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Thema:

USA: Feldpost: Army Post Office APO vor und nach dem 2. Weltkrieg

xheine Am: 02.07.2014 09:11:41 Gelesen: 31327 # 1
Wer kann mir sagen/helfen? Suche eine Liste o.ä. mit den APO-Nummern vor und nach dem II. WK. Natürlich sollte auch der Standort bzw. die Zeit von bis wann dabei sein. Im Augenblick interessiert mich speziell: APO 9 Wo war dieses APO 9 Anfang bis Mitte März 1945? Gruß und Dank
lueckel2010 Am: 02.07.2014 09:42:24 Gelesen: 31315 # 2
Guten Morgen! Das APO 9 gehörte zur 9. US Infanterie-Division. Es war vom 2. bis zum 21. 3. 1945 in Venwegen (alte Postleitzahl 5101, also Raum Aachen) stationiert. Quelle: A. Meschenmoser "Die Amerikaner in Deutschland" (2. Auflage). Noch einen schönen Tag und viele Grüße, Gerd ("lueckel2010)
Erdinger Am: 02.07.2014 16:09:56 Gelesen: 31258 # 3
@ xheine [#16] Probier mal diesen Link: https://archive.org/details/NumericalListingOfApos Auf dieser Liste basiert auch die inzwischen erschienene Literatur (Russ W. Carter, Numbered army & air force post office locations, 7. Auflage, ein dreibändiges Werk, das auch in der Philatelistischen Bibliothek München steht). Ich hoffe, das hilft beim Einstieg in ein ausgesprochen spannendes Thema! Viele Grüße aus Erding!
xheine Am: 03.07.2014 08:38:56 Gelesen: 31204 # 4
Erstmal schönen Dank. Der Link war super.
lueckel2010 Am: 03.07.2014 08:50:45 Gelesen: 31200 # 5
@ xheine [#16] Das von mir zitierte Buch (sehr empfehlenswert!) nennt in chronologischer Abfolge alle US-Truppenverbände bzw. die Ihnen zugeordneten APOS, die beim Vormarsch im Deutschen Reich eingesetzt waren. Viele Grüße, Gerd
Richard Am: 03.07.2014 14:43:28 Gelesen: 31171 # 6
@ alle Ich bitte um eine kurze Erklärung in drei Sätzen, was mit APO gemeint ist. Schöne Grüsse, Richard
gründi Am: 03.07.2014 14:46:11 Gelesen: 31170 # 7
@ Richard [#6] APO = außerparlamentarische Opposition [1], ist sicher nicht gemeint. Viele Grüße gründi [1]http://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferparlamentarische_Opposition
DL8AAM Am: 03.07.2014 15:38:16 Gelesen: 31163 # 8
@ Richard [#6] Hi, wenn ich bei der Foren-Volltextsuche APO eintippe bekomme ich ganz oben "USA: US Feldpost - APO Nummern (alt) und Postleitzahlen (neu)" ;-) APO ist eine feststehende (keine unserer eigenen "Philatelisten-Abkürzungen") Bezeichnung (hier) für Army Post Office. @ Erdinger [#10] BESTEN Dank für diesen Link. Das habe ich hier seit "Jahren gesucht". Die Jungs (und Mädels) vom archive.org machen ihren Job "Gedächtnis der Welt" besser und besser. Gruß Thomas
xheine Am: 04.07.2014 09:15:06 Gelesen: 31091 # 9
@ Richard und @ DL8AAM [#8] Ich würde es mal frei: Feldpostamt /..ämter der Amerikaner nennen.
Erdinger Am: 13.08.2014 13:26:18 Gelesen: 30937 # 10
Drei Luftpostbriefe von Angehörigen des US-Militärs, jeweils mit 6 Cents für den Inlands-Luftposttarif frankiert: APO 127, Erding, 2. August 1945 APO 446, 18. August 1945 Als ich den Brief kaufte, lag ihm die Kopie aus einem Buch bei. Sie besagt, dass diese Einheit (48. Panzerbataillon) zu diesem Zeitpunkt in Klettham bei Erding stationiert war. Der eigentliche Standort von APO 446 war im nahen Haag/Obb. Leider ist auf dem Blatt nicht vermerkt, aus welchem Buch die Seite kopiert wurde - sauberer Umgang mit Quellen ist bei Philatelisten halt leider nicht immer Usus. Es gibt ein Erinnerungsbuch der Einheit, das ich einmal einsehen konnte. Der Absender kommt darin nicht vor. Das muss nicht verwundern, denn ab dem Hochsommer wurden zahlreiche Einheiten abgerüstet und demobilisiert. Im Zuge dessen wurden Soldaten noch in andere, bereits in Auflösung befindliche Einheiten versetzt, wenn man ihre Dienste nicht mehr benötigte. APO 127, Erding, 26. August 1945 Viele Grüße aus Erding! [Redaktionell kopiert aus dem Thema "Alliierte Besetzung: Belege aus dem August 1945"]
volkimal Am: 13.08.2014 15:31:52 Gelesen: 30908 # 11
Hallo zusammen, diesen Beleg habe ich beim Thema "Zurück und nachgeschickt" vorgestellt. Ihr findet die Beschreibung in den Beiträgen Nr. 96, 97 und 101. Da er aber auch gut hierhin passt, zeige ich ihn hier ein zweites Mal: Viele Grüße Volkmar
DL8AAM Am: 13.08.2014 16:53:04 Gelesen: 30892 # 12
@ Erdinger [#10] Der Absender kommt darin nicht vor. Ein Versuch: Das sollte ggf. (?) ein "Frank J. Monhart Jr." sein, seines Zeichens Funkamateur unter dem Rufzeichen N9LBT. Das gezeigte Schreiben ging an die Redaktion der Amateurfunkzeitschrift QST des amerikanischen Amateurfunkverbandes "American Radio Relay League - ARRL" in West Hartford, CT (jetzt in 225 Main Street, Newington, CT 06111). Nach Internetangaben [1], geboren am 26.03.1920 und gestorben am 19.09.1994. Von den Daten könnte das hinkommen? Gruß Thomas [1]: http://www.gencircles.com/users/richard/2/data/1862
Erdinger Am: 13.08.2014 22:50:06 Gelesen: 30852 # 13
Hallo Thomas, danke für deine Informationen, das könnte sehr gut passen. In diesem Zusammenhang hatte ich noch gar nicht recherchiert. Besagtes Erinnerungsbuch enthielt den Namen Monhart nicht, d.h. er war während des Krieges wohl noch kein Angehöriger der genannten militärischen Einheit und stieß erst danach dazu, pünktlich zur Demobilisierung. Viele Grüße aus Erding!
Michael Mallien Am: 29.06.2019 08:13:04 Gelesen: 25535 # 14
Ich stelle einen Beleg vor, der verschiedene interessante Aspekte zeigt. Zunächst wurde er über ein APO versendet (742), weshalb ich ihn in diesem Thema zeige. Weiterhin sind sowohl der Versender, als auch die Empfängerin Personen, über die sich per Google etwas herausfinden lässt. Generalmajor L. Mathewson war nach [1] vorsitzführender Kommandant der Kommandantur in Berlin. Frau Edith Tielebier war die Tochter von Carl Langenscheidt aus der bekannten deutschen Unternehmerfamilie [2] Hier nun der Brief vom 25.8.1951, gelaufen innerhalb von Berlin: Der Brief trägt einen Abgangsstempel, der, wie ich vermute, vom APO stammt. Von den unteren Zeilen kann ich CENTER und UNCLASSIFIED erkennen. Die Zeile darüber ist unleserlich. Viele Grüße Michael [1] https://archive.org/details/BKO5163 [2] https://www.buchmarkt.de/menschen/runde-geburtstage/27-7-2006-karl-ernst-tielebier-langenscheidt-85/
lueckel2010 Am: 29.06.2019 14:41:49 Gelesen: 25495 # 15
@ Michael Mallien [#14] Guten Tag, Herr Mallien! Der gezeigte Beleg hat mit der US-Feldpost nichts zu tun. Er wurde vom Absender entweder über einen Briefkasten der damaligen (West-) Berliner Postverwaltung oder aber direkt beim Postamt Berlin-Dahlem (aufgrund der Stempelung eher anzunehmen) aufgegeben. Beim Postverkehr zwischen der US-Besatzung und deutschen Empfängern war dies in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts der "normale" Weg. Die -bereits stark reduzierten- APO´s wickelten nur noch den Postverkehr von US-Dienststellen untereinander bzw. den Weitertransport (auch privater Post von Militärangehörigen) in die USA ab. Da es sich wohl um Dienstpost handelte, galt Portofreiheit (Vermerk oben rechts). Der Hinweis "APO 742" im Absendreindruck besagte lediglich, dass der Absender über diese Anschrift Post empfangen konnte. Der rote Stempel unten links ist ein sogenannter Ausgangsstempel (andere Formen als der Gezeigte sind bekannt), mit der die Dienststellen den Ausgang ihrer Post dokumentierten. Wünsche ein schönes Wochenende. Viele Grüße, Gerd Lückert
Molterhannes Am: 20.10.2019 17:51:51 Gelesen: 25145 # 16
APO Miesau Army Depot Ich bin Heimatsammler und suche nach Informationen zu den Feldpostnummern/APO Nummern des US Army Depots Miesau. Das Depot wurde 1949 gegründet und besteht noch. Aus den späteren Jahren habe ich Belege, einmal mit der APO 180 hier aus 1960. Ein Rücksendestempel aus 1972: Und mit der APO 09059 aus 1988: Die Absenderhinweise haben es hier einfach gemacht. Meine Recherche im Netz hat immer nur bruchstückhafte Informationen gebracht, zumeist zu Einheiten nach dem Krieg und nicht nach einem Standort. So bin ich mit der APO 59 auf einem Schiff gelandet. Meine Fragen: Welche APO Nummer hatte das Miesau Army Depot bei Gründung? und in der Folge? Gibt zu den APO Nummern gute/verlässliche Literatur? oder kann mir jemand Hinweise geben? Herzlichen Dank
lueckel2010 Am: 20.10.2019 18:34:03 Gelesen: 25130 # 17
Guten Abend, "Molterhannes", das im 2. Weltkrieg eingeführte APO-Nummernsystem wurde Ende 1964 abgeschafft und ab 1965 durch fünfstellige APO-Nummern (die an das Postleitzahlensystem -ZIP CODE- "angedockt" waren) ersetzt. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass dem Depot Miesau bereits 1949 die APO-Nummer 180 zugeteilt wurde, "beschwören" kann ich dies allerdings nicht. Mir ist bekannt, dass es zuverlässige englischsprachige Literatur über das APO-Nummernsystem gibt (Standorte, Beginn bzw. Auflösung eines APO, usw.). Näheres dazu können sicherlich andere Philaseiten-Mitglieder sagen oder aber Recherchen im Internet ergeben. Ich hoffe, dass ich Ihnen ein wenig helfen konnte. Viele Grüße, Gerd Lückert
Erdinger Am: 20.10.2019 21:56:31 Gelesen: 25078 # 18
@ Molterhannes [#16] Guten Abend, Molterhannes, vor dem Problem steht irgendwann nahezu jeder Heimatsammler von Orten in der ehemaligen amerikanischen Besatzungszone. Philatelistisch aber auf jeden Fall reizvoll. Schau mal hier, da gibt es einiges zu lesen: [Link entfällt, da die Beiträge auf das verlinkte Thema verschoben wurden] Viele Grüße aus Erding!
Molterhannes Am: 20.10.2019 22:35:36 Gelesen: 25065 # 19
@ erdinger @ lueckel2010 Ich danke Euch Beiden für die Hinweise, die ersten Erkenntnisse sind schon da. Beste Grüße aus Miesau
DL8AAM Am: 21.10.2019 02:39:36 Gelesen: 25052 # 20
Nur am Rande: Ich habe leider nur etwas zu älteren APO bis 1947 gefunden "Numerical listing of APO's, January 1942 - November 1947": https://ia802305.us.archive.org/11/items/NumericalListingOfApos/NumericalListingOfApos.pdf Gruß Thomas
DL8AAM Am: 21.10.2019 03:16:00 Gelesen: 25097 # 21
Ich habe durch Zufall im Netz eine interessante Veröffentlichung des US War Department von 1945 zur Operation Photomail (V-Mail) gefunden https://ia802601.us.archive.org/11/items/FM11-150/FM11-150.pdf und das offizielle Numerical listing of APO's, January 1942 - November 1947 https://ia802305.us.archive.org/11/items/NumericalListingOfApos/NumericalListingOfApos.pdf Gruß Thomas
mausbach1 (RIP) Am: 17.12.2019 08:53:30 Gelesen: 24672 # 22
US-Feldpostbrief APO 795 APO 795 vom 14.02.1945 von Khorramshahr nach Pouhkeepsie bei New York - Zensurstempel 751 Glückauf! Claus
hajo22 Am: 17.12.2019 12:11:02 Gelesen: 24656 # 23
Für den Berlin ab 1945 Sammler: APO 742 (Berlin) und APO 742A (= Flughafen Tempelhof). Ich kann einen (portofreien) APO-742-Brief vom 3.10.1956 zeigen. Der Orts-Brief wurde mit der Berliner Post befördert, was der Stempel von Berlin-Dahlem 4.10.56 bestätigt. hajo22
DL8AAM Am: 04.02.2021 15:46:42 Gelesen: 22947 # 24
US-Feldpostpaket nach Deutschland CN22-Formular der USPS mit eingedruckter Frankatur für ein Paket (Absender "Back in Time Trading Post"), regulär mit der zivilen US Post USPS beim Postamt Collins, MO 64738 eingeliefert, gerichtet an eine private US-Feldpost-Adresse in Deutschland; zum speziellem Feldpost-Portosatz "APO/FPO FLAT-RATE BOX / COMMERCIAL BASE PRICING", ausgewiesen im integrierten Absenderfreistempel (vom stamps.com; Gerätenummer 062S0007731690); 07.05.2012. In diesem Fall wurde der "Porto-Wert" im AFS nur textlich und nicht in Zahlen angegeben, u.a. weil die US Post den gewerblichen Versendern entsprechend deren Versandzahlen spezielle Portotarife bzw. Rabatte gewährt und so die Konkurrenz - über den Umweg des ausgewiesen Portos - eventuell Rückschlüsse auf den Umsatz ihrer Mitbewerber ziehen könnte. Da das Paket, trotz "Inlandssendung", ins Ausland ging, musste als Versandlabel ein CN22-Formular ("Customs Declaration", Zollerklärung) verwendet werden. Bei der Feldpost-Postleitzahl APO AE 09114 handelt es sich um den US-Standort Grafenwöhr in Bayern (Liste der Postleitzahlen bei [1]). CMR steht hier für Community Mail Room [2], das ist vereinfacht gesagt, ein ziviler Postraum mit Postfächern - im Gegensatz zu u.a. PSC (Postal Service Center), UMR (Unit Mail Room) oder OMDC (Official Mail Distribution Center), die ebenfalls oft in Feldpostadressierungen zu sehen sind. Beste Grüße Thomas [1] http://www.mfia.state.mi.us/olmweb/ex/foc/350x4.pdf - https://dhhs.michigan.gov/olmweb/ex/foc/350X4.pdf [2] https://stamps.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/774/~/how-to-send-apo%2Ffpo-military-mail
Briefuhu Am: 20.04.2021 14:05:58 Gelesen: 22488 # 25
Hoffe der Beleg ist hier richtig. Ein Brief von der U.S. Naval Advanced Base, Bremerhaven nach Bremen. Handschriftlicher Vermerk Official und Stempel der U.S. Navy vom 22.09.1955 Schönen Gruß Sepp
Wesi Am: 16.06.2021 18:18:16 Gelesen: 22007 # 26
Hallo Zusammen, hier ein aktuelles Beispiel der Barracks in Stuttgart, gestempelt im Mai in die USA.
Briefuhu Am: 05.11.2022 14:16:20 Gelesen: 18265 # 27
Hab hier einen Brief vom 03.04.1953 von der U.S. Army Headquarters, Munich District, German Youth Activities, APO 407, adressiert an Prof. Ernst Reuter, den ersten regierenden Bürgermeister von Berlin, der zur der Zeit auch Präsident des Deutschen Städtetages war. Bei German Youth Activities handelte es sich um ein Programm der US Behörden zur (Um)Erziehung der deutschen Jugend. Oben rechts ein Stempel "OFFICIAL MAIL" Schönen Gruß Sepp
Briefuhu Am: 17.06.2024 08:19:52 Gelesen: 13129 # 28
Dieser Brief ist zwar während des 2. Weltkriegs, möchte ihn wegen der APO Nr. doch hier zeigen. Brief vom 30.03.1943 von Seattle nach Cookville (Tennessee) APO 991, frankiert mit 6 Cent. Links unten handschriftlicher Zensurvermerk. Schönen Gruß Sepp
lueckel2010 Am: 17.06.2024 20:45:36 Gelesen: 13062 # 29
@ Briefuhu [#28] Guten Abend, Sepp, ein, wie ich finde, sehr schöner Beleg, den Du hier zeigst, insbesondere wegen der fast perfekt abgeschlagenen Entwertung (bei Feldpostsendungen eher die Ausnahme) sowie des handschriftlichen Zensurvermerks (der mir "so" noch nicht untergekommen ist). Gestatte, dass ich eine Korrektur und diverse Ergänzungen vornehme: Der Absender gehörte zu einer Einheit, die vom APO 791 betreut wurde. Das APO 791 war vom Mai 1942 bis zum 24. 11. 1945 (Auflösung) in Prince Rupert, British Columbia/ Canada, stationiert. Feldpostsendungen aus dem asiatisch - / pazifischen Kriegsschauplatz wurden hauptsächlich über San Francisco, aber auch über Seatlle, geleitet. Feldpostsendungen waren ( bei Landbeförderung in den USA) gebührenfrei. Hier wünschte der Absender jedoch eine Luftpostbeförderung von Seattle/ Washington, nach Cookville/ Tennessee. Dafür musste er dann zusatzlich 6 c frankieren. So, nun wird aber wieder Fussball geguckt. Weiterhin viel Spaß am gemeinsamen Hobby! Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
Briefuhu Am: 17.06.2024 21:42:47 Gelesen: 13027 # 30
@ lueckel2010 [#29] Hallo Gerd, vielen Dank für Deine Berichtigung (ich lese immer noch APO 991 oder 997) und Ergänzung, die so in meine Sammlung kommt. Schönen Gruß Sepp
drkohler Am: 17.06.2024 22:07:05 Gelesen: 13016 # 31
@ lueckel2010 [#29] (bei Landbeförderung in den USA) gebührenfrei. Hier wünschte der Absender jedoch eine Luftpostbeförderung von Seattle/ Washington, nach Cookville/ Tennessee. Dafür musste er dann zusatzlich 6 c frankieren. Grundsätzlich gab es damals zwei Arten von Post: a) Offizielle Post von Militär zu Militär. Das war gebührenfrei, ob zu Land, Wasser oder Luft. b) Post von Militärangehörigen an Private (oder umgekehrt). Hier galten die normalen Postgebühren. Das konnte für Soldaten stationiert irgendwo auf einer abgelegenen Pazifikinsel ruinös sein (70 c pro halbe Unze in solchen Fällen). Dezember 25, 1942 wurde dann eine Einheitsrate von 6c eingeführt. Anfänglich besass das Militär gar nicht genug Flugzeuge, um Post zu transportieren. Diese Flugzeuge waren als "Strategic Planes" deklariert und hatten besseres zu tun als private Liebesbriefe zu befördern. Und es hing vom Können des lokalen Militärkönigs ab, ob die Post überhaupt abging (im wahren Sinne des Wortes) wenn so ein Flugzeug gerade rumhing. Wenn möglich wurden zivile Linienfluglinien eingesetzt. Gerade beim obigen Brief ist das sogar wahrscheinlich, weil man ungestört von xy nach Seattle (und weiter von dort) fliegen konnte.
Briefuhu Am: 17.06.2024 22:39:23 Gelesen: 13006 # 32
@ lueckel2010 [#29] @ Briefuhu [#30] Hallo Gerd, weitere Recherchen mit Prince Rupert, British Columbia/ Canada bei ebay und anderen Anbietern ergaben, dass es sich um die APO 997 handelt. Der Absender meines Beleges hatte eine ziemliche "Klaue". Nochmals herzlichen Dank für Deine Bemühungen. Schönen Gruß Sepp
Shinokuma Am: 17.06.2024 23:41:04 Gelesen: 12992 # 33
Die APO Nummern, die früher noch dreistellig waren, sind auf moderneren Belegen mittlerweile fünfstellig. Ich zeige nachstehend mal einige Exemplare der vergangenen Jahrzehnte: Die drei Briefe aus den 80er Jahren tragen noch die Inschrift Army Postal Service, der neueste von 2016 die Inschriften Army Post Office und Army in Europe. Oben links: Entwertet mit einem Duplex-Handstempel vom 15.12.2016 mit der europäischen APO Nr. 09034 Oben rechts: Entwertet mit einem Maschinenstempel vom 13.12.1985 mit der New Yorker APO Nr. 09178 Unten links: Entwertet mit einem Duplex-Handstempel vom 26.2.1985 ebenfalls mit der New Yorker APO Nr. 09178 Unten rechts: Entwertet mit einem Maschinenstempel vom 24.10.1980 mit der APO Nr. 09102, obwohl der Absender die New Yorker APO Nr. 09403 angegeben hatte. Vielleicht hat ja einer der Experten hier eine Erklärung für die numerische Abweichung. Mit herzlichen Grüßen Gunther
lueckel2010 Am: 18.06.2024 00:10:58 Gelesen: 12982 # 34
@ Shinokuma [#33] Fünfstellige APO-Nummern wurden Anfang 1965 eingeführt. Sie sind an das zivile Postleitzahlen-System (ZIP CODE) der US-Post angelehnt. Moin (= gute Nacht), Gerd Lückert
drkohler Am: 18.06.2024 00:12:18 Gelesen: 12981 # 35
@ Shinokuma [#33] APO Nr. 09102 und APO Nr. 09403 stehen beide für Heidelberg (Army-Hauptquartier für Europa). Gestempelt wurde der Brief in Heidelberg. Der Brief ist korrekt adressiert ohne Länderangabe und geht an eine nicht-militärische Person, deshalb die 15c Marke. (Keine Ahnung warum im Absender New York steht).
DL8AAM Am: 18.06.2024 03:29:24 Gelesen: 12967 # 36
@ drkohler [#35] Keine Ahnung warum im Absender New York steht Vermutlich weil "man" das so musste. ;-) Als kleine Anekdote, als ich als kleiner wehrpflichtiger Panzergrenadier 1986 eine Übung in Hohenfels im Bayern machen durfte, hatte ich die Chance mich in den amerikanischen Teil zu schleichen und mit meinem "Green Baret" auf dem Kopf Einlass in das dortige Recreation Center (ein Festzelt mit bayerischer Volksmusik für übende Nationalgardisten) zu erlangen. Mein Grünes Berett dient hier wohl als eine Art von Eintrittskarte, denn selbst Offiziere grüßten mir (als kleinem pickeligen Panzergranadier) "zackig" zu. ;-) Dazu muss man wissen, dass im US Militär die Green Barets Mitglieder eines Spezialkräfte-Kommandos, des 1st Special Forces Command - Airborne, sind. Das ist dort die "Elite, der Elite der Kämpfer" [1]. Da wollte mir keiner den Zutritt verwehren ;-) Dort befand sich direkt neben der Bühne, neben der Theke, eine kleine temporäre Außenstelle eines US Army Feldpostamts, bei dem ich viele Briefmarken kaufen und auch direkt Sendungen aufgeben konnte. Der US-Militärpostler gab mir damals auch den Absender vor, den ich anzugeben hätte, nämlich die APO 09173 "in" New York (heute ist das AE 09173). Sendungen, die ich im Festzelt abgegeben hatten, erhielten den Feldpoststempel mit dem Namen Station 5 (d.h. "Postamt 5"), APO NY 09114, wobei der ZIP-Code 09114 dem Mutter-Feldpostamt in Grafenwöhr gehört. Der Stempel, den der Postler vor Ort im Festzelt führte (und mir für 'Gefälligkeitsentwertungen' sogar auslieh) trug übrigens die Bezeichnung APO NEW YORK 09657 UNIT 4, wobei ich bis heute keine sinnvolle Zuordnung dieser APO gefunden habe, außer für 1990 einen Eintrag für Saudi Arabien, aber keinerlei Verweise zu Hohenfels ... ? Beste Grüße Thomas [1] https://youtu.be/8kj9qv6rmG8 ;-)
drkohler Am: 18.06.2024 12:27:33 Gelesen: 12917 # 37
@ DL8AAM [#36] APO 09657 wurde nur während Operation Desert Storm gebraucht. 09657 gehörte: The 1st Corps Support Command from Fort Bragg: APO 09657.
DL8AAM Am: 18.06.2024 16:22:23 Gelesen: 12882 # 38
@ drkohler [#37] Super, vielen Dank! Verweise zu Saudi Arabien für die Jahre 1990/1991 hatte ich bereits im Netz gefunden. Dann hat wohl einfach nur "jemand" im Rahmen einer Übung (in Hohenfels übten damals recht viele US Army Einheiten, wir waren nur geduldete Gäste) temporär einen "Unter-Stempel" aus dem Bestand von Fort Bragg mitgebracht, um die eigenen, übenden Leute im Hohenfelser "Festzelt" zu beglücken. UNIT 4 spricht ja auch für eine kleineres "Detachment". Und 90/91 ging dann die "gesamte" APO 09657 zusammen mit der gesamten Einheit mit nach Saudi Arabien. Sieht also aus, wie ein "seltener" - bisher wohl auch nicht dokumentierter - Einsatz dieses Stempels ;-) Interessant war ja auch, dass der Armeepostler meine abgegebenen Sendungen nicht mit diesem Stempel entwerten wollte, sondern diese ungestempelt in den "Kasten" gingen (und dann wohl über Grafenwöhr abgefertigt wurden). Der APO 09657-Stempel diente hier im Zelt nur für die Gefälligkeitsentwertung meiner vor Ort gekauften Briefmarken. Was sonst mit diesem Stempel passierte, kann ich nicht sagen. Innendienst für die Abrechnung? ;-) Nochmals besten Dank Thomas
Journalist Am: 18.06.2024 18:06:25 Gelesen: 12835 # 39
Hallo an alle, dieser Tage ist mir beim Sortieren die folgende Einschreib-Postsendung aus Panama nach Deutschland aus dem Jahr 2007 aufgefallen: Auf den ersten Blick hat die Sendung nichts mit APO zu tun, aber aufgrund des amerikanischen Stempels, bei dem falsche Adresse angekreuzt ist, habe ich auch die Rückseite betrachtet: Hier findet man einen Stempel Army Postal Service - APO AE09165STA.2 Wo das allerdings liegt, ist mir nicht bekannt, kann hier jemand weiterhelfen ? Viele Grüße Jürgen
lueckel2010 Am: 18.06.2024 20:44:35 Gelesen: 12814 # 40
@ Briefuhu (#28) und [#30] Guten Abend, Sepp, "Asche auf mein Haupt!" APO 791 war natürlich falsch, APO 997 wäre richtig gewesen (Redaktion: Falls möglich, bitte korrigieren). @ drkohler [#31] Zwar wurden Sie kürzlich in einem anderen Thema zur USA-Philatelie von Richard als Fachmann "beweihräuchert", doch lassen Ihre Korrekturversuche zu meinem Post bei mir sehr starke Zweifel aufkommen, ob Sie wirklich ein solcher für die Thematik, über die hier geschrieben wird, sind. Ich kann es aus nachvollziehbaren Gründen nicht glauben! Ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen die Verfahrensabläufe zur Arbeit der US-Feldpost noch einmal lang und breit "vorkauen" soll. Da in diesem Thema bereits einige Male darüber berichtet wurde, habe ich letztendlich davon abgesehen, da mir einfach die Lust dazu fehlt! Vielmehr empfehle ich Ihnen, den nachfolgenden Scan* intensiv zu lesen. Dort wird das Procedere ausführlich und hoffentlich auch für Sie leicht verständlich erläutert! * Aus A. Meschenmoser "Die Amerikaner in Deutschland" (meiner Meinung nach die "Bibel" für deutschsprachige Sammler dieses hochinteresssanten Teilgebietes der USA-Philatelie, leider nur noch antiquarisch erhältlich). Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
drkohler Am: 18.06.2024 21:58:10 Gelesen: 12794 # 41
@ Journalist [#39] APO AE 09165 STA.2 bedeutet: AE: Europa, Mittlerer Osten, Afrika, Kanada 09165: Hanau STA 2: Zweite Stempelstation im Postamt
DL8AAM Am: 20.06.2024 17:04:35 Gelesen: 12516 # 42
@ drkohler [#41] STA 2: Zweite Stempelstation im Postamt Wobei Station hier weniger einen Schalter oder gar einen Stempel-UB beschreibt, als eine räumlich abgesetzte, separate "postalische (Sub-) Entität". Station übersetzt sich im US-"Postsprech" in etwa wie ein Postamt bzw. auch in ein untergeordnetes Tochterpostamt. Namen bzw. Benennungen von Stations können echte Postamtsnamen, einzelne Buchstaben oder auch Ziffern und Nummern sein. Wobei - was wir in einem anderen Thema bereits thematisiert hatten - die Ansprache bei Ziffern in Stempeln (ohne den Zusatz "Station") nicht immer leicht ist, das können Stempelunterscheidungskennzeichen sein (und sind sie in aller Regel auch, gefühlt zu 99%), aber (in "speziellen" Fällen) können das auch (selten mal) Postamtsbezeichnungen selbst darstellen. Beste Grüße Thomas
drkohler Am: 20.06.2024 19:59:19 Gelesen: 12488 # 43
@ DL8AAM [#42] Die Unterscheidung ist wahrscheinlich fliessend. Ramstein hat z.B. eine Northside Post Office, eine Southside Post Office und eine Kapaun Post Office. Die sind für verschiedenes Personal/Militärische Hierarchien zuständig, nicht jeder kann in irgend eine PO gehen.
DL8AAM Am: 20.06.2024 20:57:45 Gelesen: 12479 # 44
@ drkohler [#43] Jou, und ich gehe ebenfalls davon aus (auch auf Grund meiner seinerzeitigen Beobachtungen in Hohenfels), dass gerade diese "STATION xx"- oder "UNIT xx"- Sub-Entitäten einer APO auch mal temporärer Natur sein können, "umherwandern" oder einfach mal bei nach Bedarf aus der Schublade geholt werden und für den Rahmen einer Übung dann auch mal um die halbe Welt reisen können. ;-)
Briefuhu Am: 30.10.2024 08:38:11 Gelesen: 11487 # 45
Postkarte als Drucksache vom 29.06.1987 von den Pinder Barracks in Zirndorf APO NY 09070 nach Buttenwiesen. Stempel APO NY 09105, frankiert mit 14 Cent. Schönen Gruß Sepp
DL8AAM Am: 28.11.2024 20:09:36 Gelesen: 11088 # 46
Nur zur Information: In der Wayback Machine ist ein offzielles 140-seitiges PDF-Dokument des US Verteidigungsministeriums mit einer APO-Liste ("Military Post Office Mail Distribution Scheme, AD-A267 938") aus April 1990 geleakt ;-) https://web.archive.org/web/20140824081014/http://www.dtic.mil/get-tr-doc/pdf?AD=ADA267938
phornung Am: 10.12.2024 09:40:00 Gelesen: 10937 # 47
@ DL8AAM [#36] @ drkohler "New York" steht im Absender, weil das damals das Leitpostamt für Europa, Afrika und den Nahen Osten war. Es gab damals eben NY, MIA (Miami) für die Karibik, Mittel- und Südamerika sowie SF (San Francisco) für den pazifischen Raum. Ich habe jetzt nicht meine Literatur zur Hand, aber wenn ich mich recht entsinne, wurden Anfang der Neunziger neue Abkürzungen eingeführt. AE (Armed Forces Europe) statt NY, AA (Armed Forces Americas) für MIA und AP (Armed Forces Pacific) für SF. Das APO NY 09102 war das stempelführende APO in Heidelberg, wo sich verschiedene Hauptquartiere befanden (CENTAG, USAREUR). Es hatte mehrere Filialen, u.a. in den Campbell Barracks, in der Patrick-Henry-Village und im Shopping Center am Czernyring ("PX"). Die Bezeichnung APO NY 09403 gab es seit den 60ern nicht mehr in Poststempeln, es war nur noch eine sogenannte MAO ("Mailing Address Only") für das HQ USAREUR (https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_Army_Garrison_Heidelberg ) Bis zum 1. Golfkrieg waren in Heidelberg übrigens die amerikanischen Wohngebiete und das Shopping Center frei und ohne Kontrolle zugänglich. Man konnte mit US-marken frankierte Post in die blauen USPS-Briefkästen werfen - und auch in die APOs konnte man rein. Wenn ich Glück hatte, haben die Postler selbst Registered- und Certified-Briefe angenommen (wenn sie eine Absenderadresse trugen, die einigermaßen korrekt aussah).
phornung Am: 10.12.2024 10:02:52 Gelesen: 10932 # 48
@ DL8AAM [#36] Dass APOs Poststempel mit "Zweit"-ZIP Codes hatten, war nicht ungewöhnlich. Oft finden sich beide Stempel auf Einschreibsendungen: Die Marken wurden mit dem einen entwertet, auf der Rückseite waren rote Doppelringstempel mit dem anderen. Die Zuordnung der APO-Nummern ist am einfachsten, wenn man die entsprechenden Listen des War Cover Club/ der Military Postal History Society hat. Es gab zwar deutsche Publikationen (u.a. Meschenmoser). Die sind aber leider häufig unpräzise und gelegentlich falsch. Und zum Thema "STA." (Station) - das kann alles sein: Filiale/Schalter, Unterscheidungsbuchstabe, Untereinheit. Der Army & Air Force Postal Service war da nie so genau, was man auch an den vielfältigen Stempelformen sieht. Poststempel wurden nicht selten vor Ort zusammengesetzt, Rechtschreibfehler inklusive. Es gab ja auch deutsche Ortsbezeichnungen, also Klarnamen, oder die Namen von Kasernen in Poststempeln - was sicher nicht ganz im Sinne des Erfinders war. Sprich: Die haben lange gemacht, was sie wollten - zu unserem, der Sammler Glück. Bis heute gibt es übrigens diese Klarnamen/Ortsbezeichnungen in Poststempeln der sog. DPOs (Diplomatic Post Offices), die sich in diplomatischen Vertretungen (Botschaften/Generalkonsulaten) befinden, quasi als Nachfolger der dort früher befindlichen APOs (in Deutschland z.B. in Frankfurt am Main und München - siehe Abbildung). Hintergrund: Dem Pentagon wurde es irgendwann zu teuer, Militärpostämter auch für Diplomaten zu betreiben. Und so musste das US-Außenministerium (Department of State) selbst Postämter in Zusammenarbeit mit dem US Postal Service einrichten.
Holzinger Am: 10.12.2024 11:03:10 Gelesen: 10911 # 49
@ phornung [#48] Kleine Ergänzung zu "DPO", weil es eine doppelte Bedeutung hat. Es steht auch für: "DEATH"-PO, also auch für ehemalige - außer Betrieb befindliche - Postämter, meist in nicht mehr bewohnten Orten.
phornung Am: 10.12.2024 12:41:22 Gelesen: 10891 # 50
@ Holzinger [#49] Aber sicher nicht im Kontext der US-Post für Militär und Botschaften. Ehrlich gesagt scheint mir diese Bezeichnung ("Death Post Office") auch in anderen Zusammenhängen nicht logisch. Die Übersetzung wäre "Todespostamt". Ich kann mir am ehesten noch vorstellen, dass es den Begriff "dead post office" gibt, das hieße dann im übertragenden Sinne geschlossenes oder nicht mehr funktionierendes Postamt. Was ich kenne, ist "dead letter (post) office", die Rückbriefstelle.
Holzinger Am: 10.12.2024 14:31:00 Gelesen: 10877 # 51
@ phornung [#50] Danke für den Hinweis und die Ergänzung. Es kann sein, daß ich vor vielen Jahren - als ich mir eine Liste der Abkürzungen zusammen gesucht habe - einen Flüchtigkeits- (oder auch Gedankenfehler :-() geleistet habe. Ich habe meine Liste korrigiert.
drkohler Am: 10.12.2024 14:43:10 Gelesen: 10876 # 52
@ Holzinger [#49] USPS kennt diese Abkürzungen für Militärpost: Military – This is a Military/Embassy specific ZIP Code for an APO/FPO/DPO (Air/Army Post Office, Fleet Post Office or Diplomatic Post Office). Eine "Dead Post Office" gab es nie. In den Postal Bulletins wird/wurde jeweils angekündigt, wenn und wann eine PO zugeht/zuging. Briefe an nicht mehr existierende PO werden an den Sender zurückgeschickt. Früher gab es mal ein Dead Letter Office. Dort landeten unleserliche/falsche/kuriose Briefe/Pakete. Diese durften geöffnet werden, wenn der Adressat/Absender nicht herausgefunden werden konnte. Wenn der Absender verloren ging oder sich niemand meldete, wurden die Briefe nach einer gewissen Zeit vernichtet. Pakete entweder versteigert oder im Museum gesammelt wenn es kurios genug war. Nicht verkloppte Pakete wurden dann vernichtet. Evtl. Bargeld in Briefen/Paketen ging/geht an die Treasury.
JanClauss Am: 11.12.2024 11:37:30 Gelesen: 10770 # 53
@ phornung "Bis zum 1.Golfkrieg waren in Heidelberg ... amerikanische Wohngebiete und das Shopping Center frei und ohne Kontrolle zugänglich. Man konnte mit US-Marken frankierte Post in die blauen USPS-Briefkästen werfen - und auch in die APOs konnte man rein." Dasselbe kann ich für "Klein Amerika" in Bonn bestätigen: Als Klein-Amerika galt ein Unterunterunterstadtteil von Bonn-Bad Godesberg-Plittersdorf, nämlich die nach dem II. Weltkrieg gebaute erste fernbeheizte Siedlung für Angehörige der US-Amerikanischen Botschaft in Mehlem - samt CIA-, FBI- und NSA-Agenten (die übrigens teilweise noch heute in Godesberg-Mehlem stationiert sind): Da gab es neben dem legendären PX-Laden und (damals noch) Kentucky Fried Chicken (Name heute nur noch als Kürzel KFC vorhanden) auch ein US-Kino und natürlich das (Militär-) Postamt mit denselben Eigenschaften, wie sie mein Sammlerfreund (und Vorgänger als Jugo-Vorsitzender) Peter Hornung für Heidelberg beschrieb. In meiner Erinnerung war das Patrick-Henry-Village allerdings noch wesentlich "geschlossener" angelegt als Klein Amerika in Bonn. Seltsam, dass nach meiner Kenntnis heute niemand mehr echte Bedarfsbelege aus diesem Postamt sammelt bzw. zum Sammeln sucht; ich hatte 1 Dutzend davon jahrzehntelang wie Sauerbier angeboten.
epem7081 Am: 27.06.2025 22:39:16 Gelesen: 8397 # 54
Hallo zusammen aus einem erworbenen Fundus kann ich hier eine Feldpostkarte der US Army vom 8. Juni 1948 einbringen mit Urlaubs- oder Einsatzgrüßen aus Japan. Eine APO Nummer ist offenkundig nicht im Stempel enthalten. Der Absenderstempel lässt als (regulären?) Einsatzort Fort Mason Kalifornien vermuten. Mit freundlichen Grüßen zum herannahenden Wochenende Edwin
DL8AAM Am: 28.06.2025 01:02:11 Gelesen: 8390 # 55
@ epem7081 [#54] Hallo Edwin, Eine APO Nummer ist offenkundig nicht im Stempel enthalten. jein, keine APO Nummer, stattdessen findet sich unter dem Monat JUN aber die Kennung 7 BPO, dass steht für das 7th Base Post Office. Leider habe ich auf die Schnelle keine Information gefunden, wo dieses 7 BPO im Juni 1948 beheimatet war. In einem anderen Thema [1] wurde ein Beleg vom 4. Dezember 1943 gezeigt, da war dieses "Base" Postamt wohl auf der Insel Biak, Niederländisch-Neuguinea (heute Indonesien) stationiert. Bei JF-Stamps wird aktuell ein weiterer Beleg vom November 1943 angeboten, hier wird aber Australien als Standort angegeben [2]. Andere Beispiele aus 1944 [3] verweisen auf Port Moresby bzw. Nadzab im heutigen Papua-Neuguinea. Also zumindest während des Krieges dürfte das 7BPO im Bereich der Insel Neuguinea seine(n) Standort(e) gehabt haben. Die "c/o Angabe" Fort Mason bzw. SFPE (=San Francisco Port of Embarkation, ein Beiname für Fort Mason) in Kalifornien dient hier lediglich für den Leitweg, für den zivilen Zweig des Postweges, dort wird die Post von der zivilen US Post an die "Militärpost" abgeleitet (und umgekehrt). Wikipedia sagt dazu, Zitat während des Zweiten Weltkrieges wurde Fort Mason zum Hauptquartier des San Francisco Port of Embarkation, über welches das Geflecht von militärischen Transportstationen in der Bay Area abgewickelt wurde. 1,6 Mio. Passagiere und 23,5 Mio. Tonnen Fracht wurden von hier in den Pazifikkrieg geschickt, was zwei Dritteln aller von den USA im Pazifik eingesetzten Soldaten und mehr als der Hälfte aller Fracht an der Westküste entspricht. Die Höchstzahl wurde im August 1945 erreicht, als 93.986 Soldaten von Fort Mason aus transportiert wurden. [4]. Heisst hierüber liefen auch ein Großteil der Feldpostsendungen in den bzw. aus dem Pazifikraum. Beste Grüße Thomas [1] https://www.philaseiten.de/beitrag/365820 [2] https://jf-stamps.dk/de-de/lot/39037/australien-1943-us-army-7th-base-post-office-nov-13-1943-army-examiner-australia [3] https://www.postalhistory.com/results.asp?group=20&sort=3&cs=ng-pt [4] https://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Mason
epem7081 Am: 28.06.2025 09:00:20 Gelesen: 8369 # 56
@ DL8AAM [#55] Hallo Thomas, vielen Dank für Deine aufschlußreichen Informationen und Hinweise. Ich hatte hinter der von Dir nun entschlüsselten Kennung 7 BPO eher eine schlecht abgeschlagene Zeitangabe 7 8 ?? vermutet. Dank Deiner Forumsunterstützung wieder etwas dazu gelernt. Nochmals herzlichen Dank und schönes Wochenende. Mit freundlichen Grüßen Edwin
drkohler Am: 28.06.2025 15:05:42 Gelesen: 8342 # 57
In der Libray of Congress gibt es ein Photo: Title Central Mail Directory Room in the 7th Base Post Office, where WAC Sgt. Sara Polio from Hazelhurst, Penn. checks on the progress of a Japanese employee, Yokohama Created / Published 1949 Nov. 18. Demnach wäre das 7th Base Post Office in Japan (installiert in 1948) --- Redaktionell eingefügt: Titel Zentrale Poststelle im Postamt der 7. Basis, wo WAC-Sergeant Sara Polio aus Hazelhurst, Pennsylvania, den Arbeitsfortschritt eines japanischen Mitarbeiters, Yokohama, überprüft. Erstellt/veröffentlicht 18. November 1949.
DL8AAM Am: 06.10.2025 22:03:39 Gelesen: 6592 # 58
Und auch die US "APO-Feldpost" beteiligt sich an der Kartonphilatelie ;-) Sonderumschlag zum 20. Jubiläum des Endes der Berliner Luftbrücke am 12.05.1969, mit (Hand-) Schmuckstempel 20 TH / ANNIVERSARY / MAY 12 / 1949 – 1969 / ENDING OF THE BERLIN AIRLIFT / APO 09742 / – BERLIN –, mit den passenden Motiven, dem Luftbrückendenkmal in Berlin-Tempelhof und einen Rosinenbomber, einer Douglas Dakota (DC-3/C-47). Scheinbar setzte man seinerzeit postalische "Sonderfeldpoststempel" in den APOs aber (noch?) nicht so einfach ein, also gab's eine passenden, großen Zusatzstempel (von wem auch immer initiert) daneben ... echte APO-Sonderstempel gab's dann ja zum 50jährigen Jubiläum der Luftbrücke im Jahr 1998 ;-) - freigemacht mit 6 Cent (Franklin D. Rossevelt; Scott #1284 von 1966), - entwertet mit einem normalen (Standard-) Hand-Duplexstempel des Feldpostamts der US Armee "APO 09742" in Berlin (im 'Berlin Brigade Compound'): ARMY POSTAL SERVICE / 09742 / APO vom 12.05.1969. Beste Grüße Thomas
Münchensammler Am: 05.11.2025 20:37:17 Gelesen: 6059 # 59
Servus zusammen, mal ein etwas neuerer Feldpoststempel des Army Post Office in den Rose Barracks in Vilseck.
Briefuhu Am: 10.07.2026 18:55:55 Gelesen: 1490 # 60
Brief von der APO Nr. SF 96308, PHU BAI AIRPORT, VIETNAM, nach Hamburg, leider ohne Datum, vermutlich aber so um 1966. Stempel Postage Paid Port Paye und handschriftlicher Vermerk FREE. Kuvert Unites States Armed Forces Vietnam mit Landkarte von Vietnam. Schönen Gruß Sepp
Briefuhu Am: 07.08.2026 12:06:06 Gelesen: 608 # 61
Postkarte vom 23.01.2007 von RAF Alconbury/England nach Berlin. Abgestempelt wurde mit Airforce Postal Service, APO AE09470. Frankiert wurde mit 2 Marken zu je 39 Cent, Scott Nr. 4087 und 4088 von 2006. Die Royal Air Force Station Alconbury (IATA-Code: AYH, ICAO-Code: EGWZ), kurz RAF Alconbury, ist ein von den United States Air Forces in Europe (USAFE) genutzter Militärflugplatz im Vereinigten Königreich, zwischen Cambridge und Peterborough in der Grafschaft Cambridgeshire, East Anglia. Schönen Gruß Sepp
Reini46 Am: 07.08.2026 14:47:56 Gelesen: 576 # 62
Hallo,



Brief vom 13.5.1948 vom APO 777 ( Wien ) Express nach Washington D.C.
Ankunftsstempel 15.May ! auch vorderseitig received May 15 1948

Grüße

Reini46