Versandteil einer C4+ Sendung mit Umhüllung für eine Warensendung aus der Schweiz nach Deutschland. Versendet als Brief mit der Zusatzleistung PREMIUMADRESS RETOURE". Der Global Mail Gebührbezahlt-Vermerk "36272 Niederaula" wird durch die Rücksendeadresse der DPAG "Postfach 2210, 36243 Niederaula" komplettiert. Dahinter steckt das Internationale Postverteilzentrum (IPZ 2) der DPAG ("NL Internationale Post").
Gruß
Thomas
[1]: http://www.deutschepost.de/dpag?tab=1&skin=hi&check=yes〈=de_DE&xmlFile=link1015290_1007938&cmid=link1015290_1007936
[2]: http://www.dhl.com/en/mail/destination_germany.html
Thema:
Moderne Postgeschichte: DPAG Global Mail
Am: 28.06.2011 20:30:53
Gelesen: 105372
# 1
Hallo,
heute ist mir erstmals ein Beleg in die Hände gefallen, wo auf der Sendung die Bezeichnung "Global Mail" angegeben ist. Die DPAG tritt ja bekanntlich als global player weltweit als Post- und Logistikdienstleister auf. Sie sammelt dabei u.a. Post von ihren ausländischen Firmenkunden ein und verteilt diese dann weltweit, als eine Art von hochwertigerem internationalen Remailing.
In der Eigenwerbung der DPAG heisst es dann " Mit 41 Produktionszentren und 18 Vertriebsbüros auf vier Kontinenten betreibt Global Mail das weltweit größte Netzwerk für internationale Briefdistribution. Direktverbindungen in über 200 Länder bilden das Rückgrat unserer Leistungsstärke." [1].
Im Rahmen dieser Dienstleistung werden sämtliche Produkte der DPAG allen Kunden weltweit zugänglich gemacht, eben so als ob sie ihrem Standort im Inland hätten. Ihren internationalen Kunden verspricht sie über das Produkt 'Destination Germany' "Lend your items a typical German look to create customer confidence and increase your response rates." [2]. Zwischen den Zeilen gelesen, heisst das vereinfacht doch wohl auch, dass bei dem Endverbraucher bzw. dem Werbeopfer durch das Gütesiegel DPAG, inkl. einer deutscher Frankatur auf dem Brief ein entsprechend deutscher Eindruck suggeriert werden soll. Wobei natürlich nicht gesagt werden soll, dass die betreffenden Absender deshalb auch unseriös sind! Die Sendungen sollen nur treffgenauer ergehen, Streuverluste verringern und durch "die deutsche Briefmarke oben rechts" eine höhere Akzeptanz beim potentiellen Kunden in Deutschland erzielen.
Obwohl die Post diese Leistung bereits seit vielen Jahren anbietet ist mir die explizierte Angabe Global Mail in der Frankatur bisher nie aufgefallen, ungewöhnlich? (oder etwa nur neu?)
Versandteil einer C4+ Sendung mit Umhüllung für eine Warensendung aus der Schweiz nach Deutschland. Versendet als Brief mit der Zusatzleistung PREMIUMADRESS RETOURE". Der Global Mail Gebührbezahlt-Vermerk "36272 Niederaula" wird durch die Rücksendeadresse der DPAG "Postfach 2210, 36243 Niederaula" komplettiert. Dahinter steckt das Internationale Postverteilzentrum (IPZ 2) der DPAG ("NL Internationale Post").
Gruß
Thomas
[1]: http://www.deutschepost.de/dpag?tab=1&skin=hi&check=yes〈=de_DE&xmlFile=link1015290_1007938&cmid=link1015290_1007936
[2]: http://www.dhl.com/en/mail/destination_germany.html
Versandteil einer C4+ Sendung mit Umhüllung für eine Warensendung aus der Schweiz nach Deutschland. Versendet als Brief mit der Zusatzleistung PREMIUMADRESS RETOURE". Der Global Mail Gebührbezahlt-Vermerk "36272 Niederaula" wird durch die Rücksendeadresse der DPAG "Postfach 2210, 36243 Niederaula" komplettiert. Dahinter steckt das Internationale Postverteilzentrum (IPZ 2) der DPAG ("NL Internationale Post").
Gruß
Thomas
[1]: http://www.deutschepost.de/dpag?tab=1&skin=hi&check=yes〈=de_DE&xmlFile=link1015290_1007938&cmid=link1015290_1007936
[2]: http://www.dhl.com/en/mail/destination_germany.html
Am: 05.12.2012 16:00:06
Gelesen: 103341
# 2
Damit das Thema mal wieder etwas hoch kommt. ;-)
Hier ein aktuelles Beispiel bei dem auch wieder der "Produktnamen" GLOBAL MAIL in der Franktur selbst auftaucht:
Remailing (Direct Mail)-Sendung der österreichischen Firma WIBERG nach Deutschland, abgewickelt durch die DPAG/DHL in der Außenstelle 2 des Internationalen Postzentrums ("IPZ 2") in Niederaula (November 2012). Als Rücksendeadresse wird in diesem Fall das Postfach 3001 in 36243 Niederaula im PPI angegeben.
Gruß
Thomas
Remailing (Direct Mail)-Sendung der österreichischen Firma WIBERG nach Deutschland, abgewickelt durch die DPAG/DHL in der Außenstelle 2 des Internationalen Postzentrums ("IPZ 2") in Niederaula (November 2012). Als Rücksendeadresse wird in diesem Fall das Postfach 3001 in 36243 Niederaula im PPI angegeben.
Gruß
Thomas
Am: 05.11.2013 21:41:11
Gelesen: 101982
# 3
Seit einiger Zeit wieder ein "Direct Mail"-Remailing mit Angabe des DPAG Produktnamen Global Mail in der Tonne gefunden. ;-)
Sendung der Patentanwaltskanzlei "Dr Gerntholtz Inc" aus Milnerton 7441, Südafrika. Frankiert mit einem Global Mail-PPI der DPAG "36272 Niederaula", mit Rücksendeadresse beim IPZ Niederaula ("Postfach 2003, 36243 Niederaula"):
Ich bin immer noch auf der Suche einer Systematik der angegebenen Rücksendepostfächer der DPAG/DHL in Niederaula.
Das Postfach 2003 liegt mir bereits seit einigen Jahren aus anderen PPIs vor. Leider ist mir in diesen Fällen der Absender nicht bekannt:
(60544 Frankfurt)
(Global Mail, 36272 Niederaula)
Vielleicht identifiert das Postfach bei der DPAG/DHL - ähnlich wie bei PostNL/TNT - auch das Herkunftsland bzw. den "Zwischenhändler" ?
Gruß
Thomas
Sendung der Patentanwaltskanzlei "Dr Gerntholtz Inc" aus Milnerton 7441, Südafrika. Frankiert mit einem Global Mail-PPI der DPAG "36272 Niederaula", mit Rücksendeadresse beim IPZ Niederaula ("Postfach 2003, 36243 Niederaula"):
Ich bin immer noch auf der Suche einer Systematik der angegebenen Rücksendepostfächer der DPAG/DHL in Niederaula.
Das Postfach 2003 liegt mir bereits seit einigen Jahren aus anderen PPIs vor. Leider ist mir in diesen Fällen der Absender nicht bekannt:
(60544 Frankfurt)
(Global Mail, 36272 Niederaula)
Vielleicht identifiert das Postfach bei der DPAG/DHL - ähnlich wie bei PostNL/TNT - auch das Herkunftsland bzw. den "Zwischenhändler" ?
Gruß
Thomas
Am: 15.04.2019 15:20:13
Gelesen: 9364
# 4
Auch wenn es sich hier nicht um ein Remailing handelt, passt dieser Beleg hier sehr schön hinein.
Unsere Deutsche Post DHL ist ja bekanntlich weltweit aktiv und bietet seine Dienste auch Kunden im Ausland aus. Letzten Dezember konnte ich im Müll eines amerikanischen Postamts einen recht interessanten Beleg aus diesem Bereich retten ("dumpster diving"):
Ein Inlandsbrief (Großbrief, vermutlich mit einer kleinen Warenprobe o.ä.), der dort über DHL Global Mail verschickt wurde, der dann aber zur Zustellung an die normale "hoheitliche" amerikanische Post (USPS) übergeben wurde. Diese "Aufteilung" bzw. Abgabe für die "Letzte Meile" an die reguläre Post ist für die DHL-Aktivitäten innerhalb der USA nicht unüblich, eher der Standard. Im Prinzip handelt es sich um eine stark abgewandelte Form der Postkonsolidierung.
Sendung des Absenders "Shipping Manager", Philip Morris USA ("PM USA") von Southaven, MS 38671 nach Felda, FL 33930; hinter dem "Decknamen" Shipping Manager versteckt sich in diesem Fall die Firma PFSweb, Inc. (1620 Stateline Road East), die u.a. Dienste im Fulfillment- und eCommerce-Bereich für Dritte erbringt, hier für Philip Morris.
mit DHLGM-Sendungsnummer (Deutsche Post DHL Global Mail) und Gebührbezahlt-Vermerk (Presorted Standard; Time Sensitive Material) auf zusätzlichem Label ("US Postage PAID Global Mail 30297 / GRND / 56 / L68 / 33930 / RDU / 1-7"). RDU steht dabei für den bearbeitenden DHL-Standort Raleigh-Durham, NC [üblicherweise nutzt DHL für seine Standorte die IATA-(Flughafen-)Kennungen], die anderen Kennungen (außer "GRND" für Ground und die Empfängerpostleitzahl "33930") sind mir leider unbekannt; überklebt wurde ein ähnlicher "Global Mail" Gebührbezahlt-Vermerk auf dem Versandlabel, mit identischen Angaben, aber ohne DHLGM-Sendungsnummer;
mit zusätzlichem, postalisch aufgebrachtem Klebestreifen mit dem/für den "Intelligent Mail Barcode (IM barcode)" der Empfängeradresse; Dezember 2018.
Die Abbildung ist übrigens nicht schwarzweiß, sondern der Umschlag ist - passend für den Absender - komplett in schwarz gehalten. ;-)
Gruß
Thomas
Sendung des Absenders "Shipping Manager", Philip Morris USA ("PM USA") von Southaven, MS 38671 nach Felda, FL 33930; hinter dem "Decknamen" Shipping Manager versteckt sich in diesem Fall die Firma PFSweb, Inc. (1620 Stateline Road East), die u.a. Dienste im Fulfillment- und eCommerce-Bereich für Dritte erbringt, hier für Philip Morris.
mit DHLGM-Sendungsnummer (Deutsche Post DHL Global Mail) und Gebührbezahlt-Vermerk (Presorted Standard; Time Sensitive Material) auf zusätzlichem Label ("US Postage PAID Global Mail 30297 / GRND / 56 / L68 / 33930 / RDU / 1-7"). RDU steht dabei für den bearbeitenden DHL-Standort Raleigh-Durham, NC [üblicherweise nutzt DHL für seine Standorte die IATA-(Flughafen-)Kennungen], die anderen Kennungen (außer "GRND" für Ground und die Empfängerpostleitzahl "33930") sind mir leider unbekannt; überklebt wurde ein ähnlicher "Global Mail" Gebührbezahlt-Vermerk auf dem Versandlabel, mit identischen Angaben, aber ohne DHLGM-Sendungsnummer;
mit zusätzlichem, postalisch aufgebrachtem Klebestreifen mit dem/für den "Intelligent Mail Barcode (IM barcode)" der Empfängeradresse; Dezember 2018.
Die Abbildung ist übrigens nicht schwarzweiß, sondern der Umschlag ist - passend für den Absender - komplett in schwarz gehalten. ;-)
Gruß
Thomas
Am: 12.04.2026 13:07:58
Gelesen: 1389
# 5
Hallo zusammen,
bei der Durchsicht und Entsorgung von alten Prospektunterlagen ist mir mit dem Katalog der Firma VIKING DIREKT aus 63762 Großostheim von 09.2003 in der Freimachung diese bemerkenswerte Kennzeichnung ihn die Hände gefallen: "Deutsche Post / GLOBAL MAIL / Powered by Deutsche Post Global Mail"
Ob für die Spezialisten der Materie auch der Hinweis auf die "POST ABR.-NR:" von Interesse ist?
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Ob für die Spezialisten der Materie auch der Hinweis auf die "POST ABR.-NR:" von Interesse ist?
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Am: 12.04.2026 19:36:45
Gelesen: 1361
# 6
@ epem7081 [#5]
Interessanter Beleg!
Der Absender gibt zwar einen deutschen Absender (den Deutschland Sitz dieser internationalen Unternehmung) - für die Kundenbestellungen - an, das Mailing selbst dürfte aber von der (für die) "Mutter" im Vereinigen Königreich produziert und verschickt worden sein bzw. wurde dort vor Ort der "Deutschen Post Global Mail" angedient - die dann den Transport und Versand in Deutschland (mit deutscher Frankatur) übernommen hat. Es gibt übrigens aus Fälle in denen der ausländische Global Mail-Kunde nur Datensätze einliefert und die Deutsche Post über eigene Partner die physische Produktion (den Druck bis zum Versand) des Mailings übernommen hat. Und sogar Fälle in denen die Deutsche Post posteigene "Deckanschriften" in Deutschland anbot/anbietet, wo die deutschen Kundenrückmeldungen gesammelt (bzw. z.T. auch gescannt) und an den ausländischen Auftraggeber weitergeleitet werden.
Ein sehr starkes Indiz für die UK-Connection dürfte hier die von Dir angesprochene Postabrechnungsnummer sein:
In der Frankatur selbst, übrigens handelt es sich dabei um einen echten (!) Absenderfreistempel, wird zwar 63762 Großostheim (Sitz von Viking Office Deutschland GmbH) als Ort angegeben, aber die Postabrechnungsnummer 176//0191426/12//50226 spricht eine andere Sprache. Dort in der Postabrechnungsnummer findet sich ja üblicherweise immer auch die Postleitzahl des "echten" Einspeisungsorts bzw. des Orts über den das Entgelt abgerechnet wird, hier 50226, das steht hier für das Briefzentrum Köln-West in 50226 Frechen (Europaallee 15). Dieses BZ ist eines der wichtigeren bzw. größeren BZ im System der Deutschen Post, über das auch internationale Post (auch aus dem internationalen DPAG/DHL-eigenen Netzwerk) eingeschleust wird.
Dazu nur kurz als Zitat von PaketDa der zusammenfassende Abschlußsatz "Das internationale Standortkürzel des Briefzentrums Köln-West lautet DECGNB. Via Frechen werden internationale Sendungen mit Großbritannien und den Niederlanden ausgetauscht." [1], d.h. hier kommt auch "reguläre" Auslandspost an.
Die 12 in der Postabrechnungsnummer gibt übrigens den Tag an, der Monat und das Jahr befindet sich ja bereits im "Wertrahmen" bzw. im "Ortsstempel", d.h. die Sendung wurde am 12.09.2003 verschickt.
Vereinfacht: Der Ursprung der Sendung liegt sehr wahrscheinlich im UK, wurde dort der Deutschen Post Global Mail übergeben, die sie dann als günstigen Standard-Inlandsbrief von Frechen aus versendet hat und damit der Sendung einen für den Empfänger "deutsch aussehenden Touch" gegeben hat.
Nur zur ergänzenden Info: Die "Deutsche Post Global Mail GmbH" - als echte Firma - verschmolz 2003 mit der Deutschen Post AG und wurde 2006 handelsregisterrechtlich gelöscht [2]. Wobei Deutsche Post Global Mail bzw. Global Mail und DHLGM international weiter als "Markennamen", als "Auftritt" verwendet wurde (wird?). Das Geschäftsfeld selbst ging (inzwischen) weitgehend in der Marke "DHL eCommerce Solutions" auf, wobei "Solutions" neben dem klassischen eCommerce-"Paket"-Geschäft, aber immer noch Print-Mailings auch für ausländische Kunden im vernetzten, hauseigenen Angebot hat [3].
Beste Grüße
Thomas
[1] https://www.paketda.de/dhl-paket-briefzentrum-frechen.html
[2] https://www.northdata.de/Deutsche%20Post%20Global%20Mail%20GmbH,%20Bonn/HRB%207609
[3] https://www.dhl.de/de/geschaeftskunden/paket/rund-um-den-versand/e-commerce.html
Am: 12.04.2026 23:32:28
Gelesen: 1341
# 7
@ DL8AAM [#6]
Hallo Thomas,
Respekt, Toll diese Hintergrundinformationen. Vielen Dank. Da bin ich aber froh, dass ich den Katalog nicht einfach in der "Rundablage" entsorgt habe. Da wäre sonst manche bemerkenswerte Information verborgen geblieben.
Übrigens hier noch zur Abrundung des Themas Postabrechnungsnummer von der gleichen Firma VIKING DIREKT aus dem Februar 1999 eine einfachere Versandinformation inklusive umfassender Werbung.
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
Am: 13.04.2026 16:17:02
Gelesen: 1308
# 8
@ DL8AAM [#6]
Ich hätte jetzt gesagt, hier handelt es sich um eine ganz normale Massendrucksache (Neudeutsch: Infopost), welche mit DV-Freimachung (Post-Abr.-Nr.!) beim BZ 50 aufgeliefert wurde.
Deutsche Post Global Mail hat noch ein wenig Werbung auf der Anschriftenseite geschaltet, damit die Portokosten sinken.
Einen Absenderfreistempel kann ich nirgends finden.
Viele Grüße
Nachtreter
Am: 13.04.2026 18:54:58
Gelesen: 1280
# 9
@ Nachtreter [#8]
Genau das ist ja der Sinn dieses speziellen Angebots bzw. des Geschäftsbereichs "Global Mail" der Deutschen Post, nämlich seinen ausländischen Kunden den Zugang zum kostengünstigen deutschen Inlandspostversand zu bieten (Stichwort: Remailing) und insbesondere ausländischen Werbetreibenden (z.T. ganz ohne Sitz in Deutschland) "unsichtbar" den Zugang zum deutschen Markt bzw. zu deutschen Kunden zu erleichtern.
Durch diesen direkten Versand ihrer Werbesendungen mit deutschen Inlandsfrankaturen (mit z.T. posteigenen Absender"deck"adressen) erweckt das Mailing bei den potentiellen Kunden in Deutschland einen "positiveren" ersten Eindruck, als eine Massenwerbung aus "Sonstwo" mit beigelegten Werbeantwortkarten 'ins Ausland'. Laien, ohne unser philatelistisches Hintergrundwissen, erkennen das sicher nicht gleich so schnell.
In diesem Fall handelt es sich eine internationale "Unternehmung", der für seine deutsche Niederlassung seine Werbemailings zentral "erstellen" und versenden lies. Viking Office gehörte übrigens seit 1998 zum amerikanischen "Office Depot" Konzern [1], wobei dessen Europageschäft im wesentlichen von Irland bzw. Großbritannien aus organisiert wurde. Seit 2021 gehört Viking zur französischen Raja-Group.
Hier ein paar Beispiele solcher "verdeckten" ausländischen Werbemailings mit deutschen Freimachungen aus anderen Themen unseres Forums. Wobei nicht nur die Deutsche Post seinen ausländischen Kunden so zu deutschen Freimachungen (und Adressen) verhilft, auch deren Konkurrenz tut das, wie z.B. die frz. La Poste versendet Werbung seiner inländischen Kunden mit deutscher Dialogpost/Infopost-Frankaturen
https://www.philaseiten.de/beitrag/66807 https://www.philaseiten.de/beitrag/124779
https://www.philaseiten.de/beitrag/92673 https://www.philaseiten.de/beitrag/74671
.. und es geht auch anders herum, d.h. die Deutsche Post (und seine Konkurrenz) verschickt für seine deutschen Werbetreibenden Werbung über ihre eigenen ausländischen Niederlassungen direkt im Ausland mit Frankaturen des jeweiligen Landes (und bietet hierfür auch Rücksende"deck"adressen im Ausland an), siehe
https://www.philaseiten.de/beitrag/70159 https://www.philaseiten.de/beitrag/64929
@ epem7081 [#7]
Danke auch für diesen Beleg, der den Hintergrund Deines ersten Beleges zusätzlich untermauert. Ausgesprochen interessant ist der Zusatz /BZ50 in der Postabrechnungsnummer, der für mich in dieser Form bisher sogar komplett unbekannt war.
Auch wenn hier der Name "Global Mail" (noch) nicht expliziet auf der Sendung genannt wird (das wird übrigens auch selten gemacht, was es für uns Philatelisten [und wohl auch z.T. gewollt den Kunden gegenüber] nicht sehr einfacher macht), erkennt man hier recht gut die "ausländische" Herkunft bzw. den US-amerikanischen Background der "Marketingabteilung" bzw. der beauftragten Layouter (direkt oder indirekt).
Die gesamte Form der "Adressierung" (z.B. diese Art der Tinterstrahler), insbesondere auch die gelbe Unterlegung der Kundennummer ist typisch für US-amerikanische (Katalog-) Mailings und ein starker Indiz für die Herkunft 'aus dem Ausland'. In den USA werden üblicherweise Kundennummern, Aktionsnummern, Rabattcodes et al. in den immergleichen gelben, grünen, hellblauen bzw. rosa und orangen Farbtönen für Hervorhebungen verwendet. Hier nur mal als Verweis, beispielhaft drei meiner aktuellen Papierkorbfunde von unseren 2025/26er Roadtrips (so sehen grundsätzlich fast alle versendeten Kataloge in den USA aus):
Wenn man solche Formen auch hier in Deutschland auf Mailings sieht, lohnt es sich den Beleg etwas genauer anzuschauen. Die Chancen stehen recht gut, dass man hier trotz deutscher Freimachung (und Adresse) eine "Global Mail"- bzw. eine "Solution"-nahe Sendung 'aus dem Ausland' vor sich hat.
@ Nachtreter [#8]
Einen Absenderfreistempel kann ich nirgends finden.
Oben rechts in der Frankaturzone, das dreigeteilte Rechteck. Das ist lediglich eine andere Darstellung der klassischen dreigeteilten Formen mit Wertrahmen, Wertstempel und Tages- bzw. Ortsstempel (in rot/blau). Alle diese drei Elemente befinden sich vereinigt in diesen einem Rechteck. Im Welt-Absenderfreistempelkatalog findest Du diese AFS-Formen unter dem Kapitel PC-A erfasst [2].
Das Inhalt des mittleren Rechteck mit dem Entgeltausweisung ist übrigens z.T. auch in das Fenster gewandert (mit und ohne Echteck). Im mittleren Teil des oberen Rechtecks wird in diesen Fällen der Hinweis "Freimachung (DV) im Fenster" eingedruckt. Das sind aber weiterhin alles ganz reguläre Absenderfreistempel. Im letzteren Fall besteht der komplette Absenderfreistempel aus dem oberen, dreigeteilten Rechteck in der Frankaturzone und aus dem Rechteck bzw. der (DVV-) Angabe im Fenster. Ohne den Fensterinhalt ist der Freistempel hier absolut 'wertlos' unvollständig. Im oben verlinkten Katalog wird auch gut die AFS-Sukzession dargestellt, d.h. "wie" es von der klassischen Form zu diesem dreigeteilten AFS-Rechteck (Quelle lässt grüßen) und letztlich zur DV-Freimachung mit Matrixcode (das ist übrigens auch ein ganz regulärer AFS) gekommen ist.
Beste Grüße
Thomas
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Office_Depot
[2] https://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/Germany,_Part_3
Wenn man solche Formen auch hier in Deutschland auf Mailings sieht, lohnt es sich den Beleg etwas genauer anzuschauen. Die Chancen stehen recht gut, dass man hier trotz deutscher Freimachung (und Adresse) eine "Global Mail"- bzw. eine "Solution"-nahe Sendung 'aus dem Ausland' vor sich hat.
@ Nachtreter [#8]
Einen Absenderfreistempel kann ich nirgends finden.
Oben rechts in der Frankaturzone, das dreigeteilte Rechteck. Das ist lediglich eine andere Darstellung der klassischen dreigeteilten Formen mit Wertrahmen, Wertstempel und Tages- bzw. Ortsstempel (in rot/blau). Alle diese drei Elemente befinden sich vereinigt in diesen einem Rechteck. Im Welt-Absenderfreistempelkatalog findest Du diese AFS-Formen unter dem Kapitel PC-A erfasst [2].
Das Inhalt des mittleren Rechteck mit dem Entgeltausweisung ist übrigens z.T. auch in das Fenster gewandert (mit und ohne Echteck). Im mittleren Teil des oberen Rechtecks wird in diesen Fällen der Hinweis "Freimachung (DV) im Fenster" eingedruckt. Das sind aber weiterhin alles ganz reguläre Absenderfreistempel. Im letzteren Fall besteht der komplette Absenderfreistempel aus dem oberen, dreigeteilten Rechteck in der Frankaturzone und aus dem Rechteck bzw. der (DVV-) Angabe im Fenster. Ohne den Fensterinhalt ist der Freistempel hier absolut 'wertlos' unvollständig. Im oben verlinkten Katalog wird auch gut die AFS-Sukzession dargestellt, d.h. "wie" es von der klassischen Form zu diesem dreigeteilten AFS-Rechteck (Quelle lässt grüßen) und letztlich zur DV-Freimachung mit Matrixcode (das ist übrigens auch ein ganz regulärer AFS) gekommen ist.
Beste Grüße
Thomas
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Office_Depot
[2] https://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/Germany,_Part_3
Am: 13.04.2026 23:07:42
Gelesen: 1248
# 10
@ DL8AAM [#6]
@ DL8AAM [#9]
Hallo Thomas,
für mich sind die beiden von Edwin gezeigten Belege einfache Inlands-Katalogsendungen (Infopost), die jeweils eine DV-Freimachung aufweisen und beim Briefzentrum 50 aufgeliefert wurden. Da gebe ich Nachtreter völlig Recht.
Ich verstehe nicht, warum du dich so zierst, die DV-Freimachung auch so zu benennen. DV-Freimachungen gibt es nur in Deutschland. Die entsprechenden DV-Anlagen und -Programme müssen von der Deutschen Post geprüft und zertifiziert werden und sie müssen die Abrechnungen an die Deutsche Post übermitteln. Überwacht wird das von spezialisierten IT-Fachleuten, den „Fachberatern DV-Freimachung“ der Deutschen Post, nicht von global arbeitenden Post-Mitarbeitern. Allein das spricht schon gegen die Annahme, dass die hier gezeigten DV-Freimachungen irgendwo im fernen Ausland produziert wurden.
Was außerdem dagegen spricht, ist, dass es sich hierbei um Kataloge einer deutschen Firma handelt für den deutsche Markt mit deutschen Preisen. Diese Kataloge wurden in hoher Auflagenzahl verschickt, ich vermute eine Auflage im hohen fünfstelligen oder wahrscheinlich sogar im sechsstelligen Bereich.
Eine Infopost für 0,56 EURO, wie sie Edwin zeigt, hatte ein Gewicht von 76 bis 78 Gramm. Geht man zum Beispiel von einer Auflage von 80000 Stück aus, ergibt sich ein Gesamtgewicht von
76 Gramm x 80000 = 6080000 Gramm = 6080 Kilogramm = 6,08 Tonnen
Dazu käme dann noch das Gewicht der Paletten. Die meisten Kataloge der Firma Viking direkt waren im Übrigen schwerer.
Wenn du schreibst: „ das Mailing selbst dürfte aber von der (für die) "Mutter" im Vereinigen Königreich produziert und verschickt worden sein bzw. wurde dort vor Ort der "Deutschen Post Global Mail" angedient - die dann den Transport und Versand in Deutschland (mit deutscher Frankatur) übernommen hat.“, so ist diese Behauptung überhaupt nicht belegt und sie ergibt für mich auch keinen Sinn. Kein wirtschaftlich denkendes Unternehmen würde wohl Tonnen von (minderwertigem Katalog-)Papier über große Entfernungen transportieren, um sie dann an einem deutschen Briefzentrum aufzuliefern.
Es liegt näher, dass die Kataloge von einem Lettershop oder einer Druckerei im Raum Köln hergestellt und freigemacht und dann vom nächstgelegen Briefzentrum verschickt wurden. Dabei ist es unerheblich, ob der Auftrag aus Großostheim oder aus dem Ausland gekommen ist (meines Wissens hatte "Viking direkt" keine „Mutter“ in Großbritannien; die Europazentrale befand sich in den Niederlanden).
Die DV-Freimachung kann auch nicht wie ein PP-Vermerk nachträglich im Briefzentrum auf die Sendungen aufgebracht werden
Ich gehe sogar davon aus, dass viele der – auch von dir gezeigten – Remailingbelege erst im Zielland gedruckt und postalisch fertig gemacht werden. Einem PP-Vermerk sieht man schließlich nicht an, wo er gedruckt wurde. Es ist wohl kein Zufall, dass keiner der von dir gezeigten Remailingbelege eine Freistempel-Freimachung aufweist.
Schöne Grüße
Franz-Josef
Am: 14.04.2026 07:50:17
Gelesen: 1206
# 11
@ DL8AAM [#6]
Von mir auch noch ein Punkt: Du verweist darauf, daß Postsendungen mit Großbritannien über das BZ 50 / Frechen ausgetauscht werden. Als Fundstelle gibst Du eine Internetseite von Paketda aus dem Jahr 2022/2023 (?) an.
Die abgebildete Sendung stammt aber aus dem Jahr 2003. Meines Wissens nach wurden Auslandssendungen zu diesem Zeitpunkt zentral über das IPZ 1 (Ffm.-Flughafen) bzw. Massensendungen und Sendungen Non-Prioritaire über das IPZ 2 (Niederaula) in das deutsche Postsystem geschleust. Erst Jahre später ist man wieder davon abgekommen. (IPZ = Internationales Postzentrum)
Wie amerikanische Sendungen aussehen, hat in diesem Thread wohl keine Aussagekraft.
Viele Grüße
Nachtreter
Am: 15.04.2026 17:16:28
Gelesen: 1115
# 12
@ Araneus [#10]
für mich sind die beiden von Edwin gezeigten Belege einfache Inlands-Katalogsendungen (Infopost), die jeweils eine DV-Freimachung aufweisen und beim Briefzentrum 50 aufgeliefert wurden. Da gebe ich Nachtreter völlig Recht.
Das hat ja auch keiner bestritten, postalisch betrachtet handelt es sich natürlich um die innerdeutsche Versandform Infopost, versendet als Inlandspost direkt über das Briefzentrum 50. Es geht um den Weg, wie diese Sendung den Weg zum Versandort gefunden hat. Und hier war der Geschäftsbereich "Global Mail" der Deutschen Post im Boot, was im gezeigten Beleg ja auch explizit mit dem "Offiziellen Markenauftritt" (das in dieser Form von der Post für diese Zwecke dem Kunden zum Eindruck zur Verfügung gestellt wird - möglicherweise sogar im Gegenzug zu einem kleinem Rabatt) eingedruckt wurde: Deutsche Post GLOBAL MAIL - Powered by Deutsche Post Global Mail. Also können wir bei diesem Beleg zu annähernd 100% davon ausgehen, dass die Sendung über den Geschäftszweig Global Mail seinen Weg nach D genommen hat. Global Mail kümmert sich allein um grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen für inländische und ausländische, nicht für inländische Kunden für Inlandsdienstleistungen. Deshalb ist auch relativ sicher davon auszugehen, dass nicht die deutsche Niederlassung des amerikanischen Weltkonzerns (Office Depot) direkt für die Versandabwicklung zuständig war (wahrscheinlich im Gegensatz zum deutschen Angebotsteil des Katalogs).
Bei vielen dieser internationalen "Versandkonzernen" wurden seinerzeit Kataloge/Angebotslisten ja zentral durch verpartnerte (oder sogar eigene) Druckereien produziert. Wenn man hier 'konzernnah' im Ausland günstigere Konditionen (als vor Ort in D) erzielen kann, sind bei einer wie Du schreibst "hohen [Auflage im] fünfstelligen oder wahrscheinlich sogar im sechsstelligen Bereich", die 1-2 Cent Transportkosten pro Exemplar kein zusätzlicher 'Kostenfaktor'. Zumal ja auch die Waren (bei Viking Office) regelmäßig aus gerade diesem Ausland im großen Style nach D zum Versand transportiert (importiert) werden müssen.
Bei den Dienstleistungen von Deutsche Post Global Mail findet sich, wie bereits ausgeführt, ein sehr breites Spektrum. Das können im Extremfall "All Inclusive"-Dienstleistungen sein, von der Konzeption, über den Druck (bzw. auch dessen Vermittlung über verpartnerte Lettershop-Druckereien) und der Versandabwicklung, inklusive des Responsemanagement - wofür die die Deutsche Post posteigene deutsche Absender und Antwortadressen dem ausländischen Werbetreibenden zur Verfügung stellt. Je nach Struktur und Anforderungen des Kunden wurden von der Post aber auch nur einzelne Kompontenten erbracht. Denkbar ist sogar, dass die Charge nicht bereits im Auftraggeberland der Deutschen Post angedient wird, sondern das speziellen Fällen der ausländische "Global Mail"-Kunde diese in Absprache mit der Deutschen Post Global Mail im Rahmen seiner internationalen Logistikkette selbst nach D transportiert und bei der Post 'abliefert'. Was aber alle gemeinsam hat, ist die grenzüberschreitende Komponente - was Global Mail zu einem Teil des globalen Remailing-Geschäfts macht (Post eines Versenders wird mit Hilfe eines Dienstleisters über ein "Drittland" postalisch versendet).
Da aber nach dem die großen 'staatlichen' Posten die vielen kleinen kommerziellen Remailing-Unternehmen der klassischen Zeit, mit den 1990er Jahre als Kern, aus dem Markt gedrängt haben bzw. diese staatlichen Posten diese Unternehmen übernommen haben, dominierten diese inzwischen dieses Business (bis auf kleinere Spezialanbieters) komplett. Das bedeutet aber auch, dass ein großer Teil, wenn nicht sogar der allergrößte Teil, inzwischen als sogenannte "Direct Mail", d.h. als Inlandspost versendet wird - und je nach Land deshalb auch nur noch sehr schwer (wenn überhaupt) als Remailing erkennbar ist. Insbesondere wenn im Rahmen dieses Remailings für inländische Niederlassungen "Inlandspost" versendet wird. In Deutschland ist es besonders problematisch, da sich in den "Entgeltbezahlt"-Vermerken (Infopost- bzw. Dialogpost-"Frankierwellen") keine Genehmigungsnummern befinden. Wenn man viel Glück hat, finden sich 'nebenbei' zusätzliche Anzeichen, wie im oben gezeigten Beleg von Viking, oder auch verräterische Absenderangaben bzw. direkt eingedruckte 'irreguläre' ausländische Absender auf der Sendung. Auch das Layout kann hier ein zusätzliches Indiz sein, zumindest ist das oft ein Indiz, dass hier ausländische Schaffende aus dem Konzern beteiligt gewesen sind, denn der mediale Style unterscheidet sich von Land zu Land zum Teil oft recht erheblich.
Hier ein paar weitere Beispiele solcher Sendungen:
a) "Verräterischer Absender"
Katalog von Jack Wolfskin (im Katalog wird die deutsche Niederlassung genannt "JACK WOLFSKIN Ausrüstung für Draussen GmbH & Co. KGaA", Jack-Wolfskin-Kreisel 1, 65510 Idstein - die dann auch die Bestellabwicklung übernahm) mit der postalischen Absenderangabe Postfach 5003 in Niederaula. Niederaula steht hier für das Internationale Postzentrum (IPZ) für den "Frankfurter Flughafen", über die Charge seinerzeit mit Hilfe eines "Global Mail"-Dienstleisters 'eingeschleust' wurde und dient als Deck- bzw. Sammelpostfach für Rücksendungen. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Postfach zum Global Mail-Bereich der Deutschen Post gehört.
Aber nicht nur die deutsche Post benutzt Postfächer in Niederaula für aus dem Ausland stammenden "deutschen Inlandssendungen":
Mailings des Absenders L'Occitane en Provence (deutscher Hauptsitz in Düsseldorf). Verwendet wird hier das Postfach 2083 in Niederaula, welches in diesem Fall nicht der Deutschen Post gehört, sondern dem "Global Mail"-Zweiges der franzöischen Post "La Poste", zu erkennen an dem eingedrucktem Absender "Aut. ID-047/08, Postfach nr.2083, 36243 NIEDERAULA". Bei der Angabe "Aut. ID-047/08" handelt es sich um eine typische Vertrags- bzw. Genehmigungsnummer (Autorisation) der französischen Post für seine Kunden, die in dieser Form auch in franzöischen Remailing-Frankaturen über das internationale Briefzentrum Paris-Goneese Verwendung finden.
b) 'irreguläre' Absenderangaben auf der (deutschen Inlands-) Sendung:
("irregulär" heisst hier, dass deutsche Inlandspost eigentlich gemäß den Postbestimmungen keine ausländische Rücksendeadresse tragen darf):
Katalog des Versandhauses "Peruvian Connection" (Firmensitz in Kansas, USA), dass in D übrigens keinerlei eigenen Standort betreibt (nur eine deutsche Telefonhotline, wobei diese sicherlich an ein Callcenter im Ausland umleitet). Als Absender gibt man hier 'irregulär' eine britische Adresse im Gewerbegebiet Didcot in Oxfordshire an, wo dieses Versandhaus offenbar ein Warenhaus betreibt bzw. einen entsprechenden Versandlogistik-Dienstleister beauftragt hat.
Ausschnitt eines C4-Umschlages eines Katalogs des dänischen Office-Anbieters "LaserTryk.dk A/S" aus 8200 Aarhus. Versandabwicklung über den schwedischen Versanddienstleister "Mailworld AB" (Västberga Allé 9, 126 30 Hägersten, Stockholm).
Auch wenn hier auf den ersten Blick kein Beteiligung von Deutsche Post Global Mail zu erkennen kann, findet sich auf der Webseite von Mailword die entsprechende Aufklärung, klassisches Remailing, wie es im Buche steht.
Mailworld currently cooperates with the majority of European postal operators .... Through its unique network, Mailworld can offer comprehensive distribution services for its customers' foreign mail. Examples of International post offices that Mailworld cooperates with: DHL Global Mail ...
Wie oben erwähnt, bietet die Deutsche Post Global Mail für seine ausländischen Auftraggeber recht umfassende All Inclusive-Pakete an (wobei hier eine der umstrukturierten Nachfolge-"Solutions"-Entitäten auftrat, die "Global Mail GmbH" wurde zwischenzeitlich aus dem Handelregister gelöscht, wobei "Global Mail" bekanntlich weiterhin international als "Marke" bzw. als Slogan verwendet wird/wurde):
Infopost-Mailing des internationalen Touristikunternehmens "CUENDET" (Teil der Wyndham worldwide-Gruppe) aus Dänemark bzw. für den dänischen Ferienhausvermittler NOVASOL AS aus 2830 Virum. Den internationalen Charakter dieser 'einfachen Inlands-Infopost-Sendung' erkennt man erst durch die beigelegte Antwortkarte mit der Empfängeradresse "Katalogbestellservice für CUENDT, Deutsche Post E-Post Solutions GmbH, 04057 Leipzig". Hier hat die Deutsche Post offensichtlich "alles" im ausländischen Auftrag durchgeführt, von der Konzeption, dem Druck, den Empfängeradressen-Kauf, über den Versand bis zum Retourenmanagement und anschließendem Katalogversand (selbst oder über einen Subdienstleister).
Das sind alles internationale "Global Mail" Sendungen par excellence, obwohl postalisch nur ein einfacher Inlandsbrief versendet wurde. Als Philatelisten beschäftigen wir uns ja nicht nur mit einer "einfachen Briefmarke" oder einem "einfachen Versandumschlag", sondern mit dem gesamten "Leistungsspektrum" der Post, wir dokumentieren das gesamtheitliche postalische Handeln ;-)
Ich verstehe nicht, warum du dich so zierst, die DV-Freimachung auch so zu benennen.
Wo habe ich mich geziert, diese verwendete Freimachungsart als "DV-Freimachung" zu bezeichnen? Beim Tippen war gefühlt fast jedes zweite Wort "DV-Freimachung". Wobei natürlich eine DV-Freimachung aber nichts anderes, als "nur" eine modere, spezielle Form eines Absenderfreistempels darstellt. Wenn Du Dir den oben verlinkten "Weltfreistempelkatalog" näher anschaust, kannst Du recht gut die einzelnen Schritte nachvollziehen, wie aus dem klassischen AFS (mit separtem Wertrahmen mit Wertstempel und Ortsstempel sowie etwaig einem "Kundenklischee") diese dreigeteilte "All In One"-Form (mit etwaiger Postabrechnungsnummer) entstanden ist. Wie gesagt, "Quelle war schuld". Bei postautomation.de wird das übrigens auch sehr gut und ausführlich beschrieben. Wären das keine anerkannten AFS, wären sie wohl auch nicht im Standardwerk für "Freistempel der Welt" (und zwar unter Absenderfreistempel, nicht unter Postfreistempel) katalogisiert, oder? Aber ja, hier hast Du Recht, DV-Freimachungen sind beim Remailing eher ungewöhnlicher, üblicher sind einfache "Entgeltbezahlt" Eindrucke. Wenn's hochkommt habe ich bisher (in der Literatur) überhauot nur 2-3 Beispiele gesehen. Gerade das macht diese Viking-Belege umso interessanter.
Übrigens, ein Indiz (natürlich kein gerichtsfester Beweis), dass auch die beim Viking-Mailing eingesetzte DV-Freimachung eine 'ausländische' Beteiligung hat, ist die Währungsangabe beim Entgelt: 0,56 EU - EU statt Euro/EUR oder €.
@ Nachtreter [#11]
Wie amerikanische Sendungen aussehen, hat in diesem Thread wohl keine Aussagekraft.
Doch, natürlich! Wie gesagt, der mediale Style von Werbung unterscheidet sich von Land zu Land zum Teil sehr erheblich. Man erkennt hier sehr gut, dass beim Erstellen des Layouts des Versandteils (nicht zwingend auch des Katalogteils) Schaffende beteiligt waren, die einen US-amerikanischen Hintergrund haben bzw. durch entsprechenden Prägungen und/oder Schulungen gegangen sind. Es ist übrigens nicht unüblich, dass gerne US-amerikanische Fachkräfte an ihre europäischen Dependancen versetzt werden (oft auch als "Karrieresprungbrett").
Den US-Einfluss erkennst Du auch recht eindeutig bei dem oben gezeigten Katalog des US-amerikanischen Versandhauses "Peruvian Connection" an der US-typischen farblichen Unterlegung des Feldes für die Kunden- und Aktionsnummer.
@ Araneus [#10]
Ich gehe sogar davon aus, dass viele der – auch von dir gezeigten – Remailingbelege erst im Zielland gedruckt und postalisch fertig gemacht werden.
Ja natürlich, dem ist so. Auch das bestreitet keiner. Das nennt man Hybrid-Remailing und macht (machte) ein sehr wichtiger (wenn nicht zwischenzeitlich vielleicht sogar der größte Teil) des internationalen Remailing-Business aus. Auch bei Hybrid-Remailinmg liegt (sogar ganz UPU-offiziell) eine Auslandsherkunft vor. Das Remailingeschäft hat sich seit den 80/90er Jahren stark verändert. Begonnen haben die Veränderungen das mit dem UPU-Verbot des sogenannten ABA-Remailings (auch für hybride ABA-Formen!), mit dem Einsteigen der nationalen Posten bzw. deren Übernahme. Spätestens seit den verschiedenen Reims-Abkommen mit der Einführung von "Direct Mail" (bzw. "Direct Entry") sieht Remailing heutzutage eher so aus, wie oben gezeigt.
Hier ein paar Beispiele von Direct Mail-"Inlandsfreimachungen" und deren Darstellungen, von den Seiten der nationalen Postdienstleister, die die 'ausländische' Herkunft der Sendungen beim Empfänger "verunsichtbaren" bzw. um nicht zu sagen "verschleiern" sollen:
Aus einer Länderinformation der Deutschen Post (leider sind diese Broschüren nicht mehr Online und leider habe ich damals nur Auszüge 'für mich' gespeichert): Hier mit Hinweisen, wie das Layout für eine Werbeantwort eines deutschen Werbetreibenden (ohne eigenen Sitz & Adresse in Frankreich), der potentielle Kunden in Frankreich anschreibt - und dieses als Antwortumschlag/karte beilegt. D.h. der frz. Kunde denkt er hätte einen fzr. Anbieter vor sich, denn er schickt seine Antwort ja eine frz. Adresse (beim internationalen Briefzentrum Paris-Gonesse), die der Deutschen Post Global mail gehört. Sämtliche postalischen Sendungen sind französische Inlandssendungen. Die deutsche Herkunft und das Antwortziel sind für den einfachen Kunden in Frankreich ohne "Philawissen" erst einmal unsichtbar.
Weitere Beispiele aus dem Bereich Global Mail der Deutschen Post, für Dänemark bis zu den USA: https://www.philaseiten.de/beitrag/70159
Und zum fairen Ausgleich hier die Informationen der französischen La Poste für französische Kunden, die im Ausland als dortige Anbieter auftreten wollen bzw. ihre Werbung im Ausland dort als kostengünstigere Inlandspost versenden wollen. Auch die frz. Post bietet ihren frz. Kunden entsprechende Adressen im jeweiligem Ausland an.
Das alles ist modernes Remailing im Reinform.
Wie gesagt, leider habe ich die (Online-) Originalveröffentlichungen damals nicht als Gesamtwerk gespeichert. Ich habe aber in meiner Bibliothek ("nur Papierbücher sind gute Bücher") zwei gedruckte, etwa 200seitige Handbücher der Schweizer Post a) "Direct-Marketing-Pass Schweiz" (September 2005) für ausländische Kunden der schweizer Post, die in der Schweiz werben wollen und b) "Direct-Marketing-Pass Europa" (Oktober 2006) für schweizer Firmen, die im Ausland als dort ansässige Unternehmungen werben wollen. Dort wird haarfein beschrieben, wie man sein Mailing stylen muss, um in den jeweiligen Ländern als inländischer Anbieter auftreten zu können, von der Form des Anschreibens (formal und 'sprachform-lich'), über rechtliche Besonderheiten bis zur Freimachung und dem Versand, den natürlich die schweizer Post dann gerne durchführen möchte.
Diese Seite fasst alles sehr schön und 'schön vorsichtig' formuliert zusammen, aus a)
" ... wenn eine lokale Präsenz [die nicht vorhanden ist -ed] markiert werden soll ..." ;-)
In den Broschüren der Deutschen Post stand das damals fast wortwörtlich, gleichlautend auch so. Die KI wurde zwar noch mit den Originalquellen angelernt, wobei leider die dort angegebenen Links nicht mehr "zielführend" ist, hier u.a.
Die Verwendung eines "German Look" – also eines deutschen Absenders, einer deutschen Absenderadresse ... in Kombination mit den Logistiklösungen von Deutsche Post Global Mail ist entscheidend für den Erfolg von Marketingkampagnen in Deutschland. Deutsche Verbraucher sind kritisch und bevorzugen lokale Anbieter. Die Nutzung einer deutschen Anschrift (oft in Kombination mit Retourenmanagement) baut Vertrauen auf, was die Bereitschaft zur Interaktion (Bestellung) erhöht.
Übrigens, im o.g. schweizer Handbuch wird auf Seite 124 expliziet "Viking (Bürobedarf)" als erfolgreiche Referenz für so einen schweizer Markteintritt genannt ;-)
Ich bin mir bei den gezeigten Viking Office-Belegen inzwischen vollkommen sicher, dass eben auch hier, wie auf dem Beleg dargelegt, Deutsche Post Global Mail-Geschäftszweig entscheidend involviert war, d.h. dass die Sendung - in welcher Form auch immer - ursprünglich irgendwie "aus dem Ausland" stammt, d.h. auch, dass hier ganz sicher ein "internationales Remailing" - sehr wahrscheinlich sogar mit mehr oder weniger direkter Beteiligung von Schaffenden aus dem US-Mutterhaus, vorliegt. Wobei natürlich nur auf Grund der nackten Beleglage unklar ist bzw. heutzutage schwer bis unmöglich ist, genau abzugrenzen, welche speziellen Teilprozesse von welchem Partner in der Kette und wo abgedeckt wurden, offen, wie im Hintergrund. Was sicher ist: Auslandsherkunft (weil "Deutsche Post Global Mail"), mit der Hilfe der Deutschen Post - als Mailing-Dienstleister - Standard-Inlandsversand über das Briefzentrum 50.
@ Nachtreter [#11] Meines Wissens nach wurden Auslandssendungen zu diesem Zeitpunkt zentral über das IPZ
Grundsätzlich sollte das stimmen, wobei landtransportierte Post aus den direkten Nachbarländern zum Teil auch durch grenznahe BZ behandelt wurden. Zum Beispiel Österreich und Italien über das Briefzentrum 80/München.
Beste Grüße
Thomas
PS: Das Briefzentrum 50 wurde von der Deutsche Post Global Mail Abteilung hier wohl nicht ohne Grund für seine Dienste gewählt, denn am bzw. im Einzugsbereich des BZ50 haben u.a. die schweizer, österreichische und niederländische Posten sogenannte ETOEs, d.h. "exterritorriale Postaustauschämter", eingerichtet und entsprechend bei der UPU registiert. Wenn Du so ein Office betrittst, befindet Du Dich (sehr, sehr vereinfacht gesagt) postvölkerrechtlich bereits im jeweiligen Postausland. Diese werden sehr deshalb auch gerne für Remailings verwendet, auch um lange Transportwege zu sparen. Auch so kann man die IPZ umgehen.
PPS: Insbesondere Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre war im Remailing-Sektor vieles noch sehr viel ungeordneter. Die alten Anbieter verloren Raum, die großen nationalen Posten drangen ins Geschäft, erfanden vieles neu und anders. Viele Dinge, Formen und Prozesse, sowie auch "Komisches" waren noch möglich - was heute aus postalischer, wie aus rechtlicher (und wohl auch aus verbrauchschutztechnischer) Sicht kaum noch machbar bzw. akzeptabel ist - man hat einfach neue Wege erdacht und auch mal kurzerhand ziemlich Unventionelles improvisiert.
Katalog von Jack Wolfskin (im Katalog wird die deutsche Niederlassung genannt "JACK WOLFSKIN Ausrüstung für Draussen GmbH & Co. KGaA", Jack-Wolfskin-Kreisel 1, 65510 Idstein - die dann auch die Bestellabwicklung übernahm) mit der postalischen Absenderangabe Postfach 5003 in Niederaula. Niederaula steht hier für das Internationale Postzentrum (IPZ) für den "Frankfurter Flughafen", über die Charge seinerzeit mit Hilfe eines "Global Mail"-Dienstleisters 'eingeschleust' wurde und dient als Deck- bzw. Sammelpostfach für Rücksendungen. Ich gehe mal davon aus, dass dieses Postfach zum Global Mail-Bereich der Deutschen Post gehört.
Aber nicht nur die deutsche Post benutzt Postfächer in Niederaula für aus dem Ausland stammenden "deutschen Inlandssendungen":
Mailings des Absenders L'Occitane en Provence (deutscher Hauptsitz in Düsseldorf). Verwendet wird hier das Postfach 2083 in Niederaula, welches in diesem Fall nicht der Deutschen Post gehört, sondern dem "Global Mail"-Zweiges der franzöischen Post "La Poste", zu erkennen an dem eingedrucktem Absender "Aut. ID-047/08, Postfach nr.2083, 36243 NIEDERAULA". Bei der Angabe "Aut. ID-047/08" handelt es sich um eine typische Vertrags- bzw. Genehmigungsnummer (Autorisation) der französischen Post für seine Kunden, die in dieser Form auch in franzöischen Remailing-Frankaturen über das internationale Briefzentrum Paris-Goneese Verwendung finden.
b) 'irreguläre' Absenderangaben auf der (deutschen Inlands-) Sendung:
("irregulär" heisst hier, dass deutsche Inlandspost eigentlich gemäß den Postbestimmungen keine ausländische Rücksendeadresse tragen darf):
Katalog des Versandhauses "Peruvian Connection" (Firmensitz in Kansas, USA), dass in D übrigens keinerlei eigenen Standort betreibt (nur eine deutsche Telefonhotline, wobei diese sicherlich an ein Callcenter im Ausland umleitet). Als Absender gibt man hier 'irregulär' eine britische Adresse im Gewerbegebiet Didcot in Oxfordshire an, wo dieses Versandhaus offenbar ein Warenhaus betreibt bzw. einen entsprechenden Versandlogistik-Dienstleister beauftragt hat.
Ausschnitt eines C4-Umschlages eines Katalogs des dänischen Office-Anbieters "LaserTryk.dk A/S" aus 8200 Aarhus. Versandabwicklung über den schwedischen Versanddienstleister "Mailworld AB" (Västberga Allé 9, 126 30 Hägersten, Stockholm).
Auch wenn hier auf den ersten Blick kein Beteiligung von Deutsche Post Global Mail zu erkennen kann, findet sich auf der Webseite von Mailword die entsprechende Aufklärung, klassisches Remailing, wie es im Buche steht.
Mailworld currently cooperates with the majority of European postal operators .... Through its unique network, Mailworld can offer comprehensive distribution services for its customers' foreign mail. Examples of International post offices that Mailworld cooperates with: DHL Global Mail ...
Wie oben erwähnt, bietet die Deutsche Post Global Mail für seine ausländischen Auftraggeber recht umfassende All Inclusive-Pakete an (wobei hier eine der umstrukturierten Nachfolge-"Solutions"-Entitäten auftrat, die "Global Mail GmbH" wurde zwischenzeitlich aus dem Handelregister gelöscht, wobei "Global Mail" bekanntlich weiterhin international als "Marke" bzw. als Slogan verwendet wird/wurde):
Infopost-Mailing des internationalen Touristikunternehmens "CUENDET" (Teil der Wyndham worldwide-Gruppe) aus Dänemark bzw. für den dänischen Ferienhausvermittler NOVASOL AS aus 2830 Virum. Den internationalen Charakter dieser 'einfachen Inlands-Infopost-Sendung' erkennt man erst durch die beigelegte Antwortkarte mit der Empfängeradresse "Katalogbestellservice für CUENDT, Deutsche Post E-Post Solutions GmbH, 04057 Leipzig". Hier hat die Deutsche Post offensichtlich "alles" im ausländischen Auftrag durchgeführt, von der Konzeption, dem Druck, den Empfängeradressen-Kauf, über den Versand bis zum Retourenmanagement und anschließendem Katalogversand (selbst oder über einen Subdienstleister).
Das sind alles internationale "Global Mail" Sendungen par excellence, obwohl postalisch nur ein einfacher Inlandsbrief versendet wurde. Als Philatelisten beschäftigen wir uns ja nicht nur mit einer "einfachen Briefmarke" oder einem "einfachen Versandumschlag", sondern mit dem gesamten "Leistungsspektrum" der Post, wir dokumentieren das gesamtheitliche postalische Handeln ;-)
Ich verstehe nicht, warum du dich so zierst, die DV-Freimachung auch so zu benennen.
Wo habe ich mich geziert, diese verwendete Freimachungsart als "DV-Freimachung" zu bezeichnen? Beim Tippen war gefühlt fast jedes zweite Wort "DV-Freimachung". Wobei natürlich eine DV-Freimachung aber nichts anderes, als "nur" eine modere, spezielle Form eines Absenderfreistempels darstellt. Wenn Du Dir den oben verlinkten "Weltfreistempelkatalog" näher anschaust, kannst Du recht gut die einzelnen Schritte nachvollziehen, wie aus dem klassischen AFS (mit separtem Wertrahmen mit Wertstempel und Ortsstempel sowie etwaig einem "Kundenklischee") diese dreigeteilte "All In One"-Form (mit etwaiger Postabrechnungsnummer) entstanden ist. Wie gesagt, "Quelle war schuld". Bei postautomation.de wird das übrigens auch sehr gut und ausführlich beschrieben. Wären das keine anerkannten AFS, wären sie wohl auch nicht im Standardwerk für "Freistempel der Welt" (und zwar unter Absenderfreistempel, nicht unter Postfreistempel) katalogisiert, oder? Aber ja, hier hast Du Recht, DV-Freimachungen sind beim Remailing eher ungewöhnlicher, üblicher sind einfache "Entgeltbezahlt" Eindrucke. Wenn's hochkommt habe ich bisher (in der Literatur) überhauot nur 2-3 Beispiele gesehen. Gerade das macht diese Viking-Belege umso interessanter.
Übrigens, ein Indiz (natürlich kein gerichtsfester Beweis), dass auch die beim Viking-Mailing eingesetzte DV-Freimachung eine 'ausländische' Beteiligung hat, ist die Währungsangabe beim Entgelt: 0,56 EU - EU statt Euro/EUR oder €.
@ Nachtreter [#11]
Wie amerikanische Sendungen aussehen, hat in diesem Thread wohl keine Aussagekraft.
Doch, natürlich! Wie gesagt, der mediale Style von Werbung unterscheidet sich von Land zu Land zum Teil sehr erheblich. Man erkennt hier sehr gut, dass beim Erstellen des Layouts des Versandteils (nicht zwingend auch des Katalogteils) Schaffende beteiligt waren, die einen US-amerikanischen Hintergrund haben bzw. durch entsprechenden Prägungen und/oder Schulungen gegangen sind. Es ist übrigens nicht unüblich, dass gerne US-amerikanische Fachkräfte an ihre europäischen Dependancen versetzt werden (oft auch als "Karrieresprungbrett").
Den US-Einfluss erkennst Du auch recht eindeutig bei dem oben gezeigten Katalog des US-amerikanischen Versandhauses "Peruvian Connection" an der US-typischen farblichen Unterlegung des Feldes für die Kunden- und Aktionsnummer.
@ Araneus [#10]
Ich gehe sogar davon aus, dass viele der – auch von dir gezeigten – Remailingbelege erst im Zielland gedruckt und postalisch fertig gemacht werden.
Ja natürlich, dem ist so. Auch das bestreitet keiner. Das nennt man Hybrid-Remailing und macht (machte) ein sehr wichtiger (wenn nicht zwischenzeitlich vielleicht sogar der größte Teil) des internationalen Remailing-Business aus. Auch bei Hybrid-Remailinmg liegt (sogar ganz UPU-offiziell) eine Auslandsherkunft vor. Das Remailingeschäft hat sich seit den 80/90er Jahren stark verändert. Begonnen haben die Veränderungen das mit dem UPU-Verbot des sogenannten ABA-Remailings (auch für hybride ABA-Formen!), mit dem Einsteigen der nationalen Posten bzw. deren Übernahme. Spätestens seit den verschiedenen Reims-Abkommen mit der Einführung von "Direct Mail" (bzw. "Direct Entry") sieht Remailing heutzutage eher so aus, wie oben gezeigt.
Hier ein paar Beispiele von Direct Mail-"Inlandsfreimachungen" und deren Darstellungen, von den Seiten der nationalen Postdienstleister, die die 'ausländische' Herkunft der Sendungen beim Empfänger "verunsichtbaren" bzw. um nicht zu sagen "verschleiern" sollen:
Aus einer Länderinformation der Deutschen Post (leider sind diese Broschüren nicht mehr Online und leider habe ich damals nur Auszüge 'für mich' gespeichert): Hier mit Hinweisen, wie das Layout für eine Werbeantwort eines deutschen Werbetreibenden (ohne eigenen Sitz & Adresse in Frankreich), der potentielle Kunden in Frankreich anschreibt - und dieses als Antwortumschlag/karte beilegt. D.h. der frz. Kunde denkt er hätte einen fzr. Anbieter vor sich, denn er schickt seine Antwort ja eine frz. Adresse (beim internationalen Briefzentrum Paris-Gonesse), die der Deutschen Post Global mail gehört. Sämtliche postalischen Sendungen sind französische Inlandssendungen. Die deutsche Herkunft und das Antwortziel sind für den einfachen Kunden in Frankreich ohne "Philawissen" erst einmal unsichtbar.
Weitere Beispiele aus dem Bereich Global Mail der Deutschen Post, für Dänemark bis zu den USA: https://www.philaseiten.de/beitrag/70159
Und zum fairen Ausgleich hier die Informationen der französischen La Poste für französische Kunden, die im Ausland als dortige Anbieter auftreten wollen bzw. ihre Werbung im Ausland dort als kostengünstigere Inlandspost versenden wollen. Auch die frz. Post bietet ihren frz. Kunden entsprechende Adressen im jeweiligem Ausland an.
Das alles ist modernes Remailing im Reinform.
Wie gesagt, leider habe ich die (Online-) Originalveröffentlichungen damals nicht als Gesamtwerk gespeichert. Ich habe aber in meiner Bibliothek ("nur Papierbücher sind gute Bücher") zwei gedruckte, etwa 200seitige Handbücher der Schweizer Post a) "Direct-Marketing-Pass Schweiz" (September 2005) für ausländische Kunden der schweizer Post, die in der Schweiz werben wollen und b) "Direct-Marketing-Pass Europa" (Oktober 2006) für schweizer Firmen, die im Ausland als dort ansässige Unternehmungen werben wollen. Dort wird haarfein beschrieben, wie man sein Mailing stylen muss, um in den jeweiligen Ländern als inländischer Anbieter auftreten zu können, von der Form des Anschreibens (formal und 'sprachform-lich'), über rechtliche Besonderheiten bis zur Freimachung und dem Versand, den natürlich die schweizer Post dann gerne durchführen möchte.
Diese Seite fasst alles sehr schön und 'schön vorsichtig' formuliert zusammen, aus a)
" ... wenn eine lokale Präsenz [die nicht vorhanden ist -ed] markiert werden soll ..." ;-)
In den Broschüren der Deutschen Post stand das damals fast wortwörtlich, gleichlautend auch so. Die KI wurde zwar noch mit den Originalquellen angelernt, wobei leider die dort angegebenen Links nicht mehr "zielführend" ist, hier u.a.
Die Verwendung eines "German Look" – also eines deutschen Absenders, einer deutschen Absenderadresse ... in Kombination mit den Logistiklösungen von Deutsche Post Global Mail ist entscheidend für den Erfolg von Marketingkampagnen in Deutschland. Deutsche Verbraucher sind kritisch und bevorzugen lokale Anbieter. Die Nutzung einer deutschen Anschrift (oft in Kombination mit Retourenmanagement) baut Vertrauen auf, was die Bereitschaft zur Interaktion (Bestellung) erhöht.
Übrigens, im o.g. schweizer Handbuch wird auf Seite 124 expliziet "Viking (Bürobedarf)" als erfolgreiche Referenz für so einen schweizer Markteintritt genannt ;-)
Ich bin mir bei den gezeigten Viking Office-Belegen inzwischen vollkommen sicher, dass eben auch hier, wie auf dem Beleg dargelegt, Deutsche Post Global Mail-Geschäftszweig entscheidend involviert war, d.h. dass die Sendung - in welcher Form auch immer - ursprünglich irgendwie "aus dem Ausland" stammt, d.h. auch, dass hier ganz sicher ein "internationales Remailing" - sehr wahrscheinlich sogar mit mehr oder weniger direkter Beteiligung von Schaffenden aus dem US-Mutterhaus, vorliegt. Wobei natürlich nur auf Grund der nackten Beleglage unklar ist bzw. heutzutage schwer bis unmöglich ist, genau abzugrenzen, welche speziellen Teilprozesse von welchem Partner in der Kette und wo abgedeckt wurden, offen, wie im Hintergrund. Was sicher ist: Auslandsherkunft (weil "Deutsche Post Global Mail"), mit der Hilfe der Deutschen Post - als Mailing-Dienstleister - Standard-Inlandsversand über das Briefzentrum 50.
@ Nachtreter [#11] Meines Wissens nach wurden Auslandssendungen zu diesem Zeitpunkt zentral über das IPZ
Grundsätzlich sollte das stimmen, wobei landtransportierte Post aus den direkten Nachbarländern zum Teil auch durch grenznahe BZ behandelt wurden. Zum Beispiel Österreich und Italien über das Briefzentrum 80/München.
Beste Grüße
Thomas
PS: Das Briefzentrum 50 wurde von der Deutsche Post Global Mail Abteilung hier wohl nicht ohne Grund für seine Dienste gewählt, denn am bzw. im Einzugsbereich des BZ50 haben u.a. die schweizer, österreichische und niederländische Posten sogenannte ETOEs, d.h. "exterritorriale Postaustauschämter", eingerichtet und entsprechend bei der UPU registiert. Wenn Du so ein Office betrittst, befindet Du Dich (sehr, sehr vereinfacht gesagt) postvölkerrechtlich bereits im jeweiligen Postausland. Diese werden sehr deshalb auch gerne für Remailings verwendet, auch um lange Transportwege zu sparen. Auch so kann man die IPZ umgehen.
PPS: Insbesondere Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre war im Remailing-Sektor vieles noch sehr viel ungeordneter. Die alten Anbieter verloren Raum, die großen nationalen Posten drangen ins Geschäft, erfanden vieles neu und anders. Viele Dinge, Formen und Prozesse, sowie auch "Komisches" waren noch möglich - was heute aus postalischer, wie aus rechtlicher (und wohl auch aus verbrauchschutztechnischer) Sicht kaum noch machbar bzw. akzeptabel ist - man hat einfach neue Wege erdacht und auch mal kurzerhand ziemlich Unventionelles improvisiert.
Am: 15.06.2026 19:11:18
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# 13
Hallo miteinander!
Frisch aus dem Papierkorb gefischt:
Brief leider ohne Inhalt und Absender herausgerissen.
Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
Brief leider ohne Inhalt und Absender herausgerissen.
Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter