Briefmarken Atteste

Thema:

Zubehör: Werden die Albenpreise bald 100 % mehr kosten ?

Richard Am: 17.07.2012 08:32:23 Gelesen: 7291 # 1
In einem vor einigen Tagen eingegangenen Angebot der Firma Biener aus Reutlingen habe ich folgende Information gelesen: Bitte beachten Sie, daß vor allem die Alben ab September 2012 deutlich teurer werden, weil die Hersteller ihre Händlerpreise praktisch verdoppelt haben. Ob hierbei Vordruckalben oder Einsteckalben / Einsteckbücher gemeint sind, ging aus dem Text nicht hervor. Wer Informationen (und nicht Spekulationen) zur Preiserhöhung hat, darf sich gerne melden. Auch Händler, die selbstverständlich eine Mail senden können, wenn sie unter ihrem Namen nicht im Forum schreiben möchten. Schöne Grüsse, Richard
mausbach1 (RIP) Am: 17.07.2012 08:49:20 Gelesen: 7287 # 2
Hier dürften wohl Vordruckwerke gemeint sein, denn Einsteckalben/Einsteckbücher werden doch schon seit etlicher Zeit sehr preiswert angeboten. Beste Grüße Claus
Baber Am: 17.07.2012 15:07:48 Gelesen: 7216 # 3
Ein weiterer Grund mit dem Sammeln der Neuheitenflut aufzuhören. Auch die Kataloge werden bald nicht mehr bezahlbar sein, geschweige den immer größeren Platz, den sie im Schrank benötigen. Wann merken die Markenherausgeber endlich, dass sie langsam aber sicher den Ast absägen, auf dem eigentlich alle sitzen? Gruß Baber
Lars Boettger Am: 17.07.2012 15:31:00 Gelesen: 7203 # 4
@ Baber [#3] Immer weniger Sammler bedeuten, dass die Kosten steigen. Der Aufwand zur Herstellung von Vordruckalben bleibt bestenfalls gleich, aber die Umsätze dürften zurück gehen. Ich frage mich nur, wo Du eine Neuheitenflut siehst, das Lied singen die Sammler seit 100 Jahren. Beste Sammlergrüsse! Lars
drmoeller_neuss Am: 17.07.2012 16:48:35 Gelesen: 7183 # 5
Dazu kommt noch die Konkurrenz durch "Selbstdrucker". Neuheitenflut, da muss man nur Länder wie Belgien, Japan, USA, Frankreich etc. anschauen. Alle diese Länder kommen auf fast schon 200 Marken pro Jahr. Deutschland ist dagegen konstant geblieben, wenn man berücksichtigt, dass es früher Marken von "Bund" und "Berlin" gab. DDR rechne ich nicht, da die DDR ein separater Staat war. Mein Tipp: Die Neuheiten in ein klassisches Einsteckalbum, und die Albenblätter nach einigen Jahren günstig gebraucht bei ebay holen.
Lars Boettger Am: 17.07.2012 17:18:47 Gelesen: 7174 # 6
@ drmoeller_neuss [#5] Du nennst mit Frankreich und Belgien jetzt die ganz negativen Ausnahmen, USA und Japan sehe ich nur eingeschränkt auf der Liste der "Markenspammer". Sehr viele europäische Staaten verfolgen immer noch eine seriöse Ausgabepolitik. Ich persönlich hätte die DDR noch mit dazu gerechnet, da viele deutsche Sammler "Bund/Berlin/DDR" gesammelt haben. Beste Sammlergrüsse! Lars
Tabaluga Am: 17.07.2012 20:54:09 Gelesen: 7113 # 7
Die Markenflut ist in Deutschland - berechnet man die herausgebrachten Motive - in all den Jahren nicht wesentlich gewachsen, doch mich stört das motivgleiche Marken gleich in mehreren Varianten aufgelegt werden, zu fast jeder dritten Neuerscheinung gibt es dann zusätzlich eine selbstklebende und Marken von der Rolle, was soll der Blödsinn ? Würde die Deutsche Post den Sammler einfach ignorieren, so würde für den Normal Menschen das selbstklebende Markenheftchen reichen. Firmen benötigen kaum noch Briefmarken, daher meine Meinung, das Ganze wird nur dazu veranstaltet um den Philatelisten das Geld aus der Tasche zu ziehen, denn der Sammler sowie der Philatelist will ja immer komplett sein und so sammelt (nein kauft) er alle drei Varianten, das geht schon ins Geld ! Trotz allem einfach weitersammeln und sich nicht aufregen. mfg Jens
TeeKay Am: 06.12.2025 17:24:07 Gelesen: 1730 # 8
Bei Schaubek ist inzwischen eine Hyperinflation ausgebrochen. Nachträge kosten teilweise mehr als 20 Euro pro Albumseite! Z.B. 5 Blätter Israel 2024, 121,18€. Ohne Marken. Oder 3 Blätter Dänemark 2024 34 Euro. 2016 kosteten 7 Seiten noch 27 Euro, was ich auch schon als prohibitiv viel empfinde. 50 Blankoblätter kosten 38,50 Euro. Das ist so viel, dass es deutlich günstiger wird, sich die Blätter von Archivbox.com aus großen Bögen ausschneiden zu lassen, selbst zu lochen und den Verschnitt wegzuwerfen. Schraubbinder kosten inzwischen auch schon 65 Euro, Schutzkassette dazu (also geklebte Pappe mit aufgeklebter Stoffbahn) 55 Euro extra. Ich lobe auch einen Preis von 10 Euro aus für den ersten, der mir einen konkreten Kunden benennen kann, der 3097 Euro für das Vordruckalbum Bund 1949-2019 bezahlte.

Schaubek war früher ein günstiger Anbieter, so günstig, dass ich sie als 12-jähriger als meinen liebsten Zubehörhersteller auserkor. Jetzt sind sie der Hochpreisanbieter am deutschen Markt, ohne das Hochpreis-Image zu haben. Ich frag mich, an wen sie die Sachen noch verkaufen wollen. Das fragt man sich bei Schaubek vermutlich auch. Den letzten Messeauftritt gabs auf der IBRA 2023, und schon da hatte ich arge Zweifel, dass die Mitarbeiter:innen wissen, weshalb sie da sind. Sie waren zwar sehr freundlich, als ich sie ansprach, aber die Ansprache und dass da jemand tatsächlich etwas kaufen will, schien sie zu überraschen.

Es würde mich nicht wundern, wenn Schaubek in Kürze aufgäbe, weil man sich aus dem Markt gepreist hat.
nagel.d Am: 06.12.2025 17:42:56 Gelesen: 1707 # 9
Ich habe vor Jahren bereits auf Ringblätter von Leuchtturm/Prophila umgestellt. Derzeit kostet da ein Paket 5 doppelseitige Blätter 8,99 Euro zzgl. Versand. Ich bestelle diese so wie ich sie brauche, meist 5 - 10 Pakete auf Vorrat. Auch bestelle ich dann mal B-Ware mit Verpackungsmängel. Alles andere war mir vor Jahrzehnten schon zu teuer.
TeeKay Am: 06.12.2025 19:22:51 Gelesen: 1628 # 10
Ja, Vordruckalben und Blankoblätter, die sich in Vordruckalben einfügen, waren schon immer teuer. Aber inzwischen steht der Preis bei Schaubek ja in keinem Verhältnis mehr zum Wert, den man bekommt. Wenn ein bedrucktes und mit ein paar Klemmtaschen beklebtes Blatt Papier, kaum größer als A4, mehr als 10 Euro kostet, dann deutet das auf Einzelstückfertigung hin. Warum macht man es dann überhaupt? Gibt es auf der Welt wirklich jemanden, der im Falle des Vordrucks für Israel sogar etwas mehr als 25 Euro pro Blatt (!) ausgibt, um da ein paar Neuheiten anzuordnen, die deutlich weniger kosten als das Vordruckblatt? Dass die im Wesentlichen aus Pappe, Klebstoff und Stoffbahn hergestellten Schraubbinder mit Kassette inzwischen 120 Euro kosten, macht dann das gesamte Albensystem so teuer, dass es nicht einmal mehr Sinn ergäbe, auf Blankoblätter zu wechseln. Mir gefielen bislang die Alben von Archivbox rein optisch nicht, aber der Preisunterschied ist inzwischen so eklatant, dass ich wohl das System wechsle. Die Schaubek-Albenblätter passen dort in die Ringbinder.
22028 Am: 06.12.2025 20:21:29 Gelesen: 1583 # 11
@ TeeKay [#10] Mir gefielen bislang die Alben von Archivbox rein optisch nicht Ich nutze die seit langem, Optik ist mir unwichtig, Funktion (und Preis) ist mir wichtiger.
drmoeller_neuss Am: 07.12.2025 00:57:07 Gelesen: 1476 # 12
@ TeeKay [#8] Kaufe doch einfach DIN A3 Blätter und schneide sie mit einer Schneidemaschine entsprechend auf das Schaubek-Format zurecht. 190 Gramm Karton gibt es eigentlich fast überall. Kosten pro Blatt etwa 10 Eurocent. Dann besorge Dir eine Lochzange bzw. einen Einzelloch-Locher (ca. 20 Euro). Wenn Du geschickt bist, kannst Du den ganzen Papierstapel auf einmal mit einer Bohrmaschine und einem Holzbohrer "lochen". DIN A3 Blätter lassen sich mit einem entsprechenden Drucker bedrucken, ich empfehle einen Tintenstrahldrucker. Gebrauchte Binder in allen Varianten und Farben gibt es auf ebay. Manchmal lohnt sich auch die Ersteigerung einer Restsammlung mit dem passenden Zubehör (bei fast allen Auktionshäusern in der Gebotsabteilung). Schaubek-Blätter passen auch in einen Leuchtturm-Klemmbinder und umgekehrt. Ich verkaufe auch gebrauchtes Zubehör auf ebay, einfach drmoeller_neuss fragen. Ich kann aus Zeitgründen nicht alles einstellen, was ich habe.
TeeKay Am: 07.12.2025 12:22:14 Gelesen: 1352 # 13
@ drmoeller_neuss [#12] Weiß ich alles, mache ich teilweise auch schon so. Mir geht es aber nicht um mich, sondern um die Anbieter und den Gesamtmarkt. Wenn sich eine Firma aus dem Markt preist, wird es sie nicht mehr lange geben. Und wenn es niemanden mehr gibt, der die irgendwann bei eBay gebraucht verkauft, dann wird es die auch nicht mehr gebraucht geben. Vieles würde ich auch nicht geschenkt gebraucht haben wollen, weil die Qualität der Produkte bei einigen Sammlern so litt, dass ich die meinem Material nicht zumuten wollen würde. Es gibt auch einige philatelie-spezifische Zubehörartikel, für die es gut wäre, mehrere voneinander unabhängige Anbieter zu haben. Darüber hinaus ist es für mich eine unternehmerphilosophische Fragestellung: Was und vor allem wen denkt man bei Schaubek, mit dieser Preisgestaltung erreichen zu können?
drmoeller_neuss Am: 07.12.2025 13:17:52 Gelesen: 1298 # 14
@ TeeKay [#13] Schaubek ist doch schon lange aus dem Briefmarkengeschäft. Sie machen noch ein wenig Umsatz mit Münzzubehör, und im übrigen Import/Export über die Selex GmbH, die zu Schaubek gehört. [1] Da Schaubek früher fast die ganze Welt führte, hatte die Firma exklusive Exportbeziehungen, die auch für andere Waren nützlich sind. [1] https://www.northdata.de/Schaubek+GmbH,+Markranst%C3%A4dt/Amtsgericht+Leipzig+HRB+17985
drmoeller_neuss Am: 07.12.2025 13:32:28 Gelesen: 1277 # 15
@ drmoeller_neuss [#14] Es ist ein grauer, trüber Tag in Ulm. drmoeller_neuss sitzt vor dem Computer und versucht mehr Informationen zu Schaubek herauszufinden. Nun bin ich auf der Webseite des Schaubek Verlages, eine Gruppe der Schaubek GmbH. [1] Dort hat man sich von der Philatelie schon längst verabschiedet und bietet einen umfassenden Service für Printprodukte, angefangen von Layout-Service bis hin zum Versand. Aus der Selbstdarstellung des Verlages: *********************************************************************************************** Das Jahr 1871 Der Schaubek Verlag besteht seit über 150 Jahren. Im Jahre 1871 gegründet, war Schaubek die Top-Adresse für alle Dinge, die mit dem Sammeln von Briefmarken zu tun haben. Nun, das ist Geschichte. Die Liebe zum Papier ist geblieben. Schaubek heute Heute sind wir Ihr kompetenter Partner für Layout und Satz; für Gestaltung und modernes Druckdesign. Durch die Partnerschaft mit dem hauseigenen Logistikunternehmen pac4you.de können wir Ihre Drucksachen auch einlagern, konfektionieren und versenden. *********************************************************************************************** Die Unternehmensphilosophie liest sich hier schon etwas anders als auf den Schaubek-Seiten mit den Albenblättern. Um TeeKays Frage zu beantworten: Ja, die Preise für die Nachträge sollen Sammler abschrecken, neue Nachträge zu bestellen. Man verdient sein Geld mit anderen Sachen (irgendwo taucht auch Babykleidung auf). Um den gut eingeführten Namen Schaubek halten zu können, bietet man eben noch Briefmarkenalben für ein paar Hartgesottene an. Wenn jemand einen Israel-Nachtrag haben möchte, dann werden 10 Stück im Digitaldruck hergestellt und der Praktikant klebt die Hawidtaschen auf. [1] https://schaubek-verlag.de/ [2] https://pac4you.de/referenzen/
Thorn Am: 07.12.2025 14:44:12 Gelesen: 1227 # 16
@ Lars Boettger [#6] Schön wärs bei Japan. Da kommen eher um die 600 Marken pro Jahr neu auf den Markt + etliche Spezialausgaben die den x-fachen Portopreis kosten. Das kann schon lange keiner bezahlen und Sammler die diese Neuheiten sammeln, kenne ich keinen einzigen. Sammlergrüße, Thorn