Thema:
Ganzsachen bestimmen: Indien
Wer kann mir sagen, was ich hier für "Schätze" gefunden habe?

Meine Ganzsache 1 aus Indien

Nr. 2

Nr. 3 und 4, wobei die auf der Rückseite wie folgt aussehen!

"Werbung"

und meine Nr. 5.
Würde mich freuen, wenn hier jemand Licht ins Dunkel bringt!
Danke.
euer Martinus
Da sich hier sonst wohl keiner für zuständig hält, werde ich mal antworten.
Die oberste Karte erschien im Jahr 1879 in Britisch Indien. Der Wertstempel nennt sich "Kopf der Königin Viktoria nach links im gekehlten Rahmen". Im Ascher-Katalog wird die Karte als P 2 bezeichnet.
Die zweite Karte von oben, ebenfalls aus Britisch Indien, erschien im Jahr 1899; es handelt sich um Ascher P 12. Diese Karte trägt nun nicht mehr die Inschrift "British India" und das Wappen sitzt nicht mehr oben in der Mitte der Karte, sondern links oben.
Die beiden folgenden Karten stammen ebenfalls aus Britisch Indien und sind zusammen mit der obersten Karte im Jahr 1879 erschienen; es handelt sich jeweils um Ascher P 1.
Die letzte Karte, Zugabe genannt, wurde in dem indischen Teilstaat Gwalior im Jahr 1886 herausgegeben. Die frühen Postkarten von Gwalior unterscheiden sich zum einen dadurch, ob der indische Überdruck im Wertstempel über oder unter dem Wort GWALIOR steht, aber auch durch die Farbe der aufgedruckten Wappen. Bei der gezeigten Karte handelt es sich um Ascher P 2.
Zur besseren Kenntnis dieser Kartenart zeige ich nachstehend eine postfrische Ascher P 4 aus Gwalior. Es handelt sich um die zugehörige Doppelkarte, wobei der Wertstempel mit P 2 identisch ist.

Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#2]
"Danke" ! :-)
Ich hebe die Karten erst mal auf! :-)
@ Cantus [#2]
Und so sieht eine gestempelte Gwalior-State-Ganzsache aus. Die 2 Kobras sind schon beeindruckend.
Die Karte datiert vom 4.11.1895 und ging nach ? an ?
Aber nett zum Ansehen.

Viele Grüße
Jochen
@ hajo22 [#4]
Hallo Jochen,
das, was du zeigst, ist aber eine andere Ganzsachenpostkarte. Martinus und ich haben P 2 gezeigt, also die Ausgabe von 1886; dabei ist das Wappen in rotbraun aufgedruckt. Deine Karte ist eine P 5 der Ausgabe von 1888; hier ist das Wappen in schwarzer Farbe gehalten.
Schade nur, dass du das Stück wie ein Verkaufsangebot präsentierst, oder warum steht da ein Preis von 40,-- drauf?
Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#5]
Hallo,
war mal der Ankaufspreis, ist kein Verkaufspreis. Grundsätzlich verkaufe ich Belege, die ich im Forum zeige, nicht.
Grüße
Jochen
@ Cantus [#5]
Hallo Ingo,
ein wenig habe ich mich schon geärgert, aber ich bin selber schuld, da ich den Aankaufspreis übersehen und nicht wegradiert habe. Die Ganzsache ist in einer kleinen Spezialsammlung enthalten, die ich bei Gelegenheit ergänze. Es handelt sich um das Thema (Arbeitstitel) "Gebrauchte Ganzsachen rund um die Welt vor 1900". Dabei interessiert mich vor allem die Aussage einer Ganzsache und ihre Herkunft, weniger die Katalognummer. Diese Kobra-Ganzsache war nicht ganz billig (wie Du gesehen hast, Preis allerdings aus der DM-Zeit), aber mit den Schlangen ein echter "Exot" und daher bestens geeignetes Material.
In dieser Sammlung gibt es Gebiete bzw. sogar Länder, die schon lange nicht mehr eigenständig existent sind. Das macht den Reiz einer solchen Sammlung aus, die nie komplett werden kann.
In diesem Sinne und mit dem nochmaligen Hinweis, daß ich dieses Forum nicht als Verkaufplattform zu nutzen gedenke. Wenn ich etwas verkaufen möchte, kann ich es bei ebay oder delcampe oder sonstwo einstellen.
Gruß
Jochen
Hallo Jochen,
das Thema, das du da sammelst, finde ich außerordentlich interessant, etwas Ähnliches hatte ich auch einmal begonnen, bin dann aber wieder davon abgekommen, da dann meine anderen Sammelgebiete zu sehr darunter leiden. Der Preis für die gezeigte Karte war mit Sicherheit zu hoch angesetzt, aber letztlich bestimmen ja Angebot und Nachfrage den Preis. Und Katalognummern gebe ich in aller Regel nicht nur für die an, die da etwas zeigen, sondern grundsätzlich für alle, die sich den Beitrag anschauen, denn über die Katalognummern kann man häufig auch Rückschlüsse auf die Abfolge der Herausgabe ziehen. Indien ist da übrigens ein reizvolles Sammelgebiet, denn da gab es einstmals eine Vielzahl von hier weitgehend unbekannten Einzelstaaten oder Sultanaten, die oftmals auch eigene Ganzsachen herausgebracht hatten.
Mein Fingerzeig mit dem Preis sollte eigentlich nur eine kleine Ermahnung sein, sich einzuscannende Belege vorher genau anzuschauen und alles das nach Möglichkeit zu entfernen, was nicht originaler Teil des jeweiligen Beleges war oder ist.
Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#8]
Hallo Ingo,
das ist nur ein kleines Sondergebiet, das ich so nebenbei pflege, wenn mal was anfällt. Von den indischen Kleinstaaten habe ich eine Vielzahl von Ganzsachen/-umschlägen, da ist nichts selten. Die Kobra-Ganzsache hatte ich gelaufen noch nicht gesehen. Vielleicht habe ich damals zuviel bezahlt, kann sein, aber das egalisiert sich dann wieder mit günstigeren Ankäufen. Schließlich bekommt man das nicht alle Tage. Ansonsten kann man hier für kleines Geld so nach und nach (nicht mit Gewalt) eine schöne Sammlung zusammentragen. Ich habe nicht alle Ganzsachen-Kataloge, wenn ich was wissen will, fahre ich nach München zur Bibliothek. Mein Kriterium ist nicht die Katalognummer, sondern das Verwendungsjahr. 1899 ist Schluß.
Leider sind die Preise bei japanischen und chinesischen Ganzsachen in letzter Zeit explodiert, so ganz toll bin ich da nicht sortiert. China ist nach 1900 einfacher zu sammeln verursacht durch den "Boxeraufstand" und der damit verbundenen Welle an Souvenirs - aber eben nach 1900.
Grüße
Jochen
An meine Ausführungen in [#7] knüpfe ich an und zeige einen Ganzsachenumschlag aus Travancore.
Aus Wikipedia weiß ich, daß es sich um ein Hindufürstentum handelte, das sich im äußersten Südwesten Indiens befand. Dieses Fürstentum hatte eine eigene Staatspost, die ab 1888 Briefmarken herausgab.
1949 erfolgte der Anschluß an Indien.
Meine Fragen:
- Ausgabejahr des Ganzsachenumschlages? Ich entziffere noch auf dem Wertzeichen "Chuckram (one?), Kleinmünze.
- wer kann den Umschlag datieren (2 Ankunftsstempel auf der Rückseite) ?
Dieser Umschlag liegt seit Jahren in meiner Kiste "nicht datierbar" und harrt der Zuführung in die Ganzsachensammlung: Thema alle Welt gestempelt bis 1900.
Wer kann da helfen?

Gruß
Jochen
@ hajo22 [#10]
Hallo Jochen,
das ist U 1, herausgegeben 1889, oder U 5, herausgegeben 1890, mit dem Frankaturwert von 1 Ch. (= Chuckram). Die Feinheiten des Unterschiedes liegen in der Darstellung des Wertstempels, das kann ich aber bei der Vergrößerung nicht zweifelsfrei erkennen.
Viele Grüße
Ingo
@ Cantus [#11]
Hallo Jochen,
der linke Wertstempel gehört zu dem Umschlag von 1889, der rechte Wertstempel zu dem von 1890. Vergleiche bitte selber.

Viele Grüße
Ingo
Hallo Ingo,
herzlichen Dank. Es ist eindeutig der rechte Wertstempel chuckram one, der linke lautet ja chuckrams four.
Also 1890 herausgegeben und damit höchstwahrscheinlich vor 1900 verwendet. Kommt in die Sammlung und aus dem Karton heraus ans Licht.
Ich zeige morgen noch eine Karte aus 1897, bei der ich den Absendepostamtsstempel nicht lesen kann. Vielleicht philatelistischer Detektiv Ingo? Bitte beachte auch die Rückseite der Karte mit dem Werbe- und Tauschangebot!
viele Grüße und nochmals danke.
Jochen
Hier die Ergänzung (Bilder) zu [#13]:

Vielen Dank für eine Hilfe.
Gruß Jochen

Heutiger Neuzugang.
Den Stempel mit dem Halbmond fand ich spannend und exotisch für meine Sammlung.
(vorab:) Informationen: Ganzsache von Hyderabad ! einzigster Hinweis soweit. Ersichtlich durch den Eindruck der 1/4 Anna Frankatur. Siehe ungebrauchte Karte unten.
Das war es aber auch schon für mich. Ein Datum oder einen Ort kann ich nicht entziffern.
Auf der Rückseite nur Text in der gleichen Form der Anschriftenzeile ...., kein Datumshinweis. Weitere Recherche ist notwendig.
Gegründet in 1591 wurde Hyderabad die Hauptstadt des Indischen Staates Telangana, dieser in 2014 offiziell unabhangig erklärt von Indien.

(aus dem internet: picclick.com)
@ London-Dieter [#15]
Hallo Dieter,
leider ist in deinem Stempel das Datum nur unvollständig abgeschlagen. Zum Vergleich aber zunächst ein besser zu erkennender Halbmondstempel:

Oben im Stempel steht der Ort - den kann ich leider auch nicht identifizieren.
Kann einer von euch den Ort bestimmen?
Tag: ٢٩ = 29
Monat: ذو القعدة = Dhu l-qaʿda = der 11. Monat des islamischen Kalenders
Jahr: ١٣٠٦ = 1306
Der Brief wurde am ٢٩ ذو القعدة ١٣٠٦ AH = 29.11.1306 AH = 27.07.1889 AD aufgegeben.
Zu deinem Stempel:

Auch hier kann ich nichts zum Ort sagen.
Tag: 14 (die 4 ist eine typische Urdu-Ziffer)
Monat: شعبان = Sha'ban = der 8. Monat des islamischen Kalenders
Jahr: es ist nur die 3 als zweite Ziffer der Jahreszahl eindeutig zu erkennen. Evtl. ist die letzte Ziffer eine "0".
Du schreibst
"Auf der Rückseite nur Text in der gleichen Form der Anschriftenzeile ...., kein Datumshinweis"
Würdest Du das Datum in Urdu erkennen? Vielleicht ist es doch nicht verkehrt, die Rücksite zu zeigen.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#16]
Hier ist die gewünschte Rückseite.
Danke dafür, dass Du Dich der Sache widmest. thumbs up.
Die Karte ist insgesamt kein Prachtstück, aber wie bereits erwähnt; ich war fasziniert von dem für mich unbekannten Stempel. Bin ein wenig stolz darauf soweit schon einmal selbst herausgefunden zu haben, dass die Karte nicht aus Indien kommt (wie der Vorbesitzer meinte), und auf meine 'Detektivarbeit' in einem mir unbekannten Gebiet. Der Stern unten im Stempel löste ein erstes Alarmsignal bei mir aus.
Mal sehen, ob ich eines Tages eine bessere Karte bekommen kann.
@ London-Dieter [#17]
Hallo Dieter,
das ist wirklich schwierig! Evtl. steht ganz unten schräg unterstrichen die Zahl 1300.

Das würde zu dem Stempel passen. Das Wort darüber hat aber keine Ähnlichkeit mit dem Monatsnamen شعبان = Sha'ban. Darüber könnte wiederum eine 13 sein. Das würde wiederum passen. Alles ist aber viel Spekulation.
Der 14.08.1300 AH = 20.06.1883 AD. Hast Du Informationen dazu, wann die Postkarte herausgegeben wurde.
Viele Grüße
Volkmar
@ volkimal [#18]
Leider habe ich keinerlei Informationen. Der Vorbesitzer von eBay anscheinend auch nicht. Es ist zwar richtig spannend, aber ich denke da der Stempel recht schwach ist, werden wir wohl nicht mit Genauigkeit dahinter kommen. Werde meine Augen aufhalten für ein besseres Stück.
Danke Volkmar!
@ volkimal [#16]
Hallo Volkmar,
ich glaube ich habe die Karte gefunden.
Nach meinen Unterlagen handelt es sich um die Ascher Nr. 3 aus 'Haiderabad' (damalige Schreibweise).
Das wäre dann 1895 verausgabt, aber mit einem Fragezeichen in Klammern (?)
Nachgravierter Wertstempel, bei dem die waagerechten Ranken oben im Wertstempel nicht mehr das Schriftband berühren (alte Preistabelle 1988 im Ascher mit 30 DM).
@ volkimal [#16]
Hallo Volkmar,
dein Umschlag ist der U 1 von Haiderabad, erschienen und in Gebrauch zwischen 1877 und 1887. Der Wertstempel zu 1/2 Anna wird ursprünglich als rot-braun beschrieben, bei deinem Umschlag ist die Farbe etwas verblasst. Der komplett erhaltene Umschlag (leider sind diese Umschläge seitlich meist beschnitten oder grob geöffnet) hat in etwa das Format 136-138 x 78-80.
Viele Grüße
Ingo
Hallo,
zwei Ganzsachen, die ich bei der Philaseitenauktion erworben habe. Bei der gelochten werden einige aufjaulen, weil nicht perfekt. Da es mein einziges Exemplar ist, kann ich trotzdem gut damit leben. Beide kommen aus Jaipur, einer Stadt an der ich sehr gute Erinnerungen habe. Quasi einer meiner Lieblingsstädte in Indien, dessen Besuch ich jedem sehr empfehlen kann. Allein deswegen haben sich die Ganzsachen schon gelohnt. Bei indischen Ganzsachen oder Briefmarken bin ich aber nur ein kleiner Padawan, was Wissen und vor allem Marken/Briefen/Ganzsachen aus diesem Gebiet betrifft. Wer die Karten einteilen und Infos dazu geben kann, wäre ich dankbar dafür. Aber ich werde sie nicht ausschneiden, versprochen. :)
Grüße Oliver


[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Ganzsachenauschnitte um 1900]
Dieses AEROGRAMM von Bombay (?), datiert vom 31.12.54, ist natürlich eine Ganzsache, wie ich soeben merkte. Wäre interessant zu wissen, was für eine Ganzsache es ist.
Bitte an die Redaktion: verschieben nach Ganzsachen bestimmen Indien.
10Parale
@ 10Parale [#23]
Hallo,
dies ist ein 1954 erschienenes Aerogramm (Nr. FG 14 im Katalog von Higgins & Gage). Portogerechte Verwendung in die Schweiz.
Gruß
Christian
@ M.P.D. [#25]
Hallo Mike,
unten links steht auf beiden Briefen die Zahl ۱۲۹۳ = 1293. Das ist vermutlich die Jahreszahl nach dem islamischen Kalender. 1293 AH = 1876 AD. Sicher kann ich es aber nicht sagen, da in den verschiedenen Teilen Indiens sehr viele verschiedene Kalender galten.
Mal sehen, was die anderen sagen und wann die Ganzsachen herausgegeben wurden.
Viele Grüße
Volkmar
Hallo Volkmar,
danke für deine Antwort schon einmal. Ich denke das haut hin mit der Jahreszahl, da bei anderen aus dem LOT ich diese entziffern konnte und die alle so aus den Jahren um 1880 - 1890 +/- sind.
Hoffe aber auch auf weitere Infos dazu.
Gruß
Mike
@ M.P.D. [#27]
Hallo Mike,
laut Ascher handelt es sich um den 1875 ausgegebenen Ganzsachenumschlag Nr. 7 mit farblosem Klappenstempel. 1988 wurde so ein Umschlag in gebraucht mit 7 DM bewertet, also keine Rarität. ;-)
Gruß Michael
@ M.P.D. [#25]
@ inflamicha [#28]
Vielen Dank Michael für deine Antwort, das bringt etwas mehr Klarheit in die Angelegenheit.
Ergänzend zum vorherigen Beitrag möchte ich noch dieses Stück zeigen, dass ich gerade gefunden habe.
Nach meinen Recherchen müsste es Hyderabad um 1880 sein. In einem anderen Beitrag hier im Forum las ich Ascher P4 oder P5.
Wir streiten gerade über die Schrift. Ist es Sanskrit oder Urdu? Weiß das jemand?
Des Weiteren stellt sich mir auch hier die Frage nach dem Wert. Bei meiner Recherche stieß ich auf ein Angebot, in dem der Umschlag mit 22,00 Euro bepreist ist und frage mich gerade ob das ein realer oder ein Mondpreis ist?
Evtl. kann mir da auch jemand was zu sagen?
Vielen Dank für eure Hilfe.
Gruß
Mike
@ M.P.D. [#29]
Hallo Mike,
ja, dein Brief kommt aus dem indischen Fürstenstaat Hyderabad. Die Post Hyderabads führte 1870 Datumsstempel ein und datierte zunächst nach dem islamischen Kalender. Im Jahre 1316 AH = 1898/99 AD stellte man dann auf den Fasli-Kalender um.

Auf deinem Brief und in dem Stempel auf der Rückseite ist die Jahreszahl ۱۳۰۸ = 1308 gut zu erkennen. Diese Jahreszahl gehört eindeutig zum islamischen Kalender.
Beim Stempel steht oben der Tag ۲۳ = 23. In der Mitte folgt der Monat شوال = Schawwal.
Der Stempel ist also vom 23 Schawwal 1308 AH. Mit Hilfe des Umrechners im Internet findet man den 01.06.1891 AD. Je nach Umrechner kann es auch ein Tag früher oder später sein.
Zur Frage „Wir streiten gerade über die Schrift. Ist es Sanskrit oder Urdu?“. Beides kann es nicht sein, da es beides keine Schriften sondern Sprachen sind. Wie Sanskrit in verschiedenen Schriften aussieht, siehst Du hier [1].
Die meistgesprochenen Sprachen in Hyderabad sind Telugu und Urdu. Urdu wird häufig in der arabisch-persischen Schrift geschrieben. Das könnte der untere Text sein. Beim oberen Text passt vom Schriftbild her durchaus Telugu. Ich kenne mich zwar etwas aus, Handschriften eindeutig zuzuordnen ist gerade in Indien sehr schwierig. In Indien gibt es über 600 Volksstämme, weit über 100 Sprachen und 23 Amtssprachen. Viele der Sprachen haben eigene Schriften und Ziffern.
Zum Preis: Mehrere dieser Ganzsachen wurden bei Delcampe für 4,- bis 5,- € verkauft, zum Teil aber auch billiger. Ich weiß aber nicht, ob es noch unterschiedliche Ausgaben gibt.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Sanskrit#/media/Datei:Phrase_sanskrite.png
@ volkimal [#30]
Vielen lieben Dank für diese sehr ausführliche Antwort! *thumbs up*
Ich habe keine Fragen mehr und tatsächlich etwas gelernt.
Super und danke schön Volkmar und natürlich auch die anderen.
Gruß
Mike
Hallo zusammen,
inzwischen habe ich einige ähnliche Duplexstempel gefunden. Sie stammen aus der Zeit von 1877 bis 1882. Dieser ist gerade bei Delcampe im Angebot [1]:

Bei diesem steht ebenfalls eine Jahreszahl in Urdu-Ziffern unten links. Es ist das Jahr nach dem islamischen Kalender: ۱۲۹۴ = 1294 AH = 1877 AD.
Ich gehe also inzwischen davon aus, dass die Jahreszahl auf meinem Brief ebenfalls dem islamischen Kalender entspricht. Vor der Zahl steht nicht das Zeichen ف für den Fasli-Kalender sondern das Zeichen ن. Was es bedeutet kann ich nicht sagen.
Mein Brief dürfte also vermutlich aus dem Jahr ۱۲۹۶ = 1296 AH = 1879 AD stammen. Damit wäre der Stempel aus Bombay vom 4. Schaʿbān 1296 AH = 04.08.1296 AH = 24.07.1879 AD.
Viele Grüße
Volkmar
[1]
https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/grossbritannien-alte-kolonien-und-herrschaften-indien-1947/1858-79-kronenkolonie/indien-bombay-16-4-1877-sg-62-69-auf-brief-nach-suez-transit-und-ak-stempeln-sea-post-office-b-316404017.html
@ volkimal [#32]
Hallo Volkmar,
den Ganzsachenumschlag gibt es mit unterschiedlichen Klappenschnitten, und es lassen sich auch Typen der Wertstempel unterscheiden. Ausgabedatum 1875 bzw. 1877 [1].
Der Verwendungszeitraum der Duplexstempel, sog. All India Series, war von 1873 bis 1884 [2].
Gruß
Christian
[1] Pratisad Neurgaonkar: POstal Stationery of British India 1856 - 1947. Pune, 2009
[2] Renouf: Early Indian Cancellations, 1855 - 1884, in: Billig's Philatelic Handbook Vol. 39
@ olli0816 [#22]
Hallo Oliver,
zu Deinen Postkarten aus dem Fürstenstaat Jaipur gemäß Katalog von Higgings & Gage:
Linke Karte 1/4 Anna: Nr. 14 (1934) oder Nr. 16 (1941) - zu unterschiedlichen Farben und Papieren mag ich mich aus der Ferne nicht festlegen.
Rechte Karte 1/2 Anna: Nr. 21 (1945)
Dann möchte ich noch auf das Thema zu Jaipur verweisen [1]
Gruß
Christian
[1]
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=15770&CP=0&F=1
@ volkimal [#32]
Es handelt sich hierbei (nicht mein Sammelgebiet) um einen Beleg gelaufen von (vermutlich) Peshawar nach Amritsar. Man sieht auf der einen Seite einen ähnlichen Stempel, der an ein Siegel erinnert. Dein Beleg hat Indien nie verlassen, dieser Beleg ist von Afghanistan nach Indien gelaufen. Deswegen war gerade mein Gedanke, dass es sich hierbei um eine Art indischen Siegel/Kontrollstempel handelt.
Auf japanischen Belegen sieht man oft solche Siegelstempel in roter Farbe, die heute auch noch verwendet werden. Damit markiert der Absender den Beleg, was meine Theorie nicht unterstützt, da der Absender des gezeigten Belegs aus Afghanistan stammt.
Eine hilfreiche Antwort auf deine damalige Frage ist mein Beitrag natürlich nicht, aber ich wollte dir einen Beleg mit einem änhlichen Stempel zeigen.


Viele Grüße
Sabrina
@ Japanophilie [#36]
Hallo Sabrina,
herzlichen Dank für deine Ergänzungen.
Viele Grüße
Volkmar