Der Inhalt bezieht sich auf eine Sendung von 13 Colli Pflaumen, die mit dem Güterzug von Paris nach Villach für 268 Gulden und 48 Kreuzer geliefert worden sind - das war in etwa ein Jahresgehalt eines Briefträgers zu dieser Zeit.
Postverhältnisse Bayern - Österreich
Der Inhalt bezieht sich auf eine Sendung von 13 Colli Pflaumen, die mit dem Güterzug von Paris nach Villach für 268 Gulden und 48 Kreuzer geliefert worden sind - das war in etwa ein Jahresgehalt eines Briefträgers zu dieser Zeit.

Absender war die Firma Ludolph Hausemann in Amsterdam. Diese schreibt an J. B. Purger folgendes:
"Am 16. October 1834 bestellte ich Ihnen: 5 Kisten Puppen
Am 29. December 1834 bestellte ich Ihnen 1 Kiste ditto (= ebenso)
Am 10 Januar 1835 bestellte ich Ihnen 1 Kiste ditto
Am 7. Februar 1835 bestellte ich Ihnen 4 Kisten ditto. Total: 11 Kisten.
Bis jetzt habe ich noch nicht einmal Factura (= Rechnung) von Ihnen über eine einzige Absendung. Durch diese Ihre langsame Bedienung, habe ich bei meinen Kunden viel Verdruß, denn die beste Zeit zum Verkauf geht dadurch verloren.
Ich erwarte umgehend von Ihnen Versandts - Anzeige. Sobald ich Factura habe, werde ich Ihnen neue Aufträge einsenden.
Achtungsvoll empfohlen - Ludolph Hausemann".
Der komplette Brief wiegt heute und wog auch damals 4g, wäre also überall einfachen Gewichts gewesen. Man hätte ihn nach dem PV der Niederlande mit Preußen bzw. Bayerns mit Preußen vom 1.7.1816 teilfrankiert aufgeben können. Eine Ganzfrankatur bis zum Empfänger ließ Österreich wegen des Grenzfrankozwanges nicht zu. Im übrigen galt ab dem 1.4.1835, also nur wenige Tage später, schon der neue Postvertrag Preußens mit Bayern, der jedoch hinsichtlich des Grenzfrankozwanges zu Österreich nichts änderte.
Der Absender sparte sich aber das Porto/Franko für die NL, für Preußen und Taxis, weil er ihn der Post unterschlug und mit dem Vermerk "P(er) Adr(esse) Ammon & Caspart in Nürnberg" versehen hatte.
Zu diesem Haus der Link:
http://books.google.de/books?id=WLNAAAAAcAAJ&pg=PA169&lpg=PA169&dq=ammon+%26+caspart,+n%C3%BCrnberg&source=bl&ots=7bcdhz8DHD&sig=V4fpv_37iTdJm3IBuFkhRNSPu0M&hl=de&sa=X&ei=YGD3U__eIefZ0QWEwoCADA&ved=0CEgQ6AEwBQ
Da Ammon & Caspart eine Eisenhandlung hatten, dürfen wir annehmen, dass in einer Warensendung oder einem größeren Brief dieser hier eingeschmuggelt wurde. Auf der anderen Seite zahlte ja Ammon & Caspart immerhin 12x rh. für ihn bei der Aufgabe in Nürnberg für einfache Briefe über 30 - 36 Meilen Entfernung zu österr. Grenze. Dieses Geld musste die Nürnberger Firma, man könnte sie auch "Forwarder" nennen, sich später zurück geholt haben. Vom wem, muss offen bleiben, denn ich könnte mir vorstellen, dass sowohl die Firma in Amsterdam, als auch Purger deren Dienste nutzte und Ammon & Caspart unregelmässig beiden Rechnungen stellte (in die Briefe hinein schauen durften sie natürlich nicht!).
Solche Briefe, und hässlich finde ich den nun nicht gerade, kann man zum Preis eine Mittagstisches kaufen, wenn man nicht gerade das Pech hat, gegen mich bieten zu müssen.
Da sage noch jemand, man könne keine klassische Sammlung des 19. Jahrhunderts gut bestücken, wenn man nicht sehr betucht ist ... was für ein Quatsch.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Geschrieben im wunderschönen Wien am 5.9.1860 war ein einfacher Brief nach Feldkirch im Vorarlberg aufgegeben worden, der nach der innerösterreichischen Vorschrift mit 15 Nkr. für Briefe über 20 Meilen korrekt frankiert worden war.
Am Folgetag war er in Salzburg und hatte bis dorthin nur österreichischen Boden betreten. Aber schon die Station Salzburg zeigt, dass man das Briefepaket nicht bis Feldkirch schnüren konnte, sondern von Salzburg aus über Bayern leitete, weil die bayerische Bahnpost einfach schneller war, als der Einzeltransit innerösterreichisch, also von Hand zu Hand des jeweiligen Postlers.
Daher verwundert es nicht, dass er schon am Folgetag in Bregenz war und von dort (leider ohne Ankunft Stempel) nach Feldkirch verbracht wurde.
Für die Leitwegsungläubigen unter uns: Wäre er nie über Bayern gelaufen, hätte er auch keine Bregenzer Stempel erhalten, denn von Wien und Salzburg aus lag Feldkirch deutlich näher, als Bregenz. Wegen des geschlossenen Transits des Salzburger Briefepakets durch Bayern sehen wir natürlich keinen Bahnpoststempel.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
heute aus der frisch gefundenen Hess - Korrespondenz ein Brief aus Prag vom 5.5.1869 nach Speyer in der schönen Pfalz - frankiert wurden tarifgerecht ab dem 1.1.1868 5 Neukreuzer (3 Kr. rheinisch) für einfache Briefe bis 1 Loth ohne Entfernungsbeschränkung. Aber der Einlieferer war wohl etwas spät dran und konnte den Abgang des Briefes am selben Tag nicht mehr gewärtigen, so dass die Aufgabepost "NACH SCHLUSS" stempelte (in Bayern kennen wir hierfür Stempel mit dem Text "Nach Abgang, nach Postabgang" usw.
Es ist jedenfalls der einzige Briefe, den ich je gesehen habe, mit diesem Stempel nach ganz Bayern überhaupt und von der kleinen Pfalz mit sehr geringem Korrespondenzaufkommen aus Österreich reden wir hier erst gar nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
bzw "dopo la partizione" im italienischen Reichsgebiet. Aber ich glaube irgendwo mal gelesen zu haben dass die Postmeister selbst für die Beschaffung der Stempel verantwortlich waren und es deshalb keine komplette Einheitlichkeit gibt.
Lg, harald
Hier der Abgang auf einem Brief nach Senigallia (Italien).
Lg, harald

Ein sehr frühes Kuvert, zu der Zeit waren eher Faltbriefe üblich.
Lg, harald
Die mit 2 Kr. Conventionsmünze frankierte Drucksache lief am 24.3.1854 von Wien ab ins österreichische Feldkirch. Hier die Rückseite der Drucksache.
Der Brief dagegen datiert vom 24.12.1857 aus Prag und erreichte seinen Empfänger in Feldkirch auch 3 Tage später.
Auch hier ist die Siegelseite nicht uninteressant.
Weiß oder ahnt jemand, warum ein Nicht - Österreichsammler wie ich diese beiden Schmankerl sehr gut für seine Sammlung brauchen kann?
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Aufgegeben wurde er am 28.8.1862 in Haibach (s. Karte) und gerichtet war er nach Braunau am Inn. Das Franko entrichtete eine 5 Nkr. Marke, weil es innerösterreichisch bis 10 Meilen unter 1 Loth nur so viel kostete.
Ausweislich der Siegelseite ergibt sich aber ein außergewöhnliches Bild, denn er lief nicht etwa, wie üblich und zu erwarten, über Österreich nach Österreich, sondern nahm einen ziemlichen Umweg über Passau auf sich, wurde dort noch am selben Tag Transit gestempelt mit dem österreichischen Stempel des Passauer Bahnhofs und lief dann durch Bayern nach Braunau, wo er einen Tag später ankam.
Ist schon ein Laufweg Ö - BY - Ö nicht alltäglich, so ist ein Beleg für den österreichischen Stempel Passaus bei solch einem Brief außergewöhnlich zu nennen. Auf einen zweiten werde ich lange warten dürfen.
Etwas anderes ist der folgende Brief:

Ich zeige euch einen Brief von Johann Anton Ziegler höchstselbst, den er am 17. Okt. 1856 an seine eigene Niederlage (hat nichts mit dem Sport zu tun) nach Wien in der Blutgasse schickte.
Er muss diesen Brief nach Abgang seines österreichischen Boten geschrieben haben, denn der Poststempel von Klentsch weist den 18.10.1856 aus. Frankiert wurde er mit einer 9 Kr. CM Marke für einen einfachen Brief über 20 Meilen innerösterreichisch.
Man bedenke: Hätte er den Brief seinem bayerischen Boten übergeben, wäre eine bayer. 9 Kr. grün frankiert worden, die fast 2 Kr. rheinisch weniger kostete, also die tatsächlich verwendete. Ob der Brief dadurch schneller bei seiner Firma in Wien war, lässt sich schwer ermessen.
Jedenfalls lief er über Prag (19.10.) am 20.10. in Wien ein und war also recht zügig dorthin gelangt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Geschrieben von J. A. Ziegler am 2.1.1868 auf der Kreuzhütte, war er an Paul Ziegler in Deffernik bei Eisenstein in Österreich gerichtet und mit 5 Nkr. treffend als Fernbrief bis 1 Loth am Folgetag in Klentsch frankiert.
Hätte er den Brief im bayerischen Waldmünchen aufgegeben, hätte er nur 3x rheinisch gekostet, was ca. 15% günstiger war. Aber das spielte bei dem mehrfachen Millionär Ziegler nicht die ganz große Rolle ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Demnach befanden wir uns in Bayern und der Absender, Herr Georg von Gruber, unterzeichnete auch diesen Brief.
Er gab ihn aber nicht in Lindau auf, sondern in Bregenz, wo eine 9x CM Marke das Franko bis Triest abdeckte, wo er am 11.6.1856 auch eintraf.
Aber die Besonderheit Nr. 2 liegt in der Anschrift, denn dort lesen wir: "Herrn Gradmann Reitz & Co. - für Herrn Joh. Jacob Gradmann in Ancona", so dass wir hier eigentlich einen Brief in den Kirchenstaat vor uns haben, der aber nur als innerösterreichischer Brief bis 20 Meilen frankiert worden war und von der Firma Gradmann Reitz & Co (im Netz war leider nichts zu dieser Firma für mich zu finden) dann später unter Umgehung des Postzwangs in den Kirchenstaat verbracht wurde, wo er am 14.6. ankam und am 20.6. auch beantwortet wurde.
9x CM entsprachen paritativ ca. 11x rheinisch - bei einer Aufgabe in Lindau wäre er mit 9x rheinisch ca. 2x rh. günstiger gewesen, hätte aber einen anderen Weg nehmen müssen (über München wegen der neuen Bahnroute und dann weiter über Salzburg).
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Nun kann ich endlich auch den Mittelmeerraum via Bodenbach präsentieren - dass es dann noch eine der ganz wenigen, erhaltenen Drucksachen werden würde, ist umso besser.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

ein Brief aus dem österreichischen Reutte wurde am 1. Juni 1849 an die Firma C. A. Kummer in Füssen gerichtet. Der Absender ging über die nahe Grenze und gab ihn als Ortsbrief auf.
Als wäre das nicht schon Besonderheit genug, wurde er am Folgetag in Füssen Aufgabe gestempelt, auf die Taxierung aber verzichtet.
Vor dem 1.7.1849 gab es in Bayern keine Postgebühren für Ortsbriefe, weil die Behandlung derselben allein ins Ermessen der lokalen Postexpeditoren gestellt war und diese verlangten üblicherweise 2x, also einen Kreuzer weniger, als der niedrigste Tarifsatz für Taxbriefe.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Aus Brixen noch am 22.3.1829 mit dem einst bayerischen Stempel bedruckt, lief ein Brief nach München an das dortige Ordinariat, ein sog. Bischofsbrief also.
Der Absender zahlte 48x CM, die siegelseitig zu sehen sind. Den gleichen Betrag sehen wir auch vorn, dort jedoch abgestrichen. Nach meiner Rechnung sollten 48x CM für einen Auslandsbrief über 3 bis 6 Poststationen bei einem Gewicht bis 3 Loth richtig sein (8x, 16x, 24x, 32x, 40x, 48x) bei einer Progression von je halbem Loth.
Historisch kostete es von der Ö - Grenze bis München 6x rheinisch. Auch so kann man auf 48x kommen, bei einer Progression von 50% je halbem Loth: 6x, 9x, 12x, 15x, 18x, 21x, 24x, 27x, 30x, 33x, 36x, 39x, 42x, 45x, 48x). Dann dürfte er aber über 7 bis 7 1/2 Loth gewogen haben.
Oder hat Österreich zuerst falsch die 48x Teilfranko vorne angeschrieben, gestrichen und dann korrekt siegelseitig notiert? Hätte man für die bayer. Strecke tatsächlich 48x rh. angesetzt, wären sie wegen des Empfängers eh abgestrichen worden. Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

In Weismain schrieb am am 3.4.1835 nach Wien, dass man der Heirat seiner Tochter in Wien mit einem dort ansässigen, österreichischem Beamten zustimmte. Ein Teilfranko kann ich nicht erkennen, also ließ man das Schreiben als Armensache in Zetlitz am 12.4. (!!) taxfrei bis zur Grenze laufen.
Ab der Grenze kamen 28x CM in Ansatz, ein Brief der 2. Gewichtsstufe in Österreich über 12 Poststationen. Am 17.4. ging er dort ein, wie aus dem Präsentationsvermerk unten ersehen kann.
Mittig lese ich 6x, die sich nach meiner bisherigen Denkweise als hohes Bestellgeld in Wien herausstellen sollten. Lese ich jedoch, was man im Inneren des Briefes als Abrechungskosten aufführte, so habe ich jetzt meine Zweifel daran, denn dort redet man von 29x CM, also 28x CM Postporto und 1x CM Zustellgebühr. Wer weiß hier mehr? Oder war es etwa ein Fehler des Beamten? Glaube ich eigentlich weniger ...
Also: In Bayern portofrei als Armensache, in Österreich jedoch portopflichtig.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Erneut war mir das Glück hold, dass ich diese schöne Armen - Sache aus Pappenheim vom 4.2.1841 nach Wien schnappen durfte. Als Armensache in Bayern portofrei, wurde sie ab der Grenze hinter Passau für Österreich portopflichtig und da sie einfachen Gewichts war, kamen nur 14 Kreuzer CM in Ansatz (über Wien, für Menschen nicht zu lesen).
Im Text wurden 15 Kreuzer CM Porto ausgeworfen, was darauf schließen lässt, dass man noch einen Kreuzer CM Botengebühr zu berappen hatte. Der Brief war lange unterwegs - erst am 24.2.1841 kam er an (geschrieben wurde er am 30.1.1841, was auch darauf schließen lässt, dass man mit seiner portofreien Absendung so seine Probleme hatte).
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der 1. aus Vohenstrauss datiert innen vom 14.10.1848 und war als "Portofreie Polizeisache" benannt worden. Der Portofrei belassene Brief wurde in Wien am 22.10.1848 gestempelt, was darauf hindeutet, dass er vielleicht doch etwas später, als vermutet, erst der Post übergeben worden war.

Jedenfalls zeigt der 2. Brief aus Vohenstrauss vom 30.12.1849 (geschrieben), dass er erst am 5.1.1850 zur Post gegeben worden war und eine Woche war ja eine Menge Zeit. Daher kam er auch folgerichtig am 10.1.1850 in Wien an (Stempel hinten und Präsentatiosvermerk unten rechts vorne). Nun hatte ihn aber die Aufgabepost, da er mit Partei - Sache jenseits bezeichnet worden war, rechts unten mit 18 Kr. CM taxiert, wollte also Geld sehen. Da Parteisachen in Bayern portopflichtig, in Österreich aber portobefreit waren, konnten die 18 Kr. CM nur den bayerischen Portoanteil darstellen, wobei wir dann bei einem Brief der 4. Gewichtsstufe waren.
Da der Brief jedoch vollständig erhalten ist und nur 13g wiegt, hatte Vohenstrauss mit den 18 Kr. CM tatsächlich einen Brief der 2. Gewichtstufe als gänzlich portopflichtig angenommen und entsprechen taxiert.
Ob dies den Wienern spanisch vor kam, oder man noch in Vohenstrauss seinen Fehler bemerkte, wird sich nicht mehr sicher nachvollziehen lassen, jedenfalls strich man die eh falschen 18 Kr. CM ab und ersetzte sie erst gar nicht. Das war natürlich auch falsch, denn in diesem Fall hätte man den Brief mit 9 Kr. CM taxieren müssen, denn eine in Bayern portopflichtige Parteisache war es ja immer noch.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Die 15 Neukreuzer waren der Tarif für einfache Briefe unter 1 Loth und über 20 Meilen Entfernung.
Aber eine kleine Besonderheit weist der Brief doch aus, sonst wäre er nicht, wo er ist. Wer erkennt sie?
Viel Glück beim Lesen wünscht bayern klassisch

Geschrieben wurde er von der Firma Johann Schubert in Wien am 20.6.1860. Empfänger war die Firma Vallaster & Leibinger in Feldkirch (Vorarlbert). Prinzipiell hätten wir also einen rein innerösterreichischen Brief vor uns, der hierfür mit 9x CM (= 11x rheinisch) zu frankieren gewesen wäre (bis 1 Loth über 20 Meilen Inland).
Aber das war dem Absender zu teuer. Statt dessen kuvertierte er ihn nach Lindau an die bekannte Adresse Spengelin & Co, wo man auch seinen Firmenstempel siegelseitig abschlug.
Mit Spengelin hatte man offenbar ein Abkommen, dass dieser die Wiener Briefe zuerst einmal auf seine Kosten frankierte und dann weiter schickte, immer unter der Voraussetzung, dass es von Lindau günstiger sein musste, als von Wien aus.
Das traf hier zu - von Lindau nach Bregenz war es ein Postvereinsbrief bis 10 Meilen, für den nur 3x rheinisch zu frankieren waren. Diese hat Spengelin später sicher von seinem Wiener Spezi erstattet bekommen.
Gebührenteilung ursprünglich: 9x CM für Österreich, abzüglich für den Transit quer durch Bayern bis Bregenz von ca. 1,5x CM = 7,5x CM für Österreich und knapp 2x rh. für Bayern.
Gebührenaufteilung durch Verstoß gegen das österreichische Postgesetz: 3x rh. für Bayern, für Österreich nichts.
Am 4.7.1860 wurde er in Lindau aufgegeben und am selben Tag nach Bregenz verbracht und in Feldkirch zugestellt. Diese Aktion hat den Absender nicht 11x rh. gekostet, sondern nur 3x rh., aber 14 Tage vom Schreiben bis zur Zustellung waren auch nicht jedermanns Sache - hier wird man es, typisch für Wien, auch nicht sehr eilig gehabt haben.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

heute mal etwas "Harmloses" - simpler Brief aus Augsburg mit violetten Zweikreisstempeln vom 9.12.1871 auf blauem Briefpapier mit roter Marke und grünem Absenderstempel der Firma Erzberger & Söhne (also eine waschechte 4 - Farben - Frankatur) nach Egg bei Bregenz (es gab auch ein Egg bei Zürich, da musste man also aufpassen) über den lokalen Paketschluss Oberstaufen. Leider hat man den Ankunftsstempel vergessen, aber das ging damals schon locker an einem Tag, im Gegensatz zu heute.
Beachtenswert schien mir ein Schaden am Klischee über dem "E" von BAYERN zu sein, welchen man nicht oft sieht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Nun ist es mir dank der segensreichen Erfindung der Bucht gelungen, einen Brief von Augsburg zur Kreuzhütte vom 18.8.1849 zu finden. Er wurde bis 1 Loth (einfach) mit 6x für Briefe über 12 Meilen korrekt taxiert, wenn man ihn denn in Waldmünchen ablud, so wie hier. Den Rest machte dann der Bote dort, der seine Kosten nicht aufs Porto addierte, ihn aber nach Österreich trug.
Nur die Abschläge von Augsburg (soll rot sein) und Waldmünchen (war blau und blieb es auch lange in die Markenzeit hinein) hätten etwas besser ausfallen können.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Aus Württemberg stammend (Schmidfelden) wurde er für dortigen Verhältnisse mit 3 Kr. als Postvereinsbrief der 1. Gewichts- und Entfernungsstufe korrekt frankiert nach Dornbirn im Vorarlberg (Österreich).
Er wurde aber nicht in Württemberg, sondern in Lindau aufgegeben. Es versteht sich von selbst, dass württembergische Marken bei einer Postaufgabe in Bayern keine Frankaturkraft erlangen konnten. Daher hätte das dortige Postamt wie folgt vorgehen müssen:
Unter/neben der Marke war der Vermerk "ungültig", auch "ungiltig" anzubringen und den Brief als unfrankierten Portobrief aus Bayern nach Österreich zu taxieren.
Weil die Zielpost in Österreich lag, hätte man 5 Neukreuzer Porto und 5 Neukreuzer Portozuschlag = 10 Neukreuzer taxieren müssen.
All das ist nicht passiert - man "sah über die Fremdmarke" leicht hinweg, stempelte sie sehr ansehnlich (danke nochmals dafür, lieber Lindauer!) und ließ den Brief unbeanstandet abgehen.
Österreich hatte hier auch nichts zu fordern, denn für die Berechnung des korrekten Frankos bzw. Portos war im DÖPV allein die Aufgabepost verantwortlich - hier Lindau. Daher wurde er völlig zurecht untaxiert dem Empfänger übergeben.
Der Brief passt nicht nur perfekt in meine Contraventions - Sammlung (Bayern hatte hier 6 Kr. verschenkt), sondern auch in meine kleine Bayern - Österreich - Spezialsammlung; und wenn man ihn mir rechtzeitig zuschickt, baue ich ihn noch bis Mittwoch nächster Woche in die 5 Rahmen = 60 Seiten ein, die ich in Sindelfingen ausstellen darf.
Ich hoffe, euch gefällt der Brief so gut wie mir. :-)
Liebe Grüsse von bayern klassisch
"Österreich, 1858, B.P. (=Bahn-Post), bayrischer offener Mühlradstempel, ab 1856 verwendet, 15 IIa, Markenbild nach links gerückt, R!, Befund Ferchenbauer als vollzähniges seltenes P!"
ist zwar kein Beleg, erfüllt aber immerhin zwei von drei Kriterien.
Lg, harald
[1] http://www.briefmarkenauktion.at/fabm_detail.php?aid=151345

Luitpold Karl Joseph Wilhelm von Bayern (* 12. März 1821 in Würzburg; † 12. Dezember 1912 in München), Prinzregent des Königreiches Bayern [1]
Brief an Erzbischof Kardinal Lev Baronu Skrbenský z Hriste [2] (die Sonderzeichen bei Hriste hab ich weggelassen, das sieht dann leider hier so aus: Høíštì)
Falls ich bei nachstehender Transkription Fehler gemacht habe, bitte korrigieren, bei Sütterlin bin ich nicht so auf Zack.
Danke, harald
Umschlag:
Dem Hochwürdigsten Herrn
Lev von Skrbensky
Kardinal und Erzbischof von Prag.
Brief:
Hochwürdigster Herr Kardinal! Mit wahrem Vergnügen habe Ich die Glückwünsche entgegengenommen, welche Mir Eurer Eminenz aus Anlaß des heiligen Weihnachtsfestes dargebracht haben. Indem Ich dafür Meinen besten Dank ausdrücke, wünsche Ich, daß der Allmächtige Eurer Eminenz mit dauerndem Wohlergehen segnen möge und erneuern die Versicherung vollkommener Hochachtung, mit welcher Ich bin
München, den 28 Januar 1911.
Eurer Eminenz
gutwilligster
Luitpold
Prinz von Bayern.
An den Herrn Kardinal
Lev von Skrbensky
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Luitpold_von_Bayern
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Skrbensk%C3%BD_von_H%C5%99%C3%AD%C5%A1t%C4%9B

Immerhin verlangte man in Pest 14 Kreuzer CM vom Empfänger, was ihn als einfachen Brief ausweist.
Die Ersparnis auf Seite des Absenders, er hätte ja frankieren müssen, hing vom Postlauf ab - hier war zwischen 3 Kr. bei direkter Leitung Richtung Bregenz bis über 8, 10 und 12 Kreuzern alles möglich.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Der frühere brauchte nur einen Tag bis Prag, der spätere deren 2. Vlt. war auch das Wetter Ende Oktober 1863 einfach nur schlecht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Allerdings hatte man seinerzeit doch etwas Probleme, was die treffenden Tarifierung des Poststücks anging und erkennen mehrere Brüche und eine Summe an Conventionskreuzern, die der Empfänger des Portobriefes mit 2 (ehemals) inliegenden Baumwollmustern in Pest zu zahlen hatte.
Von Schauenstein trug jemand den am 3.12.1844 geschriebenen Brief ca. 8 km (bei sicher nicht sehr erquicklichen Witterungsverhältnissen) nach Münchberg, wo er am 4.12.1844 aufgegeben wurde. Die Zustellung (Siegelseite blank) erfolgte am 10.12.1844 in Pest - 6 Tage waren gar nicht mal so übel für diese eisenbahntransportlose Zeit.
Traut sich jemand an die Erklärung der Taxen ran?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Geschrieben im wunderschönen Wien am 8.3.1862 und an Doktor Anton Ruland in Würzburg gerichtet, ging ein einfaches Kuvert auf die Reise, das prompt am Folgetag (!) in Würzburg einschlug.
Wäre man reiner Bayernsammler, ohne Ahnung internationaler Postverhältnisse und deren Vorschriften, würde man diesen Brief allein anhand der Bewertung von Marke(n), Stempel(n) usw. preislich adjustieren. Jedoch wäre das hier ein grober Fehler.
In Österreich bestand mit Ausgabe der Marken die Pflicht, im Falle der gewünschen Einschreibung eines Poststücks die dafür treffende Sondergebühr von 6 Kr. CM (bis 31.10.1858 ) bzw. dem Äquivalent von 10 Neukreuzer ab 1.11.1858 siegelseitig zu kleben. Demzufolge waren Ö - Recobriefe mit einer Marke für das tarifmäßige Franko vorne, mit der Recogebühr aber hinten zu bekleben. In 99,99% aller Fälle wurde das auch so gemacht, weil bei Recobriefen ja immer die Aufgabe im Postlokal zu erfolgen hatte und die Post dort natürlich ihre ureigensten Vorschriften kannte.
Aber was machte man, wenn der Absender in Unkenntnis dieser speziell österreichischen Usance das Franko UND die Recogebühr schon vorderseitig verklebt hatte? Eine Marke abziehen und hinten wieder zu befestigen war weder der Marke selbst, noch der Unbeschadetheit des Briefkuverts, noch dem zügigen Dienstesablauf zuzumuten und so kam es hin und wieder, wie es kommen musste - man nahm dergleichen Kuverts und Briefe zähneknirschend an und entwertete die frontseitig geklebten Marken.
Hier waren das für einfache, über 20 Meilen laufenden Briefe im Postverein 15 Nkr. und 10 Nkr. für die Recommandation. Zur Sicherheit schlug man hinten aber nochmals seinen roten (in Österreich DIE Farbe für Franko bzw. Chargé) Stempel "RECOMMANDIRT WIEN" ab und hoffte, dass Bayern jetzt nichts falsch machen würde.
Eine Reco - Nummer für den Schein, der ja in allen Fällen gezogen werden musste, ist nirgendwo vermerkt. Auch auf der Vorderseite war "recommandirt" als Teil der Adresse vorgeschrieben, finden wir diesen Pflichtvermerk nicht.
Ob Bayern ihn anhand der Briefkarte als recommandirt behandelt und ausgegeben hat, wissen wir nicht, hoffen es aber.
Nach Jahren der Suche bin ich daher sehr, sehr froh, einen solchen Brief mit vorderseitigem Gesamtfranko nach Bayern zeigen zu können und schlecht, finde ich, sieht er ja auch nicht gerade aus.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Der Absender hatte zu zahlen: 9 Kr. Franko (bei expressen Briefen herrschte Frankozwang), 6 Kr. Chargégebühr (ebenso Chargézwang – diese 6 Kr. flossen in die Kasse der Aufgabepost) und 11 Kr. Expressgebühr für den in Pesth sofort zustellenden Boten (die Expressgebühr im Ausland betrug 15 Nkr., die nur postalisch 9 Kr. rh. entsprachen; weil der Bote in Pesth jedoch paritätisch abzufinden war, mussten hier 11 Kr. rh. bezahlt werden, die paritätisch 15 Nkr. gleich kamen). Diese waren in der begleitenden Briefkarte als Weiterfranko der Abgabepost zu vergüten. Der Absender hatte also für seinen Brief 26 Kr. rh. frankiert. Dies ist der einzige mit bekannte Expressbrief der Gebührenperiode 1.10.1860 – 31.12.1867 ins Ausland.
Liebe Grüsse von bayern klassisch



Siegelseitig sehen wir die Transitstempel von Innsbruck 10.2. und Reutte vom 10.2.. Zuvor hätte ich gedacht, er wäre via Mittenwald nach Kempten geleitet worden. Aber von Reutte sagte mir mal ein Auktionator in Österreich und ein Bayernsammler, gäbe es keine Transite zwischen Österreich und Bayern, weil Reutte de facto nur von Bayern angelaufen werden konnte. Dies ist aber offensichtlich falsch, wie man hier sieht.
Den Terminus "Im übert(ragenen) Wirkungskreis" ist hier erklärt:
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwj82-XrzPLKAhUDiSwKHYojCGkQFgglMAE&url=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2F%25C3%259Cbertragener_Wirkungskreis&usg=AFQjCNEvDsAY4lLKOg0d2LkSR5COvZzrqA&sig2=rdMMy5uGAqvt1cfSrB75yA
Liebe Grüsse von bayern klassisch
"Wohlgeboren Herrn Alois Fink z. Hermansberg in Sulzberg b. Bregenz Postablage in Aach bei Oberstaufen".
Wenn man nicht gerade im Allgäu oder Vorarlberg wohnt oder aufgewachsen ist, sind das zuerst einmal "böhmische Dörfer". Aber wenn man sich die Mühe macht und eine Karte fertigt, sieht man, wo die Orte gelegen sind und wie man sich das in Senden damals vorgestellt hat.
Siegelseitig sehen wir nur einen Stempel von Oberstaufen am 14.7.1864. Von Senden nach Oberstaufen waren es 11 Meilen, so dass die verklebten 3 Kr. hierfür innerbayerisch ausreichten.
Aber der Empfänger wohnte ja nicht in Aach bei Oberstaufen, direkt an der österreichischen Grenze, sondern in Sulzberg und das lag ca. 1,5 km hinter der bayer. Grenze in Österreich. Bei einem Versand nach Österreich galten aber die Postvereinsentfernungen bis 10 und über 10 bis 20 Meilen, so dass wir hier eigentlich einen Postvereinsbrief über 10 bis 20 Meilen vor uns haben, der ein Franko von 6 Kreuzern erfordert hätte.
Durch die Ablage in Aach (und wie kam der Brief von der letzten bayer. Poststelle Oberstaufen nach Aach?) tangierte er aber kein österreichisches Territorium. Die Post in Senden oder Oberstaufen hat "Postablage in Aach" mit Rötel unterstrichen, um eine spätere Nachtaxierung zu vermeiden (dann hätte man 3 Kr. Porto und 3 Kr. Zuschlag = 6 Kr. vom Empfänger nacherheben müssen).
Auch wenn der Brief an den Rändern suboptimal daher kommt, bin ich sehr froh, ihn hier zeigen zu können und zumindest die Marke mit 4 Schnittlinien als Nr. 9b und der vorzüglich gemittete Mühlradstempel 223 von Senden, der nicht gerade häufig ist, helfen darüber schnell hinweg.
Bei solchen kleinen Besonderheiten aus alter Zeit zwischen meiner Heimat Bayern und meiner geographischen Liebe Österreich geht mir das Herz auf, auch wenn der Brief nur wenig wert ist und für kleine Münze erstanden wurde.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Links unten lesen wir: "E(x) O(ffico) Portofreyer Justizgegenstand, hierorts Kgl (= Königliche) Dienstsache mit Beilagen".
Der Brief lief kostenlos in Bayern und Österreich, was m. E. nicht häufig ist, weil Österreich gerne dergleichen Briefe ab der Grenze taxierte.
Dieser kam am 24.2.1837 in Wien an und erhielt den für Portobriefe vorgesehenen schwarzen Ankunftsstempel, ehe man bemerkte, dass er portofrei zu lassen war und dann den roten Stempel bekommen musste. Die rote Tintennummer vorn war die Registriernummer von Wien, das Datum der Ankunft wurde unter der Adresse "Wien" vermerkt.
Mittig sehen wir eine "P" - Paraphe von Österreich für portofreie Briefe.
Der Inhalt ist auch nicht ohne - der Betreff lautet: Wieserner Maria Marg(aretha) Paraplümacherstocher (ein Paraplü war ein Schirm) dahier wider Gebhardt Wilhelm, Handelsmanns- und Wirthssohn dahier, dermalen zu Wien, Schwängerungs- und Alimentenklage betr.(effend).
Da hatte wohl der Wirthssohn das holde Fräulein Wieserner geschwängert und sich dann abgemacht nach Wien, wo er als Kellner in der Vorstadt Maria Hülf in der Blauen Glocke verdingte in der Hoffnung, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Dem war aber nicht so.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Frankiert in Wien am 16.3.1869 dachte der Absender wohl, er könnte mit nur 15 Neukreuzern nach Asnieres bei Paris ein Kuvert abgehen lassen, was aber nicht so war. Die Aufgabepost erkannte 10 Neukreuzer zu wenig und stempelte INSUFFISAMENT AFFRANCHIE für ungenügende Freimachung.
Österreich durfte dergleichen Briefe nicht nachtaxieren, so dass Frankreich (Paris) ihn manuell mit 5 Decimes Nachtaxe belegte, also ca. dem Doppelten der fehlenden 10 Neukreuzer. Warum Paris und nicht der Zielort Asnieres? Weil der Stempel AUTR.(iche) - STRASBOURG 3 18.03.1869 den Kartenschluß Wien - Paris belegt und das 1. französische Postamt die Auslandskorrespondenz (nach-)zutaxieren hatte.
Wer an der Echtheit des Stücks zweifeln sollte, für den habe ich den Befund des mir bis dato unbekannten Prüfers Arnold Goller beigefügt, der wohl bis auf "AFFRANGIE" alles richtig gemacht haben dürfte (und auch dieses Wort wäre hier im Forum nachzulesen gewesen, ein kleiner Tipp für postgeschichtlich interessierte BPP).
Liebe Grüsse von bayern klassisch

heute zeige ich einen grenzfrankierten Brief vom 13.3.1842 aus Wien nach Regensburg an das Verlagshaus Manz. Der Absender zahlte 14 Kreuzer Conventionsmünze (CM) bis vor Passau. Daher stempelte die Aufgabepost in Wien alles korrekt in roter Farbe, der Farbe der Frankatur damals (schwarz war die Farbe des Unbezahlten, des Portos also). Franco und Grenze deuteten darauf hin.
Vorderseitig sollte der Diagonalstrich, der eher zu einem senkrechten Strich verkam, dies verdeutlichen.
Bayern notierte 6 Kreuzer rheinisch für sich ab Passau bis Regensburg, die nur sehr schludrig angeschrieben wurden, wie so oft damals.
Am 17.3.1842 kam er an und wurde zugestellt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
heute zeige ich einen Portobrief aus Wien vom 12.1.1843 nach Nürnberg, der von der Aufgabepost mit schwarzem Aufgabestempel versehen wurde, um gleich zu dokumentieren, dass es sich um einen unfrankierten Brief handelte.
Aber der O.B.C. = Oesterreichisch - Bayerische - Correspondenz Stempel dürfte nicht aus Wien stammen, denn er zeigt eine andere Zusammensetzung. Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass selbst die größten Städte hüben wie drüben diese Vertragsstempel abzugschlagen vergaßen und andere, grenznäher gelegene Poststationen mit ihren O.B.C. - Stempeln aushelfen mussten. Dabei hatte doch Österreich nur für diese Poststellen O.B.C. - Stempel angeschafft, die auch in regem Postaustausch mit Bayern standen und es so hätten wissen müssen.
Das Porto von 15 Kr. rheinisch war halbscheidig zu teilen (= 12 Kr. Conventionsmünze, also für jeden 6 Kr. CM), bzw. im Verrechnungswege der Generalrechnung quartaliter zu saldieren.
Schon 3 Tage später war er in Nürnberg und wurde ausgetragen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Siegelseitig ist der m. E. seltene Stempel Contr. für "controllirt" zu sehen, der in Österreich (wo da?) angebracht wurde.
Jetzt fehlt mir nur noch ein Bayernbrief nach Österreich, der einen Controllstempel zeigt, dann wäre die Seite fertig.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Ein eingeschriebener Brief des "Central Bureau der k. k. privilegierten Kaiserin Elisabeth - Bahn) wurde mit der Adresse "Seiner Wohlgeboren Ferdinand Wertheimer P. T. in Ranshofen Bayern bei Braunau recommandirt" aufgegeben. Man zahlte 15 Neukreuzer für Briefe nach Österreich oder in den Postverein über 20 Meilen und siegelseitig 10 Neukreuzer für die Recommandation.
Die Entwertung nahm das Filialpostamt Westbahnhof Wien am 15.6.1864 vorne wie hinten vor. Am Folgetag traf der Brief in Nürnberg (warum?) ein, wo er natürlich nicht zugestellt werden konnte, denn ein Ranshofen bei Braunau war von Nürnberg ein paar Hundert Kilometer entfernt. Daher unterließ man es, großartige Vermerke auf dem Brief zu hinterlassen, notierte nur "retour" und "keins in Bayern" und sandte ihn, noch immer unter Recommandation, nach Wien zurück.
Dort lief er am 17.6. bei der Hauptpost ein, die die vorderen Marken und die Recomarke abstempelte und den Brief nach Erkenntnis, wohin er gehörte, sofort nach Braunau am Inn weiter spedierte. Am 18.6.1864 kam er wohlbehalten in Braunau an und wurde wohl von einem Boten dort Herrn Wertheimer nach Ranshofen gebracht.
Hier ist schön zu sehen, dass auch 3 Strecken unter Recommandation abgedeckt waren, auch wenn nur eine 10 Nkr. Marke dafür bezahlt worden war.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


heute zeige ich einen Brief aus Nürnberg vom 24.2.1857 über Wien am 27.2.1857 nach Semlin (heute: Zemun), heute ein Stadtteil von Belgrad in Serbien. Es war der vorgeschobenste Posten der k. u. k. Monarchie und auch das Ende des Postvereins.
Der Absender des 1 bis unter 2 Loth schweren Briefes frankierte 18 Kreuzer und wünschte die Recommandation, die weitere 6 Kr. kostete - ergo haben wir hier einen Postvereinsbrief von 24 Kr. Franko vorliegen.
Da er am 24.2. 13.00 bis 14.00 Uhr aufgegeben wurde, scheint eine Leitung über Bodenbach wahrscheinlich zu sein, da er bereits am 27.2. in Wien eintraf und er über 850 km zurück zu legen hatte. Von Wien aus dauerte es dann bis zum 2.3., also weitere 3 Tage, bis er in Semlin war (650 km Laufweg).
Alles in allem halte ich im Jahr 1857 einen Laufweg von total ca. 1.500 km in 6 Tagen für sehr gut.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ich darf vorstellen: Der 1. Brief aus Unterfranken via Bodenbach nach Österreich. Geschrieben am 31.1.1855 im wunderschönen Würzburg, korrekt frankiert mit 9 Kr. über 20 Meilen bis 1 Loth, lief er an Herrn Josef Jesser, einen Wirthschaftsrath in Wien in der Schottengasse W: 102. Über Bodenbach - 1.2.1855, also pfeilschnell - ging es nach Wien, wo er am 3.2.1855 einschlug. Das war, insbesonders bei den winterlichen Verhältnissen damals, sicher eine sehr gute Zeit.
Danke, Dieb, dass du mir den gelassen hast. Und Glück gehabt, dass ich deinen Frevel (Bruch des Postgeheimnisses ist eine Straftat) nicht mitangesehen habe, sonst hätte die Post heute einen weniger in ihren Reihen ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Nach der Gebührentabelle/Reduktionstabelle des Vertrages vom 1.10.1842 zwischen Bayern und Österreich kosteten einfache Briefe aus Ö nach BY 12 Kreuzer (x) Conventionsmünze (CM) bzw. 15x rheinisch bis 1/2 Wiener bzw. Münchener Loth und progressierten je halbes Loth um 50% der eben genannten Taxen.
Demnach kostete ein über 1/2 bis 1 Loth schwerer Brief 18x CM bzw. 22x rheinisch, jedoch über 1 bis 1 1/2 Loth schwer kostete er 24x CM bzw. 29x rheinisch und somit eben nicht die zuerst notierten 30x rheinisch.
Ausweislich des Inhalts waren 2 Kleemuster beigeschlossen, die ob ihrer Struktur nicht anhängbar waren, sondern im Inneren des Briefes den Transport überdauerten. Daher war der Brief mit den beiden Kleemustern nicht nach dem § 7b taxiert worden, in dem festgehalten wurde, dass nur Briefe mit anhängenden Mustern für den 1/2 Loth überschießenden Teil mit einem Drittel der gewöhnlichen Gebühr taxiert werden, wenn der Brief selbst einfach (bis 1/2 Loth) bleibt.
In diesem Fall wäre der Brief mit 30x rheinisch über 1 1/2 bis 2 Loth schwer denkbar und hätte dann 15x rheinisch + 7 1/2x plus 7 1/2x = 30x rheinisch gekostet.
Wenn mir jemand sagen könnte, was unter "2 Klee Muster ???" steht, wäre ich entzückt.
Alles nicht so einfach bei diesem doch so einfachen Postvertrag ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Somit dürfte Kleemuster absolut richtig sein. Nun ist es so, dass die Pflanzen damals andere Betitelungen (im Latein) als heute hatten. Da ich das erste Wort als Flores lese und das zweite als fints oder fines hab ich da mal geschaut. Hier ein Ausschnitt von "Arends volkstümliche Namen der Heilkräuter, Drogen, ...":
Es fand sich zwar nicht die 100-prozentige Übereinstimmung, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass es sich um die Gattung des Kleemusters handelt.
herzliche Grüße Max

den hier gezeigten Brief liebe ich über alles - er stammt von der Firma Javelier - Fremiot vom 29.7.1854 aus Remiremont (etwa 90 km südwestlich von Strasbourg) und wurde über die Strasbourger Brücke im badischen Kehl am 1.8.1854 als einfacher Portobrief aufgegeben.
Baden leitete ihn, siehe Curs II * am 1.8.1854, der Bahnstrecke Haltingen (Südbaden) Richtung Heidelberg (Nordbaden) zu, wofür der Nordstern stand (mit Punkt waren die Bahnsendungen Richtung Süden geleitet worden, das zu wissen ist sehr, sehr wichtig). Von Heidelberg aus wurde er im geschlossenen Transit via Frankfurt am Main (Taxis) über Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt, Bamberg und Plauen (Sachsen) nach Leipzig verschickt, wo er abbog nach Dresden und Bodenbach (Österreich), wo er bereits am 2.8.1854 eintraf. Dort wurde das badische (nicht französische!) Briefpaket geöffnet und alle Poststücke mit dem österreichischen Eingangsstempel bedruckt.
Er lief nun südlich auf der Linie Prag - Wien und kam am 5.8.1854 in Steyr an (3.8. 10 Uhr Abends wohl in Wien).
Im Inhalt lese ich "Chef de Gare de Chemins de fer Donauwörth" - kann mir einer den Zusammenhang erklären?
Auf Grund der Mitnahme des Briefes nach Baden war die Portostruktur natürlich eine ganz andere, als bei einer gewöhnlichen Aufgabe in Frankreich.
Hätte der Brief bei regulärer Aufgabe 29 Kreuzer Conventionsmünze (CM) gekostet, so waren es nun nur 12 Kreuzer CM, also ca. 60% Ersparnis und das war nicht eben wenig. Dazu kann man sagen, dass die Versanddauer nicht auf Kosten dieser Leitung ging, denn bei normaler Versendung (via Schweiz und Vorarlberg) war man so nicht langsamer geworden und genau dies wurde den Korrespondenten auch klar.
Nun bekam Baden 12 Kr. CM von Österreich gutgeschrieben (die 14,4 Kreuzern rheinisch entsprachen) und musste hiervor intern an Taxis, Bayern und Sachsen seinen Obolus abführen, der zusammen etwa 4 Kreuzern rh. entsprach, so dass Baden noch gut 10 Kr. rheinisch netto blieben. Bei korrekter Versendung hätte Baden gar nichts bekommen!
So war eine Bahnlinie zwischen dem fernen Berlin und dem noch ferneren Wien via Dresden, Bodenbach und Prag Grund und Glück für Baden in finanzieller Hinsicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Er lief von Braunau am Inn nach Pfarrkirchen und ist tarifgerecht frankiert mit 5 Neukreuzern (stark dezentriert, auch nicht schlecht!).
Mal sehen, wer erfolgreich knobelt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Laufzeit 3 Tage - also war noch die Postkutsche im Einsatz!
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 03.09.1862 ging es von Hallein nach München, da beide Orte zwischen 10 - 20 Meilen entfernt lagen, reichten natürlich 10 Neukreuzer. Gelaufen ist er über Salzburg, wie man es siegelseitig sehen kann.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Posteinlieferungsschein vom 18.02.1865 in Tittmoning ausgestellt für ein Paket, welches mit einem declarierten Wert von XXX? Gulden 12 Kreuzer nach Kufstein.
Eine Gewichtsangabe fehlt hier. Bezahlt wurde nur der Schein mit 3 Kreuzer.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Heute zeige ich einen vom 6.1.1853 nach Wien, der am 16.1.1853 ausweislich der Empfängernotiz dort ankam. Mit der Post wäre es viel schneller gegangen, aber günstiger war diese Methode allemal. Da der Brief jedoch gesiegelt war, war es ein Postbetrug, denn versiegelte Briefe waren der nationalen Post anzudienen. Regulär hätte der Brief bis 1 Loth über 20 Meilen 9 Kreuzer gekostet.
Hier hat die Firma Spengelin einem Dritten den Brief versiegelt mitgegeben, der für seine Untat sogar entlohnt wurde, denn man notierte in Lindau "franco", um zu zeigen, dass der Empfänger dem Überbringer nichts mehr zu zahlen hatte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Das deutet mir sehr auf eine Versendung per Bahn hin, auch wenn ich den Bodenbach - Stempel vermisse.
Für die Markenfetischisten interessant ist einen Quetschfalte quer über der Marke, die mir aber als Postgeschichtler Wurst ist.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Das Siegel sieht aus, als wäre es gestern mit seiner Petschaft aufgebracht worden und stammt vom Verwalter der Arco´schen Verwaltung.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Gelaufen ist er am 20.03.1855 von Triest über Bodenbach (23.03.) nach Augsburg 25.03. - der Stempel vom Bahnhof ist leider für mich nicht eindeutig.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 13.10.1862 ging dieser Briefumschlag von Wien nach München. Die Laufzeit dürfte hier nur einen Tag betragen haben, wenn ich bei dem Wiener Stempel die 7 A = 19 Uhr richtig interpretiere.
Transitstempel gibt es hier nicht.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Aufgegeben in Gratz am 03.07.1856 ging es über Innsbruck nach Lindau am Bodensee, wo er am 09.07. ankam. Die Laufzeit von (über) 6 Tage ist schon beachtlich.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Weil er per Bahn weiter geroutet wurde, kam er schon am 20.5. in Lindau an - prima Job, liebe Postler von damals.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Schnörkelbrief 9.9.1763 Salzburg - Tittmoning mit neunzeiliger Adresse, kein Ankunftsvermerk.
Lg, harald
Am 07.03.1859 ging es von Prag nach Nürnberg, wo er schon am Folgetag eintraf.
15 Neukreuzer war das erforderliche Franco.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

zum Preis einer italienischen Essensspezialität ohne Getränk konnte ich diesen netten Brief erwerben, der gut in meine (und vlt. noch in eine andere) Sammlung passt: Geschrieben in Nürnberg am 25.6.1868 lief er an Ziegler in der Kreuzhütte. Bis 1867 sind praktisch alle Briefe aus Bayern an Ziegler/Kreuzhütte mit dem Zusatz "bei Waldmünchen" oder "Post Waldmünchen" adressiert, womit sie postalisch Inlandsbriefe waren, auch wenn der Zielort in Österreich lag.
Wie schnell die ab 1.1.1868 geänderten Postvorschriften griffen, zeigt dieser Brief kein halbes Jahr später, als man eben jenes Suffix wegließ und ihn die Post, ausweislich der Siegelseite, prompt NICHT nach Waldmünchen leitete, sondern gleich nach Österreich (Klentsch 26.6. gleich mit 3 (!!) Abschlägen).
Zuvor wäre er sicher innerhalb eines Tages in Waldmünchen gewesen (Nürnberg - Waldmünchen nur 118 km) und wäre wohl noch am selben Tag vom Boten zur Kreuzhütte verbracht worden (mit anderen Postgegenständen).
Die Frage, die sich mir aber stellt, ist die: Wie lief der Brief jetzt nach dem 1.1.1868, als es keine Entfernungszonen und keinen DÖPV mehr gab?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Brief von Prag nach Nürnberg, mit 15 Neukreuzer portogerecht.
Frohe Weihnachten,
harald
heute zeige ich einen einfachen Portobrief dieses Vertrages von Wien nach Aichach bei Augsburg, der über 1 1/2 bis 2 Loth wog und daher in Augsburg (Paketschluß Wien - Augsburg) mit 22 Kreuzer rheinisch korrekt taxiert wurde. Diese waren hälftig zu teilen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Heute zeige ich einen aus Oettingen vom 26.12.1847, der am Folgetag als Portobrief dort aufgegeben wurden. Ich vermute als erste Taxe 12 Kreuzer CM, die dann größer mit 18 Kr. CM überschrieben wurden (von Oettingen).
Später (wo, jedenfalls nicht in Augsburg, da dort keine Rötelstifte im Einsatz waren) beließ man das Zahlengewirr unten links und notierte souverän groß mittig mit Rötelstift 12 Kr. CM bei der Abgabe in Möderbrugg zu zahlen.
Der Transitstempel von Judenburg am 31.12.1847 und der Empfängervermerk in Möderbrugg am 3.1.1848 vervollständigen die Datenlage perfekt.
12 Kr. CM war in der 2. Entfernungsstufe bis 1/2 Wiener/Münchener Loth korrekt taxiert, 18 Kr. CM dito in der 2. Gewichtsstufe über 1/2 bis 1 Loth. Ich unterstelle also, dass der Brief haarscharf an der 1/2 Loth Grenze lag und mal so, mal so angesehen wurde.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
heute zeige ich einen Teilfrankobrief aus dem wunderschönen Strasbourg (sicher eine der 10 schönsten Städte der Welt) vom 19.01.1818 nach Steyr in Österreich.
Der Absender des unter 6g wiegenden Briefes zahlte 2 Decimes = 6 Kreuzer rheinisch = 5 Kreuzer CM siegelseitig bis zur Postgrenze bei Kehl in Baden. Der Transit erfolgte geschlossenen Briefpaketes durch Baden und Württemberg und erst in Augsburg wurde das französische Paket geöffnet und die Briefe diesem entnommen.
Ein herzlich mieser Abschlag des frühen, schwarzen Auslagestempels von Augsburg kündet noch von dieser Maßnahme. Man stempelte auf 14 Kreuzern rheinisch ab und sandte ihn weiter nach Österreich (wohl via Bregenz, Innsbruck, Salzburg oder Passau). Österreich setzte jetzt P(orto) 24 Kreuzer Conventionsmünze für Bayern an (die 29 Kreuzern rheinisch entsprachen und die Differenz von diesem Betrag und dem Wert im Auslagestempel war Bayerns Umsatz) und addierte satte 30 Kr. CM für sich hinzu, so dass die Rötel - Addition mit 54 Kr. CM stimmig war.
Der Stempel P(ort) 67 P(ayé) Strasbourg sagte nicht aus, dass der Brief bis zum Empfänger ganz bezahlt war, sondern nur, dass er frankiert Deutschland erreicht hatte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


heute zeige ich einen mit 15 Neukreuzer frankierten Brief über 20 Meilen unter 1 Loth aus dem schönen Wien nach Amorbach bei Aschaffenburg. Empfänger war der königliche Revierförster Müller.
Die Siegelseite zeigt uns bei dem am 3.3.1865 um 13.00 Uhr abspedierten Brief die Ankunft des österreichischen Briefpaketes im herrlichen Würzburg am 4.3.1865 zwischen 16.00 und 17.00 Uhr (sauschnell) und die Weiterleitung und Zustellung im fast ebenso schmucken Amorbach am Folgetag.
Selbst bei einer Luftlinienentfernung Wien - Würzburg von über 500 km (!) waren zwischen Postaufgabe und Ankunft in Würzburg nur lächerliche 28 Stunden Zeit gewesen. Manchmal war die "gute, alte Zeit" doch zu etwas gut ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Geschrieben wurde er im österreichischen Reutte am 12.7.1827. Aufgegeben wurde er im bayerischen Augsburg am 23.7.1827 und gerichtet war er an die Firma Jörger & Hölzel in Meran, wieder Österreich. Wegen der in meinen Augen sinnentleerten Postaufgabe in Bayern mussten wegen des Grenzfankozwanges 6 Kreuzer bis zur österreichischen Grenze bezahlt werden, deren es zuvor zu zahlen ja gar nicht bedurft hätte.
Dazu kamen dann weitere1 12 Kreuzer Conventionsmünze, die der Empfänger zahlen musste, in toto also 17 Kreuzer CM.
Selbst bei 12 Poststationen in Österreich hätte ein einfacher Brief nur 12 Kreuzer CM gekostet, also auch nicht weniger nach dem Taxpatent vom 1.2.1818.
Wer vielleicht freier denken kann, als ich es hier vermag, darf mir gerne Nachhilfe geben, warum man so verfuhr.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am 09.01.1859 ging es von München über Lindau - Bregenz nach Hohenems, wo er am nächsten Tag ankam. Da über 20 Meilen waren auch 9 Kreuzer Franco fällig.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Nett finde ich die blauen Marken, aber ausschlaggebend für den Kauf waren sie nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Gelaufen von Prag nach Erlangen, taxiert mit 12 Kreuzer = 9 Kreuzer für den einfach schweren Brief über 20 Meilen + 3 Kreuzer Ergänzungsporto.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Heute das gebührenmäßige Minimalbeispiel zwischen Österreich und Bayern vom 6.8.1822 von Salzburg nach Tittmoning an Poschacher: Nur 2 Kr. CM Franko für Österreich (man lag ja an der Grenze) und 3 Kr. Porto für Bayern bis zum Zielort macht, wenn auch in gemischter Währung, nur 5 Kreuzer.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Das Porto wurde halbscheidig zwischen beiden Postverwaltungen geteilt - aber erst nach Ende des laufenden Berechnungsquartals (die Fiskaljahre Österreichs und Bayerns waren unterschiedlich).
Eigentlich hätte die Aufgabepost den Stempel O.B.C. vertragskonform abschlagen sollen, aber dazu hatte man wohl keine Lust.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

wer sich ein wenig Geld sparen wollte, verzichtete im Triest des Jahres 1875 auf die Ausgabe von 2 Neukreuzern (ca. 1,5 Kreuzer rheinisch), wenn es um eine simple Drucksache nach Bayern ging, sondern versuchte diese in Bayern selbst zum Preis von nur einem Kreuzer rheinisch aufzugeben.
Am 8.9.1875 ging diese Rechnung perfekt auf, wie das Beispiel nach Würzburg mit Postaufgabe in Nürnberg vom 14.9.1875 dokumentiert.
Wer immer der Mittelsmann war, der den halben Kreuzer pro Drucksache erfolgreich sparte, er dürfte bei der Nürnberger Post Mitte September 1875 am Schalter eine unbestimmte Anzahl von 1 Kreuzermarken gekauft haben - und es war nicht die Nr. 32 mit Wasserzeichen weite Welle, die man ihm gab, sondern noch die alte Variante, hier eine Nr. 22Ya, so dass ich mal unterstelle, dass auch Mitte Sept. 1875 in der zweitgrößten Stadt Bayerns noch keine Marken der Letztkreuzerzeitausgabe am Schalter waren.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Der Brief weist trotz seines nicht gerade kurzen Laufweges von ca. 505 km Luftlinie und wohl eher 700 km tatsächlichen Weges (Lindau - Augsburg - München - Rosenheim - Kufstein - Freilassing - Salzburg - Wien). Leider kann ich aus dem Wiener Ankunftsstempel wenig erhellendes erkennen. Kann es einer?
Wenn ich den Briefkopf von Spengelin lese, fange ich bei diesen Destinationen an zu träumen und auch seine damalige Incoming - Mail würde ich sicher nicht in der Rundablage entsorgen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am 04.12.1854 ging es von Kempten nach Egg, keine 10 Meilen voneinander getrennt. Siegelseitig ist der Transitstempel von Bregenz 5.DEZ. zu sehen.
Das Franko betrug 3 Kreuzer, was mit einer netten Nr. 2 dargestellt wurde. Da er rekommandiert, bezahlt der Absender noch weitere 6 Kreuzer bar für diesen Sonderdienst.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 06.09.1862 ging es von München nach Innsbruck, wo er laut Siegelseite am 08.09. ankam. 6 Kreuzer franco war auch tarifgerecht.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Aus Mscheno (nein, das ist nicht Urdu, sondern schon der deutsche Name für: Mšené-lázně) schrieb man per einfachem Brief an Herrn Joh. Pischek bei den Württembergischen Hof- und Kammersängern in Stuttgart.
Am 14.3.1853 wurde er mit 9 Kreuzern für Postvereinsbriefe über 20 Meilen korrekt frankiert. Er lief über Bodenbach (15.3.), Dresden, Leipzig, Plauen nach Hof (16.3.), wo ihn die bayer. Bahnpost Hof - Nürnberg in die Hände bekam und sauber abstempelte.
Über Nürnberg lief er nach Augsburg, wo die Bahn endete. Dann ging es mit der Kutsche nach Burgau weiter, wo er per Bahn Richtung Neu-Ulm - Ulm und Stuttgart weiter spediert wurde und daher schon am 18.3. ankam (Distributions-Stempel 1. Tour, also noch ganz früh!).
Ein phantastischer Brief, der den gemischten Transport in Österreich, Sachsen, Bayern und Württemberg aufzeigt - überragend schnell spediert und dazu noch, wie ich finde, ganz passabel erhalten.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Wohl vom 13.12.1873 oder 1874 aus Salzburg Bahnhof nach München: "To the Countesse Caroline Mayne neé Topor - Morawitzky in München Theresienstr. Nr. 71, 1. Stiege".
Hinten ist mit zeittypischer Hand "Von Prinzessin" geschrieben worden, aber ich tue mich schon schwer, das Monogramm zu interpretieren. Ein "M" glaube ich lesen zu können, aber den Rest?
Ich bin für jede Hilfe dankbar.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Verfasst in Triest, dem Freihafen Österreichs, am 19.6.1852 (hätte ihn vlt. lieber morgen einstellen sollen, da hätte er Geburtstag gehabt und zwar den 125.) und frankiert mit 9 Kr. CM korrekt unter 1 Loth.
Ankunft am Bahnhof Augsburg 4 Tage später, wobei wohl 2 Tage auf Österreich gehen bis Bodenbach, dann 1 Tag Transit durch Sachsen bis Hof und der letzte Tag auf Bayern.
Der Empfänger Friedrich Mittler war bekannt, daher bedurfte es keiner Empfängerpräsisierung.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
heute zeige ich einen Brief aus Sonneberg, damals von der Thurn und Taxis - Post versorgt, der am 1.3.1848 geschrieben wurde, aber erst 9 Tage später (!) in Nürnberg als Frankobrief nach Gröden in Tirol (Österreich) mit dem Vermerk "per Augsburg" postalisch aufgegeben wurde.
Von Sonneberg nach Nürnberg sind es ca. 100 km, so dass dies kein Sonntagsspaziergang gewesen sein wird. Aber es gab schon eine Bahn von Plauen im Vogtlande via Hof nach Nürnberg. Ob man die benutzt hat, um ihn nach Nürnberg zu schleppen?
Jedenfalls zahlte man dort 20 Kreuzer, die siegelseitig zu sehen sind, wo auch Klausen, welches für Gröden zuständig war, sich am 13.3. verewigte.
Den schäbigen Abschlag des Nürnberger B.O.C. - Stempels bitte ich vielmals zu entschuldigen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
RS = Regierungs - Sache des bayer. Landgerichts Regen an das k. k. böhmische Wirtschaftsamt in Eisenstein (böhmisch Eisenstein) vom 26.8.1841.
Eigentlich in Bayern portofrei, aber in Österreich portopflichtig, weil die Gebührenfreiheit an der Grenze zu Österreich endete. Hier aber keine Taxe für die Empfängerbehörde, obwohl es nur Bayern anging, wie uns der Inhalt erklärt:
"Michael Fischer, Soldat des königl. bayr. Inf. Regiments Seckendorff hält sich wahrscheinlich bey seinem außerehelichen Vater, dem Büchsenmacher Fischer in Eisenstein auf, und deßhalb stellt man das dienstfreundliche Ansuchen denselben im Betretensfalle arretiren, und hieher liefern zu laßen. Hochachtung! Der kgl. Landrichter Zottmann".
Leider weiß ich nicht, ob Bayern des offenbar fahnenflüchtigen Fischer habhaft wurde - aber interessant ist solch ein Inhalt allemal.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Siegelseitig zahlte man 10 Kreuzer rheinisch bis zur bayer. - österr. Grenze. Ab da kamen 10 + 2 = 12 Kreuzer Conventionsmünze dazu, die sich mir als Addition nur dahin gehend erschließen könnten, weil es einen Boten gegeben haben könnte, der Voith für 2 Kr. CM seinen Brief in die Behausung brachte.
Die 10 Kr. CM Postporto für einfache Briefe über 6 bis 9 Poststationen sind mir bekannt, nur 2 Kr. CM Botenlohn halt nicht.
Interessant ist auch der Inhalt: "... Inliegend übermachen wir Ihnen f 2037. 12x p. Ende Juni auf H. Hillenbrands Erben in Augsburg, wir ersuchen Sie hiervon das nöthige zu besorgen und unsere Rechnung nach Eingang, unter gefällige Anzeige vollends auszugleichen. Achtungsvoll zeichnen ergebenst G. G. Fendler".
Heute also nicht mehr vorhanden war ein Wechsel über mehr als 2.000 Gulden, heute etwa 100.000 €. Der Versand wurde aber nicht als Wertbrief, sondern als Recobrief bewerkstelligt. Die Recommandation kostete nur 4 Kr. rheinisch, jedoch waren im Verlustfall auch nur 25 Gulden rheinisch zu erhalten und der Wechsel war weg. Die bayer. Reconummer wurde vorne oben rechts notiert, eine weitere (wo?) hinten dazu.
Die Frage ist natürlich: Durfte man nach den Postprinzipien Wertgegenstände (Wechsel, Bargeld usw.) überhaupt der Briefpost andienen, oder war das prinzipiell gestattet, halt ohne Ersatzmöglichkeit des wahren Wertes und somit nur unter Erstattung von 25 Gulden rh. im Verlustfalle?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Brief aus Salzburg vom 30.8.1865 nach München an Fräulein Anna Ahrens Vorsteherin des Maximilians Waiseninstitutes. Der Absender war ob seines Siegels in Österreich portofrei gestellt, daher verblieb der Brief ohne Taxe. Bei der Ankunft am Folgetag war keine Zustellung in München möglich. Man notierte siegelseitig "eigenhändig, berichtigt Köchel", so dass Briefträger Nr. 20 leider nichts machen konnte.
Offenbar ahnte man, dass man den Brief einer höchstgestellten Persönlichkeit (König? Kaise? Fürst?) besser nicht in Abwesenheit der Empfängerin annehmen sollte.
Jedoch wusste man die neue Anschrift, nämlich in Schliersee "Bei der Frau Meßnerin" und ließ den Brief dahin abziehen.
Er war jedoch ausgeliefert worden, auch wenn man ihn nicht haben wollte. Daher setzte München für ihn als weitergeleiteten Frankobrief (!) 3 Kreuzer an (bis 12 Meilen bis 1 Loth). Aber nun setzte ein Umdenken ein. Zwar stand im Postverein nur der Aufgabepost (Salzburg) das komplette Franko bzw. Porto zu, aber wie war bei der Weiterleitung eines Briefes einer höchsten Person, die die aktive Portofreiheit besaß, zu verfahren? Nun, man änderte seine Ansicht, strich die 3 Kr. Porto für die Nachsendung ab und tat so, als hätte der Brief nicht den Postenlauf verlassen, so dass die Portofreiheit dank Siegels noch immer galt und ließ ihn nach Schliersee ab. Dort erfolgte, vlt. aus Ehrfurcht, keine Stempelung mehr und der Brief wurde der Adressatin in der nachbenannten Behausung übergeben. Eigenhändig, natürlich ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Innsbruck 31.12.1861 nach Mauterndorf "über Salzburg" war gewünscht und ausweislich der Siegelseite lief er auch am 1.1.1862 via Salzburg nach dorthin, wo er am 3.1.1862 eintraf.
Der Link von Google.Maps funzt leider nicht - einfach Aufgabe- und Abgabeort eingeben und die Strecke über Bayern nachvollziehen, für die, die das tun wollen.
Er lief über das Berchtesgadener Land (Bayern) die weitere Strecke in einem Tag, danach die kürzere Strecke in 2 Tagen nur über österreichisches Territorium. Vivat Bavaria!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Halten wir fest, was die direkte Streckenführung Wien - Passau - München - Augsburg angeht, dass wir hier die Strecke Luftlinie von 405 km vor uns haben und unter den damaligen Straßenverhältnissen ein nächster, tatsächlicher Laufweg von ca. 500 km unterstellt werden kann. Eine Zustellung innerhalb von ca. 48 Stunden per Bahn auf dieser Route können wir ausschließen, denn sie verlief natürich 1853 noch nicht durchgängig direkt:
http://www.ieg-maps.uni-mainz.de/mapsp/mape853d.htm
Daher ist hier, auch ohne den Beweis eines Stempelabschlags von Bodenbach, allein aus der extrem kurzen, wohl optimalen Zeit, die Leitung über Nordböhmen, Sachsen und Oberfranken zwingend zu unterstellen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Da alle Transitstempel mangeln, ist die Leitung nicht 100%ig fixierbar; grundsätzlich halte ich 2 Leitungen für möglich: Von Wien aus an die bayer. Grenze bei Salzburg und von dort mit der Kutsche nach Rosenheim und von dort durchgehend per Bahn nach Mannheim vom Süden kommend, oder alternativ über Bodenbach - Hof - Bamberg - Würzburg - Frankfurt am Main von Nordosten kommend.
Ende 1857 sah das Bahnnetz so aus:
http://www.ieg-maps.uni-mainz.de/mapsp/mape857d.htm
Liebe Grüsse von bayern klassisch

ein Brief vom 14.3.1859 von Wien unter Recommandation nach Innsbruck war ein gewöhnlicher Inlandsbrief über 20 Meilen, für den 15 Neukreuzer als Franko und 10 Neukreuzer (hinten leider entfernt worden) als Recogebühr verklebt wurden. Er lief über das Berchtesgadener Land (Bayern), ohne dort behandelt worden zu sein, da geschlossene Briefpakete hin und her versendet wurden. Pech wäre es für Bayern gewesen, wenn man auf eigenem Territorium den Brief verloren hätte, denn dann wären 24,5 Gulden rheinisch zu ersetzen gewesen. Gut, dass er wohlbehalten in Innsbruck am 15.3. ankam.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Er sei aber hier gezeigt und besprochen, weil er doch nicht so uninteressant ist, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte.
Am Wiener Schalter für recommandirte Briefe gab man am 25.10.1859 einen einfachen Brief nach Schwaig auf, welches durch die Postexpedition Lauf bei Nürnberg versorgt wurde. Hierzu waren 15 Neukreuzer unter 1 Loth über 20 Meilen und 6 Neukreuzer Recogebühr zu frankieren (damals herrschte im Postverein noch Frankozwang bei der Recommandation - das fiel erst mit dem 1.1.1861).
2 Tage später war er in Lauf und wurde seiner Empfängerin, "Ihrer Wohlgeboren Fräulein Sidonie Goes Tochter des hochwohlgebornen Herrn Major Wilhel Goes" zugestellt.
Auf der letzten Seite lesen wir folgendes: "Deinen nächsten Brief, den ich recht lange & ausführlich erwarte, & den du recht bald nach Empfäng dieser Zeilen absenden willst, bitte ich nach Pest a/ Donau, Post restante zu adresiren; es ist so sicherer, da es mir sonst wie hier gehen könnte, wo ich nämlich in dem dir aufgegebenem Hotel zur STadt Frankfurt kein Zimmer frei fand & mich in ein Anderes begeben mußte; so muß ich jetzt jeden Tag in jenem Hotel nachfragen, ob keine Briefe für mich da sind."
Für mich ein kleiner Traum als Liebhaber von poste restante - Briefen.
Oben vorn noch die Reconummer von Wien mit 182 vermerkt - die blaue Tinte dürfte von einer bayer. Poststelle stammen, die es aber nur zu einem Tintenkrüppel geschafft hat. Auch egal, bei dem Inhalt!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

wieder kann ich einen Brief aus Wien nach Augsburg an Mittler zeigen: Am 26.4.1853 aufgegeben um 15.00 Uhr erreichte er sein Ziel am 28.4. am Bahnhof Augsburg. Eine Beförderungsdauer von nur 2 Tagen - das ging niemals mit der Kutsche, sondern nur über Bodenbach. Wegen der (relativen) Häufigkeit dieser Briefe ohne Bodenbach - Stempel gehe ich mittlerweile davon aus, dass es geschlossene Pakete Wien - Augsburg gab, wenngleich ich auch andere Briefe mit Bodenbach - Stempeln kenne.


Interessant ist, dass der Absender Joszef Csanak hinten seinen Schreibschriftstempel angebracht hatte, weil sein Trockensiegel wenig hergab. Kenne ich so kaum einmal, nicht nur von Österreich-Ungarn.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Beide von Wien an Martin Spengelin & Co in Lindau gesandt, einmal Ganzsache 10 Kreuzer mit 5 Kreuzer Zusatzfrankatur, einmal Ganzsache 5 Kreuzer mit 10 Kreuzer Zusatzfrankatur.
Die erste WIEN | 10 | 4 | 7.A, Ankunftstempel LINDAU 12 APR.1866 I, die zweite WIEN | 31 | 10 | 7.A, Ankunftstempel LINDAU | 2 NOV. (Jahr unleserlich) 12 - wahrscheinlich 1865 oder 1866.
Lg, harald

Der 2. datiert vom 29.11.1859 aus St. Pölten, 100 km westlich von Wien, als er wieder auf seiner Retour war. Auch jetzt wieder mit Adresse "mit Briefen des hochwohlgebornen Herrn Major Wilhellm Goes".
Er lief über Salzburg am 30.11., aber ab dann dauerte es bis zum 3.12., ehe er in Lauf war - es hat sich also etwas gezogen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Schon am Folgetag schlug der Brief dort ein (Respekt!), doch Thurnherr war bereits ins nahe Dornbirn verreist, was die Bregenzer Post dazu verleitete, Bregenz zu streichen und Dornbirn darüber zu setzen, ohne Angabe von Gründen. Der Brief wurde prompt am Folgetag in Dornbirn zugestellt, ohne weitere Angaben wie Wohnung oder Logis - die Jungs waren damals halt einfach Klasse und auf dem Quivive.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Absender frankierte 10 Neukreuzer, die sich in 6 Neukreuzer für Österreich und 4 Neukreuzer für die Schweiz aufteilten. Aus "naheliegenden" Gründen wählte man in Asch den lokalen Paketschluß Oberkotzau in Bayern, wo er am 14.12.1870 eintraf und hinsichtlich seines Weiterfrankos zu berichtigen war, denn Bayern rechnete direkt mit der Schweiz ab und konnte daher das frontseitig notierte Weiterfranko von 4 Neukreuzern so nicht stehen lassen. Folgerichtig waren die 4 Nkr. zu streichen und durch 3 Kreuzer rheinisch zu ersetzen, was perfekt realisiert wurde.
2 Tage später traf der Brief in Basel ein und wurde zugestellt. Im Inhalt ging es um wechselseitige Bestätigungen von Telegrammen, deren Eintreffen und korrekte Ausführungen. Hat man ja auch nicht alle Tage und wenn jemand mal ein Telegramm aus dem Dezember 1870 aus Asch nach Basel sehen sollte, wäre ich über eine Meldung erfreut.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Sie frankierte korrekt mit 15 Neukreuzern für einen einfachen Brief über 20 Meilen nach Bayern. Da der Ort Pillham heute nur gut 100 Einwohner hat, kann man sich seine Bedeutung vor über 150 Jahren gut vorstellen - sie tendierte gegen Null. Zu Pillham:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pillham
Da der Absender dem Empfänger den Versand seiner bestellten Ware per Bahn avvisierte, musste dieser möglichst schnell wissen, was da für ihn ankommen sollte aus Wien, was es wog und was es kostete. Daher war die Präzisierung der Adresse sehr wichtig, weil im Falle eine postalischen Irrung u. U. die gelieferten Waren in Schärding tagelang hätten liegen können und so erhebliche Beträge an Lagergeld nach sich gezogen haben könnten.
Auch Neuhaus (am Inn) war keine Weltstadt, so dass man später mit blauer Tintenverdeutlichung notierte "per Scheerding", denn Schärding in Österreich lag Neuhaus fast gegenüber und Pillham war nicht weit davon entfernt.
Siegelseitig sehen wir nur den Stempel von Schärding vom Folgetag, mehr nicht. Da ich diese Korrespondenz kenne und praktisch nie ein bayer. Ankunftsstempel auf dergleichen Briefen aus Österreich anzutreffen ist, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Gutsverwaltung in Schärding ihre Post selbst abholte, zumal der Güterversand ja auch dort allein stattfand und nicht im beschaulichen Pillham.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Für mich eine kleine Sensation: Prag 31.3.1853 - Bodenbach im geschlossenen Transit durch Sachsen und Preußen nach Belgien via Valenciennes (2.4.) und Paris (2.4.) nach Strasbourg (3.4.).
Briefe nach Paris oder anderen nordfranzösischen Orten via Bodenbach und Valenciennes sind ja alle gut und recht, aber einen mit eigenem Kartenschuß - das hätte ich nicht gedacht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Ursprünglich als R.S. für Regierungs - Sache angedacht, radierte man die Tinte beim "R" weg und ersetzte sie von der Hand des Absenders durch ein "A", wodurch eine Armen - Sache wurde.
Auf- und Abgabepost ließen sie daher untaxiert, wofür auch der Ankunftsstempel von Wien spricht, der in rot nur bei frankierter (also nicht portopflichtiger) Eingangspost zu finden ist.
Viele Armensachen des Postvertrages von 1842 kenne ich nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

In Straubing mit dem obligaten Zweizeiler etwas mangelhaft hinsichtlich des Aufgabetages gestempelt, holte man dieses zur besseren Kenntlichmachung auf der Siegelseite (!) nach. So habe ich das noch nie gesehen.
Auch den Chargé - Stempel frontseitig, wie es die Vorschrift war, holte man siegelseitig nach, wie es mir in keinen 5 Fällen von Bayern bisher bekannt wurde. Jedoch annullierte man beide Stempel wieder mit derselben Tinte, mit der man das Franko bis zur österreichischen Grenze von 6 Kr. rheinisch notiert hatte!
Unter der Reconummer 411 war er in Straubing erfasst worden, während er in Österreich bei seinen Kartierungen keine weitere Nummer zugeteilt bekam. Für 28 Kr. Conventionsmünze wurde er am 1.2.1834 in Wien zugestellt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Da war bei einem Angebot in der Bucht zuschlagen angesagt, denn auf die nächste Offerte wollte ich nicht warten. Im wunderschönen Lindau im Bodensee am 7.6.1850 mit 22 Kreuzern frankiert, gab das bayer. Landgericht Lindau ein Schreiben an das K. K. Civil- und Tribunalgericht Mailand I. Instanz unter Recommandation (weitere 4 Kr.) auf. Es war eine Partei - Sache, also war ein Bayer involviert.
Diese 22 Kreuzer waren halbscheidig zwischen Bayern und Österreich zu teilen und ergaben sich für Briefe über 1/2 bis 1 Loth in der 2. (von 2) Entfernungsstufe.
Auf einen in Gegenrichtung warte ich derweilen noch ein bisschen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Die Adresse liest sich etwas sonderbar - vielleicht war der Schreiber in Gedanken?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Absender frankierte (vorn rechts und kaum zu lesen - auch der Wiener Beamte wollte mit seinem Rötelstift den Brief nur leicht und schnell tangieren) mit 14 Kreuzer Conventionsmünze bis zur Grenze Bayerns bei Freilassing.
Dort wurde der Brief geräuchert, indem man ihn rastelte und dann zur Abwehr der Cholera bearbeitete. Geholfen, das wissen wir heute, hat das nichts, aber das Gefühl der Sicherheit ist, wie wir ja alle wissen, wichtiger als die Sicherheit selbst ...
Interessant ist der vollständig erhaltene Inhalt (der sich ja bei 99% der mir bekannten sog. Cholerabriefe nicht auf die Cholera selbst bezog):

"Gehorsamster Herr Inspector!
Nun ist alle Täuschung vorüber, nach auselend kalten, dreytägigen Regengüssen ist hier vom 13ten auf den 14ten die Cholera ausgebrochen. Nach essencieller Angabe sind am 14ten 41 Personen erkrankt, 1 davon genäßen, 40 verstorben und in der Behandlung noch 30. Am 15. erkrankten 139, hiervorn genlß 1, starben 64 und in der Behandlung blieben mit obigen 30 noch 104, am 16ten erkrankten 127, genoßen 3, gestorben 58 nach Bestand 170. Daß bey diesen Umständen keine Gesundheitspäße mehr gegeben werden, ist wohl sehr natürlich, daher das Abreisen von sich selbst nicht mehr möglich ist. Ich bin überzeugt, daß besonders Ihnen und jenen, die wahre Anhänglichkeit an mich und meiner Familie fühlen, diese Nachricht höchst schmerzlich fallen wird,
auch auf mich wirkt dieses Ereigniß betrübend ein, denn nicht n ur allein, daß ich der höchst traurigen Zeit, die mir hier erlebe werde durch meiner Abreise entgehen wollte, sondern ich freute mich schon nach so langer Zeit vereinigt mit meiner Familie in Aulendorf wieder einen Aufenthalt zu machen. Nun läßt sich nichts anderes thun, als sich in das Mißgeschick zu fügen, und sich dem Schutze des Allmächtigen zu empfehlen, der uns seine Gnade nicht entziehen wird. Der Trost, daß wir stets in Gottes Hand sind, mag auch auf Sie wohlthätig einwirken; sowie ich hoffe, daß er auch mich aufrecht erhalten wede. Näbst meinem herzlichen Gruß an alle meine Aulendorfer verbleibe ich mit den Gesinnungen aufrichtigster Neigung
Ihr dienstwilligster Franz Georg Königsegg mpp".
Postalisch fielen 12 Kr. für Bayern an (8+4) und 6 Kr. für Württemberg (4 + 2) = 18 Kr., dazu 1 Kr. Bestellgeld, so dass der Empfänger total 19 Kr. zahlen musste.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Der Vermerk "dringend" war sinnlos, denn eine expresse Zustellung war nicht gewünscht, nur erhofft. Die Zustellung erfolgte bereits einen Tag später im 3. Gang in Stuttgart - phantastisch.

Zum Inhalt:
Wien am 2. December 1860
Reise nach Madeira
Mein Engelspeps!
Ich komme Mittwoch den 5. d. M. Vormittagas mit dem Schnellzug nach Paris durch Stuttgart - die genaue Stunde kann ich nicht angeben - doch dürfte es zwischen 10 und 11 Uhr sein.
Hoffentlich sehe ich all die Meinen am Bahnhof und begleitet mich wenn es geht, mein lieber Peps einige Stationen weit - den 6. in der Früh komme ich nach Paris - gehe den 7. nach London schiffe mich den 10. in Southampton nach Lissabon ein - wo wir am 16. ankommen dürften - den 18. denk ich von dort wegzugehen und den 26. in Madeira zu sein.
Ich bin Überbringer des Christkindels für Ihre Majestät - dann von Briefen etc: - für Paris, London & Lissabon Staats - Courier.
Da ich um 10 Tage früher gehe als ich gerechnet habe cih mit meiner Toilette furchtbar zu arbeiten - aber wenn es sein muß geht Alles.
Auf die ganze Reise freue ich mich enorm - da Paris, London - Portugal und endlich afrikanischer Boden sehr interessant sind.
Für deinen lieben Brief immer herzlichen Dank - die Details der Kaiserreiche sind charmant - Allen viele Grüße und auf frohes baldiges Wiedersehen!
Dein gehorsamer Sohn
Alexander"
Leider habe ich zu Alexander Baron von Uexküll so gut wie nichts im Netz finden können - wer helfen kann, diese Reise im Netz zu finden, sei mir herzlichst gegrüßt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Es lässt sich nicht viel finden, hier einmal ein link zu seiner Karriere:
http://www.austro-hungarian-army.co.uk/biog/uexkuell.html
Hier noch ein Beschluss vom 14. Dez 1861 (zur Reise Dez 1860 konnte ich nichts finden):
https://books.google.de/books?id=qdugAAAAMAAJ&pg=PA205&dq=Alexander-Graf-von-Gyllenband-1861&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwit_MHn1b7XAhXICBoKHfOjArgQ6AEIJjAA#v=onepage&q=Alexander-Graf-von-Gyllenband-1861&f=false
Ein schönes Schriftstück ist es auf alle Fälle,
mit Grüßen Max
1. Brief Wien 28.3.1855 nach Feldkirch. Der Laufweg ist perfekt dokumentiert: Aufgabe erst am 5.4.1855 (!), womit der Zeitvorteil natürlich im Eimer war, Bodenbach 6.4., dann via Leipzig, Hof, Nürnberg und Augsburg nach Bregenz am 8.4. und noch am selben Tag Ankunft beim Empfänger in Feldkirch. Danke für DEN Abschlag des Bodenbacher Stempels.
2. Brief Prag 15.9.1853 nach Feldkirch. Der Laufweg ist nicht perfekt dokumentiert, wird aber duch die Laufzeit(en) eindeutig zuordenbar: Aufgabe 15.9.1853, Bodenbach wohl am selben Tag, oder am 16.9., danach wieder über Leipzig, Hof, Nürnberg und Augsburg nach Bregenz, wo er am 18.9. einlangt und noch am selben Tag in Feldkirch seinem Empfänger ausgehändigt wurde.
Dazu kommt noch der Vermerk: "Muster ohne Werth", wobei wir nicht wissen, ob anhängend, oder inliegend. Ich denke eher inliegend, aber der Inhalt ist nicht eindeutig, von daher unterstelle ich immer die simple Variante und nicht die mit einer Portomoderation einhergehende Art.
Bayern bekam für beide Briefe je knapp 2 Kreuzer Entschädigung für seine enorme Transitleistung, die sich Österreich etwas kosten ließ, weil der Brief 2 Tage mindestens schneller ankam, als wenn man ihn über das ganze Voralpenland hätte mit der Kutsche transportieren müssen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Absender schrieb die Adresse in Stuttgart am 20.6.1851 wie folgte:
Bohème (= Böhmen, also nördliches Österreich)
A Son Excellene
Monsieur le Comte Charles de Chotek & &
à Großpriesen
par Dresde
franco
Großpriesen heißt heute natürlich ein bischen anders [1].
Zum Empfänger dies: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Chotek_von_Chotkow
Das für mich höchstinteressante ist aber der Zusatz "par Dresde", also über Dresden. Damit sagte der Absender der Post, dass er seinen Brief über Sachsen nach Großpriesen geleitet haben wollte, womit wir bei dem Laufweg Dresden - Bodenbach wären, der ja ab April 1851 gangbar war, was man auch in Stuttgart wusste.
Jedoch, die Siegelseite belehrt uns eines besseren: Bahnpost Nördlingen 21.6. als Station der Strecke von München nach Nürnberg, dann aber nicht, wie man annehmen müsste aus postalischen und vorgegebenen Gründen via Hof, Leipzig und Dresden nach Bodenbach, sondern nach Eger über den lokalen Paketschluß Waldsassen am 22.6. und von dort nach Aussig am 23.6.. Wann er nun in Großpriesen ankam, wissen wir leider nicht, denn ein Ankunftsstempel mangelt.
Zu den Taxen: Der Brief war voll frankiert, nur hatte man in Württemberg 2 Probleme: 1. Man hatte noch keine Briefmarken, wie andere Länder (erst zum 15.10.1851 erschienen) und 2. war man noch nicht im Postverein, so dass Marken, hätte es sie bereits gegeben, keine Gültigkeit gehabt hätten.
Ergo galt auch Ende Juni 1851 noch immer die gute, alte Barfrankatur, denn anders ging es nicht. Der Absender zahlte für 3 Postgebiete (Württemberg, Bayern und Österreich) 6 und 8 Kreuzer. Das heißt, er zahlte in einem Postgebiet gar nichts und das war in Württemberg, denn dort war er portobefreit!
8 Kreuzer für den historischen Transit durch Bayern (Postvertrag von 1809 mit Regulativ vom 1.12.1810, welch ein Anachronismus damals, weil noch in halben Münchener Lothschritten zu rechnen war und mit 50%iger Steigerung, statt wie damals üblich in Bayern und im Postverein mit Verdoppelung bei höheren Gewichten) und 6 Kreuzer für Österreich ab der bayer. - österreichischen Grenze.
Weil man aber nicht 8 / 6, sondern zuerst 6 / 8 geschrieben hatte, war diese Notation falsch gewesen, denn Württemberg hatte das Weiterfranko in der Reihenfolge des Postlaufs zu notieren und nicht anders. Da Württemberg Bayern den Brief gab, galt es das bayerische Transitfranko im Nenner aufzuführen, also hier 8 Kr. und erst dann das Weiterfranko für Österreich im Zähler zu notieren, hier also 6 Kreuzer, sonst hätte der Brief nicht zu den Gebühren in der Briefkarte nach Nördlingen gepasst und Nördlingen hätte in der retour laufenden Attestkarte eine Korrektur vornehmen müssen, was sicherlich keiner damals wollte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Velk%C3%A9_B%C5%99ezno
Es ist davon auszugehen, dass für J. A. Ziegler auch hier ein konzessionierter Bote von Schüttenhofen nach Deffernik ging, der Briefe und Pakete mitnehmen durfte. Von Bayern aus war das die Eisensteiner Böthin, wer es hier war, weiß ich leider nicht zu berichten.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Am 9.6. traf er in München ein und wurde seiner königlichen Hoheit auf dem Silbertablett (hier im wahrsten Sinne des Wortes!) überreicht; natürlich nicht von der Post, sondern von seinem Sekretair.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Aber der Grenze kamen 28 Kreuzer Conventionsmünze dazu, wobei ich mir nicht sicher bin, warum weitere 6 xr (Kreuzer) in Wien angeschrieben wurden. Für eine Zustellgebühr ist mir das viel zu hoch.
Auch hier sehen wir den schwarzen Erlanger, aber einen roten Chargé - Stempel. Wieder rechts oben die Manualnummern 4 von Erlangen und 1 von Nürnberg - in Österreich bekamen solche Briefe keine neue Reco - Nummer aufgebracht, nur intern wurden sie natürlich in der Briefkarte erfasst.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Es dauerte ein paar Tage, aber dann war es soweit: Voilà! Von der böhmischen Kreuzhütte nach Waldmünchen verbracht, dort mit 3 Kr. am 9.6.1868 frankiert und mit dem Mühlradstempel 556 sauber entwertet, ging die Reise nach Fürth, wo es am Folgetag ankam.
Ich hätte nie gedacht, eine solch leckere Seite zusammen bringen zu können. Dass dabei noch eine Bogenecke der Nr. 15 nötig war, spielt mir noch in Karten, wäre aber nicht nötig gewesen. Danke, Herr Ziegler!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Lindau am 17.10.1870, adressiert wie folgte: Herrn Johann Friedrich Schweicker
bei Herren Fels & Co in Patras
Adresse Herren Lößl, Rist & Co
Triest
Der Empfänger, Herr Schweicker, war also in Patras beschäftigt, doch dorthin zu versenden war zu teuer (18 Kreuzer ab 23.5.1868 mit der Leitung über Triest je Loth!), daher nur 3 Kr. ab 1.1.1868 nach Österreich und von da an mit einem Firmenangestellten nach Patras, was immerhin 15 Kreuzer pro Brief sparte!
Siegelseitig sehen wir daher auch den Empfängervermerk, aber nicht den aus Triest, sondern aus Patras, wie wir aus den Daten unschwer erkennen können:
"R 27/10 / 28/10", also R für Erhalten am 27.10.1870 und darunter beantwortet am 28.10.1870, vermutlich mit dem gleichen Schiff des Lloyd, das wieder zurück nach Triest fuhr.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

3 Tage sind eine sehr gute Zeit, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Aufgabe erst in Wien um 18.00 Uhr Abends erfolgte.
P.S. Der Anbieter war verhandlungsbereit, was den Preis anging, weil die Marke "Liliputschnitt" aufweist - und dabei doch vollrandig ist! Sachen gibts.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Wie man sieht, waren 3 qualifizierte Poststücke dieses Transports gewesen, der noch am selben Tag in Vaduz endete:
1. Ein Einschreibebrief aus Innsbruck mit der Reco - Nr. 258 von dort, hier als Nr. 1 in Feldkirch erfasst.
2. Ein Einschreibebrief aus Gunzenhausen mit der Reco - Nr. 447 von dort, hier als Nr. 2 in Feldkirch erfasst und
3. Eine Staatsdepesche unter Nr. 555 des Depeschenamtes in ???.
Auch nach über 35 Jahren des Sammelns der bayer. Postgeschichte ist mir noch kein Recobrief aus Bayern nach Liechtenstein untergekommen - in Gegenrichtung natürlich auch nicht. Was gäbe ich darum, den nämlichen aus Gunzenhausen zu finden und ihn hier präsentieren zu können.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Brief erhielt die Reco - Nummer 268 (unter dem Reco - Stempel) und durchlief Bayern (kostenlos). 2 Tage später kam er an.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Laufen sollte sie in die Atzschneiderstrasse 13. Soweit siegelseitig erkennbar, lief er über Salzburg und kam am 31.08. in München an.
Siegelseitig finden wir den Briefträgerstempel 43. Möglicherweise von diesem Briefträger ist sowohl für die Nr. 13 als auch 3, dass der Empfänger dort unbekannt ist. Handschriftlich ist für die Briefträgernummer 46 nicht bestimmbar und für die 42 nicht angezeigt notiert worden.
Der Brief konnte jedenfalls nicht zugestellt werden und war am 06.09. wieder in Linz.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Ausweislich der Innenseite geschrieben von einem Friedrich von Wendt in Lenkenthal am 24.4.1871, wurde er am Folgetag in Waldmünchen zwischen 3 und 5 Uhr Abends (also 15.00 bis 17.00 Uhr) mit 1 Kreuzer frankiert als Ortsbrief zur Kreuzhütte in Österreich aufgegeben. Empfänger war Johann Anton Zieglers Söhne.
Siegelseitig sehen wir vom Sekretariat die R 26. / Null - Paraphe für: Erhalten am 26.4.1871 - nicht beantwortet.
Leider habe ich nur einen kleinen Ort in Bayern gefunden, der Lenkenthal heißt - er liegt bei Tiefenbach in Niederbayern. Ob es der nämliche Orte des Herrn von Wendt war? Ich weiß es leider nicht und wäre entzückt, wenn ein talentierterer Goggler, als ich es bin und je sein werde, mehr zu ihm bzw. seiner Firma heraus finden könnte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am 8.9.1850 im noch jugendlichen Postverein sandte das in Innsbruck stationierte Infanterie - Regiment einen portofreien Dienstbrief an den Ortsvorstand in Osieczany nach Galizien. Er transitierte Bayerns Berchtesgadener Land und lief dann weiter ostwärts, wie uns die Siegelseite zeigt, wobei ich die 3 siegelseitigen Stempel schwer zuordnen kann (jedenfalls nicht mit einer aggressiv gestimmten Maine - Coon - Katze neben mir, die sich nicht scheuen würde, den alten Brief als Spielobjekt zu ruinieren!).
Bayern bekam für seine Mühewaltung von Österreich gar nichts, was beweist, wie nett sie damals schon waren!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Correspondenzkarte der württembergischen Feldpost, Aufgabestempel der preussischen Feldpost vom 20.12.1870, Leitung über Baden, Württemberg und Bayern (Transitstempel von München I vom 22.12.1870) nach Österreich, hier Prag (ohne Ankunftsstempel, weil man dort lieber die Karte las, als zum Stempel zu greifen - ein Phänomen, das wir von etlichen Karten aus dem Kriegsgebiet kennen.
Adresse: Herrn Eberhard Haussmann per Adresse Filiale der Union Bank Prag Königreich Böhmen
Text:
Lerouville (ca. 40 km westlich der Linie Metz - Nancy) den 20. December 1870
Ich bin zum 5. Mal seit 2 1/2 Monaten mit dem Spitalzug fort, & zwar waren unsere Schicksale bis jetzt dießmal folgende. Abgang in Stuttgart am Sonntag früh; kurzer Aufenthalt in Mühlacker Abends Ankunft in Kehl, wo wir Oberst von Züzel (?) und Vetter Julius Lecheld (?) vom 4. Regiment das in Straßburg in Garnison liegt trafen. Unserem Zug sind die Weihnachtsgaben für das ganze württembergische Korps & alle abcommandirten Truppentheile angehängt. In Straßburg wurden die für Straßburg und Belfort bestimmten Kisten abgeladen & von einem Commando übernommen. Nach langem hin-herschieben auf dem äußeren Bahnhof von Straßburg kamen wir Nachts noch bis Saverne. Gestern früh ging es hier wieder ab, durch die Vogesen, währned starken Regen & Sturm bis Saarburg, wo wir ziemlich lange liegen blieben. Von hier bis Avricourt ging es rasch & dort wurde uns ein bayrischer Spitalzug, der schon 2 1/2 Tage lang auf Beförderung harrte, angehängt und der 146 Achsen lange Zug nach St. Nicolas gebracht. Dort waren wir wärend schauderhaftesten Sturmes zu einem längeren Aufenthalt genöthigt und suchten uns in einem Caffé durch ein herrliches Bier zu entschädigen. In der Nacht noch, wurden die 2 Spitalzüge wieder getrennt, & der bairische vor uns nach Nancy gebacht. Wir folgten ihm jedoch bald & dann ging es schnell durch Nancy durch bis hieher, wo wir seit einigen Stunden auf Beförderung harren. Ich zweifle daran, daß wir heute noch nach Epernay kommen. Unser Bestimmungsort ist Laguy. Weihnachten werden wir dießmal wohl in Frankreich feiern. Besten Gruß
Max Haussmann vom 16. württembergischen Spital Zug.
Wer Angaben zu Empfänger/Absender machen kann, darf das gerne tun.
Auch wenn es in Auktionskatalogen oft geschrieben wird - Feldpost war nach Österreich kostenlos - hier kann man es gut sehen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

In jedem Fall dauerte es glatte 2 Tage (!), ehe er endlich in Neuötting ankam. Der Inhalt ist nur kommerzieller Art und gibt für die Postgeschichte wenig her - jedenfalls hat Herr Riedl (oder besser Firma Riedl?) mit Gott und der Welt gehandelt, produziert, geliefert und verkauft. Ein wahrer Tausendsassa!
6 Kr. Briefe von Österreich nach Bayern sind generell nicht so häufig, wie man denken könnte - wenn man einen schönen findet, sollte man keine Eiertänze aufführen, sondern zuschlagen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Aufgegeben wurde er in Wien unter Recommandation und gerichtet war er an Ihre Hochwohlgeboren Frau Louise von Stahl geborene Almasy de Török Sz Miklos in Salzburg. Der Absender war wohl kein Österreicher, sonst hätte er verwaltungskonform den Brief mit 15 Neukreuzern als Franko innerhalb Österreichs über 20 Meilen geklebt, aber die Recogebühr von 10 Neukreuzern siegelseitig angebracht. Um so schöner für uns heute, denn die beiden roten K. K. Brief - Filialamt - Recommandirt - Wien 18.9. - Stempel sind eine echte Augenweide; danke dafür, liebe Freunde damals.
Er lief dann mit der österreichischen Eisenbahn bis Salzburg, wurde dort jedoch nicht zugestellt, weil die Empfängerin wohl in Nonnthal N. 32 wohnte. Nonnthal lag bei Berchtesgaden in Bayern, so dass der Brief ca. 10 km weit über die Grenze lief und man versuchte, ihn dort zuzustellen. Dies gelang nicht, so dass man Nonnthal bei Berchtesgaden strich und ihn nach Berchtesgaden zurück brachte, jetzt aber mit "poste restante" versehen.
Die gute von Stahl scheint ihn dort auch irgendwann in den nächsten 6 Monaten (bei recommandirten Schreiben verdoppelte sich die Lagerzeit!) abgeholt zu haben, denn eine Rücksendung ist nicht ersichtlich.
Liest man sich meinen Text durch und schaut sich den Brief von vorne an, könnte man glauben, dass es siegelseitig eine Vielzahl von Vermerken und Stempel geben sollte, oder zumindest könnte. Leider ist hinten gar kein Stempel angebracht worden, nur von der Hand des Absenders Harkenfels No 459 Stadt sein Name und sein Logis in Wien.
Da er zuerst nicht per poste restante nach Salzburg gelaufen war, wurde er auch nicht ausgeliefert, so dass es keine Taxe für eine erneute Postaufgabe geben durfte. Als Abzugsbrief hätte ihn Salzburg aber vorne auf der Marke abstempeln müssen. Bei seiner Auslieferung in Berchtesgaden aber hätte er zwingend mit dem Ortsstempel bedruckt werden müssen, weil bei poste restante Briefen ab diesem Datum die Lagerzeit zu laufen anfing. Auch das war unterblieben. Die 4 Kreuzer, die er bei seiner Auslieferung an die adelige Dame kostete, stehen natürlich auch nirgends, so wenig wie die Lagernummer, unter der er im Lagerbuch aufgeführt werden musste, erkenntlich ist.
Halten wir also mal kurz die Contraventionen bei diesem Brief in chronologischer Reihenfolge fest:
1. Absender verklerbt Recomarke von 10 Nkr. vorne, statt hinten.
2. Abgabepost in Salzburg stempel nicht Ankunft dort.
3. Aufgabepost in Salzburg stempelt nicht vorne auf der Marke für den Abzug des Briefes nach Bayern.
4. Ankunft in Berchtesgaden nicht mit Stempel bestätigt.
5. Grund für die Nichtzustellbarkeit in Nonnthal nicht notiert, nur gestrichen, poste restante und Berchtesgaden notiert.
6. Stempel der Abgabepost in Berchtesgaden bei der Rücksendung von Nonntal nicht abgeschlagen.
7. Lagerbuchnummer des jetztigen poste restante Briefes in Berchtesgaden vergessen.
8. 4 Kreuzer Lagergebühr zu notieren vergessen.
Ich denke, man wird sehr lange suchen müssen, um einen weiteren Brief mit 8 Fehlern zu finden, wenn einem das überhaupt einmal gelingen sollte - ich bin da eher skeptisch!
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Somit zeige ich einen frankierten Brief aus den wunderschönen Wien vom 24.12.1859 18.00 Uhr an Albert Angerer Chemische Produkten Fabrik in Pforzheim in Baden. Die frankierten 15 Neukreuzer waren tarifgerecht über 20 Meilen bis 1 Loth. Hinsichtlich der Leitung sehen wir auf der Siegelseite: Curs VII 26.12.1859 ab Mannheim 12.05 Uhr nach Heidelberg an 12.28 Uhr und weiter ab Heidelberg 12.40 Uhr an Basel 18.34 Uhr.
Der Brief wurde also auf seiner Reise von Heidelberg ab 12.40 Uhr in Richtung Basel bei Karlsruhe dekartiert und sogleich Richtung Osten gen Pforzheim geleitet, welches er am 26.12.1859 um 16.00 Uhr erreichte, wobei er natürlich noch am selben Abend ausgetragen wurde (war schon dunkel, aber das machte der Post damals nichts).
Wie kam er aber genau an diesem Weihnachtstag 1859 von Wien nach Mannheim? Eine Leitung über Kufstein, Rosenheim, München, Ulm, Stuttgart, Karlsruhe - Pforzheim war prinzipiell möglich, wurde jedoch offensichtlich nicht gewählt, wie der lobenswert erhaltene Bahnpoststempel Badens dokumentiert.
Die Route, die er dann wohl genommen haben dürfte, erkenne ich in: Wien - Prag - Bodenbach - Dresden - Leipzig - Erfurt - Kassel - Gießen - Frankfurt am Main - Darmstadt - Mannheim - Heidelberg - Karlsruhe - Pforzheim.
Die Tatsache, dass ein Brief unter damals sicherlich sehr winterlichen Umständen am Weihnachtsabend 1859 in Wien aufgegeben wurde und schon am 26.12. gegen 16.00 Uhr am Zielort in Baden war, konnten nur die Bahnposten von Österreich, Sachsen, Hessen und Baden in perfekter Absprache miteinander gewährleisten.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Wien 15.5.1851 - Heidelberg 19.5.1851
Der Absender wusste (oder ahnte), dass Baden ab 1.5.1851 im Postverein war und erst damit waren Markenbriefe zugelassen. Ergo klebte er folgerichtig eine 9 Kreuzer Marke für einfache Briefe über 20 Meilen unter 1 Loth auf. Es war aber ein Damenkuvert, dem etwas beigeschlossen war, lesen wir doch die Anschrift: "Herrn Herrn I. C. Wilekens mit Briefen des Herrn Ober- Amtmann Wilekens zu Heidelberg am Neckar Grosherzogthum Baaden".
Warum dann die Aufgabepost in Wien noch 1851 den nur für Briefe NACH Bayern, nicht für Briefe ÜBER Bayern vom 1.10.1842 bis zum 30.6.1850 sinnvollen O.B.C. - Stempel abschlug, wird uns immer ein Rätsel bleiben müssen.
Briefe mit O.B.C. - Stempel (Oesterreichisch - Bayerische - Correspondenz) nach Bayern nach dem 1.7.1850 sind schon sehr selten und nur hie und da mal anzutreffen, welche über Bayern nach Württemberg und Baden aber große Raritäten.
In Verbindung mit einem Brief mit Briefen kenne ich gar kein vergleichbares Stück
Bei der Leitung in 4 Tagen darf geknobelt werden, wie er von Wien aus lief. Ich denke, er lief über Bodenbach - Sachsen - Taxis - Preußen - Taxis nach Heidelberg, weil von Österreich aus keine Bahn nach Bayern ging und von Bayern aus keine nach Baden. Nur über Bodenbach und den Norden der Republik war eine Leitung auf Gleisen möglich und von Wien nach München hätte es schon 3 Tage gedauert.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Die 20 wurden vorne abgestrichen und oben auf 22 Kr. erhöht. Das verstehe ich gar nicht, denn der Brief kann ja nicht die paar Kilometer von der bayer. Grenze bis Dornbirn 22 Kr. Conventionsmünze (CM) gekostet haben. Nach dem Taxpatent vom 16.5.1815 sollten unabhänig von der Entfernung 24 Kr. CM für den einfachen und 48 Kr. CM für den Doppelbrief als Porto notiert werden.
Wo liegt der Fehler?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Die Beschreibung dazu in meinem Exponat:
Neuchâtel nach Dornbirn, Vorarlberg, Kaisertum Österreich (Brief - Vorderseite)
Taxe: Zwingendes Teilfranko bis Lindau = 24 Kreuzer (siehe Taxe Rückseite). Ab Lindau nach Dornbirn wurden 22 Kreuzer Wiener Währung verlangt = ca. 7 Kreuzer „Schweizer“ – Währung.
Da Österreich infolge der vielen Kriege gegen Frankreich "knapp" bei Kasse war, gab es damals eine extreme Inflation. Ich stufe diese hohe Taxe als Mittelbeschaffung der österreichischen Regierung ein.
Hier noch mein Text zur Rückseite:
Franco von Schafhausen, 21. Febr. 1816
auf der Rückseite eines Briefes von Neuchâtel über Schaffhausen nach Dornbirn, Vorarlberg.
Im Franco Stempel wurde jene Gebühr eingetragen, die als „Weiterfranko“ an die nachfolgende ausländische Postverwaltung (hier 4x, Transit für das GHzt. Baden bis Lindau) ausbezahlt wurde.
Taxierung Franco Lindau: Die Taxe „Franco Lindau“ für Brief bis 1 Loth betrug 24 Kreuzer (siehe Eintrag auf Brief oben rechts). Schaffhausen behielt für sich 6 Kreuzer für die Strecke Brugg - GHzt. Baden, Fischerpost Bern stand 14 Kreuzer zu für die Strecke Neuchâtel – Brugg.
Ob meine Beschreibung jetzt zu 100% stimmt, bin ich nach wie vor nicht ganz sicher. Da Dein Brief ebenfalls in die gleiche Zeitperiode fällt, bestätigt sich mir das hohe Teilporto nach Dornbirn in gewisser Weise.
Nun können wir trefflich darüber fachsimpeln. Dazu wünscht viel Glück
Hanspeter

Frachtbrief aus dem österreichischen Godau (Ort für mich nicht zu finden) vom 21.5.1873 über 1 Waggon Würfelkohle zu 20.000 Zollpfund (!) und Stempel der Bahnabgangsstation Neusattel an Felix Eigl in Vilshofen, Station der bayerischen Ostbahnen, wo die Chose am 24.5. ausweislich des Güter - Expeditions - Stempels gut eingetroffen ist.
Zuvor musste der Absender noch in Neusattel 5 Neukreuzer 1870 Stempelgebühr entrichten für den Frachtbrief und die Bahn - Expedition Eger (heute: Cheb) stempelte am 22.6. "übergegangen", also ausgeführt nach Bayern.
Interessant, dass auch das bayerische (!!) Nebenzollamt in Eger, welches ja österreichisch war, seinen Zollstempel aufdruckte, also hier eine bayerische Behörde in Österreich ansässig war.
Rückseitig lesen wir: Nachnahme 2 Gulden 46 Kreuzer, Provision 5 Kreuzer, Fracht bis Vilshofen 59 Gulden 24 Kreuzer und Stempel 4 Kreuzer (was ich in Anbetracht der verwendeten 5 Kreuzer Stempelmarke nicht so ganz verstehe), Summa 62 Gulden und 19 Kreuzer.
Darunter stehen weitere 3 Kreuzer, die mit Sicherheit das Franko für einen Brief an den Empfänger waren, mit dem man ihm die Ankunft der Ware avisiert hatte, so dass total 62 Gulden und 22 Kreuzer fällig wurden.
Dieser Frachtbrief ist m. E. in taufrischer Erhaltung - ich habe schon Dutzende aus Österreich gesehen, aber so adrett kam bisher noch keiner daher. Danke Heiner Zinoni für dieses kleine (oder große?) Schmuckstück.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Halten wir uns die Bahnsituation des Jahres 1857 vor Augen: Bayern war über die spätere Strecke Rosenheim mit Österreich noch nicht verbunden, daher erfolgte die Leitung via Prag, Bodenbach (diesmal ohne Stempel), Dresden, Leipzig, Hof, Nürnberg und Augsburg, ehe er nach Nördlingen umgeladen wurde.
Bei spätabendlicher Aufgabe in Wien (18.00 oder 20.00 Uhr) war das in knapp 3 Tagen schon eine fesche Sache für die damaligen Korrespondenten.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Geschrieben von der Firma Gasperi & Conpa. in Cilli am 12.4.1860 liest sich seine Adresse so:
Herrn Kasperiter Kaslieferant Feldkirch Tyrol
Nun, das war ein bisschen verwirrend und bei seiner Ankunft in Feldkirch schrieb eine dortige Hand folgendes dazu:
Herrn Kaspar Ritter Käsehändler Andelbuch Tyrol.
Die Aufgabepost hatte noch 12/4 Cilli oben links als Aufgabeort mit Datum hinzugefügt, weil der Stempel das nicht hergab ( wer zu diesem Stempel etwas beitragen kann, ist gerne gesehen) . Siegelseitig zeugen 9 Stempel von dem letztlich erfolgreichen Versuch, ihn zuzustellen. Dabei lief er auf seiner Odyssee auch über das Berchtesgadener Land, womit Bayern im Spiel war, auch wenn ihn nie ein bayerischer Beamte zu Gesicht bekommen hat.
Ich hoffe, er macht euch so viel Spaß wie mir!
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Auch er lief über Bayern, auch wenn man ihm das nicht ansieht, wie bei den allermeisten Briefen an Ritter in Egg.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Dergleichen Vermerke führen, mal zu Recht, mal zu Unrecht, immer noch ein Schattendasein in der Postgeschichte; die damaligen Korrespondenten waren nicht dumm und ihre bei Geschäftskorrespondenzen vorgenommenen Notationen sollten nicht bei der Betrachtung des großen Ganzen hintan gestellt werden. Ich jedenfalls tue das nicht.
Leider ist der Ankunftsstempel fragmentiert, so dass man das Datum nicht erkennen kann.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Um ehrlich zu sein, kannte ich von den Südstaaten inkl. Österreich bisher noch gar keinen Brief auf die deutschen Inseln (Ausnahme: Helgoland) und zu meiner großen Überraschung zeigt sich die Siegelseite so jungfräulich wie mein Wissen über den Laufweg des guten Stücks - aber via Bayern könnte er gelaufen sein, das steht fest.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Es war vor 1847 nicht klar, welche Kosten poste restante nach sich zogen, weil diese überhaupt zu erheben jedem Postexpeditor allein zustand. Möglich wäre auch ein Postfach der Baronin in Reichenhall gewesen, aber all das wissen wir nicht. In jedem Fall ein hübscher Damenbrief mit Postsonderdienst, der nicht leicht zu finden ist.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
4.1.1874 ab Ampfing an "Durchlaucht Gräfin Auguste Enzenberg, geb. Gräfin Würtemberg, Herzogin v. Urach in Schwatz, Tyrol" stand da als Adresse und in Schwaz kam er auch schon am Folgetag an. Doch dort weilte Ihre Erlaucht nicht mehr, denn sie war nach Innsbruck weiter gereist und hatte dies der Post in Schwaz mitgeteilt. Diese strich einfach "Schwatz" durch und setzte Innsbruck daneben, ab ging die Post und am 6.1. war sie auch schon dort.
Schön noch der neumodische Vermerk (damals!): fdM = frei durch Marke. Für 5 Euro und einen Toast darf man da glaube ich nicht meckern.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hätte man ihn gleich als Auslandsbrief erachtet, kämen wir auf 16 Kr. CM nur im Fall von über 3 bis 6 Poststationen in dieser 2. Gewichtsstufe. Das sehe ich hier nicht.
Ich denke vielmehr, dass die über "Weiler" notierten 14 Kr. CM der ersten Taxierung in Wien entsprachen - hier für über 18 Poststationen im Inland (das passt) bzw. für über 12 Poststationen im Auslandsverkehr (das könnte auch passen), in beiden Fällen aber nur bis zu einem halben Loth (Brief wiegt heute 8,5g, damals war die Grenze 8,75g beim Wiener Loth).
Dann aber lese ich eine 12 vorne, die durch einen geschickten Strich zu einer 14 mutierte. Hmm ... Am Ende streich ein Rötelstrich die Ligatur der 14 Kr. CM durch und notiert oben 16 Kreuzer rheinisch?
In der linken oberen Ecke lese ich mit der Handschrift von Augsburg: "recl." für "reclamirt", aber beanstandet. Wenn der Brief also falsch taxiert worden war in Österreich, hätte er aber dennoch nicht von Bayern reklamiert werden können, denn es bestand ja Grenzfrankozwang. Hätte ihn aber Österreich Bayern ohne selbst etwas bekommen zu haben zukartiert, hätte Bayern an Österreich die Höhe des Portos bis zur bayerichen Grenze notieren können und mit dem bayerischen Porto einziehen, um dann später im Rahmen einer Reklamation Österreich sein Porto bis zur bayer. Grenze zu ersetzen.
Gerne lese ich eure Gedanken zu diesem außergewöhnlichen Brief, der hinten völlig blank ist.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Also darf ich diesen Neuzugang vermelden, eine kleine Bogenecke der 9 Kreuzer grün (meiner Lieblingsmarke mit der Nr. 2) aus Augsburg vom 31.7.1851 nach Verona. Für mich als Leitwegsfetischist ist die Zeitspanne zwischen Auf- und Abgabe hier besonders interessant, weil er erst am 6.8. in Verona ankam (frontseitig zu sehen 1. Auslieferung an diesem Tag - immerhin). Zu "verdanken" war dies dem noch sehr dünnen Eisenbahnnetz damals, so dass der Brief nur von Augsburg nach München per Bahn fuhr, während er den Rest seiner weiten Reise noch in altertümlichen Postkutschen zurück zu legen hatte - und das zog sich.
Er könnte aber auch alternativ gleich Richtung Innsbruck getuckert sein, dann allerdings ohne jede Bahnstrecke. Leider sind keine Transitstempel zu sehen und Innsbruck stempelte üblicherweise doch praktisch alles ab, was an Transitpost einlief. Über Bozen, Trient und Rovereto sollte er dann in das österreichsiche Verona gelangt sein, wobei eine Alpenüberquerung theoretisch auch über die Schweiz möglich gewesen wäre, aber da müssten wir den Stempel von Bregenz sehen und den sehen wir eben nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die Aufgabepost in Hof rechnete nun: 1. Gewicht mit 9 Kreuzern frankiert, 2. Gewicht mit nur 3 Kreuzer nicht ausreichend frankiert. Daher für das zweite Gewicht unfrankiert = 12 Kreuzer minus der verklebten 3 Kreuzermarke = 9 Kreuzer Nachporto. Laut Reduktionstabelle waren 9 rheinische Kreuzer = 12 Neukreuzer, die auch in blau, der Farbe des Portos, notiert wurden.
Die Chargégebühr i. H. v. 6 Kreuzern blieb hier außen vor, da sie dem Postamt Hof zustand und keiner Staatspost. Kosten des Briefes daher 27 Kreuzer!
Es versteht sich von selbst, dass unterfrankierte Chargébriefe große Seltenheiten sind, die in den allermeisten Sammlungen fehlten. Meine nicht gerade kleine Bayern - Österreich - Sammlung musste bis gestern auf solch ein Kleinod verzichten - jetzt nicht mehr.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Innerhalb eines Tages und zwar des 16. August 1852 ging es von Lindau nach Bregenz. Da beide Orte keine 10 Meilen entfernt waren, reichten somit auch die verklebten 3 Kreuzer.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Jeder darf sich hier versuchen - auf gehts!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

ich zeige hier einen Brief aus Vigevano nach Kempten vom 16.9.1822. Der Absender zahlte 12 Soldi = ca. 16 Kreuzer bis zur österreichischen Grenze. Ab dort fielen 20 Kreuzer Conventionsmünze Transit für Österreich an (Postvertrag von 1819), die Bayern in 24 Kreuzer rheinisch reduzierte. Mit 3 weiteren Kreuzer rheinisch für das bayerische Inlandsporto ergab sich ein Teilporto von 27 Kreuzer für den Empfänger. Gesamtkosten des ca. 6 g wiegenden Briefes demnach 43 Kreuzer oder 10 Mal Mittagstisch. Mahlzeit!
Wer besser Italienisch lesen kann als ich, darf sich gerne am Inhalt beweisen.
Vielen Dank dafür!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

An diesem Tag wurde der Brief in Eger (heute: Cheb) nach Hof geschrieben wurde. Zur Post ging er aber am Folgetag, dem 10.6.1866 - an diesem Tag sollte die Bundesreform geplant werden, mit der Österreich ins Abseits gedrängt werden sollte.
Über den Bahnhof von Eger (10.6.) lief er am 11.6.1866 nach Hof in Bayern, wo er ausgetragen wurde.
Ich habe lange nach einem Brief Bayern - Österreich bzw. vice versa vom 8.6.1866 gesucht und wenn dieser hier auch keine Schönheit darstellt, bin ich doch sehr froh, ihn zu besitzen, auch wenn er heute keinen Inhalt mehr hat und vom später folgenden Krieg natürlich nicht betroffen war.
Als Postvereinsbrief unter 1 Loth bis 10 Meilen war er mit 5 Neukreuzern treffend frankiert.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Man notierte R.S. und "In Strictissime Officiosis" um die mährischen Glaubensfreunde deutlich darauf hin zu weisen, dass es sich hier nicht um eine Parteisache, sondern einen offiziösen Dienstbrief handelte, der auch dort portofrei zu belassen war.
Schön zu sehen und für mich fast neu ist das Trockensiegel mit dem Bischof nebst Mitra auf seinem Sitz, wodurch sich mir wieder die Frage stellt, ob so etwas nicht auch unter die weit gefächerte Rubrik "Bischofsbriefe" bei Bayern fallen würde.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Text: "Ersuche höflichst mir ein preisblatt über die Dos Maidingerschen & Dos Wolpertschen Öffen gütigst einsenden zu wollen. Achtungsvollst Anton Rudolf in Stein Krain".
Dies wurde wohl auch prompt erledigt, schrieb doch eine andere Hand "3x Probe", was blau unterstrichen wurde.
Wie gerne hätte ich diese Probe für 3 Kreuzer nach Kärnten auch gezeigt - aber ich habe sie nicht, leider! Bis dahin muss mir dieses feine Kärtchen in die Pfalz genügen und das tut sie vollauf.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Aufgabe in Bad Kissingen am 18.7.1855 oder 1856 (wegen der Tönung der 9 Kreuzer Marke) nach Boskowitz (heute: Boskovice) in Mähren mit Absendervermerk: "über Dresden u. Prag", womit nur Bodenbach - Prag - Wien gemeint sein konnte.
Siegelseitig erfreut uns der Bahnpoststempel Leipzig - Breslau vom 20.7. und der Ankunftsstempel von Boskowitz vom Folgetag. Recht zügig für eine zu bewältigende Strecke von ca. 800 km.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

1. Aufgabe in Wien am 29.7.1867
Jetzt war das Franko zu berechnen: Österreich nach Postverein vom 1.11.1852 mit der Schweiz 15 Neukreuzer (Nkr.) bei über 20 Meilen von den Grenztaxpunkten je Loth und die Schweiz 5 Neukreuzer für den 1. Rayon (weil Solothurn in der Liste der begünstigten Orte aufgeführt war zu allen AD - Ländern ab dem 1.9.1859).
Demnach ergaben sich je Loth folgende Gesamtfranki:
Bis 1 Loth: 20 Nkr.. Bis 2 Loth: 40 Nkr.. Bis 3 Loth: 60 Nkr.. Bis 4 Loth: 80 Nkr.. Bis 5 Loth: 100 Nkr..
Dazu kam noch jeweils die gewichtsunabhängige Recogebühr von 10 Nkr., zu verkleben siegelseitig.
Es war auszuweisen das Weiterfranko für die Schweiz in Neukreuzern und das erste, was wir hierüber sehen ist eine (später) gestrichene 25. Bei 25 Nkr. Weiterfranko hätten wir also eine 5. Gewichtsstufe vor uns mit einem Gesamtfranko von 100 Nkr.
Doch nach Streichung der "25" schrieb man "15" Nkr. als offenbar korrektes Weiterfranko auf, was immer noch einem Brief der 3. Gewichtsstufe gerecht wurde. Demnach wäre das Gesamtfranko 60 Nkr. gewesen, die auch auf dem Brief heute kleben.
Doch einst klebten oben noch weitaus mehr Marken, als heute. Diese wurden von der Post komplett abgenommen und nach Neuberechnung neben die bereits frankierten 10 Nkr. Marken geklebt, wobei nun natürlich die Stempelübergänge überklebt wurden bzw. es keine geben konnte.
Möglich wäre, weil alle Marken vorne und hinten den 29.7. 5 - 7 Uhr zeigen, dass der Brief schon aufgegeben worden war und dann vor der Abspedierung etwas entnommen werden musste, wie das bei Bankbriefen schon mal vorkommen konnte. So wären immerhin ca. 2 Loth (ca. 33g!) weniger plausibel - einen Verwiegefehler von 2 Loth bei einem Recobrief kann man fast ausschließen, jedenfalls in Wien, wo die Elite der Postler residierte.
Über den Bodensee (via Bayern und Württemberg) ging es nach Romanshorn (Bahnpost Romanshorn - Zürich 31.7.) und dann mit der Bahnpost Zürich - Olten weiter (31.7.) Richtung Solothurn, so dass der Brief ab Wien komplett mit der österreichischen, bayerischen, württembergischen (Friedrichshafen - Romanshorn) und Schweizerischen Bahnpost transportiert wurde.
Der Ankunftsstempel von Solothurn mangelt - aber man kann nicht alles haben. Jedenfalls war er poste restante gestellt worden und gerade hierfür war es doch unabdingbar, einen Ankunftsstempel abzuschlagen, weil der Brief 3 Monate lang vorrätig zu halten war und erst nach Ablauf dieser Frist wieder mit dem Vermerk: "Geschah keine Nachfrage" der Aufgabepost zu remittieren war.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Interessant für mich ist, dass er am selben Tag vom Vorarlberg nach Linz in Oberösterreich gelaufen sein könnte, was nur quer durch Bayern ging. Bis Budweis mit der Bahn, ab dort mit der Kutsche nach Pilsen innerhalb von 48 Stunden, wenn ich es recht sehe. Das ist schon sehr erstaunlich.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Absender frankierte siegelseitig 15 Stuiver, die bis "Franco Füssen" reichten (Preussen 12 Kreuzer via Arnhem - Köln und Koblenz, Taxis 6 Kreuzer (via Frankfurt am Main) und Bayern 12 Kreuzer), also transitierte der Brief Preussen und taxisches Lehenspostgebiet, ehe er über Aschaffenburg bis Füssen auf bayerischem Terrain berührte (im geschlossenen Transit!). Wegen des österreichischen Grenzfrankozwanges konnte er bei der Leitung über Deutschland (Alternative: Via Frankreich) nur bis zur österreichischen Eingangsgrenze frankiert werden. Ab da griff der Postvertrag Österreichs mit dem Kirchenstaat, der hier als Transitleister diente (ebenfalls in geschlossenen Briefpaketen) und dem Königreich beider Sizilien, wo der Brief mit 46 Grana belastet wurde.
Der Stempel "Transito per l´Austria" (van der Linden Nr 2820, nur aus 1843 bekannt und immerhin 9 Punkte wertend) wurde in Mantua ("Mantova") abgeschlagen, wo es von Österreich in den Kirchenstaat ging.
Der Stempel "DI R(eal) SERVIZIO" kam in Neapel auf den Brief und dokumentierte den dienstlichen Charakter des Schreibens, so dass er im Kgr. Sizilien portofrei befördert wurde, so meine Vermutung, auch wenn ich diesen Stempel noch nie vorher gesehen habe.
Im Inhalt informierte der Konsul in Amsterdam über den Tod des 3 Tage zuvor in Berlin verstorbenen Guglielmo I Federico d´Orange, Graf von Nassau und König der Niederlande.
Ich denke, man kann über Sophy und Postgeschichte denken, wie man will, aber wenn das keine Granate ist, dann weiß ich es auch nicht mehr.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Aber der Reihe nach: Verfasst in Nürnberg am 29.3.1867 von der Firma Heim & Heller war er gerichtet an Ferdinand von Wertheim in Ranshofen bei Simbach am Inn. Am 29.3. musste der Brief aber schleunigst auf die Post gebracht werden, so dass man ihn erst gar nicht in der Stadt, oder am Bahnhof, sondern gleich in den Briefschlitz am Zug einwarf.
Die Frankatur von 3 Kreuzern wäre ja auch für einen innerbayerischen Brief korrekt gewesen und schließlich las man im Waggon der Strecke Nürnberg - Passau "bei Simbach am Inn", also war der Brief mit 3 Kreuzern korrekt frankiert. Aber man hat nur perfekt abgestempelt, nicht perfekt recherchiert, sonst hätte man bemerkt, dass Ranshofen in Österreich liegt, aber wenn es tatsächlich nicht weit weg von Simbach am Inn lag, aber von Nürnberg aus waren es nach Braunau, der für Ranshofen zuständigen österreichischen Postexpedition, doch stattliche 196 km = über 26 Meilen, so dass der Absender dieses Postvereinsbriefes hätte 9 Kreuzer frankieren müssen.
Die deutliche Unterfrankatur fiel keinem auf und die Post in Braunau am Inn (bekannt ja aus etwas anderen Gründen, als reinen Postgeschichtlichen) sah sich auch nicht veranlaßt, ein Nachporto für ihren Kunden anzuschreiben, zumal dieses ja eh allein Bayern zugekommen wäre. Korrekt wäre folgende Rechnung gewesen: Portobrief nach Österreich: 20 Neukreuzer, abzüglich der frankierten Marke von 3 Kreuzer = 5 Neukreuzer noch 15 Neukreuzer Nachporto.
Da auch der Bahnpoststempel perfekt abgeschlagen wurde, der Inhalt komplett ist und Braunau sich schön hinten verewigte, habe ich großzügig über den Markenschnitt hinweg gesehen (und überlicherweise müssen wir bei dergleichen Angeboten ja die schwachsinnige Formulierung "dreiseitig breitrandig" schon oft genug lesen).
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die Postaufgabe erfolgte am 19.4.1862 in Oberleutensdorf, unter Leutensdorf leichter zu finden, welches sich ca. 20 km westlich von Teplitz befand. Da der Brief nach Waldkirchen, ca. 15 km nordöstlich von Passau gelegen, gerichtet war, könnte man annehmen, dass er fast ganz Böhmen durchmessen sollte, um an der Grenzstadt Passau ausgetauscht zu werden. Aber das ist nicht passiert!
Tatsächlich wurde er nicht südwestlich Richtung Passau, sondern nordöstlich nach Teplitz (20.4.) und dann weiter nordöstlich Richtung Bodenbach (20.4.) geschickt, wo er auf sächsischen Boden kam und über Dresden, Plauen, Lichtenfels, Bamberg, Nürnberg, Schwandorf, Regensburg, Straubing nach Passau lief, von wo aus er wieder reexpediert werden musste in das 15 km entfernte Waldkirchen.
Aber es war immerhin in 3 Tagen alles geschehen und ob ein direkter Transfer unter Zuhilfenahme von Kutschen und der Eisenbahn über österreichische Land schneller gewesen wäre, darf bezweifelt werden.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Siegelseitig sehen wir den Bregenzer Stempel vom selben Tag und einen preussischen Ausgabestempel unbekanntem Datums.
Der Laufweg war: Bregenz - Lindau - Kempten - Augsburg - Ulm - Stuttgart - Heidelberg - Darmstadt - Frankfurt am Main - Gießen - Wetzlar nach Köln.
Involviert waren somit neben Österreich und Preussen noch Bayern, Württemberg, Baden und Thurn und Taxis - ein 6-Länder-Brief, könnte man auch sagen, aber Thurn und Taxis war natürlich kein Land.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Portobrief am 14.4.1844 in Passau taxiert mit 6 Kreuzern Conventionsmünze für einfache Briefe bis 10 Meilen - die Entfernung Passau - Möderbrugg betrug aber 163 km, also über 22 Meilen. Die österreichische Post, welche wissen wir nicht, ignorierte die falschen 6 von Bayern und notierten statt dessen 12 Kreuzer Conventionsmünze, die natürlich richtig waren. Es gab ja nur 2 Entfernungsrayons.
Dass zu alledem noch der vorgeschriebene B.O.C. - Stempel Passaus vergessen wurde, passt zu dem Bild dort.
Interessant auch, dass der Brief erst am 22.4. dort ankam (?) und der Empfänger Prandstetter siegelseitig notierte: "Erhalten am 25. April 1844".
Es ist kaum zu glauben, dass er seine Geschäftspost hat 3 Tage liegen lassen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Was macht den Brief so besonders?
1. Unten rechts neben der kleinen 9 eine Beschädigung der mittigen Randlinie.
2. Leitung von Lindau im Bodensee aus nach Wien via Sachsen und Bodenbach belegt durch Transitstempel von Bodenbach vom 21.4.1855 und Ankunftsstempel vom 23.4.1855, also innerhalb von 4 Tagen.
3. Brief mit Briefen, also der Einlage von Briefen des Herrn Smekal aus Wien, nach Wien, was ich so kaum einmal gesehen habe.
4. Frankovermerk in Bayern vorgeschrieben - hier aber vergessen.
Darüber hinaus ist der Brief sehr nett anzusehen und hat noch den Brief zum Inhalt, der der eigentliche Grund der Absendung war, wohingegen die Briefe von Herrn Smekal heute mangeln. Briefe mit Briefen sind sehr selten.
Der Brief beweist, dass Bayern wegen der fehlenden Eisenbahnverbindung 1855 nach Wien im direkten Austausch sogar von dem sehr weit entfernten Lindau im Bodensee sein Briefepaket auf Bodenbach fertigte ("encartirte"), wo es dekartiert wurde und weiter nach Wien ging. Bisher hatte ich nur Augsburg und Würzburg als entfernteste Aufgaben via Bodenbach nachweisen können, jetzt kam als "ultima ratio" der causa Bodenbach Lindau dazu, womit ich unterstelle, dass man aus ganz Bayern und der Pfalz alles in den frühen 1850er Jahren via Bodenbach nach Böhmen, Wien und Ungarn leitete, auch wenn das nicht immer so leicht und schön bewiesen werden kann, wie an diesem Brief.
Liebe Grüsse von bayern klassisch, sehr glücklich diese Granate zu besitzen :-)
Hinten sehe ich Kufstein und Kitzbichl, aber auch einen Stempel, den ich nicht deuten kann. Kann es einer von euch?
Der Inhalt ist interessant: Zur Conkursmasse des Sebastian Ruedorfer Lebzelte (= Lebkuchner) in Kitzbichl - Rechnung der Kunstmühle in Rosenheim.
Benutzt wurde bayerisches Stempelpapier mit der Nominale von 3 Kreuzern, aber darunter klebt eine 15 Neukreuzer Stempelmarke Österreichs und etwas rötlich 12 (Neu-?)Kreuzer leicht angedruckt. Wer kennt sich hier aus?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Der Absender, die Gebrüder Kindervater aus Wien, hatten einen einfachen Brief unter 1 Loth zu versenden an die Firma Müller & Lapp nach Kitzingen in Bayern. Doch wollten sie diesem Brief noch ein paar Anlagen spendieren in Form von Mustern ohne Wert(h), die sie ihm angehängt hatten. Das treffende Franko hatten sie sicher selbst ausgerechnet, denn Firmen wussten oft besser über die Besonderheiten von Versendungen Bescheid, als Postler, deren Fehlerquote bei allem, was nicht gerade alltäglich war, oft nur zu dramatisch anstieg.
Weil man aber demjenigen, der den Brief zur Post tragen sollte, vlt. nicht 100%ig traute, überstempelte man die 3 benötigten 9 Kreuzer Conventionsmünze (CM) mit dem großen, blauen Firmenstempel, so dass ein Ablösen durch den Überbringen (oft der Stift des Betriebes) sinnlos gewesen wäre. Auch eine Art der Vorausentwertung.
Man ververmerkte auch "Kitzingen a(m) M(ain) via Leipzig"a n diesem 19.6.1858, weil man nicht den langsameren, direkten Weg nach Unterfranken präferierte, sondern den schnellen via Prag - Bodenbach - Leipzig - Hof - Nürnberg und Würzburg, wie wir siegelseitig an dem Kitzinger Ankunftsstempel vom 21.6.1858 sehen. Luftlinie waren es ab Wien 485 km, bei direkter Postversendung wohl ca. 600 km und hier knapp 1.000 km.
Da die Postaufgabe um 17.00 Uhr erfolgte und der Brief von Würzburg aus erst reexpediert nach Kitzingen werden musste, ist die Leistung aller Beteiligter nicht hoch genug einzuschätzen.
Die Aufgabepost verwog ihn mit 4 1/4 Loth, so dass sich das Franko wie folgte berechnete: Brief unter 15,625 g mit Muster bis 2 Loth über 20 Meilen = 9 Kreuzer, bis 4 Loth = 18 Kr. und wie hier über 4 bis 6 Loth = 27 Kr. CM.
Sind schon Briefe im 1. Gewicht als Muster ohne Wert(h) anhängend nicht gerade häufig, so sind jene über 4 bis 6 Loth m. E. große Seltenheiten.
Briefe aus Österreich nach Bayern mit Firmenstempel - Vorausentwertung kannte ich bisher gar nicht.
Leitungen via Bodenbach habe ich Dutzende - schneller als dieser hier war aber bisher kein nachgewiesener Brief, zumal innen der Empfänger den Erhalt am 21.6. bestätigte und hinzu fügte, dass er den Brief sogar noch am selben Tag beantwortete (also noch zur Post brachte). Das war dann vor 19 Uhr in Kitzingen der Fall.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Sollte aber ein bayer. Dienstbrief in Österreich auch gebührenfrei bleiben, bedurfte es schon einiger Arbeit, um dies zu erreichen und oft verfehlte dieser Aufwand sein Ziel.
Hier schrieb das Kreis- und Stadtgericht Regensburg an den Magistrat von Wien am 17.2.1842 - und zahlte bis zur Grenze nichts. Weil dies aber keine Garantie war, dass Österreich auch auf eigenem Territorium eine wie auch immer geartete Postportofreiheit akzeptiert hätte, fügte man in Regensburg hinzu: "Ex Officio in Dienstsachen portofreyer Justizgegenstand" und erhoffte sich so auch die Portofreiheit bis Wien, welche hier auch gewährt wurde.
Bei allem Eifer - eine in Bayern vorgeschriebene Franchise wurde dadurch aber unterlassen.
Siegelseitig habe ich den Brief gedreht, so dass man lesen kann, was der Absender für die Post notiert hatte: "Am Siebenzehnten Februar 1842 Postübergabe, Welter". Das war ein Insinuationsvermerk, mit dem das Gericht in Regensburg in Rechtsdingen gerichtsverwertbar die Zustellung an die Post notiert hatte. Auf Auslandsbriefen sind diese Insinuationsvermerke selten und von Insidern gesucht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Eine glückliche Fügung (eBay) ergab hier aber eine Linderung meiner Pein, konnte ich doch einen Brief aus Lindau vom 15.7.1875 nach Wien schießen, dessen Adresse lautet:
"Hochwohlgeboren Herrn Carl Seutter von Loetzen mit Briefen d. Herrn Seutter u. Comp(agnie) Wien".
Das mit 3 Kreuzern frankierte Kuvert war mit den es beinhaltenden Briefen nur maximal 15g schwer, da eine Unterfrankatur nicht ersichtlich ist. Am 17.7. kam es in Wien an.
Ausweislich des Empfänger - Rötelvermerks wurde es aber erst am 21.8.1875 beantwortet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die Strecke Salzburg, wo sie gerade war, bis Marzoll, betrug gut 18 Kilometer und so hätte der Brief vom 2.6.1845 nach dem Postvertrag Österreichs mit Bayern vom 1.10.1842 ein Franko von 6 Kreuzern Conventionsmünze bzw. ein Porto beim Empfänger von 7 Kreuzern rheinisch gekostet. Ob es der uns leider heute unbekannte Expresse = eigener Bote günstiger machte?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am 23.05.1863 in Vilsbiburg aufgeben ging es nach Neusiedl am See komplett portofrei. Wie die Siegelseite zeigt, lief er über Passau - Kettsee - Wien - zu Ziel.
Ob er von Passau erst nach Wien dann nach Kettsee retour Wien lief, kann ich nicht sicher sagen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

In Neumarkt (am Wallersee) am 9.3.1843 aufgegeben als Frankobrief (hinten: 6 Kreuzer Conventionsmünze für einfache Briefe bis 10 Meilen) nach Marzoll bei Bad Reichenhall, stempelte die Aufgabepost artig "FRANCO" und brachte noch das "X" als Zeichen der Frankatur an. Allerdings nahm eine andere Post die Stempelung mit O.B.C. vor, da man in Neumarkt kaum 2 Stempelkissen parallel geführt haben dürfte (Salzburg?).
Aber wunderschön wird es erst, wenn man die Rückseite betrachtet, wo zwei farblich verschiedene, gummierte Siegelwäppchen den guten Verschluss zeigen - herzallerliebst sage ich da nur.
Absender war übrigens Peter Paul Krämmerer, Zolloberbeamter in Neumarkt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Allerdings lässt sich keine Frankotaxe auf dem Brief finden - statt dessen sehen wir den Grenzübergangsstempel von Burghausen vom Folgetag und die Taxe von 4 Kreuzern rheinisch für die bayerische Strecke.
Natürlich ging es Bayern nichts an, ob jemand in Österreich seine Briefe bezahlte, oder nicht, aber Transitstempel waren niemals auf der Frontseite der Briefe abzuschlagen, da dieses ja dokumentiert hätte, dass sie auch dort aufgegeben worden waren, was nicht der Fall war. Ein Ankunftstempel, damals nicht vorgeschrieben, mangelt daher zurecht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Heute kann ich aber eine Drucksache aus Triest nach Landshut zeigen, die auch Poste restante gestellt wurde und eine zweite zwischen diesen Ländern dürfte schwer zu finden sein (wer eine aus Bayern nach Österreich abzugeben hat, melde sich jetzt, oder schweige ein Leben lang). :-)
Diese datiert vom 12.3.1872 und kam am Folgetag schon an - Glückwunsch an 2 perfekt arbeitende Posten. Heute kann man davon nicht mal träumen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Passau, 2.8.1851, nach Unterzeyring bei Möderbrugg in Österreich, mit 9 Kreuzern treffend frankiert. 3 Tage später kam er an und der Ankunftsstempel ist mit seinen Zierstücken eine kleine Augenweide.
Liebe Grüsse und guten Rutsch von bayern klassisch
Der Brief lief am 31.08.1860 von Lindau über Bregenz nach Feldkirch. Unter 10 Meilen reichten die 3 Kreuzer Franco selbstverständlich aus.
Schaut man auf den Inhalt:
Wir sehen, dass es eine Rechnung aus Wien ist, welche am 27.08. geschrieben wurde. Auch vorderseitig sehen wir den Absenderstempel aus Wien.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Dienstbrief des Landgerichts Wolfstein mit Postaufgabe in Freyung am 20.12.1844 nach Fünfhaus und Sechshaus in Wien (?). Die bayerische Behörde benutzte statt der üblichen Franchise R. S. "Ex officio" (in Österreich oft abgekürzt mit Ex offo) - und tatsächlich blieb der Brief portofrei, etwas, was man nicht bei allen Dienstbriefen Bayerns nach Österreich behaupten kann. Der Diagonalstrich zeigte ja nur die teilweise Frankaturfreiheit an, das liegende X sollte die gänziche Frankaturfreiheit symbolisieren, aber hier hat ein halbes X wohl ausgereicht. Siegelseitig der Ankunftsstempel von Wien vom 22.12.1844, sonst nichts.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

heute ein Brief aus dem wunderschönen Wien vom 29.7.1853 über Prag und Bodenbach nach Haunsheim bei Gundelfingen. Der gegen 15.00 Uhr ("3 Uhr Abends") aufgegebene Brief kam mit der Bahnpost aus Sachsen am 31.7. schon in Bayern an und wurde am 1.8. in Gundelfingen Ankunft gestempelt. Der Empfänger war Freiherr von Goltz, der sicher ein Postfach in Gundelfingen hatte, so dass irgendwann ein Lakai daher kam und die Post für seinen Herrn abholte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ein Brief vom 23.7.1850 mit einer 5aa (Erstauflage) zu 9 Kreuzer auf einem Brief "mit Briefen" der Herren Bianchi & Rotter nach Wien. Sind schon Briefe mit Juli - Stempeln große Seltenheiten, so kenne ich keinen Brief dergleichen als Brief mit Briefen.
Liest man den Inhalt, schrieb der Absender, dass er noch ein Muster von Vitriol ungarischer Art beifügte. Da die Entwertung erst am 24.7. erfolgte, las ich weiter und stellte fest, dass der Absender dem Brief später das angehängte Muster wieder entnahm und dafür Briefe mit Briefen beifügte, sonst hätten wir noch einen Muster-ohne-Werth - Brief dazu.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
eine Schönheit sieht anders aus, aber eine 4. Gewichtsstufe frankiert sieht man auch nicht an jedem Tag - hier 24 Kreuzer (4 mal 6) aus München vom 20.2.1857 nach St. Martin an die Graf Arco´sche Rentenverwaltung (damals das Finanzamt) mit interessantem Leitvermerk "via Schärding". Der Leitvermerk war deshalb notwendig geworden, weil es zahlreiche St. Martin in Österreich gab und fast alle davon in der 3. Entfernungszone über 20 Meilen zu München lagen - da wollte man vermeiden, dass der Brief wegen vermeintlicher Unterfrankatur nachtaxiert werden würde und die Folgen unabsehbar waren.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Wien, 16.11.1856, nach Vilseck in Bayern mit Laufwegsvorgabe "Baiern über Regensburg und Grünwald frei". Der Laufwegswunsch des Absenders konnte leider nicht eingehalten werden, weil man ihn über Prag (17.11.) und damit Bodenbach - Plauen - Nürnberg nach Vilseck verschickte (lag östlich von Nürnberg).
Vor dem April 1851, als es die Bahnstrecke Wien - Prag - Dresden - Berlin noch nicht gab, hätte man ihn sicher so geleitet, aber 1856 gab allein die Bahn vor, wie Briefe im DÖPV und darüber hinaus zu laufen hatten.
Der Ankunftsstempel mangelt, aber der Prager Transitstempel ohne den Bodenbacher Transitstempel belegen die Leitung eindeutig.
Als er bei mir ankam, öffnete und las ich ihn natürlich, wie alle meine Briefe (so ich sie lesen kann). Den letzten Absatz auf der linken Seite möchte ich hier wiedergeben (es schrieb der Sohn an die Eltern und wie es sich damals gehörte nannte man die Eltern noch "Sie"):
"Meine Adresse ist = An N. N. bei Herrn Franz Doll Pfeifenbeschläger wohnhaft Windmühle kleine Steingasse Nr. 82 oberer Erd Thür Nr. 11. Wen Sie vielleicht bald an Franz schreiben theilen Sie ihm meine Adresse mit. Beiligendes Briefchen übergeben Sie meiner Großmutter."
Aha - ein höchst präzise Adressangabe und einen geschmuggelten Brief an die liebe Großmutter hatte man beigegeben, ohne dass man ins 2. Gewicht kam - das finde ich außergewöhnlich. Wäre es ein bayerischer Postbetrug, käme das gute Stück in meine Contraventions - Sammlung, so darf er in die Sammlung Bayern - Österreich Einzug halten.
Wer mir einen Brief von Vilseck (oder Bayern) an die obige Adresse anbieten kann, wird reich belohnt werden! Da bezahle ich gerne den doppelten Sem - Katalogpreis.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Siegelseitig sehen wir den Transitstempel von Bodenbach am 12.7. und den Ankunftsstempel von Wien am 14.7. 1E. Keine Rekordzeit für diese Leitung, aber immer noch sicher einen ganzen Tag schneller, als irgendwie anders spediert.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Die Aufgabepost notierte 12 C. M. für 12 Kreuzer Conventions Münze, die 14,4 Kreuzern rheinisch entsprachen. Aber umrechnen musste Bayern nicht, denn die Post in Österreich vergütete Bayern später nach Quartalsende immer 12 Kreuzer in der Währung derjenigen Postverwaltung, die Ansprüche an die jeweils andere Postverwaltung hatte. Wien notierte nun groß in Rötel 12, damit auch klar war, was unser Spenglermeister zu zahlen hatte.
Zur Verrechnung innerhalb des DÖPV: Hatte Bayern z. B. in einem Quartal 500 Gulden Forderungen an Österreich (Portobriefe, Transite usw.), aber Österreich nur 300 Gulden Forderungen an Bayern, so war die Verrechnung der Differenz in rheinischer Währung durchzuführen.
Umgekehrt hatte Bayern z. B. 600 Gulden Forderungen an Österreich, aber Österreich 900 Gulden Forderungen an Bayern, so war die Differenz von 300 Gulden in Conventions - Münze zu begleichen, was für Bayern dann teuer wurde, weil 1 Kreuzer CM 1,2 Kreuzern rheinischer Währung entsprach und also 20% mehr wert war. Das war kein Pappenstiel, wie man sich leicht vorstellen kann und da im Prinzip jeder Hinbrief auch einen Herbrief generierte, dürfte das Hauptaugenmerk auf den Transiten gelegen haben, oder auf gut Deutsch: Schickte Österreich mehr Post via Bayern in den Postverein (Baden, Württemberg, TT, Preussen) und nach/über Frankreich (Strasbourg), als Bayern über Österreich in den DÖPV (Sachsen, Preussen), und davon kann man getrost ausgehen, dann hatte immer Bayern mehr von Österreich zu fordern, als umgekehrt und die Abrechnung erfolgte folglich in günstigeren rheinischen Kreuzern, was die österreichische Staatskasse um 20% schonte. Auch ein Grund, warum Preussen und Österreich diesen Vertrag wollten, auch wenn sein Zustandekommen natürlich allen Parteien und Postverwaltungen diente.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Der Absender vermerkte vorne als Laufwegsvorgabe: Wien, Leipzig, Ulm, Ochsenhausen und der Zielort war Thanheim, ca 80 km süd-südwestlich von Stuttgart.
Siegelseitig sehen wir den Transitstempel von Agram (damals Zagreb) vom Folgetag und dann erst vom 29.7. einen Stempel von Stuttgart und einen von Zug 14 der württ. Bahnpost, dazu einen Stempel von Biberach vom 30.7. und vom selben Tag noch Ochsenhausen, wie vom Absender vorgegeben.
In jedem Fall war der Brief von Kroatien innerhalb von 4 Tagen in Württemberg und ich denke, dass er das nur schaffen konnte, wenn er über Bodenbach - Leipzig - Hof - Nürnberg lief, also so, wie der Absender es auch angegeben hatte. Da bayerische Stempel mangeln, dürfte er in Wien oder Prag in einen Postsack via Bodenbach nach Stuttgart eingepackt worden sein.
Gerne lese ich Meinungen dazu. Den Inhalt füge ich bei - ein hochintelligenter Mensch hat in gehetzter Schrift seine Reiseeindrücke der Baronin kurz wiedergegeben - allerdings scheint nichts Weltbewegendes darunter zu sein.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Absender hatte dafür zu zahlen: 9 Kreuzer Franko mit Marke über 20 Meilen nach Bayern unter 1 Loth. 6 Kreuzer Aufgabsrecepisse (Recommandation) mit Marke auf dem Brief selbst - immer hinten und weitere 6 Kreuzer für die Abgabsrecepisse (Rückschein, Retour - Recepisse) auf derselben zu frankieren, in toto also 21 Kreuzer!
Siegelseitig ist der Laufweg gut belegt: Vapagedl 2.6., Bodenbach 4.6. und München 5.6.1856.
Interessant ist noch die Verwendung des Stempels "RECOM:" von Zlin nur auf der Siegelseite der 6 Kreuzermarke, nicht aber frontseitig. Jedenfalls hat Herr von Gmainer am 5.6.1856 diesen wichtigen Brief erhalten, im Postbuch und in der Abgabsrecepisse unterschrieben und diese vollzogen unter Recommandation wieder nach Zlim zurück gehen lassen.
Briefe mit Auf- und Abgabsrecepissen sind trotz des bedeutenden Postaufkommens zwischen diesen beiden Postgebieten sehr selten.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Der Brief stammt vom 24.04.1859 und lief von Lindau nach Bregenz korrekt mit 3 Kreuzer frankiert.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Was jemand als 13 notierte, weiß der Himmel (so der ein glücklicher Österreicher ist, denn in Bayern wären 13 Kreuzer nie eine Frankaturstufe gewesen). Am 17.5. kam der Brief endlich in Füssen an und wir hoffen für den Empfänger, dass er weder 13 Kreuzer, noch sonst irgendetwas für ihn zahlen musste.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ein Dienstbrief aus Wien vom 11.4.1844 zeigt uns den Aufgabestempel und Franco in Rot, den glasklaren Abschlag des O.B.C. - Stempels aber in schwarzer Farbe (ich weiß, es gibt keine schwarze Farbe). Oben links wurde noch vermerkt "in Dienstsachen", um damit den Posten in Österreich und Bayern zu dokumentieren, dass hier keine privaten Interessen tangiert wurden und der Brief von jeder Seite gebührenfrei zu befördern war. Als Zeichen dieser Gebührenfreiheit brachte man das liegende "X" an, welches auch alles Poststellen respektierten.
Wien nutzen für diesen Brief an das Kreis- und Stadtgericht in Nürnberg seinen Paketschluß nach München, wo der Brief 3 Tage später eintraf, um von dort nach Nürnberg kartiert zu werden (Abgabestempel mangelt leider).
Die Frage ist nun: Da Wien offensichtlich üblicherweise bei Frankobriefen in roter Farbe stempelte, könnte es sein, dass in Österreich unterwegs eine Poststelle mit ihrem schwarzen O.B.C. - Stempel nachstempelte, oder hatte Wien tatsächlich und ungewöhnlich für diese Zeit, 2 Stempelkissen am Start, ein rotes und ein schwarzes? Nun, unterwegs gab es nicht in Österreich, weil Wien das Briefepaket schloß und München erstmals dieses öffnete, auch hatte man in München B.O.C. - Stempel, aber sicher keinen O.B.C. - Stempel, so dass mit denkbar größter Wahrscheinlichkeit Wien über mehrere Stempelkissen verfügt haben musste.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Der Grazer Stempel wurde in blau abgeschlagen, der Recommandirt-Stempel in rot, wobei man aber durch Farbreste erkennen kann, dass der Stempel zuvor schwarz eingefärbt war. Somit hatte der Grazer Postmeister zu der Zeit zumindest blau, rot und schwarz, also drei verschiedenfarbige Stempelkissen in Verwendung.
Lg, harald
Hier ist am besten zu sehen, wie langsam die Postkutschen dieser Zeit waren, wenn man sieht, wie schnell die Eisenbahn war (letzter Teil der Reise).
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Grüße
philast

Lg, harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Lindau_(Bodensee)


Der Brief wurde auf bayerischem Stempelpapier zu 3 Kreuzer geschrieben, was für eine österreichische Behörde ganz außergewöhnlich war, denn woher hatte man das? An der Ecke beim Papierhändler gab es diese Papiere jedenfalls nicht zu kaufen und ans Publikum wurden sie auch nicht abgegeben.
Der Absender schrieb auch: "Vom Amte zu Ströbel in Böhmen, bei Waidhaus in Baiern ...". Er verwies also auf Bayern und nicht auf Österreich, wie man hätte erwarten können.
Man brachte den Brief mit dem Vermerk: "von Waidhaus in Baiern" zur Post, was ja auch falsch war, weil er nicht vom bayerischen Waidhaus (dort nur eine Posthalterei, keine Postexpedition vorhanden) kam, sondern aus Österreich.
Als reiner Portobrief (nicht Dienstbrief!) wurde er mit dem Stempel Weiden und C.B.R.4 für "Correspondance Bavaroise Rayon 4" versehen und in Strasbourg mit 15g gewogen und mit 23 Decimes (über 1 Gulden) taxiert.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Geschrieben und zur Post gebracht in Kempten am 18.1.1832 war er vom Landgericht Sonthofen (damals noch ohne eigene Poststelle!) gerichtet an den Magistrat der Stadt Wien.
Der Brief war wichtig, so dass man in Sonthofen bzw. bei seiner Postaufgabe in Kempten nicht nur das Grenzfranko von 24 Kreuzern bezahlte, sondern auch die Reco - Gebühr von 4 Kreuzern.
Was dann die Post in Kempten machte, ist aber schon außergewöhnlich: Sie stempelte den Brief frontseitig zweimal mit ihrem kleinen Einkreisstmepel ab und druckte unter diesen Abschlägen noch zweimal ihre großen CHARGÉ - Stempel ab, damit man auch ja sehen würde, dass er eingeschrieben worden war.
Darüber hinaus, und hierfür gibt und gab es keine Verordnung, stempelte man sogar noch hinten CHARGÉ, damit bei der Ankunft in Wien nicht vergessen werden könnte, dass es sich um einen Recobrief handelte. Sicher ist sicher ist sicher!
Ab der bayerisch - österreichischen Grenze kostete er Wien noch weitere 28 Kreuzer Conventionsmünze, so dass seine Gesamtkosten in rheinischen Kreuzern addiert waren:
24 Franko in Bayern, 4 Recommandation und 36 in Österreich als Porto, in summa also 1 Gulden und 4 Kreuzer. Das war nicht eben wenig und entsprach ca. 16 Mittagessen. Mahlzeit!
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Umschlag, freigemacht mit 15 Neukreuzer gelaufen aus Wien nach München.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
"Das bischöfliche Ordinariat Regensburg spricht dem Herrn Verfasser der "Kirchengeschichte Böhmens", P. Anton Frind, bisch(öflicher) Notar u. k. k. Gymansialdirektor in Eger, den verbindlichsten Dank aus für das übersendete erste Heft des besagten verdienstvollen Werkes, sowie für die freundliche Weise, in welcher darin des früheren Verbandes Böhmens mit dem Bisthum Regensburg und des Wirkens der Regenburger Bischöfe gedacht ist. Regensburg den 26. August 1862. Mich(ael) Reger".
Die 15 Neukreuzer - Fiskalmarke oben rechts wurde entwertet mit dem Dienstsiegel des K. K. Gymnasiums von Eger. Wer kann mir sagen, warum?
Ich verstehe dies als ein Dankesschreiben für die Zusendung eines Heftes von Herrn Frind nach Regensburg und die darin freundliche Erwähnung des Bistums Regensburg in alter Zeit. Weshalb sollte man für ein Dankesschreiben 15 Neukreuzer (entsprachen paritätisch immerhin 11 rheinischen Kreuzern!) in Eger bezahlen, nachdem man sich dort so ins Zeug gelegt hatte?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Graz, 15.2.1861, "An S(eine) Durchlaucht dem Herrn Fürsten von der Leyen in München", mit 15 Neukreuzern korrekt über 20 Meilen unter 1 Loth korrekt frankiert. Ankunft in München 2 Tage später und die Leitung über Wien wurde auch sauberst dokumentiert.
Verschickt wurde eine "Notta (Rechnung, eigentlich Nota genannt) über 8 Pfund Chocolate Nr. 1 a 2 Gulden 64 Neukreuzer und 8 Pfund Jagdzettl a 2 Gulden 36 Neukreuzer, total 25 Gulden 84 Neukreuzer. "Bei der vorherigen Rechnung mehr erhalten 35 Nkr., daher Summe 25 Gulden 49 Kr. öster. Währung".
Ihre Duchlaucht hatte also wohl falsch rheinische zu österreichische ( neue ) Kreuzer gerechnet. Fair vom Grazer, dass er das nicht einkassierte, sondern bonifizierte!
"Am 25/2 mittels Post gegen beigelegten Postschein berichtigt und abgesondert. Leyen."
Leider war der einst beigelegte Postschein nicht im Brief - zu gerne hätte ich diesen noch hinzugefügt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch




Liebe Grüsse von bayern klassisch
Es ging um die Hinterlassenschaft eines gewissen Matthias Rieger, lediger Geigenmacherssohn in Mittenwald, der vermögenslos verstorben war. Zuvor hatte man bei seiner verwitweten Mutter Rosina Rieger und 5 Kindern nachgefragt, ob sie aus Kostengründen "die Verlassenschaft ohne die Rechtswohlthat des Gesetzes und Inventars antreten wollten. Da diese alle in der Gegend von Garmisch - Partenkirchen wohnten, war dies sichergestellt. Nur eine Verwandte in Wien, Magdalena Rieger, war diesbezüglich noch zu befragen.
Diese Nachfrage wurde teuer, denn unten links ist mit roter Tinte vermerk von Wien: "Faszikel 206 des Taxamtes 43x Porto zu vergüten" und für 43 Kreuzer konnte man in Wien 10 Mal Mittagstisch bekommen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Er wurde am 19.6.1853 im wunderschönen Regensburg verfasst und war gerichtet an "Herrn J. J. Voit Steyer Oesterreich". Aus dieser Korrespondenz gibt es mehrere 10000 Briefe, aber so einen hatte ich bis dato noch nicht gesehen, denn das Briefpapier war mit dem Absenderstempel J. J. Voith in Steyr bedruckt worden, so dass man annehmen müsste, dass ein Angestellter oder Reisender von der Firma Voith in Regensburg weilte und dort Wichtiges brieflich an die Stammadresse nach Steyr zu schicken hatte (Verträge, Wechsel usw.).
Über Linz (20.6.) kam er in Steyr am 21.6. an und die Firma Voith notierte artig den Absender: "Kempf & Söhne, Regensbg, 18. Juni 853, erhalen 21. (Juni)".
Demnach war der Absender eben kein Voith, sondern Kempf & Söhne, die offenbar Papier mit Voiths Absenderstempel bekommen hatten.
Wieder eine kleine Facette mehr in der Sammlung.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Konkret wird es am Beispiel hier aus Ingolstadt vom 12.4.1860 an Herrn Riedl in Neu-Ötting, der vom Absender korrekt mit 6 Kreuzern frankiert worden war (Mühlradstempel Nr. 227) und der über Altötting (14.4.) nach Neu-Ötting lief.
Die 6 Kreuzer waren korrekt für einen innerbayerischen Brief bis 1 Loth inklusive über 12 Meilen.
Die Firma Riedl nahm ihn natürlich an, stellte aber dann fest, dass es wohl besser wäre, ihn dem Chef sofort nach Linz in Österreich nachzusenden und frankierte hierfür wiederum 6 Kreuzer, die jetzt von dem Mühlradstempel mit der Nr. 345 entwertet wurde. Beide Marken sind Nr. 4II Platte 2.
Als DÖPV - Brief galten nun andere Gesetze, denn jetzt reichten 6 Kreuzer über 10 - 20 Meilen und das Gewicht musste weniger, als 1 Loth betragen.
Ausweislich seiner Siegelseite leitete man ihn über Schärding (15.4.) nach Linz, wo er am Folgetag ankam und im Stadtbrauhaus Linz ausgetragen wurde.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse,
Ralph







Eine Druckache in nettem rosa gehalten wurde in Genf am 1.6.1870 aufgelegt und in großer Stückzahl verschickt. Aber auch so eine billige Drucksache konnte einem sparsamen Handelsmann noch zu teuer erscheinen und da war es günstiger, sie in entsprechenden Quantitäten ins Ausland - hier Bayern - zu schmuggeln und dort für weniger Geld aufzugeben. Gesagt, getan - also mal schnell quer durch die Schweiz geschmuggelt und über den Bodensee geschippert - was lag da näher als das wunderschöne Lindau, wo man für die Hälfte eine Drucksache verschicken konnte? Am 5.6.1870 mit nur einem Kreuzer als Drucksache in einen Vertragsstaat (Österreich = Triest) verschickt, war diese schon am Folgetag in Wien (!!) und wiederum einen Tag später in Triest, dem Freihafen Österreichs, angekommen.
Der Inhalt ist ein Traum, jedenfalls für mich: Man beachte die Orte, Destinationen usw., die dort aufgeführt sind (mit Linienschiffen, Name des Schiffes, Kapitän usw.. Es geht wohl nicht besser und ich bin sehr, sehr froh, dieses Rosinchen geschossen zu haben (das Scanproblem am Oberrand bitte ich zu entschuldigen, machmal passt sich mein Scanner dem, was auf ihm liegt, einfach vom Niveau her nicht so recht an).
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Es kam mir auf den Inhalt an, das Äußerliche ist nicht mal sekundär, lese ich dort doch, was ich lange so schon gesucht habe: Eine 5%ige Prioritäts - Anleihe vom 24.12.1870 zu einem Prosekt der K. K. Privilegirten Kaisern-Elisabeth-Bahn - Strecke Neumarkt - Ried - Braunau.
Wegen des manuellen Zusatzes, konnte keine Ortsdrucksache auf die Reise gehen, sondern ein Ortsbrief, aber das ist auch egal.
Zur Geschichte der Kaiserin Elisabeth Bahn folgender Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Innkreisbahn
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Brief von 7.12.1864 von München nach Wien, freigemacht mit 9 Kreuzer braun, zweiseitig gerissen, rechts unten zarter Charge-Stempel in rot. In Wien am 8.12.1864 angekommen, Ankunftsstempel Wien bzw. Mariahilf in Wien.
Der Brief wurde von "Kohnstamm junior" an Hlawatsch und Isbary gesandt. Während man beim Absender nur vermuten kann, dass es sich um einen Vorfahren des berühmten Oskar Kohnstamm [1] handeln könnte, ist der Empfänger als Hersteller von Kaschmirschals wohlbekannt.
Liebe Grüße, harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Kohnstamm
[2] https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/Bücher/Bücher_über_Österreich_2018/Ditzhuyzen_-_Hlawatsch-Saga

Auf dem Brief klebte nie eine Marke, aber als Chargébrief musste er frankiert sein. Hinten auch blank.
Nachdem Wien Recommand. - Stempel gibt es noch einen kleinen Chargé - Stempel, von dem ich nicht weiß, wo er auf dem Brief kam, der rote CHARGÈ - Stempel ist von Strasbourg.
Siegelseitig sehe ich nur ein mittiges Siegel des Absenders, was aber nicht ausreichte, denn Recobriefe nach und über Frankreich mussten mehrfach gesiegelt sein. Darunter lese ich:
No= 39 = K ??? 5 gr avant 7 gr 50 apres le cachets
Ich interpretiere das so, dass er in Frankreich unter der Reco-Nr. 39 erfasst wurde, er wurde mit 5g ohne weitere Siegel gewogen und dann mit 2 roten Siegeln nachgesiegelt, womit er dann 7,5g wog.
Trifft meine Interpretation zu? Welche Gebühren waren da geflossen? Normal waren doch 28 Kreuzer CM für einfache Briefe zu zahlen - und hier bei einem Chargébrief?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Eigentlich waren diese Briefe in Bayern portobefreit, aber nicht so in Österreich, wobei Österreich die halbe Taxe der Gemeinschaftstaxe als Porto ansetzen durfte.
Wie man sieht, mangelt hier aber nicht nur der B.O.C. - Stempel auf bayerischer, sondern auch die Halbtaxe auf österreichischer Seite. Eine sog. Doppel - Contravention. Das sonderbare: Ich kenne ca. 15 Briefe zwischen diesen beiden Orten und nicht einer davon wurde korrekt behandelt. Da wäre mir jetzt ein richtig behandelter Brief auch ganz recht. - Hinten ist natürlich nichts von einem Ankunftsstempel zu sehen, oder hat er erst gar keine österreichische Post gesehen?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Franko einfach müsste somit 29 Kreuzer CM sein, so wie hier:
1857 Trauerbrief von Brünn nach Paris, Franko rückseitig (eigentlich nicht erlaubt, nur die Recogebühr war rückseitig zu entrichten, und der Brief wurde nicht rekommandirt)
Zurück zu Deinem Brief:
Somit sollte ein einfacher Brief mit Reco 29+18=47 KR CM gekostet haben. Franco konnte in bar entrichtet werden, die Rekogebühr war zwingend durch Marken zu entrichten, da sowohl Frankokreuz als auch Recomarke fehlt, bleibt aus meiner Sicht nur eine Gebührenfreiheit übrig - ist am Siegel des Absenders irgendwas zu erkennen?
Lg, harald
In diesen Fällen sieht man aber meist zumindest ein Stempelfragment rückseitig. Bei Faltbriefen kann auch der Bogen verkürzt sein und deshalb das Stempelfragment fehlen, was bei Deinem Brief aber nicht der Fall ist, da es ein Kuvert ist.
Kannst Du den zweiten Brief zeigen?
Liebe Grüße, harald
Hinten so markenblank wie meiner. Verstehe ich nicht.
Liebe Grüsse,
Ralph

Gesendet 6.9.1878 von Kufstein vom Bahnamtsgehilfen Max Landgraf an den wohllöblichen Magistrat der königlichen Stadt Eichstädt in Bayern 7.9.1878. Aber damit war sein Weg wohl noch nicht zu Ende.

Die Transkription habe ich mir für die Pension aufgehoben, das wird mich einige Zeit kosten.
Wir sehen hier eine bayrische Stempelmarke zu 20 Pfennig, handschriftlich entwertet am 7.9.1878.

Auf der nächsten Seite finden wir einen "Coupon (kann vom Adressaten bei nebenstehendem Striche abgetrennt und als Beleg zurückbehalten werden.)" über 66,72 Mark, rechts davon u.a. "bezalt hat Landgraf ... 12M mit nebigen Postanweisg 66"72 somit sind zu viel bezahlt 4M.30."

Auf Seite 3 finden wir ein Telegrammformular empfangen aus Kufstein an das Magistrat, ebenfalls mit einer 20-Pfennig-Stempelmarke vergebührt, und eine Notiz an einen Herrn Eugen Zöpfl in Bamberg. Hier scheinen zu viel bezahlte 4 Mark ganz schön viele Leute beschäftigt zu haben.
Liebe Grüße, Harald

Verfasst im wunderschönen Prag am 17.11.1864, wurde er nicht etwa für 15 Neukreuzer in das über 20 Meilen entfernte, ebenso schöne Bamberg verschickt, sondern illegitim über die Grenze verbracht, um dann, welche eine Verschwendung, als 3 Kreuzer unfrankierter Ortsbrief zu enden. Allerdings erst am 23.11., also 6 Tage später, während die Post wohl nur einen, maximal 2 Tage dafür benötigt hätte.
Als Kirsche dazu sehen wir den Zweikreisstempel von Bamberg (bitte nicht OPA oder noch fälscher OPD - Stempel dazu sagen, danke!) bei der Aufgabe und den Stempel Bahnhof Bamberg von der Abgabe. Man könnte meinen, dass ein Reisender so gütig gewesen sein könnte und den Brief über die Grenze nach Bayern brachte, dort am Bahnhof schnell einwarf, um dann weiterreisen zu können - dann müsste aber die Kombination gerade anders herum sein - erst Bahnhof, dann Stadt.
Die Marke musste nicht entwertet werden, doch finden sich nicht viele Briefe dieser Art und minderwertig sind sie ganz sicher nicht. Erhaltungszustand Note 5, Seltenheit Note 1+ - da kann man nicht meckern.
Liebe Grüsse von einem sehr glücklichen bayern klassisch
Aber der Absender scheint etwas eingetütet zu haben, von dem er sich nicht sicher war, dass die Post es vlt. erfühlen konnte und so notierte er oben schnell noch: "Hat keinen Werth". Was immer es war, es war offensichtlich kein Muster ohne Wert(h), oder etwas ähnlich kommerziell gehaltenes, sondern irgend etwas anderes und da heute ohne Inhalt, werden wir es wohl nie erfahren. Aber kurios ist es schon, daher habe ich es mir mal gegönnt, denn ein zweites Stück kenne ich bislang nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Richtig - man kuvertiert das Ganze nach Lindau im Bodensee (Bayern) und lässt von dort aus den Brief bis 10 Meilen nach Österreich laufen für schlanke 3 Kreuzer rheinisch und spart sich paritiativ statt 3 Silbergroschen = 10,5 Kreuzer) dadurch 7,5 Kreuzer, also ein schönes Mittagessen mit Kaltgetränk.
Nachteil: Lindau bekam ihn erst spät und dort gab man ihn erst am 5.12.1861 auf, um am Folgetag seinem Empfänger zugestellt zu werden.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Wer auf google.maps schaut, erkennt den gewaltigen Umweg, der aber komplett per Bahn ablief und daher schneller war, als jeder andere Weg und das war letztlich der alleinige Grund dieser Leitung über Sachsen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
für die Freunde des Guinness Buchs ein Brief aus Wien nach München, der falsch gewogen und behandelt wurde - einen Zweiten dieser Art zu finden wird mir wohl nicht mehr vergönnt sein - für die Mathematiker unter uns: 37 x 12,8 cm sind schon ein ordentliches Teil und das bei der BRIEFPOST, nicht bei der FAHRPOST !
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Aufgegeben wurde er am 4.2. im schönen Feldkirch (Vorarlberg) und lief ausweislich seiner Siegelseite über Bregenz (gleicher Tag) mit der Eisenbahn am 6.2. ALLEMAGNE EST NO 1 (Belgische Bahnpost, wohl ab Aachen) und noch am selben Tag in Namur ein.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Er notierte "per München Bregenz" und so war er denn am 25.10. sowohl in Bregenz, als auch in Dornbirn. 44 Packerl Glas und 1 Packerl Spiegel kosteten den Empfänger total 876 Gulden Conventionsmünze, also über 1000 Gulden rheinisch - nicht gerade wenig!
Es ist zu vermuten, dass von Zwiesel aus nicht nur die Briefe schneller in den Vorarlberg gelangten, sondern auch seine Waren mit der bayer. Bahn schneller und günstiger dorthin kamen, als über österreichisches Gebiet (Schüttenhofen).
Ich habe viele Hundert Briefe an die Kreuzhütte in Böhmen gesehen, einige an die Sophienhütte und andere, aber noch nie etwas bisher von der Elisenhütte und bin daher sehr froh, diesen hier geschnappt haben zu können.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die Doppel-Postkarte 2 Pfennig mit Zusatzfrankatur 3 Pfennig ging am 11.4.1907 von Straubing nach Prag, Ankunftstempel Prag vom 12.4.1907, wurde beantwortet, am 14.4.1907 zur Post gegeben, Zusatzfrankatur 1+2 Heller, und kam am 15.4.1907 in Straubing an. Schön ist, dass der Antwortteil nicht wie üblich abgetrennt wurde und somit beide Teile erhalten geblieben sind.
Liebe Grüße, harald

Im Inhalt ist die Rede von einem Brief, den der Absender für den Empfänger versenden sollte:
" ... u(nd) erst nach Versandt derselben erhielt ich Ihren Brief, weßhalb ich Ihre Inlage an L. Schuster auch erst nachträglich besorgen konnte".
Leider kenne ich keine Firma dieses Namens, aber der Österreicher wird sich durch diesen Briefschmuggel und folgender Absendung in Immenstadt sicher einiges an Geld gespart haben.
https://www.luftlinie.org/Immenstadt-im-Allg%C3%A4u,Bayern,DEU/Andelbuch
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Stattdessen musste man 4 Tage warten, bis er in Füssen - immerhin ein Fußmarsch von 112 Kilometern! - ankam und dort als innerbayerischer Portobrief der Post übergeben wurde. Diese taxierte ihn als einfach (bis 1/2 Münchener Loth) mit 12 Kreuzer nach dem Tarif vom 1.12.1810 (30 - 36 Meilen).
Bei einer Postaufgabe in Innsbruck wäre es ein Auslandsbrief mit Grenzfranko bis Füssen gewesen, der nach der Anzahl der Poststationen zu frankieren gewesen wäre - hier bis 3 Posten 2 Kreuzer CM, bis 6 Posten 4 Kreuzer CM oder 8 Kreuzer CM für bis zu 9 Posten, womit genau dies auch die Ersparnis war.
Dergleichen Unterschleifbriefe gibt es zwischen Österreich und Bayern einige - aber mit einem schönen, roten, bayerischen Fingerhutstempel wird man wohl nicht so viele finden.
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende wünscht euch euer bayern klassisch

Wer schrieb also was an einen österreichischen Telegraphenbeamten? Weil bei einer Karte der Inhalt schlecht verloren gehen kann (kann immerhin noch ausradiert werden) und dieser somit erhalten blieb, zeige ich ihn als Zeichen dafür, dass zwar jeder die Karte, der sie in die Finger bekam lesen konnte, aber nicht lesen durfte (das Postgeheimnis griff auch bei Postkarten!); da waren sich aber Absender und Adressat nicht so sicher und der Münchener versuchte es mit einem schlauen Trick, wie man hier sieht. Jetzt dauerte das Lesen schon deutlich länger und so viel Zeit wollte und konnte man sich nicht nehmen, um fremde Post zu studieren, daher wird dieser simple Trick im Alltag schon ein Tauglicher gewesen sein.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Folgerichtig notierte die Aufgabepost unter der Marke: "Ungenügender Stempel 12 / 8". Mit Stempel war die Freimarke gemeint und 12 / 8 war die Taxe ohne Anrechnung des Wertes der Marke, also 12 Kreuzer Conventionsmünze als Gemeinschaftsporto halbscheidig zwischen Österreich und TT zu teilen und 8 Kreuzer CM Transitzuschlag für Bayern, in summa also 20 Kr. CM, die den später in Frankfurt am Main notierte 24 Kreuzern rheinisch entsprachen.
Siegelseitig der Distributionsstempel von FFM vom ??.9.1850, 1. Zustellung an diesem Tag.
Leider bin ich beim Namen der Empfängerin nicht sicher, bzw. habe gar nichts im Netz gefunden. Für Hilfe wäre ich sehr dankbar. Ein Schloß in Napajedl gab es - aber gehörte unsere Absenderin/Empfängerin irgendwie dazu?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Kennt jemand den Laufweg, auch wenn es nur einen Wien 21.7.1856 Stempel gibt? Alle Möglichkeiten dürfen hier besprochen werden ... nur Mut!
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Mit 25 Neukreuzern treffend frankiert für max. 1-löthige Briefe aus Österreich nach der Schweiz wurde es am 23.6.1866 in Teplitz verfasst, jedoch zeigt der Stempel der Aufgabepost von Schönau bei Teplitz schon den 26.6.1866 an und 3 Tage brauchte man sicher unter normalen Bedingungen nicht für die Strecke eines Fußmarsches.
Wie dem auch sei, die Post in Schönau notierte das Weiterfranko für die CH korrekt mit 10 Neukreuzern.
Empfänger des Briefes war Monsieur H. Durien chez Monsieur Z´Graggen in Altdorf, Kanton Uri in der Schweiz.
Siegelseitig sehen wir den badischen Bahnpoststempel vom 28.6.1866 Zug 7, der in Heidelberg um 01.30 Uhr abfuhr und am selben Tag um 09.35 Uhr in Basel eintraf. Ausweislich der Empfängernotiz hinten kam er wohl noch am selben Tag in Altdorf an.
Die badische Bahnpost erhielt von Österreich 10 Neukreuzer (paritätisch 7 Kreuzer rheinisch, postalisch nur 6 Kreuzer für den 2. Rayon der CH) und bonifizierte 20 Rappen der Schweizer Postverwaltung, die damit zufrieden war. Baden hatte einen Kreuzer Gewinn gemacht.
In wieweit der Krieg seine Auswirkungen auf den Postlauf des Briefes hatte, weiß ich nicht, aber Kenner der Materie wissen sicher mehr darüber, als ich.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Siegelseitig gibt es nur den Ankunftsstempel.
Frankiert wurde mit einer 9-Kreuzer blau tarifgerecht.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf


Laut Siegelseite lief er über München zum Ziel.
Der Brief gehört in die 1. Entfernungsstufe und so reichten auch die 5 Neukreuzer.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Dort am 28.08.1860 aufgegeben, ging es an "Herrn M. Loewe (in) Innsbruck" , wo er am 30.08. ankam. Frankiert mit 2x 3 Kreuzer blau, korrekt für die Entfernung von ca. 13 Meilen.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Adressiert ist er an "Herrn Heinrich Kohner & Brüder (in) Pest Ungarn" - vorderseitig nicht der Hit - jedoch entschädigt ein wenig die Siegelseite. Dort Transit-Stempel von Wien vom Folgetag und schon abends war er am Ziel.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Am 13.07.1863 ging es von Wien (Neustadt) an „Sr. Wohlgeboren Herrn P. A. Lang k. Major & Comandant der ????, Guts & Analitäten Besetzer (in) Kehlheim Baiern". Gelaufen ist er über Wien und Regensburg.
Wie lautet die Anschrift richtig?
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Aufgegeben am 27.05.1867 in Bregenz und adressiert an "Herrn Josef Joerg Convert: Fitl? Herrn Ed?? von Pisler (in) Lindau. Siegelseitig Ankunftsstempel.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Der Leitweg ist klar, wie wir am Auslagestempel von Augsburg vom Folgetag sehen, der auf einer Addition von Postporto und Postzuschlag von 39 Kreuzern abgeschlagen wurde.
Mathematik für Fortgeschrittene bedurfte es dabei eigentlich nicht.
Angesetzt waren 29 Kreuzer rheinisch als Gemeinschaftsporto für Briefe von 1 bis 1,5 Loth (3. Gewichtsstufe) und dem Zuschlag für Bayern von 10 Kreuzern rheinisch = 39 Kreuzer rheinisch.
Allerdings hatte man zuerst 24 Kreuzer rheinisch als Zuschlag notiert, womit der Brief 53 Kreuzer rheinisch total gekostet hätte - diesen Zuschlag gab es zwar, aber nur für Briefe von 2 bis 2,5 Loth (5. Gewichtsstufe) und das konnte nicht sein, weil das Briefporto und der Zuschlag korrelieren mussten.
Noch am selben Tag erreichte er Erlangen. Von dort aus waren es noch 20 km Fußmarsch bis Weisendorf, wie man es heute schreibt, aber dieser Ort bekam erst im Oktober 1853 eine eigene Postexpedition, so dass hier ein Bote sicher gutes Geld bekam, diese Strecke zwei Mal zurück legen zu dürfen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Der Inhalt hilft weiter, aber auch schon die Anschrift ist verdächtig: "An Herrn Sebastian Wagus in Weiler Baiern". Wer in Weiler, damals wie heute ein beschaulicher Ort, wohnt, würde kaum "Weiler Bayern" geschrieben haben, sondern eher das damals übliche "dahier", oder "hier".
Postalisch war es aber ein Ortsbrief, der mit einer Porto Nr. 1 am 14.12.1864 dem Empfänger zugestellt wurde. Aber Gott-sei-Dank gibt es noch den Inhalt, wenn auch ein wenig verblasst:
"Doren am 13/12. 864
Werther Freund Wagus!
Auf Ihr werthes Schreiben von diesem Monat muß ich Euch berichten, daß ich von diesen benannten 100 fl (100 Gulden) nichts weiß, und das Anwesen in Batznau seit 13 Jahren nicht mehr besitze; daher wenden Sie sich an den Gläubiger welcher gegenwärtig das Anwesen besitzt. Dieß zur Nahricht mit Gruß J. Peter Gieselbrecht."
Herr Gieselbrecht ließ also einen einfachen Brief aus den österreichischen Doren ins bayerische Weiler im Allgäu (10 km direkte Linie, 17 km zu laufen/fahren) bringen, den er aber nicht der österreichischen Post übergab, sondern dort als Ortsbrief für 3 Kreuzer rheinisch aufgeben ließ. Von Österreich aus hätte er 5 Neukreuzer gekostet, also praktisch dasselbe. Leider weiß ich nicht, wann bzw. ob. Doren (heute ca. 1.000 Einwohner) eine eigene Post hatte, bzw. wo man seine Post hätte aufgeben können/sollen/müssen, aber einen österreichischen Brief mit einer Bayern Portomarke habe ich nur 2 mal gesehen und es wird davon auch keine Massen geben.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Am 10.6.1862 bemerkte die KGE Hergatz im Allgäu für ihren Kunden in Dornbirn (Österreich), dass 30 Sack Salz von Kufstein kommend heute hier eingetroffen waren, wobei man nicht vergaß, die Frachtspesen i. H. v. 37 Gulden und 24 Kreuzern zu erwähnen.
Die Abholung hatte i. d. R. innerhalb von 48 Stunden zu geschehen, weil sonst Lagergeld fällig geworden wäre, welches die Waren nur unnötig verteuert hätte.
Die Nennung des schuldigen Betrages war ebenfalls wichtig, weil sonst vom Empfänger u. U. jemand mit Abholungsauftrag geschickt worden wäre, der zu wenig Geld dabei hätte haben können und in diesen Fällen durfte die KGE die Waren nicht aushändigen und das Ganze hätte sich unnötig in die Länge gezogen.
KGE - Avise von Bayern nach Österreich sind mir nur von der KGE Hergatz bekann und auch dann reden wir nicht von Massenware.
Für die Markenfreunde unter uns - eine Platte 6, wie sie viel schöner kaum sein könnte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Hier sehen wir einen Brief aus Augsburg an Ziegler auf der Kreuzhütte, der via Waldmünchen lief und der daher 6 Kreuzer (über 12 Meilen) kostete, während ein Brief von Augsburg nach Klentsch 183 km zurück zu legen hatte und damit als Postvereinsbrief im Frankofall 9 Kreuzer gekostet hätte. Außerdem, das wird oft vergessen, durften "innerbayerische" Briefe 1 volles Loth wiegen, Postvereinsbriefe nur 1 Loth exklusive, so dass hier im Extremfall 6 Kreuzer für Bayern franko bzw. 9 Kreuzer für Bayern porto, aber bei genau einem Loth als Postvereinsbrief 18 Kreuzer für Bayern franko und 24 Kreuzer für Bayern porto angefallen wären. Schön wäre es, mal einen solchen Brief zu finden ...
Dieser hier wurde am 13.9.1853 aufgegeben und über Regensburg nach Waldsassen geleitet, wo er am 15.9. eintraf und sicher bald über die Grenze verbracht wurde.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ich kenne nur ganz wenige Briefe bayerischer Behörden in Österreich, die dort portofrei gestellt waren. Leider habe ich im Internet mal wieder nichts zu dieser bayerischen Hofcommission gefunden, aber als Googler bin ich eine Niete.
Hinten ist der Brief blank und das Siegel ist nur noch rudimentär vorhanden.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Dabei war das Datum der Ankunft eines (noch dazu) rekommandirten Briefe unter poste restante äußerst wichtig, musste man ihn doch 3 Monate lang lagern und wenn das Datum falsch war, war die interne Frist der Lagerung folgerichtig auch falsch.
Aber er scheint abgeholt worden zu sein, sonst sähen wir den Vermerk "Geschah keine Nachfrage, retour".
In Österreich war die Lagerung dieser Briefe kostenlos, in Bayern kostete sie 4 Kreuzer! Poste restante Briefe unter Chargé sind und waren nicht häufig, denn zur Abholung musste sich der gedachte Empfänger mit einem gültigen Paß ausweisen und er musste einen der ortsansässigen Honoratioren mitbringen, der die Richtigkeit des Procederes bestätigte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

In Bayern war er frei bis zur Grenze als dienstliche Armensache, in Österreich aber portopflichtig und mit 28 Kreuzern Conventionsmünze als Brief über 1/2 bis 1 Wiener Loth taxiert worden. Rückseitig sehen wir den Wiener Vermerk "Pt 29x" für "Porto 29 Kreuzer", so dass wir noch einen Kreuzer Botenlohn unterstellen dürfen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Im Inneren des Briefes wurde das Tagesdatum mehrfach überschrieben, was für Insider oft ein Zeichen ist, dass mehrere Personen an unterschiedlichen Tagen den Faltbrief vorgelegt bekommen haben und sich dann mit ein paar Zeilen darin verewigten.
Der 1. Brief im Brief, wenn man so will, fängt an mit "Liebe Tante", der 2. Brief im Brief mit "Liebe Schwester", der 3. Brief stammt "von einem theuren Freund" und der 4. Brief ist auf Ivrit (Aramäisch) geschrieben, also wohl jiddisch, was ich leider nicht mal im Ansatz lesen kann; jedenfalls gehe ich stark davon aus, dass sich 4 Personen Anfang Juli 1860 in Wien zusammen taten, diesen einen Brief zu fabrizieren, der mit 15 Neukreuzern über 20 Meilen in den Postverein aber immer noch einfach wog.
Leider ist das Format über A3 groß, so dass selbst mein Scanner überfordert wäre ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch



Am 27.1.1873 abgesandt, erreichte er am Folgetag sein Ziel, das wunderschöne Wien. Dass er so so wohlbehalten aufbewahrt wurde, verdanken wir einem weitsichtigen Menschen, oder eine tollen Firma. Einen Zweiten dieser Art wird es wohl so schnell nicht wieder geben.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Ich habe den Beleg teilweise aufgeklappt, so dass die Ankunft zu sehen ist.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Die Entfernung Nürnberg - Passau betrug 198 km in direkter Linie, was 26,5 Meilen entspricht, somit lag der Brief in der Entfernungsstufe über 24 bis 30 Meilen bis zur Grenze.
Ein einfacher Brief ohne Muster hätte hierfür 10x gekostet, bezahlt wurden siegelseitig 15x. Grund für den Brief war die Bestellung von 1.000 Maultrommeln, jedoch wollte man erst ein Muster derart nach Steyr schicken, dass Voith sie auch richtig nachbauen konnte. Weil eine (absichtlich defekt gemachte) Maultrommel nicht in einen Brief passt, dürfen wir hier unterstellen, dass sie dem Briefe anhing, auch wenn das nicht expressis verbis vorne notiert wurde.
Nach der Vorschrift des Reglements vom 1.12.1810 kosteten bei frankierter Aufgabe (doppelter Frankozwang) nur die Hälfte des tarifmäßigen Frankos, wenn der Brief, der angehängt war, bis 1/2 Münchener Loth wog, also einfach war. Das traf hier zu. Demnach kostet ein einfacher Brief MIT Muster ohne Wert 5x, 7,5x, 10x, 12,5x bzw. wie hier 15x bis 2,5 Loth.
Österreich taxierte ihn mit 20x CM mit dem Hofkammerdekret vom 1.6.1817 über 6 bis 9 Poststationen korrekt in der 4. Gewichtsstufe ohne Musterermäßigungsanerkennung.
Liebe Grüsse von bayern klassisch



Statt von Hof über Bayreuth, Weiden und Regensburg nach Straubing zu laufen, lief sie tatsächlich von Hof über Eger (heute: Cheb) in Österreich am Folgetag um 09.00 Uhr früh, um dann wieder nach Bayern über Weiden und Regensburg nach Straubing zu gelangen.
Aus Überlastung war eine Ankunftsstempelung in Straubing offensichtlich nicht möglich - schade! Ein weiteres Poststück dieser Art kenne ich nicht - und ich LIEBE diese österreichischen Ministempel, von denen ich gar nicht genug bekommen kann - nur sind sie halt auf bilateralen Briefen von/nach Bayern auch nicht gerade häufig.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Leider ist das Tagesdatum nicht lesbar und auch das wenige im Inhalt ergibt keine Aufschlüsse. Da deutsch über 20 Meilen waren 15 Neukreuzer tarifgerecht. Siegelseitig könnte ein schwacher Stempel sein, aber auch nur ein Abklatsch.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Verfasst wurde er am 30.12.1848 in Frankfurt am Main von dem Abgeordneten Heinrich Reitter mit Postaufgabe am Folgetag und gerichtet war er an seine werte Frau Mutter, Therese von Freyßmuth in der Zeltnergasse 562 in Prag. Der Absender notierte oben "Portofreiheit für den Abgeordenten Reitter in Frankfurt a/m".
Bei Frankobriefen, also Briefen, die ihre jeweiligen Empfänger nichts kosteten, wurde in FFM stets in roter Farbe gestempelt - hier griff man aber zu schwarz, was dokumentierte, dass der Brief nicht "frei" war. Am 1.1.1849 lief er mit dem Frankfurter Briefepaket in Würzburg ein, wo ihn siegelseitig ein blauer Zweikreisstempel erwartete und Bayern den Brief nicht taxierte, sondern nach Prag weiterverpackte, wo er am 4.1.1849 wohl auch ankam. Der waagrechte Rötelstrich verdeutlichte die Portofreiheit, so dass man nichts in Prag für seine Auslieferung zahlen musste.
Der Inhalt besteht aus 7 Seiten fast in A3 und es muss, wegen einer weiteren, inneren Siegelung, noch ein weiterer Brief eingelegt worden sein, aber es gab keine Gewichtsbegrenzung für dergleichen Briefe der Abgeordneten der Nationalkammer, daher war das wohl nicht relevant.
Zum Absender aus wikipedia [1]:
Es gibt m. W. nicht viele Briefe von Abgeordneten Österreichs, die ausweislich von Stempeln über Bayern liefen, daher konnte ich mich hier nicht zurückhalten, denn für meine Bayern - Österreich - Transite - Sammlung passt er hervorragend.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Reitter


Liebe Grüsse von bayern klassisch

ein Brief, der am 14.1.1814 (schön zu sehen, dass der Schreiber noch 1813 zu schreiben gewohnt war!) aus dem wunderschönen Prag sollte an die hochgräfliche castellsche Credit Cassen Administration in Castell eingeschrieben versendet werden - aber man scheute sich, die vor Ort zu tun (Defraudation = Postbetrug zum Schaden der k. k. Postverwaltung), sondern schmuggelte ihn nach Nürnberg, wo er 4 Tage später unfrankiert auf seine Reise ging. Unter der Reco-Nummer 2 wurde er mit 8 Kreuzern taxiert, die der Empfänger zu zahlen hatte, allerdings musste man in Nürnberg 4x für die Recommandation ausgeben und auch der frontseitige Vermerk "über Possenheim Chargé" scheint mir eher in Nürnberg, als in Prag angebracht worden zu sein. Den Rötelkrüppel hinten könnte man als eine 12 halten, die dann auf 13 verbessert wurde. Addiert man zu den 8x Porto noch die 4x für die Einschreibung und 1x Botenlohn, käme man auf 12 bzw. 13x - aber das ist nur geraten, weil man es nicht wissen kann (es sei denn, man hätte noch mehr Briefe aus dieser Korrespondenz vorliegen).
In jedem Fall ein außergewöhnlicher Brief mit Rötel-Klärungsbedarf und gerade mit der ungewöhnlichen Chargierung etwas ganz Besonderes.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Bei korrekter Aufgabeweise in Wien (Postgesetz, Postzwang) hätte der Wiener 15 Neukreuzer zahlen müssen, die paritätisch 11 Kreuzern rheinisch entsprachen - so nur 3 Kreuzer rh., also eine satte Ersparnis von 8 Kreuzern rheinisch, eingem guten Mittagessen damals.
Die Firma Spengelin druckte hinten sogar ihren eigenen Firmenstempel ab, für den Fall, dass die Empfängerfirma die Annahme verweigern würde. Sicher ist sicher !
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Am 07.12.1854 wurde in Einsiedl ein Brief "An Wohlgeboren Herrn Herrn Andreas Paules Hopfenhändler in Pommelsbrunn bei Her??bruck in Baiern" aufgegeben.
Siegelseitig Transitstempel von 07.12. von M...enbad (Marienbad?), 08.12. von Eger, 09.12.Wernberg und 10.12. von Sulzbach.
Obwohl die Entfernung deutlich über 20 Meilen beträgt scheint die Unterfrankatur von nur 6 Kreuzer unbeanstandet durchgeschlüpft zu sein.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Frankiert wurde er tarifgerecht mit 15 Neukreuzer für einen einfach schweren Brief über 20 Meilen Entfernung.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf



Ich konnte auf einer Auktion eine Aufgabs-Recepisse der k. k. Telegraphenstation Wien vom 3.5.1874 schnappen für ein Telegramm von dort an Dr. Volz in München im Wert von 5 Neukreuzern mit der Unterschrift des Absenders und des Postbeamten. Das Telegramm von 11 Uhr Mittags kostete 2 Neugulden (200 Neukreuzer) und war somit nicht gerade günstig. Unter der Nr. 22 wurde es in einem Manual erfasst.
Es wäre schön mehr solcher feinen Vordrucke zu sehen, die mit Bayern in Verbindung stehen (bis 1875), aber ich fürchte, viele wird es nicht geben.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Darüber hinaus stempelte man in Kempten mit dem Mühlradstempel etwas nachlässig und setzte gegen dieses Versäumnis noch einen 2. Mühlradstempelabschlag zentrisch hinzu.
Die Beförderung fand mittels des sog. "Lechtalbotens" statt, der 2x rheinisch vom Empfänger für seine Mühewaltung einstrich und wie immer mittels Bleistift in seiner Joppe quittierte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Brief mit 3+6 Kreuzer und Mühlrad 394 (wenn ich das richtig entziffere) von 1854, Stempel Wolfratshausen | 5 | 10, Durchgangsstempel Innsbruck | 7. OCT:, Ankunftsstempel ALA TIROLO ITAGLIANO | 9 | OTTO, geschrieben von Figlia (=Tochter) Ottilia in Beuerberg an "Alla nobile Signora la Signora Fanny de Taddei nata Alpruni a Ala di Roveredo" [1], Anrede "Mia diletta Mamma" (Meine geliebte Mama).
Die 3 Kreuzer nehme ich an ist ein Randstück, aber unten verschnitten. Die 6 Kreuzer klebt darüber (bei uns sagt man Treppenfrankatur) obwohl rechts noch ausreichend Platz gewesen wäre die Marken nebeneinander zu kleben. Oberhalb der Marken sieht man dass der Brief etwas ungewöhnlich gefaltet wurde, die Ecken wurden eingefaltet, deshalb endet der Innsbruck-Stempel dort recht abrupt und geht im unteren Bereich des Briefes weiter.
Ich mag auch den Stempel "ALA TIROLO ITAGLIANO" (ja wirklich ITAGLIANO) [2] - da hat wohl jemand seiner Ignoranz ein Denkmal gesetzt.
Liebe Grüße,
Harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ala_(Trentino)
[2] https://en.wiktionary.org/wiki/itagliano
Aufgegeben am 01.04.1864 am Bahnhof Augsburg ging es an "Herrn Casper Ritter (in) Egg by Bregenz". Die Entfernung beträgt ca. 17 Meilen und so reichten auch die 6 Kreuzer aus. Siegelseitig schlechter Stempel von Bregenz.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
PASSAU | 27 | AUG. | 08 | a 6-7 N | 3
28.8.08 | KALKSBURG | 1-2N
LINZ 1 | 29 VIII.08 XII- | * 4 ? *
31.8.08 | KALKSBURG | 7-8V
Warum wurde der Brief nach Linz nachgesendet, und von dort wieder nach Kalksburg retourniert? Ich kann es mir nur so erklären, dass der Pater zum "Kollegium Aloisianum" auf dem Freinberg in Linz abgereist war und der Brief aufgrund der Anweisung "Bitte nachschicken, wenn verreist" links unten eben nachgeschickt wurde, aber als der Brief in Linz angekommen ist, der Pater schon wieder auf der Rückreise zum Kollegium Kalksburg war.
Inhalt nachstehend, beschäftigt sich eher mit Kirchenangelegenheiten, aber im Nachsatz kommt auch die Philatelie zu Wort.
Liebe Grüße,
harald
Transkription:
Nach Kalksburg bei Wien N.Ö.
Kalksburg bei Wien (blau)
R.P. (Reverendus Pater = Ehrwürdiger Vater) Velies S.J. (Societas Jesu = Gesellschaft Jesu, Ordenskürzel der Jesuiten)
Custos des Kunstkabinets
im Pensionate zu Kalksburg
bei Rodaun
bei Wien
Linz. O.Oe.
Freinberg
Bitte nachschicken, wenn verreist (violett)
Freudenheim bei Passau
27 Aug 1908
Hochwürdiger Pater Velies!
Ihre Einzelheiten über die hl. Gisela habe ich dem hiesigen Herrn Generalvikar übergeben, der hierfür sehr danken lässt. Die Anfragen nach Stuhlweissenburg, seitens des Ordinariates von Passau, haben ergeben, dass dort im Direktorium nichts über die h. Gisela vorkommt. Man wird aber wohl alle Ordinariate Ungarns befragen müssen, bevor man sicher schliessen darf, nirgendwo die hl. Gisella anzutreffen in den Ungarner Direktorien. Bei einem solchen negativen Resultate bleibt dann noch der Weg zu einem Nachweise der "unverdenklichen Verehrung". Dabei wäre man aber nicht allein an die Passauer Prozessionen oder Wallfahrten angewiesen. Die Wiener Bemuhüngen, diese Wallfahrten aus Ungarn nach Passau zu unterdrücken, finden sich hier im Ordinariate noch vor. Die Prohibit(o)rin will sicher wissen, dass der Leib der hl. Gisela nach Ungarn gekommen sei, während Passau einen Arm des hl. Emmerich besitze. Das Ordinariat hat damals, wie die Akten ausweisen, beide Zumutungen entschieden abgewiesen, und die Wallfahrt nach wie vor zugelassen.
Die nachträglichen Mitteilungen des Untersuchungs-Ant???lagen sind durchaus positiver Art: Weibliche Person, hohes Alter, Skelett vollständig und die einzelnen Stücke zu einander gehörig, Alles recht vollständig erhalten, Knochenkrankheiten ausgeschlossen, Zeit um 1000 bis 1200 wahrscheinlich.
Wenn Sie also noch bei Ihrer Ungarnfahrt etwas hören bzgl. der G. Verehr., so schreiben Sie es mir doch nach Feldkirch, oder auch an den Herrn Generalvikar Dr Alteneder in Passau direkt; man ist für jede Mitteilung sehr dankbar.
Die engl. Fräulein hier würden recht gerne Sie einmal hören, und aus Ihren Sammlungsstücken sehen u lernen welche Frauenarbeiten, von Hand gemacht, aus früheren Zeiten (gestrichen: betreffen) vorliegen.
Besten Gruss inzwischen; ob Sie Ihren Künstler in Hall vermögen eine Photographie von seiner "Rosenkranzkönigin" machen zu lassen, ist noch wohl unsicher; wenn es dahin kommt, möchte ich um ein Bierchen gebeten haben.
Ganz ergebenst u. mit Hochachtung der
Ihrige
Jos. Paffrath S.J.
B. Die Ungarischen "Bauernhäuser" werden Sie doch nicht vergessen; wenn Sie eine kleine Anzahl "Jubiläumsmarken", welche schon benützt und gestempelt sind, übrig hätten, so wäre mir das sehr lieb. Ein kleiner Neffe im Rheinland bettelt bei mir um diese Dingerchen.
Gruss J.P.
Ab dem 1.1.1868 war der DÖPV mit seinen 3 Entfernungsstufen (Rayons) Geschichte und einfache Briefe kosteten nur noch 3x unabhängig von der Entfernung. Schwere bis 15 Loth kosteten 7x, aber 6 und 9 Kreuzerbriefe gab es nicht mehr. Aber 12 Tage nach Einführung der neuen Tarife war das noch nicht jedermann geläufig - daher suchte ich einen Januar 1868 Brief von Bayern nach Österreich (und die Gegenrichtung suche ich auch schon lange als 15 Neukreuzer-Brief, habe aber noch keinen gefunden), der die Gebührenmoderation schön zeigt.
Und nicht vergessen: Unterfrankierte Briefe sind schön und interessant, aber überfrankierte weitaus seltener.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

1812 Brief vom königlichen Landgericht Brixen an das Landgericht Enneberg mit rotem Stempel "BRIXEN R.4.", innen bayrischer Gebührenstempel zu 3 Kreuzer


1812 Brief aus Meran an das königliche baierische chriminal-Commissariat (wenn ich das richtig entziffere) in Innsbruck, roter Stempel "MERAN R.4."
Da zu dieser Zeit Stempel in Österreich noch die Ausnahme waren, wurden die bayrischen Stempel jahrelang weiterverwendet, nachdem die Gebiete 1816 an Österreich zurückfielen.

1817 Brief vom k.k. Stadtgericht Salzburg nach Schloss Hadersdorf mit schwarzem Stempel "R.4.SALZBURG", innen österreichischer Konstrollstempel und Gebührenstempel zu 3 Kreuzer
Weiterverwendung des R.4.BRIXEN 1816 und 1822:

Weiterverwendung des R.4.INNSBRUCK 1831:
Somit hatte die bayrische Post deutlichen Einfluss auf das österreichische Postwesen.
Liebe Grüße,
harald
[1] https://www.songtexte.com/songtext/peter-alexander/wie-bohmen-noch-bei-osterreich-war-g63e01217.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_M%C3%BCnchen_(1816)
viele Briefe gab es wohl eher nicht - weder in der VMZ, noch der Kreuzerzeit, noch der Pfennigzeit, wenn ich nicht irre. Daher freue ich mich diesen der Firma Max Wüstner aus Riezlern im Kleinwalsertal zeigen zu können, der, da das Kleinwalsertal in Österreich nur über Bayern zugänglich war, eine bayer. 15 Pfg. Frankatur zeigt auf einem einfachen Brief vom April 1919 an Eduard Lobeck in Herne/Westphalen. Hinten blank, aber das tut der Besonderheit keinen Abbruch.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Eine Besonderheit war die Tatsache, dass im 105. VO- und Anzeigeblatt vom 4.10.1872 auf Seite 642 (s. Anlage) der Postexpeditioin Grabenstätt 8 Orte in der Nähe als Bestellbezirk zugewiesen wurden, zuvor also die Bedienung dieser Orte hinsichtlich der postalischen Gegebenheiten von der Postexpedition Übersee (damals 240 Einwohner) gehandhabt wurde. Da der Brief aber vom 8.6.1872 datiert, muss es schon vorher eine Regelung gegeben haben, die wir nicht kennen, denn der Aufgabestempel von Grabenstätt der Type 22 entspricht der einer Postexpedition und ist kein Postablagestempel. Peter Sem schreibt in seinem Handbuch der Entwertungen 1849-1875 auf S. 98 zu Grabenstaedt: "Postablage ab 1.7.1861 (Exp. Übersee). Möglicherweise 1870 aufgehoben und 1871 wiedereröffnet. Am 1.10.1872 zur Exp. erhoben". Hier wird also noch zu forschen sein.
Aber zurück zum Brief: Am 8.6. war er in Übersee, um am 9.6. im österreichischen Bruneck (Einwohner damals 1878) aufzuschlagen (wundervoller Fingerhutstempel). Dann wurde er dort umverpackt in ein Briefpaket nach Lienz (damals 2111 Einwohner, auch ein herrlicher Fingerhutstempel), wo er am Folgetag ankam. Von dort aus lief er wieder zurück nach Abfaltersbach (Einwohner damals 404, sehr schöner blauer Ortsstempel mit 2 Bruchstrichen), wo er noch am selben Tag ausgeliefert wurde.
Der Inhalt ist unspektakulär: "Chieming, 8. Juni 1872 Euer Hochwürden; Nach dem Zeugniß des Bruders von Joseph Hartl ist dieser wirklich ledig. Ob derselbe schon 15 Jahre von seiner Heimathspfarrei abwesend ist und an verschiedenen Orten sich aufhält, so bedarf es einer Verkündung in Bayern wohl nicht.
Mit Hochachtung besteht J(oseph). Gallinger, Pf(arre)r."
https://www.heimathaus-chieming.de/heimatpflege/
C3%96sterreich/@47.3398174,11.9344844,9.08z/data=!4m32!4m31!1m5!1m1!1s0x47775df33af9ab35:0xabab5e14dd85353b!2m2!1d12.76272!2d46.82769!1m5!1m1!1s0x47766fb0913a38b7:0xbaae289e2f4e0608!2m2!1d12.5411394!2d47.8510718!1m5!1m1!1s0x47766c27cdb84d5b:0x41d25a40937aca0!2m2!1d12.4808144!2d47.8176406!1m5!1m1!1s0x477820248c399b5d:0xd8900fe4ef7e1829!2m2!1d11.9380416!2d46.7965736!1m5!1m1!1s0x47777d5b889bd9ab:0x79cffac3745644cc!2m2!1d12.528068!2d46.7585213!3e0" target="_blank">https://www.google.de/maps/dir/Lienz,+%C3%96sterreich/83355+Grabenst%C3%A4tt/%C3%9Cbersee/Bruneck,+Autonome+Provinz+Bozen+-+S%C3%BCdtirol,+Italien/Abfaltersbach,+%C3%96sterreich/@47.3398174,11.9344844,9.08z/data=!4m32!4m31!1m5!1m1!1s0x47775df33af9ab35:0xabab5e14dd85353b!2m2!1d12.76272!2d46.82769!1m5!1m1!1s0x47766fb0913a38b7:0xbaae289e2f4e0608!2m2!1d12.5411394!2d47.8510718!1m5!1m1!1s0x47766c27cdb84d5b:0x41d25a40937aca0!2m2!1d12.4808144!2d47.8176406!1m5!1m1!1s0x477820248c399b5d:0xd8900fe4ef7e1829!2m2!1d11.9380416!2d46.7965736!1m5!1m1!1s0x47777d5b889bd9ab:0x79cffac3745644cc!2m2!1d12.528068!2d46.7585213!3e0
Ich liebe solche Briefe - zum Preis einer Pizza bekommt man soviel dafür, dass man dankbar sein muss, dieses Hobby zu pflegen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Am 8.11. war er in Stein an der Traun (heute: Traunreut) und kam wohl noch am selben Tag in Trostberg an.
Leider ohne Inhalt, aber durch die Stempel gut zu identifizieren.
Ich mag diese "langweiligen" Dienstbriefe sehr - sie kosten wenig, sehen gut aus und zeigen, was sonst schwer zu belegen wäre, die damaligen Leitwege beim Postaustausch. Was will man mehr?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Text: Brief erhalten. Alles in bestem Wohlsein. Joseph kommt erst morgen Nachts. Bei Tante Agnes ist Alles noch beim Alten. Die Miezen befinden sich wohl, dieselbe gehen Morgen fort & kehren Abends wohlbehalten heim. Heute wird die alte Großtante (Gruber) beerdigt. Gestern wurde der St. Martin´s Kirchner Bayerlein begraben, sonst nichts Neues von Belang.
Deine Grüße wie die von Fräulein Wimmer soll ich bestens erwidern & indem ich beide Herrschaften im besten Wohlsein schätze, bleibe ich unter vielen Grüßen dein dich liebender Bruder Fritz.
Bamberg, den 4. September 1875."
Tja, wären unsere 3 Miezen hier nur mal so nett wie die in Bamberg des Jahres 1875. Aber man kann nicht alles haben - poste restante und wiederkehrende Miezen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Heute zeige ich die eierlegende Wollmilchsau Venetiens mit einer Drucksache aus dem wunderschönen Venedig vom 8.1.1860 (da war die Lombardei schon weg) an die Expedition der Allgemeinen Zeitung in Augsburg, wo man großzügig auf einen Abgabestempel verzichtete. Der Vermerk könnte darauf schließen lassen, dass sie am 13.1.1860 in Augsburg zugestellt worden und am 17.1.1860 beantwortet worden war.
Dazu kommt eine Chiffre MC N. 77, weswegen ich davon ausgehe, dass in der Augsburger Allgemeinen einer unter dieser Chiffre eine Anzeige schaltete und der Venezianer sich auf diese bezog.
Der Inhalt ist aber auch nicht ohne, denn die Drucksache selbst datiert vom 2.2.1857, muss also fast 3 Jahre lang "gelegen" haben, ehe sie zum Einsatz kam. Das Attest vom 26.10.1996 füge ich bei.
Es ist die bisher einzige Drucksache, die ich von Venetien nach Bayern kenne. Die Frankatur von 2 Soldi entsprach noch dem DÖPV-Tarif (also ohne die Leitung über die Schweiz, die theoretisch möglich war bis Mai 1859). Sie war gleichwertig mit 2 Neukreuzern, also dem Standardtarif aus Österreich ab 1.11.1858 nach den Orten des DÖPV. Eigentlich müsste es heute noch Hunderte von ihnen geben - aber das ist nur die graue Theorie und auch 600 Euro Katalogwert sind ja nun kein Beweis für eine Weltrarität.
Gerne wüsste ich, auf welche Annonce man sich in Venedig bezog - aber das heraus zu bekommen, überlasse ich wohl einem Anderen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Die Besonderheit liegt im knapp 3 Jahre lang verwendeten M: Auslage - Stempel von München, der 29 Kreuzer rheinisch als Taxe von Verona zeigt, die in München oder Passau mit Rötel unterstrichen wurden nach dem Postvertrag Bayern - Österreich vom 1.10.1842 und erstmals ein Gemeinschaftsporto anzeigten, welches halbscheidig zu teilen war (auch wenn das bei einer ungeraden Zahl ohne Bruch nicht geht, aber auf dem internen Verrechnungswege ging es natürlich) über 1-1,5 Loth.
Dieser Auslagestempel ist nicht häufig, trotz München als Hauptstadt, weil man dort sehr gerne ohne ihn arbeitete.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Aber Armensachen waren in Österreich nicht portofrei, so dass man 16 Kreuzer Conventionsmünze siegelseitig notierte.
Die Basis war ein Schreiben von Wien vom 4.12.1815 in einer Alimentierungs-Sache nach Uffenheim, welche sich aber dann von Uffenheim nach Hohenlandsberg abzugeben anbot. Hierin bezog man sich auf einen Anspruch einer Frau Schneider aus 1814 über die Höhe von 3 Thalern, dem man stattgegeben hat.
Alles nicht so einfach damals, aber sicher einfacher als heute.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Frankiert mit 9 Kreuzer (angeblich Michel 5c/III), Mühlrad 372 und Stempel WALLERSTEIN | 29 | 5, Absender Frl Emilie Steck, adressiert an Signora Paolina Schaefer, raccomandato al Lloyd austriaco in Trieste, frco (=franco).
Was ist mit "raccomandato al Lloyd austriaco" gemeint? Entspricht das postlagernd, nur halt im Lloyd-Büro?
Liebe Grüße,
harald

heute darf ich von einem in Mülheim an der Ruhr ansässigen Auktionshaus einen feinen Brief zeigen, der in mehrfacher Hinsicht interessant ist, nicht nur auf postgeschichtlicher Basis.
Verfasst wurde er am 20.2.1856 in Altdorf bei Nürnberg von Wilhelm Holz, genannt Vestner und gerichtet war er an Herrn Wilhelm Nadler in Pesth. Bei unter 1 Loth und über 20 Meilen war er treffend mit 9 Kreuzern frankiert. Siegelseitig erkennen wir, dass er nicht direkt nach Österreich-Ungarn geleitet wurde, sondern erst über Sachsen - Bodenbach - Prag usw. sein Ziel in Ungarn erreichte (Bodenbach 22.2. und Pesth am Folgetag, wobei das schon eine außergewöhnliche Entfernung und Leistung 1856 war, Chapeau!).
Im Inhalt lesen wir: "Ich verdanke Ihre werthe Adresse einem meiner Freunde & da ich gesonnen bin, mich jetzt nach anderweitiger Placirung umzusehen, so erlaube ich mir, Ihnen meine ergebensten Dienste anzubieten.
Meine vierjährige Lehrzeit habe ich in dem Colonialwaaren & Speditions-Geschäfte der Herren Frey & Ringler in Regensburg bestanden & mein kaufmännisches Examen mit dem besten Erfolge gemacht. Ich bin im Stande deutsch & französisch zu correspondiren, Bücher zu führen, sowie andere Comptoir- & Magazin - Arbeiten zu verrichten.
Sollten Sie nicht selbst in dem Fall sein, mein Offert geflissentlich berücksichtigen zu können, so ersuche ich Sie, mich gefl. bei anderen Häusern zu recommandiren, oder mir Jemanden aufgeben zu wollen, der sich dorten mit Placements beschäftiget.
Ich sage Ihnen im Voraus einen verbindlichen Dank dafür & habe die Ehre, mich Ihnen mit vollkommenster Hochachtung zu empfehlen.
Ihr Ergebenster Wilh. Holz, genannt Vestner per Adresse A. Hilz genannt Vestner."
Seitlich hat der Absender später folgenden Vermerk angebracht: "Eingetreten am 5. Mai 1856 mit fl. 500 (500 Gulden) jährlichem Salair ohne weitere Vergütung".
1. Die Leitung über Bodenbach war zwar ein großer Umweg, aber sie fand nur über die Bahn statt und daher i. d. R. 2 Tage schneller, als auf andere Weise.
2. Interessant zu sehen, was ein besserer Angestellter verdiente damals - 500 Gulden im Jahr war etwa das Gehalt eines Postexpeditors.
3. Aliasnamen belegbar aus Briefen des Trägers selbst habe ich zuvor noch nie gesehen - wieder etwas dazu gelernt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

1842 Triest nach Tittmoning, geleitet über Frankreich und fast einen Monat unterwegs
Stempel:
TRIEST | 11 | APR | 1842 | Franco
FRANCO GRENZE
LI (Lettre Italienne)
AUTR. | 19 | AVRIL | 42 | 2 HUNINGUE 2
I | 21AP21 | 1842
MÜNCHEN | 6. MAI 1842
Der vorletzte Stempel erinnert mich an englische Stempel, aber England wäre doch ein ziemlicher Umweg, wo wurde der abgeschlagen?
Danke,
harald
Der Absender zahlte bis zur bayer. - österr. Grenze 6 Kreuzer Conventionsmünze hinten, weil der Brief noch dem Grenzfrankozwang unterweofen war (PV BY - Österreich vom 1.5.1819). Das vorderseitige liegende X war also missbräuchlich zu verstehen, weil er gar nicht erst durchfrankiert werden konnte.
Bayern setzte in München 16 Kr. rheinisch als Transit an (bis 1/2 Münchener Loth) und Taxis (hier: FFM) in ähnlich bläulicher Tinte wie damals eigentlich immer Nürnberg für die Strecke ab Aschaffenburg bis Mainz weitere 6 Kr. rh., so dass der Empfänger total 22 Kr. rh. zu zahlen hatte.
Leider habe ich zum Absenderort Rigarting und zu Herrn Wolfanger dort im Netz nichts gefunden.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

In Bozen erhielt er den Stempel "VON BOTZEN" (Feuser Nr. 401-1), der einst 1806 von Bayern angeschafft worden war und hier weiterverwendet wurde.
Leider kann ich den Inhalt nicht gut lesen, meine aber erkennen zu können, dass diesem Brief aus Verona noch ein, oder mehrere andere Briefe beigeschlossen waren. Vlt. kann ein Kenner der ital. Sprache dies überprüfen? Wenn ja, wäre es natürlich toll.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
No 8120 Von dem k.k. Stadt und Landrechte Salzburg
544.
An
den löblichen Magistrat der Haupt u. Residenz
Stadt
Wien
In civili. (Privatangelegenheit)
fr: tutto (franco tutto = alles bezahlt)
d. 20. Xbr 832 (=20.12.1832)
34
Stempel:
R.4.SALZBURG | 18 DEC. 1832 (bayrische Stempeltype)
FRANCO | 18 DEC: (rot)
Trockensiegel K:K: STADT U LANDRECHT SALZBURG
Aber hat der Brief - abgesehen vom bayrischen Stempel - noch was mit Bayern zu tun? Der Versuch den Inhalt zu entziffern hat fast mehr Schmerzen verursacht als der Zahnarztbesuch Anfang der Woche, aber da musste ich durch.
No 8120
Note.
Auf Ansuchen des k.b. Landgerichts Tittmoning
vom 5/26 v. ?Mts? (Monats?) wird das löbliche Magistrat er"
sucht, dem Magistrats Secretär Joseph Pichler, und
die ?? Amberg geb. Pichler Franzs Haaus"
meisters Gattin in der Schönen Laterngaße (=Schönlaterngasse Wien)
N. 674 ersten Stokes wohnhaft, zu eröffnen, daß
sich die J???, welche an den Naalaß (=Nachlass)
des verstorbenen Pfarrers Michael Pichler zu
bay k.B. Landgerichts Tittmoning einen Ausg???
zu machen haben, an das k.bayer? Land= und
Stadtgericht zu München wenden sollen, wohin
die Naalaßakten un???he abgegeben worden
seyen.
Salzburg den 1? Dezember 1832
An den löbl. Magistrat der Haupt= und Residenzstadt
Wien
Und wieder sieht man, Bayern und Österreich sind enger verknüpft als man denkt.
Liebe Grüße,
harald
Liebe Grüße,
harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/William_S._Hart
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Gene_Autry
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Mix
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Roy_Rogers
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Micheaux
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Kolumbus

Über Untersteinach kam er in Wien am 9.11. an, wobei da etwas nicht stimmen kann - vlt. ein Stempelfehler und es war der 9.12.? Kann das jemand rektifizieren?
Wie dem auch sei, strich man in Wien "poste restante" und notierte "Hotel Stadt Frankfurt", ohne auf nähere Umstände einzugehen.
Zum ehemaligen Hotel Stadt Frankfurt habe ich dieses hier gefunden - ein Laden der besseren Art [2].
Hinten lese ich "Jürgens, pr Control-Forstbuerau", aber das muss nicht unbedingt stimmen. Eventuell hat der Empfänger sich einige Zeit seine Post nach Wien poste restante schicken lassen, ehe er ein dauerhaftes Quartier im Hotel Stadt Frankfurt dort bezog und der Post bescheid gegeben, auch poste restante gestellte Sendungen an ihn nach dort austragen zu lassen.
Die Kombi von poste restante und Zustellung in denselben Ort hatte ich bisher noch nicht, aber es gibt ja für alles ein erstes Mal.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_von_Lerchenfeld
[2] https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zur_Stadt_Frankfurt_(1,_Seilergasse_14)

"In der Beilage übersendet das Comptoir die Quittung über die mit geehrter Zuschift ddo. 16. dieses Monats No. ??? anher übermittelte Insertions Gebühr pr. 2 Gulden 20 Kreuzer mit dem Bemerken, daß die zuzusendenden Belege, welche im ersten Schreiben nicht verlangt wurden, 1 Gulden 9 Kreuzer kosten, welcher Betrag gefälligst franko anher übermittelt werden wolle, worauf die Zusendung der Belege unverzüglich erfolgen wird. Rambach."
Da war also einiges schief gelaufen zwischen Würzburg und der Wiener Zeitung. Würzburg wollte/sollte/musste in Wien etwas inserieren und schrieb Wien an (Frankobrief). Wien antwortete (Portobrief), dass dies 2 Gulden 20 Kreuzer CM kosten würde (also plus 20% mehr, als die rheinische Währung) und Würzburg wollte es so und zahlte (Frankobrief). In diesem Brief hatte man aber vergessen Wien aufzufordern, entsprechende Belege nach Würzburg zu schicken, so dass nach diesem Brief hier ein Weiterer frankiert nach Wien mit einem Inhalt von 1 Gulden 9 Kr. CM (wieder plus 20% währungsbedingt) verschickt werden musste (Wertbrief). Nach dessen Erhalt in Wien sollte dann ein (hoffentlich!) letzter Wiener Brief mit den angeforderten Schreiben irgendwann unfrankiert in Würzburg einschlagen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch, bei dieser Konstellation hier unwillkürlich an die EU denken müssend


Der 1. datiert vom 11.4.1860 an Mathias Thurnherr und zeigt uns mit Rötel noch einen Cito-Vermerk, der allerdings postalisch keine große Rolle spielte.
Siegelseitig sehen wir den Transit durch Bregenz vom selben Tag und die Ankunft am Folgetag in Dornbirn.
Text: "Es sind wieder 26 Säck Salz hier mit 33 Gulden 3 Kr. Fracht p.p.
Eine Kupferschale oder sonst dergleichen ist nicht dabei.
Freundlichen Gruß!
Gez. Unterschrift."

Der 2. datiert vom 5.5.1862 an denselben Empfänger, jetzt mit dem Text:
"P.P. 25 Säcke Salz sind von Kufstein hier für Sie eingetroffen 31 Gulden 10 Kreuzer.
Hochachtung,
gez. Unterschrift."
Hier hat man großzügig zu einer Bogenecke gegriffen, was die Sache nicht schlechter macht und auch der offene Mühlradstempel 196 ist keine Massenware.
Die KGE in Hergatz hatte also ein Verhältnis mit dem Empfänger in Dornbirn, dass sie ihn umgehend verständigen sollte, sobald für ihn Waren dort angekommen waren. Da ein Portobrief von Hergatz nach Dornbirn 10 Neukreuzer gekostet hätte (paritätisch waren das 7 Kr. rheinisch!), war es natürlich viel günstiger für den österr. Empfänger, wenn er sich mit der KGE kurz schloß und dieser ein Depositum gab, aus dem heraus sie für diese Benachrichtigungen 3 Kr. rh. Marken kaufen konnte (man war ja im selben Haus mit der Postexpedition Hergatz) und somit dem Empfänger 4 Kr. rh. pro Meldung ersparte.
Üblicherweise waren die angekommen Waren innerhalb von 48 Stunden vom Empfänger bei der KGE abzuholen, andernfalls pro Tag eine Lagergebühr erhoben worden wäre. Genau dieser Fall ist mir bis dato noch nicht unter gekommen, man hat sich also gesputet und seine Waren zügigst abgeholt, wohl auch, weil man ihrer dringend bedurfte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

ein Brief aus München vom 6.9.1840 an Bartholomeo Barodi in Genua (Königreich Sardinien) kostete den Absender die hinten notierten 9x (6x plus 3x über 1/2 bis 1 Münchener Loth).
Die Leitung über Österreich nach Sardinien war obligat ("Via di Voghera").
Die sardische Post wog ihn mit 10g (oben links) als schweren Brief und taxierte ihn mit 42 Soldi.
Wer des Französischen gut mächtig ist, kann sich gerne an der Transkription des Inhalts versuchen, mir ist da nicht viel gelungen ... vlt. ist es ja für uns heute noch interessant.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Zuerst hallt der Beamte Kullmann vorne für die Richtigkeit gezeichnet, dann aber Neuberger, warum auch immer. Aber auf der Siegelseite sehen wir, dass der Absender doch 42 Kreuzer rheinisch bezahlt hatte - dann wäre es aber keine RS gewesen, sondern eine Partei-Sache, also eine P.S.. War der Statuswechsel durch die 2. Unterschrift vorne zu belegen? Ich weiß es leider nicht, weil ich dergleichen bisher noch nicht gesehen habe ...
Weil er wichtig war, stempelte die Aufgabepost mit dem Fingerhutstempel und daneben Chargé, auch wenn der Absender diese Versandart hätte benennen sollen und vergab die lfd. Nr. 255 im Reco-Manual.
An der Grenze angekommen, war es mit der Herrlichkeit der portofreien RS vorbei und Österreich wog ihn als 6. Gewichtsstufe und taxierte ihn mit 1f 24 (unterhalb der Rötel 6, auf die wir noch zu sprechen kommen), also 1 Gulden und 24 Kreuzer Conventionsmünze. Gerechnet wurde in Österreich 14 Kr. CM je halbes Wiener Loth, also 14 + 14 + 14 + 14 + 14 + 14 = 84 Kreuzer CM = 1 Gulden 24 CM.
In Österreich erhielt er die Reco-Nr. 3, das Rötel-Kreuzer und den Zusatz Justizialsache, oder so ähnlich, was aber keinen Einfluß auf das Porto und die Behandlung hatte.
Endlich wurden in Wien am 17.5.1836 6 Kr. CM Bestellgeld notiert, die die Gesamtkosten auf 1 Gulden und 30 Kreuzer CM hätten treiben können. Aber ausweislich eines inneren Gebührenvermerks wurden für den Brief nur Kosten von 1 Gulden 25 Kreuzer CM angesetzt. Damit können die hin und wieder auf solchen Briefen auftauchenden "6x" keine individuelle Botenabrechnung der Briefe sein, sondern wohl eher eine Pauschale.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Der mit 15 Neukreuzern frankierte Brief durfte bis 1 Loth exkl. wiegen und war über 20 Meilen gelaufen - hinten zeigt er außer dem Siegel der Firma Munsch nichts. Offenbar korrespondierte die Firma Munsch, zu der ich im Internetz nicht viel gefunden habe, mit einer Verwandten in Schliersee dahin gehend, dass sie Briefe von Freunden und Verwandten einsammelte und in einem Kuvert an Herrn Furtsch schickte, in dessen Obhut sie sich wohl befand.
Dergleichen Briefe mit Briefen kenne ich von Österreich ca. ein Dutzend und es wäre schön, mehr darüber zu erfahren bzw. weitere Briefe von/nach dort zu sehen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Brief aus Leipzig vom 24.5.1847 zeigt daher den Leitvermerk "Via Augusta" = Über Augsburg, die Gemeinschaftstaxe Sachsens und Österreichs mit 12 Kr. CM und 4 Kr. CM Zuschlag für den 2. Rayon = 22 Kr. CM Gesamtporto für den Empfänger in Verona.
Am 31.5.1847 kam er an und wurde zugestellt. Dergleichen Briefe sind nicht sehr häufig.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Bei einfachen Portobriefe waren das 12 Kreuzer ( x ) Conventionsmünze (immer kassierbar im Land der Ablieferung, daher in CM zu taxieren von der Aufgabepost) Gemeinschaftsporto und 4 x CM nur für Bayern, darzustellen auf Briefen mit 4 x CM im Nenner für Bayern und 12 x CM im Zähler.
Hier hat man in Würzburg, dem vorgesetzten OPA von Miltenberg, den Auslagestempel auf dem Gemeinschaftsporto von 12 x CM abgeschlagen und darunter 4 x CM für Bayern notiert. Die von Miltenberg notierten 16x CM waren falsch, weil ohne den Split der beiden Gebühren Bayern nur die Hälfte von 16 x CM bekommen hätte, also 8 x CM. Richtig war aber die Hälfte von 12 x CM = 6 x CM und die 4 x CM als Zuschlag nur für Bayern, so dass man nun 10 x CM total zu fordern hatte. Auch brachte man in Würzburg noch den B.O.C. - Stempel an, der in Miltenberg nicht geführt wurde.
Einen bayerischen Portobrief in ein Land mit Gemeinschaftsvertrag und Auslagestempel hatte ich zuvor noch nie gesehen. Typisch Bayern eben, jeden Tag was Neues.
Am 23.4.1843 kam er in Linz an und wurde für 16x CM zugestellt. Schön zu sehen, dass es schwarze, rote und blaue Stempel damals gab.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Zu den Salzburger Stempeln habe ich aber Fragen: Sonst kenne ich nur einen Stempel von Salzburg, den des Bahnhofs, also SALZBURG. B.H.. Die genaue Stunde kann ich nicht deuten "IX. U." ? Was soll das heißen?
Der 2. Stempel von SALZBURG STADT vom selben Tag zeigt 5. F. für "5 Uhr Früh", also 05.00 Uhr.
Wenn aber der Zug aus Bayern mit der Post nach und über Salzburg einfuhr, hätte doch zuerst der Stempel des Bahnhofs abgeschlagen werden müssen, ehe man die Loco-Briefe in die Stadt brachte, wo sie dann (was ich sonst auch noch nicht gesehen habe) erneut abgestempelt wurden. Von den Stundenangaben wäre es hier aber genau anders herum gelaufen, also zuerst in der Stadt, dann zurück zum Bahnhof.
Kann jemand das erklären, oder begehe ich einen Denkfehler?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Um genau dies zu vermeiden, notierte das Kreis- und Stadtgericht München am 18.2.1841 auf einem Brief an den Wiener Magistrat unten links: "Mit Beylage. Dienstsache durchaus portofrey".
Und, oh Wunder, Österreich erbarmte sich ob dieses Satzes, fügte ein liegendes X als Zeichen der Freiheit von Abgaben bei und auch der Ankunftsstempel von Wien dokumentiert mit seiner roten Farbe die Akzeptanz der Portofreiheit (portopflichtige Schreiben wurden in schwarzer Farbe ankunftgestempelt).
Die zahlreichen Ziffern und Zahlen auf dem Brief vorne und hinten dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass er tatsächlich beiderseits portofrei belassen wurde. Viele Briefe dieser Art kenne ich nicht und weil der Briefkopf des Absenders so schön ist, will ich ihn euch nicht vorenthalten. Man vergleiche diesen mal mit heutiger, eingehender Dienstpost.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

In der Rechnung sind aufgeführt:
2 Ballen Java Caffe Netto 226 ct @ ÖWf (ÖWf = Österreichische Währung Florin = Gulden) 53 = 119 Gulden 78 Kreuzer
1 Faß Petroleum Netto 229 ct @ 17,5 = 40 Gulden 7 Kreuzer (hier hat man sogar den halben Kreuzer abgerundet, 2,29 x 17,5 = 40,075 Gulden)
Vermerk: "In oesterreichischen Banknoten zalbar."
Liebe Grüße,
harald

Heute wären das auf der Autobahn 590 km, damals aber bei der Leitung über Bodenbach und Leipzig fast 1.000 km, das war schon eine tolle Leistung (zumal die Bahn nur bis Schweinfurt lief) - aber er war halt zuvor nicht auf der Kutsche und nur so waren diese für die damalige Zeit atemberaubenden Zustellungen möglich.
Die Vermerke "via Leipzig", "via Prag", "via Bodenbach" usw. sagten alle das gleiche aus - nicht direkt versenden, sondern von Wien aus über Prag, Bodenbach, Dresden, Leizpig, Plauen und Bamberg nach Bayern zu instradieren.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Anschrift: Von dem Herzogsch. d. Coburgsch. Justiz Amt zu Rodach den Wohllöbl. Magistrat der Residenzstadt Wien
1) wurde der Brief als Teilfranko "frey bis an die Grenze" aufgegeben, hat aber ein Franco-Kreuz (statt dem schrägen Strich für Teilfranko) - warum?
2) wurde der Stempel RODACH nachgemalt und durchgestrichen, hat das einen Grund oder war das nur eine Spielerei?
Danke,
harald




Teilfrankobrief aus Salzburg vom 13.8.1839 mit kopfstehendem Sslzburg Franco und darunter 14 Kreuzer CM über Augsburg (T.B. = Transit Bavière), 7 Decimes Taxstempel und Vertragsstempel Baviere - Strasbourg 18.8.1839 nach Paris, wo der Brief für 14 Decimes ausgeliefert wurde, Bayern wurden für den Brief 7 Decimes bonifiziert.
14 Kr. CM finde ich schon sehr viel für ein paar Schritte bis zur bayer. Grenze, aber egal. Empfänger waren die Gebrüder Rothschild und am 20.8.1839 kam der Brief auch in Paris an.
Nun zum Inhalt, den ich zuvor nicht kannte und der sehr interessant ist, denn er ist in Englisch verfasst und schon die Adresse ließ mich auf eine britische Schreibschule tippen:
"Gentlemen
I take the liberty of addressing you at present to enquire whether in July 1838 I did not place in your hands a printed letter of indication from Coutts and Co signed by myself, and which I annot recollect to have seen since that time. During the last year I did not find it necessary to have it, but a few months ago I received new bills from Coutts referring to the letter of indication, and the banker here refuses to give me money without seeing it. I therefore trust that you gentlemen may still find it amongst your papers, & if so that you will be so obliging as to send it by post as early as possible to me. I shall probably leave this place in a month from the present date. I should therefore be grately obliged by receiving the letter before that time .... .. I hope that it had been my mistake retained in your hands.
I have the honor to remain ... gentlemen .... WKeith (?)
address
Madame
Madame Keith Salzburg
L´Autriche
Poste Restante."
Wer die fehlenden Textstellen ausbessern kann, bekommt einen warmen Händedruck von mir.
Wie ich es in Kurzform verstehe: Madame Keith hat eine Vorankündigung (letter of indication) wohl bei Firma Rothschild vergessen und möchte nun haben, dass die Rothschilds in ihren Unterlagen danach suchen, weil sie von Firma Coutts & Co. Rechnungen bekommt. Wenn Rothschild das Dokument finden, sollen sie es per Post an ihre Adresse in Salzburg poste restante schicken, aber sie bleibt nur noch ca. einen Monat dort.
1. Normal wäre der Brief m. W. über die Schweiz und Hüningen nach Frankreich gelangt - hier aber der T.B. von Augsburg, wobei ich dergleichen Briefe im Transit von Österreich über Bayern nach Frankreich nur aus Böhmen kannte.
2. Briefe mit poste restante - Auftrag im Innern kenne ich bisher nur eine Handvoll, keiner im Transit über Bayern.
3. Finde ich den Brief wunderschön.
Gerne lese ich eure Meinungen dazu.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Am 15.8. traf er in Wien ein, wo er den P.D.-Stempel als Zeichen der kompletten Frankatur erhielt.
Wegen der Kriegserklärung vom 19.7.1870 war er nicht mehr über Bayern, Württemberg und Baden nach Kehl/Strasbourg zu leiten, da es keine Leitung mehr nach Frankreich direkt gab, sondern über München und die Schweiz nach Paris, man nennt das eine Kriegsumleitung. Da Wien das Briefepaket mit österreichischen Briefen verschloß und eine Beutelfahne "München" applizierte, lief er natürlich auch mit bayer. Briefen, die von ganz Bayern nach München zu leiten waren, über die CH nach Paris, wo er am 19.8.1870 ankam (damals war Paris noch nicht von den deutschen Armeen eingeschlossen - das erfolgte erst zum 19.9.1870, also genau einen Monat später).
In Paris öffnete man das Briefepaket aus Wien und München und stempelte alle Briefe Baviere-Strasbourg 2 oder 3, das kann ich hier nicht mit bloßem Auge ausmachen. Österreichische Briefe hatten 25 Neukreuzer Franko aufzuweisen, Bayerische 12 Kr. rheinisch. Bei diesem hier hatte man 2 Marken zu 5 Nkr. siegelseitig verklebt - eigentlich das Zeichen für einen recommandirten Brief und neben den 3 Marken vorne wäre m. E. auch noch Platz gewesen, aber, warum auch immer, präferierte man die Aufklebung der Marken hinten - mir soll es recht sein!.
Paris leitete ihn umgehend mit der Bahnpost Paris-Bordeaux-Irun nach Süden (20.8.) und in Tarbes wurde er noch am selben Tag zugestellt.
Für mich ein in jeder Hinsicht überragendes Poststück - dazu mit dem Zielort Tarbes, wohin meine Verwandten vor ca. 400 Jahren aus Bern aus religiösen Gründen flüchteten, ehe sie sich 100 Jahre später am Rhein final nieder ließen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Der Laufweg ist siegelseitig schön zu sehen: München (kleiner Einkreise, uii!), Innsbruck, Verona und ein Distributionsstempel der 1. Tour von Verona runden das Bild schön ab.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Die Leitung erfolgte über München und Salzburg nach Graz, wo er 2 Tage später ankam.
Aber er zeigt hinten auch einen Stempel, den ich noch nie wahrgenommen hatte: "NACH SCHLUSS".
Frage: Weil der Stempel unter Salzburg steht - galt dies für Salzburg, also bekam man dort die Post aus München "zu spät" eingeliefert, so dass man ihn nicht mehr rechtzeitig weiterleiten konnte, oder erhielt der Brief diesen Stempel am 8.8. in Graz, ehe er vlt. am 9.8. erst ausgetragen werden konnte?
Hier ist der Österreich-Kenner gefragt, da ist ein kleiner Bayernsammler überfordert ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Graz habe ich gerade keinen gefunden, aber der "Nach Abgang" war der häufigste.
Liebe Grüße,
harald
heute zeige ich ein kleines Mysterium: Einen Rückschein (Retour-Recepisse) für einen Recobrief aus Trier an Herrn Baron de Schackmin d´Umbscheider in Wien. Dieser war dem Brief seinerzeit untergebunden und wurde in Wien am 16. July 1828 unter Numero 65 vom k. k. Rittmeister von Schackmin unterzeichnet und unter Wiener Reco-Nr. 404 sofort retour nach Wien geschickt.
Auf der Rückseite steht in Rötel "Nürnberg" - mehr nicht. Keine Taxen, keine Stempel, nichts.
Wer kann mir die Vorgehensweise bei der Versendung von Briefen aus Preussen mit Rückscheinen zu dieser Zeit erklären? Kann es sein, dass dieser Schein per portofreier Dienstpost nach Preussen via Nürnberg retour gelangte?
Wie verschickte Österreich damals vollzogene Rückscheine an die Absenderposten?
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Siegelseitig lesen wir folgende interessanten Notationen:
16 gestrichen, 20 belassen und 15 / 15 auch belassen.
Nun, wenn wir 15 und 15 addieren, kommen wir auf 30x rheinisch, aber die hat der Absender sicher nicht bezahlt.
Korrekt waren 15x rheinisch Gemeinschaftstaxe für Bayern und Österreich halbscheidung abzurechnen und 5x rheinisch für Bayern als Zuschlag für Briefe nach Tirol.
Eine Kombination 15 / 15 gab es nie.
Letztlich war auch die Notation von 20 falsch, auch wenn sie der Höhe nach richtig war, weil 15 plus 5 nun mal 20 sind, aber eben nicht 20x rh. halbscheidig zu teilen, sondern es war immer zu unterscheiden (in der Briefkarte, wie auf den Briefen), wie hoch die Gemeinschaftstaxe war (hier 15x) und wie hoch der nur Bayern zustehende Zuschlag (hier 5x und keine 15x).
Um potentielle Probleme bei der Tarifierung bereits im Kein zu ersticken (in Nürnberg kannte man den kleinen Ort Gröden in Tirol sicher nicht), notierte man nach Anbringen der Adresse noch: "p(er) Augsburg franco bei Klausen in Tyrol". Aber genutzt hat es wenig.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Doch was war hier los?

Die Leitung über Wien erscheint doch als heftiger Umweg?
Liebe Grüße,
harald

Selten sind solche Briefe schon und einen Beweis für die 2. Denkart kann ich zeigen aus Salzburg vom 12.2.1862. Die Firma Kasseroller (ich hätte fast lauthals lachen müssen bei dem Namen) sandte einen Brief an ihren Kunden in Nürnberg, doch 15 Neukreuzer (10,5 rheinische Kreuzer paritätisch) wollte man dafür nicht investieren. Auch ein Gang über die nahe Grenze zu Bayern sah man als kontraproduktiv an, wiewohl ein solcher Brief dann nur 6 Kr. rheinisch als innerbayerischer Brief über 12 Meilen gekostet hätte.
Nein, wenn schon sparen, dann aber richtig - also schmuggelte man den Brief nach Nürnberg, wo ihn, wohl eine Firma Röser in Nürnberg, mit 1 Kr. als Ortsbrief frankierte und der Firma Sussner, einer Bleistiftfabrik, zukommen ließ. Die Postauf- und Abgabe erfolgte am 17.2.1862, also satte 5 Tage später, aber eilig war es wohl nicht.
Briefe grenznaher Orte im DÖPV wurden gerne mal über dieselbe geschleppt, wenn man sich dadurch etwas Geld sparen konnte - ein vergleichbares Stück kenne ich nicht ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
geschrieben wurde er in Kahlenbergerdorf, gestempelt in Nussdorf am 22.04.1859 und adressiert an "Seiner Wohlgeboren Herrn J. G. Riedl auf dem Städtischen Brauhause zu Neuötting Bayern". Laut Siegelseite ging es über Wien - Linz zum Ziel. Leider fehlt ein Posteingangsstempel.
Frankiert wurde er mit 15 Neukreuzer, also alles richtig.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Aber die wurden gestrichen, von wem auch immer (Kartenschluß Regensburg - Wien, da lagen also keine Kontrollen mehr dazwischen, so dass ich unterstelle, dass dies noch in Regensburg gestrichen wurde, was u. U. auch die lange Verweilzeit erklären könnte). Der rote B.O.C. - Stempel stammt natürlich auch von Regensburg, wo man dergleichen haben musste.
Vorne sehen wir noch rechts unten den Präsentationsvermerk vom 1.3.1849 und siegelseitig ist 1 Kreuzer CM Bestellgeld von Wien zu sehen.
Wieder eine teure Contravention, denn entweder war der Brief als Regierungs-Sache portofrei, oder als Partei-Sache portopflichtig; in jedem Fall entspricht die Franchise nicht der gestrichenen Taxe.
Und als wäre das nicht genug, sehen wir hinten den roten Ankunfststempel von Wien (rot: Franko, schwarz: Porto!) vom 1. Februar - das hätte der 1. März sein müssen, denn die Zeit lief schon damals nicht rückwärts - ich freue mich sehr, diesen extrem krummen Hund in meine Bayern-Österreich-Sammlung einbauen zu können.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Hier sandte man am 4.2.1861 einen einfachen Brief über 20 Meilen von Edenkoben über Frankfurt am Main (Taxis) unter der Reco-Nr. 140 ab. In FFM kam er am Folgetag an und wurde, wie vermag ich noch nicht zu sagen, ostwärts bzw. südöstlich geroutet, denn am 6.2. war er schon im Wien, um am 7.2. in Pest anzukommen. Die mittige Reco-Nr. 23 dürfte entweder in FFM, oder Wien notiert worden sein, wie auch siegelseitig die Reco-Nr. 62 in einem der beiden Orte notiert worden sein sollte. Das blaue Franko-X dürfte in Wien auf den Brief gekommen sein als Zeichen der volllständigen Bezahlung (9 Kreuzer Franko und 6 Kreuzer Chargé). Dier tatsächliche Laufweg im DÖPV dürfte bei weit über 1.000 km liegen.
Eigentlich sollte ab 1.1.1861 der Chargé-Stempel in roter Farbe abgeschlagen werden, aber das hat nicht jede Poststelle so gemacht, obwohl sie alle hatten rote Stempelkissen bei der Materialverwaltung bestellen müssen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Das ist verständlich, denn der Böhmerwald war nicht von Poststraßen und Bahnlinien durchzogen und die Karte sollte schnell zu Manz kommen, also überquerte man die Grenze, kaufte eine bayerischen Correspondenzkarte mit 2 Kreuzer rheinisch als Frankatur und ließ sie noch am selben Tag von Pleystein abgehen.
Schon am Folgetag wurde sie in Regensburg ausgetragen.
Poststücke aus Bayern mit österreichischem Hintergrund sind selten, denn der Absender hätte natürlich eine österreichische Postkarte/Correspondenzkarte nehmen müssen, aber aus naheliegenden Gründen tat er das hier nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Gesendet von der "Fürstl. Regierung Burghausen" mit Briefkopf "Von Gottes Gnaden Maximilian Emanuel in ob: und Nidern Bayrn" [2] und Signette zu "1 KREIZER PAPIER", gesendet an Ferdinand Franz Xaverio [3]
Liebe Grüße,
harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Aurolzm%C3%BCnster
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_II._Emanuel_(Bayern)
[3] http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/57/html/3906.htm

In Österreich wurde bei sog. "Abzugsbriefen" wir hier oft auf der Vorderseite Aufgabe gestempelt, nachdem man hinten zuvor Ankunft gestempelt hatte.
Aber wenn ich mir das Schriftbild anschaue, sieht es aus, als ob die komplette Anschrift von ein und demselben Absender geschrieben worden wäre und auch "bei Prielmayer Lezey und Deutsch-Lothringen stand schon in Ansbach auf dem Brief.
Von daher gibt es sicher noch Erklärungsbedarf bei dem Brief, der in 3 Sammlungen bei mir passt, was mich sehr erfreut.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Ein Brief mit einer Grafenkrone gesiegelt, wurde am 3.9.1850 in Schweig-Wang (??) an den Herrn Postdirektor Brielmayer in Innsbruck verschickt und dafür mit einer Erstausgabe der 3 Kreuzer blau versehen. Bei 33 km Luftlinie war das passend.
Der Postexpeditor von Partenkirchen, sonst ein bekannter Vorausentwerter, hat aber nur den Aufgabestempel abgeschlagen, die Marke aber unentwertet belassen (am 4.9.1850). Am Folgetrag traf der Brief beim Chef der Innsbrucker Post ein.
Abgesehen davon, dass unentwertet gebliebene Marken auf Bayernbriefen Seltenheiten sind, sind unentwertet verbliebene Marken der Erstausgabe natürlich handverlesen., von einer Poststelle, bei der vorausentwertet wurde, ist mir sonst gar kein weiterer Beleg bekannt.
Aber, als wäre das nicht schon genug, folgt der nächste Hammer: "Beiliegenden Brief bitte ich gütigst sobald, wie möglich, nach Wien abzusenden".
Oha, einen Postbetrug gab es also auch noch, an dem sich nicht nur seine Erlaucht, sondern auch noch ein österreichischer Postdirektor schuldig machten, denn der Postzwang sah vor, dass bayerische Briefe auch in Bayern aufgegeben werden mussten und ein Brief von Partenkirchen nach Wien hätte 9 Kreuzer gekostet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
[Hinweis: Korrekturen in Beitrag [#610] und [#611] ]

1844 aus Regensburg - passend zum Brief von Ralph aus Beitrag [#600], wenn auch nicht so spannend - mit diesmal schwarzem B.O.C. Stempel versehen, nach Steyr aus der bekannten Voith-Korrespondenz [1]
Liebe Grüße,
harald
[1] https://vereine.rankweil.at/vereine/philatelieclub-rankweil-1/veranstaltungen/die-voith-korrespondenz-teil-i
1858 mit 6 Kreuzer frankiert von München nach Salzburg

1867 mit 9 Kreuzer frankiert von Nürnberg nach Obernberg am Inn [1], der Vermerk "Oberöstreich" war relevant, denn es gibt auch ein Obernberg am Brenner [2]
Liebe Grüße,
harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Obernberg_am_Inn
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Obernberg_am_Brenner


vor wenigen Minuten in der Bucht gekauft:
Trauer-Drucksache aus Bozen in Österreich vom 6.5.1868 mit Postaufgabe in Regensburg vom 11.5.1868 mit 1 Kreuzer frankiert als Drucksache ins österreichische Linz, wo sie am Folgetag ankam.
"Remailing" sagt man auf Neudeutsch dazu. Vergleichbares wird man lange suchen müssen, zumal in der Qualität. Der Sonntag ist also vollumfänglich gerettet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Lindau 12.12.1856 über Bregenz 13.12. und Egg 13.12. nach Andelsbuch im Bregenzer Wald. Wie er genau zu seinem Empfänger kam, kann ich nicht sagen, da Andelsbuch keine eigene Poststelle hatte, aber er wird wohl schon abgeholt worden sein in Egg, denn ein Botenlohn ist nicht zu sehen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Hier eine Neujahrskarte vom 30.12.1871 aus Lindau im Bodensee an Herrn Joseph Ritter von Malfer in Auer bei Bozen in Südtirol. Die Karte kam am 1.1.1872 zur Ausgabe. Schön ist sie nicht, aber viele Neujahrskarten mit 3 Kr. wird man auf der anderen Seite auch nicht finden, jedenfalls nicht für eine Bratwurst.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Das bayerische Landgericht Viechtach sandte am 7.11.1818 eine Königliche Dienst Sache (K.D.S.) mit Postaufgabe in Freiung an das k. u. k. böhmische Dominikalgericht nach Krumau.
In Bayern blieb der Brief natürlich portofrei, aber nach dem Taxpatent Österreichs vom 1.6.1817 über 3 bis 6 Poststationen waren 8 Kreuzer Conventionsmünze beim Empfänger zu zahlen.
Aber der Brief wurde wohl weitergeleitet nach Vikingau, wobei ich diesen Ort weder im Netz, noch sonstwo gefunden habe. Ob die Weiterleitung mit den 2 Kr. unten rechts in Verbindung stehen, kann ich nicht sicher sagen.
Der Kaufgrund für mich war der unten unterstrichene Satz: "gegen mitlaufenden Postschein". Ergo war dem Brief ein Post-Liefer-Schein für 12 Kr. rheinisch angehängt worden, der vom Empfänger sofort nach Erhalt der Sendung zu unterschreiben und unter Recomanndation wieder der Aufgabepost zu remittieren war.
Der Brief trägt zwar auch einen bayer. Chargé-Stempel, aber keine Nummer (!!) und auch nicht den Wunsch einer Einschreibung, sondern nur den Vermerk "criminalia", was aber keine Sonderbehandlung bei der Post nach sich zog. Sonderbar.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Leider kann ich den Inhalt nicht gut lesen und der Schreiber dürfte noch mit Napoleon gemeinsam auf der Seine Boot gefahren haben, oder in Ajaccio Schwimmen gelernt haben.
Wer kann den Inhalt transkribieren?
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Aber zuerst zu den äußeren Umständen, die er machte.
Geschrieben in München am 10.6.1864 und zur Post gegeben am Folgetag wurde er mit 9 Kreuzern treffend frankiert als einfacher Brief unter 16,66 g über 20 Meilen nach Österreich, genauer gesagt nach dem wunderschönen Prag in Böhmen, wo er schon am 12.6.1864 ankam.
Die Adresse lautet: "München Bayern A Monsieur Le Baron Christian Kotz de Dobrz Chambellan actuel de sa Majesté Le Empereur d´Autriche, et Proprietaire de plusseurs terres à Prague, Böhmen, Altstadt Nro. 401 im eigenen Hause dem Theater gegenüber".
Doch da war er nicht mehr, sondern offenbar verreist nach Heiligenkreuz/Hostau. Die Nachsendung erfolgte kostenlos, entweder weil der Post in Prag schon ein Nachsendeantrag vorlag, oder der Empfänger in Österreich wegen seiner Funktion portofrei war.
In jedem Fall stempelte die Post in Prag, wie dort bei Abzugsbriefen so üblich, mit ihrem Aufgabestempel vorne vom 12.1. und leitete ihn weiter (hinten keine weiteren Stempel).
Der Text aber hat es in sich und ich will ihn hier komplett transkribieren:
"Verehrbaren schätzbarer Herr Baron!
Obwohl ich vermuthen muß, daß diese Zeilen nicht
allsogleich in Ihre Hände gelangen werden, will ich doch
es wagen, Ihnen theurer Freund einige Worte
freundlicher Rückerinnerung zu sagen, Ihnen meinen
tiefsten Dank auszusprechen, für die mir so wer-
then unschätzbaren überschickten Photographien, die
mich unbeschreiblich erfreuen, und ich dieselben sogleich
in mein Album legte; diese sind nun alle herrlich
getroffen, ganz besonders gut aber, Sie, lieber
Herr Baron, am wenigsten jedoch der so hübsche interes-
sante Baron Wilhelm, der viel älter und allzu düster
gemacht, thut jedoch nichts, ich habe Sie nun alle, bis auf
Ihre zwey jüngeren Söhne, und keine Macht der Welt
könnte sie mir rauben.
Aus dem Schreiben Ihrer liebenswürdigen Tochter Hauka
ersah ich, daß Sie eine abermalige kleine Reise an den
schönen Rhein und Main unternehmen wollen, wozu
ich Ihnen bester Herr Baron nur besseres Wetter
wünsche, denn wir haben täglich Gewitter und Regen.
Mein Augenarzt will durchaus, daß ich zur Stärkung
meiner Augen einen kleinen Land séjour mache, und
will nur daher die, durch Ihre Güte zu erhaltende Summa
abwarten, um dieß zu unternehmen, vielleicht begebe
ich mich sodann auf 14 Tage höchstens in das nahe gele-
gene so reitzende Starenberg, nehmlich wann ich
ein Zimmer für so kurze Zeit bekommen kann!!
Die Froheleichnahms Prozession ward hier sehr feierlich
begangen, der junge König ging mit dem Zug, uns
war es sehr leid, daß Sie nicht mehr hier waren,
besonders interessirt hätte die gute Hanka.
König Ludwig macht ungeheure Coursen zu Pferd,
allzuviel, neulich, sagt man, war er 9 Stunden zu
Pferde, er passirte einen kleinen Hügel, berg ab,
es ward ihm kühl, er wollte seinen Palletot selbst
umnehmen, daher er die Zügel des Pferdes
zwischen die Zähne nahm, das Pferd stürtzte, er
mit ihm, doch Gott Lob, einer kleinen Schramme
abgerechnet, ist ihm nichts geschehen. ---
Meine Schwester Nina, die sich aufs Verbindlichste
empfiehlt, hat sich sehr über Fräul. Hankas Brief
erfreut, aber auch zugleich betrübt, daß kein
einziges ihrer Loose gewonnen; man sagt es
wäre bey der Ziehung nicht ganz richtig zugegangen.
Künftige Woche ist die Verloosung des Elisabethen
Vereins, was von lauter hiesigen adeligen Damen
geleitet wird, es sind superbe Sachen zu ge-
winnen, Prinzeßin Adalbert gab die schönsten
Geschenke, das Loos kostet nur 12x Silber.---
Vergebung nun, mein theurer gütiger Herr
Baron, wegen meines langen Geschwätzes.
Gott begleite Sie auf all Ihren Wegen!!
Meine tiefste Verehrung Ihrer so lieben Frau
Gemahlin, dem Töchterlein meine herliche
Umarmung, und Ihnen die stete Versicherung
der unwandelbaren Anhänglichkeit und Dank-
barkeit
Ihrer
ergebenen Sophie Schnehen, mpp (manu propria = eigenhändig)
München am
10ten Juny 1864".
Wenn es ein Bettelbrief war, dann auf höchster mit bisher bekannter Ebene. Sicher aber aus dem Umfeld seiner Majestät des Königs Ludwig II von Bayern.
Ich liebe den Brief: 1. wegen Bayern - Österreich, 2. wegen der Weiterleitung, 3. wegen des engen Bezuges zu König Ludwig II von Bayern, 4. wegen der Erwähnung von Photographien und 5. wegen der Erwähnung von Loosen (Lotterien), für die ich auch ein phil. Faible habe. Sammlerherz, was willst du mehr?
Liebe Grüsse von einem sehr glücklichen bayern klassisch

Der Absender des Rechnungsbriefes hätte von Fürth aus über 20 Meilen natürlich 9 Kreuzer frankieren müssen, aber das war ihm zu viel.
Stattdessen schmuggelte er, wie auch immer, den Brief nach Bozen ("Bolzano") und ließ ihn dort mit nur 5 Neukreuzern am 18.4. frankieren, die 3 Kreuzer rheinisch entsprachen, womit sich der Absender 6 Kreuzer gespart hatte. Am 20.4. wurde er mit der 1. Zustellung der Post (Prima Distribuzione) dem Empfänger zugestellt.
Hierbei hatte der Absender natürlich zu wissen, wie hoch die Kosten für Briefe in Venetien/Österreich waren, was wir hier voraussetzen können.
Ganz besonders gefallen mir die beiden Wapperl der jeweiligen Absender- bzw. Forwarder - links der bayerische und rechts der von Bozen, die den Brief luxeriös wirken lassen, denn dergleichen findet man so gut wie nie und farblich so attraktiv schon gar nicht.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Er wurde am 02.12.1863 in Staab (heute Stod) aufgegeben und an "Herrn Wilhelm Weiss (in) Straubing adressiert. Wie siegelseitig zu sehen lief er über Fürth. Frankert wurde er mit 10 Neukreuzer, was natürlich reichte.
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Allerdings dauerte es noch bis zum 1.9.1851, bis man tatsächlich beitreten konnte.
Wegen der zeitlichen Nähe, galt es nun auch Marken zu emittieren, die waren jedoch zum 1.9.1851 noch nicht vorhanden. Erst ab dem 15.10.1851 kamen die Freimarken Württembergs an die Schalter.
Wir haben also 2 enge Phasen im Jahr 1851 vor uns:
1) Die ab dem 1.7.1851 bis zum 31.8.1851, also die Vormarkenzeit unter der württembergischen Staatspost, und
2) die Zeit ab dem 1.9.1851 bis zum 14.10.1851, als Württemberg zwar im DÖPV war, aber noch keine Marken hatte.
Demzufolge sind frankierte Briefe der Klasse 2) notwendigerweise bar frankiert worden und man muss sie suchen (Franko-Vermerk und Frankobetrag siegelseitig notiert waren Pflicht) ... nur findet man kaum welche und wenn überhaupt, dann sind sie oft unattraktiv, weil sie die Sammler über 150 Jahre lang kaum beachteten, schlecht unterbrachten, oder gleich entsorgten.
Heute kann ich den mit Abstand schönsten Brief aus dieser Zeitspanne zeigen: Verfasst am 30.9.1851 in Künzelsau mit Postaufgabe am selbigen Tag zahlte der Absender 9 Kreuzer siegelseitig in Rötel notiert bis zum Empfänger Voith in Steyr in Österreich, folglich unter 1 Loth und über 20 Meilen.
Die Leitung württembergischer Briefe nach Österreich führte praktisch immer über Bayern, so auch hier, auch wenn der Brief in einem verschlossenen Briefbeutel Bayern transitierte und siegelseitige Stempel daher mangeln müssen.
Man gehe einen Monat zurück und der Brief hätte eine ganz andere Tarifstruktur gehabt:
13 Kreuzer Gemeinschaftstaxe Württemberg und Österreich (also je 6,5 Kreuzer) und 7 Kreuzer für Bayerns Transit (offen oder geschlossen) hätten dem Absender ein Franko von 20 Kreuzern abverlangt.
Dank der segensreichen Entwicklung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kostete er jetzt nur 9 Kreuzer - und das Briefgewicht war auch erweitert worden, von zuvor 8,75g einfach auf jetzt 15,624g einfach, fast eine Verdoppelung also.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Aber an diesem konnte ich nicht vorbei aufgrund des Absender-Stempels der wie ein Poststempel gestaltet ist:
Liebe Grüße,
harald

Über Trient erreichte der Brief Innsbruck noch am Folgetag. Aber dort war seine Erlaucht nicht mehr und man notierte später: "D(er) Z(eit) in Friedberg Volders". Siegelseitig sehen wir, noch immer am 11.09. den Stempel von Volters, aber auch da war er wohl nicht zu erreichen.
Nun strich man in blau alles durch und ersetzte es durch: "Villa Leuchtenberg bei Lindau am Bodensee".
Siegelseitig sehe ich einen größeren Stempel von Innsbruck Stadt vom 15.09. (??) und das Fragment eines bayerischen Einkreisers, wohl den von Lindau, wie fast immer schlecht abgeschlagen.
Zur Person des Empfängers weiß ich nur, dass er 1873 nach dem Tode seines Bruders zum Chef des Grafengeschlechts wurde.
Die 4 Teile einer 20 Pfg. Luitpold-Marke hinten harren noch ihrer Ablösung, also bitte keine Bange, das bleibt so nicht.
Die verklebten 15 Neukreuzer setzten sich zusammen aus dem Brieffranko von 5 Neukreuzern bis 15g und 10 Neukreuzern Reco-Gebühr, welche zuvor noch hätte siegelseitig frankiert werden müssen, 1874 aber nicht mehr. Briefe mit Franko und Recogebühr in einer Marke nach Bayern sind sehr selten - von der doppelten Weiterleitung ganz zu schweigen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
eine Schönheit ist es nicht gerade, aber genommen habe ich ihn trotzdem, weil die Mehrzahl der Kreuzerzeitbriefe Bayerns ins Kleinwalsertal als letzten Stempel der letzten Post "Oberstorf" aufweist und eben keinen Stempel eines Ortes im Kleinwalsertal.
Hier ein 3 Kr. Brief aus Lindau im Bodensee vom 17.03.1863 nach Riezlern. Am Folgetag war er in Oberstorf und einen Tag später stempelte man in Kleinwalsertal Transit.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
https://museumguckloch.wordpress.com/blog/page/2/


vor gut 35 Jahren sah ich einst ein "Nachfrageschreiben" Österreichs frankiert nach Bayern, wußte jedoch nicht so recht, worum es sich dabei handelte und bei dem damals geforderten Ausruf ließ auch mein Interesse am Erwerb desselben bald nach. Dann kam lange nichts mehr ...
Aber es tauchte wieder auf und nun war ich auf sein Aufschlagen vorbereitet und ließ es mir nicht entgehen.
Was war ein Nachfrageschreiben?
Nun, heute würden wir einen Nachforschungsauftrag stellen, wenn eine Sendung nicht beim Empfänger angekommen zu sein scheint. Aber das gab es eigentlich nur für "qualifizierte Sendungen", also Einschreiben, Expressbriefe, Wertbriefe usw. und in genau diesen Fällen wäre ein Laufzettel (von der Aufgabepost) abzuspedieren gewesen.
Aber die österr. Post kannte auch die Sendungsverfolgung nicht qualifizierter Sendungen (den Terminus "unqualifizierte Sendung" möchte ich an dieser Stelle vermeiden) und dafür gab es Nachfrageschreiben, die zwar genauso den Postweg wie die weitaus bekannteren und häufigeren Laufzettel nachzuvollziehen hatten.
Hier zeige ich ein Nachfrageschreiben aus Unzmarkt über eine Sendung vom 07.11.1859 aufgegebene Sendung im Wert von 2 Gulden 24 Kreuzern, welche über Leoben und Salzburg via Rosenheim nach München gelaufen war.
Wie man anhand der textlichen Ausführen erkennen kann, war die Sendung korrekt beim Empfänger angekommen und das Nachfrageschreiben lief so wieder zur Aufgabepost zurück.
Die verklebten 15 Nkr. entsprachen der Gebühr für einfache Fernbriefe über 20 Meilen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Schön zu sehen, dass er in Innsbruck einen blauen Diagonalstrich bekommen hatte, das interne Zeichen für einen frankierten Brief, obwohl das seit dem DÖPV nicht mehr sinnvoll war.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Heute zeige ich aber einen Firmenbrief aus Augsburg vom 26.03.1858 der Firma Erzberger & Söhne an Firma Caspar Ritter in Egg bei Bregenz (es gab auch ein Egg bei Zürich!).
Die Entfernung in direkter Linie betrug 128 km, also deutlich unter den 20 Meilen, für die 6 Kreuzer ausgereicht hätten (und wenn es ein Brief der 2. Gewichtsstufe gewesen wäre, hätte man schon 12 Kr. frankieren müssen).
Aber die Absenderfirma verklebte unerklärlicherweise 9 Kreuzer, somit 3 Kreuzer zu viel. Am Folgetag war er in Bregenz und danach in Egg.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Am 6.12.1836 in Varaždin verfasst, in Wien zur Post gegeben, dort mit dem schönen "WIEN FRANCO" gestempelt, war er am 14.12. in München. Der größte Teil der acht Tage Transportzeit dürfte wohl eher durch den privaten Transport von Varaždin nach Wien verursacht sein, aber leider gibt es keinen Datumsstempel, der das ausweist.
Dass der Absender ein sehr preisbewusster Mensch war, zeigt der Inhalt:
Herrn G Bodmer's lithographische Künst: Anstalt in München
Varasdin den 6en Decbr 1836.
Die mir gesandten Lithographien sind mir richtig geworden, und in Mehrheit über meine Erwartung schön, einiges ist auch bereits hier schon davon verkauft, und auf:
3 Exemplare des Werkes subscribirt, welche ich bitte mir recht bald anzusenden. Lieb würde mir dann seyn, nebst diesen Sendung, wieder mehrere andere Bilder zu erhalten, und nothwendig finde ich, daß Sie mir außer Preis=CT. wenigstens noch einige Exemplare des Me??es für andere Städte als Muster senden, weil dort ohne diese Muster keine Subscribenten gesammelt werden können.
Dürfte ich Sie auch bitten jener Sendung zur Probe einige Muster von den so gut und brauchbar seyn sollenden englischen Federn beyzulegen, ich glaube sie sind bey Vetterlein.
Ihre geehrten Zuschriften mit Vergnügen entgegen sehend, empfehle ich mich Ihnen
Mit aller Ergebenheit
Carl Gerdes
Liebe Grüße,
harald

1854 mit 6 KR von Augsburg nach Häselgehr [1] mit 2 KR Botenlohn für den Lechtaler Boten

1853 mit 6 KR von Augsburg nach Steeg [2] mit 2 KR Botenlohn für den Lechtaler Boten
Liebe Grüße,
harald
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4selgehr
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Steeg_(Tirol)

Der Brief lief also nicht direkt, sondern einen großen Umweg und war vom 19.4.18?? bis 22.4.18?? unterwegs. Die 15 Neukreuzermarke entsprach dem Franko eines einfachen Briefes über 20 Meilen direkter Linie im Postverein.
Interessant ist die Absenderangabe oben: "Von Ludwig Pilz aus Oberleutensdorf in Böhmen, Brüxer Bezirk, Prager Kreis".
Kann jemand anhand von Marke bzw. Stempel den Brief zeitlich einengen (früheste Verwendung wegen neuer Währung wäre m.E. der 19.4.1859) ?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Frankiert wurde er mit 2 Marken 3 Kreuzer blau, welche m.E. zwei unterschiedliche Farben zeigen. Die Laufzeit betrug keinen Tag!
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf
Mit freundlichem Sammlergruss
Ulf

Ich mag diese Briefe in die damaligen Kuhkäffer; München-Augsburg gibt es doch zentnerweise.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Es ist hinten kein Franko zu erkennen, vorne auch kein Porto. Der Zusatz links unten lautet "Postschein" und stellte den Reco-Wunsch des Absenders dar. Kein Portofreiheitsvermerk, hinten ein Mini-Siegel, aber vorne das liegende X als Zeichen der völligen Bezahlung aller Kosten (Recon in Bayern 4 Kreuzer). Unter der bayer. Reco-Nr. 871 links oben lief er, wie genau kann ich nicht sagen, Richtung Zielort ??? per Horazdiowitz an und kam in diesem Ort am 09.01.1848 auch an, siehe Stempel.
Ohne neue Postaufgabe wurde die Adresse in "Prag" geändert und der Brief kostenlos weiterspediert, jetzt mit einer neuen Reco-Nr. 752 in Rötel. In Prag kam er am 11.01. auch an und wurde kostenlos zugestellt.
Empfänger könnte Graf Franz von Boos Waldeck gewesen sein:
https://www.geni.com/people/Eduard-Franz-von-Boos-zu-Waldeck-und-Montfort/6000000066480560090
Gerne erfahre ich mehr über Brief und Empfänger.
Liebe Grüsse von bayern klassisch




Hier die Ausnahme vom 1.4.1865 mit Leitung über Prag und Klentsch per Boten zur Sofienhütte.
Die verklebten 6 Kreuzer reichten aus, da der Zielort Klentsch über 10 bis 20 Meilen von Nürnberg entfernt lag und auch über Waldmünchen hätte man, da über 12 Meilen innerbayerisch, genauso viel frankieren müssen. Aber eine Leitung über solch eine weite Strecke dauerte natürlich länger, als beim üblichen Weg.
Liebe Grüsse von bayern klassisch



Und so kam diese wundervolle Postkarte ("Correspondenz-Karte") aus Ried im Innkreise am 17.9.1875 im Nennwert von 2 Neukreuzern zur Aufgabe an "Herrn H. Pensel´s Nachfolger in Ludwigstadt Baiern". Ausweislich des ebenso vorzüglich abgeschlagenen Ankunftsstempels des Zielortes vom 19.9. ging das auch recht flott und flott sollte es gehen, wenn wir den Text heute lesen, was damals den Postlern wegen der Wahrung des Postgeheimnisses strikt verboten war: "Ich ersuche Sie freundlich, die Sendung nicht mehr zu verzögern, da ich von dem bestellten Sorten nicht I Kiste mehr habe. Achtungsvoll, gez. Unterschrift".
Ausweislich des unten rechts angebrachten Vermerks wurde die Karte am 19.9. (s. Poststempel) ausgetragen und am 29.9. die "fact." = Factura = Rechnung erstellt.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Die Aufgabepost taxierte nach dem Postvertrag Bayerns mit Österreich vom 1.10.1842 12 Kr. Conventionsmünze als halbscheidig zu teilendes Gesamtporto und 4 Kr. CM als Zuschlag nur für Bayern für den Nürnberger Raum ´= 16 Kr. CM vom Empfänger zu zahlen.
Ob die siegelseitige 2/ etwas mit der Eintragung ins Lagerbuch von Triest zu tun hatte, oder eine private Registrierungsnummer (2. Brief) des Absenders an den Empfänger, den Comte Charles de Görtz (= Graf Karl von Görtz) war, kann ich mangels weiterer poste restante Briefe nach Triest nicht sagen.
Leider hatte ich einen zähen Gegenbieter, aber wenn ein Brief in 2 Sammlungen von mir passt und noch dazu recht hübsch daher kommt, muss eine Woche lang Wasser und trockenes Brot ausreichen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Ob der Empfänger in Österreich portofrei gestellt war, lässt sich für mich nicht feststellen, jedenfalls hat der Absender 3 Kr. frankiert, Schön das grüne Wapperl hinten mit dem Text: "Anton Utschig - Cherbonhof - bei Bamberg".
Im Netz habe ich gefunden, dass "1863 übernimmt der Sohn Michael Glier den Hof.53 Dem folgen Anton Ultschig, Privatier aus Bamberg (1868); Georg Schmitt, Privatier aus Treppendorf (1876) und Johann Erhard Hübner, Spinnmeister aus Bamberg (1877).
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Für Österreich galt der Grenzfrankozwang und vor "Wien" stehen 42 Kreuzer Conventionsmünze ab der österr. Grenze bis Wien, die innen auch wiederholt wurden und als Porto dem Beteiligten abgefordert wurden, nachdem sie vom Magistrat Wien vorgeschossen worden waren.
Es bleibt die Frage, wer die 12 Kr. rheinisch bis zur österr. Grenze bezahlt haben soll?
Inhalt: "In Erledigung des geehrten Schreibens vom 30ten April l. J. (laufenden Jahres) praes. den 11. d. Mts (diesen Monats) übersendet man anliegend den Bericht des Bürgermeisteramts Freimersheim, um den Nikolaus Bruch in Wien gefälligst hiernach verständigen zu lassen.
Zugleich ersucht man höflichst, im Falle dieses Gegenstandes wegen sich nochmals anher gewendet werden muss, entweder daß das fallsige Schreiben als Königliche Dienstsache zu bezeichnen oder aber bis hierher frankiren zu lassen. Mit vollkommener Hochachtung ...".
Demzufolge gehe ich davon aus, dass Wien für seinen Bürger Nikolaus Bruch etwas von einer Pfälzer Behörde wollte und ihm dies das BGA Freimersheim gewährte. Allerdings war das Schreiben von Wien mit Porto belastet in der Pfalz eingetroffen und in Landau konnte man das Schreiben nur mit einem Betrag von XY Kreuzern auslösen. Das passte der Landauer Behörde natürlich nicht und sie wünschte zukünftig nur noch Briefe aus Wien frankiert zu erhalten.
Aber genau das ging nicht, weil wegen des Grenzfrankozwanges im Postvertrag von 1819 jede Seite (also Bayern und Österreich) bis zur gegenüberliegenden Grenze alle Briefe franko zu gestellen hatte - der Transit über Thurn und Taxis bzw. Baden und Württemberg war offenbar kostenpflichtig.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Am Folgetag erreichte er Salzburg und schon einen Tag später war er Morgens um 7 Uhr in München, um ausgetragen zu werden. Nichts Besonderes, aber 3 ordentliche Stempelabschläge sind auch nicht zu verachten, vor allem wenn man bedenkt, dass er von Salzburg aus mit der Kutsche nach Rosenheim zu fahren war und erst ab dort mit dem schnellen Zug.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Nur war es kein innerbayerischer Brief und er lief auch nicht nach Bayern.
Riezlern war ein kleiner Ort im österreichischen Kleinwalsertal, so dass ein württembergischer Brief mit Postaufgabe in Bayern nach dem Teil Österreichs lief, welcher von Österreich aus nicht zugänglich war. Daher sehen wir siegelseitig auch nur die Leitung über Immenstadt, wie gewünscht und den Postabgabestempel (!) von Oberstorf am 1.8.1857.
Entweder der Empfänger hatte in Oberstorf (14 km Fußweg) ein Postfach, oder ein konzessionierter Bote brachte den Brief nach Riezlern. Briefe nach dorthin kosteten üblicherweise 1 oder 2 Kreuzer für den Boten - hier ist ein Botenlohn nicht ersichtlich.
Einzig mir bisher bekannter Brief dieser Art und ab jetzt träume ich Nachts von etwas Anderem.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Ansbach 20.10.1864, hinten Salzburg 24.10.1864 nach Ausee über Salzburg und Bad Ischl. Der Absender wünschte die unfrankierte Absendung und gleichzeitig die Einschreibung des Briefes. Ab 1.1.1861 war das im DÖPV möglich, zuvor war die Einschreibung immer auch an die Frankierung geknüpft, sog. "Frankozwang".
An Taxen lesen wir in Blau: 6 - 20 - 30. Das Rötelkreuz für die Einschreibung war obligat, der rote Chargé-Stempel auch. Ich bin gespannt auf eure Lösungsversuche!
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Am 20.11.1847 gab man einen Brief nach Dornbirn im Vorarlberg (Österreich) auf, der voll frankiert worden war.
Der Absender bezahlte 15 Kr. und 12 Kr. als Gemeinschaftstaxe Württemberg/Österreich und den bayerischen Transit von Neu-Ulm aus bis Lindau (und weiter über Bregenz).
Diese Versandart ist sonderbar, denn ab 1837 existierte in Neu-Ulm eine Briefsammlung, der man den Brief hätte anvertrauen können und 1847 war die Brief- und Fahrpostexpedition Neu-Ulm längst etabliert. Von Bayern aus hätte der Brief nur 15 Kr. gekostet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Doch die Leitung, und das war mein Kaufgrund, war eine gänzlich Andere: Wien - Prag - Bodenbach - Dresden - Leipzig - Plauen - Bamberg - Nürnberg - Augsburg - Lindau.
In Bodenbach, an der Grenze zu Sachsen, war er schon am 19.1. und zwei Tage später bereits wieder auf österreichischem Gebiet und wurde daher nur innerhalb von 4 Tagen zugestellt. Da in Bodenbach das Wiener und Prager Briefepaket geöffnet wurde und mit dortigen Briefen Richtung Vorarlberg zusammen im geschlossenen Transit durch Bayern kartiert wurde, müssen bayer. Stempel fehlen, auch wenn Bayern den Brief ca. 350 km Luftlinie (ca. 450 km real) transportierte.
Der Brief legte somit tatsächlich nicht 500 km zurück, sondern etwas mehr, nämlich fast 1.200 km.
Liebe Grüsse von bayern klassisch

Den 1. Brief vom 17.7.1850 aus Fürth mit der 6 Kr. der Erstausgabe hatte ich schon länger. Er lief an die Firma Ziegler auf der Kreuzhütte bei Klentsch in Österreich (Böhmen). Er hätte auch direkt über Österreich zur Kreuzhütte gelangen können (auch in Klentsch hatte die Firma Ziegler einen konzessionierten Boten, der ihre Post abholte und vorbei brachte, nicht nur in Waldmünchen in Bayern, aber das hätte länger gedauert und so war es am einfachsten).
Aber es war immerhin eine Erstausgabe mit Boten nach Österreich und dergleichen gibt es nicht sehr viele.

Jetzt fiel mir der 2. Brief aus derselben Korrespondenz in die Finger, diesmal vom 29.8.1850, ebenfalls mit der Erstausgabe und wie schon zuvor 2 Tage später in Waldmünchen, wo man, illegalerweise, noch in grünblau stempelte, was ab dem 1.11.1849 strickt verboten worden war.
In diesem 2. Brief kann ich aber den Text des letzten Satzes nur hervor heben. Warum? Weil es erstmals ab dem 1.7.1850 durch den DÖPV einen Zuschlag für unfrankierte Versendungen gab und zwar von 3 Kr. rheinisch bzw. Conventionsmünze je Loth Briefgewicht. Offenbar hatte Ziegler zuvor an den Fürther weiterhin unfrankiert verschickt, was bei 132 km Luftlinie = über 10-20 Meilen, jeweils 9 Kreuzer Porto nach sich zog, während der Fürther seine frankierten Briefe für nur 6 Kr. versenden konnte - egal ob via Waldsassen, oder regulär bis Klentsch.
N.S. Möchten Sie gef(lissentlich) die an mir gerichteten Briefe francirt und mir solches in Rechnung bringen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch


Der zweite Brief ist vom 27.9.1866 von Isak Bloch ebenfalls aus Hartmanitz, spediert an Herrn Schwaighofer in Deggendorf.
Für das Franko nahm man die ANK Nr.32 Doppeladler zu 5 Kreuzer, gestempelt mit Einkreisstempel von Schüttenhofen, Einkreisstempel von Klattau dem Durchgangsstempel Halbkreisstempel von Zwiesel (Winkler 11b) verwendet 1853-66 und zur Ankunft wieder den Halbkreisstempel von Deggendorf, Winkler 12a.


Der dritte Brief ist vom 11.10.1866 aus Neubrunst, spediert über Schüttenhofen, Zwiesel nach Deggendorf, für das Franko nahm man auch hier die ANK Nr.32 Doppeladler zu 5 Kreuzer.
Gestempelt wurde mit Einkreisstempel von Eisenstein, dem Einkreisstempel von Schüttenhofen, sowie den vorab schon erwähnten Halbkreisstempeln von Zwiesel und Deggendorf.
Gruß Rainer


eine Brief - Karte der Bayrischen Postverwaltung aus Lindau vom 3.Feb. 93 nach Hohenems in Vorarlberg.
Es betrifft einen Kartenschluß von 4 Einschreibesendungen im Verkehr mit der österreichischen Postverwaltung.
Ich hoffe daß ich den Beleg richtig beschrieben habe.
Grüße Reini46
Auch wenn der Markenschnitt suboptimal ist, hat der Brief doch ein Gesicht, zumal 3 schwarze Stempel, ein hellblauer Faltbrief, blaue und grüne Marken und ein roter VIA DI SVIZZERA ihn nicht schlechter machen.
Siegelseitig Ankunftsstempel von Brescia 16.2., also 4 Tage Beförderungszeit via Schweiz und im Winter durch die Alpen via Innsbruck hätte es wohl eher einen Tag länger benötigt, da waren die 3 Kreuzer Aufgeld für die Leitung über die Schweizer Pässe sicher gut angelegtes Geld.
Auch der geschlossene Mühlradstempel 145 von Fürth, nicht eben eine Weltrarität, aber so gut habe ich den bisher kaum einmal gesehen. Danke dafür, lieber Fürther!
9 Kreuzer für Bayern, 3 Kr. für die CH, nichts für Österreich (Lombardei), so gefallen mir Briefe.
LG von bayern klassisch
LG von bayern klassisch

am 14.3.1864 schrieb die Firma Carl Wagenseil aus Kempten einen einfachen Brief an Firma Heinrich Kohner & Brüder ins ungarische (Buda-)Pest(h), wobei er schon auf der Bahn am Folgetag in Wien und am 16. in Pest war. Die Postverwaltungen von heute können das 162 Jahre später gerne mal versuchen zu unterbieten. Viel Glück!
LG von bayern klassisch

Einen der Schönsten kann ich aus Pirmasens 2 vom 17.12.1919 von der Aristo Schuhfabrik an Herrn Ernst Kraus in Wien zeigen, der frontseitig einen roten Zensurstempel erhielt und rückseitig entsprechend geöffnet und wiederverschlossen wurde.
Eine Dreifarbenfrankatur nimmt man angesichts dessen natürlich auch gerne mit.
LG von bayern klassisch


Was sehen wir? Ein NFS vom 18.8.1868 aus Neugedein ( https://de.wikipedia.org/wiki/Kdyn%C4%9B ), heute Kdyne genannt, für ein Einschreiben an Karl Pitzer in München vom 19.7.1868, Adresse Sendlinger Landstaße No. 2 über die 1. Stiege links. Die Leitung erfolgte wie zuvor über Taus II per Bahnpost Eger-München.
Wir sehen den Münchener großen Einkreiser vom Bahnhof München (19.8.) und nach Erledigung den kleinen Einkreiser der Stadt München vom 20.8..
Unten links lesen wir Folgendes: "Um Empfangsbestätigung wird höflichst ersucht" und
"In Abwesenheit meines Mannes den obigen Brief am 20. Juli richtig empfangen und meinem Mann überliefert: Frau Johanna Pitzer".
Man sieht nun, dass der Briefträger das Einschreiben der Ehefrau gegen Unterschrift übergeben hatte, diese aber ihrem Mann den Brief wohl er viel später ausgehändigt hatte. Eine solchen Grund für die Absendung eines LZ bzw. eines NFS hatte ich bisher noch nicht gesehen.
Die Reco-Gebühr in Österreich betrug damals 10 Neukreuzer (7 Kr. rheinisch), die aber, im Gegensatz zu Recobriefen, hier nicht verklebt wurden. Lustig: München hätte ihn, da mit Reco-Stempel versehen, auch unter neuer Recommandation zurückschicken müssen, was man aber nicht tat - man sandte ihn einfach zurück nach Eger per Bahnpost, dann über Taus dem Absender in Neugedein zu. Sonderbar, oder wunderbar, das ist hier die Frage.
Ich kenne keine 5 NFS von Österreich nach Bayern - dieses hier ist in mehrfacher Weise meine Nr. 1.
LG von bayern klassisch