbrief und 150 Pf. Luftpostgebühr (bis 5 Gramm)

Gruß Ulf
Diesmal etwas kompliziert:
Brief mit Seepost am 27.03.1933 ab Hamburg, befördert mit dem eleganten Transatlantikdampfer "Aquitania" nach New York, Ankunft 04.04.1933.
Luftpost ab New York über San Juan nach Miami (Air Mail Field / 08.04.1933).
Gesendet an einen Ingenieur der M.S. "Leda" angeblich liegend in Las Piedras Portorico / Mittelamerika (Puerto Rico).
Las Piedras gibt es tatsächlich auf Puerto Rico, es handelt sich aber um eine Binnengemeinde der Insel, an der wahrscheinlich kein Schiff anlegen kann.
Der Brief wurde nach Las Piedras / Venezuela befördert, hier lag die M.S. "Leda", Ein Tankschiff wohl zusammenarbeitend mit der Erdölgesellschaft "Venezuela Oil-Co."
Das Porto wurde für Puerto Rico taxiert:
25 Pf. Auslandsbrief + 30 Pf. Einschreibegebühr + 2X 40 Pfennig Luftpostgebühr ab New York (über 10 Gramm Gewicht), also die frankierten 135 Pfennig.
Ankunft: Kastenstempel, schlecht lesbar: Ship`s mail desk May 17 1933, Standard ??? Co., 26 Broadway.


Die M.S. "Leda" wurde 1925 in den Howaldtswerken Kiel gebaut, gehörte ab 1935 der "Panama Transport Co." und wurde im II.WK am 3.11.1942 vor Trinidad von U 160 versenkt.
Ulf
Absenderfreistempel der Daimler Benz AG von Stuttgart aus mit deutscher Luftpost nach Lima / Peru befördert.
Am 26.09.1936 in Stuttgart Untertürkheim aufgeben, Ankunftstempel rückseitig: Lima 09.10.1936.
Porto: 25 Pf. Auslandsbrief + 150 Pf. Luftpostzuschlag.

Gruß Ulf
@ Dulfen1 [#25]
Anfrage zur Literatur
Ich bitte um Mitteilung, wo ich die ausführlichen Daten zum Transatlantiklufttransport nachschlagen kann. Haber, Hormann, Wilson/Walton, Hueske besitze ich selbst. Irgendwo sah ich die Flugdaten der LATI, aber wo?
Und noch eine Frage: Ältere Luftpostbriefe sind oft mittig gefaltet. Das muss auf dem Transport geschehen sein, aber warum? Waren die Luftpostsäcke daran Schuld? Wohl kaum.
Für Antworten dankt schon jetzt´
Sentawau
@ sentawau [#27]
Und noch eine Frage: Ältere Luftpostbriefe sind oft mittig gefaltet. Das muss auf dem Transport geschehen sein, aber warum? Waren die Luftpostsäcke daran Schuld? Wohl kaum.
Die Faltung hat nichts mit Postsäcken zu tun, auch wurde auf dem Transport sicher nichts gefaltet. Ich denke das ist der Südamerikanischen Bequemlichkeit geschuldet. Ein gefalteter langer Brief passt einfach einfacher in eine z.B. Jackentasche.
@ 22028 [#28]
Danke! Überzeugt bin ich aber nicht!
Und noch eine Literaturfrage: Was verbirgt sich hinter dem Zitat "W. Ehrlinger 16c"?
Sentawau
@ sentawau [#29]
Meine Meinung basierend auf 45 Jahre sammeln von Übersee, incl. Kolumbien wo ich, als Ehemann einer Kolumbianerin und einer 8-9-monatigen Projektdelegation und regelmäßigen Reisen nach dorthin auch mit der dortigen Mentalität vertraut bin.
Zitat "W. Ehrlinger 16c", kannst Du da ein Beispiel zeigen?
@ sentawau [#29]
Zu deinen Literaturanfragen:
1. Das Zitat „W. Ehrlinger 16c“ bezieht sich auf die Publikation von Werner Ehrlinger, Flugpost mit PAA -und IA-Clippern auf den Nordatlantik-Routen 1939-1945, erschienen in der Schriftenreihe des EAPC 2. Aufl. Stuttgart 1997
Unter Nr. 16 sind dort die anlässlich der Eröffnung der Nordroute durch PAA-Clipper am 24.06.1939 ab Shediac/Canada beförderten Erstflugbriefe katalogisiert. Die Katalognummer 16c betrifft die Etappe Shediac-Southampton.
2. Die Flugdaten der LATI auf ihrer Luftpostlinie Rom-Rio de Janeiro- Buenos Aires 1939-1941 werden ausführlich dargestellt von Martyn Cusworth, „The Italian South Atlantic Airline“ (L.A.T.I.), 2. Aufl. Uxbridge/GB 2022 (Handbook no. 10 of the Italy and Colonies Study Circle, GB (Preis incl. Porto ca. GBP 50). Das ist nach meiner Beobachtung die aktuellste und ausführlichste Darstellung zu diesem Thema.
Wolfgang
@ saintex [#31]
Vielen Dank für die Auskunft!
Ich vermute, dass der umfangreiche Artikel "Boeing 314" in der Wikipedia bekannt ist.
Sentawau
Hallo in die Runde.

Übersee-
Bedarfs-Fernbriefe per Luftpost versandt, dürften auch nicht so oft vorkommen. Er ging im September 1934 von SOLINGEN 1 aus in der Portostufe zu 155 Rpf (Porto 25 sowie Luftpost „France-Amerique du Sud“ 130 Rpf) nach Porto Alegre in Brasilien.
Rückseitig abgeschlagen auch ein Bahnpoststempel "KÖLN-???" vom 10.3.34, kann den zweiten Ortsnamen (HERS.....) leider nicht bestimmen.
mit Sammlergruß
Werner
@ HWS-NRW
Die fehlende Ortsbezeichnung lautet HERBESTHAL, eine belgische Grenzstadt an der Bahnstrecke Köln-Aachen-Brüssel-Paris.
Wolfgang
@ saintex [#34]
Hallo Wolfgang,
herzlichen Dank für Deinen Hinweis, da wäre ich nie drauf gekommen.
Habe es auch gleich textlich in mein geplantes Buch aufgenommen.
Beste Grüße
Werner
Waagerechter 3er-Streifen mit Mi.Nr.:658 und rückseitig waagerechter 5er-Streifen mit Mi.Nr.: 659
auf portogerechtem LuPo-Brief von Essen nach Rio de Janeiro.
Vorderseitig Sonderstempel Essen-Reichsgartenschau, rückseitig mit Tagesstempel Essen1/Y vom 08.04.1937 entwertet.
Porto: 25 Pfennig Auslandsbrief + 125 Pfennig Luftpostgebühr je angefangene 5 Gramm.

Gruß Ulf
Hallo,


Luftpostbrief vom 2.11.1943 aus Wien nach Buenos Aires, Ankunftsstempel 5.1.1944.
Der Brief wurde in Berlin und vom englischen? Zensor 64262 geprüft. Ob hier tatsächlich noch eine Luftpostbeförderung vorliegt bezweifle ich. Die italienische Lati hatte den Betrieb nach Südamerika schon eingestellt. Wo der Brief von den Engländern zesuriert wurde, weiss ich nicht.
Auch den Flugpostzuschlag von 90 Pfennig kann ich nirgends feststellen.
Grüße
Reini46
Hallo Reini46,
der Brief ist portogerecht, von Mai 1942 - April 1944 wurde ein Luftpostzuschlag von 90 Pfennig erhoben (je 5 Gramm).
Literatur: Paul-Jürgen Hueske Band 59, Luftpostzuschläge nach Amerika.
Ich bekomme die Tage einen Luftpostbrief vom 01.11.1943 von Heidelberg nach Buenos Aires, der wurde über Lissabon weitergeleitet. Ich werde Ihn nach Erhalt zeigen.
Von mir noch ein Brief mit der gleichen Frankatur vom 30.09.1942 von Bremen nach Buenos Aires.


Gruß Ulf
@ Dulfen1 [#38]
Hallo Ulf,
danke für die Information.
Grüße
Reinhard
Moin,
hier mein Brief von Heidelberg nach Buenos Aires vom 01.11.1943.
Porto: 25 Pf. Auslandsbrief + 30 Pf. Einschreibegebühr + 90 Pf. Luftpostzuschlag = 145 Pf.
Linksseitig um ca. 1,5 cm verkürzt, diverse Zensurstempel, kein Ankunftstempel vorhanden.


Gruß Ulf
Mit der Lati nach Südamerika


Nachdem Hitler durch den Einmarsch seiner Truppen die Kriegserklärungen Frankreichs und Englands provoziert hatte, musste seine Lufthansa ihre Flugroute nach Südamerika aischen Italien übernommen. Als Ende 1941 aufgeben. Sie wurde von der Gesellschaft LATI des faschistsolini an der Seite Hitlers in den Krieg eintrat, musste auch die LATI ihre Südamerikaflüge einstellen.
Abgebildet ist ein Brief, der am 18. Dezember 1939 in Stuttgart aufgegeben und mit dem Erstflug der LATI ab Rom am 21. Dezember nach Brasilien befördert wurde. Unscheinbar, aber selten.
Außerdem zeige ich einen Brief vom 29. Dezember 1941 aus Tübingen, der den letzten Flug der LATI nicht mehr erreichte und aus Italien zurückgeschickt wurde.
Moin,
der ersten Textzeile kann ich leider nicht ganz folgen, sieht nach Buchstabensalat aus.
Ich zeige hier noch einen Brief, der deinem sehr ähnlich ist. Gleiches Stempeldatum, aber ohne Hinweis auf Beförderung über LATI.
Generell ging doch auch noch vieles über Lissabon ins Ausland, oder? (bis zur Kriegserklärung an die USA)
Leider fehlt es mir an Literatur über LATI, sowie über Zensurstempel, wer kann helfen ?.
Hier von Leipzig nach Recife-Brasilien, 29.12.1941.
Porto: 25 Pf. Auslandsbrief + 125 Pf. Luftpostzuschlag je 5 Gramm.

Gruß Ulf
1939 - 1941 mit der LATI nach Südamerika


Nachdem Hitler durch den Einmarsch seiner Truppen die Kriegserklärungen Frankreichs und Englands provoziert hatte, musste seine Lufthansa ihre Flugroute nach Südamerika aufgeben. Sie wurde von der Gesellschaft LATI des faschistischen Italien übernommen. Als Ende 1941 Mussolini an der Seite Hitlers in den Krieg eintrat, musste auch die LATI ihre Südamerikaflüge einstellen.
Abgebildet ist ein Brief, der am 18. Dezember 1939 in Stuttgart aufgegeben und mit dem Erstflug der LATI ab Rom am 21. Dezember nach Brasilien befördert wurde. Unscheinbar, aber selten.
Außerdem zeige ich einen Brief vom 29. Dezember 1941 aus Tübingen, der den letzten Flug der LATI nicht mehr erreichte und aus Italien zurückgeschickt wurde.
@ Dulfen1 [#42]
Hallo Ulf,
die deutschen Luftpostlisten, d.h. die zeitgenössischen Unterlagen für die Postkunden, enthalten folgende Angaben für Brasilien:
Ausgabe vom 5.10.1941:
a) Mit Luftpost nach Südamerika, günstigste Luftpostbeförderungszeit 5 Tage, Zuschlag 125 Pf je 5g, Laufweg Rom ... Pernambuco ... Buenos Aires
b) Mit Luftpost über Nordamerika, günstigste Luftpostbeförderungszeit 9-11 Tage, Zuschlag 95 Pf je 5g, Laufweg Lissabon ... Bermuda, New York und weiter wie c)
c) Mit Luftpost ab New York, günstigste Luftpostbeförderungszeit 4-6 Tage ab New York, Zuschlag 55 Pf je 5g
Leitweg b) ermöglichte britische Zensur in Bermuda.
Die Luftpostlisten wurden regelmäßig von den Kriegsereignissen überholt, und in der folgenden Ausgabe vom 10.1.1942 heißt es lapidar "z.Z. kein Verkehr". Dafür wurde ein Kapitel über die Luftpostzuschläge der Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenpost ergänzt.
Dein Brief wurde von der Auslandsbriefprüfstelle Berlin (Kennbuchstabe b) geöffnet. Auch die Vermerke mit Bleistift auf der Vorderseite links oben und unter dem Luftpostvermerk sind von dort.
Ich bin mir nicht sicher, von wo aus der Brief zurückgeschickt worden ist. Auf jeden Fall haben die Deutschen nicht auf interessiertes Mitlesen verzichtet ...
Landsmann erwähnt diesen Zurück-Stempel im Zusammenhang mit Zensurmaßnahmen der ABP Berlin für den Zeitraum bis Dezember 1941, dann insbesondere für Post nach Nord- oder Südamerika (PV 1.1).
Grüße
Christian
Landsmann: Die Zesnsur von Zivilpost in Deutschland im 2. Weltkrieg. 2. Auflage, 2019
@ Dulfen1 [#40]
Hallo Ulf,
die Luftpostliste vom 4.10.1943 macht folgende Angaben für Argentinien:
"Luftweg Berlin - Lissabon, ab Lissabon mit amerikanischer Luftpost nach Argentinien - Flugdienst unregelmäßig - Beförderung auf Gefahr des Absenders"
Zuschlag 90 Pf je 5 g
Der neutrale braune Verschlusstreifen ist von der ABP Berlin, der runde Stempel Ab (eigentlich ein Durchlaufstempel) wurde hier als Prüfstempel verwendet. Die ABP Berlin hat Einschreibestempel mit einem Numeratorstempel gekennzeichnet, hier beginnend mit 5, vorderseitig unten rechts.
Darüber ein US-amerikanischer Verschlussstreifen.
Gruß
Christian
@ Dulfen1 [#40]
Der Brief wurde mit Pan Am-Flug 13008 mit American-Clipper ab 17.11.43 Lissabon - Dakar - Natal - Belem - Port of Spain - San Juan, Puerto Rico (dort US-Zensur Nr.-Bereich 64027-64261) danach (ob verzögert?) über Bermuda - North Beach, New York. befördert. Weiter mit Pan Am nach Argentinien.
Alles Gute Regis
@ ChristianSperber [#45]
@ Regis [#46]
Lieben Dank für die Erklärung der Flugroute, mir erschließt sich dieser Zickzack-Kurs nicht vollständig, erklärt aber zumindest die lange Beförderungsdauer. Den Literaturhinweis nehme ich auch gern entgegen, das Werk wird anscheinend aber nirgendwo angeboten. Ich habe jedenfalls nichts gefunden, bleibe aber am Ball.
Von mir noch ein nicht mehr beförderter Luftpostbrief von Langensalza nach Porto Alegre vom 08.12.1941. Die Beförderung sollte über LATI geschehen, die Kriegserklärung an die USA stand unmittelbar davor. Rückseitig ohne jegliche Zensur.

Gruß Ulf
@ Dulfen1 [#47]
Hallo Ulf,
hier siehst Du Ab im Kreis als Durchlaufstempel der zuständigen Auslandsbriefpoststelle Berlin, d.h. auf eine Öffnung des Briefes wurde verzichtet.
Gruß
Christian
Moin Christian,
den Zusammenhang kannte ich tatsächlich nicht, lieben Dank für die Info.
Gruß Ulf
Moin, wer kann helfen ?
LuPo-Brief (5 Gramm) von Frankfurt nach Chile vom 11.12.1941, dem Tag der deutschen Kriegserklärung an die USA.
Frankiert mit 65 Pf. am 11.12.1941 gestempelt "Frankfurt Hoechst 9", auffrankiert und gestempelt am 13.12.1941 mit 30 Pf. "Frankfurt Hoechst d". Die 40 Pf. Luftpostgebühr waren für Briefe nach Nordamerika (bis 5 Gramm) vorgeschrieben, aber eine Beförderung aufgrund der Situation nicht mehr möglich.
Die Auffrankierung auf 70 Pf. Luftpostzuschlag ergeben für mich keinen Sinn, wie erklärt sich das Porto ?
Der Brief ist wahrscheinlich nicht mehr befördert worden, es gibt außer dem kleinem Streifen links keinen Hinweis auf Zensurvermerke.
Allerdings gibt es auch keinen Hinweis darauf, dass der Brief zum Absender retour lief.
Der Inhalt ist interessant, so wird die Kriegserklärung Japans an die USA erwähnt und über den weiteren Kriegsverlauf spekuliert.

Gruß Ulf