Schade ist eigentlich, dass der Ausgabestempel über den Londoner abgeschlagen wurde.
Ich freue mich auf weitere Belege!
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Altdeutschland Preussen: Eingehende Briefe
Schade ist eigentlich, dass der Ausgabestempel über den Londoner abgeschlagen wurde.
Ich freue mich auf weitere Belege!
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Aufgegeben wurde er am 21.12.1863 und kam am 23.12. noch kurz vor Weihnachten an.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

VG, hajo22
Aufgegeben wurde er am 18.07.1829 in Bordeaux und kam am 27.07. in Magdeburg an. Der Brief wog 1 Loth und der Empfänger durfte 33 Sgr. Porto bezahlen. Dafür mußte man schon eine Weile arbeiten, u.U. 4 Tage, wenn nicht noch länger.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

VG, hajo22

München - Hildesheim nach dem 1866er Krieg und Göttingen - Nürnberg lassen ebenso grüßen, wie 2 frühe Briefe im Postverein, die noch von den Postbediensteten behandelt wurden, wie vormarkenzeitliche Briefe, hier aus Kitzingen nach Erfurt und von Wanzleben nach Ühlfeld.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Aufgegeben wurde er am 07.05.1859 in Gera und da 19 Meilen voneinander entfernt, reichten natürlich 2 Sgr.
Wie aus dem Inhalt hervorgeht, wurde er schon am 28. April in Rudolstadt geschrieben. Die Entfernung Rudolstadt - Magdeburg sind 21 Meilen und dafür wäre schon ein Silbergroschen mehr erforderlich gewesen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Adressiert ist er passend für die Jahreszeit an "Herrn August Walther per Adresse: Conditoreiwaarenfabrik Hein Krafft Apfelstrasse No 14 in Magdeburg".
Die Rückseite zeigt neben den württemberger Zugstempeln noch den Ankunftsstempel vom 20.12. der 1. Ausgabe.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Er dürfte aus 1866/67 stammen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Mal zur Abwechselung aus Reichenbach (Österreich) nach Dessau - 15 Neukreuzer-Ganzsache welche Heiligabend angekommen ist.
Wer könnte etwas zur Datierung beitragen?
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Keine große Seltenheit, aber einfach schööön.
VG, hajo22
Für taxisische Verhältnisse ist es ein recht gut geschnittene Marke. 9 Kreuzer reichten für einen Brief von über 20 Meilen im DÖPV.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

VG, hajo22
Ganzsachenumschlag, abgestempelt am 13.07.1864 in Leipzig gesandt nach Dessau zum Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung. Siegelseitig ist der Absender: der Zentralvorstand der Gustav Adolf Stiftung Leipzig als Prägung deutlich zu erkennen.
Allerdings frage ich mich, was neben dem linken Leipzigstempel mal gestanden haben könnte - eventuell ist es noch wichtig.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Ich bin sicher, dass der Brief in wenigen Stunden, wenn überhaupt, geknackt sein wird.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ist vom 25.05.1865 aus Freiburg und aus Baden nach Magdeburg ist es auf jeden Fall über 20 Meilen.
Und vom 08.11.1871 aus Sulzbach eine Trauerdrucksache - ist jedoch schon NPD-Zeit - Sudenburg war seit 01.07.1867 in Magdeburg eingemeindet.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Er stammt vom 09.12.1863 aus Mannheim und schaffte es in ca. 24 Stunden bis nach Magdeburg.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf


Der Brief selbst wurde am 26.5.1852 in Berlin geschrieben und war, wie so viele, an die Strohwarenfabrik Isler in Wohlen (Aargau) in der Schweiz gerichtet.
Nach seiner äußeren Beschaffenheit wog er unter 1 Loth im Postverein bis zur Grenze Baden - Schweiz und über 1/2 - 1 Loth für die Eidgenossenschaft, weswegen ihn Preußen mit 9 Kr. für sich und Basel mit 50 Rappen Gesamtporto (30 Rappen für Preußen und 20 Rappen für die Schweiz) taxierte, ein reiner Portobrief also. Preußen hatte ihn noch siegelseitig mit 3 Groschen taxiert, weil man die später von Baden zu beanspruchen hatte.
Die Leitung von Berlin per Bahn über Leipzig - Hof - Tauberbischofsheim - Karlsruhe und Efringen gen Süden ist eh klar.
Öffnet man den Brief, erfreut sich der Kenner und der Laie wundert sich: 2 kleine Wachssiegel zeigen an, dass es kein Standardbrief war, von denen es doch so viele gab und gibt.
Die Erklärung findet sich im Text, den ich hier wiedergebe: " Im Auftrag des Herrn David Cohn in Warschau , überreiche ich Ihnen für dessen Rechnung inliegend:
Frcs (Franken) 600 auf Bischoffsheim Goldschmit & Co per 25ten Juli per Paris, die sie gefälligst genanntem Freunde unter umgehender Empfangsanzeige creditiren wollen, auch empfehle mich Ihnen hochachtungsvoll und ergebenst Christian Neufeld".
Aha - der schlaue David Cohn aus Warschau hat also einen Wechsel über 600 Franken (1 Franken = 30 Kreuzer, somit 300 Gulden!), statt ihn per Wertbrief von Warschau aus direkt in die Schweiz zu schicken, diesen wohl einem anderen Schreiben nach Berlin an Chr. Neufeld beigefügt, der ihn dann - weiterer Text ist nicht vorhanden - weiterleitete an Isler in Wohlen, was der einzige Zweck dieses Briefes war.
Findet man hin und wieder Inhalte, in denen steht, dass man diesem Brief noch ein oder zwei andere beifügte, was schon ein Ausnahmetatbestand des Postbetrugs und der heutigen PO darstellt, so ist ein solcher Brief, vor allem weil er aus Polen (zu Russland) stammt, m. E. von besonderer Bedeutung.
Phantastisch wäre es, wenn mir jemand sagen könnte, was ein Wertbrief mit 300 Gulden Wert (bzw. dem Äquivalent in Rubel) von Warschau aus direkt in die Schweiz gekostet hätte, um mir die Ersparnis vorzustellen (von Warschau nach Berlin m. E. 6 Groschen = 20 Kopeken), dazu 5 Sgr. = 15 Kreuzer = 50 Rappen für diesen Brief.
Liebe Grüsse,
Ralph
Am 9. März 1863 in Warschau geschrieben, einen Tag später aufgegeben, lief dieser Portobrief an die Gebrüder Köhne & Boeckelmann in Klein Ottersleben. Klein Ottersleben wurde von Sudenburg aus versorgt - Sudenburg war durch die Omnibusverbindung mit Magdeburg verbunden. 6 Sgr. Gesamtporto mußte bezahlt werden, war hier hälftig geteilt wurde.
Der Inhalt zeigt auch hier die Besonderheit, dass ein Wechsel eingelegt war:
Dank deiner Hilfe konnte der Inhalt vollständig entschlüsselt werden, welcher nun folgt:
In ergebener Beantwortung Ihres werthen vom 2ten l.(aufenden Monats) womit ich Rechnung über an die ZuckerFabrik Oryszrw vermittelst d(er) Herren S. Kurnitzky & Co(mpagny) in Thorn versandte (Zeichen - Paket) # 53 - 82. 30 Sack Rübsammen ? 30 ? 66 ? Nr. 30 Cent empfing / überreiche ich Ihnen einliegend dem Betrag mit Reichsthaler 378 .(Sgr.) 22. (Pfennige) 6 14 Tage dato von Sam(zek) Ant(on) Fraenkel auf F. Mart(in). Magnus in Berlin wodurch diesen Gegenstand auszugleichen bitte. Ich hoffe daß dieser Saame unversehrt an seinen Be-stimmungs Ort gelangen wird.
Portoersparnis:
Laut Angabe war ein Wechsel von 378 Reichsthaler 22 Sgr. 6 Pfennige enthalten. Dies müßte zuerst in Rubel umgerechnet werden und entspricht 352,24 Rubel (1 Thaler = 93 Kopeken).
Laut Vertrag war die Wertgebühr bei einer Summe zwischen 300 bis 600 Rubel auf 3 Rubel festgelegt. Dies wieder in Thaler umgerechnet ergibt 3 Thaler 4 Sgr. Das Porto für den Brief betrug 10 Kopeken = 3 Sgr.
Innerhalb Preussen war die Wertgebühr 2 Sgr. je angefangene 100 Thaler und somit hier 8 Sgr. Bei Wertbriefen galt das normale Briefporto von 3 Sgr. Somit ergibt sich insgesamt 3 Thaler 18 Sgr. Ersparnis.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Die Laufzeit war unter 24 Stunden, denn er wurde schon im 1. Bestellgang zugestellt wie die Siegelseite zeigt.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Geschrieben in St. Petersburg am 16.7.1850 = 4.7.1850 des julianischen Kalenders, lief er unfrankiert "P(er) Dampfboot Via Lübeck" über Berlin (21.7.) nach Nürnberg an die Firma Birkner & Hartmann.
Russland verzichtete auf einen Taxansatz und bekam, wenn ich nicht irre, 10 Silberkopeken = 3 1/4 Silbergroschen von Preußen vergütet.
Preußen addierte diese 3 1/4 Sgr. zum ganz frühen Postvereinssatz von 3 Sgr., der aber nur mit 9 Kreuzer angesetzt werden durfte, zu total 6 1/4 Sgr..
Jedoch waren 3 1/4 Sgr. fremdes Porto immer paritativ zu reduzieren und waren 12 Kreuzer wert! Somit hätten wir eigentlich einen Portobrief über 21 Kr. vor uns, wenn nicht jemand einen Fehler begangen und die 6 1/4 Sgr. nur in 20 Kr. reduziert hätte.
Erst mit dem 13.4.1852 reduzierte sich die russische Gebühr auf 3 Sgr., während die 3 Sgr. für Preußen als Vereinsaufgabepost erhielten und Portobriefe von da ab nur tatsächlich 20 Kr. kosteten.
Es ist zu vermuten, dass Preußen den einen Kreuzer bzw. den Viertelgroschen später von Bayern zurück forderte und Bayern diesen beim Empfänger nacherheben musste. Diesen Frankodefekt hätte ich jetzt noch gerne ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Gelaufen ist er im Transit durch die Königreiche Bayern und Sachsen zum Ziel, wie auch die Siegelseite zeigt. Die Ankunft war erst im Folgejahr - am 01.01.1853.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Aufgegeben wurde er an einem 12.04. und lief nach Buckau - Magdeburg. Buckau ist ein Vorort von Magdeburg und es bestand schon eine ständige Omnibusverbindung zwischen Magdeburg und Buckau. Die Briefhülle dürfte etwa ab 1864 sein.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 27.02.1848 wurde in Prag dieser Brief aufgegeben und war schon am 28.02. in Magdeburg wie die Siegelseite zeigt. Vorderseitig wurde der L1 "AUS OESTERREICH" in Magdeburg abgeschlagen und die Reise ging an bekannter Adresse in Cöln.
12 Kreuzer C.M. war die Gemeinschaftstaxe zwischen Preussen und Österreich und 6 Kreuzer C.M. wurde als Transitzuschlag für Sendungen aus Böhmen fällig. Insgesamt 18 Kreuzer C.M. = 6 1/2 Sgr. mußte vom Empfänger am 02.03. bezahlt werden.
Die Trauerbriefhülle vom 25.12. aus Zniam lief nach Paderborn, möglicherweise im Jahre 1844 zeigt ebenfalls den Transit über Magdeburg.
Die Taxierung ist identisch, jedoch wurde der Transitzuschag von 10 Kreuzer in 6 Kreuzer C.M. korrigiert.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Beleg vom 22.12.184 aus Lemgo nach Magdeburg über Lage - Herford (weiter Minden - Hannover - Magdeburg) gelaufen. 3 Sgr. waren erforderlich, was auch mit einer Marke frankiert wurde.
Der Ausgabestempel zeigt die 5. und somit letzte Tour an.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 29.11.1861 in Plauen aufgegeben ging es per Eisenbahn bis Leipzig und danach weiter bis Magdeburg. Die Firma Sommermeyer war in Neustadt ansässig und hier ist auf der Siegelseite der Ausgabestempel mit der Tournummer 6 verwendet worden. Dieser sowie auch die Tournummer 7 waren für die Landbriefträger vorgesehen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Im November 1862 ging der Brief in Livorno, Italien auf Reisen und wurde wohl am 3. Dezember 1862 in Erfurt zugestellt. Dabei hat er viele Stationen durchlaufen, einige sind leider nicht mehr erkennbar/entzifferbar.
Hier mal die Wegfolge, wie ich sie vermute:
27. November 1862 Livorno
und
29. November 1862 Genova
1. Dezember Luzern / Schiffsbureau (wer kann etwas zum Schiffsbureau beitragen?)
1./2. Dezember Transit-Stempel nach Deutschland (?)
3. Dezember Ankunft/Bestellstempel Erfurt
Dazu noch 2 Stempel die nicht entzifferbar sind, hier nur der Vollständigkeit halber:
Unter dem Ankunfts/Bestellstempel findet sich noch mit Rötelstift die Ziffer "9", wofür steht diese?
Es tut mir leid, aber ich habe mich noch nie richtig mit Postwegen im 19. Jahrhundert beschäftigt, wenn ich aber so ein wenig mitlese, es muss ein spannendes Thema sein. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie der Brief damals über diese Distanzen transportiert wurde.
Vielleicht bekomme ich ja ein paar Antworten.
Schönen Sonntag wünscht Olaf
Am 16.05.1858 ging es von Wien nach Nordhausen und für einen einfach schweren Postvereinsbrief über 20 Meilen tarifgerecht mit 9 Kreuzer freigemacht.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Aufgegeben in Maubeuge am 29.03.1862 lief er nach Buckau, heute ein Stadtteil von Magdeburg, wo er am 31.03. ankam. Siegelseitig sind noch zwei Bahnpoststempel und der Eingang in Aachen. Vorderseitig ist der Taxstempel 5 Sgr. zu sehen, was der Empfänger zahlen mußte.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Siegelseitig ist jeweils der Eingang in Magdeburg zu sehen. Von Magdeburg lief eine Fußpost die 1 1/4 Meilen nach Wanzleben.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 23.02.1859 ging es von Warschau los und war schon am 25.02. im Magdeburg. Da der Brief komplett frankiert aufgegeben wurde, notierten die preussischen Beamten jeweils 3 Sgr., also 10 Silberkopeken für Russland und Preussen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Der Empfänger war der kgl. preussische Hofgerichts Advocat Herr Greve II zu Arnsberg in Herzogthum Westphalen.
Der Absender hatte unten links vermerkt: per Frankfurt a/M Gegen rücklaufenden Empfangsschein. Er wollte also das Franko bezahlen, die Recommandation (4 Kreuzer) und den Rückschein (12 Kreuzer).
Das allein wäre schon ein außergewöhnlich seltener Brief, weil er sicherlich das ein oder andere Loth gewogen haben muss. Aber oben links (statt unten rechts, wie üblich) steht "frei", doch ganz frankiert scheint er wegen eines Wiegefehlers in München nicht gewesen zu sein, denn in blauer Tinte steht 22 Sgr. = 22 Silbergroschen Weiterfranko, ein kleines Vermögen.
Darunter in sepia Tinte 22 fr 60 Sgr., daneben in Schwarz 7 Loth und in roter Tinte (Preussen) reicht nicht 3 1/2 (Sgr.) und mit gleicher Tinte 12 (Sgr.).
Oben rechts 760 war die Reco - Nr. von München und das # Zeichen in Sepia vor Nürnberg bedeutete, dass der Brief in Reco - Manual über Nürnberg weiter gelaufen war.
Siegelseitig, nur noch ca. 50% vorhanden, lese ich 9 1/2 (Sgr.?) und 18 in Rötel, wohl eine Kartierungsnummer.
Wenn Bayern 22 Sgr. (oder das Äquivalent in Gutengroschen?) als Weiterfranko für Preussen notiert haben sollte (blaue Tinte eigentlich immer von Nürnberg), dann hätten wir einen überschweren Brief des Postvertrages Bayern - Preussen vom 4.5.1816. Zu Beginn war nur die Teilfrankatur gewünscht, aber später (sic!) muss auch die Ganzfrankatur zulässig gewesen sein.
Leider liegen mir die Briefposttarife Preussen von 1834 nicht vor - vertraglich mit Bayern galt einfach bis 1 Loth, bis 1,5 Loth der 1,5fache Satz usw..
Wenn Bayern 22 Sgr. = 22 x 3,5 Kreuzer = 77 Kreuzer als Weiterfranko angesetzt haben sollte, entsprach dies ca. 19 Gutengroschen. Da es aber offensichtlich zu wenig war und total 12 Sgr. nachgefordert wurden beim Empfänger, hätte es vlt. eines richtigen Weiterfrankos i. H. v. 22 + 12 Sgr. = 34 Sgr. = 119 Kreuzer, also fast 2 Gulden, sein müssen.
Vlt. weiß einer mit Ahnung von den preussischen Tarifen, hier für Entwirrung zu sorgen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ich denke er ist aus dem Jahre 1860 an "Ihro Hochwohlgeboren Der Frau Baronin von Strachwitz geborene von Davier zu Dessau"
Nach einiger Suche bin ich recht sicher, dass die Empfängerin Franziska Karoline Charlotte (von Davier) war.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Brief aus Pilsen gesendet an "Herrn F. G. Brückner Erben (in) Cottbus per Dresden"
Siegelseitig ist der Laufweg über Prag – Bodenbach dokumentiert, was dafür spricht, dass auch der Laufweg über Dresden genutzt wurde. Die Entfernung beträgt etwa 31 Meilen, also korrekt mit 9 Kreuzer blau frankiert.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Abb. 1 Der Spandau-Brief, Vorderseite, abgestempelt in Luxemburg am 13. Juni 1866
Dieser Brief wird in einem anderen Zusammenhang von Prof. Dr. Carlrichard Brühl[1] in seiner Studie über die Bundesfestung Luxemburg in einigen Sätzen beschrieben. Er erwähnt einen Brief, der im Juni 1866 an die „Militär-Schießschule“ in Spandau gerichtet wurde und "1984 in der Schweiz verauktioniert[2]“ wurde. Völlig korrekt bemerkt er, dass schon die Adresse einen Zusammenhang in Bezug auf die Bundesfestung erkennen lässt. Weiter geht er noch auf den Inhalt ein „…, dass die Spedition Settegast den Adressanten darüber informiert, dass das 6. Rheinische Regiment Luxemburg verlassen hat; die Firma bittet um Instruktion, was mit dem bei ihr lagernde Paket zu geschehen habe.“
Abb. 2 Der Spandau-Brief, Rückseite mit Eisenbahnstempel Trier-Saarbrücken vom 13. Juni und Ankunftsstempel Ausg. 15
Der Inhalt besteht aus drei Texten unterschiedlicher Schriften[3], wobei nur der erste vom Absender stammt. Die beiden anderen sind Anmerkungen von einem Preußischen Zahlmeister und einem Oberkommandanten. Der Brief ist oben und seitlich etwas verkürzt[4], so dass bei den beiden ersten Texten auf der rechten Seite und bei dem dritten links der Text nicht komplett erhalten ist.
Abb. 3 Mitteilung des Absenders
An die Militär Schiesschule
Luxemburg, den 13. Juni […]
Wir bezwecken hiermit Ihnen mitzuthei(len)
daß das mit Ihrem Frachtbriefe vom 15ten […]
hier angelangte:
IR 68 1[5] Packet Montierungsstücke M 73
sich bei uns auf Lager befindet, da das 6. Rheinische
Regiment Luxemburg verlassen hatte, als
fragl. Packet hier angelangte.
Wir erbitten demnach ihre baldigste Verfügung
dasselbe und zeichnen
Achtungsvoll
J.C. Settegast
Abb. 4 Notiz aus Spandau
Brm. [Brevi manu] An das königliche 6. Rheinische
Infanterie Regiment No. 68 zur weiter(en)
geneigten Veranlassung abzugeben.
Spandau den 16.6.66
Königl. Militair Schiess schule
Mit (?) des Regierungs-(?)
derselben beauftragt
Döning
Zahlmeister u.
(?) Ab[…]
Abb. 5 Notiz aus Oberhermsdorf
Brm. Herrn Spediteur Settegast Wohlgeboren
(Lu)xemburg mit dem Ersuchen ergebenst remittiert, das
(zur) Rede stehende Packet dem Ersatz Bataillon des 6ten
(Rh)einischen Infanterie Regiments N 68 zu Cöln, mit
(die)sem Schreiben übersenden zu wollen
[…?] Oberhermsdorf bei Dresden den 19 Juni 1866
(?)
Oberk. U. Regiments
Kommandeur
Der historische Kontext
Der Brief steht im Kontext des Deutschen Kriegs (14. Juni 1866 – 23 August 1866) zwischen Preußen und seinen Verbündeten einerseits und dem Deutschen Bund unter Führung Österreichs. Das 6. Rheinische Infanterie-Regiment erhielt am 5. Mai 1866 den Mobilmachungsbefehl.[6] Zu diesem Zeitpunkt war das Regiment Teil der Besatzungsbrigade der Bundesfestung Luxemburg. Am 8. Mai erhielt das Regiment den Befehl per Eisenbahntransport nach Konz verlegt zu werden und das Ersatzbataillon in Köln aufzustellen[7]. Eine Übersicht der Regimente in der Garnison Luxemburg hat Alex Carmes[8] zusammengestellt. Für das 6. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 68 werden folgende Daten für den Einzug und Abzug der Garnison Luxemburg angegeben: I. Bataillon (17.3.1864 – 13.5.1866); II. Bataillon (21.3.1864 – 14.5.1866); Füsilier-Bataillon (16.3.1864 – 15.5.1866).
Unterstellt wird das Regiment der 15. Division / VIII. Armee-Korps, der Elb-Armee, die gegen Sachsen und Österreich im Süden vorgeht.
Nach einigen Etappen fand am 18 Juni der Marsch bis Dresden; Biwak in Kesseldorf statt, der für den Kontext unseres Briefes von Bedeutung ist. Am 19 Juni war Ruhetag. Am 20. Juni fand ein weiterer March von Kesseldorf nach Weißig statt, das Füsilier-Bataillon marschierte bis Stolpen[9].
Interpretation des „Spandau-Briefs“ im Zusammenhang zum historischen Kontext
- Der Spandau-Brief datiert vom 13. Juni 1866, also genau einen Monat nach dem Verlassen der Garnison durch das I-Bataillon des 6. Infanterie-Regiments. Das Weißwarengeschäft J. C. Settegast nimmt auf den Abzug des Regiments Bezug und fragt bei der Militärschießschule in Spandau nach, wie über das Paket mit Montierungsstücken zu verfügen sei.
- Am 16. Juni wird in Spandau auf dem Brief notiert, dass er an das 6. Regiment weitergeleitet werden soll.
- Am 19 Juni wird in Oberhermsdorf[10] bei Dresden auf dem Brief notiert, dass dem Spediteur Settegast mitgeteilt werden soll, dass das Paket an das Ersatzbataillon in Köln zu schicken sei.
Das Weißwarengeschäft Settegast
Das Weißwarengeschäft wurde von Antoine-Joseph-Conrad Settegast gegründet. Nach dessen Tod am 29. November 1861 wurde das Geschäft von seiner Witwe Marie-Cécile-Settegast -Van der Noot weitergeführt. Sie verstarb am 19. November 1887. Das Geschäft wurde von ihrer Tochter Hélène Settegast weitergeführt[11].
Abb. 6 Werbeanzeige der Witwe Settegast (nach Weber 2013, 358)
Die Provenienzen des Spandau-Briefs
Der Brief hat mehrere bedeutende Provenienzen, die wir bis 1941 zurückverfolgen konnten. Besonders hervorzuheben ist, dass der Brief sich in der Generalsammlung des bedeutenden Sammlers Alfred F- Lichtenstein und der Bundesfestung Luxemburg-Sammlung von Carlrichard Brühl befand.
-Sammlung Needham[12], Harmer, Rooke & CO, 11 – 12. 12. 1941, Los 137.
-Sammlung Alfred F. Lichtenstein[13], H. R. Harmer, INC., 1737, 5 – 9. 12. 1966, Los 974.
- Willy Balasse 1158, 1978, Los 829.
-Sammlung - Isac Seligson, Corinphila 68, 25 – 30. 10. 1982, Los 5253[14].
- David Feldman SA. 37, 24 – 27. 10. 1984, Los 51049.
- Sammlung Carlrichard Brühl, Joachim Erhardt 15, 11 – 12. 4. 1986, Los 577[15].
- Sammlung „TREVI “ 3, Soluphil S. A. 33, 22. 4. 1988, Los 2566.
- Soluphil S. A. 20. 12. 2013, 121, Los 1136.
- Seit April 2015, Sammlung Marc Schaack.
[1] C. R. Brühl, Bundesfestung Luxemburg. Eine historisch-philatelistische Studie. Berliner Philatelisten-Klub von 1888, E. V. (Hrsg.), Mitteilungen N. F. 60 (Berlin 1985), 20.
[2] Hier ist wohl das weiter unten erwähnte Auktionshaus David Feldman gemeint.
[3] Für die Transkription der drei Schriften bedanken wir uns herzlich beim PhilaSeiten-Mitglied „volkimal“ (Volkmar Werdermann). Kursiv geschriebene Wörter gelten als nicht gesichert, eckige Klammern dienen als Platzhalter für fehlenden Text, Klammern mit Fragezeichen verweisen auf Wörter, die nicht entschlüsselt werden konnten.
[4] Wir besitzen eine Kopie eines Attests von René Demuth vom 20. Januar 1882. Hierin wird schon erwähnt, dass der Brief nicht mehr vollständig ist.
[5] Die Abkürzung für Infanterie Regiment 68, ist eher nicht vom Absender. Die 1 könnte für I. Bataillon stehen.
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/6._Rheinisches_Infanterie-Regiment_Nr._68 (Stand 31.5,2020).
[7] http://genwiki.genealogy.net/IR_68/Kriegsverlauf_1866 (Stand 31.5,2020). Weiter ist hier ein detaillierter Kriegsverlauf (vom 5. Mai-19. September 1866) des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 im Feldzug gegen Österreich zu finden.
[8] A. Carmes, Die Zusammensetzung der Garnison, in: Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg (Hrsg.) Das Leben in der Bundesfestung Luxemburg (1815 – 1867) (Luxemburg o. J.), 102.
[9] http://genwiki.genealogy.net/IR_68/Kriegsverlauf_1866 (Stand 31.5,2020).
[10] Oberhermsdorf ist nur ca. ein Kilometer vom weiter oben erwähnten Kesseldorf entfern, wo sich das Regimet am 19. Juni befand.
[11] J. Weber, Familien der Oberschicht in Luxemburg. Elitebildung & Lebenswelten 1850 –1900 (Luxemburg 2013), 357 – 358.
[12] Auf dem Brief handschriftlich vermerkt „Needham Harmer Rook DE 1941 DN MH“.
[13] Im Katalog wird vermerk: „Ex Needham Coll“. Die Losnummer ist rückseitig handschriftlich vermerkt.
[14] Die Losnummer ist rückseitig handschriftlich vermerkt. Ab hier befindet sich die Signatur von W. Balasse unterhalb der Marke. Die handschriftlichen Nr. 45 und besonders 121und 934 auf der Rückseite verweisen auf weitere Auktionen. Weiter befindet sich ein kleiner runder Stempel mit den Initialen „J F“ im Briefinnern.
[15] Ab hier ist eine kleine Reparatur am Brief zu erkennen, die 1984 noch nicht vorhanden war.
Marc Schaack und Olivier Nosbaum
Erstveröffentlichung (leicht verändert) im DASV 519, 2020 (265-270).
Siehe auch: https://www.briefmarken-atteste.de/atteste/zeigen/1560
