Briefmarken Atteste

Thema:

Alte Belege: Wer kann das lesen ?

chuck193 Am: 18.01.2012 23:20:23 Gelesen: 91753 # 1
Hallo die älteren Sammler, ich sage, Ältere, weil die Jüngeren wohl nicht mit dieser Schreibweise zu Hause sind. Es handelt sich um einen Kirchenbuch Auszug meiner Vorfahren. Im grossen und ganzen handelt es sich um die Heirat zwischen Johannes Hildebrandt und Anna Gerdruth Möller, am (11) Sept. 1759. Den Rest kann ich leider nicht genau ausmachen, vielleicht hat jemand von Euch mehr Erfahrung damit. Vielen Dank und Grüsse, Chuck
JFK Am: 18.01.2012 23:45:28 Gelesen: 91748 # 2
@ chuck193 [#28] Hallo Chuck, die Kopie ist leider nur sehr schwer zu erkennen, ich meine aber, dass die folgenden Worte nach den Namen in lateinischer Sprache verfasst sind. Das Wort über dem nächsten Eintrag (1760) sieht mir so aus wie mandabant heisst: sie übertrugen /Imperfekt=past tense von mandare = übertragen. Ist wegen der schweren Lesbarkeit allerdings nur eine Vermutung - vielleicht hilfts ja weiter. Kirchenbücher (zumeist von katholischen Kirchen) wurden übrigens bis zum 18.Jahrhundert oft in lateinischer Sprache verfasst. siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenbuch Beste Grüsse JFK
chuck193 Am: 19.01.2012 01:11:37 Gelesen: 91735 # 3
@ JFK [#29] Hallo JFK, die Abschrift ist von der Ev. Kirche, ich weis sehr wohl, wie schwer einige dieser Schriften sind, es kam immer auf den guten Pastor an, der die Eintragungen machte. Manche sind sehr sauber gemacht, andere, nun ein Huhn hätte bessere Arbeit machen können. Immerhin ... Vielen Dank, Chuck
Lars Boettger Am: 19.01.2012 06:48:56 Gelesen: 91728 # 4
@ chuck193 [#28]

Hallo Chuck,

m.E. ist nicht die Schrift das Problem (lateinische Handschrift, keine Currentschrift), sondern die "Klaue" des Schreibers + die relativ schlechte Kopie. Latein wurde in lateinischer Schrift geschrieben, die fast identisch mit unserer heutigen Schrift ist. Diese Schrift war in Deutschland z.B. für Auslandssendungen vorgeschrieben, damit die Adresse von ausländischen Postbeamten gelesen werden konnte.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
chuck193 Am: 19.01.2012 14:20:44 Gelesen: 91692 # 5
@ Lars Böttger [#31] Hallo Lars, ich hatte diese Kopie von Eschwege schon mit mmeinem Bildbearbeitungs Programm so gut lesbar gemacht wie möglich, aber dies ist wie gesagt noch eine relativ gute Seite. Einige Seiten sind so gut wie nicht lesbar. Es wäre nur schön zu wissen, was die letzten Wörter waren, aber solange ich die Daten habe, muss ich damit zufrieden sein. Ich konnte bessere Kopien von Filmen bei LDS machen (Mormonen). Schöne Grüsse, Chuck
Marcel Am: 22.01.2012 16:34:53 Gelesen: 91626 # 6
@ chuck193 [#28] Hallo Chuck, der von Dir gezeigte Text ist äußerst schwierig zu entziffern und es ist nicht gesagt, dass ich ihn richtig ins Deutsche übersetzen konnte - gehe aber auch von Latein aus (mal abgesehen davon, dass auch vor mehr als 200 Jahren die Rechtschreibung und Grammatik nicht immer korrekt wiedergegeben wurde). Nach Deiner Vorlage würde ich den Text wie folgt übersetzen: ... die geschlossene Heirat entfernt im Auftrag der Erste Schiedsrichter (oder Schiedsamtsmann) welches angeprangert (veröffentlicht) wird. obfirmatorium (abgel. von obfimare) - geschlossen Connubitium (abgel. von connubium) - Heirat semotum - entfernt mandatum - Auftrag summi (abgel. von summum) - der Erste Disarberig (könnte abgeleitet sein von Disceptator) - Schiedsrichter eorum - welcher/diejenige praenitere - prangen/erstrahlen Demnach wäre das kein Eintrag einer Eheschließung, sondern gleichzusetzen einer heutigen Scheidung oder einer Annulierung der Heirat. Habe mein bestes versucht. Gruß Marcel
chuck193 Am: 23.01.2012 19:22:12 Gelesen: 91565 # 7
@ Marcel [#6] Hi Marcel, ich hatte die letzten Tage nur an meinem Genealogy Program gearbeitet, deswegen erst heute meine Antwort. Danach muss ich wohl was ändern, gut, dass ich gefragt habe. Ich weiss, dass der gute Prediger in Kleinalmerode von einer zweiten Hochzeit sprach, aber das war in 1994, als wir da mal waren. Schade, dass es zu der Zeit keine kleinen Kameras gab, denn in Hundelshausen hatten wir alle alten Kirchenbücher zum Einsehen. Heute kann man die leider nicht mehr benutzen, nur CD's oder Film. Dann hätte ich von jeder Seite ein Bild gemacht, für unsere gebrauchten Personen. Also eine Scheidung, toll. Vielen Dank für das Übersetzen. Ich habe alles noch mal durchgesehen, die hatten aber einen Sohn, Johannes, geboren 1763, also wurde die Scheidung vielleicht später unter die Heirats Eintragung geschrieben, nachträglich. Schön Grüsse, Chuck
rostigeschiene (RIP) Am: 28.10.2012 15:30:54 Gelesen: 91018 # 8
Wer kann mir bei der Übersetzung der Anschrift und der roten Notiz helfen? Vielen Dank im Voraus Werner
roteratte48 Am: 28.10.2012 16:59:25 Gelesen: 90993 # 9
@ rostigeschiene [#8] Hallo Werner, es handelt sich beim Adressaten mit größter Wahrscheinlichkeit um Carl von Hymmen, Mitglied eines rheinischen Adelsgeschlechts, geboren 1824. Er war Offizier bei den Leib-Garde-Husaren. Der rote Vermerk lautet "Haus im Hain" - eine alte Wasserburg in Düsseldorf-Unterrath, die 1869 in den Besitz des Karthäuser-Ordens überging. Das Kloster bestand bis 1964. Unten links der Vermerk "Insinuationsdokument liegt bei" Alles mit einiger Sicherheit, aber ohne Garantie (was das Haus Hain angeht). Liebe Grüsse - Rolf
rostigeschiene (RIP) Am: 28.10.2012 18:18:58 Gelesen: 90968 # 10
@ roteratte48 [#9] Hallo Rolf, vielen Dank für Deine Hilfe. Ohne jemand, der sich mit der Kurrentschrift auskennt, hätte ich diese Anschrift nie deuten können. Mit Deinen Angaben habe ich einmal bei Google nachgeschaut und einiges Interessantes gefunden, was ohne Deine Angaben nicht möglich gewesen wäre. Kannst Du eventuell das Wort vor dem C. v. Hymmen auch deuten? Vielen Dank noch einmal. Werner
roteratte48 Am: 28.10.2012 18:24:14 Gelesen: 90961 # 11
@ rostigeschiene [#10] Oops - sorry - da steht "dem Herrn Freiherrn C. von Hymmen". Gruß - Rolf
volkimal Am: 28.10.2012 18:25:40 Gelesen: 90960 # 12
@ rostigeschiene [#10] Hallo Werner, wenn ich es richtig lese steht als Anschrift: "An den Herrn Freiherrn C. v. Hymmen" Volkmar
volkimal Am: 28.10.2012 18:31:00 Gelesen: 90955 # 13
@ volkimal [#12] Hallo Werner, jetzt habe ich mit Hilfe des Lexikons Philatelie von Grallert und Gruschke endlich den Vermerk unten links entziffert: "Insinuations Dokument liegt bei". Es handelt sich um einen alten Ausdruck für eine Zustellungsurkunde. Viele Grüße Volkmar
rostigeschiene (RIP) Am: 28.10.2012 20:21:36 Gelesen: 90921 # 14
Rolf und Volkmar, vielen Dank für Eure Erklärungen. Diese Angaben helfen mir sehr bei der Gestaltung des Albenblattes. Schwierigkeiten habe ich noch bei der Ermittlung der Taxe. Hier sehe ich, vorderseitig, als Taxe 1 1/2 Sgr. vermerkt. Auf der Rückseite ein Vermerk den ich als 6 1/2 Sgr. deute. In Preußen kostete die Beförderung eines Briefes mit einem Gewicht unter einem Loth bis 10 Meilen, 1Sgr. Für die Aushändigung eines Insinuations-Dokument wurden 3 Sgr in Rechnung gestellt, hinzu kam die Gebühr für die Rücksendung des Dokuments. Bestellgeld in Preußen war in der Regel in 1/2 Sgr. Kann jemand die Taxierung erklären? Vielen Dank im Voraus Werner
rostigeschiene (RIP) Am: 25.02.2013 23:51:50 Gelesen: 90508 # 15
Heute bekam ich einen Brief der am 26.4.1828 von Bochum nach Essen getragen wurde. Beim Erwerb dieses Briefes ging es mir vordergründig um den Stempel aus Bochum, der sehr gut in meine Sammlung passt. Leider bin ich der Kurrentschrift nicht mächtig, so dass ich den Brief nicht lesen kann. Geschrieben wurde er am 26.4.28, der Vermerk ad acta wurde, so wie es sich darstellt, am 28.4 28 geschrieben. Am 24.8.28 Hat man die Akte wieder hervor geholt und einen längeren Text auf die Innenseite des Briefes geschrieben. Leider konnte ich den Text nicht auf einen Scan bringen, darum habe ich ihn geteilt. Ein weiterer Text wurde auf die Rückseite gebracht, leider nicht datiert. Kann mir jemand helfen die genaue Anschrift und den Inhalt des Briefes in eine für alle lesbare Schrift zu bringen? Ich bedanke mich schon einmal im Voraus Werner
Cantus Am: 26.02.2013 01:13:02 Gelesen: 90502 # 16
@ rostigeschiene [#15] Hallo Werner, in der Anschrift heißt das wohl An den Königl. DomänenRath Herrn Keller ??? in Essen Der Rest lässt sich von mir nur in Einzelworten mit immer wieder Lücken übersetzen, denn so toll sind meine Kenntnisse der deutschen Schrift nun auch wieder nicht. Viele Grüße Ingo
mausbach1 (RIP) Am: 26.02.2013 08:05:43 Gelesen: 90477 # 17
??? = Wohlgeboren
rostigeschiene (RIP) Am: 26.02.2013 08:15:16 Gelesen: 90472 # 18
@ Cantus [#16] @ mausbach1 [#17] Hallo Ingo, hallo Claus, vielen Dank für eure Mühe. In Anbetracht des doch sehr umfangreichen Text ist auf jeden Fall schon mal ein Anfang gemacht. Vielleicht können andere Mitglieder des Forums die Texte, Stück für Stück, deuten. Viele Grüße Werner
Cantus Am: 26.02.2013 14:46:13 Gelesen: 90434 # 19
@ mausbach1 [#17] "Wohlgeboren" ist - abgekürzt - sicher richtig, aber das Geschmiere links unten kann ich gar nicht zuordnen. Wenn ich aus München zurück bin, werde ich mich an dem restlichen Text versuchen, sofern mir da nicht schon Andere zuvorgekommen sind. Viele Grüße Ingo
Georgius Am: 26.02.2013 15:39:57 Gelesen: 90423 # 20
@ rostigeschiene [#15] Hallo Werner, Kurrentschrift ist das Eine - die Handschrift ist aber das Andere, und dann gibt es noch den veralteten Stil. Trotzdem konnte ich vom ersten Blatt Einiges entziffern: "Mit der Entwerfung des Theilungs ??? von den Carnapper ??? Gehölz, bin ich beschäftigt, und werde denselben mit Erstem vorlegen. Auf das geehrteste Schreiben vom 25 ten dieses erwidere ich dies in ergebenster Antwort. Steinkuhl den 23 ten April 1828 ???" Viele Grüße Georgius
roteratte48 Am: 26.02.2013 19:29:40 Gelesen: 90382 # 21
@ Cantus [#19] Hallo Ingo, das "Geschmiere unten links" besagt lediglich, daß "... im Ausbleibungs-Falle der C. Heyden sofort mit dem Herrn Geometer Walhey oder Maibusch über diese Vermessung einen Akkord abschließen und solche dem billigsten Handwerker von diesen beiden auftragen zu wollen, wobei ich zugleich um Bestimmung des --?? ... bitte, bis wohin ich für die Vermessung und Spezial-Theilung.." (und dann fehlt mir der Bezug zum behandelten Thema). Aber eine Sauklaue isses trotzdem. *gg* Gruß - Rolf
blaujacke Am: 26.02.2013 19:44:14 Gelesen: 90374 # 22
@ rostigeschiene [#15] Hier mein Beitrag zur zweiten Seite: "Die Theilung und Veräußerung des Carnapper Holzes ??? Um den Advocaten Heyden in den Stand zu setzen, die Spezial-Charte der fiskalischen ??? vom Carnapper Holze einzuliefern, habe ich demselben unterm 2ten d.Mt. die hiesigen Manual Akten, in welchen sich das Begrenzungs Protokoll in Abschrift befand, mitgetheilt, worauf mir derselbe flugs versprach, diese Charte bis zum 9ten d.Mt. abzuliefern. Als die Ablieferung nicht erfolgte, erließ ich unterm 13ten d.Mt. ein Erinnerungsschreiben in welchem ich denselben aufforderte, solche ungesäumt zu bewirken indem ich mich sonß genöthigt sehen würde, die Vermessung durch einen anderen Advocaten vorzunehmen zu lassen, in solchem Falle selbßredend jede Entschädigung für die bisherigen Arbeiten aufhöre." 'nen shönen Abend noch
Magdeburger Am: 27.02.2013 04:44:58 Gelesen: 90333 # 23
@ rostigeschiene [#8] Hallo Werner, die vorderseitige Notierung von 1 1/2 ist keine Taxierung, sondern das Gewicht des Briefes. Damit ist das Porto für den Brief 2 Sgr, was auch schon ab 01.10.1844 hier möglich wäre. Die Insinuation kostete 3 Sgr und somit sind erstmal insgesamt 5 Sgr geklärt. Erschwerend sind die Fragen des Bestellgeldes, da hier u.U. eine Landbestellung vorliegt und auch ob die Kosten der Rücksendung ebenfalls mit notiert wurden. Ggf. wäre sogar auch das Bestellgeld für den Empfänger in Bochum mit zu zahlen gewesen. Grob würde ich erstmal denken, dass die Kosten der Rücksendung von 1 Sgr und das Bestellgeld von 1/2 Sgr in der Summe von 6 1/2 Sgr eingeflossen ist. Mit freundlichem Sammlergruss Ulf
roteratte48 Am: 27.02.2013 11:08:55 Gelesen: 90306 # 24
@ blaujacke [#22] Im Anschluß an die Arbeit von blaujacke, und weil ich gerade ein paar Minuten Zeit habe, hier dann der letzte, noch nicht übersetzte Teil des Briefes: "... aus den heute hier eingegangenen Antwortschreiben vom 21. d. M. geruhe mein p.p. zu entnehmen, daß es dem Heyden kein rechter Ernst ist, die Arbeit, welche er jetzt in der ..?.. verrichten kann, zu vollenden, und daß er mich abermals auf seine Herüberkunft auf den 30. d.M. vertröstet(?). Euer p.p. habe ich daher allergehorsamst bitten wollen, gegen den Heyden merkliche Maaßregeln ergreifen und demselben eröffnen zu wollen, daß, wenn er diese Frist abermals verstreichen lasse, er nicht allein diese, sondern auch alle übrigen Arbeiten in den Domainen- und Forst Parthien verlieren werde. Eventuell bitte ich ganz gehorsamst um hochgeneigte Authorisation, im abermaligen Ausbleibungs.. (dann Fortsetzung Seite 3) .. "Ausbleibungs-Falle der C. Heyden sofort mit dem Herrn Geometer Walhey oder Maibusch über diese Vermessung einen Akkord abschließen und solche dem billigsten Handwerker von diesen beiden auftragen zu wollen, wobei ich zugleich um Bestimmung des --?? ... bitte, bis wohin ich für die Vermessung und Spezial-Theilung.." (und dann fehlt mir der Bezug zum behandelten Thema)..." Gruß ins Forum - Rolf
blaujacke Am: 27.02.2013 11:55:58 Gelesen: 90297 # 25
@ roteratte48 [#24] Ergänzungsversuch: "... zugleich um ...getz(?) Bestimmung des Maximi ??? bitte, bis wohin ich für die Vermeßung und Spezial Theilung von ??? 150 Morgen ganz coupierten Terrains(?) gehen darf" Den Inhalt verstehe ich zwar nicht so recht; aber so dürfte der Text lauten! Gruß blaujacke
rostigeschiene (RIP) Am: 02.03.2013 13:41:42 Gelesen: 90182 # 26
Ich bedanke mich herzlich bei allen die zur Deutung und Übersetzung des Briefes beigetragen haben. Nun kann ich den Brief mit erklärenden Worten in meine Heimatsammlung einpflegen. Werner
rostigeschiene (RIP) Am: 02.03.2013 13:48:23 Gelesen: 90179 # 27
@ Magdeburger [#23] Hallo Ulf, vielen Dank für Deine Erklärung. Ich werde diese zum Albenblatt hinzufügen. Werner
Gisi Am: 17.05.2013 02:30:34 Gelesen: 89895 # 28
In meinem Warrentoner Briefmarkenclub wurde mir dieser Brief zum Entziffern übergeben. Leider kann ich nur sehr wenig lesen: Herrn Hochwürden Herrn Pfarrer zu G......tz. An das Amt zur ..... Nachweisung des Ablebens des Joseph Kopsch aus M.....bei dem ...... Kriminalgerichte den ......Totenschein desselben benötigt, so wird das Ansuchen gestellt, solchen gefälligst auszustellen und durch G......en ...... übermittlen zu wollen. ...... Gleinitz (?) am 15. März 1838 Falls auch noch ein ungefährer Wert bekannt ist, wäre ich für die Übermittlung dankbar. Gruss, Gisi
Stephan Sanetra Am: 17.05.2013 09:32:21 Gelesen: 89866 # 29
Hallo Gisi, könnte es auch Gleiwitz sein? Beste Grüße Roedsand
roteratte48 Am: 17.05.2013 10:16:21 Gelesen: 89858 # 30
@ Gisi [#28] Der Empfangsort heißt CHARWATETZ und lag im Bezirk Libochowitz (heute Libochovice in Tschechien) - viele der kleinen, den ehemaligen Kirchspielen zuzuordnenden Gemeinden tragen heute andere Namen oder sind schlicht nicht mehr existent. Geschrieben wurde der Brief in GLOWITZ (heute Główczyce). Schnell noch zum Text: "Da das Amt zur legalen Nachweisung des Ablebens des Joseph Kopsch aus ..??.. bei dem ..?.. Kriminalgerichte den offiziösen Todtenschein desselben benöthigt, so wird das Ansuchen gestellt, solchen gefälligst auszustellen und durch Gegenwärtigen anher übermitteln zu wollen. Direktorialamt Glowitz am 15. März 1838" Dem Wohn- oder Geburtsort des Joseph Kopsch bin ich leider auch nicht auf die Spur gekommen - das noch fehlende Wort vor "Kriminalgericht" wird sicher noch jemand entziffern. Die Frage nach dem Wert - ist finanziell gering (vielleicht zwei Euro oder so) - aber der Brief KANN für einen Ahnenforscher und/oder Heimatsammler ganz anders eingeschätzt werden. Schönen Tag und liebe Grüße - Rolf
Gisi Am: 17.05.2013 15:00:43 Gelesen: 89834 # 31
Besten Dank, werde diese Information weiterleiten und meine Kenntnisse der altdeutschen Schrift "erweitern". Gruss, Gisi
Gisi Am: 18.05.2013 03:22:01 Gelesen: 89783 # 32
@ Roedsand [#29] Hallo Roedsand, vielen Dank für den Vorschlag "Gleiwitz". Es ist jedoch kein "e" nach dem l. Habe ja mal Sütterlin in Schönschrift in der Schule gelernt und alle Briefe meiner Grossmutter lesen können. Das war jedoch schon einige Jahre her. Gruss Gisi
volkimal Am: 18.05.2013 07:45:18 Gelesen: 89773 # 33
@ Gisi [#28] Hallo Zusammen, schaut Euch bitte einmal den Buchstaben "w" in den Wörtern an, in denen er vorkommt (Nachweisung, wird, Gegenwärtigen, wollen und Charwatetz) und vergleiche ihn mit dem Ortsnamen "Glowitz" (auf Vorder- und Rückseite): Am Ende des Buchstabens "w" ist immer ein Strich nach unten, der bei "Glowitz" fehlt. Ich denke, dass es also ein anderer Ort sein muss. Ich habe allerdings weder im Ritter noch im Internet einen Ort gefunden, der zu Deinem Brief passt. Viele Grüße Volkmar
Gisi Am: 19.05.2013 01:00:35 Gelesen: 89730 # 34
Hallo Volkimal, Rödsand und roteratte48, vielleicht ist es Gleinitz in Polen? Das könnte doch "hinhauen"? Habe dies im Internet gefunden: Cities, towns and places near Gleinitz include Mleczna, Jordanow Slaski, Jordansmuhl and Glinica. The closest major cities include Wroclaw, Gorlitz, Ostrava and Czestochowa. Viele Grüsse, Gisi
volkimal Am: 19.05.2013 09:18:08 Gelesen: 89713 # 35
@ Gisi [#34] Hallo Gisi, an Gleinitz in Polen glaube ich nicht - das passt von der Schrift überhaupt nicht. Ich habe einmal im Ritter: "Geographisch-statistisches Lexikon" von 1905 nachgesehen. Dort gibt es gleich zwei Orte Namens Charwatetz: Charwatetz 1) Ortsgemeinde in Böhmen, Bezirkshauptmannschaft und Gerichtsbezirk Jungbunzlau, 630, Dorf 350 Einwohner 2) Pfarrdorf in Böhmen, Bezirkshauptmannschaft Raudnitz, Gerichtsbezirk Libochowitz, Gemeinde Martinowes, 260 Einwohner Zusammengefasst: Es ist nicht eindeutig angegeben, an welches Charwatetz der Brief geht. Zusätzlich macht die Identifizierung des Absendeortes so viele Probleme. Daher spricht nach meiner Meinung vieles dafür, dass der Absendeort in der Nähe von Charwatetz (also in Böhmen) lag. Wahrscheinlich hilft hier nur eine Generalstabskarte weiter. Viele Grüße Volkmar
volkimal Am: 19.05.2013 09:39:16 Gelesen: 89707 # 36
Hallo Gisi, ich habe es geknackt! Ich habe den Ritter als pdf-Datei einmal nach "onitz" durchsuchen lassen und bin auf "Zlonitz" gestoßen - und da passt alles zusammen. Es handelt sich um das zweite Charwatetz, denn dieses Charwatetz und Zlonitz liegen nur 10 km auseinander. Nach Ritter: Charwatetz: Pfarrdorf in Böhmen, Bezirkshauptmannschaft Raudnitz, Gerichtsbezirk Libochowitz, Gemeinde Martinowes, 260 Einwohner Zlonitz: Gem. in Böhmen, Bezirkshauptmannschaft und Gerichtsbezirk Schlan, 2053 Einwohner Post Telegraphenstation, Eisenbahnstation der Linie Smichow—Brüx u. Z.—Hospozin. Fürstl. Kinskysches Schloss, schöne Gärten, Spital. Die tschechischen Namen habe ich zum Teil über das Internet gefunden z.B. Wikipedia, zum Teil habe ich die Karte von Google-maps stark vergrößert um die kleinen Nachbarorte zu erkennen. Die deutschen Orte haben folgende tschechischen Namen: Raudnitz = Roudnice nad Labem Libochowitz = Libochovice Martinowes = Martiněves Charwatetz = Charvatce Zlonitz (auch Slonitz) = Zlonice Schlan = Slaný Viele Grüße Volkmar
Gisi Am: 21.05.2013 14:10:21 Gelesen: 89663 # 37
@ volkimal [#36] Diese "Detektivarbeit" ist ja unglaublich! Ganz herzlichen Dank. Vielleicht kann ich auch mal behilflich sein. Beste Grüsse, Gisi
juni-1848 Am: 21.05.2013 18:38:17 Gelesen: 89621 # 38
@ Gisi [#28] @ Roedsand [#29] @ roteratte48 [#30] @ volkimal [#36] Chapeau ! Es gibt nur noch wenige Sammler, die auch nur andeutungsweise den alten Schriften Inhaltliches abringen können !
Cantus Am: 21.05.2013 19:51:31 Gelesen: 89609 # 39
Hallo, das mit der alten deutschen Schrift kann man lernen. Ich hatte das zwar mal in der ersten oder zweiten Klasse, habe aber im Laufe meines Lebens fast alles wieder vergessen und bringe es mir nun seit einigen Monaten so nach und nach wieder bei. Falls ihr euch öfter mit Ortsnamen aus Böhmen und Mähren beschäftigen wollt, so empfehle ich euch die Anschaffung des Nachdruckes des amtlichen Ortsbuches von Böhmen und Mähren; Titelseite und Inhaltsverzeichnis bilde ich nachstehend auszugsweise ab. Viele Grüße Ingo
rostigeschiene (RIP) Am: 17.05.2014 17:13:59 Gelesen: 87887 # 40
Zum Glück gibt es hier im Forum einige Mitglieder, die mit alten Schriftzeichen keine oder kaum Probleme haben. Hier habe ich einen Brief der von Aurich nach Emden befördert wurde. Kann jemand dieses Schriftstück entziffern? Werner
blaujacke Am: 17.05.2014 18:37:10 Gelesen: 87858 # 41
@ rostigeschiene [#40] Hallo Werner, ich versuche es, so gut es geht: Meine Lieben! Glücklich sind wir hier angelangt, d. h. lebendig, aber müde wie ein Pferd, doch habe ich es ausgehalten. Es sind sehr viele gestürzt und zurückgeblieben. Van Mark van Senden und ich logiren zusammen im weißen Hausew am Markt, welches sehr schön ist. Diesen Abend um 6 U (??) muß ich noch antreten. Seid herzl. gegrüßt von Eurem Euch innig ld. Sohn u. Bruder ??????? Im Auftrage von van Mark möchte ich Euch ersuchen, seine Haushälterin, Witwe Diggelaan am Markt zu benachrichtigen, daß er seine Pantoffeln vergessen, und dieselbe ersuchen, sie gleich herzuschicken. Beide Collegen lassen herzlich grüßen DO Meine Adresse: C.A????????? per Adresse ??? A. Janssen Wwe im Gasthof zum weis. Hause am Markt in Aurich Ein schönes Wochenende wünscht Uwe
wajdz Am: 17.05.2014 19:37:48 Gelesen: 87833 # 42
Nun habe ich mir die Mühe gemacht und will das Ergebnis nun auch vorzeigen. MfG wajdz
rostigeschiene (RIP) Am: 17.05.2014 20:57:00 Gelesen: 87819 # 43
@ blaujacke [#41] @ wajdz [#42] Hallo Uwe, hallo Jürgen, vielen Dank für Eure Mühen. Der Brief lief von Aurich nach Emden, leider zeigen beide Stempel keine Jahresangabe. Dank Deiner Mithilfe kann man jetzt Rückschlüsse auf das Jahr ziehen. Da hier höchstwahrscheinlich jemand geschrieben hat der von der Mobilmachung zum Deutsch-Französische Krieg betroffen war. Was auch mit dem Datum des Briefes (16.7.) übereinstimmt. Vielen Dank Werner
Holzinger Am: 17.05.2014 21:14:48 Gelesen: 87813 # 44
@ rostigeschiene [#43] Da hier höchstwahrscheinlich jemand geschrieben hat der von der Mobilmachung zum Deutsch-Französische Krieg betroffen war. Was auch mit dem Datum des Briefes (16.7.) übereinstimmt. Und dann der Satz mit den vergessenen Pantoffeln, die doch bitte in den Krieg nachgeschickt werden sollen. Köstlich. :-)
rostigeschiene (RIP) Am: 17.05.2014 22:36:35 Gelesen: 87800 # 45
@ Holzinger [#44] Ja, die Pantoffel. Ich musste auch erst schmunzeln, welche Sorgen man sich noch machte. Aber Napoleon hatte ja auch erst am 19. Juli 1870 die Kriegserklärung an Preußen ausgesprochen. Es war halt "nur" Mobilmachung. Gruß Werner
rostigeschiene (RIP) Am: 25.06.2014 12:37:21 Gelesen: 87561 # 46
Und wieder ein Brief den ich nicht lesen kann, dieses mal von Leipzig nach Berlin befördert. Werner
Georgius Am: 25.06.2014 13:22:50 Gelesen: 87542 # 47
@ rostigeschiene [#46] Hallo Werner, ich will es einmal versuchen: Herrn Wolff Glaserfeld Berlin Leipzig 27. September 1872 Hiermit möchte ich Sie freundlichst um schleunigste Zusendung von 1 dz (Dutzend) Kensington genau 38 d (Zoll?)..... bitten, nicht so hoch und hinten .....Knopfloch die Quere Es zeichnet hochachtend ppa. W. Kretschmar ..... Zwei Textstellen und einen Namen kann ich leider nicht deuten. Was "Kensington" als Fachterminus bedeutet, ist mir unklar. Freundliche Grüße Georgius
rostigeschiene (RIP) Am: 25.06.2014 15:14:13 Gelesen: 87511 # 48
@ Georgius [#47] Hallo Georgius vielen Dank für Deine Mühen. Dem Text nach dürfte der Herr Glaserfeld in der Textilbranche tätig gewesen sein. Einen zweiten Brief an die Firma Glaserfeld habe ich auch noch, darin wird es wahrscheinlich auch um eine Bestellung gehen. Lesen kann ich diesen nicht, aber wenn Du Lust hast. Werner
blaujacke Am: 25.06.2014 17:36:33 Gelesen: 87479 # 49
@ Georgius [#47] Vielleicht "hinten dies Knopfloch", wie denn auch gezeichnet?
Georgius Am: 28.06.2014 14:01:26 Gelesen: 87404 # 50
@ rostigeschiene [#48] Hallo Werner, es ist weniger die pure Lust, als vielmehr der Wille zu helfen, verbunden mit etwas Wißbegierde, die mich veranlaßt haben, diesen Versuch zu unternehmen: Herrn Wolff Glaserfeld Kassel, den 19. Juni 187? Ich empfange soeben ……Ihnen …… …… einige …… Manschetten als eilige Sachen, welche ich mir jedoch nicht erinnere, separat bestellt zu haben, während Sie die gerade sehr eiligen Neglige Kragen u. Manschetten Nr.818.7-18 mit keiner Silbe erwähnen. Ferner …… …… Sie eine Firma Stenzel 2…15….von welchen ich gar nichts vorgefunden habe; ich habe H. Monasch bei seinem Hiersein ersucht, für die Folge alle Kragen …… Firma stempeln zu lassen, bis heute aber noch keine erhalten, weshalb ich bei Ihnen anfrage, worauf der fakturierte Stempel Bezug hat. Es ist in letzter Zeit schon häufig vorgekommen, daß Sie von größeren Sendungen Nicht fertige Sachen mit der Post unfrankiert nachschicken, wodurch ich unnütziges Porto bezahlen muß, während ich auf die wirklich sehr eiligen Sachen immer eine außerordentlich lange Zeit warten kann. Ich ersuche Sie, mir gef. die a/ heute erhaltene Manschetten bezüglichen Bestellungsbriefe einzusenden und die Absendung der als eilige Bestellung noch in …… …… …… , namentlich Kragen Neglige u. Manschetten 818 - 7-18 nach Kräften zu be…… . Achtungsvoll ……. A. Krimm…… *** ------ *** ------ *** Ehrlich gesagt waren das knapp 3 Stunden anstrengender Arbeit mit einer Unterbrechung, die mir für die nächste Zeit das Enträtseln solcher Handschriften fast verleidet haben. Leider bleiben nach der Deutung einige Textstellen für mich unleserlich. Ich glaube jedoch, daß Du das Anliegen des Schreibers jetzt verstehen kannst. Vielleicht gibt es noch jemanden, der sich an die „weißen Flecken“ heranwagt. Mit freundlichen Grüßen Georgius
rostigeschiene (RIP) Am: 28.06.2014 15:11:48 Gelesen: 87392 # 51
@ Georgius [#50] Hallo Georgius, zu aller erst einen recht herzlichen Dank. Dass die Entschlüsselung dieses Briefes so viel Mühe und Zeit beansprucht, hätte ich nicht gedacht. Ich beneide immer die Sammlerkollegen, die diese Schrift lesen können. Es ist ja nicht so, dass ich das Sammeln von Marken und Belegen aufgegeben hätte, wenn mir der Inhaltes dieses Briefes verborgen geblieben wäre. Es war auch einfach nur Neugierde, die mich veranlasst hat, diesen Brief hier vorzustellen. Viele Grüße und nochmals vielen Dank Werner
skribent Am: 12.08.2014 16:47:34 Gelesen: 86862 # 52
Guten Tag Zusammen, mein Problem ist für einige Philaseiten-Mitarbeiter keins. Ich kann nicht lesen, was auf den beiden Botenbriefen aus den Jahren 1789 und 1792, jeweils in (Kloster) Wennigsen geschrieben, auf dem Adressfeld steht. Wer hilft mir aus der Verlegenheit? Herzlichen Dank vorweg! Viele Grüße! Franz
bignell Am: 12.08.2014 17:13:45 Gelesen: 86845 # 53
@ skribent [#52] Hallo Franz, wenn ich es recht entziffert habe, heisst die Anschrift des ersten Briefes: Dem Wohlgeb(oren) den herrn herrn Schatzsecretair Heise in Celle Lg, harald
bayern klassisch Am: 12.08.2014 18:17:59 Gelesen: 86810 # 54
@ skribent [#52] Adresse des 2. Briefes: Seiner Hochwürden dem Herrn Superintendenten (ist falsch geschrieben worden) Holscher zu Ronneberg. Der Zusatz "Durch Güte" zeigte dem Empfänger, dass er nicht von der Post, sondern durch einen gütigen Menschen überbracht wurde, der so nett war, ihn mitzunehmen (das konnte ein Verwandter, ein Freund, ein Geschäftskollege o. ä. sein). Liebe Grüsse von bayern klassisch
bignell Am: 12.08.2014 18:27:06 Gelesen: 86804 # 55
@ bayern klassisch [#54] Kompliment, hab auch herumgerätselt, was das heissen könnte, auf Superintendent wär ich aber nie gekommen Lg, h.
skribent Am: 12.08.2014 19:14:30 Gelesen: 86782 # 56
@ bignell [#53] @ bayern klassisch [#54] @ bignell [#55] Meine Güte, ich bin doch noch begeisterungsfähig! Ihr habt nicht nur die "olle" Schrift identifiziert, sondern auch die Fehler erkannt. Klasse - Ihr habt mir sehr geholfen" Vielen Dank und viele Grüße! Franz
roteratte48 Am: 14.12.2014 13:25:25 Gelesen: 85922 # 57
Bei diesem, vom Inhalt sehr bewegenden Briefchen aus Düsseldorf 1809, gelingt es mir bei allem Bemühen nicht, die zweite Zeile der Anschrift zu entziffern, es scheint wohl der militärische Rang des Empfängers zu sein. Ich lese: An Herrn Peter Melchior ............??? à 3ème Regiment 1. Bataillon 4. Compagnie à Heßencassel Kann hier jemand weiterhelfen? Danke, auch für's Versuchen, schon mal vorab..! Euch allen einen schönen 3. Advent - Rolf
volkimal Am: 14.12.2014 13:36:43 Gelesen: 85911 # 58
@ roteratte48 [#57] Hallo Rolf, wie wäre es mit einem Scan des Briefes? Viele Grüße Volkmar
roteratte48 Am: 14.12.2014 13:55:24 Gelesen: 85898 # 59
@ volkimal [#58] Richtig gute Anregung - manchmal setzt es bei älteren Herren bissle aus! Sorry, Volkmar - ich schäme mich! Hier die Nachlieferung des Scans: Zerknirschte Grüsse - Rolf
bignell Am: 14.12.2014 13:58:52 Gelesen: 85894 # 60
@ roteratte48 [#57] Hallo Rolf, "Peter Melchior Linden Sergent" würde ich lesen. Lg, harald
roteratte48 Am: 14.12.2014 14:04:56 Gelesen: 85889 # 61
Danke Harald - aber was ist ein Linden Sergeant? Ich habe zwischenzeitlich mal den Gockel bemüht - und es gab (oder gibt) in Frankreich den Rang des "Sergeant de lignes" - vielleicht hat der Schreiber das mal locker ins Deutsche als "Linien-Sergeant" übertragen? Die Schreibfehler in der Adresse (und erst im Brieftext!) muß man sicher ignorieren - man schrieb damals häufig phonetisch. Dir aber ein herzliches DANKE, daß Du die undankbare Aufgabe angenommen hast! Liebe Grüße - Rolf
bignell Am: 14.12.2014 14:06:38 Gelesen: 85883 # 62
@ roteratte48 [#61] Hallo Rolf, ich würde sagen Linden ist der Nachname und Sergent (französische Form für Sergeant) der Rang. Lg, harald
roteratte48 Am: 14.12.2014 14:09:43 Gelesen: 85876 # 63
@ bignell [#62] DAS ist jetzt mal richtig einleuchtend - und wohl zutreffend! Habe sehr herzlichen Dank für Zeitaufwand und Mühe! Liebe Grüße - Rolf
dr.vision Am: 03.01.2015 20:47:30 Gelesen: 85629 # 64
Moin zusammen und ein gutes neues Jahr für alle. Ich hatte eine Karte in die INFLA-DB eingestellt (Datenbank # 6719). Leider ist der Abgangsort nicht erkennbar, da sie mit einem Bahnpoststempel entwertet worden ist. Nun kam der Vorschlag, aus der Rückseite eventuell ableiten zu können, wo die Karte auf den Weg gebracht wurde. Einiges erahne ich, aber alles eben nicht. Wer kann mir bitte bei der Entzifferung helfen? Danke und beste Grüße von der stürmischen Ostsee Ralf
volkimal Am: 03.01.2015 21:17:32 Gelesen: 85619 # 65
@ dr.vision [#64] Hallo Ralf, der Absender Beschreibt eine Reiseroute, wie Bekannte zu ihm kommen sollen. Es heißt dort: In Wilster umsteigen, von Wilster nach (in Richtung) Brunsbüttelkoog. Erste Station von (nach) Wilster ist Sankt Margarethen. Dort holen wir Euch ab. Die Klammern habe ich zum besseren Verständnis eingefügt. Der Schreiber muss also in der Nähe von Sankt Margarethen wohnen. Viele Grüße Volkmar
dr.vision Am: 03.01.2015 21:47:59 Gelesen: 85610 # 66
@ volkimal [#65] Moin Volkmar, danke für die schnelle Antwort. Den ersten Satz konnte ich noch, aber dann war Ende. Noch ein schönes Wochenende. Ralf
rostigeschiene (RIP) Am: 08.07.2015 21:38:59 Gelesen: 84010 # 67
Wieder einmal möchte ich um die Hilfe der "Graphologen" im Forum bitten. Hier habe ich einen Brief aus Vorsfelde, der so unleserlich geschrieben ist, dass ich nicht einmal zwei zusammenhängende Worte lesen kann. Vielleicht schafft es ja jemand hier im Forum? Sollte es jemandem gelingen, zeige ich auch gerne den Rest des Schriftstückes. Viele Grüße Werner
Max78 Am: 10.07.2015 09:06:52 Gelesen: 83936 # 68
@ rostigeschiene [#67] Servus Werner, wirklich knifflig, es geht auf jeden Fall um Rechtsfragen (Grundstücke/Straßen). Ich lese einzelne Worte wie "Polizeistrafgesetz 25 May (eventuell auch Merz) 1827 § 76/ 2 Thaler/ den Namen Kobbe (ggf. Kokke) ... Hast Du einen Umschlag? Bei dem Gebiet tippe ich auf Deetz (Sachsen-Anhalt), neben Bornum, das nur auf die Schnelle. Grüße Max
rostigeschiene (RIP) Am: 10.07.2015 21:42:54 Gelesen: 83875 # 69
@ Max78 [#68] Hallo Max, vielen Dank für den ersten Versuch. Vielleicht ist es besser wenn ich den kompletten Faltbrief hier vorstelle. Das Problem ist nur das er nicht auf den Scanner passt, deshalb habe ich die Seiten teilen müssen. Seite 1 Seite 1, der Rest. Seite 2 Seite 2, der Rest. Briefvorderseite Siegelseite. Die Adresse ist mit Brieftext teilweise überschrieben. Werner
Max78 Am: 11.07.2015 10:32:38 Gelesen: 83827 # 70
Hallo Werner, somit ist erst einmal klar, wo sich das ganze abgespielt hat. Die "überschriebenen" Zeilen: VORSFELDE 31. An das königlich großbritannisch hannoversche ...?-Amt Kreis = Gericht Zeichen (Bedeutung eventuell gegen) M. Knesebeck Vorsfelde Ob es sich bei M. Knesebeck um die Ortschaft wenige Kilometer entfernt von Vorsfelde handelt oder um ein Familienmitglied der Adelsfamilie "von dem Knesebeck" (eventuell ein Major) ist unklar, ich tippe auf ersteres, denn normalerweise wäre dann auch das "Adelsprätikat "von" mit dabei. Der Text ist sehr unsauber geschrieben, einzelne Wörter sind zu erkennen, somit sehr zeitaufwendig, aber dafür gibt es ja Spezialisten, die nicht umsonst für solch eine Arbeit Geld verlangen. Auf dem aufgebrochenen Sigel ist eine Schrift zu erkennen, mit der Lupe dürfte es für Dich kein Problem sein, diese zu entziffern, denn soweit ich das sehen kann, sind die Ziffern noch sauber erhalten. mit Grüßen Max
Michael Mallien Am: 16.06.2017 12:05:37 Gelesen: 74769 # 71
In einem Posten fand ich einen gefalteten Brief aus Vorphilazeiten, den ich auf das Jahr 1833 einordnen kann. Der Brief wurde einmal verwendet mit einem Schreiben mit dieser Adressierung: Den Stempel interpretiere ich vom Datum her als 30 OCT. Der Ortsname könnte mit "C" beginnen. Aus dem Inhalt lässt sich das Jahr 1833 ableiten. Den Adressaten gelte es zu entschlüsseln. Es scheint mir ein "Amt" zu sein in Bietigheim. Ich bekomme keine sinnvollen Worte zusammen. Ich hoffe, jemand von euch ist da geübter?! Am Inhalt des Briefes rätsele ich auch noch. Es geht um eine Quittung. Der Brief wurde bearbeitet, neu gefaltet, neu adressiert und versendet mit dieser Adressierung: Der Stempel lässt sich besser identifizieren: LUGWIGSBURG / 5 NOV 1833. Auch hier habe ich Schwierigkeiten mit der Adresse. Ich lese: An das ...nalamt ...burg Ein Brief von einem Amt zu einem anderen Amt. Das könnte ich mir gut vorstellen. Kann jemand die Adressen vervollständigen? Was bedeutet die roten Vermerke 3 und 5 (?). Ich vermute, sie haben etwas mit dem Porto zu tun. Danke und viele Grüße Michael
mausbach1 (RIP) Am: 16.06.2017 13:34:22 Gelesen: 74753 # 72
@ Michael Mallien [#71] Dem Wohllöblichen Stadtschultheißenamt Bietigheim Oberamt Bissigheim An das Stadtschultheißenamt Neuerburg
hopfen Am: 16.06.2017 15:52:36 Gelesen: 74732 # 73
@ mausbach1 [#72] Sorry, ich lese NEUENBÜRG - dazu könnte dann auch CALW als Erstabsendeort passen!
briefefan (RIP) Am: 16.06.2017 16:41:59 Gelesen: 74719 # 74
@ mausbach1 [#72] Das Stadtschul dheiszenamt Neuenbürg ist deutlich mit d statt t geschrieben.
Max78 Am: 16.06.2017 22:05:58 Gelesen: 74692 # 75
Servus zusammen, man kann es auch "neudeutsch" ganz einfach Bürgermeisteramt nennen (zumindest was Württemberg betrifft), mit Grüssen Max
Michael Mallien Am: 16.06.2017 23:19:14 Gelesen: 74673 # 76
Hallo zusammen, ich danke euch für die vielen Antworten. Das ist genial, denn es wird mir sicher helfen, dem genauen Inhalt auf die Spur zu kommen. Nun wundere ich mich auch nicht mehr, dass mir keine mir sinnvoll erscheinenden Wörter eingefallen sind. Es liegt einfach daran, dass die Wörter sehr entfernt sind zu meinem aktiven Wortschatz. Wahrscheinlich werde ich beim Inhalt noch Hilfe brauchen, möchte es aber selbst mal probieren. Kann noch jemand etwas zu den postalischen Rotstiftvermerken sagen? Viele Grüße Michael
mausbach1 (RIP) Am: 17.06.2017 08:35:01 Gelesen: 74658 # 77
@ hopfen [#73] @ briefefan [#74] Danke für die Korrektur - wieder ein Beweis für die aktive Leserschaft - prima. :-) So, jetzt geht´s zum Philatreff nach Köln! Allerseits einen schönen Tag und ein schönes WE! Claus
10Parale Am: 05.08.2017 14:08:51 Gelesen: 73917 # 78
@ forum [#1] Kontexterklärung: Meine liebe Frau und ich sind weiter am Grübeln und haben folgenden Kontext im Schreiben erkannt: Das "casa postelor" Postbüro (1.Zeile) loslassen (a slobozi) (1. Zeile Wort 3 und 4) patru Kai (1. Zeile Wort 5 und 6) vier Pferde pentru (2. Zeile Wort 1) für "mesuesea" (2. Zeile Wort 2 - ein uralter Begriff für Pferdestation? - siehe jüdisch: mesusa: Türpfosten la (2. Zeile 3. Wort) von handschriftlich "Mehedinti" - Landkreis Mehedinti in der Walachei ? 2. Zeile - evtl. Dokument Nr. 2 ???????7 3. Zeile (Wort 3 - 5) in trebuinta - zur Nutzung - das nächste Wort beginnen mit Ok und 10 kyrillischen Buchstaben bleibt uns ein Rätsel 4. Zeile "Wort 1 - uni = eins 4. Zeile handschritlich (?????) 4. Zeile Wort 3 und 4 cu plata programata (für die vereinbarte Rechnung) 5. Zeile Wort 2 und 3 und 4 in socoteala wisteriei (vom Schatzamt - Kassenbüro). So, jetzt der Sinn mal frei übersetzt (ohne Gewähr): Das dem Prinzen unterstellte Postbüro in Jassy verfügt die Freistellung von 4 Pferden seiner eigenen Stallungen nach Mehedinti in der Walachei mittels Dokument Nr. 2 zur Nutzung in den dortigen Stallungen und wie vereinbart ist die Zahlung an die Schatzkammer zu begleichen. Sicher ist diese freie Übersetzung nicht wortgetreu und spitznagelfest, dennoch denken wir, handelt der Inhalt über dieses Thema. Bin sehr dankbar für Verbesserungen. Liebe Grüße 10Parale mit Frau
dr.vision Am: 24.02.2018 19:30:44 Gelesen: 68771 # 79
Moin zusammen, ich habe hier eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1898, die von Belgien nach Celebes - Niederländisch Indien - lief. Und zurück, aber tut hier nichts zur Sache. Ich möchte sie gerne im Belgien Thread vorstellen. Leider ist die Ansichtsseite in einer mir völlig unbekannten Sprache beschrieben. Wenn ich einige lesbare Worte im Google-Übersetzer eingebe, werden verschiedene Sprachen von lateinisch über türkisch bis finnisch angezeigt. Kann es eventuell Esperanto sein? Ich freue mich über jegliche Hilfe. Danke im Voraus. Beste Grüße von der Ostsee Ralf
buzones Am: 24.02.2018 19:42:05 Gelesen: 68764 # 80
Hallo Namensvetter! Das ist in der Kunstsprache VOLAPÜK verfasst, die leider – im Gegensatz zu Esperanto – kaum noch benutzt wird. Infos zur Volapük bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Volap%C3%BCk Beste Philagrüße Ralf
dr.vision Am: 24.02.2018 20:22:54 Gelesen: 68748 # 81
@ buzones [#80] Moin Ralf, ganz herzlichen Dank für Deine schnelle und kompetente Hilfe. Kannst Du diese Sprache sprechen? Oder kennst Du jemanden? Wikipedia ist ja sehr interessant. [1] Danke nochmal und einen schönen Sonntag. Beste Grüße von der Ostsee Ralf [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Volap%C3%BCk
dr.vision Am: 25.02.2018 19:27:13 Gelesen: 68673 # 82
@ dr.vision [#79] @ buzones [#80] Moin zusammen, die Internetrecherche war heute, durch die Hilfe von Ralf (buzones) und Volkmar (volkimal), erfolgreich. Der Leiter der internationalen Volapük-Bewegung war sofort bereit, mir den Text zu übersetzen. Auszug aus seiner Antwort: Hier der Text auf der Bildseite: St. Nicolas, 13. November 1898 "Hochgeschätzter Herr, Korrespondenz ist ein Mittel, ein Volapükist zu bleiben. Das ist der Grund, dass ich Ihnen dies schreibe. Was ist Ihrer Meinung nach das beste Mittel, Volapük zu verbreiten? Antworten Sie mir, geschätzter Herr, und sagen Sie mir bitte, ob Sie wünschen, dass ich Ihnen noch eine oder zwei Karten schreibe. Sie werden sich sehr freuen* Ihr ergebenster Diener, Alf. de Cock, Lehrer, Knaptandstr. 16." * Das klingt etwas seltsam. Vielleicht wollte der Verfasser hier statt ,ofredol' eigentlich ,ofredob' schreiben. In seiner Handschrift unterscheiden sich ,l' und ,b' nur wenig. Das würde dann heißen: „Ich werde mich sehr freuen”. Auf der Anschriftsseite findet man einen Volapük-Stempelaufdruck vom Volapük-Verein St. Nicolas, Hofstraat 52, Belgien: "Blesir Valadü Pöfüd" = Freude in Erwartung des Nutzens. Drei Tage Recherche, aber es hat sich gelohnt. Und der nette Herr ist gerne bereit, weitere Übersetzungen zu machen. Wenn ihr also etwas habt, schickt es mir. Meine Daten sind hinterlegt. Den kompletten Beleg werdet ihr dann im Belgien-Thread sehen. Beste Grüße von der Ostsee und danke an alle Helfer Ralf
Michael Mallien Am: 07.02.2020 17:45:14 Gelesen: 58352 # 83
Liebe Lesekundige, ich habe hier eine Ganzsachenkarte aus Liberia aus dem Jahr 1904 die an einen Ort in Posen adressiert ist. Es ist mir noch nicht gelungen den Ort zu identifizieren. Kann jemand von euch das lesen und kennt einen passenden Ort? Zum Schriftvergleich hier noch der Text auf der Rückseite: Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand weiterhelfen kann. Danke und Grüße Michael
DERMZ Am: 07.02.2020 18:04:28 Gelesen: 58344 # 84
@ Michael Mallien [#83] Hallo Michael, wenn Du nur dieses Wort auf der Vorderseite suchst, es heisst "Hochwohlgeboren" Beste Gruüsse Olaf
epem7081 Am: 07.02.2020 18:12:55 Gelesen: 58340 # 85
Hallo Michael, ich glaube hier kann ich helfen, der Name des Absenders ist mir allerdings nicht klar. Zum Ort kann ich hier aus wikipedia hoffentlich die richtige Lösung bringen. Viel Freude mit Deiner interessanten Karte wünscht Edwin Herrn Hauptmann Zunehmer (?) Hochwohlgeboren Posen Gartenstraße 13 Mein lieber Herr Hauptmann! Wir liegen hier auf einen Tag vor Gran Bassa, außer einer reichen tropischen Vegetation ist Nichts zu sehen, kaum daß man ein Paar Briefmarken zu kaufen bekommt. Hoffentlich ist diese Karte in Ihrer Sammlung noch nicht vorhanden. Verzeihen Sie Schrift, ich fabriziere 50 Postkarten ! Frl Gruß Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin ihr (—?—) 2/4.04 Grand Bassa County ist eine Verwaltungsregion in Liberia, sie hat eine Größe von 7 936 km² und besaß bei der letzten Volkszählung 221.693 Einwohner. Die Verwaltungsregion untergliedert sich in acht Districte. Die Hauptstadt ist Buchanan im District Neekreen. Grand Bassa liegt an der Atlantikküste. Wikipedia
Michael Mallien Am: 07.02.2020 18:13:16 Gelesen: 58339 # 86
@ DERMZ [#84]

Hallo Olaf,

oh, ich vermutete den Ort an dieser Stelle :) und den Ort suchte ich eigentlich.
Auf jeden Fall schon mal herzlichen Dank für die superschnelle Antwort!

"Posen" und "Gartenstraße (?) 13" erscheint mir sehr dünn als Adresse. Links unten steht noch Germany. Aber das grenzt den Ort ja auch nicht weiter ein. Der adressierte ist ein "Herr Hauptmann Zu..."

Sollte das gereicht haben um den Adressaten zu ermitteln?

Was meint ihr?

Viele Grüße
Michael
Michael Mallien Am: 07.02.2020 18:15:23 Gelesen: 58336 # 87
@ epem7081 [#85]

Hallo Edwin,

wow, herzlichen Dank für die schnelle "Übersetzung" und die zusätzliche Info. Da haben sich unsere Beiträge gegenseitig überholt.

Grüße
Michael
epem7081 Am: 07.02.2020 18:29:50 Gelesen: 58327 # 88
@ Michael Mallien [#86] Sollte das gereicht haben um den Adressaten zu ermitteln? Hallo Michael, mit den nachfolgenden Informationen wird vielleicht die schlichte Adressenangabe verständlich. Hier zitiere ich gerade aus einem umfassenden Auktion: https://books.google.de/books?id=HmUSDeeXzaQC&dq=Hauptmann+Zunehmer+posen&hl=de&source=gbs_navlinks_s einen spannenden Abend mit den historischen Dokumenten wünscht Edwin
philamueller Am: 22.11.2020 14:53:55 Gelesen: 55757 # 89
Wer kann den Ortsnamen im R-Zettel und den Ortsnamen im Absender lesen ? Ich finde keinen passenden Ort in Lettland.
epem7081 Am: 22.11.2020 15:49:00 Gelesen: 55739 # 90
@ philamueller [#89] hallo philamueller es handelt sich um den Ort Vecpiebalga (deutsch: Alt-Pebalg) ist eine Ortschaft im Nordosten Lettlands und Zentrum der gleichnamigen Verwaltungseinheit (lettisch: Vecpiebalgas novads). [1] Der Stempel spricht da - allerdings in kyrillisch - eine klarere Sprache. Mit freundlichen Grüßen Edwin [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Vecpiebalga
Altmerker Am: 22.11.2020 15:50:21 Gelesen: 55737 # 91
Nichts leichter als das: Vecpiebalga (deutsch: Alt-Pebalg) ist eine Ortschaft im Nordosten Lettlands und Zentrum des gleichnamigen Verwaltungsbezirkes. Gruß Uwe
prefico74 Am: 03.08.2022 20:54:40 Gelesen: 45319 # 92
Hallo, leider bin ich nicht in der Lage den unten Namen in dieser altdeutschen Schreibschrift zu lesen bzw. zu entziffern. Der obere Schriftzug ist von Erich Gruner mit Jahresbezeichnung von 1917. Der untere Schriftzug ist nicht klar. Wer kann mir da helfen? Wie könnte der Name heißen? Mit freundlichem Gruß
Ameise Am: 18.09.2022 21:42:34 Gelesen: 44380 # 93
Hallo, ist aus dem rückseitigen Text, den ich leider nicht lesen kann, ersichtlich weshalb die Post-Vignette aufgebracht wurde? Sendung verlorengegangen? Ist das eine "Postsache? Danke schon einmal für die Antworten Enrico
evwezel Am: 18.09.2022 22:36:04 Gelesen: 44361 # 94
@ Ameise [#93] Hallo Enrico, Ich versuche es mal: Vorderseite Herrn Johann Gottfried Schöne in Hier(?) Rückseite Grossröhrsdorf d. 12 März 1884 Herr Edwin Florenz(?) Schöne hier hat heute den ihm von der Firma(?) Joh. Gottfr. Schöne ertheilte(?) Vollmacht zur Quittungsleistung niedergelegt. K. Postamt ? Rechten Seite Wien d/ 2/3 /84 Ed Schöne Viele Grüße, Emiel
Ameise Am: 18.09.2022 22:51:34 Gelesen: 44355 # 95
@ evwezel [#94] Hallo Emiel, vielen Dank für die Übersetzung. Also ist es eine Postsache. Viele Grüße Enrico
volkimal Am: 19.09.2022 12:16:47 Gelesen: 44295 # 96
@ evwezel [#94] Hallo zusammen, Emiel Du hast wieder eine Super-Vorarbeit geleistet. Ein paar kleine Ergänzungen: Vorderseite: Herrn Johann Gottfried Schöne in Hier PS (unten links) "Hier" bedeutet, dass die Karte innerhalb des Ortes verschickt wurde. PS = Postsache Rückseite: Grohsröhrsdorf d. 12 März 1884 Herr Edwin Florenz Schön- herr hat heute den ihm von der Firma Joh. Gottfr. Schöne ertheilte Vollmacht zur Quittungsleistung niedergelegt. K. Postamt ? Der Ort ist mit "hs" geschrieben. Ich glaube, dass der Name "Edwin Florenz Schönherr" war. Den Namen Schönherr gibt es auch heute noch in Grossröhrsdorf. Zur Firma Johann Gottfried Schöne siehe [1] Viele Grüße Volkmar [1] https://www.industriekultur-oberlausitz.de/grossroehrsdorf/bandweberei-schoene.html
Ameise Am: 19.09.2022 12:32:03 Gelesen: 44281 # 97
@ volkimal [#96] Hallo Volkmar, auch Dir danke für die Erklärungen. Es ist also sicher eine Postsache. Danke auch für den Link der Fa. Schöne. Die Fa. Schöne hatte damals ein unglaublich weitverzweigtes Geschäftsnetz in Deutschland und der ganzen Welt. Viele Grüße Enrico
22028 Am: 15.02.2023 09:50:36 Gelesen: 40852 # 98
Die Seite habe ich gerade entdeckt, leider habe ich aktuell keinen Beleg der eine Transkrtipton braucht, aber evtl. kann einer von hier das mal testen? Transkribus [1] ist ein KI-gestützte Plattform für Texterkennung, Transkription und das Durchsuchen von historischen Dokumenten - von jedem Ort, aus jedem Zeitalter und in jeder Sprache. [1] https://readcoop.eu/de/transkribus/
Parachana Am: 26.11.2023 10:18:17 Gelesen: 34720 # 99
Guten Morgen, ich habe eine Ganzsache aus Griechenland an die Gebrüder Senf gekauft. Leider kann ich den Text nicht lesen. Auf der Adressseite lese ich: Herrn Gebrüder Senf Leipzig Allemagne Jedoch an der anderen Seite hapert es: Herrn Gebrüder Senf Leipzig .................................................................................................................. pro Satz + Porto Hochachtungsvoll ? Athen 30 IX 1901 Über Hilfen würde ich mich freuen Einen schönen Sonntag Uwe
Baber Am: 26.11.2023 11:32:51 Gelesen: 34709 # 100
@ Parachana [#99] Hallo Uwe, . Ich kann leider auch nicht viel lesen: Offeriere Ihnen Kreta? 1900 ungebraucht, 20-25 Sätze zu (Währung sieht aus wie Pfund und Drachmen) - sind rote ......marken,.....und 3 covers creta Sätze ....... 5 Drachmen ebenfalls........................pro Satz + Porto Hochachtungsvoll Athen den 30.9.1901 Gruß Bernd
chris63 Am: 26.11.2023 12:25:46 Gelesen: 34694 # 101
@ Parachana [#99] Hallo Uwe, Herrn Gebrüder Senf Leipzig Offeriere Ihnen Kreta 1900, ungebraucht 20-25 Sätze 1L-2(Delta)s mit rotem Aufdrucke a Mk 5 .. und 3 complete Sätze ........ 5 (Delta) ebenfalls ungebraucht mit rothem Aufdrucke a Mk 12 per Satz, + Porto Das Wort hinter Sätze kann alles mögliche Bedeuten, niedickere, inelichern oder imticheor. Für einen Sammler des Gebietes erschließt es sich wahrscheinlich aus dem Zusammenhang, was mich zu dem Beitrag drüber führt. Transkribus macht Sinn, wenn ich einen Aktenbestand oder ein Buch mit 1000 Seiten von einem Schreiber habe, ich die ersten 250 Seiten selbst transkribiere und das System anlerne, dann und nur dann kommt was lesbares bei den restlichen 750 Seiten heraus. grüsse Christof
Gauss Am: 26.11.2023 12:56:03 Gelesen: 34683 # 102
@ chris63 [#101] Die Deltas sind, wie der Kollege oben geschrieben hat, Drachmen. Die L allerdings nicht Pfund, sondern Lepta (das ist die Unterteilung der Drachme). Das Wort nach Sätze dürfte inclusive sein.
Parachana Am: 26.11.2023 13:49:56 Gelesen: 34672 # 103
Ich möchte mich herzlichst bedanken für die schnelle und sehr präzise Auskunft. Jetzt wo ich das lese ist mir auch einiges bekannt. Vielen Dank an euch Uwe
Seku Am: 26.03.2024 20:32:52 Gelesen: 33533 # 104
Hallo in die Runde, wer kann den Ort bei Aachen entziffern ? Vielen Dank ! Günther
bayern klassisch Am: 26.03.2024 20:37:38 Gelesen: 33529 # 105
@ Seku [#104] Mariadorf. LG, Ralph
Seku Am: 26.03.2024 21:30:41 Gelesen: 33510 # 106
@ bayern klassisch [#105] Danke Ralph, das ging ja schnell ! Hab eine gute Nacht Günther
pp-erfurt-sammler Am: 04.12.2024 14:53:54 Gelesen: 29766 # 107
Hallo in die Runde, kann mir wer sagen was unten Links in der Ecke steht? Ich vermute "56: Dienstmann S." Alles anderen kann ich entziffern. :) Vielen Dank Steve
Gauss Am: 04.12.2024 16:35:32 Gelesen: 29744 # 108
@ pp-erfurt-sammler [#107] Oder vielleicht kgl. Dienst? S[ache]?
volkimal Am: 04.12.2024 18:04:33 Gelesen: 29710 # 109
@ pp-erfurt-sammler [#107] Hallo Steve, ich denke "Kg. Dienstwaren S." = "Königliche Dienstwaren Sache". Viele Grüße Volkmar
Gauss Am: 04.12.2024 18:46:46 Gelesen: 29693 # 110
@ volkimal [#109] Ja, natürlich waren. Auf dem l von Kgl. möchte ich aber beharren.
pp-erfurt-sammler Am: 04.12.2024 20:14:55 Gelesen: 29667 # 111
Vielen Dank für des Rätsels Lösung. Dann hab ich alles von dem Brief in entzifferter Schrift.
chris63 Am: 04.12.2024 20:31:08 Gelesen: 29664 # 112
@ pp-erfurt-sammler [#107] Hallo Steve, zur Verwirrung noch eine Drittmeinung. K[öni]g[liche] Dienstverw. [unleserlich] (eventuell I oder J) Zuerst ein Novum, muss ich doch Gauss mal widersprechen, was aussieht wie ein l, aber fast immer auch eine Unterlänge hat ist eine Abbreviatur oder Abbrechungs-, Abkürzungs-, Auslassungszeichen. Der Name dafür ist Schlinge. In älteren Texten war das Auslassungszeichen noch ein Strich über den Buchstaben, erhalten geblieben durch den Verdopplungsstrich beim m und n. Der Waagerechte Strich wanderte später als senkrechter Strich ans Wortende und änderte seine Form in eine Schlinge. Doppelschlinge = Plural. Zurück zum Brief, von Bonin war als Oberpräsident in Stettin für die Verwaltung zuständig daher Dienstverw. Post wird er hauptsächlich aus dem Ministerium für Justiz oder Innerem bekommen haben daher eventuell I oder J. Auch oben links K. I oder J. Interessanter finde ich den Vermerk par Schnellpost und die Änderung der Adresse von Präsident zu Oberpräsident und Wohlgeboren zu Exellenz. Jetzt kommen Vermutungen: Einer der letzten Briefe der preußischen Schnellpost auf der Strecke Berlin-Stettin. Bahnlinie eröffnet 1843. Wirklicher Geheimrath wurde von Bonin 1843. Die Schnellpost startete in Berlin Montags und Freitags 21 Uhr. Damit sind möglich der 26.3.1847 und der 26.3.1849. Die Schnellpost brauchte planmäßig 42 Stunden (ordinäre Post 49 St.). Die Bahn wird in wenigen Stunden die Strecke bewältigt haben, warum also Aufgabe per Schnellpost? Daten von den Abfahrtszeiten der Schnellpost sind von ca. 1830, können sich später also geändert haben. grüsse Christof
Gauss Am: 04.12.2024 20:57:13 Gelesen: 29653 # 113
@ chris63 [#112] Dann nehme ich also mein l doch zurück, vielen Dank. Wieder was gelernt.
volkimal Am: 04.12.2024 21:39:17 Gelesen: 29632 # 114
@ chris63 [#112] Hallo Christof, super, was Du alles zu dem Brief sagen kannst. Viele Grüße Volkmar
saeckingen Am: 08.12.2024 16:54:36 Gelesen: 29547 # 115
Hallo zusammen, ich habe hier einen R-Brief aus British Ostafrika, auf dem ich einen Vermerk nicht entziffern kann. Genau gesagt geht es um die drei Zeilen links unten: Ich meine "Missed the mail" entziffern zu können, aber dann war es das auch. Grüe Harald
chris63 Am: 08.12.2024 23:08:46 Gelesen: 29502 # 116
@ saeckingen [#115] Hallo Harald, vermute den Vermerk unter dem Stempel, vielleicht schon in East Africa geschrieben. Dann wäre eine Möglichkeit: missed t?? mail by the (Schiffsname, Reederei)? catches the (Schiffsname, Reederei)? Die Adressänderung c/o ... ist zumindest eine andere Handschrift. grüsse Christof
saeckingen Am: 09.12.2024 07:31:06 Gelesen: 29473 # 117
@ chris63 [#116] Mein Verdacht geht in die gleiche Richtung, aber ich kann die Namen nicht entziffern. "catches" ist aber schon mal eine große Hilfe, da es diesen Verdacht bestätigt. Es sind aber weder bei der British India Steam Navigation Company noch bei der Deutsch-Ostafrika-Linie passende Namen zu finden. Andere Schiffslinien haben 1897 Mombasa/Zanzibar nicht angefahren. Der Vermerk könnte in Aden angebracht worden sein, da habe ich aber keine Literatur welche Schiffe wann Richtung Europa abfuhren. Vielen Dank schon mal! Harald
saeckingen Am: 09.12.2024 22:14:04 Gelesen: 29422 # 118
Falls die Lösung jemanden interessiert:

“Missed the mail by the (HMS) Astraea, catches the (HMS) Brisk”

Ein englischer Sammlerfreund war sehr hilfreich. Da es um zwei Schiffe der Royal Navy ging, konnte ich die auch in den entsprechenden Verzeichnissen der Postdampfer nicht finden.

Grüße
Harald
Briefuhu Am: 23.12.2024 11:14:04 Gelesen: 29055 # 119
Habe da einen Brief von 1845 den ich gern einstellen möchte, den Text dazu kann ich leider nur teilweise lesen. und zwar das die Herrschaft von Merkenstein an die Herrschaft von Mariazell in Österreich (Kleinmariazell) in Schulangelegenheit etwas über Gutschrift und Schuldigkeiten schreibt. Schönen Gruß und Frohe Weihnachten Sepp
chris63 Am: 23.12.2024 12:21:23 Gelesen: 29035 # 120
@ Briefuhu [#119]

Hallo Sepp,

das Währungskürzel habe ich in meiner Zettelwirtschaft nicht gefunden, muss ich wieder schuldig bleiben.

Löbliche Herrschaft!

die dienstfreudlichst gefertigte beehrt
sich, auf die schätzbare Gutschrift dd.
des 14. d.mts ? 1074 und mit Bezug
auf das heutige Protocoll vom
Amtsrichter Josef Perner zu Ober-
perndorf anzuzeigen, daß sowohl die-
se Herrschaft, als die genannte Ge-
meinde ihre Schuldigkeiten zu den
Pottensteiner Schulbaulichkeiten in ba-
ren Geld leisten wollen

Herrschaft Mariazell in oesterr.
am 26. Juli 1845
Unterschrift/Vw.

Weihnachtsgrüsse Christof
nagel.d Am: 23.12.2024 12:27:05 Gelesen: 29028 # 121
Könnte es die Abkürzung für Kreuzer oder Taler bzw. Heller sein, da wir uns in Österreich bzw. im süddeutschen Raum befinden und dort zu dem Zeitpunkt die Währung Kreuzer bzw. Taler/Heller galten ?
Briefuhu Am: 23.12.2024 12:33:12 Gelesen: 29026 # 122
@ chris63 [#120] @ nagel.d [#121] Vielen Dank an Euch, jetzt kann ich den Brief zum Einstellen vorbereiten. Schöne Weihnachtsgrüße Sepp
chris63 Am: 23.12.2024 12:42:37 Gelesen: 29018 # 123
@ Briefuhu [#122] Hallo Sepp, habe mal etliche Österreichische Briefe aus der Zeit durchgesehen, dort ist das Währungskürzel nicht so verschliffen gewesen. Meine Cth zu erkennen, wäre dann Konventionsthaler. grüsse Christof
Briefuhu Am: 23.12.2024 12:45:12 Gelesen: 29017 # 124
@ chris63 [#123] Danke Christof. Schönen Gruß Sepp
Briefuhu Am: 04.01.2025 14:09:02 Gelesen: 28793 # 125
Hab hier einen alten Brief bei dem ich eigentlich gar nichts entziffern kann bzw. nur raten kann. Als Datum lese ich 19.Juli 1750 wobei ich mir bei dem Monat schon nicht sicher bin. Bei der Anschrift lese ich als Ort Zorga, Zorger oder Zorgau. Mir wäre schon geholfen wenn ich wüßte von wo nach wo der Brief gelaufen ist. Unten links lese ich noch fr für franco, also wurde der Brief vom Absender bezahlt. Auf der Rückseite noch ein Wachssiegel. Schönen Gruß Sepp
chris63 Am: 04.01.2025 15:20:48 Gelesen: 28769 # 126
@ Briefuhu [#126] Hallo Sepp, die Adresse müßte jemand mit Französisch Kenntnissen noch ergänzen. Herrn Balcke Oberfaktor (Kaufmännischer Leiter eines Bergwerks) .... ................ Herzog von Br[aunschweig] und Lien[eburgischen] Zorge (am Harz) Datum 19.Juni 1750, beim Absender bin ich noch am suchen, Absendeort vielleicht Lb Lüneburg grüsse Christof
Schradin Am: 04.01.2025 15:29:18 Gelesen: 28763 # 127
@ Briefuhu [#125] Ausstellungsort ist eine "Sct. Joh[ann] Hütte". Im Brief geht es - soweit ich das bruchstückhaft lesen kann - auch um den Guss von Eisen.
Briefuhu Am: 04.01.2025 15:45:42 Gelesen: 28753 # 128
@ chris63 [#126] @ Schradin [#127] Hallo Ihr Beiden, vielen Dank für die Hilfe, jetzt habe ich zumindest das Datum und den Zielort, Jetzt hoffe ich noch auf den Absender, dann wäre ich vollkommen zufrieden. Schönen Gruß Sepp
chris63 Am: 04.01.2025 20:29:12 Gelesen: 28703 # 129
@ Briefuhu [#128] Hallo Sepp, die letzten 5 Zeilen, der Name/Absender müßte noch verifiziert werden. habe mit 4 guter Groschen gelohnet. übrigens sage vordaßmahl gehorsahmst Adjeu. Ag. E. Rinse hierbey noch 1/2 Rieß Conc. Papier (ver) 12 guter Groschen und 1/4 Pfund Canaster Toback (ver) 8 guter Groschen Liest sich, als ob noch ein Paket dabei war, erklärt vielleicht den fehlenden Adressanten. Adressergänzug: ...de son A[ltesse] Ser[enissime] Die erste Zeile lese ich ebenso: Sct: Joh: Hütte - gibt es aber nicht. Eisengiesserei und Sankt Johannes Kirche gibt es in Gittelde. Zumindest Oberfaktor Balcke hatte mit Gittelde zu tun. Zur Suche grüsse Christof
Briefuhu Am: 04.01.2025 21:58:27 Gelesen: 28685 # 130
@ chris63 [#129] Hallo Christof. vielen, vielen Dank für Deine Hilfe. Du hast Dich da ja wirklich reingekniet. Jetzt ist ja fast alles geklärt. Sowohl Gittelde als auch Zorge befinden sich im Harz und sind nur 48 km voneinander entfernt. Schönen Gruß Sepp
Schradin Am: 04.01.2025 22:47:53 Gelesen: 28671 # 131
Hallo nochmal, mir war gerade langweilig, da habe ich mal etwas Recherche via Google betrieben, und dabei folgendes aufgetan: (1) Das Schreiben ist ja nur an den Zorgener Faktor Balcke adressiert, der Schreiber kann also im gesamten Amtsbezirk dieses Faktors gesessen haben (Gegend im / um den Harz); so gab es z. B. eine wohl bereits um 1700 bestehende "Johannishütte" in Ilfeld (Gemeinde Harztor), in der Kupfer- und Kobalderze verhüttet wurden, siehe: https://www.karstwanderweg.de/langewand/bbw-langewand/ https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/F32IGRQA747BLXXWSGQZITYE44IFNSIP (2) Dieses bei einer Auktion versteigerte Konvolut dürfte Sepp interessieren, darin ein Schreiben von 13. Januar 1750, vom gleichen Schreiber ebenfalls an Balcke (leider nicht komplett abgebildet) https://www.gazette-drouot.com/en/lots/25691057-acta-iudicialia-against-christoph--- Schönen Gruß, Schradin
Eilean Am: 04.01.2025 23:20:47 Gelesen: 28661 # 132
Bei diesem Beleg, der in München an die Schwanthalerstraße 47 Grth (für Gartenhaus?) für Herrn Max Grunwald adressiert war, ist vorderseitig auf 64/2 Rckg (Rückgebäude?) berichtigt. Der Vermerk hinten ist für mich nicht lesbar: ..... 47 nicht .... Br 43 Vielen Dank für das entziffern. Gruß Andreas
Erdinger Am: 04.01.2025 23:50:49 Gelesen: 28655 # 133
Adr[es]s[a]t Schwanth. 47 nicht erfragt Br 43
Schradin Am: 05.01.2025 00:57:04 Gelesen: 28645 # 134
Mitgehen mit Erdinger würde ich mit: Adresat Schwanth[alerstraße] 47 nicht ... .. 43 Der erste Buchstabe nach "nicht" ist aber kein "e", sondern entweder "n" oder "v". Vom Sinn her müsste es etwas sein wie "bekannt" (= ~ "Adressat Schwanthalerstraße 47 nicht bekannt"). Danach evtl. der Verweis, es bei der Hausnr. 43 zu versuchen?
Briefuhu Am: 05.01.2025 08:05:18 Gelesen: 28606 # 135
@ Schradin [#131] Guten Morgen, vielen Dank für Deine höchst interessanten Infos. Ich denke der Brief könnte gut aus Ilfeld gekommen sein. Schönen Gruß Sepp
chris63 Am: 05.01.2025 11:03:06 Gelesen: 28578 # 136
@ Schradin [#131] Hallo Schradin, aufgrund des Briefinhaltes (unterer Teil 1. Seite) vermute ich eher eine Eisengiesserei, es wurden große Gußstücke gefertigt. da der Knecht Zacharias jetzo bey Erhaltung dero geehrteste arbeitet, so habe Ihm sogleich befoh- len, den guß so lange aufzuhalten biß der Herd gantz voll Eisen sich gesamlet, welches auch nächst- him so geschehen soll, wenn nun darauf die verlangte @ Eilean [#132] letzte Zeile wird die Unterschrift des Postboten sein Fritz/Britz oder so grüsse Christof
Schradin Am: 05.01.2025 12:02:03 Gelesen: 28557 # 137
@ chris63 [#136] In der Johannishütte Ilfeld scheint wohl auch Eisen verhüttet worden zu sein; das "Ilfelder Revier" war wohl sogar vornehmlich Eisen (die Sache mit dem Kupfer- und Kobalterz war wohl eher unter ferner liefen ...). Insofern würde es doch passen! https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/GIBLRGX7S3GQG55RS5WOSW6CFT7R6JI4 http://www.strassberg-harz.de/index.php/unterharzer-bergbautannen/landkreis-nordhausen (dort inbesondere Infos zu: "4410 Eisensteingruben im Fischbachtal"; und vor allem nachfolgend zum "5701 Kaiser - Wilhelm II- Stollen": "Die Grube Krippenberg war seiner Zeit eine bedeutende Eisenerzgrube im Ilfelder Revier. Ihre Erze wurden zur St. Johannis Hütte in Ilfeld oder zur Zorger Hütte geliefert." (damit wäre auch eine Verbindung zu Zorgen hergestellt)
Briefuhu Am: 08.01.2025 10:17:48 Gelesen: 28500 # 138
Hab hier einen Brief vom Civil?gericht Grunau bei Roßwein vom 12. oder 13. August 1834 an das Justizamt in Nossen und ging dann mit der Aufforderung um Berichtigung wieder zurück und wurde am 18.November 1834 erledigt. Vom Inhalt her geht es um eine Vormundschaftssache oder Änderungen im Grundbuch. Für mich wäre wichtig ob die Bezeichnung (Z)Civilgericht von mir richtig gelesen wurde und der Text inhaltlich zutreffend ist. Schönen Gruß Sepp
evwezel Am: 08.01.2025 12:11:10 Gelesen: 28484 # 139
@ Briefuhu [#138] Guten Mittag Sepp, ich lese “Localgerichte” statt “Civilgericht”. Viele Grüße Emiel
Briefuhu Am: 08.01.2025 12:25:38 Gelesen: 28471 # 140
@ evwezel [#139] Hallo Emiel, vielen Dank für Deine Hilfe, hast natürlich recht, aber der Begriff war mir nicht geläufig. Schönen Gruß Sepp
chris63 Am: 08.01.2025 12:50:57 Gelesen: 28463 # 141
@ Briefuhu [#138] Hallo Sepp, jein, sehe mehrere Briefe/Entwürfe die nichts miteinander zu tun haben. Seite 1: An die Civilgerichte zu Gronau bei Roßwein (andere Handschrift) bez. Boten und Justizgebühren sind von den Kaufsinteressenten zu berichtigen Seite 2: Entwurf eines Schreibens X daß sich im Amtsgemeinde/Waisenhaus bei Roßwein 3 Kinder (Abkürzungen interpretiert) ? Wohlgeb. zeige ich hierdurch an, (daß in hiesiger ?acte 3 Kinder) gestrichen Kinder, welchen die Blattern noch nicht ein- geimpft sind befinden. Seite 3: könnte sich auf Seite 1 beziehen, gesucht wird der Verkäufer eines Gutes, heut abend wenn nötig mehr. grüsse Christof
Briefuhu Am: 08.01.2025 13:04:00 Gelesen: 28455 # 142
@ chris63 [#141] Hallo Christof, jetzt schon vielen Dank. Zur Ergänzung Bild 1 und Bild 2 sind auf der Vorderseite und Bild 3 auf der Rückseite, der Brief besteht aus einem Blatt. Die erste Seite wurde nur wegen Übergröße aufgeteilt. Anbei die Seite fast gesamt. Schönen Gruß Sepp
chris63 Am: 08.01.2025 19:43:58 Gelesen: 28412 # 143
@ Briefuhu [#142] Hallo Sepp, was ich sagen wollte, der Inhalt zu der Adresse auf Abb.1 An die Localgerichte (Emiel hat recht) zu Gronau bei Roßwein fehlt. Entweder stand der Inhalt auf einem extra Bogen oder der Brief bestand aus einem Doppelbogen und 1 Hälfte abgetrennt. Die Unterschrift unter der Notiz auf Abb.1 ist wahrscheinlich von Gottlob Hübschmann, Botenmeister in Nossen. Die Information über die Pockenimpfung (Abb.2) halte ich für einen Entwurf für den Gerichtsschreiber. Das Schreiben auf der 3. Abb. halte ich wegen der vielen Korrekturen ebenso für einen Entwurf, und vielleicht eine Antwort auf das ursprüngliche Schreiben, Transkription soweit für mich lesbar: d.23.Juny An ?. ?. Wohllöb. Justizamt zu Nossen Da untern 23 Juny a[nno] c[urrente] der 3/8 Hüfner (Bauer mit 3/8 Hufen Landbesitz) Carl Gottfried börner (wild gestrichen) sein Guth an H. Kaufmann(?) Wild ... in Roßwein laut ...... verkauft hat, so zeigt Wohllöb. Justizamte hier- durch an, daß der Ver- käufer börner, weder Vertre- ter eines in hiesigen Gemeinde bestehenden Amtes, noch Vormund hiesiger oder auswärtiger Per- sonen ist. Grunau bey Roßwein 13. Augst. 1834 die Localgerichte allda durch ... ... Kretzschmar Richter grüsse Christof
Briefuhu Am: 08.01.2025 20:05:51 Gelesen: 28405 # 144
Hallo Christof, vielen Dank für Deine Bemühungen. Jetzt macht die Sache einen Sinn, da hat vermutlich der sparsame Richter einen Umschlag von einem alten Brief als Entwürfe für seinen Gerichtsschreiber benutzt. Also nochmals vielen Dank für Deine Hilfe. Schönen Gruß Sepp
Briefuhu Am: 14.02.2025 08:55:33 Gelesen: 27867 # 145
Ortsbrief Bamberg vom 13.07.1898 frankiert mit Michel Bayern Nr.60 3 Pfennig. Bei der Anschrift lese ich S. Hochwohlgeboren, Herrn Rudolph Freiherr von Thüngen k.b. Kammerherr u. Adjut. S. H. ??? ??. Das S. H. interpretiere ich als Seine Hoheit mehr kann ich dann nicht lesen. Absender nicht vorhanden da Oberklappe fehlt. Schönen Gruß Sepp
bayern klassisch Am: 14.02.2025 09:06:14 Gelesen: 27861 # 146
@ Briefuhu [#145] Hallo Sepp, "der 4. Cavallerie - Brigade" Liebe Grüsse, Ralph
Briefuhu Am: 14.02.2025 09:11:10 Gelesen: 27858 # 147
@ bayern klassisch [#146] Guten Morgen Ralph, herzlichem Dank für die superschnelle Antwort. Schönen Gruß Sepp
Gernesammler Am: 14.02.2025 10:51:54 Gelesen: 27846 # 148
@ Briefuhu [#147] Hallo Sepp, ein Link zur 4. Kavallerie Brigade in Bayern https://de.wikipedia.org/wiki/4._K%C3%B6niglich_Bayerische_Kavallerie-Brigade Gruß Rainer
Briefuhu Am: 14.02.2025 11:05:07 Gelesen: 27837 # 149
@ Gernesammler [#148] Hallo Rainer, vielen Dank für den interessanten link. Schönen Gruß Sepp
10Parale Am: 02.08.2025 11:28:43 Gelesen: 21981 # 150
Genau 400 Jahre ist diese vorder- und rückseitig beschriftete Handschrift 19/14 cm -Format von 1625. Die oberste Zeile ist gut zu Lesen "Am Tag Corporis Christi 1625". Es müsste sich also um Fronleichnam 1625 handeln, es war also der 16. Juni 1625, ein Donnerstag nach Julianischem Kalender. Was dann folgt ist eine Aufzählung in 8 Gliederzahlen. Es ist schwierig nun alles zu entziffern, doch ich kann Namen lesen und auch das Wort Spittal fällt mir zuerst ins Auge. Vielleicht handelt es sich um eine Aufzählung von Personen, die ein Schicksal getroffen hat. Die Schnörkelschrift befindet sich auf dickem handgeschöpftem Papier. Liebe Grüße 10Parale
bayern klassisch Am: 02.08.2025 11:33:18 Gelesen: 21979 # 151
@ 10Parale [#150] Ich habe mit dem Lesen große Probleme, aber ich glaube, dass der Brief aus Spittal kommt: https://de.wikipedia.org/wiki/Spittal_an_der_Drau LG von bayern klassisch
10Parale Am: 02.08.2025 12:56:08 Gelesen: 21952 # 152
@ bayern klassisch [#151] vielen Dank für diesen ersten wichtigen Hinweis. Ja, kein Wunder, ich habe diese alte Handschrift von einem Händler aus dem österreichischen Ebensee am Traunsee, darauf hätte ich selbst kommen müssen, aber ich dachte tatsächlich zuerst an einen Brief aus einem Spital. Ich habe in einem anderen Buch gelesen, dass die Alphabetisierungsrate um 1600 in deutschen Landen nur ca. 10 Prozent betragen hat. Es handelt sich also kaum um einen "abgesunkenen" Text, sondern bestimmt um eine christlich motivierte Handschrift. Über ein ähnliches Thema wie "Alphabetisierung" versuche ich derzeit eine kleine private Exposition zu machen. Liebe Grüße 10Parale
chris63 Am: 02.08.2025 22:16:25 Gelesen: 21866 # 153
@ 10Parale [#150] Hallo 10Parale, muß Dich enttäuschen, nur eine profane Liste von Handwerksgesellen, die in der Fremde verdingt wurden. Auch örtlich liegen die hohen Tauern zwischen Spittal a.d.Drau und den im Text genannten Orten. Spital am Pyhrn Kirchdorf Pichl am Prießling Forchdorf (heute Vorchdorf) Kirchham und Oberweis grüße Christof
10Parale Am: 03.08.2025 20:04:44 Gelesen: 21752 # 154
@ chris63 [#153] Ich bin begeistert und nicht enttäuscht. Vielen Dank. Handwerksgesellen, in der Fremde verdingt, das hört sich nach wandernden Gesellen an, genau, was ich gesucht habe. Die gibt es ja heute noch und die Listen sind mittlerweile digitalisiert (Spaß!). Liebe Grüße 10Parale
Journalist Am: 14.10.2025 16:55:21 Gelesen: 18468 # 155
Hallo an alle, ich habe hier eine Feldpostkarte von der Fliegerstation Frankfurt Oder. Leider kann ich die Schrift bzw. eventuelle Abkürzungen oder Spezialausdrücke nicht richtig lesen oder deuten, daher hier meine Bitte, wer kann mir hier von der gezeigten Vorderseite und von der gezeigten Rückseiten den Text verständlich nennen, das wäre toll: Schon jetzt danke für Eure Hilfe, bezüglich des möglichst exakten Inhalts. Da diese Schriftdeutungen auch nicht meine Stärke sind, sammle ich mit wenigen Ausnahmen wie bei obigen Beleg schwerpunkttechnisch Postgeschichte aus den letzten circa 70 Jahren. :-) Viele Grüße Jürgen
volkimal Am: 14.10.2025 21:56:25 Gelesen: 18393 # 156
@ Journalist [#155] Hallo Jürgen, hier der erste Versuch. Es können aber durchaus noch Fehler darin sein: Herrn ???? J. Schulz ??? ??? der Flieger Bombenabteilungen p.A Fliegerstation Frankfurt / O. d. 15.10.18 Ich melde die Eröffnung der hiesigen Poststation Fliegerstation Frankfurt / O. ???? ??? u. Kurt Viele Grüße Volkmar
evwezel Am: 14.10.2025 22:18:31 Gelesen: 18384 # 157
@ volkimal [#156] Hallo Volkmar, diese Handschrift ist wirklich eine Sauklaue. Ich lese übrigens “z. Zt” statt “p.A” und “Hpt=Kdt” (=Hauptkommandant?) statt “u. Kurt”. Aber vielleicht schiesse ich völlig daneben. Viele Grüße Emiel
chris63 Am: 14.10.2025 22:19:40 Gelesen: 18382 # 158
@ Journalist [#155] Hallo Jürgen, schwierig, besonders da durch das Überzeichnen bzw. Nachmalen einige Buchstaben mir verfälscht erscheinen. Einzelne Punkte, Striche und Auslassungen habe ich interpretiert, ob es nun Kommandeur oder Kommandant heißen soll lässt sich beim besten Willen nicht sagen. Vorderseite: Herrn Hauptmann J. Schulz R. F. O. Kommandeur der Flieger Bombenabteilungen p.St Fliegerstation Frankfurt/O Rückseite: Ich melde die Eröffnung der hiesigen Poststation Fliegerstation Frankfurt/O Schmitten Hpt. i (oder u.) Kmdt grüsse Christof
Journalist Am: 14.10.2025 23:05:49 Gelesen: 18363 # 159
@ volkimal [#156] @ evwezel [#157] @ chris63 [#158] Hallo an Euch Drei, zuerst danke für die bisherigen Ansätze und Vorschläge. Ich habe hier übrigens noch einen Vorschlag von anderer Seite Vorderseite: Leutnant J. Schulz N.S.O. (unbekannte Abkürzung)#´ xxxx der Fliegerbombenabteiungen xx Fliegerstation Frankfurt /O. Wenn man nun diese verschiedenen Vorschläge für die Vorderseite versucht zusammenzufügen wäre die Lösung: Herrn Hauptmann (oder Leutnant) J. Schulz R.F.O (oder N.S.O - wobei es sich eventuell um eine militärische Abkürzung handeln könnte - nur welche?) Kommandeur der Flieger Bombenabteilungen ( das scheint schon ganz gut zu passen) p.St. Fliegerstation (wobei noch zu klären wäre, was die Abkürzung p.St. bedeuten könnte ?) Frankfurt/O (Frankfurt/Oder - das passt) Rückseite: Ich melde die Eröffnung der hiesigen Poststation Fliegerstation Frankfurt/O Schmitten (Name des Absenders) Hpt. i. (oder u.) Kmdt >>> Hier hat scheinbar Hauptmann oder Komandant Schmitten dem Leutnant J. Schulz die Eröffnung der Poststation mitgeteilt. Da nach meinen Sachstand ein Leutnant ein höherer Dienstgrad ist, als ein Hauptmann würde dies aus meiner Sicht einen Sinn ergeben, das mit dieser Feldpostkarte innerhalb des großen Standorts der Fliegerstation Frankfurt Oder vom eventuellen Poststellenverantwortlichen an seinen Vorgesetzten die Erfolgsmeldung der Eröffnung mitgeteilt wurde ? Wer kann dieses Puzzle weiter vervollständigen ? Schon jetzt vielen Dank - viele Grüße Jürgen
filunski Am: 14.10.2025 23:47:46 Gelesen: 18353 # 160
@ Journalist [#159] Hallo Jürgen und alle, von mir stammte der erste "Entzifferungsversuch", ich bekam schon vor ein paar Tagen die Karte von Jürgen. ;-) Die "Sauklaue" wie schon angemerkt wurde, machte mir auch zu schaffen, aber jetzt nach den weiteren Versuchen ist mir alles ziemlich klar: Vorderseite: Herrn Hauptmann J. Schulz (unbekannte Abkürzung, ich konnte für alle möglichen Varianten nichts passendes finden) Kommandeur der Flieger Bombenabteiungen P.St. Fliegerstation (Poststelle oder Poststation) Frankfurt/O. Rückseite: Ich melde die Eröffnung der hiesigen Poststation Fliegerstation Frankfurt/O Unleserlich (Unterschrift des Absenders) Hptm. u. Kmdt. Den "Leutnant" bitte vergessen, das war ein Lese- oder eher Interpretationsfehler von mir. Ein Leutnant (übrigens zwei Ränge unter dem Hauptmann) war niemals Kommandeur. Die letzte Zeile heißt auch ganz sicher Hptm. (auch damals offizielle Akkürzung dieses Dienstgrads) und Kmdt. für Kommandant, ebenfalls die offizielle Bezeichnung. Mit der Karte meldete der Kommandant der Fliegerstation (Fliegerhorstkommandant im heutigen miltär. Sprachgebrauch) dem Kommandeur der Fliegerbombenabteilungen, eine andere, eigene militärische Einheit die nicht der Fliegerstation unterstellt war, sondern nur örtlich auf dem riesigen Gelände stationiert war, die Eröffnung der Poststelle. Da mich besonders der Tagesstempel sehr interessierte habe ich dazu mehr recherchiert und das Ergebnis passt auch zum Inhalt der Karte [1]: Hinweise zum Frankfurter Fliegerhorst findet man zum Ende des Ersten Weltkriegs als Standort des Kommandos der Bombenlehrabteilungen Frankfurt/Oder mit Abteilungen für Offiziere und Mannschaften. Der Flugplatz/Fliegerhorst mit den Versuchsabwurfplätzen lag östlich von Frankfurt/Oder bei Kunersdorf, heute Kunowice in Polen. Auf Grund der vielen dort stationierten Soldaten und Militärangehörigen benötigte man eine bessere Postversorgung, so wurde im Frühjahr 1918 die Einrichtung einer Postagentur/-stelle genehmigt. Das Reichspostamt verfügte am 27. August die Einrichtung der Postagentur bei Kunersdorf, die auf Wunsch des Kriegsministeriums die Bezeichnung Fliegerstation bei Frankfurt (Oder) führen sollte. Vier Wochen später war der Krieg zu Ende. Die Baracken wurden für militärische Zwecke nicht mehr benötigt und zunächst mit Flüchtlingen aus den östlichen Grenzgebieten belegt. Der Versailler Vertrag gestand Deutschland keine militärische Fliegerei mehr zu, so daß die militärischen Anlagen zerstört werden mussten. Die Postagentur blieb noch erhalten, aber als sich das Lager wieder leerte und dadurch auch das Postaufkommen sank, wurde sie schließlich durch Verfügung des Reichspostministeriums vom 1. Februar 1921 aufgehoben. (PNachrBl. 1921/18 v. 5.3.) Viele Grüße, Peter [1] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/686210
Journalist Am: 15.10.2025 11:35:22 Gelesen: 18278 # 161
@ filunski [#160] Hallo Peter und alle Beteiligten, die mitgeholfen haben diese "Sauklaue" zu deuten. Bei dieser Feldpostkarte handelt es sich um einen Stempelersttag der besonderen Art, der zumindest auch schon literaturbekannt war, siehe der folgende Auszug eines Artikels von Hans-Joachim Anderson im 121 Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Feldpost 1914 - 1918: Dort wurde eine Bildkopie des oberen Teils dieser Karte aus der 10. Harlos Auktion (Katalog) 1995 mit leicht nachgezeichneten Stempel gezeigt. Das Stempeldatum des ersten Tags lautet ja 15.10.18 - wie auch Peter und andere richtig erwähnt haben, war der 1. Weltkrieg knapp 4 Wochen später am 11.11.1918 vorbei. Wie auch in dem Artikel von Anderson kurz unten auf der 2. Seite erwähnt, wurde die Postagentur am 1. Februar 1921 aufgehoben (PNachrBl. 1921 / 18 vom 5.3.). Der Beleg war vor kurzem bei Felzmann in einer Auktion mal wieder auf dem Markt, nun hat er einen neuen Besitzer. :-) Bei der gezeigten Postkarte handelt es sich vermutlich um ein Unikat, den bisher ist kein 2. Beleg vom ersten Tag mit diesem Stempel bekannt. Viele Grüße Jürgen
Gernesammler Am: 28.12.2025 17:11:34 Gelesen: 14512 # 162
Hallo Sammlerfreunde, Ich habe hier einen Franko-Porto Brief vom 19.1.1782 aus Strasburg, jetzt weiß ich aber nicht welches gemeint ist, ob Frankreich oder in der Mark, auf der Rückseite ist ein Einzeiler abgeschlagen. Der Brief wurde an das hochlöbliche hochgeehrte ... Beutelsbach (liegt bei Passau) im Amt Scholtendorff ?? spediert. Auf der Vorderseite ist in Rötel eine 6 notiert, auf der Rückseite eine 6 in schwarz. Ich hoffe bei dem Brief auf Eure Hilfe um diesen vernünftig ablegen zu können und sage schon einmal im Vorab Danke. Gruß Rainer
volkimal Am: 28.12.2025 18:30:01 Gelesen: 14493 # 163
@ Gernesammler [#162] Hallo Rainer, in der Anschrift steht: "Ann das hochlöbliche hochgeehrte Beamptung BeutelsPach im Amt Scholtendorff". Im Brief steht ganz oben "Hochgeehrtes Amt Beutelspach". Das Amt Scholtendorff kann ich leider nicht finden. Es gibt aver ein zweites Beutelsbach (heute Weinstadt) in Württemberg. Wenn Du nach "Beutelspach" (mit "p") googelst, so findest du eher das Beutelsbach in Württemberg. Beim Stempel lese ich "STRASBOURG". Die französische Schreibweise spricht für Straßburg im Elsaß. Viele Grüße Volkmar
Briefuhu Am: 28.12.2025 18:53:50 Gelesen: 14480 # 164
@ Gernesammler [#162] @ volkimal [#163] Es dürfte sich hier um das Oberamt Schorndorf handeln zu dem Beutelsbach gehörte. https://de.wikipedia.org/wiki/Oberamt_Schorndorf#/media/Datei:HkDE-wt_Schorndorf_1800.svg Schönen Gruß Sepp
bayern klassisch Am: 28.12.2025 19:10:12 Gelesen: 14469 # 165
@ Gernesammler [#162] Hallo Rainer, die Örtlichkeinten haben meine Vorschreiber schon geklärt. Der Absender des Teilfrankobriefes bezahlte 6 Sous bis zur Grenze der Reichspost. Ab da bis zum Empfänger 6 Kreuzer, was auch bei der ermittelten Entfernung passen sollte. LG, Ralph
chris63 Am: 29.12.2025 00:26:55 Gelesen: 14409 # 166
@ Gernesammler [#162] Hallo Rainer, zu den Namen nichts gefunden, Schlossergasse gibt es in Straßburg (Els). Der Brief ist so ungewöhnlich vielleicht versuchter Betrug? Seite 2, Zeile 2: kann jemand mit dem Wort, das ich als mojocaen lese, was anfangen? S.1: Es gelanget an hochdieselben mein der unterschriebenen Namens Anna Barbara Käfer(in) Gesuch, daß da ich mein Erb vor wenig Tagen habe beziehen wollen, da aber nach dero Begehren einen Copulations Schein zustellen soll, kan aber nicht geschehen weilen, ich ohne Geld keine hochzeit vornehmen kan, muß also zu meinem Vorha- ben zuvor mein Geld haben, wie ich von Obrigkeitlichen Personen vernommen, daß 24.28.2. 22t. Mart. S.2: dato über mein Vermögen schon zu disponieren habe wobey ich mojocaen(?) bin, über das kan mir eine Reue kom[m]en oder triftige Ursachen ereignen wodurch ich durch mein Geld unglük er kaufen kan, nein, ich will auch wenn Sie auch ja, das dachten, wenn ich kein Geld mehr hätte ich in kurzem oder langem wieder käme mich als dann erhalten müßten, da- für ich casire und gut dafür heise daß solches nicht geschieht, sondern in Straßburg verbleiben werde. Ergehet dannach mein Begeh- ren an Hochgebietende Herren daselbst abgedachtes zu willfahren, weilen wie oben gesagt über mein Vermögen zu schal- ten und zu walten habe. Geruhen Hochdieselben durch Gerichtlichen Ent- schlag meines Vermögens an hier unten bemelten Ort abzusenden, so gleich auf Verfolg deßen, eine Quittung von 5 Zeugen S.3: unterschrieben von mir abgesendet wird, auch mit dem Behang übrigens nichts mehr an haben werde es mag namen haben, wie es wol allem entsage. Hoffe diese schriftliche Declaration glaubwürdig anzunehmen, und darauf nach besagtem Begehren Kraft mei- nes Hand + Zeichens Anna Barbara Käfer(in) der Vater dieser leiblich erzeugten Tochter Namens Johann Jakob Käfer gewesener Mezger und Bürger in Beutelsbach, die Mutter war Katharina Käfer(in) geborene Schaffer, beyde längstselig verblichen. Da dann wie ganz oben gemeldet ohne Geld keine Einrichtung kan gemacht werden, und ich zur Bestreitung meiner Hochzeit ohne dieses nichts anfangen kan, auch keinen Copulations Schein erhalten kan bis ich coputirt bin, Bereits sind wir vor wenig Tagen angenommen worden, und jezo die dabei aufgegangenen Kosten bezahlen, nächstens bezahlen muß Christoph Naß advocat u. Zeug Johan Daniel Brick als Zeug deßen Conrad Naiß als Hochzeiter unten links addresse an Joh. Daniel Brick Schreibmeister hiesiger Stadt in der Schlossergasse bei Mo? Richt? wohnhaft Gruß Christof
Gauss Am: 29.12.2025 14:09:56 Gelesen: 14349 # 167
@ chris63 [#166] Majorän = volljährig
Gernesammler Am: 29.12.2025 16:44:13 Gelesen: 14290 # 168
@ chris63 [#166] @ bayern klassisch [#165] @ Briefuhu [#164] @ volkimal [#163] Hallo Ihr Vier, Besten Dank für Eure Mühewaltung, jetzt ist erst einmal klar, dass der Brief nicht nach Bayern lief. Die Adresse und den Text des Briefes habe ich durch Euch jetzt auch und kann damit gut was anfangen. Nochmals Danke und Rutscht gut rein. Gruß Rainer
Richard Am: 29.12.2025 21:20:19 Gelesen: 14237 # 169
@ Gernesammler [#168] Ich darf alle Mitglieder und Mitleser darauf hinweisen, dass derzeit im Thema "Sütterlin und alte Schriften" die meisten Übersetzungen in über 4.000 Beiträgen zu finden sind. Meine Empfehlung ist dort zu fragen, auch bei besonders schwierigen Schriften. [falscher Link redaktionell entfernt, siehe folgender Beitrag] Grüsse, Richard
JoergH Am: 29.12.2025 22:11:19 Gelesen: 14227 # 170
@ Richard [#169] Richards Link funktioniert nur für Leute, die ein Redaktions-Passwort haben; so: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=3091&CP=0&MAX=1 kommen auch "Normalsterbliche" in den Sütterlin-Thread. Jörg
Richard Am: 30.12.2025 00:01:21 Gelesen: 14204 # 171
@ JoergH [#170]

Hallo Jörg,

danke für Deine Korrektur.

Schöne Grüsse, Richard
philamueller Am: 23.01.2026 11:21:37 Gelesen: 12820 # 172
Ich habe mit Lücken so gelesen. Wer kann die mit x markierten Stellen lesen? Hülle .. Hochwohlgebohren … Domainenrittmeister Scheffer zu Münster H.Cassen-Sachen (Herrschaftlichen) Inhalt Lünen, d 27. July 1821 .. Hochwohlgebohren … Domainenrittmeister Scheffer zu Münster Aus den abschriftlichen Anlagen der dortigen hochlöblichen Liquidations-Comission vom 23. Xx werden Wohldenselben zu ersehen belieben, daß der Bertrag der von dem hiesigen Posthalter Bierhoff aus den französischen Zeiten herrührenden Forderung bei xx Wohlgeboren eingezogen werden könne. Zumal man daher die deshalbige von dem P. Bierhoff vollzogene Quitung xxxx zu übersenden xxx hat man um baldgefälligen Übersendung der Gelder hiermit ganz xxx bitten zu wollen Königl Peußs Posthalter Wortmann
epem7081 Am: 23.01.2026 13:17:37 Gelesen: 12787 # 173
@ philamueller [#172] Hallo Werner, meine Lesart vom Inhalt: Lünen, d 27. July 1821 An Sr Hochwohlgebohren des Herrn DomainenRentmeister Scheffer zu Münster Aus der abschriftlichen Anlage der dortigen hochlöblichen Liquidations-Commission vom 23ten d werden Wohldieselben zu ersehen belieben, daß der Betrag der von dem hiesigen Posthalter Bierhoff aus den französischen Zeiten herrührenden Forderung bei Ew Wohlgeboren eingezogen werden könne. Indem man daher die desfalsige von dem P. Bierhoff vollzogene Quitung hiebei Dienstergebenst zu übersenden beehrt, hat man um bald gefällige Übersendung der Gelder hiermit ganz ergebenst bitten zu wollen Königl Preußs PostAmt Wortmann 23ten d[ieses Monats] Mit freundlichen Grüßen Edwin
volkimal Am: 23.01.2026 14:40:59 Gelesen: 12768 # 174
@ epem7081 [#173] Hallo zusammen, Es heißt nur "Sr Wohlgeboren ..." Viele Grüße Volkmar
philamueller Am: 11.03.2026 16:45:11 Gelesen: 9997 # 175
Wer kann bei diesem Postschein von 1776 den Betrag entziffern?
bayern klassisch Am: 11.03.2026 17:19:43 Gelesen: 9983 # 176
@ philamueller [#175]

36 Louis d´or

1 Reichsthaler 9 Stüber
mumpipuck Am: 12.03.2026 01:55:06 Gelesen: 9922 # 177
@ filunski [#160] Könnte die Abkürzung hinter dem Namen von Hauptmann Schulz nicht "St. F. O. heißen ? ("S" in Sütterlin). Ich habe mal chatGPT gequält und auch nach Quellen gefragt. U.a. kam heraus: "2. Dienstvorschriften der Fliegertruppen (ca. 1916–1918) z. B.: „Dienstanweisung für die Fliegertruppen des Feldheeres“ „Organisation der Fliegertruppen“ Darin werden Funktionen an Fliegerstationen (Ersatz- und Ausbildungsplätzen) beschrieben; der verantwortliche Offizier wird dort als Stationsführer bezeichnet." Dann könnte es so etwas wie Stations Führungs Offizier heißen. Viele Grüße Burkhard
mumpipuck Am: 12.03.2026 02:09:03 Gelesen: 9910 # 178
@ filunski [#160] Letzter Kommandant der Fliegerstation war ein Hauptmann Roetter. Es dürfte seine Unterschrift auf der Karte sein [1]. Viele Grüße Burkhard [1] https://www.moz.de/lokales/frankfurt-oder/stadtgeschichte-flugzeugabsturz-am-militaerflughafen-49060098.html
Jon20 Am: 24.03.2026 10:10:57 Gelesen: 8739 # 179
Hallo zusammen, ich habe hier einen Brief vom 01.05.45 aus Meißen, bei welchem ich ein wenig Hilfe gebrauchen könnte. Der größte Teil ist für mich lesbar, aber einige Stellen erschließen sich mir nicht. Wäre nett, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte. Vielen Dank Lg Jonas Meine Übersetzung: 1/ Mai 45. Meine Lieben! Heute morgen brachte uns ein Postbeamter euren l. Brief vom 29.4.Besten Dank dafür. Die Lage hat sich scheinbar etwas beruhigt. Der Russe soll ein Stück zurückgeworfen sein, durch unseren Gegenangriff in der vergangenen Nacht: Die ganze letzte Nacht war anhaltendes Schießen, an Schlaf nicht zu denken. So geht es schon durch die ganze vorige Woche. Ein Graus & eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Was weiter wird ist ganz ungewiß: Gestern früh sind auch Russen aus den Häusern a.d. Kurfürstenstraße heraus geholt worden, Es gibt keine Zeitung, kein Radio u. kein ?? Wie haben große Sorge um unseren lieben Franz. Ist er wohl noch. Jater soeben eine Brief an ihn abgefertigt. Ob der in wohl erreichen wird? Er kann ja auch schon beim Volkssturm sein? Wie mag es Fuhe & Bierbern ergehen? Hr. Schuster wird Euch wohl von dem was er in Meißen gesehen hat, berichten. Über die ? Brückensprengung sind die Einwohner ganz außer sich. Ein reiner Wahnsinnn. Der Schaden geht ihn die Millionen. Morgen soll wieder mal Post ausgetragen werden. Lebt wohl, hoffentlich sehen wir alle uns gesund wieder. Herzl. Grüßen Vater u. Opa.
chris63 Am: 24.03.2026 11:40:03 Gelesen: 8712 # 180
@ Jon20 [#179] Hallo Jonas, ein bisschen mehr Qualität beim Scan/Foto dürfte hilfreich sein, so lässt sich nur raten. 1/ Mai 45. Meine Lieben! Heute morgen brachte uns ein Postbeamter euren l. Brief vom 29.4.Besten Dank dafür. Die Lage hat sich scheinbar etwas beruhigt. Der Russe soll ein Stück zurückgeworfen sein, durch unseren Gegenangriff in der vergangenen Nacht: Die ganze letzte Nacht war anhaltendes Schießen, an Schlaf nicht zu denken. So geht es schon durch die ganze vorige Woche. Ein Gerücht & eine Hiobsbotschaft jagt die andere. Was weiter wird ist ganz ungewiß: Gestern früh sind auch Russen aus den Häusern a.d. Kurfürstenstraße heraus geholt worden, Es gibt keine Zeitung, kein Radio u. kein Gas. Elek. Licht brennt aber noch. Wie haben große Sorge um unseren lieben Franz. Ist er wohl noch in Venusberg, bzw. Thum. haben gest. abend eine Brief an ihn abgefertigt. Ob der in wohl erreichen wird? Er kann ja auch schon beim Volkssturm sein? Wie mag es Suse & Bertram ergehen? Hr. Schuster wird Euch wohl von dem was er in Meißen gesehen hat, berichten. Über die ? Brückensprengung sind die Einwohner ganz außer sich. Ein reiner Wahnsinnn. Der Schaden geht ihn die Millionen. Morgen soll wieder mal Post ausgetragen werden. Lebt wohl, hoffentlich sehen wir alle uns gesund wieder. Herzl. Grüßen Vater u. Opa. gruß Christof
Jon20 Am: 24.03.2026 11:52:00 Gelesen: 8703 # 181
@ chris63 Danke dir Christof. Du hast recht, habe selbst bemerkt, das der Scan viel zu klein ist. Anbei ein neuer Versuch:
chris63 Am: 24.03.2026 12:23:03 Gelesen: 8690 # 182
@ Jon20 [#181] Hallo Jonas, so lässt sich der Brief lesen. Aus Franz wird Georg, aus Bertram Barbara, die Brückensprengung voreilig und der Brief jetzt eben abgefertigt. gruß Christof
Jon20 Am: 24.03.2026 21:26:50 Gelesen: 8635 # 183
Auch bei diesem Brief vom gleichen Datum und Absender bräuchte ich kleinere Korrekturen: Vielen Dank Lg Jonas Meißen d. 1. Mai 1945(Morgens) Meine Lieben alle! Soeben bringt uns ein Postbeamter von Euch einen Lieben Brief u. gestern früh bekamen wir Euren lb. Brief vom 16. April. Nun kam gestern Nachmittag (spät) Herr Schuster u. sagte uns Grüße von Euch u. daser? Ihr noch gesund u. alle am Leben seit, das war für uns alle eine große Freude u. Beruhigung. Herr Schuster wollte nun heute zurück, wie, u. auf welchen Wegen wußte er nun nicht, hoffen wir, daß ihr durch ihn nun näheres erfahren habt u. dass wir auch noch am Leben sind. Schwere Stürme sind in den letzten 10 Tagen über uns hinweg gegangen, der treue Gott hat uns behütet bisher u. in seinen gnädigen Schutz genommen u. so wollen wir ihn auch weiter bitten, dahis? er bei uns bleiben möge mit seiner Gnade u. nicht von uns weichen. Von Sonnabend auf Sonntag 21. u 2 2. sind viele Menschen geflüchtet, sagen die Zaschendorfer Bauern, u. Meißen rechts war wie ausgestorben nun sieht man all das furchtbare Elend an u. man weiß doch nicht wohin, daher war für uns von allem Anfang war der feste Glaube gefasst hier zu bleiben, u. wir haben uns dadurch auch viel Unruhe erspart, denn die Menschen sind geflohen u. auch wieder zurück gekommen u. dann wieder fort ach, welch ein Durcheinander. Die Gerüchte der Leute waren u. sind auch jetzt noch grausam! - Nun die furchtbare Sprengung der beiden Brücken u. auch die kleine Unterführung an der Fabrikstraße ach es sieht entsetzlich aus u. wäre doch nicht nötig gewesen, denn der Russe war ja auch auf dem linken Elbufer. Nun ist der größte Schaden da, die vielen, vielen Häuser alles kaputt, ach, ein schwerer Angriff aus der Luft hätte vielleicht nicht solchen Schaden gemacht, als so entstanden ist. Alles ist aufs höchste empört über eine solche Verwüstung. - An unserm Haus ist nicht viel Schaden entstanden, in der großen Stube ein Fenster u. in der hintern Stube nach der Straße auch ein Flügel u. dann das Fenster zwischen Flur u. Küche auch die Türen haben alle ?gelitten, der Ruß aus dem Ofen lag überall ? herum, furchtbar ! 2) Meine Lieben, was werdet Ihr alle für böse Gerüchte hier von Meißen gehört haben, u. in welcher großen Angst werdet Ihr um uns gewesen sein. Vater hat sehr gelitten, er war ganz Ruhelos u. machte sich zu viel Gedanken, es ist ja auch alles zu viel, was man noch in seinen alten Tagen durchmachen muss: - Von Hessen wissen wir nicht's, auch von Köthen u. Schorsth nichts ebenso von Barbara u. den Kinder, auch nichts von den Elstron Eltern, Nun von Euch in Freiberg hatten wir keine Nachricht. Das Telefon hat vielemal gekligelt, über das Weib ist ja nie da, u. wen wir das Telefon hörten u. sie war zu erreichen, dann war es meist zu spät. — Donnerstag nachmittags war die Sprengung der Brücken, es wurde uns kaum 1 Stunde vorher gesagt, daß wir sollten die Fenster alle auf machen, denn meist waren ja die Leute uns den Wohnungen fort. Das Haus von Herte Goldsam schwer, schwer getroffen, Ach, die Bahnhofstraße, Großenhainerstraße alles kaputt. Kein Licht hatten wir, um kaum gestern etwas aber das sind nun so einige Dräthe die übrigen Bewohner haben keines. Gas werden wir alten Leute wohl nicht erleben, dass wir es jemals wieder bekommen. Nun will ich schließen, bleibt weiterhin gesund u. wohl behütet u. mit einem herzlichen Gott befohlen grüßt Euch alle in herzliches Verbundenheit Eure lieben Eltern u. liebe Tante Käthe Meine Lieben! die Eltern haben all das furchtbare der letzten Woche geschildert. Wir sind bis jetzt beschützt worden u. wollen hoffen, daß wir auch fernhin gesund bleiben u. und vor allem einst gesund wiedersehen. Wenn wie nur von Schorsch etwas wüssten u. von Köthen. Vater hat in den letzten Tagen dirnkt gealtert u. ist sehr aufgeregt. Und nun lebt wohl u. Gott befohlen. Eure Tante Käthe. Vielen herzlichen Dank für eure Briefe. Auch Gretel ? hat keine Wohnung mehr, alles kaputt.
Jon20 Am: 27.03.2026 21:05:07 Gelesen: 8448 # 184
Hallo zusammen, mangels Rückmeldung hier nochmals die Textabschnitte bei welchen ich Hilfe gebrauchen könnte. Es fehlt mir meistens nur ein Wort (s. Text oben). Vielen Dank für alle Hilfe Lg Jonas
evwezel Am: 27.03.2026 22:42:58 Gelesen: 8425 # 185
@ Jon20 [#184] Hallo Jonas, es wäre hilfreich gewesen, wenn Du den ganzen Text gescannt hätte… Außerdem hilft es auch nicht, dass Du den Text nicht genau wie im Brief gezeigt hast. Das kostet alles viel mehr Zeit. u. dass Ihr noch gesund (…) auch die Türen haben alles etwas gelitten Auch Gretel ? hat keine Wohnung mehr, alles kaputt.—->nur zum Teil sichtbar auf den Scan Viele Grüße Emiel
volkimal Am: 27.03.2026 22:46:38 Gelesen: 8422 # 186
@ Jon20 [#184] Hallo, ich bin eben erst an den PC gekommen und habe mir den ganzen Brief durchgelesen. Die Stellen, die mir aufgefallen sind, habe ich fett markiert. Ich übernehme auch immer die Rechtschreibfehler auch wenn es dann seltsam aussieht. Beim Wort "dass" hattest du mehrmals Probleme. Es ist allerdings auch ungewöhnlich geschrieben, da es die beiden unterschiedlichen "s" enthält. Das erste "s" ist das "lange s" und das zweite "s" ist das runde "Endungs-s". Die kursiv markierten Stellen fehlen im Scan. Die Fragen dort kann ich daher nicht klären. Ich lese: Meißen d. 1. Mai 1945 (Morgens) Meine Lieben alle! Soeben bringt uns ein Postbeamter von Euch einen Lieben Brief u. gestern früh bekamen wir Euren lb. Brief vom 16. April. Nun kam gestern Nachmittags (spät) Herr Schuster u. sagte uns Grüße von Euch u. dass Ihr noch gesund u. alle am Leben seid, das war für uns alle eine große Freude u. Beruhigung. Herr Schuster wollte nu heute zurück, wie, u. auf welchem Wege wußte er nu nicht, hoffen wir, dass ihr durch ihn nun näheres erfahren habt u. dass wir auch noch am Leben sind. Schwere Stürme sind in den letzten 10 Tagen über uns hinweg gegangen, der treue Gott hat uns behütet bisher u. in seinen gnädigen Schutz genommen u. so wollen wir ihn auch weiter bitten, dass er bei uns bleiben möge mit seiner Gnade u. nicht von uns weichen. Von Sonnabend auf Sonntag 21. u 22. sind viele Menschen geflüchtet, sagen die Zaschendorfer Bauern, u. Meißen rechts war wie ausgestorben nun sieht man all das furchtbare Elend an u. man weiß doch nicht wohin, daher war für uns von allem Anfang war der feste Glaube gefasst hier zu bleiben, u. wir haben uns dadurch auch viel Unruhe erspart, denn die Menschen sind geflohen u. auch wieder zurück gekommen u. dann wieder fort ach, welch ein Durcheinander. Die Gerüchte der Leute waren u. sind auch jetzt noch grausam! - Nun die furchtbare Sprengung der beiden Brüken u. auch die kleine Unterführung an der Fabrikstraße ach es sieht entsetzlich aus u. wäre doch nicht nöthig gewesen, denn der Russe war ja auch auf den linken Elbufer. Nun ist der große Schaden da, die vielen, vielen Häuser alles kaputt, ach, ein schwerer Angriff aus der Luft hätte vielleicht nicht solchen Schaden gemacht, als so entstanden ist. Alles ist aufs höchste empört über eine solche Verwüstung. - An unserm Haus ist nicht viel Schaden entstanden, in der großen Stube ein Fenster u. in der hintern Stube nach der Straße auch ein Flügel u. dann das Fenster zwischen Flur u. Küche auch die Türen haben alle etwas gelitten, der Ruß aus den Öfen lag überall ? herum, furchtbar ! 2) Meine Lieben, was werdet Ihr alle für böse Gerüchte hier von Meißen gehört haben, u. in welcher großen Angst werdet Ihr um uns gewesen sein. Vater hat sehr gelitten, er war ganz Ruhelos u. machte sich zu viel Gedanken, es ist ja auch alles zu viel, was man noch in seinen alten Tagen durchmachen muss. - Von Hessen wissen wir nicht's, auch von Köthen u. Schorsch nichts ebenso von Barbara u. den Kinder, auch nichts von den Elstroer Eltern, Nun von Euch in Freiberg hatten wir keine Nachricht. Das Telefon hat vielemal geklingelt, über das Weib ist ja nie da, u. wenn wir das Telefon hörten u. sie war zu erreichen, dann war es meist zu spät. — Donnerstag Nachmittags war die Sprengung der Brüken, es wurde uns kaum 1/2 Stunde vorher gesagt, dass wir sollten die Fenster alle auf machen, denn meist waren ja die Leute uns den Wohnungen fort. Das Haus von Herte Goldham schwer, schwer getroffen, Ach, die Bahnhofstraße, Großenhainerstraße alles kaputt. Kein Licht hatten wir, nun kam gestern etwas aber das sind nun so einige Dräthe die übrigen Bewohner haben keines. Gas werden wir allten Leute wohl nicht erleben, dass wir es jemals wieder bekommen. Nun will ich schließen, bleibt weiterhin gesund u. wohl behütet u. mit einem herzlichen Gott befohlen grüßt Euch alle in herzliches Verbundenheit Eure lieben Eltern u. liebe Tante Käthe Meine Lieben! die Eltern haben all das Furchtbare der letzten Woche geschildert. Wir sind bis jetzt beschützt worden u. wollen hoffen, daß wir auch fernerhin gesund bleiben u. uns vor allem einst gesund wiedersehen. Wenn wie nur von Schorsch etwas wüssten u. von Köthen. Vater hat in den letzten Tagen direkt gealtert u. ist sehr aufgeregt. Und nun lebt wohl u. Gott befohlen. Eure Tante Käthe. Vielen herzlichen Dank für eure Briefe. Auch Gretel ? hat keine Wohnung mehr, alles kaputt. Viele Grüße Volkmar
12 kreuzer rot Am: 28.03.2026 00:54:45 Gelesen: 8346 # 187
Hallo, Ich bräuchte mal eine Übersetzung! Wer kann mir das Wort ergänzen? Der Rest müsste eigentlich passen. P.P. Mit ??? Kartoffeln kann nicht mehr dienen. Vielen Dank MfG 12 kreuzer rot
pritt Am: 28.03.2026 00:58:23 Gelesen: 8341 # 188
Mit beschädigten Kartoffeln kann ich nicht mehr dienen.
Jon20 Am: 28.03.2026 12:37:56 Gelesen: 8236 # 189
@ evwezel [#185] @ volkimal [#186] Herzlichen Dank für eure Mühen. Der Scan hat tatsächlich zwei mal den letzten Satz abgeschnitten. Anbei die fehlende Ergänzung:
volkimal Am: 28.03.2026 13:03:20 Gelesen: 8218 # 190
@ Jon20 [#189]

Hallo,

der Ruß aus den Öfen lag überall schwarz herum, furchtbar!

Den Hausnamen von Gretel kann ich auch nicht eindeutig erkennen.

Viele Grüße
Volkmar
evwezel Am: 28.03.2026 16:56:13 Gelesen: 8180 # 191
@ volkimal [#190] Hallo Volkmar, der Nachname von Gretel könnte “Göpfert” sein. Viele Grüße Emiel
12 kreuzer rot Am: 28.03.2026 20:45:44 Gelesen: 8150 # 192
@ pritt [#188]

Hallo pritt,

Danke für die fehlende Übersetzung.

auf "beschädigten" wäre ich nicht gekommen!

Nochmals vielen Dank.

MfG

12 kreuzer rot