Thema:
(?) (23) Briefe bestimmen: Deutsches Reich
Am: 27.06.2013 11:27:39
Gelesen: 12695
# 1
Hallo Freunde,
ich habe einen Reco Beleg von Euskirchen nach Paris frankiert mit 60 Pfennig. Meine Frage dazu; ist dieser Brief portogerecht frankiert ? Ich nehme an das es verschiedene Auslandszonen gegeben hat.
Und könnt ihr mir Bitte auch sagen wie dieser Brief bewertet wird. Im Internet habe ich herausgefunden das mehrere Werte von einer Marke höher Bewertet werden. Auch habe ich gelesen das der Recozettel bewertetet wird. Aber genaueres habe ich leider nicht herausgefunden. Welchen Sammlerwert hat dieser Brief cirka?
lg Franz
Am: 27.06.2013 12:07:01
Gelesen: 12660
# 2
Hallo Franz,
die Frankatur besteht aus Marken der Pfennig Ausgabe die 1880 verausgabe wurde. Also gelten die Gebühren des Weltpostvereins. Die Frankatur macht 60 Pfennig aus. das entspricht einem Recobrief der 2 Gewichtsstufe (über 15 g) ins Ausland.
Nach der Abbildung würde ich vermuten das es eine Vorderseite ist. Wäre entsprechend wertmindernd.
Zum Recozettel kann ich nichts sagen.
Viele Grüße
Altdeutschland
Am: 14.11.2019 12:46:47
Gelesen: 10331
# 3
Bestimmung eines Briefbeleges aus Biningen
Hallo,
ich bitte bei der Bestimmung dieses Briefes um eure Mithilfe, da dieses Sammelgebiet für mich neu ist:
Der Brief ist leider nicht datiert. Ich weiß nur das der Landkreis Ostrowo am 04.09.1939 von dt. Truppen besetzt und am 26.10.1939 in das Deutsche Reich eingegliedert wurde. Das Porto scheint nach dem Tarif des Dt. Reiches vom 01.12.1933 berechnet worden zu sein.
Welchem Sammelgebiet ist der Brief tatsächlich zuzuordnen? Deutsches Reich? Dt. Besetzungsgebiete?
Kann jemand vom Stempel her darauf schließen, wann der Brief geschrieben wurde?
Vielen Dank im Voraus.
Gruß
Detlef Reimann
Der Brief ist leider nicht datiert. Ich weiß nur das der Landkreis Ostrowo am 04.09.1939 von dt. Truppen besetzt und am 26.10.1939 in das Deutsche Reich eingegliedert wurde. Das Porto scheint nach dem Tarif des Dt. Reiches vom 01.12.1933 berechnet worden zu sein.
Welchem Sammelgebiet ist der Brief tatsächlich zuzuordnen? Deutsches Reich? Dt. Besetzungsgebiete?
Kann jemand vom Stempel her darauf schließen, wann der Brief geschrieben wurde?
Vielen Dank im Voraus.
Gruß
Detlef Reimann
Am: 14.11.2019 13:33:50
Gelesen: 10316
# 4
Der Brief kann nur aus dem 2. Weltkrieg sein, denn von 1920 bis 1939 gehörte die Gegend um Ostrowo zu Polen. Die Briefgebühr war dieselbe wie 1933. Wahrscheinlich ist der Brief von vor 1942, denn ab August 1941 kam die neue Dauerserie an die Schalter. Genauer kann man's wahrscheinlich nicht eingrenzen, ohne den Briefinhalt zu kennen. Jedenfalls - wenn's keine Mache ist - haben die Postler damals gepfuscht, denn der Poststellenstempel hätte neben die Marke gehört und letztere im Leitpostamt entwertet werden sollen.
-jmh
Am: 14.11.2019 13:56:45
Gelesen: 10303
# 5
@ jmh67 [#4]
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Der Brief muss demnach zwischen Sept. 1939 bis Mai 1945 geschrieben sein, denn die Freimarkenserie Hindenburg war bis zum Ende des Deutschen Reiches frankaturgültig.
Unklar ist mir noch weiterhin: Von wann bis wann der Rechteckstempel genutzt wurde und zu welchem Sammelgebiet (Deutsches Reich ?) der Brief korrekt zuzuordnen ist.
Kann mir hier noch jemand auf die Sprünge helfen?
Gruß
Detlef
Am: 14.11.2019 15:04:09
Gelesen: 10280
# 6
Wenn man bei Wikipedia nach dem Landkreis Ostrowo sucht, findet man, dass der Ortsname Bieningen nur 1939 bis 1943 galt. Sonst hieß/heißt der Ort Biniew und vom 18. Mai 1943 bis 1945 Biening. Das muss aber nicht viel besagen, denn manchmal wurden alte Stempel noch nach einer Umbenennung weiterverwendet.
Welches Sammelgebiet? Je nach Belieben und Ziel der Sammlung.
-jmh
Am: 14.11.2019 23:10:04
Gelesen: 10205
# 7
Ich habe eben mal in das letzte Ortsverzeichnis der Reichspost aus Mai 1944 geschaut. Interessant ist, dass Biening darin als Poststelle I verzeichnet ist. Ich weiß natürlich nicht, ob das 1939-1943 auch der Fall war.
Aber das wäre die Erklärung, warum die Marke im Fernverkehr mit dem Gummistempel entwertet wurde: Das war bei Poststellen I üblich, nur hatten diese üblicherweise einen Tagesstempel aus Metall und die Gummistempel waren den Poststellen II vorbehalten. Diese durften die Marken im Fernverkehr nicht damit entwerten.
Ich habe beobachtet, dass in den neu besetzten Gebieten vielfach auch größere Orte Gummistempel führten. Wahrscheinlich reichten die Kapazitäten der Stempelhersteller nicht, um alle gleich mit Stahlstempeln mit den deutschen Namen auszustatten.
Die Hindenburgmarke in der häufigsten Portostufe deutet mir auf die Jahre 1939-1941 hin. Danach würde ich die im August 1941 erschienen Hitlermarke dieser Wertstufe erwarten.
Ich habe keine weiteren Belege mit diesem Stempel finden können. Aber ich denke, dass es später wohl einen Stahlstempel gegeben haben könnte und es daher eher ein Beleg aus 1939/40 ist, der einen provisorischen Stempel trägt. Alles nur eine Hypothese.
Burkhard
Am: 10.03.2020 09:35:13
Gelesen: 9875
# 8
Liebe Leute,
mir ist der rote Anmerkung auf dem R-Brief schleierhaft: Was bedeutet hier?

M.E. ist das Porto korrekt: 10 Pfennige für den Brief + 20 Pfennige Einschreibgebühr.
Für alle Bemühungen vorab meinen besten Dank!
Glückauf!
Claus

M.E. ist das Porto korrekt: 10 Pfennige für den Brief + 20 Pfennige Einschreibgebühr.
Für alle Bemühungen vorab meinen besten Dank!
Glückauf!
Claus
Am: 10.03.2020 09:50:57
Gelesen: 9870
# 9
@ mausbach1 [#8]
Hallo Claus,
rückseitig steht “Adressat nicht angetroffen”, vorderseitig “Wo”. Der Adressat war unter der angegebenen Adresse nicht wohnhaft bzw. bekannt. Da der Brief nicht zurückging, gehe ich davon aus, dass er schlussendlich doch in Gotha zugestellt wurde.
Beste Grüße!
Lars
Am: 10.03.2020 10:10:38
Gelesen: 9861
# 10
@ Lars Boettger [#9]
Hallo Lars - sei gegrüßt!
Vielen Dank für die Antwort - den Begriff "Wo" hätte ich nicht gefunden - aber nun - prima!
Herzliches Glückauf aus dem schönen Siegerland!
Claus
Am: 10.03.2020 20:50:30
Gelesen: 9825
# 11
@ Lars Boettger [#9]
Ich widerspreche nur ungern, aber das "Wo" dürfte eher eine gekritzelte Portonotierung "30" darstellen, wie sie sauberer auch auf dem anliegenden Beleg vorgenommen wurde.
Grüße
Lars
Grüße
Lars
Am: 11.03.2020 07:24:15
Gelesen: 9798
# 12
@ Latzi [#11]
Hallo Lars,
stimmt, ich habe in den letzten Wochen meine Retour-Post-Sammlung für s'Hertogenbosch aufgemacht, da sieht man überall schon Briefträgervermerke wo keine sind. Es hätte halt so gut zu der Notierung auf der Rückseite gepasst.
Beste Grüße!
Lars
Am: 11.03.2020 08:21:25
Gelesen: 9790
# 13
@ Lars Boettger [#9]
@ mausbach1 [#10]
@ Latzi [#11]
Die 30 Pfennige sind als Porto korrekt. Weshalb die "30" rot?
Guten Morgen
Claus
Am: 11.03.2020 08:40:54
Gelesen: 9782
# 14
@ mausbach1 [#13]
Hallo Claus,
Porto wurde in blau notiert, Franko (wie in dem Fall hier) in rot.
Beste Grüße!
Lars
Am: 11.05.2020 17:04:02
Gelesen: 9571
# 15
Hallo Sammlerfreunde,
ein Rekobrief von Stuttgart am 23.12.1928 nach Andelfingen (Schweiz). Auf der Rückseite Ankunftsstempel ANDELFINGEN 24.12.28.
Da ich von diesem Sammelgebiet keine Ahnung habe, hätte ich ein paar Fragen zu diesem Brief:
Wie setzten sich die Briefgebühren zusammen?
War dieser Brief portogerecht?
Fällt der Brief unter den Begriff Massenware?
Bitte um eure Hilfe.
Liebe Grüße
Franz
Am: 11.05.2020 20:02:07
Gelesen: 9529
# 16
@ Franz88 [#15]
Hallo Franz,
nach meinem Michel Postgebührenhandbuch beträgt das Porto für die Periode 01.08.1927-30.06.1930 (Auslandsgebühren)
Briefe 40g-60g 55 Pfennig (3. Gewichtsstufe)
+ Einschreiben 30 Pfennig
= Gesamt 85 Pfennig
Somit ist deine erste Frage beantwortet. Da dein Porto 88 Pfennig beträgt, das erforderöliche Porto aber 85 Pfennig beträgt, ist dein Brief 3 Pfennige überfrankiert.
Als Massenware würde es nicht bezeichnen, ist aber auch nicht wirklich selten.
Grüße
Marcel
Am: 11.05.2020 23:27:24
Gelesen: 9493
# 17
@ Marcello [#16]
Hallo Marcel,
vielen herzlichen Dank für deine Info. Super!
Liebe Grüße
Franz
Am: 28.05.2024 22:59:36
Gelesen: 4673
# 18
Hallo,
ich möchte gerne zwei Briefe vorstellen und gerne Eure Meinung dazu hören.
Im Grunde dürften die gar nicht so existieren. Daher gehe ich von einer Mache aus.
Allerdings ist es so offensichtlich, dass das beim Postamt tatsächlich so durchgerutscht ist.
Bin gespannt was Ihr dazu meint.


Gruß Dieter


Gruß Dieter
Am: 30.05.2024 17:13:09
Gelesen: 4557
# 19
@ Dieter 66 [#18]
Bei dem ersten Beleg könnte ich mir vorstellen, dass das eine Briefumschlag-Wiederbenutzung war. Erste Verwendung noch im 3. Reich; die Zweitverwendung dann nach Kriegsende.
Schöne Grüße,
Reinhard
Am: 14.11.2024 12:13:56
Gelesen: 4033
# 20
Kann mir jemand das Porto dieses Luftpost Einschreibebriefes vom Deutschen Reich nach Kolumbien erklären?
Die kolumbianische Marke darauf macht eigentlich auch keinen Sinn.
Am: 17.11.2024 17:14:45
Gelesen: 3908
# 21
@ 22028 [#20]
Brief 25 Pf. + R-Geb. 30 Pf. + Luftpost / 20 Gr. 1,20 Mark + R-Sonderzuschlag (Columbien u. Ecuador) 90 Pf.
Summe: 2,65 Mark - also alles O.K. nur die 8 Centavos sind Ulk. (Quelle - LP-Handbuch von Otto)
Ich hoffe, es hilft. Regis
Am: 17.11.2024 19:51:04
Gelesen: 3882
# 22
@ Regis [#21]
Die Portoangaben werden von Schwarzer, Die Luftpostgebühren für deutsche Briefsendungen in das Ausland 1926-45, bestätigt. Im Mai 1929 flogen weder die Lufthansa noch die Air France nach Kolumbien, bleibt also nur der Transport per Schiff nach New York, von dort per Pan Am nach Südamerika (lt.Schwarzer Zwischenlandung in Cali, wofür sich aber kein Transit-Stempel findet). Innerhalb Kolumbiens wurde der Brief per Luftpost von Cartagena (17.6.) über Bogota (R-Stempel) nach Cunja befördert (26.6.)
Die 8 Centavos-Marke könnte evtl. ein innerkolumbianischer Beförderungszuschlag für eine Teilstrecke oder eine Zustellgebühr in Cunja sein.
Am: 13.12.2024 23:14:27
Gelesen: 3755
# 23
Hallo,
habe hier einen Brief, (Drucksache) den ich nicht eindeutig zuordnen kann.
Abgeschlagen mit einem Einkreissteckstempel „Zweibrücken 16 Mai 19xx“. Das Jahr ist nicht identifizierbar. Des Weiteren einen Freigebühr bezahlt Rundstempel 5 Pfg. Auf Grund des Steckstempel und der 5 Pfg. Porto muss er vor 1916 gelaufen sein.
Es könnte dann eine Drucksache über 50 gr. gewesen sein. So passt das Porto.
Warum aber ein Gebührenstempel und keine Briefmarke, war das damals gängige Praxis. Zweibrücken war ein Hauptpostamt. Kurios ist auch die Anschrift „Hier“ Poststr. Es gibt in Zweibrücken zwar eine Poststr., aber im Ernst, welcher Postbeamte würde vermuten, dass mit „Hier“ Zweibrücken gemeint sein soll. Die Rückseite ist blank, kein Absender vermerkt.
Evtl. hat jemand eine Idee, oder kann etwas zu dem Gebührenstempel sagen.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 13.12.2024 23:26:54
Gelesen: 3749
# 24
@ Dieter 66 [#23]
Die Drucksachengebühr bis 50 Gramm betrug 5 Pfennig ab 1.10.1918 - 5.5.1920.
d.h. Jahreszahl 2 Ziffern "19" für 1919
5 PF-Marken wurden nicht mehr in Massen nachgedruckt.
Alles Gute Regis
Am: 14.12.2024 09:06:18
Gelesen: 3720
# 25
@ Dieter 66 [#23]
Die Angabe 'Hier' war bei Ortspost allgemein üblich und für jeden Postbeamten problemlos verständlich. Die Jahreszahl '19' ist bei diesen bayrischen K1 ungünstig unten im Stempel angebracht, aber klar lesbar. Zweibrücken lag in der französischen Zone des besetzten Rheinlands. Möglicherweise gab es Lieferschwierigkeiten bei bayrischen Marken und die Postämter behalfen sich mit Gebühr bezahlt-Stempeln.
Gruß
chrly999
Am: 14.12.2024 15:05:15
Gelesen: 3686
# 26
@ Regis [#24]
@ charly999 [#25]
Hallo,
super, vielen Dank für Eure Aufklärung.
Hätte nicht gedacht, dass mit der Bezeichnung "Hier" damals allgemein üblich auch der Aufgabeort gemeint ist.
Das ist das gute an diesem Forum. Man lernt immer wieder neues dazu und zu 90 % entspricht es dem zeitgemäßen Standard.
Beste Grüße Dieter.