Thema:
Barfrankaturen als Notbehelf bei Wiederaufnahme des Postverkehrs 1945
Am: 06.01.2011 10:37:39
Gelesen: 166341
# 1
Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 und dem damit einhergehenden totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch kam auch der Betrieb der Deutschen Reichspost weitgehend zum Erliegen.
Doch noch in der ersten Mai-Hälfte nahmen bereits einzelne Postanstalten auf lokaler Ebene den Briefpostverkehr wieder auf. Weitere folgten nach und nach, so dass schon nach relativ kurzer Zeit die Arbeitsfähigkeit innerhalb der einzelnen Besatzungszonen fast flächendeckend wiederhergestellt war.
Die Barfrankaturen dominierten dabei monatelang das Erscheinungsbild der Briefpost, denn sie waren bis zur Herausgabe der einzelnen Zonenausgaben der alleinige sanktionierte Freimarken-Ersatz und damit die typische Notfrankatur jener Zeit. Notganzsachen und Lokalausgaben folgten überwiegend erst in größerem zeitlichen Abstand. Außerdem kann hier, besonders bei denjenigen mit umfangreichen- und vielfältigen Emissionen eine philatelistische- (und) oder kommerzielle Beeinflussung nicht ganz ausgeschlossen werden.
Das schlichte Erscheinungsbild der Barfrankaturen als Notbehelf hat dazu geführt, dass die „markenlosen“ Belege nur von wenigen Sammlern aufbewahrt wurden. Allenfalls dienten sie ihnen zur vorübergehenden Aufbewahrung von losem Briefmarkenmaterial. Die enorme Papierknappheit sorgte überdies dafür, dass Briefumschläge gewendet und wieder benutzt oder zu Notizzetteln wurden.
Der größte Teil der Belege landete letztendlich im damals volkswirtschaftlich wertvollen Altpapier.
Der größte Teil der Belege landete letztendlich im damals volkswirtschaftlich wertvollen Altpapier. Das ist insofern bedauerlich, da durch die massenweise Vernichtung dieser Briefumschläge und Karten neben den Barfrankaturen auch Zeugnisse von menschlichen- und wirtschaftlichen Notsituationen der unmittelbaren Nachkriegszeit unwiederbringlich verloren gingen.
Vielfach offenbaren die Belege, selbst schon in Absenderangaben, Anschriften und postalischen Vermerken: Kriegseinwirkungen, Suche nach vermissten Angehörigen, Brennstoffprobleme sowie unterbrochene Geschäftsverbindungen. Manche Inhalte von Postkarten spiegeln ergreifende Familien- oder Einzelschicksale wider.
Leider haben viele Philatelisten, die sich mit dem Zeitraum der Wiederaufnahme des Postverkehrs befassen, den besonderen Stellenwert der Barfrankierungen als Notmaßnahme noch immer nicht erkannt. Das ist um so weniger verständlich, als die auf diesen Belegen „direkt“ aufgebrachten Stempel (einschließlich der Aufgabestempel) mit denjenigen, die sich später oftmals auf Not-Ganzsachen oder Lokalausgaben wiederfinden, weitgehend identisch sind. Sie waren bisher für einen Großteil der Sammler nur auf einer Postkarte (Ganzsache) oder auf Trägerpapier (Lokalausgabe), selbst als „Mache“ philatelistisch relevant und sammelwürdig. Auch die verbreitete, landläufige Bezeichnung „Gebühr bezahlt-Belege“ bekräftigt diese Auffassung, da sie unterschwellig diese postalischen Notmaßnahmen mit „Gebühr bezahlt“-Stempeln und -Eindrucken gleichstellt, die zu fast allen Zeiten in großer Zahl auf Massensendungen zu finden waren und es noch sind. Selbst in einigen Auktions-Katalogen und Händler-Listen werden sie noch unter dieser abwertenden Bezeichnung offeriert.
Dass die notmaßnahmlichen Barfrankaturen der Nachkriegszeit völlig zu Recht eine große Aufmerksamkeit verdienen, haben jahrzehntelange Forschungsarbeiten belegt. Demnach muss man davon ausgehen, dass insgesamt schätzungsweise maximal noch 100.000 sammelnswerte Belege verfügbar sind.
Viele von ihnen bieten hochinteressante Aussagen, und ein großer Teil davon – besonders bei der Betrachtung der einzelnen Postorte – darf zu den Raritäten der Nachkriegs-Briefpost gezählt werden.
Günter M.H.Kopiak
Am: 06.01.2011 17:10:45
Gelesen: 166291
# 2
@ Kopiak
Willkommen auf Philaseiten.de !
Es ist beeindruckend, wie viel Informationen du auf deiner Webseite zum Thema Barfrankaturen der Nachkriegszeit zusammen getragen hast. Ich halte das Gebiet persönlich für interessanter, als die undurchschaubare Flut von "Behelfsausgaben", die zum Teil unter Angabe fadenscheiniger Gründe, wohl in vielen Fällen dem Zwecke dienten, irgendwelchen nichtpostalischen Institutionen oder gar fragwürdigen Personen kurz nach dem Kriege zu Geld zu verhelfen. Konkreter Bedarf lässt sich dabei in meinen Augen nur selten schlüssig nachweisen.
Nun komme ich gleich zu einem Beleg aus dem Jahr 1948, bei dem ich Deutungsprobleme habe.
Der Absender stammt aus Berlin-Steglitz, der Empfänger war in Buckow (Märkische Schweiz), in der Nähe von Berlin.
Der Brief weist folgende Stempel bzw. handschriftliche Vermerke auf:
- Tagesstempel BERLIN-LICHTERFELDE 3 b, 15.7.48.-19
- Rechteckstempel, zweizeilig, mit Text Gebühr bezahlt in Frakturschrift
- handschriftlicher Vermerk -24 mit Blaustift als Angabe des erforderlichen Portos
- roter Postfreistempel (aptiertes Wertkästchen), BERLIN SW 11 ar, 20.7.48.-16
Rückseitig weist der Brief keine weiteren Bearbeitungsmerkmale auf.
Wie sind die unterschiedlichen Freimachungsvermerke zu erklären?
Wie ist die zeitliche Differenz von fünf Tagen zu erklären?
Gehörte der Rechteckstempel zum Postamt Lichterfelde 3 oder zu SW 11?
Ist der handschriftliche Vermerk -24 dem Postamt Lichterfelde 3 oder SW 11 zuzuordnen?
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 08.01.2011 10:36:02
Gelesen: 166230
# 3
@ Concordia CA
Leider kann ich nichts sagen weil Dein Brief zwei Stempeln mit verschiedene Datum hat. 15.7.1948 war ein Donnerstag und 20.7.1948 war ein Diensttag.
Der "Gebühr bezahlt" Stempel war gleich in Gebrauch in 1923 bei SW 11, keine in Berlin-Lichtenfelde. Ein Gebühr bezahlt war auch gebraucht in Berlin Steglitz (Absender Stadt), dieser hatte einen Punkt nach bezahlt. Ob dieser Stempeln von 1923 wieder in gebrauch in 1948 war, weisst ich nicht, aber eine Möglichheit ?
Hoffentlich kann dieses Dir weiterhelfen.
@ Alle
Seht einen Brief aus Berlin nach Kopenhagen mit Gebühr bezahlt Paketstempel, gesendet am 28.6.1948, drei Tage nach der Währungsreform in Berlin.
Viele Grüße
Jørgen
Am: 08.01.2011 18:32:03
Gelesen: 166196
# 4
@ Baldersbrynd [#3]
Hallo,
wie kommst Du auf " drei Tage nach der Währungsreform" ? Hohenschönhausen liegt im Ostteil Berlins. Welche Währungsreform soll es da am 25.8.48 gegeben haben?
Beste Grüße Pilatus
Am: 08.01.2011 22:13:45
Gelesen: 166162
# 5
Zum in Beitrag [#2] vorgestellten Beleg habe ich von einem Mitleser folgende interessante Deutung bekommen:
"Es handelt sich um einen Beleg aus der Zeit des beginnenden Postkriegs.
Soweit ich es einschätzen kann, ging die Post vom Amt Lichterfelde, versehen mit Aufgabe- und Gebührenstempel sowie dem handschriftlichem Vermerk über die Portohöhe an das Amt SW 11. Dieses Amt wickelte den Postverkehr mit der SBZ ab. Es hat ihn mit dem aptierten Postfreistempel versehen und weitergeleitet. Die lange Laufzeit hängt sicherlich mit damals längeren Laufzeiten in die SBZ und den dortigen Kontrollen zusammen.
Belege dieser Art sind doch recht selten anzutreffen."
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 09.01.2011 00:15:15
Gelesen: 166149
# 6
@ Pilatus
Auf meine Brief von Berlin-Hohenschönhausen steht 28.6.1948. Die Währungsreform in Berlin war am 25.6.1948. Ich meine das es war für ganz Berlin West und Ost.
Viele Grüße
Jørgen
Am: 09.01.2011 09:10:28
Gelesen: 166138
# 7
Hallo, Jorgen.
Auf die Währungsreform in den Westzonen am 21. Juni 1948 reagierte die Sowjetische Militär-Administration (SMD) mit einer eigenen Währungsreform am 23. Juni 1948.
Schöne Grüße
Günter
Am: 09.01.2011 09:30:58
Gelesen: 166134
# 8
Hallo Günter.
Ich lese in Briefkatalog folgendes:
Vielleicht war Ostberlin mit in den Währungsreform für SBZ.
Viele Grüße
Jørgen
Vielleicht war Ostberlin mit in den Währungsreform für SBZ.
Viele Grüße
Jørgen
Am: 09.01.2011 10:01:30
Gelesen: 166131
# 9
Hallo Jorgen,
wie die West-Alliierten die Westsektoren Berlins in die Währungsreform der Westzonen Deutschlands einbezogen, so verfuhren auch die Sowjets. Sie bezogen den Ostsektor in die Währungsreform der SBZ ein. Die Ostmark wurde Zahlungsmittel in ihrem gesamten Machtbereich in Deutschland.
Günter
Am: 09.01.2011 11:06:33
Gelesen: 166126
# 10
Bereits im Jahr 1945 war der bekannte KA-BE Briefmarkenalben-Verlag wieder aktiv, wie dieser Geschäftsbrief an den Kurt-Kayssner Verlag in Buckow/Märkisches Höhenland zeigt.
Als Zeichen der erfolgten Barfrankatur wurde ein zweizeiliger Rechteckstempel mit dem Vermerk "Gebühr bezahlt." in Frakturschrift aufgebracht. Der Tagesstempel (19) Aschersleben stammt vom 08.11.45.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 09.01.2011 14:16:19
Gelesen: 164764
# 11
Hallo, liebe Philaseiten-Gemeinde !
Der große Zuspruch auf meinen Artikel "Barfrankaturen als Notbehelf bei der Wiederaufnahme des Postverkehrs 1945" überrascht mich sehr!
Dennoch freue ich mich über das breite Interesse an diesem Thema.
Es ist ja eigentlich nicht verwunderlich, verkörpert es doch die beschwerliche Wiederaufnahme des Briefpostverkehrs in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
Barfrankaturen überbrückten zunächst (als einzige postalisch legitimierte Freimachungsform) den Zeitraum bis zur Ausgabe neuer postalischer Freimarken ab August 1945 und fanden darüber hinaus noch vielerorts (aus Freimarkenmangel) bis zum Erscheinen der Einheitsausgabe im März 1946 (in der Französischen Zone bis in den Frühsommer 1948) Verwendung.
Mit der Erfassung und Dokumentation Ihrer Verwendung in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone in den Jahren 1945/46 beschäftige ich mich seit 1965 und es wäre eigentlich an der Zeit, dass die jüngere Generation die Forschungsarbeiten fortführt.
Seht Euch mal das Webportal http://www.kopiak.de an !
Ihr findet dort neben der Thematik zu diesem Sammelgebiet, ein Handbuch (SBZ), eine umfangreiche Datenbank mit Auktionsergebnissen aus den letzten 1o Jahren (aller Besatzungszonen), so wie einen Service-Teil mit vielen interessanten und nützlichen Adressen aus dem Phila-Bereich speziell und allgemein.
Schön wäre es, wenn die Resonanz ebenso groß ausfiele, wie die auf meinen Artikel.
Günter Kopiak, Berlin
Am: 09.01.2011 20:25:22
Gelesen: 166091
# 12
@ Kopiak [#9]
Hallo Günter.
Nochmal Danke für Dein Antwort.
Ich habe nur einige Artikel von Wikipedia und was in Katalogen steht über die Währungsreform, so ich will es ändern zu was Du schreibst. Westsektoren und Westberlin am 21.6.1948 und SBZ und Ostberlin am 24.6.1948.
Wenn das nicht stimmt, bitte schreibt das zu mir, im voraus Danke schön.
Viele Grüße aus DK
Jørgen
Am: 10.01.2011 10:32:51
Gelesen: 166078
# 13
Hallo Jorgen,
nun ist es absolut korrekt. Du kannst mit den Daten arbeiten.
Schöne Grüße
Günter
nun ist es absolut korrekt. Du kannst mit den Daten arbeiten.
Schöne Grüße
Günter
Am: 10.01.2011 21:55:56
Gelesen: 166018
# 14
Aus Chemnitz stammt mein heutiges Beispiel. Es handelt sich um eine Geschäftspostkarte an das Postamt 4 in Chemnitz.
Die Freimachung erfolgte mit dem Zweiellipsenstegstempel CHEMNITZ 4 a / Gebühr bezahlt in schwarzer Farbe am 11.9.45.5-6 N.
In dem vorbildlichen Stempelregister von Günter Kopiak ist dieser Stempel siebenmal in schwarzer Farbe und zweimal in roter Farbe registriert.
Die Uhrzeitgruppe mit Zwölfstundeneinteilung und V(ormittag)/N(achmittag) ist ein Hinweis darauf, dass der Stempel vor dem 15. Mai 1927 hergestellt worden sein muss. An diesem Tag trat mit Beginn des Sommerfahrplanes der Reichsbahn die Vierundzwanzigstundenzählung im deutschen Verkehrswesen in Kraft, die auch die Reichspost betraf. Dazu ein Zitat aus der entsprechenden Verfügung des Reichs-Post-Ministeriums (Amtsblatt Nr. 80 vom 21. September 1926, Nr. 433): "Die Abänderung der Stempel mit Stundenangaben ist nach Einführung der neuen Stundenzählung bei Instandsetzungen und Neubeschaffungen nach und nach vorzunehmen."
Wie man an dem sauberen Stempelabdruck erkennen kann, ist einen Instandsetzung nie erforderlich geworden.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 12.01.2011 11:17:15
Gelesen: 165968
# 15
Am Postamt Fürstenwalde (Spree) 1 verwendete hat man sich zunächst mit einem handschriftlichen Gebührenvermerk beholfen, wie das Beispiel vom 27.11.45 zeigt. Für Januar 1946 kann ich dreimal einen Zeilenstempel mit dem Text _____Rpf. Geb. bez. in violetter Farbe belegen, bei dem die Höhe des Portos handschriftlich eingetragen wurde.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


Am: 12.01.2011 17:33:30
Gelesen: 165942
# 16
Hallo Jürgen,
habe gerade Deine interessante Abhandlung zu Chemnitz 4 gelesen.
Deine Aktivitäten beobachte ich mit Bewunderung !
Allerdings sind Deine Angaben zu den Stückzahlen anscheinend die Punktbewertungen (zwischen / /)
Die Angaben zu Stückzahlen findest Du auf der Webseite unter Handbuch/Einführung/Bewertung.
Dort sind die gemeldeten und dann zusammengefassten Stückzahlen anhand der vergebenen Punkte verzeichnet.
Schöne Grüße
Günter
Am: 12.01.2011 18:20:54
Gelesen: 165931
# 17
@ Kopiak [#16]
Da habe ich die Einführung und Zeichenerklärung wohl nicht gründlich genug gelesen.
Die Skala reicht von 1 (sehr häufig) bis 12 (sehr selten).
In meinem Beispiel ist zu lesen:
r /2/ s /7/
Abschlag in roter Farbe = 2
Abschlag in schwarzer Farbe = 7
Das eine Kriterium zur Bildung der Bewertungszahl ist die Häufigkeit, das andere Kriterium der "Formpunkt". Die Ermittlung der Häufigkeit eines Stempelabdruckes ist für mich selbst erklärend. Ich kann aber keine Informationen finden, wie der Formpunkt ermittelt wird. Kannst Du das erläutern?
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 13.01.2011 17:02:42
Gelesen: 165896
# 18
Hallo, Jürgen !
Meine Bewertungsscala im Handbuch reicht von /1/ (relativ) häufig bis /12/ große Seltenheit oder Unikat.
Die Stempelform-Einstufung erfolgte auf der Grundlage "Illustrierter Katalog der Barfreimachungs- und Frankostempel nach dem. 8.5.1945/Gebührenstempelkatalog, von Curt Paul aus dem Jahre 1948.
Man kann sich diesbezüglich durchaus auch am Kapitel "Alliierte Besetzung. Barfrankierung als Notmaßnahme ....." im Michel-Briefe-Katalog orientieren, wo die Formen ähnlich eingestuft und bewertet sind.
Schöne Grüße
Günter
Am: 13.01.2011 20:44:44
Gelesen: 165877
# 19
@ Kopiak [#18]
Vielen Dank für deine Erklärungen.
Ein Rechteckstempel, zweizeilig, Frakturschrift, wurde in schwarzer Farbe am 29.10.45 in HIRSCHFELDE (KR ZITTAU) als Zeichen des in bar entrichteten Portos abgeschlagen.
Der Tagesstempel ist ein im Jahr 1931 eingeführter Normstempel der Reichspost, ein Zweikreisstegstempel, wie er nach Anderson bezeichnet wird. Die fehlende Postleitzahl, ist ein Zeichen dafür, dass er vor dem 6. Juni 1944 hergestellt wurde. Die Verwendung der Postleitzahlen, die bereits ab dem 25. Juli 1941 für den Päckchenverkehr galt, wurde ab diesem Datum auf den gesamten Postbetrieb ausgeweitet und war somit für alle neuen Stempel vorgeschrieben.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 16.01.2011 16:32:15
Gelesen: 165757
# 20
Ich hätte nicht gedacht, in diesem Thema auf Sammlerbelege zu stossen. Beim gestrigen Besuch eines Tauschtages konnte ich jedoch genau so etwas ergattern.
Es handelt sich um eine Karte, wie sie von Stempelsammlern genutzt wurde. Ob hierbei der Gelegenheitsstempel aus Meissen 1, Bochmann-Nr. 6, der von 1944 bis 1946 verwendet wurde, oder aber der "Gebühr bezahlt"-Stempel Objekt der Begierde war, wird im Nachhinein kaum noch zu ermitteln sein.
Die Karte ist am 05.10.45 im Postamt MEISSEN 1 abgestempelt. Oben rechts ist noch eine handschriftliche "3" zu lesen. Das könnte die Darstellung des erforderlichen Portos für eine Drucksache sein. Es galten ja bis zum 28. Februar 1946 weiterhin die Postgebühren aus dem Deutschen Reich.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 18.01.2011 16:48:33
Gelesen: 165719
# 21
Hallo, Jürgen !
Die "Meißen"-Drucksache ist schon ein schönes Stück, hätte nicht gedacht, dass man solche Sachen bei Tauschtagen oder vielleicht noch auf Flohmärkten finden könnte.
Gratuliere !
Alles darauf ist von Interesse: Der handschriftliche Freivermerk, der Ortswerbestempel und der zugesetzte Tagesstempel sicherlich zur Bestätigung.
Günter
Am: 19.01.2011 13:57:59
Gelesen: 165678
# 22
Hallo zusammen,
weil in diesem schönen Thread gerade [#20] [#21] von einem Sammlerbeleg die Rede war - ist der Adressat des abgebildeten Gebühr-bezahlt-Briefs als einschlägige Adresse bekannt? Auf der rückseitigen Klappe wiederholt sich die hektographierte Adresse nämlich als Absenderangabe!
Viele Grüße aus Erding!
Am: 19.01.2011 14:34:49
Gelesen: 165672
# 23
@ Erdinger [#22]
Ja! Pistner war ein sehr eifriger Philatelist, der sich viele - eben philatelistisch beeinflusste - Belege hat zuschicken lassen. Die Adressgestaltung ist völlig typisch. Davon müsste bei mir auch noch der eine oder andere herumliegen. M.E. sind sie aber alle echt gelaufen und häufig von Postämtern abgeschickt, die er für seine Interessen "eingespannt" hat, was damals ja auch völlig in Ordnung war. Am vorliegenden Beleg ist aber die handschriftliche Veränderung des Datums im Stempel irritierend (zurückdatiert!). Ansonsten hat der Stempel das Aussehen von Dezember 1945. Anfang Dezember war jedenfalls auch ein Stempel mit Postleitzahl 13b und Kennbuchsatabe d in Gebrauch; später gab es einen Ortswerbestempel. Der R-Zettel entspricht dem damals in Dorfen gebräuchlichen, wenn auch die Nummer 429 nicht ganz in die Reihe passt. Ich kann hier mit Datum 17.12. die Nummer 137 nachweisen.
Gruß aus Koblenz
Am: 19.01.2011 16:14:46
Gelesen: 165647
# 24
@ wi.kr [#23]
Herzlichen Dank für die Information, dachte ich's mir doch. Der Brief ist rückseitig in Aschaffenburg eingangs-gestempelt, hier ist also wohl alles im grünen Bereich.
Die handschriftliche Zurückdatierung des Stempels scheint mir zeitnah erfolgt zu sein, hier war versehentlich der 19.12.56 eingestellt. Hoffen wir mal, dass der R-Nummern-Zettel original haftet.
Am: 19.01.2011 19:28:45
Gelesen: 165622
# 25
Hallo, Erdinger
Interessant, was Du da ausgegraben hast.
Es gab seinerzeit einige Philatelisten, die sich besonders auf diese Provisorien gestürzt haben.
Man fragt sich allerdings, woher sie wussten,welche Postämter die interessantesten (und seltensten) Gebührenstempel verwendeten ?
Sie haben an viele Postämter mehrere Postkarten verschickt und scheinbar die Portokosten in bar beigelegt.
Jedenfalls haben die Postkarten zwar den Charakter von Sammlerstücken, sie sind aber oftmals für viele Postorte die einzigen erhalten gebliebenen Belege und man muss sie deshalb auch als vollwertige Dokumente der Wiederaufnahme des Postverkehrs anerkennen.
Besonders häufig tauchen dabei die unten abgebildeten Postkarten auf.
Schönen Gruß
Günter
Am: 20.01.2011 20:30:07
Gelesen: 165567
# 26
Langsam, aber sicher tauchen ja nun doch einige Belege aus den Beständen anderer Sammler auf. Ich bin mir sicher, dass noch mehr solcher Schätzchen unbeachtet in den Belegekisten und Briefealben zu finden sind.
Aus dem thüringischen Niedersachswerfen (Südharz) in das brandenburgische Buckow (Märkisches Höhenland) lief dieser Einschreibebrief vom 08.11.1945. Die Entrichtung der erforderlichen 42 Pf. bestehend aus 12 Pf. Briefporto und 30 Pf. Einscheibengebühr, wurde durch den handschriftlichen Vermerk 42 und den Zeilenstempel, einzeilig, Frakturschrift, gebühr bezahlt in violetter Farbe quittiert.
Der rückseitige Ankunftstempel von Buckow, datierend vom 14.11.1945, deutet an, dass die Transportgeschwindigkeit noch stark unter den Nachwirkungen des zweiten Weltkrieges zu leiden hatte.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


Am: 21.01.2011 10:16:16
Gelesen: 165538
# 27
Hallo, liebe Diskussions-Gemeinde,
es ist sehr erstaunlich, welchen Zuspruch dieses Thema findet. Immer neue Wortmeldungen auch zu Aspekten, die bisher nicht im Mittelpunkt der Forschung standen, wie die damaligen Transportzeiten und -Umstände bei der Briefpost, die (fast segensreiche) Einflussnahme von Philatelisten auf die Sicherung der seinerzeit verwendeten Gebühren- und Notaufgabestempel u.s.w.
Wenn ihr schon mal dabei seid, Eure Bestände zu sichten: Seht mal auf meiner Webseite nach http://www.kopiak.de/service/suchliste.html, ob von den dort verzeichneten Postorten etwas darunter ist.
Weiterhin viel Spaß beim Kramen in der Nachkriegs-Postgeschichte.
Günter
Am: 24.01.2011 11:20:54
Gelesen: 165449
# 28
Ganz sicher bin ich mir nicht, ob der nachfolgende Beleg in den von Günter Kopiak definierten Themenumfang passt. Es handelt sich um einen "Dienstbrief" auf einem alten Umschlag aus Zeiten des 3. Reiches. Das Hoheitsabzeichen hat man durch Übermalen mit Tinte unkenntlich gemacht (ich habe es durch Bildbearbeitung wieder sichtbar gemacht). Ob der Vermerk "Frei durch Ablösung Reich" noch seine Gültigkeit hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Der Brief lief von der Staatsanwaltschaft Essen (Ruhr) an die Staatsanwaltschaft Bielefeld, also innerhalb der Britischen Besatzungszone. Als Zeichen der ordnungsgemäßen Freimachung wurde ein in roter Zweiellipsenstegstempel ESSEN 1 / Gebühr bezahlt mit Datum vom 5.6.46 abgeschlagen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 26.01.2011 17:45:38
Gelesen: 165324
# 29
Hallo, Jürgen !
Du hast also wieder einmal einen beachtenswerten Beleg vorgestellt. Er fällt als Nachläufer in den von mir bearbeiteten Zeitraum.
Allerdings ist es ungewiss, ob hier Barfrankatur aufgrund von Markenmangel vorliegt, oder ob es sich hier schon wieder um die Vereinfachung der Abfertigung einer Massenauflieferung handelt.
Jedenfalls war mit dem Kriegsende auch die Freimachung durch "Frei durch Ablösung Reich" vorbei.
Schöne Grüße
Günter
Am: 27.01.2011 18:20:28
Gelesen: 165231
# 30
Die Diskussion um Barfreimachungen führt auch zu der Frage, was solche Belege ohne Briefmarken denn eigentlich kosten dürfen. Die alten Briefmarkensammler haben sie damals gar nicht gewürdigt und als Tüten genommen, denn es waren ja keine Marken drauf. Erst mit dem verstärkten Sammeln von Postgeschichtsbelegen in den sechziger und siebziger Jahren haben solche Stücke "Wert" bekommen.
Heute kommt es darauf an, wie man was sammeln möchte. Wer nur einige Formen dieser Nebenstempel darstellen will, kann die jeweils häufigsten Orte nehmen und findet im Michel-Briefekatalog ganz sicher hinreichende Anleitung und Bewertung. Er kann ruhig ein paar gute Lots kaufen und sich daraus recht preisgünstig etwas zusammenstellen. Aber eben gute Lots und kein Knüllpapier.
Wer Orte, Stempel, Besonderheiten usw. z.B. für eine Heimatsammlung braucht oder das Gebiet in seiner ganzen Breite erschließen will, der kann m.E. auf genauere Informationen nicht verzichten.
Eine gute Orientierung bietet dabei die Fleißarbeit von Kopiak (http://www.kopiak.de ). Er hat schon mehrere Jahrzehnte lang den Markt verfolgt, Auktionsbruttopreise für einzelne Belege aufgelistet und macht das immer noch. So bekommt man einen Rahmen für die Preisschwankungen bei jedem nachgewiesenen Ort und für jede vorkommende Form.
Ich finde das prima für den Sammler, aber auch Händler und Auktionatoren könnten diese Tabellen noch viel mehr nutzen. Häufig werden nämlich solche markenlosen Belege mit Barfrankaturen geradezu verramscht. Nur wenige Berufsphilatelisten, wie z. B Schmidt & Herzberg in Dessau oder Harlos in Wunstorf machen sich die Mühe und preisen eine Vielzahl von Barfrankaturbelegen einzeln real aus. Manche Anbieter haben andererseits Preisvorstellungen, bei denen man zwar staunen aber nichts kaufen kann.
Jedenfalls bin ich mit der Dokumentation von Kopiak äußerst zufrieden, nutze sie oft und kann sie Käufern und Anbietern gleichermaßen empfehlen.
Am: 30.01.2011 13:28:54
Gelesen: 165111
# 31
Hallo Stempelfred,
zunächst vielen Dank für die anerkennenden Worte.
Bei den Preisen gibt es halt unterschiedliche Herangehensweisen.
Am Günstigsten (oft weit unter Wert) sind solche Belege auf den (alles Verkauf-)Internetauktionen, vor allen Dingen bei Ebay zu erstehen.
Auch auf Tauschbörsen oder auf Flohmärkten kann man fündig werden. Allerdings ist hier das Angebot inzwischen stark ausgedünnt.
Einige Briefmarkenauktionshäuser haben Nachkriegs-Barfrankaturen regelmäßig als Einzellose im Angebot und versteigern sie mit gutem Erfolg. Andere machen jedoch potentiellen Käufern durch unangemessen hohe Ausrufpreise das Bieten unmöglich und resümieren letztlich, dass die "Ware" nicht absetzbar sei.
Möglicherweise könnte es sinnvoll sein, gelegentlich auf Philaseiten.de dieses Thema gesondert zu behandeln.
Schöne Grüße
Günter Kopiak
Am: 31.01.2011 12:59:01
Gelesen: 165087
# 32
Hallo,
ich habe einen Beleg gefunden, der evtl. in dieses Forum gehört, ich bin mir aber nicht sicher.
"Gebühr bezahlt" - Stempel sehr undeutlich über der Unterschrift, Tagesstempel von "NIEDERSCHELDEN" 16.11.45
Vielleicht kann Günter hierzu ja etwas sagen.
Danke und schöne Grüße
Bernhard
Vielleicht kann Günter hierzu ja etwas sagen.
Danke und schöne Grüße
Bernhard
Am: 01.02.2011 09:24:53
Gelesen: 165051
# 33
Hallo Westfale1953,
du hast richtig vermutet, es handelt sich um eine Barfrankatur aus dem von mir bearbeiteten Zeitraum. Ein solcher Beleg mit einem Einzeiler "Gebühr bezahlt" aus Niederschelden (Sieg) wurde 2003 vom Auktionshaus Friebel in Linnich offeriert und für 10 Euro versteigert.
Aus Deiner Abbildung kann man jedoch ersehen, dass es sich hier um einen Behelfstempel (aus Handdruckkasten gesetzt) Gebührbezahlt (ohne Zwischenraum) handelt. Werde die Angabe in den Auktionsergebnissen wohl berichtigen müssen.
Dein Brief hat ein weiteres interessantes Merkmal der damaligen Zeit: Die Überklebung deutet darauf hin, dass vermutlich das Briefkouvert eines nicht mehr existenten Absenders verwendet wurde. Gelegentlich findet man auch Umschläge, die doppelt benutzt worden sind, indem man den Innenteil nach außen gekehrt hat.
Schöne Grüße
Günter
Am: 01.02.2011 14:34:39
Gelesen: 165032
# 34
@ Stempelfred [#30]
@ Kopiak [#31]
Mit den Preisen bei Gebühr-bezahlt-Belegen ist es halt so eine Sache. Irgendwo im Handbuch von Richter steht sinngemäß der Hinweis, dass die Heimatsammler den Generalsammlern gerne die Preise verderben, weil sie zu viel für diese Stücke zahlen. Bei der letzten Harlos-Auktion wurde ich bei meinen Wunschbelegen gnadenlos überboten – und so viele Heimatsammler gibt es für meinen Landkreis nicht. Markenlose Belege sind halt auch für andere unwiderstehlich, vor allem, wenn der betreffende Ort schon lange nicht mehr im Angebot war.
Und wenn man nach und nach Ortsbrief, Ortsbrief mit Zusatzleistung Einschreiben, Fernbrief 1./2. Gewichtsstufe, Fernbrief mit Zusatzleistung, Zeit vor und nach der Gebührenerhöhung vom 1.3.46 etc. zusammenbekommt, darf's doch - wie bei jeder Portostufensammlung - hin und wieder ein bisschen mehr sein, oder? Eilboten z.B. fehlen mir noch.
Zeitlich außerhalb dieses Threads, aber trotzdem ganz hübsch: Fernbrief der 2. Gewichtsstufe von Isen nach München vom 16. Mai 1946 mit Gebührenvermerk "108" für 2. Gewichtsstufe (48 Pfge.) und Einschreibgebühr (60 Pfge.).
Zeitlich außerhalb dieses Threads, aber trotzdem ganz hübsch: Fernbrief der 2. Gewichtsstufe von Isen nach München vom 16. Mai 1946 mit Gebührenvermerk "108" für 2. Gewichtsstufe (48 Pfge.) und Einschreibgebühr (60 Pfge.).
Am: 02.02.2011 11:55:32
Gelesen: 165007
# 35
Hallo Günter,
danke für die schnelle Antwort, was meinst Du mit "Angabe in den Auktionsergebnissen berichtigen" ?
Ich habe noch eine PK mit ovalem Stempel vom 29.8.45 gefunden.
Schönen Tag noch
Bernhard
Schönen Tag noch
Bernhard
Am: 02.02.2011 17:33:03
Gelesen: 164967
# 36
Hallo, Bernhard !
Schön aufheben, den Beleg von Lippstadt. Gerade barfrankierte Post von kleineren Orten ist besonders dünn gesät. Ein Solcher wurde, nach meiner Kenntnis, bisher nicht als Einzellos auf Auktionen angeboten.
Mit "Angaben in den Auktionsergebnissen berichtigen" meinte ich ein Korrektur in der Auktionsergebnisseite auf http://www.kopiak.de
Schöne Grüße
Günter
Am: 03.02.2011 10:28:43
Gelesen: 164917
# 37
Guten Tag, lieber Erdinger,
und vielen Dank für die Antwort, der ich inhaltlich zustimme. Das Buch von Richter schätze ich sehr, denn es ist eine "fürchterliche" Fleißarbeit, die damals fast alles erfasst hat, was man erwischen konnte. Aber die Bewertung ist für die reine Form des Gebührenstempels (1.) ohne Berücksichtigung der verschiedenen Versandarten und Portostufen und (2.) ohne Berücksichtigung der Größe und des Postaufkommens der Orte erfolgt, also je Ort nur die billigste Variante. Und die Bewertung, die er vorgenommen hat, ist ohnehin eine undankbare Aufgabe, weil man nicht alles in dieser Breite berücksichtigen KANN. Man hat den armen, fleißigen Autor schon verspottet, ob das vielleicht seine Ankaufliste wäre. Undank ist eben der Welt Lohn.
Meine Schlußfolgerung ist, dass man die Bewertung von Richter durchaus als aller unterste Grenze betrachten kann und dann meistens noch gehörig drauflegen muss, um die Besonderheiten alle zu berücksichtigen. Bei Kopiak sind dagegen wenigstens einige Besonderheiten in den Ergebnislisten mit genannt. Da hat man eine bessere Orientierung. Und die Schwankungen des Marktes können natürlich dem Fernbieter bei Auktionen den Spaß verderben.
In der Hoffnung, dass der Mut jetzt nicht sinkt,
schöne Grüße von Stempelfred.
Am: 03.02.2011 15:01:31
Gelesen: 164903
# 38
@ Stempelfred [#37]
Hallo, lieber Stempelfred,
das Handbuch von Richter schätze und bewundere ich auch sehr. Es ist ein Pionierwerk, da dürfen Schwächen auch einmal als liebenswert akzeptiert werden.
Ich käme nie auf den Gedanken, mit dem abgebildeten Stück unter der Devise "im Richter nicht genannt!" hausieren zu gehen. Ein solches Werk kann ja auch gar nicht vollständig sein. Es ist vielmehr interessant zu sehen, mit seiner Hilfe Verbindungen herzustellen, zu erkennen, wie sich innerhalb bestimmter Postbezirke einheitliche Stempeltypen durchsetzten (neben dem Hauptort Erding z.B. in Grünbach und hier in Moosinning), während in anderen Regionen (Dorfen, Taufkirchen, Buch am Buchrain, Pastetten ...) die Stempeltypen ein anarchisches Nebeneinander zeigten. Improvisieren war eben Trumpf.
Mein Mut wächst übrigens mit jedem Stück, das ich sehen und erwerben kann und ich höre mich in diesen Fällen selten nein sagen.
Viele Sammlergrüße
aus Erding
Ich käme nie auf den Gedanken, mit dem abgebildeten Stück unter der Devise "im Richter nicht genannt!" hausieren zu gehen. Ein solches Werk kann ja auch gar nicht vollständig sein. Es ist vielmehr interessant zu sehen, mit seiner Hilfe Verbindungen herzustellen, zu erkennen, wie sich innerhalb bestimmter Postbezirke einheitliche Stempeltypen durchsetzten (neben dem Hauptort Erding z.B. in Grünbach und hier in Moosinning), während in anderen Regionen (Dorfen, Taufkirchen, Buch am Buchrain, Pastetten ...) die Stempeltypen ein anarchisches Nebeneinander zeigten. Improvisieren war eben Trumpf.
Mein Mut wächst übrigens mit jedem Stück, das ich sehen und erwerben kann und ich höre mich in diesen Fällen selten nein sagen.
Viele Sammlergrüße
aus Erding
Am: 06.02.2011 14:51:19
Gelesen: 164786
# 39
Hallo Erdinger, Hallo Stempelfred !
Eure Diskusion, die Stempelformen betreffend, gibt mir Anlass für eine grundlegende Betrachtung:
Gebührenstempel kamen üblicherweise für bestimmte Sendungsarten (Massenauflieferungen, Drucksachen u.s.w.) im gesamten Reichspost-Gebiet zum Einsatz. Durch die Reichspost-Direktion war lediglich der Wortlaut "Gebühr bezahlt" und die Stempelfarbe Rot vorgeschrieben. Zur Stempelform gab es hingegen keine Festlegungen.
Es wurden aber oftmals gleiche Stempel durch ein Leitpostamt in Auftrag gegeben- und an Zweigpostämter und Poststellen I verteilt. Soweit die Gebührenstempel nicht durch Kriegseinwirkungen verloren gegangen waren, sind sie auch weiterhin im Nachkriegs-Briefpostverkehr eigesetzt gewesen. Was allerdings verwundert ist die Tatsache, dass nach dem 2. Welkrieg nur noch einige wenige, der in der Inflazeit weit vereiteten Einnahme-Nachweisstempel, vorkommen.
Dort, wo Gebührenstempel nicht mehr greifbar waren, kamen zweckentfremdete Stempel (z.B.: "Bezahlt" "Entwertet"), Stempel aus dem Paketdienst (wie "Zustellgebühr bezahlt" u.a.) Freistempelaptierungen und Eigenbaustempel (aus Handdruckkasten gesetzt oder Schnitzstempel) zum Einsatz. Daraus resultiert letztendlich die Formenfülle bei den Nachkriegs-Barfrankaturen.
Am: 08.02.2011 14:32:53
Gelesen: 164703
# 40
Guten Tag, lieber Erdinger,
da Sie Orte genannt haben, konnte ich gleich in meinem Bestand nachsehen, doch es war leider vergeblich. Ich kann zur Sammlung nichts beitragen.
Hallo, an alle!
Bei einer bekannten Auktion sollen am 26. Februar auch einige Belege aus dem Raum Neuruppin / Neustadt (Dosse) versteigert werden. In dieser Region gab es 1945 eine Änderung des Leitweges. Entsprechend dem Verzeichnis von 1944 sind einige Orte "über Neuruppin" versorgt worden, und die PSt II-Stempel lauteten auch so. Nach dem Krieg haben sie den Briefverkehr zusammen mit Neuruppin begonnen, wurden aber dann abgetrennt und Neustadt (Dosse) unterstellt. Sie haben die PSt II-Stempel über Neuruppin weiter verwendet, aber Leitpostamtsstempel und die Form der Barfreimachung wurden in Neustadt (Dosse) angebracht. Das betrifft z.B. die Orte Garz, Lüchfeld und Manker. Bei Garz wird auf der Auktion ein Beleg vom 06.08.45 über Neuruppin und ein anderer vom 14.11.45 über Neustadt (Dosse) angeboten.
Weiß vielleicht jemand, warum dieser Wechsel erfolgt ist und mit welchem genauen Datum? Wenn wir das heraus bekommen könnten, würde mich das ganz besonders freuen.
Beste Sammlergrüße an alle von
Stempelfred
Am: 12.02.2011 20:36:30
Gelesen: 164588
# 41
Ein schlichter Brief von Stendal nach Buckow (Märkische Schweiz) vom 15.9.45 erhielt in Stendal einen violetten Rechteckstempel mit dem zweizeiligen in Frakturschrift verfassten Vermerk Gebühr bezahlt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 13.02.2011 15:39:51
Gelesen: 164531
# 42
Hallo zusammen,
auch ich möchte mal zwei Belege mit einfachen Gebührenstempeln und zusätzlichen, aufwertenden Merkmalen vorstellen.
Auf der Karte aus Jessnitz (Anh) ist es der Poststellen II Stempel (Landpoststempel) von Altjessnitz über Dessau. Weshalb ist hier aber ein Normstempel von Jessnitz abgeschlagen und nicht Einer von Dessau ?
Bei dem Einschreibbrief aus Woltersdorf ist es der Blanco-R-Zettel mit Stempelabschlag "Woltersdorf".
Weiterhin viel Spaß bei der Erforschung der Nachkriegs-Postgeschichte.
Schöne Grüße
Günter
Weiterhin viel Spaß bei der Erforschung der Nachkriegs-Postgeschichte.
Schöne Grüße
Günter
Am: 17.02.2011 22:08:58
Gelesen: 164327
# 43
Aus dem badischen Gernsheim (Murgtal) wurde dieser Brief nach Berlin-Charlottenburg geschickt.
Die handschriftlich Angabe des Portos von 12 Pf. wurde durch eine Paraphe und einen Rechteckstempel, einzeilig Gebühr bezahlt in schwarzer Stempelfarbe ergänzt. Aufgegeben am 14.11.45 wurde der Brief am 23.11 wieder zum Absender zurück geschickt, da der Empfänger unbekannt verzogen war. Wie ich aus anderen Briefen dieses Empfängers weiß, wohnte dieser bereits ab 1934 in Buckow.
Das handschriftliche Gekrakel auf der Rückseite soll das wohl zum Ausdruck bringen. Genau entziffern kann ich es allerdings nicht.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


Am: 18.02.2011 19:34:14
Gelesen: 164281
# 44
@ Concordia CA [#43]
Hallo Jürgen,
das soll wohl heissen:
Empf. unbekannt verzogen
Blattspiel (Name des Postlers?)
23.11.
Beste Grüsse vom Niederrhein
Jürgen
Am: 21.02.2011 13:46:34
Gelesen: 164164
# 45
Zur Abwechslung möchte ich einmal einige historische Quellen in diesen Thread einbringen, die den Markenmangel Ende 1945 behandeln.
Die erste Meldung spiegelt ein Phänomen wieder, das in Kriegs- und Krisenzeiten besonders häufig auftritt: Das Gerücht.
Korrekt ist, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Ganzsachen P 902/903 in München gedruckt worden waren.
Als es tatsächlich zum deutschen Druck der Briefmarken kam, wurden diese letztendlich doch bei Westermann produziert.
Vier Wochen später ließ eine Agenturmeldung der Dana immerhin für die Zukunft hoffen.
Dem momentanen Markenmangel konnte auch der angekündigte Wettbewerb nicht abhelfen. "Die Beamten der Post haben durch den Ausfall der Markenlieferungen eine gewaltige Mehrarbeit zu leisten, weil praktisch jeder Brief und jede Postkarte auf dem Amt aufgegeben werden muss." Woran lag's? (Würde Heidi Klum jetzt fragen.)
Weil die Bayern hinter Hessen und dem Südwesten zurückstehen mussten. Vielleicht wollte man auch deshalb in München noch nicht von der Hoffnung lassen, dass zum ersten Mal seit 1920 wieder "neue bayerische Briefmarken" an die Schalter kommen könnten.
Die erste Meldung spiegelt ein Phänomen wieder, das in Kriegs- und Krisenzeiten besonders häufig auftritt: Das Gerücht.
Korrekt ist, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Ganzsachen P 902/903 in München gedruckt worden waren.
Als es tatsächlich zum deutschen Druck der Briefmarken kam, wurden diese letztendlich doch bei Westermann produziert.
Vier Wochen später ließ eine Agenturmeldung der Dana immerhin für die Zukunft hoffen.
Dem momentanen Markenmangel konnte auch der angekündigte Wettbewerb nicht abhelfen. "Die Beamten der Post haben durch den Ausfall der Markenlieferungen eine gewaltige Mehrarbeit zu leisten, weil praktisch jeder Brief und jede Postkarte auf dem Amt aufgegeben werden muss." Woran lag's? (Würde Heidi Klum jetzt fragen.)
Weil die Bayern hinter Hessen und dem Südwesten zurückstehen mussten. Vielleicht wollte man auch deshalb in München noch nicht von der Hoffnung lassen, dass zum ersten Mal seit 1920 wieder "neue bayerische Briefmarken" an die Schalter kommen könnten.
Am: 06.03.2011 18:03:19
Gelesen: 163728
# 46
Verehrte Freunde,
bevor dieser Brief aus Velden/Vils vom 23.6.1946 seinen Weg zu einem skandinavischen Freund antritt, wollte ich ihn noch einmal zeigen.
Bei der gestern zuende gegangenen Messe in München habe ich natürlich die Kisten mit den "Gebühr bezahlt"-Belegen durchgestöbert, und da fiel mir wieder dieser schöne Thread ein. Aus folgendem Grund:
Die von Kopiak [#1] eingangs beklagte Vernichtung vieler interessanter Belege durch Altpapiersammlung wäre wohl noch schlimmer ausgefallen, hätte nicht der INFLA-Prüfer Eduard Peschl sehr viel Brief- und Ganzsachenmaterial aus seiner persönlichen Korrespondenz gesammelt, sortiert und z.T. sogar in Karteikästen archiviert. Dieser Briefwechsel war sehr ausgedehnt und umfasste nicht nur die Westzonen, sondern auch die SBZ.
Aus der Tatsache, dass außerdem sehr viele der im Handel kursierenden Stücke die Adresse der Handwerkskammer in Passau tragen, kann man schließen, dass er auch hier reichlich Material eingesammelt hat. Das Einzugsgebiet dieser Bestände liegt vor allem in Niederbayern, woher auch der gezeigte Beleg stammt.
Ohne die überaus vielseitige Sammelwut von Eduard Peschl - dessen Nachlass bei der 36. HBA-Auktion im November 2000 versteigert wurde - wären wir um viele Belege der Nachkriegszeit ärmer. Er hatte einfach das Gespür dafür, dass aus den Notmaßnahmen der Nachkriegszeit einmal ein Sammelgebiet werden könnte. Das gilt im Übrigen auch für Briefe und Ganzsachen mit Ortsnotstempel und mit Marken (AM-Post, Kontrollrat, Währungsreform etc.) frankierte Belege. Ob die Stücke immer dem reinen Bedarf entsprangen oder hin und wieder speziell für ihn "gemacht" wurden, verliert sich im Dunkel der Vergangenheit und ist angesichts der exemplarischen Erhaltung der meisten Belege und der persönlichen Leistung Peschls als Bewahrer philatelistischen Gutes wirklich nebensächlich.
Mit den besten Grüßen aus Erding!
Bei der gestern zuende gegangenen Messe in München habe ich natürlich die Kisten mit den "Gebühr bezahlt"-Belegen durchgestöbert, und da fiel mir wieder dieser schöne Thread ein. Aus folgendem Grund:
Die von Kopiak [#1] eingangs beklagte Vernichtung vieler interessanter Belege durch Altpapiersammlung wäre wohl noch schlimmer ausgefallen, hätte nicht der INFLA-Prüfer Eduard Peschl sehr viel Brief- und Ganzsachenmaterial aus seiner persönlichen Korrespondenz gesammelt, sortiert und z.T. sogar in Karteikästen archiviert. Dieser Briefwechsel war sehr ausgedehnt und umfasste nicht nur die Westzonen, sondern auch die SBZ.
Aus der Tatsache, dass außerdem sehr viele der im Handel kursierenden Stücke die Adresse der Handwerkskammer in Passau tragen, kann man schließen, dass er auch hier reichlich Material eingesammelt hat. Das Einzugsgebiet dieser Bestände liegt vor allem in Niederbayern, woher auch der gezeigte Beleg stammt.
Ohne die überaus vielseitige Sammelwut von Eduard Peschl - dessen Nachlass bei der 36. HBA-Auktion im November 2000 versteigert wurde - wären wir um viele Belege der Nachkriegszeit ärmer. Er hatte einfach das Gespür dafür, dass aus den Notmaßnahmen der Nachkriegszeit einmal ein Sammelgebiet werden könnte. Das gilt im Übrigen auch für Briefe und Ganzsachen mit Ortsnotstempel und mit Marken (AM-Post, Kontrollrat, Währungsreform etc.) frankierte Belege. Ob die Stücke immer dem reinen Bedarf entsprangen oder hin und wieder speziell für ihn "gemacht" wurden, verliert sich im Dunkel der Vergangenheit und ist angesichts der exemplarischen Erhaltung der meisten Belege und der persönlichen Leistung Peschls als Bewahrer philatelistischen Gutes wirklich nebensächlich.
Mit den besten Grüßen aus Erding!
Am: 06.03.2011 20:40:53
Gelesen: 163710
# 47
@ Erdinger [#46]
Guten Abend Erdinger,
erst einmal Dank für die Vorstellung des Beleges.
Noch einige Anmerkungen zu Eduard Peschl, der in Passau nicht nur als INFLA-Prüfer tätig war, sondern auch in der dortigen IHK und im Brauereiverband (er selbst war ja Besitzer einer Brauerei) führende Positionen inne hatte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass vieles aus der IHK-Korrespondenz in seine Karteikästen gewandert ist, statt im Papierkorb zu landen. Des Weiteren stand er auch lange Zeit noch in Kontakt mit dem INFLA-Prüfer Kurt Zirkenbach, mit dem er vor dem Krieg in Kommission geprüft hatte. Von daher sind auch die SBZ-Belege nicht verwunderlich, da zu der Zeit ja noch ein reger Austausch auf dem Postweg möglich war.
Schönen Gruß vom sonnigen Niederrhein
Harald
Am: 06.03.2011 21:06:32
Gelesen: 163706
# 48
Herzlichen Dank zunächst an Dich Günter für dieses erkenntnisreiche Thema und die hoch interessante Homepage.
Hier ein Beleg aus Geschäftspost mit dem für diese Zeit typischen K2 Tagesstempel SCHMÖLLN (THÜR) >BEZAHLT< g 02.10.45 nach Gera.
Die anderen im Handbuch Kopiak genannten Typen der Barfrankaturen für Schmölln sind mir leider noch nicht untergekommen. Überrascht haben mich die erzielten Auktionszuschläge für den R2F. "Junipost" meint hierbei sicher die Verwendung im Juni '45 - richtig? Andererseits liegt er mit einer Punktevergabe von /11/ noch über der von Barfrankaturen der Poststellenbelege. Für mich ist allein der Hinweis auf die Existenz dieses Stempels neu gewesen, insofern nochmals ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
Die anderen im Handbuch Kopiak genannten Typen der Barfrankaturen für Schmölln sind mir leider noch nicht untergekommen. Überrascht haben mich die erzielten Auktionszuschläge für den R2F. "Junipost" meint hierbei sicher die Verwendung im Juni '45 - richtig? Andererseits liegt er mit einer Punktevergabe von /11/ noch über der von Barfrankaturen der Poststellenbelege. Für mich ist allein der Hinweis auf die Existenz dieses Stempels neu gewesen, insofern nochmals ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
Am: 07.03.2011 08:34:22
Gelesen: 163672
# 49
Hallo, Thomas !
Du liegst richtig in der Annahme, dass es sich bei dem Begriff "Junipost" um Material aus Juni 1945 handelt. Allerdings gilt die Bewertung von /11/ nicht dem R2F mit Text "Gebühr bezahlt" (hier /5/), sondern dem R1A mit dem äußerst seltenen Text "Nachgebühr".
Schöne Grüße
Günter
Am: 16.03.2011 12:29:26
Gelesen: 163347
# 50
Aus dem zur Französischen Zone gehörigen Trier stammt diese Notausgabe einer Ganzsache vom 29.11.45 nach Bad Buckow (Märkische Schweiz). Sie hat einen zweizeiligen Rechteckstempel ohne Wertangabe in roter Farbe als Freivermerk.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 21.04.2011 22:29:15
Gelesen: 162446
# 51
Weiter geht es mit einem Beleg aus dem oberfränkischen Kronach nach Bad Buckow (Märkische Schweiz). Der Brief vom 6.11.45 hat den handschriftlichen Vermerk 12 Pf. und einen roten Rechteckstempel mit einzeiliger Inschrift in Antiqua-Schrift "Gebühr bezahlt".
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 27.04.2011 12:14:51
Gelesen: 162300
# 52
Hallo,
habe hier eine Karte bei der ich nicht weiter weiß. Geschrieben auf einer Ganzsache aus Berlin am 13.09.45. 6pf Vordruck mit Blaustift eingekreist und der Gebühr bezahlt vermerk abgeschlagen. In Bad Frankenhausen am 17.09.45 gestempelt. Wieso wurde auf der Karte der Gebühr bezahlt Vermerk abgeschlagen?
Gruß
Bodo35
Am: 27.04.2011 15:27:22
Gelesen: 162285
# 53
@ Bodo35 [#85]
Hallo Bodo35,
ich bin wahrlich kein Experte für die Postverhältnisse nach 1945 in der SBZ, habe aber eine Vermutung. Die Karte ist ja eine Ausgabe für die OPDen Berlin und Potsdam. Der Aufgabeort, Bad Frankenhausen, ist aber in Thüringen gelegen. Das PWZ besaß dort wohl keine Gültigkeit, die Karte wurde also nur als Formular verwendet.
Beste Grüße,
Christoph
Am: 28.04.2011 07:22:13
Gelesen: 162253
# 54
@ Reichswolf
Danke für deine Antwort. Der Absender war aber in Berlin und daher hätte sie ohne weiteres über die Post befördert werden können. Warum wurde diese denn erst in Bad Frankenhausen gestempelt? Wo wurde der Gebühr bezahlt Stempel aufgesetzt?
Gruß
Bodo35
Am: 28.04.2011 10:18:46
Gelesen: 162237
# 55
Die Barfrankierung ist aus Bad Frankenhausen. Es stimmt also, was Christoph vermutet. Die Berliner Ganzsache, die offensichtlich mitgenommen worden war, konnte in Bad Frankenhausen nur als Formblatt genutzt werden.
Freundliche Grüße von Stempelfred
Am: 29.04.2011 23:52:54
Gelesen: 162161
# 56
Hier ein Beitrag aus Österreich.
Barnachweisung mit Gebührenzettel vom PA Senftenberg.
Am: 30.04.2011 09:25:42
Gelesen: 162145
# 57
Hier zwei Karten.
Die erste eine Karte aus Westerau bei Albertsdorf in Holstein gesendet am 9.7.1945 mit Gebühr bezahlt Stempel.
Der zweite Karte aus Eutin, Holstein gesendet am 8.8.1945, der Stempel ohne Stadtname auch ohne Gebïhr bezahlt Stempel.
Viele Grüße
Jørgen
Der zweite Karte aus Eutin, Holstein gesendet am 8.8.1945, der Stempel ohne Stadtname auch ohne Gebïhr bezahlt Stempel.
Viele Grüße
Jørgen
Am: 04.05.2011 16:46:41
Gelesen: 161958
# 58
Hallo und guten Tag!
Heute brachte mir der Postbote diese beiden Briefe
und
Speziell der erste scheint mir ein Fall für Günter zu sein.
Schönen Abend noch
Bernhard
und
Speziell der erste scheint mir ein Fall für Günter zu sein.
Schönen Abend noch
Bernhard
Am: 09.05.2011 14:53:43
Gelesen: 161754
# 59
Guten Tag, Bernhard und alle,
der Barfrankierungsstempel von Mochenwangen heißt in vollem Text "Gebühr bezahlt .......Rpf." - Er war von 1945 bis Mitte 1946 in Gebrauch und ist nicht allzu häufig. Es gibt vom gleichen Ort noch einen Rahmenstempel mit zweizeiligem gleichen Text, aber der ist eigentlich Masse und erscheint erst Mitte 1946.
Viel Freude beim Einsortieren wünscht
Stempelfred
Am: 30.08.2011 15:57:30
Gelesen: 159366
# 60
Hallo und guten Tag!
Habe einige neue Barfrankaturen bekommen, die ich euch nicht vorenthalten will:
oben: RAVENSBURG 01.11.47 104 Rpf
Mitte: ISNY 16.4.47
unten: FREIBURG LAND bzw. OBERRIMSINGEN 5.5.47

oben: WALDNIEL (NIEdDERRHEIN) 9.7.48
Mitte: OPFERDINGEN (WÜRTT.) 5 FEB 47
unten: WALDSEE (WÜRTT.) 20.11.47

Viele Grüße
Bernhard
Habe einige neue Barfrankaturen bekommen, die ich euch nicht vorenthalten will:
oben: RAVENSBURG 01.11.47 104 Rpf
Mitte: ISNY 16.4.47
unten: FREIBURG LAND bzw. OBERRIMSINGEN 5.5.47

oben: WALDNIEL (NIEdDERRHEIN) 9.7.48
Mitte: OPFERDINGEN (WÜRTT.) 5 FEB 47
unten: WALDSEE (WÜRTT.) 20.11.47

Viele Grüße
Bernhard
Am: 30.08.2011 21:32:53
Gelesen: 159339
# 61
@ westfale1953 [#60]
Hallo Bernhard,
danke für's Zeigen, besonders interessant finde ich den Poststellenstempel Oberrimsingen über Freiburg. Poststellenbelege mit diesen Provisorien sieht man auch nicht alle Tage. Leider ist der Stempel nur dünn abgeschlagen. Der handschriftliche "Nachtrag" darunter ist sicher später duch einen Sammler oder Händler angebracht worden.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
Am: 17.09.2011 15:46:45
Gelesen: 158842
# 62
Liebe Sammlerfreunde,
ich habe hier einen Dienstbrief vom Landrat des Kreises Leipzig an den Landrat in Pirna. Nach mir vorliegender Literatur (Richter) stammt der Gebühr-bezahlt-Stempel aus Markkleeberg und leider nicht aus Leipzig. Ich wollte mich hier noch mal vergewissern, ob ich hier richtig liege. Vielen Dank für Eure Hilfe.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti
ich habe hier einen Dienstbrief vom Landrat des Kreises Leipzig an den Landrat in Pirna. Nach mir vorliegender Literatur (Richter) stammt der Gebühr-bezahlt-Stempel aus Markkleeberg und leider nicht aus Leipzig. Ich wollte mich hier noch mal vergewissern, ob ich hier richtig liege. Vielen Dank für Eure Hilfe.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti
Am: 07.10.2011 14:16:06
Gelesen: 158251
# 63
@ Totalo-Flauti [#62]
Guten Tag, lieber Sammlerfreund,
ich habe vielleicht die richtige Antwort auf die Frage nach dem Markkleeberger Stempel auf dem Brief vom Landrat zu Leipzig. Ich bin nämlich im Kreis Leipzig-Land geboren. Eine ganze Reihe von Behörden des Landkreises Leipzig war zu jener Zeit in Orten des Kreises Leipzig-Land - und eben nicht in Leipzig-Stadt - untergebracht, darunter auch in dem benachbarten Markkleeberg.
Insofern stimmt die Markkleeberger Barfreimachung für einen frei zu machenden Dienstbrief aus einer in Markkleeberg ansässigen Dienststelle des Landkreises Leipzig voll mit der erforderlichen Praxis überein. Ein interessanter Fund!
Freundliche Grüße von Stempelfred
Guten Tag, lieber Sammlerfreund,
ich habe vielleicht die richtige Antwort auf die Frage nach dem Markkleeberger Stempel auf dem Brief vom Landrat zu Leipzig. Ich bin nämlich im Kreis Leipzig-Land geboren. Eine ganze Reihe von Behörden des Landkreises Leipzig war zu jener Zeit in Orten des Kreises Leipzig-Land - und eben nicht in Leipzig-Stadt - untergebracht, darunter auch in dem benachbarten Markkleeberg.
Insofern stimmt die Markkleeberger Barfreimachung für einen frei zu machenden Dienstbrief aus einer in Markkleeberg ansässigen Dienststelle des Landkreises Leipzig voll mit der erforderlichen Praxis überein. Ein interessanter Fund!
Freundliche Grüße von Stempelfred
Am: 07.10.2011 15:15:54
Gelesen: 158242
# 64
@ westfale1953 [#60]
Kleine Korrektur: Nicht Opferdingen sondern OFTERDINGEN
Gruß
wuerttemberger
Kleine Korrektur: Nicht Opferdingen sondern OFTERDINGEN
Gruß
wuerttemberger
Am: 07.10.2011 16:47:56
Gelesen: 158227
# 65
Hallo zusammen,
bei dieser gefalteten Drucksache ist nicht nur der Stempel, sondern auch der Inhalt interessant. Der Brief von der Kreisbauernschaft Lüdinghausen (Kreisernährungsamt Abtlg. A) geht an den Mühlenbesitzer Kasberg in Ottmarsbocholt.
Ihm wird mitgeteilt, dass allen Backwaren aus Roggen- oder Weizenmehl 5-10 % Sojamehl und 10 % Maisbackmehl beigemischt werden müssen.
Viele Grüße
Volkmar
Am: 08.10.2011 19:49:58
Gelesen: 158163
# 66
@ volkimal [#65]
Hallo Volkmar,
kannst Du, wenn es nicht zu viel Mühe macht, den Text der Drucksacke auch einmal zeigen? Ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass ein Müller die Beimischung zu Backwaren kennen muss. Es sei denn, er sollte das Mehl schon so ausliefern. Darüber hinaus wurde Soja und Mais zu dieser Zeit in Deutschland wohl eher seltener angebaut, als Weizen und Roggen. Vielleicht hat der amerikanische Besatzer seine (Land-)Wirtschaft hier etwas ankurbeln wollen.
Auf jeden Fall ein interessanter Beleg, den Du hier zeigst ... unabhängig, ob neben dem philatelistischen Interesse auch ein politisches gegeben ist.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
Am: 08.10.2011 20:12:07
Gelesen: 158159
# 67
@ Pommes [#66]
Hallo Thomas,
den Inhalt des Briefes zeige ich natürlich gern. Vielleicht hat der Müller schon fertig gemischtes Mehl ausgeliefert - ich glaube aber eher, dass die Bäcker das Mehl selbst gemischt haben. Der Müller hat den Brief deshalb erhalten, weil gleichzeitig mitgeteilt wurde, welche Mehltypen überhaupt in den Verkehr gebracht werden durften.
Herzliche Grüße
Volkmar

Hallo Thomas,
den Inhalt des Briefes zeige ich natürlich gern. Vielleicht hat der Müller schon fertig gemischtes Mehl ausgeliefert - ich glaube aber eher, dass die Bäcker das Mehl selbst gemischt haben. Der Müller hat den Brief deshalb erhalten, weil gleichzeitig mitgeteilt wurde, welche Mehltypen überhaupt in den Verkehr gebracht werden durften.
Herzliche Grüße
Volkmar

Am: 27.12.2011 16:32:39
Gelesen: 155356
# 68
Im Winter-Halbjahr stehe ich Euch wieder zur Verfügung. Nun werde ich die inzwischen aufgelaufenen Beiträge zu dieser Thematik sichten, ob es neue Erkenntnisse gibt, die eine Aufnahme in mein Handbuch erfordern. Darauf werde ich ggf. an dieser Stelle näher eingehen.
Günter
Am: 27.12.2011 22:34:43
Gelesen: 155319
# 69
Hallo zusammen,
auch von Schwenningen gibt es Belege aus dieser Zeit. Bei dieser Karte ist auch die Rückseite interessant.
Gruß
Manne
Am: 27.12.2011 22:38:31
Gelesen: 155318
# 70
Hallo und weitere,
Gruß
Manne
Am: 29.12.2011 14:07:11
Gelesen: 155214
# 71
Hallo,
von mir ein Brief aus Wolgast vom 04. August 1945 mit handschriftlichem Vermerk "Gebühr bezahlt".
Gruß
Marko
Am: 30.12.2011 12:28:28
Gelesen: 155162
# 72
Brief im Fernverkehr aus Schwerin vom 15. August 1945.
Brief im Fernverkehr aus Neubukow vom 22. August 1945.
Postkarte im Fernverkehr aus Torgelow vom 24. August 1945.
Brief im Fernverkehr aus Güstrow vom 03. September 1945 mit Zensurvermerk.
Postkarte im Fernverkehr aus Grevesmühlen vom 17. September 1945.
Am: 14.06.2013 22:37:35
Gelesen: 140362
# 73
Upps, hier herrscht ja auch seit Ende 2011 Funkstille, dabei ist/wäre es doch ein sehr interessantes Sammelgebiet.
Ich habe dieser Tage quasi als kleinen Nachtrag zu http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=35716 diesen Beleg bekommen.
Ein Brief von Haselbach über Schmölln nach Schwerin. Die "Gebühr-bezahlt-Stempel" in Verbindung mit Poststellenstempeln sind auch nicht so häufig zu finden, insbesondere, wenn man eine Heimatsammlung einer kleineren Stadt pflegt.
Die beiden Stempelabschläge kann man auch hier "nachschlagen":
http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/223 und
http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/1336 .
Die sich aus dem obigen Beleg ergebenden Änderungen in der Datenbank werden sicher in den nächsten Tagen redaktionell korrigiert.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
Ein Brief von Haselbach über Schmölln nach Schwerin. Die "Gebühr-bezahlt-Stempel" in Verbindung mit Poststellenstempeln sind auch nicht so häufig zu finden, insbesondere, wenn man eine Heimatsammlung einer kleineren Stadt pflegt.
Die beiden Stempelabschläge kann man auch hier "nachschlagen":
http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/223 und
http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/1336 .
Die sich aus dem obigen Beleg ergebenden Änderungen in der Datenbank werden sicher in den nächsten Tagen redaktionell korrigiert.
Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
Am: 17.06.2013 16:20:51
Gelesen: 140218
# 74
@ Pommes [#73]
und alle anderen Interessierten möchte ich dann auch noch 3 Belege zum Thema zeigen:
Essen und Gütersloh
sowie Wuppertal
sowie Wuppertal
Am: 19.06.2013 09:46:46
Gelesen: 140151
# 75
Hallo zusammen,
hier zwei Einschreib-Briefe aus Schwenningen vom 11.3.46 und 29.7.46
Gruß
Manne
Am: 20.08.2014 14:52:29
Gelesen: 133992
# 76
Hallo zusammen,
ich habe da mal wieder eine Frage:
Die hier abgebildete Postkarte mit dem vorgegebenen Stempel "12 Pf gebühr bezahlt" kann ich nicht im Ganzsachenkatalog finden. Sie ähnelt einigen Karten im Bereich "Notausgaben" oder "Behelfsausgaben" aber irgendwie passt es nicht.
Der Aufdruck "Postkarte" lässt mich auf eine offizielle Ausgabe schließen, bin mir aber nicht sicher. Es gibt keinen Druckvermerk. Am ehesten passt noch P A78 (Britische Zone). Der Stempel lautet: "SIGMARINGEN d 19.3.46 - 12"
Kann mir hier jemand mehr Informationen geben?
Vielen Dank im Voraus!
Gruß aus Escheburg,
Frank
Vielen Dank im Voraus!
Gruß aus Escheburg,
Frank
Am: 20.08.2014 17:35:57
Gelesen: 133965
# 77
@ Redfranko [#76]
Hallo Frank,
ich denke, dass das keine Ganzsache ist. Das Merkmal einer Ganzsache besteht ja u.a. darin, dass beim Erwerb am Postschalter bereits die Postdienstleistung mitbezahlt wird. Hier jedoch sieht es aus wie ein ganz ordinärer Postkartenvordruck, der erst bei der Abgabe am Postschalter, weil keine gültigen Briefmarken vorrätig waren, mit dem Stempel "12 gebühr bezahlt" versehen wurde. Anschließend erhielt er den Poststempel, mit dem sowohl dieser Vermerk entwertet als auch das Datum des Postabgangs dokumentiert wurde.
Ein interessantes Zeitdokument, aber keine Ganzsache.
Viele Grüße
Ingo
Am: 20.08.2014 17:42:01
Gelesen: 133962
# 78
Hallo Frank,
der Aufdruck "Postkarte" hat nichts amtliches, er wurde genauso auf Privaterzeugnissen verwendet. Vermutlich ist dies keine Ganzsache, sondern ein Beleg mit Barzahlungsvermerk. Übrigens, Sigmaringen lag in der französischen Zone.
Beste Grüße von
Ingo aus dem Norden
Am: 21.08.2014 00:17:19
Gelesen: 133915
# 79
Es handelt sich m.E. um eine Barfrankatur, nicht um eine Notganzsache. Barfrankaturen waren bei Markenmangel und sonstigen Problemen vorgeschrieben. Der "Gebühr bezahlt" - Vermerk ist eindeutig für diese Art der Schalterfreimachung.
Gruß
KJ
Am: 21.08.2014 09:44:28
Gelesen: 133896
# 80
Hallo zusammen,
vielen Dank an Euch alle! Ihr habt mir geholfen, dass der Nebel sich lichtet. Wird aber nicht meine letzte Frage hier im Forum gewesen sein. ;)
Hoffentlich komme ich selber mal an den Punkt, dass ich Fragen beantworten kann.
Gruß aus dem sonnigen Escheburg,
Frank
[Beiträge [#76] bis [#80] redaktionell verschoben]
Am: 08.10.2014 07:36:21
Gelesen: 133015
# 81
Hallo Redfranke,
in Sigmaringen gab es neun verschiedene Formen der Barfreimachung. Nach dem Handbuch von Richter (sollte man haben, wenn man sich für Barfreimachungen interessiert), handelt es sich bei dem hier gezeigten Beleg um die Form 1289, die in Sigmaringen am wenigsten häufig ist (Verwendungszeitraum bís zur Währungsreform).
Gruß
wi.kr
Am: 08.10.2014 19:55:29
Gelesen: 132942
# 82
Hallo Zusammen,
habe letztes Wochende ein Album mit einem bunten Mix an Marken ergattert, auf der letzten Seite habe ich ein paar Ausschnitte von Belegen entdeckt. Nun habe ich beim Stöbern Eure aktuellen Kommentare entdeckt und bin neugierig geworden. Habe leider kein Handbuch von Richter und die Stempel sind auch eigentlich nicht mein Sammelgebiet - vielleicht kann mir jemand beim Bestimmen helfen?



Taugen die Stempel für den Tausch gegen Markenmaterial? Vielen Dank schon mal für Eure Mühe. :-)
Beste Sammlergrüße,
Yoska



Taugen die Stempel für den Tausch gegen Markenmaterial? Vielen Dank schon mal für Eure Mühe. :-)
Beste Sammlergrüße,
Yoska
Am: 08.10.2014 23:56:34
Gelesen: 132912
# 83
Beleg mit Barfrankatur "Gebühr bezahlt" von Dresden als Fernpostkarte von Dresden nach Radebeul.
Die Abstempelung erfolgte im Postamt Dresden A 21 am 14.01.1946.
Die Bildseite der Karte zeigt die kommenden Termine von Veranstaltungen der ev.-ref. Gemeinde zu Dresden.
Diese Barfrankaturen waren seitens der OPD bei Markenmangel und anderen Schwierigkeiten vorgeschrieben, kommen aber noch bis zum Ende der vierziger Jahre vor.
Die Katalogbezeichnung dieser Variante lautet Nr. C 2 c, Ellipsenstempel mit Bögen.
Gruß
KJ
Die Bildseite der Karte zeigt die kommenden Termine von Veranstaltungen der ev.-ref. Gemeinde zu Dresden.
Diese Barfrankaturen waren seitens der OPD bei Markenmangel und anderen Schwierigkeiten vorgeschrieben, kommen aber noch bis zum Ende der vierziger Jahre vor.
Die Katalogbezeichnung dieser Variante lautet Nr. C 2 c, Ellipsenstempel mit Bögen.
Gruß
KJ
Am: 09.10.2014 14:11:23
Gelesen: 132873
# 84
@ Kontrollratjunkie [#83]
Hallo KJ,
unsere Stempeldatenbank liefert leider keinen adäquaten Stempel, aber analog zu den Kreisstempeln, die vorhanden sind, würde ich eher zu einem "Ellipsenstempel mit Segment oben und unten" tendieren.
Beste Grüße
Stephan
Am: 17.10.2014 14:56:55
Gelesen: 132669
# 85
Hallo,
es ist wieder mal soweit, das ich Hilfe suche. Auch weiß ich nicht in welcher Rubrik man suchen muss. Es geht um diesen abgebildeten Beleg. Mich interessieren alle 3 Stempel. Der Stempel – Leipzig C1 – ist schon einmal von – ginonadgolm - (Ingo aus dem Norden) mit Datum vom 27.05.38 in der Stempelbank hinterlegt wurden. So kann hier das bisherige verwendete Datum bis zum 22.10.45 erweitert werden. Über den Stempel - Gebühr bezahlt 8 Rpf - weiß ich auch nichts. Der Rundstempel mit der 10 ist im Absender mit eingebunden, sagt mir auch nichts.
Würde mich sehr freuen wenn mir jemand darauf eine Antwort geben könnte.
Gruß Ingmar


Am: 17.10.2014 20:16:16
Gelesen: 132634
# 86
Hallo Zusammen,
bitte auch noch mal bei [#82] schauen, ob nicht doch noch jemand ein paar Informationen für mich hat.
Falls die Stempel nichts mehr taugen, bitte auch Bescheid geben - ist wie gesagt nicht mein Gebiet und ich bin für alle Infos dankbar. :-)
Beste Grüße vom Hohentwiel,
Yoska
Am: 18.10.2014 18:03:11
Gelesen: 132588
# 87
@ Heidelberg Collector [#85]
Hallo Ingmar,
der Leipziger "Reichsmessestadt" (UB sollte bv sein) wurde in der SBZ noch eine Weile so weiter verwendet, weitere siehst Du hier http://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=213714
Später wurde er aptiert zu dem hier:
http://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=93967
Der Zweizeiler ist der Nachweis für die bezahlte Gebühr, nach Richter/Griese Typ 2250 12Punkte oder bei Kopiak hier zu suchen:
http://www.kopiak.de/frameset.html
Die 10 im Kreis ist die PLZ zur damaligen Zeit, findest Du hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Postleitregionen_in_Deutschland
Gruß
Klaus
Am: 19.10.2014 16:36:07
Gelesen: 132523
# 88
@ becker04 [#87]
Hallo Klaus!
Recht vielen Dank für Deine ausgibige Beschreibung meiner Fragen und Deiner Beispiele. Es ist noch immer ein kleines Problem mit dem zurecht kommen bei der Stempeldatenbank (Suche, Eingaben u.s.w.).
Gruß Ingomar
Am: 16.02.2020 20:44:47
Gelesen: 90586
# 89
@ Heidelberg Collector [#82]
Hallo,
Ausschnitte aus Barfrankaturen sind wahrscheinlich ähnlich beliebt wie Ganzsachenausschnitte. Bei den gezeigten Ausschnitten ist von den Gebühr bezahlt Stempeln her nichts besonderes dabei, es wäre aber sicherlich schön, die Tagesstempel in die Stempeldatenbank aufzunehmen.
Gruß
Wessi
Am: 20.03.2021 13:52:29
Gelesen: 83192
# 90
Die Website von Günter Kopiak gibt es ja nicht mehr, existieren die Daten noch irgendwo und führt jemand seine Arbeit fort?
Beste Grüße
Eckhard
Am: 20.03.2021 14:52:57
Gelesen: 83175
# 91
@ JohannesM [#90]
Hallo Eckhard,
die Frage gab es schon mal, habe ich hier beantwortet, zumindest für die Daten [1].
Gruß
Wessi
[1} https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=246773
Am: 21.03.2021 22:09:41
Gelesen: 83126
# 92
@ wessi1111 [#91]
Hallo Wessi,
danke, das Webarchiv hatte ich schon wieder vergessen.
Beste Grüße
Eckhard
Am: 26.11.2021 20:38:44
Gelesen: 77552
# 93
Hallo zusammen,
in einem frisch erworbenen Karton "philatelistischen Altpapiers" taucht immer wieder einmal das eine oder andere Interessante Stück auf.


Hier kann ich die Barfreimachung auf einem Brief aus SIGMARINGEN / d vom 19.5.1947 in die Schweiz vorstellen. Für mich überraschend, dass hier nicht ein deutscher Text "Gebühr bezahlt", sondern lediglich die französische Form "Taxe perçue / .................RM...........Rpf" zum Einsatz kam - Konsequenz aus der französischen Besatzung? Der violett abgeschlagene Stempel hat das Format 39 mm x 19 mm. Der portogerechte Betrag von 75 Pfg für einen Standardbrief bis 20 g ins Ausland wurde handschriftlich eingetragen. Leider liegt mir nur die Vorderseite des Briefes vor. Eine nähere Information zum Absender gibt es deshalb nicht.
Mit freundlichen Sammlergrüßen
Edwin


Hier kann ich die Barfreimachung auf einem Brief aus SIGMARINGEN / d vom 19.5.1947 in die Schweiz vorstellen. Für mich überraschend, dass hier nicht ein deutscher Text "Gebühr bezahlt", sondern lediglich die französische Form "Taxe perçue / .................RM...........Rpf" zum Einsatz kam - Konsequenz aus der französischen Besatzung? Der violett abgeschlagene Stempel hat das Format 39 mm x 19 mm. Der portogerechte Betrag von 75 Pfg für einen Standardbrief bis 20 g ins Ausland wurde handschriftlich eingetragen. Leider liegt mir nur die Vorderseite des Briefes vor. Eine nähere Information zum Absender gibt es deshalb nicht.
Mit freundlichen Sammlergrüßen
Edwin
Am: 07.12.2021 21:25:41
Gelesen: 77191
# 94
Hallo zusammen,
auf diesem Beleg vom Adressbuchverlag Lang & Co.GmbH Stuttgart 1 nach Wasseralfingen Kr. Aalen vom 29.7.1948 prangt in leuchtendem rot der Stempel: STUTTGART 1 / BEZAHLT.


Mit freundlichen Sammlergrüßen
Edwin


Mit freundlichen Sammlergrüßen
Edwin
Am: 08.12.2021 08:03:10
Gelesen: 77164
# 95
@ epem7081 [#93]
Die französische Inschrift hat ihren Grund darin, dass es ein Brief ins Ausland war und Französisch die Sprache des Weltpostvereins ist. Das heißt, die Postler in aller Welt lernten, was diese Ausdrücke bedeuteten, auch wenn sie sie vielleicht nicht aussprechen konnten. In Richtung Deutschschweiz wär's vielleicht egal gewesen, aber anderswo hatte man mit einer deutschen Inschrift womöglich nichts anfangen können.
-jmh
Am: 08.12.2021 09:38:19
Gelesen: 77154
# 96
@ jmh67 [#95]
Hallo Jan-Martin,
vielen Dank für Deinen Hinweis zum Stempeleinsatz beim Postverkehr mit dem Ausland. Vermutlich wird es diese ausschließlich französisch-sprachige Stempelversion nur in größeren Postanstalten gegeben haben. In unserer Stempeldatenbank habe ich für den (Such-)Zeitraum 1944 bis 1952 nur noch einen weiteren Stempel für Schwenningen (Villingen-Schwenningen) vom 29.8.1946 aufspüren können [1].
Mit freundlichen Grüßen
Edwin
[1] http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/16397
Am: 08.12.2021 10:49:22
Gelesen: 77137
# 97
@ epem7081 [#96]
Hallo Edwin,
ein Einschreiben vom 29.04.1947, gelaufen nach Reutlingen, Ankunftsstempel vom 30.04.1947.
Gruß
Manne
Für Edwin und alle,
nachfolgend einige Gebühr bezahlt Stempel von Schwenningen die ich Stempel-Datenbank eingestellt habe.
Gruß
Manne
Für Edwin und alle,
nachfolgend einige Gebühr bezahlt Stempel von Schwenningen die ich Stempel-Datenbank eingestellt habe.
Am: 11.07.2024 00:37:14
Gelesen: 54429
# 98
Liebe Sammlerfreunde von Barfrankatur.
Hier wurde längere Zeit nichts veröffentlicht.
Ich möchte das sehr gerne ändern und suche auf diesem Wege Gleichgesinnte, die Interesse haben sich hier wieder regelmäßig auszutauschen. Hintergrund ist, dass ich seit etwa 2 Jahren dieses besondere Gebiet sammle. Durch die Übernahme einer kleinen Sammlung aus Verwandtschaft fand ich mehrere Belege „Barfrankatur“. Das hat mich so fasziniert, dass meine Briefmarkensammlung nun verstaubt und ich mich nur noch diesem Sammelgebiet widme.
Mittlerweile habe ich eine größere Anzahl weiterer Belege erwerben können. Auch den von Richter erstellten Katalog konnte ich vor kurzem ergattern. Allerdings nur den aus den 70ziger. Ein Beitritt in die Arge Deunot war obligatorisch. ( Hier noch mal Dank an GSFreak) Was mir fehlt ist die Kommunikation und Austausch mit anderen. Ich wohne in der Nähe von Hamburg und Tauschtage oder auch Treffen scheint es nur in Mittel- oder Süddeutschland zu geben. Je tiefer ich in die Materie eingehe, umso mehr Fragen tauchen auf. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand sich gerne die Zeit nimmt, einem newcomer zu unterstützen. Gerne auch Auge in Auge. Ich hoffe mein Anliegen schießt hier nicht über das Ziel hinaus.
Schönen Sammlergruß von Dieter.
Am: 11.07.2024 07:53:40
Gelesen: 54399
# 99
@ Dieter 66 [#98]
@ alle
Hier ein Brief des Philatelisten-Vereins Heilbronn vom 1.12.1948, dem Ersttag der Notopferpflicht.
Neben dem Gebühr-bezahlt-Stempel wurde die Notopfermarke Nr. 1 KW mit der Linienzähnung 11 1/4 aufgeklebt und gesondert entwertet:


Am: 11.07.2024 15:57:32
Gelesen: 54340
# 100
@ Dieter 66 [#98]
Hallo Dieter,
du hast schon die richtigen Entscheidungen getroffen, zum einem mit diesem interessanten Sammlergebiet, zum anderen mit der Mitgliedschaft in der ArGe DeuNot. Stelle doch einfach deine Fragen hier ein und stelle deine Neuerwerbungen hier vor. Dafür ist doch das Forum da.
Mittelfristig würde ich mir den Richter von 2000 besorgen. Dies ist schon eine ganz andere Sache, als mit dem ArGe-Handbuch aus den 1970-er Jahren in Loseblatt-Ausführung. Wenn es um bestimmte Orte geht, kann ich Dir auch gern etwas aus dem Richter einscannen.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 11.07.2024 21:25:19
Gelesen: 54286
# 101
Hallo,
ich hoffe, der Beleg passt ins Thema.
Bücherzettel nach Leipzig
Rechteckstempel Gebühr bezahlt und Sonderstemepel
(19b) STASSFURT b DIE WIEGE DES KALIBERGBAUES 03.9.48.-18.
Bei der Portostufe für einen Bücherzettel bin ich noch unsicher.
Viele Grüße
Peter
Rechteckstempel Gebühr bezahlt und Sonderstemepel
(19b) STASSFURT b DIE WIEGE DES KALIBERGBAUES 03.9.48.-18.
Bei der Portostufe für einen Bücherzettel bin ich noch unsicher.
Viele Grüße
Peter
Am: 11.07.2024 21:57:18
Gelesen: 54274
# 102
@ hannibal [#101]
Hallo Peter,
Bücher-Zettel = Portostufe Drucksache
Könnte auch schon eine Barfrankierte Massenauflieferung sein, statt einer Notmaßnahme wegen Markenmangel. Trotzdem schön und Sammelnwert.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 11.07.2024 22:32:57
Gelesen: 54263
# 103
@ bernhard [#100]
Hallo Bernhard,
vielen Dank für Deine Rückantwort. Das freut mich.
Mit dem Katalog bin ich dran. So langsam arbeite ich mich durch. Dann werde ich gleich mal 4 Belege einstellen.
1. Brief, Marktredwitz nach Leipzig, Datum unleserlich. Nach Richter A12 Einzeiler mit Rahmen „155“ ? Stempel vor 45 verwendet, siehe Datenbank. Dieser wurde wohl auch nach 45 verwendet. Unten links wurde GERMAN vermerkt.
2. Postkarte, Oettingen nach Berlin, 1 Juni 46. Nach Richter A12/167. Ist das ein aptierter Stempel. In der Datenbank nichts gefunden.
3. Postkarte, Metzingen nach Karlsruhe?, 18 FEB 46. Nach Richter A12/102. Wurde hier der Stempel aptiert. Laut Stempeldatenbank ohne Stern.
4. Postkarte, Wanderup nach Hamburg, 2.7.45. Abgabestempel 3.7.45. Eingangsstempel der Allianz 6.??. 1945 Im Richter nicht gefunden „Geb.bez“ mit Zeigefingerhand begrenzt.
Gibt es für die Belege eine Bewertungsgrundlage betr. Seltenheit bzw. Wertermittlung.
Möchte mich schon mal Bedanken.
Gruß Dieter.
Möchte mich schon mal Bedanken.
Gruß Dieter.
Am: 12.07.2024 00:17:35
Gelesen: 54250
# 104
@ Dieter 66 [#103]
Hallo Dieter,
wirklich einige interesante Belege. In Punkto Gebührenstempel fällt die Nr.4 besonders aus dem Rahmen.
Nach Richters Bewertungsgrundlage sind besonders außergewöhnliche Gebührenstempel mit besonderen Texten oder Formen die am höchsten bewerteten Stempel. Innerhalb einer häufigen Stempelgruppe wie deine Belege 1 bis 3 wird das tatsächliche Vorhandesein am Markt, die Größe der Ortschaft und der Status der Postanstalt berücksichtigt. Die Bewertung erreicht aber keinesfalls die der besonderen Stempeltexte und Stempelformen. Zuschläge gibt es für Verwendungen als Einschreiben / frühe Daten / und weitere Besonderheiten. Habe jetzt nichts speziell nachgesehen, nur so aus der Erinnerung.
Werde morgen im Richter nachsehen und auf alle 4 Belege eingehen.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 12.07.2024 19:21:13
Gelesen: 54200
# 105
@ Dieter 66 [#103]
Hallo Dieter,
zunächst mal die Bewertungsgrundsätze aus dem RICHTER zum Nachlesen. Das damalige und auch heutige Interesse gilt mehr den aussergewöhlichen Texten und Formen. Wie Richter schreibt konnten auch nur 1x vorliegende Barfrankaturen keine Hohen Bewertungen erhalten. Man muss sich damit abfinden, dass die Preisangaben eben fast nur für die Texte und Formen gelten. Als Sammler von Barfrankierungen kann man dies auch positiv sehen, sie sind günstig zu haben. Es sind kleine zeitgeschichtliche Raritäten.
Auszug "Bewertung" aus dem RICHTER Barfrankaturen-Katalog (2000)
An deiner Stelle würde ich mich auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren, da du irgendwann bezüglich Unterbringung an Kapazitätsgrenzen kommst. Und eine Sammlung in der Schachtel ist auch nicht so prickelnd. Zum Beispiel dein Heimatkreis, ein Landkreis ...
Nun zu deinen Belegen im RICHTER:
Die Nr. 1 - 3 haben nur den häufigen Gebühr bezahlt Stempel A12, diese sind mit 3-4 € bewertet. Der verwendete alte Württemberg-Stempel und der bayerische Zweikreiser werden im Richter-Handbuch Altstempel deutscher Postanstalten (2010) als selten eingestuft. Der bayerische Zweikreiser war ein Reservestempel (kleines R).
Der Beleg aus Wanderup über Flensburg zählt m.E. als lokale Notausgabe. Die Karte wurde am 2.7.45 gekauft und hier bereits die Gebühr für die Karte bezahlt. Dies ist mit dem Tagesstempel (Kontrollstempel) bestätigt worden. Daheim wurde die Karte geschrieben und am 3.7.45 zur Post gebracht. In meinem alten Michel Ganzsachen-Katalog ist keine Notausgabe von Wanderup verzeichnet. Vielleicht kann GSFreak hier aufklären. Dies war nie mein Sammelgebiet.
Viele Grüße
Bernhard
Auszug "Bewertung" aus dem RICHTER Barfrankaturen-Katalog (2000)
An deiner Stelle würde ich mich auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren, da du irgendwann bezüglich Unterbringung an Kapazitätsgrenzen kommst. Und eine Sammlung in der Schachtel ist auch nicht so prickelnd. Zum Beispiel dein Heimatkreis, ein Landkreis ...
Nun zu deinen Belegen im RICHTER:
Die Nr. 1 - 3 haben nur den häufigen Gebühr bezahlt Stempel A12, diese sind mit 3-4 € bewertet. Der verwendete alte Württemberg-Stempel und der bayerische Zweikreiser werden im Richter-Handbuch Altstempel deutscher Postanstalten (2010) als selten eingestuft. Der bayerische Zweikreiser war ein Reservestempel (kleines R).
Der Beleg aus Wanderup über Flensburg zählt m.E. als lokale Notausgabe. Die Karte wurde am 2.7.45 gekauft und hier bereits die Gebühr für die Karte bezahlt. Dies ist mit dem Tagesstempel (Kontrollstempel) bestätigt worden. Daheim wurde die Karte geschrieben und am 3.7.45 zur Post gebracht. In meinem alten Michel Ganzsachen-Katalog ist keine Notausgabe von Wanderup verzeichnet. Vielleicht kann GSFreak hier aufklären. Dies war nie mein Sammelgebiet.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 12.07.2024 20:14:59
Gelesen: 54182
# 106
@ bernhard [#105]
Hallo Bernhard,
vielen Dank für Deine ausführliche und fundierte Bewertung. dann lag ich schon gar nicht so schlecht mit meiner Annahme das die Belege ein wenig abweichend von den häufig vorkommenden sind. Ja, da gebe ich Dir recht. In relativ kurzer Zeit, konnte ich schon eine erhebliche Anzahl Belege günstig erwerben. Mein Bestand beträgt jetzt aktuell ca. 500 Belege. Dadurch hat man allerdings auch die Möglichkeit die häufig vorkommenden von den seltenen recht gut zu unterscheiden.
Die Idee sich auf ein Gebiet zu konzentrieren finde ich gut. Das schränkt doch die große Anzahl ein und man hat auch ein Ziel. Dann werde ich GSFreak mal kontaktieren. Da größtenteils sehr viel im Richter Handbuch erklärt und beschrieben wird, werde ich erst versuchen den Katalog zu erwerben. Viele meiner Fragen werden dann sicherlich beantwortet.
Zwischenzeitlich werde ich den einen oder anderen Beleg einstellen, denn ich ggf. interessant finde . Ich möchte Dich auch nicht zu überstrapazieren.
Tausend Dank nochmal.
Gruß Dieter
Am: 12.07.2024 20:35:26
Gelesen: 54166
# 107
Hallo zusammen,
ein Brief aus Eilenburg vom 15.09.1945:
Mir war er aufgrund des Stempels "Zustellgebühr bezahlt" aufgefallen. Den kannte ich noch nicht. Jetzt habe ich im Beitrag [#39] gelesen, dass das dies ein Stempel aus dem Paketdienst ist.
Viele Grüße
Volkmar
Mir war er aufgrund des Stempels "Zustellgebühr bezahlt" aufgefallen. Den kannte ich noch nicht. Jetzt habe ich im Beitrag [#39] gelesen, dass das dies ein Stempel aus dem Paketdienst ist.
Viele Grüße
Volkmar
Am: 14.07.2024 00:46:59
Gelesen: 54073
# 108
Liebe Sammlerfreunde,
ein Beleg vom Leipziger Postamt W 35 mit Datum vom 19.07.1945. Es handelt sich um ein relativ frühen Beleg zur Wiederaufnahme der Post in Leipzig. Ich gehe mal von einem Ortsbrief aus. Ein Nennwert wurde leider nicht vermerkt. Zumal im Informationsblatt vom 26.07.1945 offiziell die Wiederaufnahme der Post im Ortsverkehr erst eine Woche später dem Publikum bekannt gegeben wurde (siehe unten).
Nach Wolfram Sturm "Geschichte der Leipziger Post" erschienen 2007 bei Pro Leipzig (S.144 ff) kann man folgendes lesen: "Ab 9.Juni 1945 lag die gesamte Verwaltungsmacht in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) in den Händen der Sowjetischen Militär-Administration in Deutschland (SMAD). ... Am 3. Juli 1945 besetzte die Rote Armee Leipzig und mit der Genehmigung der Besatzungsmacht kam ab dem 23.Juni - (evtl. Schreibfehler, ob der Autor hier nicht Juli meint?) -
1945 wieder ein bescheidener Postverkehr innerhalb der Stadt und einigen Vororten mit verschiedenen Dienststellen in Gang. Zugelassen waren Postkarten und geschlossene Briefe bis 500 Gramm. Ab dem 28.Juli 1945 konnte dieser Postverkehr dann auf den Landkreis Leipzig ausgedehnt werden. ... Ab dem 3.August 1945 erfolgte in Leipzig auf Anordnung der SMAD auch die Wiederaufnahme des Briefverkehrs nach einer beschränkten Zahl von Ortschaften und Gebieten innerhalb der SBZ. ...
Erst am 8 September 1945 konnte durch den SMAD-Befehl Nr. 17 in der sowjetisch besetzten Zone wieder eine Zentralverwaltung für die Post in Berlin geschaffen werden." Danach sollte der Postverkehr innerhalb der gesamten SBZ möglich sein. Im Buch selbst ist dann noch ein Brief mit überdruckter Hindenburg-Marke zu 8 Pfennig vom Leipziger Postamt S3 vom 4.7.1945 im Ortsverkehr abgebildet.
Übrigens mussten die Briefe in der Anfangszeit auf den Postämtern direkt aufgegeben werden, wie in der Veröffentlichung beschrieben wurde.
Mit lieben Sammlerbgrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 14.07.2024 10:15:56
Gelesen: 54049
# 109
@ Totalo-Flauti [#108]
Hallo Totalo-Flauti,
sehr schöner Bericht aus der erwähnten Literatur und ein früher Beleg dazu. Als Ergänzung möchte ich aus dem Anderson/Bänsch/Meyer/Porsche, Die Sächsischen Schwärzungen 1945 (2001) ein paar weitere Ergänzungen zur Postgeschichte bringen.
Du schreibst: Am 3. Juli 1945 besetzte die Rote Armee Leipzig ...
Es gab aber auch eine Zeit davor. Am 19. April wurde Leipzig von den Amerikanern besetzt. Bereits am 3. Mai (also noch während des Krieges!) wurde der Zahlungsdienst wieder aufgenommen. Es gab auch einen frühen Kurierdienst in Leipzig, dieser aber offenbar ohne Beteiligung der Post. Aus dem Juni 1945 sind Postscheckbriefe bekannt. Außerdem waren offenbar Dienstbriefe schon im Juni 1945 zugelassen.
Nicht ganz aufgeklärt sind Bedarf-Barfrankaturen mit Daten vom 9. und 10. Juli 1945, also noch vor der Zulassung vom 23. Juli 1945.
Meine Leipzig-Belege müsste ich erst suchen. Ich habe auf jeden Fall ein Postsparbuch welches am 3. Juli 1945 neu ausgestellt wurde.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 15.07.2024 16:50:37
Gelesen: 53938
# 110
Ein barfrankierte Einschreibebrief vom Postamt Niesky zur Beantwortung einer Sammleranfrage zur Lokalausgabe Niesky. Der Einschreibezettel trägt noch die alte, inzwischen obsolete PLZ 8.
Niesky (O Lausitz), 30.1.46; Ankunftssstempel Lübek 1 ai 16.2.46
Vom Gebühr bezahlt Stempel her (A22) nichts besonderes. Möglicherweise aber schon deshalb seltener, weil es in Niesky ja zeitweise die eigenen Marken in verschiedenen Ausführungen am Schalter gab und zusätzlich zeitweise noch die Ausgaben der OPD Dresden.
Viele Grüße
Bernhard
Niesky (O Lausitz), 30.1.46; Ankunftssstempel Lübek 1 ai 16.2.46
Vom Gebühr bezahlt Stempel her (A22) nichts besonderes. Möglicherweise aber schon deshalb seltener, weil es in Niesky ja zeitweise die eigenen Marken in verschiedenen Ausführungen am Schalter gab und zusätzlich zeitweise noch die Ausgaben der OPD Dresden.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 19.07.2024 16:22:49
Gelesen: 53777
# 111
Hallo,
hier eine Freimachung, bei der ich momentan nicht weiter komme.
Gemäß Richter Handbuch 2000 wäre es ein Freivermerk mit Ortsangabe. Ähnlich der Abbildung Eilenburg „6029“ im Richter Handbuch. Für diesen Beleg gibt es aber keinen Eintrag bzw. Abbildung. Auch gibt es keinen Gebührenvermerk. Der Ankunftsstempel müsste Heilbronn sein. Datum ?.??.?6 nicht zu lesen.
Das soll nicht heißen, dass diese nicht nach 2000 in einem Rundbrief als Nachtrag erwähnt wird.
Ansonsten stelle ich den Brief gerne zur Verfügung, falls jemand diesen weiter veröffentlichen möchte.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 19.07.2024 18:40:25
Gelesen: 53761
# 112
@ Dieter 66 [#111]
Hallo Dieter,
ich sehe da 3 Stempel
- Öhringen, Notstempel Typ d nach Arenz/Kahl/Richter
- Datum
- Barfrankatur 1022 nach Richter
MfG
Klaus
Am: 19.07.2024 18:56:19
Gelesen: 53754
# 113
@ Dieter 66 [#111]
@ becker04 [#112]
Hallo Dieter,
schöner Beleg. Es ist so wie Klaus es in Kurzform schreibt. Es handelt sich hier nicht um einen 3-zeiligen Stempel, sondern um 3 verschiedene Stempelgeräte, welche relativ akkurat untereinander abgedruckt wurden. Den Notstempel Öhringen findest du zusätzlich noch auf dem R-Zettel abgedruckt. Hier wurde er bereits im Voraus abgedruckt, wie du an der abweichenden Stempelfarbe sehen kannst. Vom Postamt Öhringen sind im Arenz/Kahl/Richter [1] 5 verschiedene Ortsnotstempel bekannt. Deiner ist bekannt von 11/45 - 3/46 und kommt relativ häufig vor. In dieser Form und als Einschreiben aber ein tolles Stück!
[1] Arenz/Kahl/Richter: Ortsnotstempel deutscher Postanstalten 1945-1953. 2001. Ebenfalls ein sehr gutes Buch von Hans-Jürgen Richter (und Mitautoren)
Viele Grüße
Bernhard
Am: 19.07.2024 19:14:27
Gelesen: 53745
# 114
@ bernhard [#113]
Bitte genau schauen, der Stempel auf dem R-Zettel ist ein ganz anderer Typ.
MfG
Klaus
Am: 19.07.2024 19:21:53
Gelesen: 53744
# 115
@ becker04 [#112]
@ bernhard [#113]
Sapperlot, man sollte doch immer nach dem wahrscheinlichen schauen, als das unwahrscheinliche anzunehmen.
Ihr habt recht. da hat der Postbeamte 3 verschiedene Stempel fast parallel mit dem Lineal gesetzt.
Trotzdem ein recht seltenes Exemplar schätze ich.
Mit dem Buch muss ich mal schauen. Habe in letzter Zeit doch recht viel investiert.
Hier nochmal im Detail.

Vielen Dank und schönen Gruß.

Am: 19.07.2024 19:34:24
Gelesen: 53736
# 116
@ becker04 [#114]
Hallo Klaus,
hast natürlich recht, hab zu flüchtig drauf geschaut. Sieht nach dem Typ e aus, scheint aber länger als 25 mm zu sein.
Das macht Dieters Beleg sogar noch besser.
@ Dieter
Messe doch mal die Länge von beiden Ortsnotstempeln
Viele Grüße
Bernhard
Am: 19.07.2024 19:44:04
Gelesen: 53733
# 117
@ bernhard [#116]
Hallo Bernhard,
der rote Ortsnotstempel hat eine Länge von 29 mm, der Blaue eine Länge von 25 mm
Schönen Gruß, Dieter
Am: 19.07.2024 20:15:02
Gelesen: 53724
# 118
@ Dieter 66 [#117]
Alles klar. Dann Typ d (30 mm nach Katalog) und Typ e (25 mm). Typ e ist seltener und hat die Verwendungszeit 02/46-03/46.
Am: 19.07.2024 22:21:50
Gelesen: 53705
# 119
@ bernhard [#118]
Das ist ein recht kurzer Zeitraum. Davon gibt es wohl nicht mehr viele.
Es bereichert meine kleine Sammlung um ein seltenes Stück mehr.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 20.07.2024 08:44:13
Gelesen: 53677
# 120
@ Dieter 66 [#119]
Guten Morgen,
als Ergänzung eine Firmenkarte mit der gleichen Kombination, allerdings in anderer Reihenfolge.

Erst ab ca. 22.März 1946 gab es einen neuen Stempel, dann sah die Barfrankatur so aus.
MfG
Klaus

Erst ab ca. 22.März 1946 gab es einen neuen Stempel, dann sah die Barfrankatur so aus.
MfG
Klaus
Am: 20.07.2024 10:58:11
Gelesen: 53654
# 121
@ becker04 [#120]
Hallo Klaus, auch ein schöner Beleg.
Andere Reihenfolge, andere Farbe.
Da ist wohl dem Postbeamten Ende Februar die blaue Farbe ausgegangen und er musste dann mit Rot weiter machen.
Gruß Dieter
Am: 20.07.2024 13:09:09
Gelesen: 53636
# 122
@ becker04 [#120]
Hallo Klaus,
sehr schöne Dokumentation zu Öhringen. Die akuraten Abschläge vom PA Öhringen sind nicht die Regel. Ich hatte mich vor einigen Jahren mal mit den Notstempeln von Öhringen und seinem Zweigpostamt Neuenstein (Württ) näher beschäftigt. Aus Archivmaterial ging hervor, dass die Kriegshandlungen im Kreis Öhringen sehr begrenzt waren. Alle Schäden und Tote waren bekannt und wurden aufgeführt. Ich vermute, dass die Poststempel von Öhringen und Neuenstein (Württ) gemeinsam evakuiert wurden und nicht mehr zurückkamen.
Auch bei den neuen Tagestempeln gibt es parallelen, da diese über das PA Öhringen beschafft wurden. Bei beiden Ämtern beginnen die Unterscheidungsbuchstaben ihrer neu gelieferten Tagesstempel mit "m". Dies ist für das kleine Postamt Öhringen und erst recht für das Zweigpostamt Neuenstein (Württ) sehr ungewöhnlich.
Nachfolgend ein Auszug aus einem Posteinlieferungsbuch mit Ortsnotstempel und neuem Tagesstempel "m". Ist jetzt leider mehr Notstempel-Thema, statt Barfrankatur.
Neuenstein (Württ), Ortsnotstempel (vielleicht für eine Barfrankatur ;-)) und neuer Tagesstempel "m"
Viele Grüße
Bernhard
Neuenstein (Württ), Ortsnotstempel (vielleicht für eine Barfrankatur ;-)) und neuer Tagesstempel "m"
Viele Grüße
Bernhard
Am: 01.08.2024 00:04:09
Gelesen: 53278
# 123
Hallo,
ich möchte gerne 2 Barfrankatur-Stempel vorstellen, zu denen mir weitere Informationen fehlen.
Tagesstempel mit integriertem Freivermerk. G3 Zweibrücken 10.5.49 BEZAHLT sowie G2 Bad Hersfeld 21.5.49 GEBÜHR BEZAHLT. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Strafanstalt Zweibrücken eine Postnebenstelle geführt hat.
In den Stempeldatenbanken „philaseiten“ sowie „stampx“ werden diese nicht aufgeführt. Insbesondere auch nicht im Richter Handbuch. Weitere Literatur habe ich nicht. Auch eine Internet-Recherche blieb erfolglos. Ich würde diese nur gerne in eine Richtung bei mir einordnen.
Kann jemand hierzu ggf. Auskunft geben ?
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 01.08.2024 16:54:58
Gelesen: 53198
# 124
@ Dieter 66 [#123]
Hallo Dieter,
ließ dir mal im Richter-Handbuch die Seite 15 durch. Hier geht es speziell um die Zeiten in welche Barfrankaturen als Notmaßnahme wegen Markenmangel überhaupt vorkommt.
In der US-Zone war dies nur bis Ende 1948 der Fall (Bad Hersfeld). Der Beleg von Bad Hersfeld dürfte eine Massenauflieferung sein. Diese wurden laut Richter (S. 15) nicht registriert.
In der Französischen Zone ist die Zeit bis zum Juni 1949 angegeben. Was an dem Beleg aus Zweibrücken seltsam ist, ist die handschriftliche Angabe -,20, was der normalen Briefgebühr eines Fernbriefes bis 20g entsprach oder von Geschäftspapieren bis 100 g (jedoch kein Stempel "Geschäftspapiere"). Relativ sicher könnte dies nur ein Heimatsammler beantworten, ob im Mai 1949 in Zweibrücken Markenmangel herschte.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 01.08.2024 17:13:34
Gelesen: 53190
# 125
@ bernhard [#124]
@ Dieter 66 [#123]
Hier ein weiterer Brief aus Zweibrücken mit Gebühr-bezahlt Stempel vom 05.3.49.
Absender die Polizeidirektion Zweibrücken und ebenfalls mit dem handschriftlichen Vermerk "20"
Vom 1.4.49 bis zum 30.6.49 waren Postsendungen von der Notopferpflicht befreit.
Vom 1.4.49 bis zum 30.6.49 waren Postsendungen von der Notopferpflicht befreit.
Am: 01.08.2024 18:46:13
Gelesen: 53172
# 126
@ bovi11 [#125]
@ Dieter 66 [#123]
ja super. Und bei diesem Brief wurde der Gebührenvermerk offenbar bereits vom Absender angebracht. So wie es aussieht herrschte tatsächlich Markenmangel, den ansonsten kann ich mir keinen reim auf die Gebührenangabe machen. Beim Beleg von Dieter (Dieter66) bestand noch die Möglichkeit, dass diese Gebührenangabe nachträglich hinzugefügt wurde.
Der Tagesstempel wurde übrigens ohne die PLZ angefertigt, also nur mit leeren Klammern. Offenbar war seinerzeit die Zuordnung zum Postleitgebiet noch unklar.
Viele Grüße
Bernhard
@ Dieter 66 [#123]
ja super. Und bei diesem Brief wurde der Gebührenvermerk offenbar bereits vom Absender angebracht. So wie es aussieht herrschte tatsächlich Markenmangel, den ansonsten kann ich mir keinen reim auf die Gebührenangabe machen. Beim Beleg von Dieter (Dieter66) bestand noch die Möglichkeit, dass diese Gebührenangabe nachträglich hinzugefügt wurde.
Der Tagesstempel wurde übrigens ohne die PLZ angefertigt, also nur mit leeren Klammern. Offenbar war seinerzeit die Zuordnung zum Postleitgebiet noch unklar.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 02.08.2024 00:02:58
Gelesen: 53146
# 127
@ bovi11 [#125]
@ bernhard [#126]
Also lässt sich nicht eindeutig eingrenzen, in wieweit tatsächlich Barfreimachungen auf Grund von Markenmangel angewendet wurden.
Am 4.3.1949 wurde Hersfeld zum Heilbad und durfte sich dann Bad Hersfeld nennen. Dann mussten auch neue Stempel gefertigt werden.
Dieser scheint dann einer der ersten zu sein. 21.5.1949. Nur dann stellt sich die Frage, warum mit Freivermerk, wenn angeblich kein Markenmangel mehr bestand.
Dann könnte der Stempel Zweibrücken aus Mai 49 doch noch zu den Barfreimachungen zugeordnet werden. Auch wenn sehr spät. Also erst einmal nicht eindeutig zu klären.
Erstmal vielen Dank Euch beiden.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 04.08.2024 10:22:27
Gelesen: 53076
# 128
Hallo,
eine Postkarte vom 28.12.1945 aus Schwenningen, gelaufen nach Konstanz.

Gruß
Manne

Gruß
Manne
Am: 05.08.2024 23:30:51
Gelesen: 52977
# 129
Hallo,
es geht um nachstehenden Postscheckbrief, der eine Frage aufwirft. Nach Richter Abb. 2516 Stempel Lindau (Bodensee)1, KB "i" also nichts besonderes.
Der Schriftzug "Innerhalb des Großdeutschen Reiches gebührenfrei" hätte geschwärzt werden müssen. Nun gut. Bei näherer Betrachtung fiel mir dann ein Prüfstempel auf. Was macht den Brief aus, um diesen prüfen zu lassen. Ist es überhaupt erforderlich Barfrankaturen prüfen zu lassen.
Schlegel BPP
Schönen Gruß Dieter
Am: 06.08.2024 15:36:49
Gelesen: 52936
# 130
@ Dieter 66 [#129]
Hallo Dieter,
ein schöner und seltener Beleg. Nicht wegen der Barfrankatur, sondern der Verwendungsform "Postscheckbrief" in der französischen Besatzungszone. Die Gebühr von 10 Pfg. galt ab dem 15.1.1947, zuvor waren es 5 Pfg. Auch möglicherweise Interessant wegen dem Sonderstatus von Lindau (Bodensee), welches zunächt noch zu Bayern gehörte, aber in die französiche Besatzungszone aufgenommen wurde.
Jokob Vetter [1] unterteilt die gebührenpflichtigen Postscheckbriefe in 4 Preisgruppen. Belege aus Baden und Württemberg waren in der 3. Gruppe "Obere Klasse für bessere Postscheckbriefe" angesiedelt (90,- bis 120,- DM). Verwendungen bis 14.1.47 waren in der 4. Gruppe "Raritäten" ohne Preisangabe. Die Broschüre ist von 1985, von den heutigen Preisen habe ich keine Ahnung. Auch muss man generell bei solchen Bewertungen in Handbüchern vorsichtig sein, sie sind m.E. meist überhöht, da der Schreiber mit seinen Belegen nicht ganz neutral ist und sie später ja auch verwerten möchte. In einer privaten Preisliste von Jakob Vetter bot er allgemein Barfrankierte Postscheckbriefe mit 55,- DM an (ohne Angabe einer Zone).
Der ungeschwärzte Schriftzug "Innerhalb des Großdeutschen Reiches gebührenfrei" scheint eher normal zu sein. Bei den in der Broschüre abgebildeten Belegen ist dies auch so.
[1] Jakob Vetter: Die portopflichtigen Postscheckbriefe Deutschlands 1945-1948/49. 1985
Viele Grüße
Bernhard
Am: 06.08.2024 19:40:40
Gelesen: 52919
# 131
@ bernhard [#130]
Hallo Bernhard,
ich bin immer wieder von Deinem Wissen beeindruckt. Du bist sicherlich schon viele Jahre im Thema. Ich dachte erst, dass Postscheckbriefe gebührenfrei wären. Das ist wohl erst nach 1949 mit der Gründung der Bundesrepublik erfolgt. Es ist wohl längerfristig angeraten, sich auch andere Literatur zu besorgen.
Zumindest für die Zeit 45 - 49. Ansonsten kommen von mir immer wieder Fragen. Zumindest kann ich mittlerweile eine gewisse Tendenz erkennen, welcher Beleg vom normalen Abweicht. Es ist jetzt auch nachvollziehbar, dass der vorherige Besitzer den Beleg hat prüfen lassen. Der wusste wohl schon was er da hatte. Ich habe den mit ca. 100 weiteren Barfrankaturen für insgesamt 32 Euro erworben. Ich versuche im Vorwege in Foren oder Internet immer ähnliches zu finden. Allerdings meist ohne Erfolg, wenn man nicht genau weiß, wonach man suchen soll. Und es ärgert mich manchmal, dass man nicht selbst darauf gekommen ist.
An Dich mal eine Frage. Gibt es im Norden der Bundesrepublik, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen Tauschtage oder Treffen insbesondere wo man nach Belegen stöbern kann. Das meiste ist eher im Süden.
Vielen Dank
Schönen Gruß Dieter
Am: 06.08.2024 21:29:10
Gelesen: 52902
# 132
@ Dieter 66 [#131]
Hallo Dieter,
ja, ich habe mich schon in den 1980-er Jahren auf den Zeitraum 1944-1946 eingelassen. Ich sammle eigentlich nur Poststempel und komplette Belege. Diesen Zeitraum finde ich am spannendsten, darin liegt die Einführungen der Postleitzahlen, das Ende und der Wiederaufbau der Post. Natürlich gibt es inzwischen viele weitere Themen, welche von diesem Zeitraum abweichen.
Gebührenfreiheit Postscheckdienst: seit 1941 - Kriegsende sind sie gebührenfrei. In der Nachkriegszeit gab es Unterschiede in den einzelnen Zonen. Selbst in der Broschüre von Jakob Vetter ist m.E. nicht alles lückenlos erfasst.
Für die französische Besatzungszone gibt Vetter die folgenden Daten:
Portopflicht: 15.1.1947-31.7.1948 10 Rpf - danach frei!
Ausnahme: Süd-Württenberg: Portopflicht 14.9.1946-14.1.1947 5 Rpf. Vom 15.1.1947-31.7.1948 10 Rpf - danach frei.
Wegen der Tauschtage in Norddeutschland bin ich kein guter Ansprechpartner, da ich in Nord-Bayern zu Hause bin. Ich habe aber mal einen Blick in die letzte philatelie geworfen, da habe ich min. 3 Termine in Hamburg gesehen für den September und Oktober 24. Sag Bescheid wenn ich dir die Seiten zusenden soll.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 06.08.2024 22:22:38
Gelesen: 52888
# 133
@ bernhard [#132]
Hallo Bernhard,
das habe ich mir schon gedacht, also schon mehrere Jahrzehnte, wow. Also mit Briefmarken mache ich schon sehr lange, aber diese Thematik ist eine ganz andere Liga. Die Briefmarken liegen seitdem bei mir im Schrank, oder werden jetzt nach und nach verkauft. Das hier ist viel spannender.
Richard hatte mich bereits angeschrieben mit Hinweis auf die Tauschtage in Deutschland. Vielen Dank für Deine Hilfe.
Übrigens hat Richard ein neues Thema eröffnet. betr, Postscheckbrief, französische Zone. Aber hast du sicherlich schon gesehen.
Danke und schönen Gruß
Dieter.
Am: 07.08.2024 21:23:14
Gelesen: 52838
# 134
Dieser Brief passt zwar nicht ganz in dieses Thema, allerdings fand ich die Geschichte dahinter interessant.
Eine Barfrankatur aus Wien während der alliierten Besetzung durch die 4 Siegermächte.
Absender „Zentral Organisation der Kriegsopfer Österreichs“. Wien I, Wallnerstraße 4.
Das ist die Adresse des Palais Esterhasy. Der Bezirk I war der einzige Bezirk der gleichermaßen von allen 4 Besatzungsmächten verwaltet wurde. Alle anderen Bezirke waren aufgeteilt. Welcher Besetzungszone lässt er sich dann zuordnen. Der Empfänger war im 12. Bezirk, damals britischer Sektor. Sicherlich gibt es hierfür auch eine Literatur welche Poststelle diesen Stempel verwendet hat.
Weiteres ist hier nachzulesen.
https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-der-staatsvertrag/das-viergeteilte-land-oesterreich-waehrend-der-alliierten-besatzung#:~:text=Das%20besetzte%20Wien&text=Jede%20von%20ihnen%20hatte%20ein,im%20Palais%20Epstein%20am%20Burgring.
Schönen Gruß Dieter
Weiteres ist hier nachzulesen.
https://www.demokratiewebstatt.at/thema/thema-der-staatsvertrag/das-viergeteilte-land-oesterreich-waehrend-der-alliierten-besatzung#:~:text=Das%20besetzte%20Wien&text=Jede%20von%20ihnen%20hatte%20ein,im%20Palais%20Epstein%20am%20Burgring.
Schönen Gruß Dieter
Am: 10.08.2024 23:20:05
Gelesen: 52754
# 135
Hallo,
dieser Beleg passt auch in andere Themen. Allerdings sollte der doch hier näher vorgestellt werden.
„Philatelisten Congress Cottbus 10 – 13.06.1948“. Sonderstempel "(2) Cottbus 1 abgestempelt am 12.6.48"
Anlässlich zu dem Congress, wurde ein Briefumschlag und ein Sonderstempel herausgegeben.
Die Briefe wurden zusätzlich mit einem Dreieckstempel „24 Rpf. GEBÜHR BEZAHLT“ versehen.
Ein weiterer Briefumschlag für Auslandssendungen mit 84 Rpf. als 6 Eckstempel „GEBÜHR BEZAHLT“ wurde ebenfalls herausgegeben.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 13.08.2024 21:22:53
Gelesen: 52613
# 136
Hallo,
hier wieder ein Beleg aus meiner Sammlung.
Er weist alle Merkmale einer Barfrankatur auf.
Brief mit Freivermerk „Gebühr bezahlt Stempel“. Ortsbrief abgestempelt „Mutterstadt 12.12.45“
Wenn jemand weitere Infos hat bzw. das bestätigen kann, würde ich mich freuen.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 15.08.2024 13:11:00
Gelesen: 52514
# 137
@ Dieter 66 [#136]
Hallo Dieter,
den Beleg hast du ja ganz speziell herausgesucht!
Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel, warum dieses selbständige Postamt in einer Gemeinde mit ca. 6200 Einwohnern nicht im RICHTER-Handbuch aufgeführt ist.
Vermutlich gab es auch eine Zeit, in der noch kein Gebühr bezahlt-Stempel zur Verfügung stand, also nur der Tagesstempel abgeschlagen wurde und ggfs. durch handschriftliche Angaben ergänzt wurde. Mit der französischen Zone habe ich mich leider am wenigsten beschäftigt. Vielleicht kann hier jemand aus der ArGe aufklären!?
Wie kommst du auf "Ortsbrief"? Dies ist mit Sicherheit ein Fernbrief.
Was mir an dem Beleg auffällt: Wurde im Bereich des Gebühr bezahlt-Stempels, unterhalb des "G" etwas radiert? Ich meine hier noch Reste einer Unterschrift oder eines Portovermerkes zu erkennen.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 15.08.2024 23:30:03
Gelesen: 52456
# 138
@ bernhard [#137]
Hallo Bernhard,
ja, stimmt. Man ist ja immer auf der Suche nach etwas Besonderen. Ich hatte den auch vergeblich im Richter Handbuch gesucht.
War mir aber nicht sicher, ob hier wieder eine spezielle Regel die Barfrankatur ausbremst.
Ja, sorry, Fernbrief durch die Zonen.
Selbst mit Lupe sind es nur 2 Striche. Schwer daraus etwas zu interpretieren. Danke Dir.
Evtl. kann sich von der ArGe noch jemand einbringen.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 16.08.2024 07:12:37
Gelesen: 52440
# 139
@ bernhard [#137]
@ Dieter 66 [#138]
Guten Morgen,
der "Richter" ist für mich das wichtiges Utensil für Sammler dieser Zeit. Ganz normal, dass immer mal neue Sachen auftauchen. Anbei ein Brief aus Niederdorf im Erzgebirge nach Weimar vom 17.11.1945 der dazu passt. Danke an Herrn Pape, dass er den Umschlag nicht entsorgt hat.
MfG
Klaus
MfG
Klaus
Am: 16.08.2024 23:45:19
Gelesen: 52400
# 140
@ becker04 [#139]
@ bernhard [#137]
Hallo Klaus,
das wird ja auch im Vorwort vom Richter Handbuch erwähnt.
Sendet ihr denn Kopien der nicht katalogisierten Briefe oder Postkarten an H. Richter.
Das wäre zumindest ein Wunsch vom ihm.
Gibt es denn schon Nachträge zu dem Handbuch ?
Schönen Gruß Dieter.
Am: 17.08.2024 08:38:32
Gelesen: 52376
# 141
@ Dieter 66 [#140]
Sendet ihr denn Kopien der nicht katalogisierten Briefe oder Postkarten an H. Richter.
Hallo Dieter,
würde ich gerne machen wenn ich eine e-mail Adresse von ihm hätte. Vielleicht liest er hier ja auch mit.
Mfg
Klaus
Am: 17.08.2024 12:45:46
Gelesen: 52332
# 142
@ becker04 [#141]
@ Dieter 66 [#140]
Hallo zusammen,
Herr Richter liest hier nicht mit und hat auch keine Email-Adresse. Er feiert demnächst seinen 90. Geburtstag. Wenn ich mich recht erinnere konzentriert er sich hauptsächlich noch auf den Braunschweiger Raum.
Ich hatte mich in früheren Zeiten immer mal wieder mit ihm ausgetauscht, vor allem aber zu den neueren Werken von ihm. Eine Ergänzung zu diesem Handbuch Barfrankaturen ist mir nicht bewusst bekannt.
Zuletzt habe ich etwa vor einem Monat mit ihm telefoniert, er ist soweit noch bei bester Gesundheit, nur das Gedächtnis würde stark nachlassen.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 17.08.2024 22:17:48
Gelesen: 52295
# 143
@ bernhard [#142]
@ becker04 [#141]
Hallo,
das ist ja schon ein gesegnetes Alter.
Dann könnte man doch ein neues Thema aufmachen.
"Barfrankaturen als Notbehelf bei Wiederaufnahme des Postverkehrs 1945 nicht im Richter Handbuch".
Somit ließe sich ein kleines Archiv aufbauen in dem jeder, nicht katalogisierte Belege einstellen kann.
Schönen Gruß Dieter
Am: 22.08.2024 23:48:10
Gelesen: 52180
# 144
Hallo,
ich möchte gerne diesen Brief vorstellen, bei dem ich nicht unbedingt weiter komme.
Einmal abgestempelt „Köppelsdorf 13.9.45“ mit Freivermerk „Gebühr bezahlt“ sowie Berlin-Charlottenburg 2, 24.10.45.
Der Briefumschlag wurde doppelt verwendet. War früher ja nicht selten. Allerdings wurde die vorherige Verwendung nicht unkenntlich gemacht.
Köppelsdorf lässt sich Im Richter Handbuch zuordnen. Jedoch nicht Berlin-Charlottenburg 2.
Wer könnte hier Klarheit schaffen ?

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 23.08.2024 09:50:27
Gelesen: 52152
# 145
@ Dieter 66 [#144]
Hallo Dieter,
ich denke, dass der Brief nicht zweimal verwendet wurde sondern mehrmals innerhalb Berlins nachgeschickt wurde.
Der Brief wurde am 13.09.1945 in Köppelsdorf aufgegeben. Die Adresse stand im Sichtfenster ist also nicht zu erkennen. Dort angekommen, wurde auf dem Sichtfenster mit Bleistift die neue Adresse "Steinplatz" angegeben. Ein neuer Ort steht nicht dabei, daher dürfte der Brief schon in Berlin gewesen sein. Der Steinplatz liegt im Bezirk Charlottenburg.
Weiter ging es an die Adresse unterhalb des Sichtfensters, die ich nicht lesen kann. Dort erkenne ich nur "??? 52/53".
Auch das wurde durchgestrichen und der Brief ging an das Postamt W 62 zur Keithstraße 28-30. Heute ist dort die Polizei, was 1945 in dem imposanten Gebäude untergebracht war, weiß ich nicht.
Viele Grüße
Volkmar
Am: 23.08.2024 20:11:07
Gelesen: 52122
# 146
@ volkimal [#145]
Hallo Volkmar,
das kann gut sein. Köppelsdorf liegt in Thüringen.
Die erste Anschrift Sichtfenster kennt der Postbote und stellt fest, dass der Empfänger verzogen ist. Der Postbeamte schreibt die Nachsendeadresse mit Bleistift, das wäre dann der Steinplatz und nimmt den Brief wieder mit.
Im Postamt Berlin-Charlottenburg erhält er dann den Maschinenstempel. Der nächste Postbeamte findet wiederum nicht den Empfänger am Steinplatz und vermerkt dann mit Tinte die letzte Anschrift „Berlin W 62“ das (war der Ortsteil Schöneberg1) in der Keithstr. 28-30. Da ist dann wohl der Empfänger ermittelt worden.
Davon ausgehend, das der Empfängername immer im Sichtfenster zu sehen war. Es ist schon spannend, welches sich aus nur einem Brief mutmaßen lässt.
Vielen Dank
Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.08.2024 13:02:18
Gelesen: 52056
# 147
@ Dieter 66 [#146]
Hallo Dieter,
zwischen dem Steinplatz und der Keithstraße gab es noch eine weitere Adresse (unter dem Sichtfenster).
Es könnte die Kanalstraße 52/53 gewesen sein. Mit Kanalstraße bin ich mir aber nicht sicher.
Interessant wäre ein Adressbuch aus der damaligen Zeit. Sowohl die Kanalstraße als auch die Keithstraße haben doppelte Hausnummern. Das spricht für eine Firma oder eine Behörde.
Viele Grüße
Volkmar
Am: 25.08.2024 12:25:56
Gelesen: 52015
# 148
@ Dieter 66 [#144]
Hallo Dieter,
kannst du bitte die Rückseite des Briefes zeigen?
Viele Grüße
Bernhard
Am: 25.08.2024 17:44:26
Gelesen: 51989
# 149
@ bernhard [#148]
Hallo Bernhard,
das mache ich doch gerne.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 25.08.2024 20:58:37
Gelesen: 51960
# 150
@ Dieter 66 [#144]
@ volkimal [#145]
Hallo zusammen,
zu dem Brief kann ich noch etwas beisteuern, er hat nämlich eine GESCHICHTE.
Abgesandt in Köppelsdorf (Thür) am 13.September 1945 dürfte der Beleg erst viele Tage später Berlin erreicht haben.
Mit der Vfg. vom 15. September 1945 wurde der Postverkehr von der SBZ nach den Berliner Westsektoren eingestellt. Die Sendungen blieben bei den Berliner Großbriefabgangsämter (hier Berlin-Charlottenburg 2) hängen und durften nicht mehr weiter befördert werden bis weitere Weisung erfolgt. Die Sendungen stapelten sich zu Bergen. Erst mit der Aufnahme des Fernverkehrs zwischen Berlin und der SBZ am 15. Oktober 1945 konnte der Stau der Briefsendungen abgebaut werden [1].
Die Sendungen wurden dann neben den aktuellen Eingängen nach und nach abgebaut, sodass es erst am 24.10.45 mit dem Brief weiterging. Dies war zufällig auch die Aufnahme des Interzonen-Postverkehrs.
Durch die Weiterleitung vom Großbriefabgangsamt Berlin-Charlottenburg 2 kann man leider keine Rückschlüsse auf das ursprüngliche Empfänger-Zustellpostamt (im Sichtfenster des Briefes) schließen. Auch die Kanalstrasse gab es 5x in Berlin. Nur die letzte Zustellung ist mit dem Zustellbezirk Berlin W62 gesichert.
[1] Hans-Joachim Walch: Berlin 1945: Ende und Wiederaufbau der Post. 2000
Viele Grüße
Bernhard
Am: 25.08.2024 21:40:20
Gelesen: 51952
# 151
@ bernhard [#150]
@ volkimal [#147]
Hallo,
der hat nicht nur Geschichte, das ist sogar eine Geschichte. Daher auch die Irrwege über fast 2 Monate.
Wirklich beeindruckend mit welchem Hintergrundwissen eine so exakte Analyse möglich ist. Das der Postverkehr nach Berlin West kurzzeitig eingestellt wurde, war mir bekannt. Allerdings hatte ich überhaupt kein Bezug zu diesem Beleg gesehen.
Vielen Dank.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 30.08.2024 22:29:10
Gelesen: 51738
# 152
Hallo zusammen,
ergänzend zu [#115] möchte ich euch gerne einen weiteren Beleg betr. Notstempel „Öhringen“ vorstellen.
Absender ist das Amtsgericht Neckarsulm. Der Ortstempel entspricht dem bereits gezeigtem, allerdings hier in Blau. Die Gebühren sowie Datumsstempel unterscheiden sich. „gebühr bezahlt“ klein geschrieben.
Beim Datumstempel ist die Schrift fetter. Des Weiteren ist ganz schwach ein blauer Rahmen zu erkennen. Es hat den Anschein, der Datumstempel war umfangreicher.
Evtl. hat einer eine Idee.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 08.10.2024 21:21:58
Gelesen: 51135
# 153
Hallo,
hier einige Barfrankaturen, die wie ich finde einen interessanten Hintergrund haben.
Der auf den Barfrankaturen genannte Empfänger Wolfang Zangl hat 1948 die Studiengruppe „A.G. Notentwertungen ab 1945“ ins Leben gerufen. Er war mit Initiator des ersten Rundbriefes.
Bereits 1946 hat er an verschiedenen Postämtern Postkarten aufgegeben die an ihm selbst adressiert waren. Er hat wohl schon seinerzeit die Besonderheit der Belege erkannt und fand diese sammelwürdig.


Schönen Gruß Dieter.


Schönen Gruß Dieter.
Am: 09.10.2024 22:37:00
Gelesen: 51091
# 154
Hallo und guten Abend.
Frage an die Spezialisten.
Bin dabei meine Liste zu erweitern und wollte nachstehende Barfrankatur einordnen.
Laut Richter Handbuch wird für den Postfreistempel Berlin SW 11 mit dem Kennbuchstaben „ar“ die Abbildung 9305 zugeordnet. Allerdings weicht er doch einiges davon ab. Das Datum 28.4.48 weist auf den Verwendungszeitraum 2 hin. Dieser endete knapp 2 Monate später mit Beginn der Währungsreform. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Stempel schon stark gelitten hat. Seht ihr das auch so ? Als Vergleich die Abbildung 9305 aus dem Richter Handbuch.

Beste Grüße, Dieter.

Beste Grüße, Dieter.
Am: 09.10.2024 23:38:45
Gelesen: 51086
# 155
@ Dieter 66 [#154]
Hallo Dieter,
die Stempelabbildungen im RICHTER-Handbuch sind nur als ungefähr/annähernd zu sehen. Es geht hier nur um den Aptierungszustand, hier mit aptiertem Hakenkreuz und Inschrift DEUTSCHES REICH. Irgendwelche Farbklekse spielen da keine Rolle, jeder Wertrahmen wird leichte Abweichungen haben, welche teils auch mit der Einfärbung zu tun haben können. Nachfolgend ein Beispiel vom Rechner (keine Ahnung woher das Bild stammt), hier siehst du einen leicht abweichenden Zustand.
Berlin SW 11 ar, 26.7.48
Ich halte deinen Beleg (Drucksache) allerdings nicht für eine Barfrankatur, sondern für eine Massendrucksache.
Viele Grüße
Bernhard
Berlin SW 11 ar, 26.7.48
Ich halte deinen Beleg (Drucksache) allerdings nicht für eine Barfrankatur, sondern für eine Massendrucksache.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 10.10.2024 15:02:42
Gelesen: 51038
# 156
@ bernhard [#155]
Hallo Bernhard,
danke für Dein statement.
Das habe ich wie gesagt auch schon vermutet, dass es zu viele Nuancen von dem Wertstempel gibt und eben nur die auffälligsten dokumentiert sind.
Ich gebe dir durchaus recht mit der Annahme einer Masseneinlieferung.
Allerdings bin ich eher der Meinung, dass es um eine Barfreimachung handelt. Nachfolgend wird im Richter Handbuch geschrieben.
Im Gesamtverzeichnis wird exakt der Tagesstempel genannt. Der Wertstempel entspricht dem im Handbuch aufgeführten. Hier die 9305. Allein die Tatsache einer „Drucksache“ schließt eine einzelne aufgelieferte Sendung ja nicht aus. Hier gibt es kein Hinweis im Handbuch.
Im Hinblick auf die mehrheitlichen Hinweise einer Barfrankatur sehe ich den Beleg hier als am besten platziert. Aber eindeutig lässt sich das sicherlich nie klären.
Beste Grüße Dieter.
Im Gesamtverzeichnis wird exakt der Tagesstempel genannt. Der Wertstempel entspricht dem im Handbuch aufgeführten. Hier die 9305. Allein die Tatsache einer „Drucksache“ schließt eine einzelne aufgelieferte Sendung ja nicht aus. Hier gibt es kein Hinweis im Handbuch.
Im Hinblick auf die mehrheitlichen Hinweise einer Barfrankatur sehe ich den Beleg hier als am besten platziert. Aber eindeutig lässt sich das sicherlich nie klären.
Beste Grüße Dieter.
Am: 10.10.2024 16:33:52
Gelesen: 51015
# 157
@ Dieter 66 [#156]
"Im Gesamtverzeichnis wird exakt der Tagesstempel genannt. Der Wertstempel entspricht dem im Handbuch aufgeführten. Hier die 9305. Allein die Tatsache einer „Drucksache“ schließt eine einzelne aufgelieferte Sendung ja nicht aus. Hier gibt es kein Hinweis im Handbuch."
Hallo Dieter,
eine Drucksache deutet aber bereits auf eine Massendrucksache von einem Gewerbe/Instutition/Verein usw. hin. Mein gezeigter Beleg geht an eine Privatadresse bei welche man "Fam." für Familie vorangesetzt hat. Mit ziemlicher Sicherheit eine Barfrankatur.
Bei deinem Beleg zeigst du leider nicht den Absender nicht. ich tippe auf einen Phila-Verlag, Händler, Verein usw. Einzelne Drucksachen dürfte es nur sehr selten gegeben haben. Mit ziemlicher Sicherheit Massenfrankatur.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 11.10.2024 07:45:30
Gelesen: 50921
# 158
@ Dieter 66 [#154]
Moin Dieter,
war gestern unterwegs. Habe aber im Handy gesehen, dass du eine Rückseite eingestellt hattest, die jetzt aber wieder weg ist.
Das waren verschickte Mitteilungen oder Eilnachrichten des Philatelistischen Informations- und Eilnachrichtendienstes "Kosmos" an seine Mitglieder. Dieser Dienst bestand bis ca. 1950, zumindest der philatelistische Zweig.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 11.10.2024 19:31:26
Gelesen: 50882
# 159
@ bernhard [#158]
Hallo Bernhard,
ja, hatte ich eingestellt.
Richard fragte nach, ob er den Beitrag in ein anderes Thema verschieben soll, oder löschen.
Es ist ja keine Barfrankatur. Ich habe ihm dann gebeten, den Beitrag zu löschen. Allerdings hat er nur meinen letzten post gelöscht.
Irgendwie sagt mir Kosmos was aus meiner Jugendzeit.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 20.10.2024 15:32:15
Gelesen: 50705
# 160
Hallo,
Habe hier eine Postkarte ohne Tagesstempel sondern nur einen Ortsstempel im Absenderfeld, allerdings mit 6 Pfg. frei gemacht sowie mit einem mehrsprachigen Freivermerk. Im Richter Handbuch ist der Freivermerk stimmig mit Müllheim vermerkt.
Ist das nun eine echte Barfrankatur oder evtl. in Richtung „Ortsnotstempel“ ?
Wo würdet ihr den Beleg einordnen ?
Beste Grüße Dieter.
Beste Grüße Dieter.
Am: 20.10.2024 20:36:06
Gelesen: 50678
# 161
@ Dieter 66 [#160]
Hallo Dieter,
für mich ist der Beleg eine Barfrankatur, bei der der normale Tagesstempel einfach nur vergessen wurde. Im Adressfeld ist nur der Absender angegeben, hier das Postamt Müllheim (Baden). Das Porto hat Zangel bei der Zusendung seiner Karten (möglicherweise mehrere) an das Postamt Müllheim (Baden) bereits bezahlt. Es wurde vom Postamt nur vergessen den Tagesstempel aufzudrücken.
So ist meine Interpretation.
Von Müllheim (Baden) ist kein Ortsnotstempel bekannt.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 20.10.2024 21:37:41
Gelesen: 50658
# 162
@ bernhard [#161]
Hallo Bernhard,
danke für Deine Einschätzung.
Dann kann ich die als Barfrankatur einordnen.
Von W. Zangl liegen mir ca. 15 Postkarten vor, die alle ähnlich sind. Immer von verschiedenen Postämtern.
Allerdings die einzige welche kein Tagesstempel führt.
Beste Grüße Dieter
Am: 02.11.2024 12:31:38
Gelesen: 50350
# 163
Liebe Sammlerfreunde,
ich habe hier einen Brief, der die Wiederaufnahme des Postverkehrs in Sachsen dokumentiert. Der Brief aus Zeitz vom 23.07.1945 war an das Kriegsschädenamt in Leipzig gerichtet. Zeitz ist ca 50 km südlich von Leipzig entfernt. Der Brief ist lt. handschriftlichen Vermerk am 28.07. im Kriegsschädenamt Leipzig eingegangen. Wenn ich das richtig sehe, ist der Brief vor der offiziellen Zulassung (03.08.) unterwegs gewesen (siehe auch [#108] und [#109]).
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 02.11.2024 22:32:56
Gelesen: 50305
# 164
@ Totalo-Flauti [#163]
"ich habe hier einen Brief, der die Wiederaufnahme des Postverkehrs in Sachsen dokumentiert."
"Wenn ich das richtig sehe, ist der Brief vor der offiziellen Zulassung (03.08.) unterwegs gewesen (siehe auch [#108] und [#109])."
Hallo Totalo-Flauti,
es gab keine offizielle Wiederaufnahme des Postverkehrs in Sachsen. Sachsen war zum Teil unbesetzt (Aue/Schwarzenberg (Sachs), teils von den Sowjets und teils von den Amerikanern besetzt. In den unbesetzten Gebieten Aue/Schwarzenberg lief der Postverkehr einfach weiter. In Grüna (Sachs) wurde der Postverkehr nach amerikanischer Besetzung im April 1945 weiter aufrecht erhalten. In Chemnitz wurde der Postverkehr kaum unterbrochen, ab 12. Mai 1945 gab es die sog. Sächsischen Schwärzungen. In Dresden und vielen anderen Orten ging es ebenfalls schon im Mai 1945 wieder los. Siehe auch die verschiedenen örtlichen Lokalausgaben.
In Leipzig wurde der Postverkehr verhältnismäßig spät wieder aufgenommen (23. Juli 1945), es sind aber auch hier frühere Bedarfsbelege bekannt. Die Gelddienste waren meist schon vor dem Briefverkehr wieder zugelassen.
Und was für eine offizielle Zulassung soll am 03.08. gewesen sein ?
Viele Grüße
Bernhard
Am: 03.11.2024 00:46:45
Gelesen: 50283
# 165
@ bernhard [#164]
@ Totalo-Flauti [#163]
Hallo,
ja, auf Bernhard ist verlass. Wollte das in ähnlicher, allerdings in Kurzform anführen. War mir allerdings nicht ganz sicher, da erst spätere Dienstanweisungen auf zuverlässige Daten bzw. Datum hinweisen.
Hier ein Beleg der in die andere Richtung geht. Laut Richter Handbuch über Barfrankaturen wird für die Französische Zone wegen Markenmangel eine Barfreimachung bis zum Juni 1949 angegeben.
Dieser Beleg aus Zweibrücken ist mit einem kreisförmigen Tagesstempel mit dem Freivermerk „Bezahlt“ abgeschlagen. Das Datum ist der 15.5.49. Also kurz vor Beendigung des Zeitraumes für eine Barfreimachung.
Hier wäre dann der „Verwendungszeitraum“ VZR4 anzunehmen.
Im Richter Handbuch wird Zweibrücken mit einem Tagestempel nicht aufgeführt.
Bevor ich den Beleg allerdings in Das Thema „die nicht im Richter Handbuch stehen“ poste, hätte ich gerne noch eine weitere Meinung gehört.
Schönen Gruß Dieter.
Dieser Beleg aus Zweibrücken ist mit einem kreisförmigen Tagesstempel mit dem Freivermerk „Bezahlt“ abgeschlagen. Das Datum ist der 15.5.49. Also kurz vor Beendigung des Zeitraumes für eine Barfreimachung.
Hier wäre dann der „Verwendungszeitraum“ VZR4 anzunehmen.
Im Richter Handbuch wird Zweibrücken mit einem Tagestempel nicht aufgeführt.
Bevor ich den Beleg allerdings in Das Thema „die nicht im Richter Handbuch stehen“ poste, hätte ich gerne noch eine weitere Meinung gehört.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 03.11.2024 10:22:19
Gelesen: 50234
# 166
@ Dieter 66 [#165]
Moin Dieter,
ich bin etwas skeptisch!
Das Porto (Vermerk -,20) spricht zwar ehr für einen normalen Fernbrief. Aber: RICHTER schreibt (S. 15), dass gegen Ende 1948 zunehmend auch Drucksachen und "sonstige Massenauflieferungen", gerade auch mit den Tagesstempeln mit integriertem Freivermerk (G2/G3) eingesetzt wurden. "Insbesondere bei den späten Barfrankaturen, die in den Verwendungszeitraum 4 fallen, ist darauf zu achten, ob eine Einzelauflieferung wegen Markenmangel vorliegt."
Der Absender spricht auch ehr für eine Massenauflieferung. Der Beleg kann m.E. nur durch weitere Belege von Zweibrücken aus diesem Zeitraum geklärt werden.
Der Tagestempel mit fehlender PLZ in den Klammern wurde bereits so hergestellt (keine Aptierung), da zum Zeitpunkt der Lieferung die zugehörige PLZ noch unklar war.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 03.11.2024 12:25:03
Gelesen: 50211
# 167
Hallo,
eine Postkarten als Drucksache vom 13.07.1947 aus Schwenningen.

Gruß
Manne

Gruß
Manne
Am: 03.11.2024 15:43:53
Gelesen: 50185
# 168
@ Manne [#167]
Hallo Manne,
ein schöner Beleg. Der Stempel wurde sowohl für Barfrankaturen als auch für Massenauflieferung verwendet. Bei deinem gezeigten Beleg sicherlich als Massenauflieferung (Drucksache). Du könntest in deinen Beständen möglicherweise also die gleiche Karte, nur an einen anderen Empfänger gerichtet, finden.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 03.11.2024 15:46:01
Gelesen: 50185
# 169
@ bernhard [#166]
Hallo Bernhard,
das hatte ich auch gelesen und der Vordruck der Strafanstalt lässt das durchaus vermuten.
Mein Gedanke war, dass es zwar Vordrucke gibt, diese aber nicht in Massen versendet wurden. Allerdings wenn es mehr Belege geben würde, hätte das wohl auch im Handbuch einen Eintrag gerechtfertigt.
Einen gleichen Stempel habe ich in den Datenbanken nicht finden können. Werde mal weiter auf die Suche gehen. Evtl. finden sich ja noch Belege.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 03.11.2024 17:04:25
Gelesen: 50172
# 170
@ bernhard [#168]
Hallo Bernhard,
leider habe ich nur diesen Beleg.
Ich zeige eine weitere Drucksache mit gleichem Stempel vom 10.05.1948, gelaufen nach Hossingen.

Gruß
Manne

Gruß
Manne
Am: 03.11.2024 20:15:39
Gelesen: 50146
# 171
@ bernhard [#166]
Hallo Bernhard,
habe nochmal recherchiert und folgendes im Richter Handbuch finden können.
Im VZR4 "Verwendungszeitraum" sind nur noch relativ wenige Barfreimachungen wegen Markenmangel zu beobachten. Sie wurden ebenfalls registriert, ganz gleich ob es sich um die Freimachung von Massenauflieferungen handelt oder ein Markenmangel vorlag. Für die Bewertung dieser späten Barfrankaturen ist diese Unterscheidung allerdings wichtig. Davon hängen die Zuschläge ab, die in der nachfolgenden Tabelle genannt werden. Barfrankierte Massenauflieferungen, Drucksachen, Streifenbänder, Steuerbescheide usw. aus den Zeiträumen, in denen ein Markenmangel nicht unterstellt werden kann, sind mit einem Drittel der Preise zu bewerten.
Danach könnte es sich tatsächlich um eine Spätverwendung handeln. Merkwürdig ist es schon, dass der Brief nicht als Drucksache deklariert wurde.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 03.11.2024 21:04:16
Gelesen: 50136
# 172
@ Dieter 66 [#171]
Hallo Dieter,
vielleicht war in dem Brief einfach kein gedruckter Inhalt drin, der das Drucksachenporto gerechtfertigt hätte.
Gruß
Wessi
Am: 04.11.2024 00:29:01
Gelesen: 50122
# 173
@ Dieter 66 [#171]
Hallo Dieter,
du hast recht, auf Seite 11 ist dies so geschrieben. Entweder ist diese Aussage über alle Arten der Freivermerke zu sehen, ohne die Ausnahme bei Kapitel G zu erwähnen, oder es ist ein Widerspruch zu den nachfolgenden Aussagen auf Seite 15, die sich speziell auf das Kapitel G beziehen. Fettdruck durch mich hervorgehoben.
Seite 15:
"Insbesondere bei den späten Barfrankaturen, die in den Verwendungszeitraum 4 fallen, ist darauf zu achten, ob eine Einzelauflieferung wegen Markenmangel vorliegt. Ende 1948 wurden nämlich zunehmend auch Drucksachen und sonstige Massenauflieferungen mit Gebühr bezahlt - Stempeln freigemacht, die vorher wegen Markenmangels eingesetzt worden waren. Auch wurden neue "besondere Hand(frei)stempel" beschafft, wie sie im Kapitel G (G2 und G3) beschrieben sind, die jedoch fast nur noch für Freimachung von Drucksachen benutzt wurden. Diese Stempel stellen keine Notmaßnahmen dar und sind deshalb auch nicht erfasst worden. Eine Ausnahme wurde bei den Tagesstempeln mit dem intergrierten Freivermerk BEZAHLT aus Mecklenburg-Vorpommern gemacht, weil sich herausstellte, daß diese erst Ende 1948 in Dienst gestellten Stempel auch für die Freimachung von einzeln aufgelieferten privaten Sendungen benutzt wurden."
Demgemäß wäre der Stempel aus Zweibrücken absichtlich nicht aufgenommen worden.
Eine andere Möglichkeit: Bei dem Datum 15.5.49 handelt es sich um einen Stempelirrtum. Der Druckvermerk (...1049) auf dem Umschlag könnte sich auf den Monat und das Jahr 1949 beziehen.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 04.11.2024 08:41:13
Gelesen: 50087
# 174
Guten Morgen,
eine weitere Postkarte, (nachverwendet) aus Schwenningen vom 19.05.1948, gelaufen nach Bösingen.

Gruß
Manne

Gruß
Manne
Am: 05.11.2024 16:16:44
Gelesen: 49996
# 175
@ bernhard [#173]
Hallo Bernhard,
ja, auch eine Möglichkeit.
Es könnte ja sein, das der Postbeamte den 5.10.49 einstellen wollte. Ist aber auch nur spekulativ.
Am besten das unwahrscheinliche ausschließen und das wahrscheinliche annehmen. Dann wäre es keine spätverwendete Barfrankatur und belassen es dabei.
Es gibt ja noch vieles Andere zu entdecken.
Vielen Dank und beste Grüße Dieter.
Am: 09.11.2024 22:44:29
Gelesen: 49679
# 176
@ Manne [#174]
Hallo Manne,
meinst du mit "nachverwendet" ein Beleg in dem NS-Zeichen unkenntlich gemacht wurden um diese weiter zu verwenden.
Das findet sich auf vielen amtlichen Belegen von Behörden, da diese nicht so schnell neue Vordrucke erhalten haben.
Es gibt auch Belege die unbeanstandet zugestellt wurden in denen NS-Symbole nicht geschwärzt oder unkenntlich gemacht wurden.
Schönen Gruß Dieter
Am: 09.11.2024 22:46:26
Gelesen: 49677
# 177
Hallo,
Hier mal wieder eine recht interessante Barfrankatur.
Einschreiben aus Bestwig (Sauerland) v. 1.6.46 nach Schladen a. Harz. Rückseitig Ankunftstempel. (Schladen Harz) aptiert. Hier wurde die Postleitzahl hinzugefügt.
Nach Richter Handbuch Freivermerk „Gebühr bezahlt“ Abb. 2314, dazu Dienstsiegel „Postamt Bestwig“ mit der Inschrift im Dienstsiegel „Ausgabestelle der Rentenversicherung“.
Auf Grund von R-Zettel Mangel wurde auf ein Feldpost R-Zettel zurückgegriffen und mit einem Bestwig Gummi-Ortnotstempel versehen.
Dazu sei angemerkt, dass Ortsnotstempel auf R-Zettel, im Grunde nicht als Notstempel gewertet werden.
Dennoch in der Ausführung eine durchaus seltene Barfrankatur.

Schönen Gruß Dieter

Schönen Gruß Dieter
Am: 03.12.2024 12:20:59
Gelesen: 49064
# 178
Hallo,
mal wieder Zeit hier einen interessanten Beleg vorzustellen.
Einschreiben mit Zensur, ellipsenförmiger Tagesstempel mit dem Freivermerk „Gebühr bezahlt“ Landau (Pfalz). Das Datum ist nicht lesbar, ebenso nicht die „2“ hinter (Pfalz) Vergleichsstempel weisen grundsätzlich „(Pfalz)2“ auf. Ankunftsstempel Weinsberg 10.4.47. Vermutlich wurde noch zu Zählung der Sendung ein Nummeratorstempel mit der Nummer „4979“ gesetzt.
Die Besonderheit hier ist der verwendete Reco-Zettel.
Nach dem Ortsverzeichnis der Postanstalten von 1944 wurde Landau (Pfalz) noch mit der Postleitzahl „18“ geführt. Der hier aufgebrachte R-Zettel stammt noch aus der Zeit und wurde unbeanstandet auch nach Umstellung der Postleitzahl weiter verwendet.
Der Absender vermerkt schon die neue Postleitzahl „22b“.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 15.12.2024 12:37:16
Gelesen: 48766
# 179
Hallo,
möchte hier mal wieder einen netten Beleg einstellen.
Wertbrief mit V-Zettel „Freiburg Breisgau 1 Nr. 432“ nach Halle. Von der französischen in die sowjetischen Zone. Das Porto wurde nicht vermerkt und lediglich mit dem Freivermerk „Gebühr bezahlt“ bestätigt. Handschriftlich 233 gr.
Rechts oben sind nur noch die Fragmente eines Ellipsenstempels zu erkennen.
Rückseitig Ankunftstempel „Halle 12.?.47“.
Zusätzlich, bei einem Wertbrief damals nicht unüblich, rückseitig mit Siegel versehen.

Schönen Gruß Dieter

Schönen Gruß Dieter
Am: 15.12.2024 16:43:15
Gelesen: 48745
# 180
Hallo Dieter,
dein Wertbrief ist adressiert nach Halle (Westfalen) und nicht Halle an der Saale. Er lief also von der französischen in die britische Zone.
Grüßle
Holger
Am: 15.12.2024 21:57:38
Gelesen: 48722
# 181
@ 2huhu [#180]
Hallo Holger,
danke für den Hinweis. Das hatte ich in der Anschrift übersehen.
Steht ja ganz groß "Westfalen"
Das passiert dann, wenn man sich nur auf die Details konzentriert.
Beste Grüße Dieter.
Am: 19.12.2024 22:46:24
Gelesen: 48515
# 182
Hallo,
schaut man seine Sammlung durch, fallen einen immer wieder Belege auf, die auf den ersten Blick eindeutig zu seinen scheinen, jedoch bei genauerer Betrachtung doch noch Fragen aufwerfen.
Es geht um 2 nachstehende Postkarten. Der erste ist eine Barfrankatur, Tagesstempel „Lübeck 1 v. 29.6.45“. Verfasst wurde die Karte, rückseitig zu lesen, am 28.6.45. Zusätzlich trägt die Karte links unten einen Blindstempel? gleiches Datum 29.6. Welchen Zweck stellt dieser Stempel dar.
Die zweite würde ich auch unter Barfrankatur einordnen. Tagesstempel „Hamburg 1 v. 7.7.45“. Gebührenstempel“24 Hamburg Wandsbek“ Datum nicht lesbar außer die 7. Der Stempel scheint aptiert zu sein, die 24 wurde hinzugefügt. Hier wurde vermutlich aus Nachlässigkeit der Freivermerkstempel vergessen. Verfasst wurde der Brief am 28.6.45.
Würde mal gerne Eure Meinung hören.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 07.01.2025 22:42:30
Gelesen: 48171
# 183
Hallo,
hier ein Beleg, den ich erst einmal unter der Rubrik „Barfrankatur“ einordnen würde.
Laut Richter Handbuch wird dieser Stempel als „Freivermerk mit Ortsangabe“ geführt.
Allerdings trägt dieser Brief zusätzlich ein Postwertzeichen. Laut Richter normalerweise eine Teilbarfrankatur bestehend aus Postwertzeichen (mit Tagesstempel) und einer Barfrankatur (mit Gebühr bezahlt Stempel)
Wie ist dieser Brief nun einzuordnen. Streng genommen ein Zwitter dazwischen.
Hier besteht Raum für Mutmaßungen.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 07.01.2025 23:28:51
Gelesen: 48164
# 184
@ Dieter 66 [#183]
Hallo Dieter,
es ist ein Ortsnotstempel-Beleg, eine Teilbarfrankatur und ein philatelistisch beeinflußter Beleg.
Der Gebühr-bezahlt Stempel war gleichzeitig ein Ortsnotstemel und wurde laut Arenz/Kahl/Richter (Katalog Ortsnotstempel) auch zur Markenentwertung verwendet. Somit eine Teilbarfrankatur mittels Ortsnotstempel in der beschriebenen Doppelfunkion an einen Cottbuser Sammler/Händler. Vermutlich präzise so wie von Richard Daniel seinerzeit bestellt.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 08.01.2025 14:32:28
Gelesen: 48111
# 185
@ bernhard [#184]
Hallo Bernhard,
danke für die Aufklärung.
Hätte ja auch selbst darauf kommen können und in Arenz/Kahl/Richter (Katalog Ortsnotstempel), den ich auch selbst habe, rein zu schauen.
Allerdings fehlte mir die Verbindung, dass es auch ein Ortsnotstempel ist.
Dann war es wohl möglich mit einem frankiertem Brief zum Postschalter zu gehen (vielleicht war es sogar Richard Daniel selbst) und den Wunsch zu äußern, bitte mit diesem Stempel abzuschlagen. Immer wieder spannend.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 03.02.2025 12:08:49
Gelesen: 47790
# 186
Hallo,
hier eine Postkarte die mit privatem Absender an das Postamt Marienberg adressiert ist. Verfasst wurde diese am 02.12.45. Tagesstempel, Marienberg (Sachs) 3.12.45. Rückseitig gibt es ein Eingangsstempel „ PA Marienberg S.“ Eing. – 3 DEZ 1945.
Es gibt weder ein Freivermerk, noch ein Stempel Postsache, welches normalerweise nur auf Sendungen zwischen Postämtern üblich war.
Im Richter Handbuch wird erwähnt, dass in dem Bezirk der RPD Magdeburg auch Sendungen ohne Gebühr bezahlt Stempel bestätigt wurden. Allerdings nur bis zum 2.8.1945. Danach mussten wieder Gebühr bezahlt Stempel verwendet werden.
Es kann sein, dass der Absender direkt in dem Postamt die Karte abgegeben hat, mit dem Hinweis, dass der Empfänger eben dieses Postamt ist. Der Beamte hat dann zur Bestätigung den Tagestempel gesetzt. Eine Gebühr wurde nicht fällig. Ein Sachbearbeiter hat dann am gleichen Tag die Bearbeitung mit dem Eingangsstempel bestätigt.
Oder doch noch eine „Barfreimachung ohne Freivermerk“ aber 4 Monate später ?

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 26.02.2025 12:23:31
Gelesen: 47308
# 187
Eine weitere schon seltenere Form der Freivermerke bei den Barfrankaturen ist die Kombination mit Angabe der Postanstalt und dem Freivermerk Gebühr bezahlt. Nicht zu verwechseln mit einem Kreis- oder elipsenförmigen Tagestempel.
Diese besonderen Stempel wurden nur von ca. 50 Postämtern benutzt. Vermutlich stammt auch hier der größte Teil wie die „Gebühr bezahlt“ Stempel, aus der Zeit 1922/23 und fanden nach 1945 wieder, auf Grund von Markenmangel, Verwendung.
Dieser Beleg trägt den Stempel von Bad Freienwalde, handschriftlich „16 Pf. in bar“. Rückseitig vermerkt, „Eingang 5.7.46.
Der Brief erfüllte nicht die Voraussetzung einer Drucksache und wurde daher durch den Postbeamten mit zusätzlich 16 Pfg. beaufschlagt. Die Drucksache wurde durchgestrichen und in dem Stempel die zusätzliche Gebühr für ein Fernbrief mit 24 Pfg. vervollständigt.
Noch interessanter bei diesem Beleg ist die Kombination aus Freimarke und Stempel.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 26.02.2025 13:12:35
Gelesen: 47292
# 188
@ Dieter 66 [#187]
Hallo Dieter,
diesen Beleg hast du bereits in [#183] vorgestellt.
Ich bleibe bei meiner Aussage in [#184]
"es ist ein Ortsnotstempel-Beleg, eine Teilbarfrankatur und ein philatelistisch beeinflußter Beleg.
Der Gebühr-bezahlt Stempel war gleichzeitig ein Ortsnotstemel und wurde laut Arenz/Kahl/Richter (Katalog Ortsnotstempel) auch zur Markenentwertung verwendet. Somit eine Teilbarfrankatur mittels Ortsnotstempel in der beschriebenen Doppelfunkion an einen Cottbuser Sammler/Händler. Vermutlich präzise so wie von Richard Daniel seinerzeit bestellt."
...und füge noch ein Bild dazu.

Viele Grüße
Bernhard
Hallo Dieter,
diesen Beleg hast du bereits in [#183] vorgestellt.
Ich bleibe bei meiner Aussage in [#184]
"es ist ein Ortsnotstempel-Beleg, eine Teilbarfrankatur und ein philatelistisch beeinflußter Beleg.
Der Gebühr-bezahlt Stempel war gleichzeitig ein Ortsnotstemel und wurde laut Arenz/Kahl/Richter (Katalog Ortsnotstempel) auch zur Markenentwertung verwendet. Somit eine Teilbarfrankatur mittels Ortsnotstempel in der beschriebenen Doppelfunkion an einen Cottbuser Sammler/Händler. Vermutlich präzise so wie von Richard Daniel seinerzeit bestellt."
...und füge noch ein Bild dazu.

Viele Grüße
Bernhard
Am: 26.02.2025 13:29:11
Gelesen: 47287
# 189
@ bernhard [#188]
Hallo Bernhard,
oh, das hatte ich völlig übersehen. Sorry.
Man muss doch vorher mal schauen, welche Beiträge man schon selbst eingestellt hat.
Ggfs. kann Richard das löschen. Es muss ja nun nicht noch doppelt hier gezeigt werden.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 12.03.2025 23:57:38
Gelesen: 46937
# 190
Unter den Barfreimachungen als Notmaßnahme wird u.a. im Richter Handbuch die Kategorie D „Freivermerke mit Ortsangabe“ aufgeführt. Das sind Stempel die nicht nur den Freivermerktext enthalten, sondern auch noch den Hinweis auf das Postamt. Es sind etwa nur 50 Postämter bekannt, die diese Stempel verwendet haben.
Dieser Beleg trägt einen selten Rechteckstempel „Gebühr verrechnet PA. Hmb.-Wansbek 1“.
Man beachte „Wansbek“ ohne „d“.
Verwendet wurde er als Nebenstempel auf eingeschriebenen Briefen.
Warum dieser Brief den Stempel trägt, lässt sich nicht ermitteln. Für Wandsbek 1 gab es einen besonderen Tagesstempel, der den Einnahmenachweis bestätigte.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 16.03.2025 17:47:40
Gelesen: 46324
# 191
Für die Stadt Essen und ihre Vororte werden im Richter-Handbuch insgesamt 29 unterschiedliche Barfrankaturen aufgeführt. Aus Essen-Kupferdreh liegt vom 11. September 1945 ein Ortsbrief vor, bei dem der sonst übliche Vermerk Gebühr bezahlt durch die Formulierung Betrag erhalten ersetzt wurde. Er ist auch so katalogisiert.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 21.03.2025 18:34:02
Gelesen: 45868
# 192
Schon zu der Zeit, als die Barfrankaturen sich als Notmaßnahme gerade erst etabliert hatten, gab es bereits Sammler, die sich gezielt bei den Postämtern um Stempelabschläge bemühten. Der bekannte DDR-Philatelist und Stempelsammler Kurt Zirkenbach hat sich mit derartigen Postkarten Abschläge erbeten. Der Einnahmenachweis-Stempel aus Bad Elster vom 1. November 1945 ist laut der Bewertung im Richter Handbuch nicht besonders häufig.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 29.03.2025 23:40:04
Gelesen: 44986
# 193
Hallo an alle,
hier eine Barfrankatur aus Bremen. Dieser Gebühr bezahlt Stempel wurde bereits schon früher verwendet. Typ H-2, 1931. Allerdings Nur auf Paketkarten. Der Abschlag stammt von einer Klüssendorf Paket-Postfreistempelmaschine. Dieser Stempel wurde dann ohne den Tagesstempel nach 45 auf Grund von Markenmangel vom Postamt Bremen 5 verwendet. Mitunter sind noch Fragmente des aptierten Teils zu sehen. So wie bei diesem Brief die wenigen Rotspuren. Nicht zu verwechseln mit einem Paketstempel. Dieser Stempel von Bremen 5 ist bisher der einzige Maschinenstempel in der Form des Doppelovals.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 19.04.2025 09:12:11
Gelesen: 43015
# 194
Liebe Sammlerfreunde,
hier ein Beleg der wahrscheinlich doppelt verwendet wurde. Zum einem in Dresden vom 15.09.1945 (Tages- und "Gebühr bezahlt"- Stempel und zum zweiten in Leipzig Postamt C 2. Der Verkäufer meinte ja das in Leipzig der Gebühr bezahlt-Stempel als nachträgliche Entwertung zu sehen wäre, da Dresden die unzutreffenden Stempelfarben nutzte. Ich glaube aber nicht, das die Postlaufzeit aus Dresden 9 Tage nach Leipzig brauchte. Ich denke auch nicht, dass man sich im Leipziger Zustellpostamt über die Anwendung falscher Stempelfarben Gedanken gemacht hat. Auch wenn man davon ausgehen kann das Post damals was anderes war wie Post heute. Jedenfalls ist der Beleg für mich eine nette Zufälligkeit.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 23.04.2025 22:18:13
Gelesen: 42704
# 195
@ Totalo-Flauti [#194]
Könnte es sein, dass bei dem ursprünglichen Gebühr bezahlt Stempel aus Leipzig das Datum falsch eingestellt war ?
Wenn man die ersten beiden Walzen des Detums um einen Schritt dreht wird aus "15" die 24". Eventuell war es auch nur die erste Walze und aus "14" wurde "24".
Als der Beleg in Dresden eintraf hat man diesen Fehler mit dem Tagesstempel korrigiert. Wenn es um eine Fristsache ging ("Datum des Poststempels") waren 10 Tage ja durchaus relevant.
Burkhard
Am: 24.04.2025 00:23:39
Gelesen: 42685
# 196
@ mumpipuck [#195]
Jou, ich vermute (...) auch Einlieferung mit roter Gebührbezahltstempelung "Leipzip C2" am 14.09. (statt 24.09.) und anschließender Datumskorrektur beim Durchlauf "Leipzig A28" auf den 15.09. Es sei denn es gab eine feste (dokumentierte) Kombination "Leipzig A28" mit dem lilafarbenden "Gebühr bezahlt-Stempel" als Einlieferungskennzeichnung, als Einheit? Dann käme wirklich eher eine sekundäre Nachverwendung des Umschlags - mit erneut gezahlter Gebühr - "Leipzig C2") in Frage.
LG
Thomas
Jou, ich vermute (...) auch Einlieferung mit roter Gebührbezahltstempelung "Leipzip C2" am 14.09. (statt 24.09.) und anschließender Datumskorrektur beim Durchlauf "Leipzig A28" auf den 15.09. Es sei denn es gab eine feste (dokumentierte) Kombination "Leipzig A28" mit dem lilafarbenden "Gebühr bezahlt-Stempel" als Einlieferungskennzeichnung, als Einheit? Dann käme wirklich eher eine sekundäre Nachverwendung des Umschlags - mit erneut gezahlter Gebühr - "Leipzig C2") in Frage.
LG
Thomas
Am: 24.04.2025 12:21:54
Gelesen: 42618
# 197
@ Totalo-Flauti [#194]
zur möglichen Klärung des Beleges wäre die Rückseite erforderlich.
@ DL8AAM [#196]
Der zweite Tagesstempel stammt von DRESDEN A 28 !
Meine Vermutung ist ehr, dass in Leipzig der späte Eingang der Sendung festgehalten wurde.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 24.04.2025 14:37:44
Gelesen: 42601
# 198
@ Totalo-Flauti [#194]
@ bernhard [#197]
Auf die Frage zurückzukommen, @ Totalo-Flauti [#194] Der Verkäufer meinte ja das in Leipzig der Gebühr bezahlt-Stempel als nachträgliche Entwertung zu sehen wäre, da Dresden die unzutreffenden Stempelfarben nutzte. Vorzugsweise war für alle Freivermerke die rote Stempelfarbe vorgesehen. Jedoch wurde vielfach aus Bequemlichkeit oder weil die rote Farbe nicht zu beschaffen war, ölhaltige schwarze Farbe verwendet. Die Farbe Violett ist ebenso häufig benutzt worden. Weniger anzutreffen ist die Farbe blau und noch seltener die Farbe Grün auf Barfrankaturen. Die Farbe dürfte hier keine Rolle spielen.
Der „Gebühr bezahlt“ Stempel, in blauer Farbe, wurde im Zusammenhang mit dem Tagestempel von Dresden abgeschlagen. Welchen Sinn sollte auch ein zusätzlicher „Gebühr bezahlt“ Stempel zu dem ellipsenförmigen Stempel haben, der in sich schon den Vermerk „Gebühr bezahlt“ trägt.
Die Vermutung von Bernhard scheint die schlüssigste zu sein.
Allerdings fällt bei näherer Betrachtung auf, dass der Stempel aus Dresden evtl. über dem roten Stempel von Leipzig liegt. Müsste man mal genauer unter einer Lupe betrachten.
Schönen Gruß Dieter.
@ bernhard [#197]
Auf die Frage zurückzukommen, @ Totalo-Flauti [#194] Der Verkäufer meinte ja das in Leipzig der Gebühr bezahlt-Stempel als nachträgliche Entwertung zu sehen wäre, da Dresden die unzutreffenden Stempelfarben nutzte. Vorzugsweise war für alle Freivermerke die rote Stempelfarbe vorgesehen. Jedoch wurde vielfach aus Bequemlichkeit oder weil die rote Farbe nicht zu beschaffen war, ölhaltige schwarze Farbe verwendet. Die Farbe Violett ist ebenso häufig benutzt worden. Weniger anzutreffen ist die Farbe blau und noch seltener die Farbe Grün auf Barfrankaturen. Die Farbe dürfte hier keine Rolle spielen.
Der „Gebühr bezahlt“ Stempel, in blauer Farbe, wurde im Zusammenhang mit dem Tagestempel von Dresden abgeschlagen. Welchen Sinn sollte auch ein zusätzlicher „Gebühr bezahlt“ Stempel zu dem ellipsenförmigen Stempel haben, der in sich schon den Vermerk „Gebühr bezahlt“ trägt.
Die Vermutung von Bernhard scheint die schlüssigste zu sein.
Allerdings fällt bei näherer Betrachtung auf, dass der Stempel aus Dresden evtl. über dem roten Stempel von Leipzig liegt. Müsste man mal genauer unter einer Lupe betrachten.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.04.2025 16:52:45
Gelesen: 42569
# 199
Liebe Sammlerfreunde,
das gefällt mir hier so am Forum. Vielen Dank für Euer Interesse und die interessanten Kommentare.
Auf der Rückseite sind keine postalischen Vermerke. Ich hab mir den Originalscan (tif-Format mit 600 dpi) nochmal angeschaut und unten eingestellt. Der Dresdener Stempel liegt tatsächlich über dem Leipziger Stempel. Der Brief lief also von Leipzig nach Dresden. Somit könnte der Tag im Leipziger Stempel, wie Ihr oben ausgeführt habt, mit "24" statt "14" eingestellt worden sein. Das Postamt in Dresden hat den Empfang und die Weiterleitung mit dem Tages- und Gebühr bezahlt-Stempel zeitlich wieder richtig gerückt.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 24.04.2025 17:12:49
Gelesen: 42565
# 200
@ bernhard [#197]
Sorry, natürlich meinte ich DRESDEN, ich habe mich vor lauter Leipzig leider vertippt.
Am: 24.04.2025 19:48:34
Gelesen: 42545
# 201
@ Totalo-Flauti [#199]
Ich bin nicht von postalischen Stempeln oder Vermerken auf der Briefrückseite ausgegangen. Mich interessiert die Absenderangabe ggfs. auch eine gestrichene Absenderangabe, um zum einen festzustellen bzw. auszuschließen ob der Brief doppelt verwendet wurde. Zum anderen würde eine Absenderangabe bestätigen welches das Aufgabe-Postamt war.
Oben schreibst du "Ich glaube aber nicht, das die Postlaufzeit aus Dresden 9 Tage nach Leipzig brauchte.". Das passt aber nicht zum Dresdner Stempel, welcher über dem Leipziger Stempel liegen soll.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 24.04.2025 20:51:29
Gelesen: 42534
# 202
@ bernhard [#201]
@ Totalo-Flauti [#199]
Geht man noch einen Schritt weiter und schaut sich die Jahrzahl auf dem Stempel Dresden genauer an, kann es sich auch um 1946 handeln. Die Auswölbung ist ein wenig breiter und oben der Bogen rundlicher.
@ Totalo-Flauti [#199] Du schreibst: Das Postamt in Dresden hat den Empfang und die Weiterleitung mit dem Tages- und Gebühr bezahlt-Stempel zeitlich wieder richtig gerückt. Warum sollte Dresden noch einen Freivermerk "Gebühr bezahlt" gesetzt haben. Macht eigentlich keinen Sinn, wenn nur das Datum korrigiert werden sollte.
Hier ein Stempelabschlag vom März 46.
Quelle:stampsx.com
Schönen Gruß Dieter.
Quelle:stampsx.com
Schönen Gruß Dieter.
Am: 26.04.2025 23:15:35
Gelesen: 42416
# 203
Hallo,
Hier 3 Einschreiben die alle an das Hauptpostamt Hamburg adressiert sind. Laut Richter Handbuch über Barfrankaturen erstmal nicht auffällig. Einmal mit handschriftlichen Freivermerk (Burgkirchen) E2 und zweimal mit dem Freivermerk „Gebühr bezahlt“ A.
Rückseitig der Bestätigungsstempel Hamburg. Alle Briefe tragen einen privaten Absender.
Allerdings wurde auf jedem Brief der R-Zettel durchgestrichen. Zweimal sogar vom gleichen Postbeamten. Kürzel „A“ Alle Briefe liegen nur 8 Tage auseinander. In den damaligen Dienstvorschriften konnte ich diesbezüglich nichts finden. Evtl. gab es eine zentrale Annahmestelle beim Postamt. Diese hat dann die Post geöffnet und dann intern weiter geleitet.
Hat einer eine Idee ?


Schönen Gruß Dieter.


Schönen Gruß Dieter.
Am: 27.04.2025 19:14:13
Gelesen: 42313
# 204
@ Dieter 66 [#203]
Hallo Dieter,
eine interessante Sache! Vor kurzem habe ich etwas von dieser Vorgehensweise gelesen, weiß aber auf Anhieb nicht mehr wo.
Offenbar führten größere Postämter Eingangsbücher. Nachfolgend ein E-Brief an das PA Berlin NW 7 mit gestrichenem R-Zettel und internem Weiterleitungsvermerk.
E-Brief ab Löbau (Sachs) an das PA Berlin NW 7, 21.3.46, Ak-o 25.3.46
Viele Grüße
Bernhard
E-Brief ab Löbau (Sachs) an das PA Berlin NW 7, 21.3.46, Ak-o 25.3.46
Viele Grüße
Bernhard
Am: 27.04.2025 21:55:29
Gelesen: 42283
# 205
@ bernhard [#204]
Hallo Bernhard,
ja, wirklich interessant. Nun habe ich beim durchblättern der damaligen Verfügungen der RPD Hamburg/Kiel ein Schreiben des Military Covernment PTT Hamburg 19 Juli 1945 gefunden.
Da steht: Für Hamburg Ort und Leitgebiet 24 sind im Gegensatz zu der RPD Hannover, noch kein Einschreibbriefverkehr zugelassen.
Zugelassen wurde er allerdings dann am 23. August 45 von der Reichspostdirektion und zwar für alle Bezirke der britischen Zone. Daraus resultieren auch die seltenen Belege für Hamburg. R-Zettel wurden zur Verrechnung der Einschreibegebühr auf Grund von nicht vorhandenen 42 Pf. Freimarken kurzzeitig genehmigt. Beendet wurde dieses dann am 6.10.45.
Hamburg und Berlin waren Leitpostämter und hatten sicherlich ein hohes Personalaufkommen. Da macht es durchaus Sinn zentrale Verteilerstellen für die Weiterleitung zu den einzelnen internen Abteilungen einzurichten.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 29.04.2025 20:53:51
Gelesen: 42163
# 206
Diese Barfrankatur des Finanzamtes Leipzig-Nord auf einer Drucksache an einen Empfänger ebenfalls in Leipzig-Nord wurde am 30.1.46 mit dem schwarzen Zweiellipsenstempel Leipzig N 22 / Gebühr bezahlt versehen. Der Stempel ist bei Dürst/Eich [1] als Typ A-5 19 katalogisiert, allerdings nur bis 1945. Im Richter [2] hat er die richtige Verwendungszeit bis 1949, allerdings als Nr. 9006 mit der Stempelform Zweiellipsenstegstempel und der Bemerkung "nur Stegreste" die falsche Stempelform.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Heiner Dürst - Gerd Eich, Die Deutschen Post- und Absenderfreistempel, Handbuch und Katalog
[2] Hans-J. Richter, Barfrankaturen in den vier Besatzungszonen Deutschlands und in Berlin 1945-1949
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Heiner Dürst - Gerd Eich, Die Deutschen Post- und Absenderfreistempel, Handbuch und Katalog
[2] Hans-J. Richter, Barfrankaturen in den vier Besatzungszonen Deutschlands und in Berlin 1945-1949
Am: 29.04.2025 21:52:08
Gelesen: 42134
# 207
@ Dieter 66 [#203] [#205]
@ Bernhard [#204]
Hallo Dieter, hallo Bernhard,
im Rundbrief 104 (Oktober 2023) der Arge DEUNOT hat Walter Farber einen siebenseitigen Beitrag zu diesen durchgestrichenen R-Zetteln verfasst: "Getilgte R-Vermerke an Postämter".
Hierin wird eine diesbezügliche Antwort vom leider inzwischen verstorbenen Wolfgang Strobel zitiert: " Bei der Post war es Brauch, dass auf eingehenden Einschreibebriefen an das Postamt und auch an das Postscheckamt bei der Eingangsstelle (des Postamts bzw. des Postscheckamts) der R-Zettel durchgestrichen wurde. Warum, weiß ich nicht. Ich habe, als ich noch bei der Post arbeitete, und auch danach immer mal wieder vergeblich nach einer Vorschrift gesucht. Ich kann nur spekulieren, dass vermieden werden sollte, dass der eingehende Einschreibebrief versehentlich wieder in den Postbeförderungslauf gerät."
Beste Grüße
Ulrich
Am: 01.05.2025 08:28:33
Gelesen: 42058
# 208
@ GSFreak [#207]
Hallo Ulrich,
genau dieser Artikel war es, den ich in Erinnerung hatte. Danke für den Hinweis!
Viele Grüße
Bernhard
Am: 01.05.2025 20:20:56
Gelesen: 42009
# 209
@ bernhard [#204]
Bei dem Einschreiben aus dem sächsischen Scheibenberg im Erzgebirge in das thüringische Gera scheint es sich auch um einen solchen Brief mit duchgestrichenem Einschreibzettel zu handeln. Der Gebühr bezahlt Stempel wird im Richter unter der Nr. 2415 geführt. Oberhalb befindet sich ein handschriftlicher Vermerk 42 (Pf), der die seinerzeit gültigen Gebühren von 12 Pf für den Brief bis 20 g und 30 Pf für das Einschreiben anzeigt. Abgestempelt wurde mit dem Stempel Scheibenberg b am 05.11.45. Der Einschreibzettel wurde durchgestrichen.
Rückseitig befinden sich die Ankunftstempel Gera 1 o vom -7.11.45 8-9 und Gera- Zwötzen a vom -7.11.45 11-12.
Nicht zuordnen kann ich den violetten Kreisstempel mit der 10. Ist es ein interner Poststempel oder hat es etwas mit Zensur zu tun?
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 01.05.2025 21:58:41
Gelesen: 41977
# 210
@ Jürgen Witkowski [#209]
Hallo Jürgen,
der R-Zettel deines Beleges ist zwar durchgestrichen, doch sehe ich keinen Zusammenhang mit den Belegen an die Postämter in [#203] und [#204]. Einen evtl. Sinn könnte man nur durch weitere R-Briefe an die gleiche Maschinenfabrik Gebr. Reinhold herstellen, z.B. Aufnahme in ein Posteingangsbuch.
Der Stempel 10 im Kreis ist einfach nur die PLZ des Absenders aus Scheibenberg/Erzg.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 03.05.2025 09:42:02
Gelesen: 41832
# 211
@ bernhard [#210]
Hallo Bernhard,
vielen Dank für die kompetenten und logischen Erklärungen zu meinem Beleg.
Ein Faltbrief mit einer Danksagung für Hochzeitsglückwünsche aus November 1945 wirft bei mir Fragen auf. Der Brief wurde vermutlich als Drucksache in Immenhausen über Meschede aufgegeben, einer Poststelle II. Der Gebühr bezahlt Stempel stammt aus dem Leitpostamt Meschede und wurde durch ein Dienstsiegel des Postamtes bestätigt.
Warum wurde kein Tagesstempel verwendet? Wo und wie wurde die korrekte Höhe der zu entrichtenden Postgebühren kontrolliert und dokumentiert? Ich gehe davon aus, dass gleich mehrere Drucksachen mit der Danksagung an unterschiedliche Empfänger verschickt wurden.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 03.05.2025 16:03:22
Gelesen: 41791
# 212
@ bernhard [#210]
Hallo Bernhard,
vielen Dank. Dann ist das ja soweit fast geklärt. Evtl. fällt einem ja irgendwann dazu noch etwas in die Hände.
@ Jürgen Witkowski [#211]
Hallo Jürgen,
ich denke, dass ist keine Drucksache (es fehlt ja auch der entsprechende Vermerk.) Wie du schon angemerkt hast, verfügten die Pst II weder über Tagesstempel noch über "Gebühr bezahlt" Stempel. Diese durften sie auch nicht benutzen. Übrigens ein alter PSt II Stempel vor 1944 ohne Postleitzahl. Es musste nicht zwingend eine Gebührenangabe vermerkt sein. Die 12 Pfg. in diesem Fall wurden durch den Gebühren-Stempel bar vereinnahmt.
In einer Verfügung der RPD Dortmund vom 23 August 1945 steht:
Die Freigebühr ist bar zu erheben und daneben ist der Abdruck des entnazifizierten Dienstsiegel zu setzen. Befindet sich kein Tagesstempel auf den Belegen, wurden Dienstsiegel auch als provisorische Aufgabestempel verwendet. Ein Datum wurde dann handschriftlich oder mit einem Stempel aufgetragen. Mitunter aber auch einfach vergessen. Meist hat der Absender das Datum vermerkt. Somit nicht ungewöhnlich. Dienstsiegel auf Barfrankaturen bedingen einen gewissen Aufschlag.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 03.05.2025 17:08:29
Gelesen: 41772
# 213
@ Dieter 66 [#212]
Hallo Dieter,
ich denke, es könnte sich durchaus um eine Drucksache handeln. Bis auf Absender- und Empfängeranschrift gibt es keine handschriftlichen Zusätze. Die Innenseite des Faltbriefes wurde gedruckt.
Hinsichtlich der fehlenden Angabe "Drucksache" auf dem Beleg verweise ich auf diesen Beitrag [1], der besagt, dass diese Angabe nicht zwingend erforderlich war.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=26181
Hinsichtlich der fehlenden Angabe "Drucksache" auf dem Beleg verweise ich auf diesen Beitrag [1], der besagt, dass diese Angabe nicht zwingend erforderlich war.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=26181
Am: 03.05.2025 19:24:01
Gelesen: 41750
# 214
@ Jürgen Witkowski [#211]
"Wo und wie wurde die korrekte Höhe der zu entrichtenden Postgebühren kontrolliert und dokumentiert?"
Hallo Jürgen,
diese Dinge konnten in den Postämtern und OPDen unterschiedlich gehandhabt werden. Im Prinzip wurde die Gebührenangabe aber mit der Zunahme des Postverkehrs wegrationalisiert.
Beispiel: Handhabung beim PA Finsterwalde (Niederlausitz) 1
Juli 1945: Wertangabe + 2 Unterschriften (ein Postbeamter kontrollierte)
im laufe Aug. 1945: Wertangabe + 1 Unterschrift
gegen Ende Okt. 1945: keine zusätzlichen Angaben, nur der Gebühr bezahlt Stempel blieb übrig
Viele Grüße
Bernhard
Am: 03.05.2025 19:39:51
Gelesen: 41744
# 215
@ Dieter 66 [#212]
"vielen Dank. Dann ist das ja soweit fast geklärt. Evtl. fällt einem ja irgendwann dazu noch etwas in die Hände."
Hallo Dieter,
die Witterung ist aufgenommen, habe schon eine frische Spur. Ich melde mich wenn der Bär erlegt ist. ;-)
Viele Grüße
Bernhard
Am: 07.05.2025 23:43:32
Gelesen: 41289
# 216
Hallo,
hier eine, nicht so gängige Barfrankatur, die auf dem ersten Blick eigentlich keine ist, da die Postkarte keinen Freivermerk trägt. Belege ohne Freivermerk sind meist durch Nachlässigkeit oder Zufall entstanden.
Allerdings gibt es eine Besonderheit der RPD Magdeburg. Hier wurde am 17.6.45 verfügt, dass lediglich ein Abdruck des Tagesstempels ausreicht, dass die Freigebühr richtig entrichtet ist. Besondere Freimachungsstempel waren nicht erforderlich. Diese Verfügung galt nur für ca. 6 Wochen und endete am 2.8.45. Nach dem Richter Handbuch über Barfrankaturen wird diese Art unter E1 Barfreimachungen ohne Freivermerk geführt.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 08.05.2025 07:49:51
Gelesen: 41243
# 217
@ Dieter 66 [#216]
Hallo Dieter,
ein schöner und seltener Beleg! Was mir allerdings seltsam vorkommt, ist die geschlossene Registraturlochung. Ich vermute da wurde nachträglich etwas verschönert.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 08.05.2025 23:28:19
Gelesen: 41108
# 218
@ bernhard [#217]
Hallo Bernhard,
das mit der Aktenlochung ist mir auch aufgefallen, wobei mich das weniger stört. Ich habe schon selbst Belege mit Aktenlochung retuschiert. Im Alben mit schwarzem Hintergrund fällt es dann weniger auf. Ich finde das eh nicht so schlimm, wenn Belege eine Lochung haben, solange sie nicht rausgerissen oder sonst beschädigt sind. War eben eine zeitgemäße Ablage von Firmenkorrespondenz.
Schönen Gruß Dieter
Am: 10.05.2025 22:55:52
Gelesen: 40864
# 219
Hallo,
dieser Beleg gibt Rätsel auf. Hier wurde lediglich nur ein Datumsstempel gesetzt. 1 Nov 1945. Vor und hinter dem Datum steht jeweils ein „V“. Kein Absendervermerk auf der Rückseite. Des Weiteren wurde auch kein Ort des Empfängers angegeben. Die Veitsbrommerstr. befindet sich in Nürnberg. Früher war es durchaus üblich Briefpost innerhalb des gleichen Ortes auch ohne Ortsangabe zuzustellen.
Lässt sich dieser Brief überhaupt als Barfrankatur einordnen? Im Grunde fehlt jedes Indiz dafür. Evtl. hat einer eine Idee.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 12.05.2025 17:08:28
Gelesen: 40676
# 220
Während bei einigen Stempeln die Höhe der erforderlichen Gebühr gleich in den Stempel integriert war, hat man in (17b) Brombach (Wiesental) mit gesonderten Stempeln für die Gebührenangabe gearbeitet. Für diesen Fernbrief bis 20 g vom 12.11.46 waren 24 Rpf. erforderlich.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 12.05.2025 20:12:30
Gelesen: 40645
# 221
@ Jürgen Witkowski [#220]
Hallo Jürgen,
nach Richter Handbuch handelt es sich um eine Barfreimachung „Freivermerk Gebühr bezahlt“ mit zusätzlichem Zahlenstempel zu Angabe der erhobenen Gebühr. Dieses war bei vielen Postämtern eine übliche Vorgehensweise. Die Gebührenhöhe brauchte dann nicht handschriftlich vermerkt werden. Die Gebührenstempel wurden sowohl von Großaufliefern als auch von der Post verwendet. Im Richter Handbuch wird der Stempel unter der Abb. Nr. 8053 geführt. Bewertung 6 Euro.
Hier ein Beleg aus Blumberg, ebenfalls mit einem Zahlstempel.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 20.05.2025 23:34:04
Gelesen: 40180
# 222
Hallo,
Barfrankatur Tagesstempel (10) Dresden A xx. vom 19.7.48. Die entrichtete Freigebühr wurde in diesem Fall durch einen Setzkastenstempel „Gebühr bezahlt“ bestätigt. Für Dresden werden einige Setzkastenstempel im Richter Handbuch beschrieben. Dieser Stempel kommt der Abb. 2043 am nächsten, wird allerdings weder für Alt- noch Neustadt detailliert zugeordnet.
Interessanter finde ich allerdings den Stempel „Deutsche Reichsbahn in der sowjetischen Besatzungszone“ den ich bislang nur auf diesem einen Beleg entdeckt habe.
Der Teil der Deutschen Reichsbahn, der sich nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone und dem Gebiet der Viersektorenstadt Berlin befand, wurde im Auftrag der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) weiter betrieben und 1949 zur Staatsbahn der Deutschen Demokratischen Republik.
Quelle: Wikipedia.

Schönen Gruß Dieter

Schönen Gruß Dieter
Am: 07.06.2025 23:58:37
Gelesen: 38515
# 223
Hallo,
hier eine recht interessante Barfrankatur. Einschreiben vom 27.5.47 von Rüdesheim über Bad Kreuznach nach Stuttgart Sonnenberg. Ankunftsstempel 29.5.47 Stuttgart Degerloch. Der R-Zettel „Bad Kreuznach“ wurde mit einem Orts-Gummistempel „Rüdesheim über Bad Kreuznach überstempelt. Rüdesheim über Bad Kreuznach war eine Pst I.
Der Brief ist mit zwei Verschlussmarken (Siegelmarken) versehen. Vermutlich wurde der Brief aus welchem Grund auch immer geöffnet. Es wurde wohl auch der Grund vermerkt. Jedoch überhaupt nicht zu entziffern. Zumindest ich kann das nicht lesen. Nur das Datum 30.5.47 ist zu erkennen.
Evtl. kann jemand die Schrift entziffern.


Schönen Gruß Dieter.


Schönen Gruß Dieter.
Am: 15.06.2025 15:56:05
Gelesen: 37811
# 224
Hallo,
eine nicht alltägliche Barfrankatur aus Ludwigshafen a. Rhein.Tagesstempel vom 5.6.45.
Sehr frühe Verwendung. Wann tatsächlich seinerzeit in der amerikanischen Besatzungszone die Wiederaufnahme des Postverkehrs stattgefunden hat, lässt sich aus meinen vorliegenden ADA´s nicht ermitteln.
Sicherlich hat jemand die passende Literatur vorliegen und könnte hier Klarheit schaffen. Der Verwendungszeitraum VZR1 nennt lediglich „ab Wiederaufnahme des Postverkehrs bis 28.2.1946“.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 15.06.2025 20:52:31
Gelesen: 37784
# 225
@ Dieter 66 [#224]
Sehr frühe Verwendung. Wann tatsächlich seinerzeit in der amerikanischen Besatzungszone die Wiederaufnahme des Postverkehrs stattgefunden hat, lässt sich aus meinen vorliegenden ADA´s nicht ermitteln.
Hallo Dieter,
wenn das Datum stimmt, wäre es ein sehr früher örtlicher Postverkehr unter amerikanischer Besatzung! Auch wenn zunächst die Amerikaner vor Ort waren, gehörte Ludigshafen/Rhein aber zur französischen Besatzungszone.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 15.06.2025 21:35:53
Gelesen: 37775
# 226
@ bernhard [#225]
Hallo Bernhard,
schön von dir zu hören.
Ja, nach dem Einmarsch war Ludwigshafen erst unter Kontrolle der amerikanischen Militärregierung.
Ab dem 10 Juli 1945 gehörte dann Ludwigshafen offiziell zur französischen Besatzungszone.
Es kann sich meiner Meinung nach auch nur um einen Ortsbrief handeln, da es zu den anderen Besatzungszonen noch kein Postverkehr möglich war.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 29.06.2025 22:13:34
Gelesen: 36621
# 227
Hallo,
eine Barfrankatur mit einer kleinen Besonderheit. Tagesstempel „Freden (Leine) 3.5.46.
Nach Richter Handbuch trägt der Brief gleich 2 zusätzliche Stempel zu dem A-Freivermerk „Gebühr bezahlt“ Rechteckstempel.
Einmal ein F1-Zahlenstempel zur Angabe der erhobenen Gebühr sowie ein F4- Dienstsiegel von Freden. Einordnen würde ich den Brief nach Richter Handbuch unter F4.
Schönen Gruß Dieter
Schönen Gruß Dieter
Am: 03.08.2025 16:03:16
Gelesen: 34493
# 228
Hallo,
Hier zwei Barfrankaturen, mit einem sehr häufig anzutreffenden zweizeiligen „Gebühr bezahlt“ Stempel. Nach Richter Handbuch Abb. 2301. Tagesstempel Warendorf. Im Grunde nichts Besonderes.
Allerdings weist der eine Stempel einen markanten Unterschied auf. Der Postbeamte hat, wie es seinerzeit immer wieder vorgekommen ist, nicht nur die Jahreszahl verwechselt, sondern gleich das ganze Jahrzehnt. Es waren eben auch nur Menschen.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 15.08.2025 23:48:10
Gelesen: 33695
# 229
Hallo,
Häufig wurden auf Barfrankaturen, zu dem eigentlichen Freivermerk, zusätzliche Stempel abgeschlagen. Im Richter Handbuch werden insgesamt 9 Typen unterschieden. Auf die unterschiedlichen Typen möchte ich hier erstmal nicht weiter eingehen. Eine Stempelart sind „Numeratorstempel zur Zählung der Sendungen“. Diese kamen nicht häufig vor und so werden im Richter Handbuch nur 5 Orte aufgeführt.
Diese Barfrankatur, ein Einschreiben per Eilbote aus „HOF (Saale) 1 v. 25.4.46“ nach München trägt ebenfalls einen Nummeratorstempel. Hof wird nicht im Richter Handbuch genannt.
Allerdings ist das kein Indiz dafür, das es sich tatsächlich um einen unbekannten Nummeratorstempel handelt. Dieser Stempel war vierstellig. Die erste Zahl vor der „1“ ist nur noch zu erahnen.
Es müssten noch ein paar Belege aus Hof gefunden werden, die auch einen Numeratorstempel aufweisen. Nur so ist eine neue Bestimmung möglich.
Schönen Gruß Dieter
Schönen Gruß Dieter
Am: 16.08.2025 11:21:37
Gelesen: 33645
# 230
Hallo,
Brief vom 30.8.1946 aus Betzdorf im Rheinland nach Salzburg.
Grüße Reini46
Brief vom 30.8.1946 aus Betzdorf im Rheinland nach Salzburg.
Grüße Reini46
Am: 16.08.2025 17:01:17
Gelesen: 33611
# 231
@ Reini46 [#230]
Hallo Reini,
eine schöne Barfrankatur mit einem zweisprachigen Freivermerk, wie sie zu 90% nur in der französischen Zone verwendet wurden. Betzdorf lag am nördlichsten Zipfel der franz. Zone. Ein paar Kilometer nördlich war schon die brit. Zone.
Der Prüfstempel stammt aus der zweiten Periode ist typisch für die franz. Zone. Vermutlich war der Sitz der Zensurstelle Neuwied. Auch wird vermutet, dass der Stempel für Auslandspost verwendet wurde.
Schönen Gruß Dieter
Schönen Gruß Dieter
Am: 16.08.2025 18:06:56
Gelesen: 33596
# 232
@ Dieter 66 [#231]
danke für die Erläuterungen. Bei den Zensuren in Deutschland nach 1945 habe ich keine Literatur.
Ich sammle nur Zensuren 1938 - 1945 und da auch nur wenn ein Ostmark Bezug gegeben ist.
Grüße Reini 46
Am: 17.08.2025 09:01:23
Gelesen: 33535
# 233
@Reini46 [#230]
@ Dieter 66 [#231]
Moin zusammen.
Für die Barfreimachung im Auslandspostverkehr war in der Französischen Zone der Vermerk "Taxe percue" in roter Farbe vorgeschrieben.
Dieser Vermerk konnte handschriftlich oder per Stempelabdruck auf die Sendungen aufgebracht werden. Fehlte ein rotes Stempelkissen war der Taxe percue Stempel kräftig handschriftlich in rot zu umrahmen. Die Beachtung dieser Vorschrift war sicherzustellen, damit die Sendungen im Bestimmungsland nicht mit Nachgebühr belegt wurden.
(Vfg. OPD Neustadt (Haardt), 08.04.1946)
(Vfg. OPD Tübingen, 08.04.1946)
Der Zensurstempel G. C. E. gehört zur Zensurstelle Koblenz, in Neuwied gab es keine Zensurstelle.
Schönen Sonntag
Rolf
Am: 18.08.2025 17:56:22
Gelesen: 33450
# 234
Bei vielen Barfrankaturen erfolgte keine oder eine handschriftliche Eintragung der erforderlichen Gebühren. Ebenso verhielt es sich mit der vorgeschriebenen Unterzeichnung des Freivermerkes durch einen (eigentlich zwei) Postbeamten. Das Prozedere ist im Richter-Handbuch im Kapitel F3 ausführlich beschrieben.
In Konstanz war man recht kreativ. Dort gab es Stempel mit acht verschiedenen Gebühreneinträgen und zehn verschiedenen Buchstabenpaaren, die jeweils einem Postbeamten zugeordnet waren. Mein Beleg vom 8.4.47 hat neben einem Postfreistempel von Konstanz einen roten Stempel, bei dem 006 für die Gebühr und AI für den Postbeamten steht.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 21.08.2025 11:12:27
Gelesen: 33315
# 235
Der auf diesem Ortsbrief mit Tagesstempel (22a) Essen-Rellinghausen d vom 16.8.48 verwendete Gebühr bezahlt-Stempel ist im Richter-Handbuch ohne genaue Typenbezeichnung und Abbildung als zweizeiliger Rechteckstempel in Grotesk-Schrift erfasst. Der Beleg zeigt nun, wie der Stempel genau aussieht.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 22.08.2025 10:19:44
Gelesen: 33251
# 236
Der rote Postfreistempel Gummersbach g mit der Inschrift BEZAHLT vom 27.7.45 wurde in diesem Fall durch den Zahlenstempel 8. Pfg. zur Angabe der erhobenen Gebühr für einen Ortsbrief bis 20 g ergänzt. Für erstaunlich halte ich die Währungsangabe Pfg zu einer Zeit, in der Rpf noch üblich war. Der Zahlenstempel ist im Richter-Handbuch nicht aufgeführt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 23.08.2025 10:33:02
Gelesen: 33158
# 237
@ Jürgen Witkowski [#236]
Hallo Jürgen,
nachdem ich ins Handbuch von Richter schaute, entdeckte ich die Abbildung auf S. 154 mit Nr.9011.
Mir war dieser auffällige Einkreisstempel „Gebühr bezahlt“ von Fellbach -ohne Datum- noch nicht untergekommen. Scheint wohl ein altes weiter verwendetes Exemplar zu sein.

Diese Drucksache ist oben und unten wie ein Streifband offen.
Gruß
Hajo

Diese Drucksache ist oben und unten wie ein Streifband offen.
Gruß
Hajo
Am: 23.08.2025 23:55:55
Gelesen: 33098
# 238
@ Nordluchs [#237]
Hallo Hajo,
schaue mal auf die Seite 86 im Richter Handbuch. Da gibt es eine nähere Beschreibung zu dem Stempel Fellbach.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.08.2025 08:23:34
Gelesen: 33081
# 239
@ Dieter 66 [#238]
Hallo Dieter,
ja habe ich auch gelesen. Aber ich zeige nur den auffälligen Stempel.
Ich gehe davon aus, dass es den mit Stecktypen gibt.
Warten wir mal auf eine Reaktion.
Gruß
Hajo
Am: 24.08.2025 10:20:02
Gelesen: 33070
# 240
@ Nordluchs [#237]
@ Dieter 66 [#238]
@ Nordluchs [#239]
Zum Vergleich kann ich einen Beleg mit diesem Stempel mit Datum 24 Jun 40 zeigen, der zudem eine Gebühr von 3 Rpf. ausweist. Beim Stempel von Hajo wurden alle Stecktypen nicht eingesetzt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 24.08.2025 13:16:07
Gelesen: 33037
# 241
@ Nordluchs [#239]
@ Jürgen Witkowski [#240]
Hallo ihr beiden.
So ein Streifband befindet sich auch in meiner Sammlung. Hier zeige ich noch einen Einkreisstempel von Untertürkheim. Dieser wurde mit den Stecktypen verwendet. Wird aber auch im Richter Handbuch unter der Abb. 9011 geführt.
In wie weit es damalige Verfügungen gab, mit oder ohne Stecktypen die Stempel zu verwenden, scheint nicht dokumentiert worden zu sein. Lediglich gab es eine Anweisung, „Rfg“ in „Pf“ zu ändern. Hier eine ADA, die noch einen Hinweis auf die Verwendung gibt.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.08.2025 15:26:54
Gelesen: 33023
# 242
@ Dieter 66 [#241]
Vom Stempel Untertürkheim kann ich einen Beleg vom 7 Jan 1949 zeigen, bei dem man etwas besser erkennen kann, dass das R von der Stecktype Rpf aptiert wurde und nur noch pf übrig blieb.
Beim Vor-Vorläuferstempel aus dem Jahr 1929 gab es die Währungsbezeichnung Pf, sowie Sternchen. Danach muss es noch einen Stempel ohne Sternchen und der Währungsbezeichnung Rpf gegeben haben.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Beim Vor-Vorläuferstempel aus dem Jahr 1929 gab es die Währungsbezeichnung Pf, sowie Sternchen. Danach muss es noch einen Stempel ohne Sternchen und der Währungsbezeichnung Rpf gegeben haben.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 25.08.2025 21:06:11
Gelesen: 32919
# 243
Von den ellipsenförmigen Tagesstempeln mit dem Freivermerk "Gebühr bezahlt" sind im Richter-Handbuch 276 Stempel aufgeführt. Beim Stempel von Augsburg gibt es hinter dem Ortsnamen noch die beiden Buchstaben P.P. Richter geht auf diese Besonderheit nicht ein. Möglicherweise stehen die Buchstaben für "Port payé". Den Stempel Augsburg 2 P.P. habe ich vom 8.1.46 vorliegen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 25.08.2025 22:20:34
Gelesen: 32909
# 244
@ Jürgen Witkowski [#243]
Hallo Jürgen,
Der ellipsenförmige Stempel wird zwar nicht abgebildet, aber du findest den in der Übersicht auf Seite 80 im Richter Handbuch.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 26.08.2025 10:00:15
Gelesen: 32865
# 245
@ Dieter 66 [#244]
Hallo Dieter,
die Tabelle mit den ellipsenförmigen Stempeln kenne ich natürlich. Darauf beruht ja auch meine Feststellung, dass Richter auf die Besonderheit dieses Stempels nicht eingegangen ist, was die beiden Buchstaben P.P. nach der Ortsbezeichnung zu bedeuten haben. In der mehrseitigen Aufstellung gibt es keinen anderen Stempel, bei dem diese Buchstaben so vorkommen. Der Stempel ist symmetrisch, das bedeutet, dass er so hergestellt worden ist und die beiden Buchstaben nicht später hinzugefügt wurden.
Den Stempel mit Sternchen gibt es bei Philastempel aus dem Jahr 1934 [1]. Es handelt sich wohl um denselben Stempel, bei dem allerdings die Sternchen noch nicht aptiert wurden.
Auf dieser Selbstbucher-Postgutkarte vom 10.2.44 sind die Sternchen erwartungsgemäß aptiert.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1626
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1626
Am: 26.08.2025 19:12:27
Gelesen: 32814
# 246
@ Jürgen Witkowski [#245]
Hallo Jürgen,
habe mich auch ein wenig gewundert, wenn das dir nicht aufgefallen wäre.
Es gibt keinen weiteren Stempel im Richter Handbuch mit der Endung ".P.P." nach dem Ortsnamen. Hatte ich auch nachgeschaut.
Evtl. war in Augsburg ein extra International-Postschalter eingerichtet welches einen Stempel mit "port payee" als Kürzel rechtfertigte.
Wirtschaftliche Gründe könnten da eine Rolle gespielt haben. In Augsburg war u.a. die erste deutsche Börse.
Ist allerdings nur eine Mutmaßung.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 27.08.2025 09:36:27
Gelesen: 32523
# 247
Da Setzkastenstempel im Richter-Handbuch nicht systematisch mit Bild erfasst sind, was aufgrund der möglichen Vielfalt auch schier unmöglich ist, möchte ich ein Beispiel zeigen, dass in Eiserfeld (Sieg) am 1.9.45 in der ungewöhnlichen Farbe Grün gestempelt wurde. Ergänzend wurde noch in roter Farbe ein Dienstsiegel dazu gestempelt. Im Handbuch hat es die Typenbezeichnung 8412. Drei Stempelfarben - Schwarz, Rot, Grün - findet man auch nicht sehr häufig auf einem Beleg.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 27.08.2025 15:41:11
Gelesen: 32485
# 248
@ Jürgen Witkowski [#247]
Hallo Jürgen,
ein schöner Beleg.
Das macht dieses Sammelgebiet immer wieder spannend. Neben dem Standard sind immer wieder Besonderheiten zu entdecken.
Wie bei diesen zwei Barfrankaturen der Reichsbank.
Aufgrund der damaligen Papierknappheit wurden Briefcouverts sogar mehrfach verwendet.
Die Niederlassung in Siegen verwendete den Umschlag zweimal. Ein Datum vom 12.10.45 ist lesbar. Der andere Umschlag hat mindestens 4 Stempel. Es sind auch noch Fragmente einer Freimarke zu erkennen, die dann abgerissen wurde. Der letzte Stempel scheint der Ex. Paketstempel von „BREMEN 5“ zu sein. 31.8.45. Er liegt, meine ich über allen anderen. Von diesen Briefen habe ich mehrere in meiner Sammlung. Auffällig ist, dass insbesondere fast alle Couverts der Reichsbank mehrfach verwendet wurden. Es könnte daher sogar eine interne Anweisung, zur Mehrfachverwendung gegeben haben.
Evtl. wurden Umschläge auch gesammelt und querversandt wie bei dem in Siegen. Wie kommen sonst von einem Postamt zwei identische Stempel mit unterschiedlichen Datum zustande.

Schönen Gruß Dieter

Schönen Gruß Dieter
Am: 28.08.2025 10:23:20
Gelesen: 32439
# 249
@ Dieter 66 [#297]
Hallo Dieter,
bei dem roten Zweiellipsenstempel auf dem rechten Beleg handelt es sich ganz sicher um den Klüssendorf-Paketstempel als Notverwendung in der Briefpost. Sehr gut zu sehen sind die roten Schleifspuren über dem Sichtfenster des Briefumschlages, die beim Durchlauf durch die Maschine entstanden sind.
Zum Vergleich ein Exemplar aus meiner Sammlung vom 12.12.45, bei dem diese Schleifspuren kaum erkennbar sind.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 29.08.2025 15:04:55
Gelesen: 32307
# 250
Der Zweiellipsenstegstempel Schwabach * * vom 3.1.46 wird auf diesem Brief nach München ergänzt durch die Angabe der gültigen Briefgebühr von 12 Rpf. Die Form 12... ist im Richter-Handbuch erwähnt, aber nicht abgebildet. Beim genauen Hinsehen ist es nach meinem Empfinden eher 12._ .
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 29.08.2025 16:34:26
Gelesen: 32286
# 251
@ Jürgen Witkowski [#299]
Es könnte sich auch um einen alten Numeratorstempel handeln. Nicht benötigte Stellen wurden liniert oder auch nur ein Punkt gesetzt, sodass dieser dann als Zahlenstempel, zur Angabe der Gebühr verwendet wurde. Evtl. sogar um einen unbekannten Postmeisterstempel. Das meiste bleibt spekulativ und lässt sich heute wohl nicht mehr aufklären.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 29.08.2025 21:20:04
Gelesen: 32244
# 252
Für Rimsting hat Richter einen einzeiligen Stempel in Antiqua-Schrift mit einem Ausrufezeichen am Ende, sowie als Zweites eine Barfreimachung als handschriftlicher Freivermerk aufgeführt. Vom 14.05.45 kann ich als weitere Variante einen rot unterstrichenen maschinenschriftlichen Freivermerk "Porto bezahlt." zeigen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 29.08.2025 22:55:01
Gelesen: 32230
# 253
@ Jürgen Witkowski [#252]
Hallo Jürgen,
Ich glaube nicht, dass in Rimsting der Postbetrieb bereits am 14.5.45 in Betrieb war.
Ich konnte jetzt so schnell die Verfügung für die OPD München nicht finden. Im Allgemeinen wurde der Postbetrieb in den Zonen zwischen Juni und August 45 wieder eröffnet. In der brit. Zone der OPD HH und SH, z.B. ab dem 14 Juni 45. Ich denke es kann auch eine 8 oder 9 als Monat sein. Ist sehr schwer zu erkennen.
Es handelt sich hier um einen maschinenschriftlichen Freivermerk, die durch den Absender vorgenommen wurden. Im Richter Handbuch Seite 29 findest du unter E2 einen kurzen Vermerk. Kein postalischer Ursprung, daher auch nicht gelistet.
Schönen Gruß Dieter
Am: 30.08.2025 10:51:44
Gelesen: 32180
# 254
@ Dieter 66 [#253]
Hallo Dieter,
zur Ergründung des Datums habe ich einen hochauflösenden Scan angefertigt. Demnach tendiere ich zum 14.8.45. Danke für den Hinweis auf das fragliche Datum.

Den Vermerk aus dem Richter-Handbuch kenne ich natürlich. Mein Beitrag war nicht als Vorwurf für eine Unvollständigkeit gedacht, sondern sollte einfach diese mögliche Form der Barfrankatur vorstellen.
Zum Vergleich zeige ich den oben bereits erwähnten einzeiligen Stempel in Antiqua-Schrift mit einem Ausrufezeichen am Ende vom 27.5.46.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Hallo Dieter,
zur Ergründung des Datums habe ich einen hochauflösenden Scan angefertigt. Demnach tendiere ich zum 14.8.45. Danke für den Hinweis auf das fragliche Datum.

Den Vermerk aus dem Richter-Handbuch kenne ich natürlich. Mein Beitrag war nicht als Vorwurf für eine Unvollständigkeit gedacht, sondern sollte einfach diese mögliche Form der Barfrankatur vorstellen.
Zum Vergleich zeige ich den oben bereits erwähnten einzeiligen Stempel in Antiqua-Schrift mit einem Ausrufezeichen am Ende vom 27.5.46.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 30.08.2025 13:25:52
Gelesen: 32153
# 255
@ Jürgen Witkowski [#254]
Hallo Jürgen,
das hatte ich auch nicht so darstellen wollen. Im Richter Handbuch wird vermerkt „nicht postalischer Ursprung“. Es wurde seinerzeit durch die Autoren so festgelegt und wird daher auch nicht gelistet.
Es muss aber nicht so sein. Meines Erachtens ist es dennoch eine Barfrankatur. AFS-Maschinen waren seinerzeit auch nicht postalischen Ursprungs, sondern eine private Erfindung, die dann 1921 durch die Reichspost zugelassen wurde. Die Frage ist, bedarf es einer schriftlichen Verfügung oder Zulassung, oder reicht auch eine vielfache Duldung bzw. Anerkenntnis von offizieller Stelle aus. Nur so ein Gedanke.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 31.08.2025 11:29:25
Gelesen: 32062
# 256
Versehen mit dem Tagesstempel (2) Müncheberg (Mark) b wurde am 24.7.48 ein Brief nach Buckow in der Märkischen Schweiz aufgegeben. Der Gebührenstempel wird im Richter Handbuch ohne Abbildung als Einzeiler in Frakturschrift aufgeführt. Der Beleg zeigt, dass es sich um einen Zeilenstempel in Kleinschrift mit Punkt am Ende handelt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 04.09.2025 20:16:33
Gelesen: 31752
# 257
Den Beleg aus Essen vom 29.10.46 kann ich nach Richter Handbuch nicht einordnen. Es handelt sich um eine Notganzsache, die zusätzlich mit Teilen des Wertrahmens eines Postfreistempels versehen wurde. Diese Freimachungsart wird als H1 bezeichnet. Richter schreibt jedoch, dass die Verwendung von Freistempeln zur Portoerhöhung im Handbuch nicht berücksichtigt wurden.
Zusätzlich wurde auf dieser Postkarte mit privatem Inhalt nach Dresden noch ein zweizeiliger Rechteckstempel Gebühr bezahlt! verwendet. Diesen Stempel mit dem Ausrufezeichen am Ende kann ich bei den entsprechenden Stempeltypen nicht finden. Ein vergleichbarer Beleg mit aufgewerteter Ganzsache und Gebühr bezahlt! Stempel ist mir nicht bekannt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 04.09.2025 22:58:13
Gelesen: 31726
# 258
@ Jürgen Witkowski [#257]
Hallo Jürgen,
das ist eine Notausgabe Essen 1 (Britische Zone) P BO3 auf Urkarte P 950.
Im Michel Ganzsachen Katalog 2021/22 findest du den auf Seite 315.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 05.09.2025 15:03:23
Gelesen: 31646
# 259
@ Dieter 66 [#258]
Hallo Dieter,
die Notganzsache hatte ich wohl richtig erkannt. Nur habe ich übersehen, dass auch der Stempel Gebühr bezahlt! mit zur Ganzsache gehört. Da kann ich im Richter-Handbuch auch nichts finden. Danke für Deinen Hinweis.
Versehen mit dem Tagesstempel (13b) Laberweinting a wurde nachfolgender Brief am 3.12.45 aufgegeben. Er erhielt einen im Handbuch als abgekürzten Setzkastenstempel in Antiqua-Schrift aufgeführten Stempel Gebühr bez. Da es davon keine Abbildung gibt, liefere ich sie hiermit nach.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 07.09.2025 10:59:41
Gelesen: 31478
# 260
Auf einem Brief von Falkensee nach Bad Buckow vom 8.7.48 wurde der Gebühr bezahlt Stempel gleich zweimal abgeschlagen. Im Richter-Handbuch ist der Stempel ohne Abbildung als Einzeiler mit unterstrichenem Text in Antiqua-Schrift bezeichnet. Beim unteren Stempel kann man die Linie unter dem Text noch andeutungsweise erkennen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 19.09.2025 20:55:20
Gelesen: 30682
# 261
Eine Hochzeitsanzeige aus November 1945 wurde an der Poststelle Immenhausen über Meschede aufgegeben. Im Postamt Meschede erhielt sie einen Gebühr bezahlt Stempel und das Dienstsiegel des Postamtes Meschede. Ein Tagesstempel wurde nicht verwendet.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 19.09.2025 22:29:58
Gelesen: 30658
# 262
@ Jürgen Witkowski [#261]
Hallo Jürgen,
den Beleg hast du schon mal unter [#211] vorgestellt.
Ist bei mir auch schon vorgekommen.
Seitdem lege ich immer einen kleinen Zettel zu den vorgestellten Belegen.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 20.09.2025 09:18:11
Gelesen: 30611
# 263
@ Dieter 66 [#262]
Ich bitte um Nachsicht für die Wiederholung. Den Scan hatte ich im falschen Verzeichnis für vorbereitete Beiträge abgelegt.
Nun hoffentlich etwas Neues. Auf der Poststelle I, Birkenfeld über Marktheidenfeld wurde am 31.1.46 ein Brief nach Aschaffenburg aufgegeben. Die Entrichtung der Gebühr von 12 Rpf wurde durch einen handschriftlichen Eintrag und einen Setzkastenstempel dokumentiert. Da es im Handbuch keine Abbildung für den Stempel gibt, liefere ich sie hiermit nach.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 21.09.2025 16:11:39
Gelesen: 30529
# 264
Im Richter-Handbuch wird für Teistungen über Worbis (Eichsfeld) ohne Abbildung ein einzeiliger Stempel in Frakturschrift aufgeführt. Ein schöneres Exemplar, als auf dieser Postkarte vom 8.10.45, wird man kaum finden können.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 21.09.2025 22:39:10
Gelesen: 30488
# 265
Hallo,
eine einfache Barfrankatur mit einem zweizeiligen Freivermerk ohne Rahmen „Gebühr bezahlt“ nach Richter Handbuch Abb. 2054.
Das Besondere ist allerdings, dass der Brief noch während der alliierten Besetzung der Amerikaner in Sachsen vor der Übernahme der sowj. Besatzungsmächte befördert wurde. "RADEBEUL 1 v.25.6.45" nach Dresden. Postleitzahl 20. Erst am 26. Juni 1945 war ein beschränkter Postverkehr durch die amerik. Besatzung zugelassen. Einer der frühesten Belege noch während der amerik. Besetzung.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 21.09.2025 23:40:58
Gelesen: 30481
# 266
@ Dieter 66 [#265]
Hallo Dieter,
du scheinst da den Ort zu verwechseln. Radebeul wurde durch die Russen besetzt, der Postverkehr begann bereits im Mai 1945. Dresden mit PLZ 20 kann nur ein Versehen sein.
Viele Grüße
Bernhard
Am: 22.09.2025 13:01:53
Gelesen: 30314
# 267
@ bernhard [#266]
Hallo Bernhard,
du hast recht, habe ich mit Leipzig verwechselt.
Muss dann nochmal nachschauen, wann da der Postverkehr eröffnet wurde.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 23.09.2025 11:02:42
Gelesen: 30252
# 268
Für Rothenbuch gab es anfangs nur die Möglichkeit der handschriftlichen Freimachung. Der handschriftliche Vermerk 24. Pf Geb. bz. wurde in blauer und roter Farbe unterstrichen. Der Brief wurde mit dem Tagesstempel Rothenbuch über Lohr (Main) a vom 26.2.46 versehen und auf den Weg nach Wunsiedel / Oberfranken gebracht.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 24.09.2025 20:14:27
Gelesen: 30146
# 269
Im Richter-Handbuch ist einer der Gebühr bezahlt Stempel von Köthen (Anh) 1 ohne Referenzabbildung als zweizeiliger Rechteckstempel in Frakturschrift mit einem Ausrufezeichen am Ende beschrieben. Den Stempel kann ich in guter Qualität auf diesem Einschreiben nach Dessau vom 15.2.46 zeigen.
Auf der Rückseite befindet sich der Ankunftstempel Dessau * 1 s vom 16.2.46 mit ausgeblockter Uhrzeit. Laut Handbuch von Richter/Griese [1] ist er nur für Februar 1946 nachgewiesen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Richter, Griese, Altstempel deutscher Postanstalten - ihre Weiter- und Wiederverwendung nach dem 8. Mai 1945, Handbuch und Katalog
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
[1] Richter, Griese, Altstempel deutscher Postanstalten - ihre Weiter- und Wiederverwendung nach dem 8. Mai 1945, Handbuch und Katalog
Am: 26.09.2025 19:50:51
Gelesen: 29877
# 270
Für Ottenhöfen im Schwarzwald sind im Handbuch drei Barfrankaturen gelistet, davon zwei mit einer Referenzabbildung. Die dritte kann ich mit einer Abbildung belegen. Es handelt sich um einen zweizeiligen Rechteckstempel in Groteskschrift mit einem Ausrufezeichen am Ende. Darüber befindet sich handschriftlich die Angabe der Gebühr von 12 Rpf, sowie ein Namenskürzel. Die Postkarte nach Zernsdorf, Kreis Teltow, wurde am 5.1.47 aufgegeben.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 28.09.2025 11:39:47
Gelesen: 29734
# 271
Für das Postamt Gotha 1 sind verschiedene Gebühr bezahlt Stempel im Handbuch aufgeführt. Als Beispiel mag der Stempel mit der Katalognummer 2553 in Verbindung mit dem Tagesstempel Gotha 1 x vom 21.8.45 gelten, der in dieser Form auch in den Postämtern Gotha 2 und Gotha 4 verwendet wurde.
Ein ähnlich aussehender Stempel, jedoch dreizeilig mit einem b oben links, wie ich ihn in Verbindung mit dem Ortswerbestempel Gotha 1 t vom 31.10.45 vorliegen habe, fehlt im Handbuch.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Ein ähnlich aussehender Stempel, jedoch dreizeilig mit einem b oben links, wie ich ihn in Verbindung mit dem Ortswerbestempel Gotha 1 t vom 31.10.45 vorliegen habe, fehlt im Handbuch.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 28.09.2025 13:24:36
Gelesen: 29713
# 272
@ Jürgen Witkowski [#271]
Hallo Jürgen,
dann schau mal unter Postmeisterstempel auf die Seite 48.
MfG
Klaus
Am: 28.09.2025 14:46:21
Gelesen: 29689
# 273
@ becker04 [#272]
Hallo Klaus,
vielen Dank für den Hinweis. Wegen der Ähnlichkeit der beiden Stempel, bin ich nicht auf die Idee gekommen, bei den Postmeisterstempeln nachzusehen. Von Gotha gibt es sogar eine ganze Menge davon. Ein Querverweis im Gesamtverzeichnis des Handbuches wäre, wie auch an manch anderer Stelle, hilfreich gewesen.
Wenn ich schon einmal dabei bin, will ich einen Stempel vorstellen, der ohne Abbildung im Buch als kleingeschriebener Freivermerk in Frakturschrift mit Punkt am Ende geführt wird. Er stammt aus Niedersachswerfen (Südharz) und befindet sich auf einem Einschreibebrief vom 8.11.45 nach Buckow (Märkisches Höhenland). Der Brief kam dort am 14.11.45 an.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 28.09.2025 22:55:57
Gelesen: 29638
# 274
Hallo,
nach der Wiederaufnahme des Postverkehrs 1945 bedienten sich, auf Grund von fehlenden Freimarken, die Postämter mit alten „Gebühr bezahlt“ Stempel.
Allerdings hatten nicht alle Postämter fertige Stempel liegen. So wurden Stempel auch aus Setzkästen hergestellt. Im Richter werden diese unter „SKS“ geführt. Hier ein Setzkasten-Stempel der wie ich finde sehr gut gelungen ist.
HÜLBEN über URACH (WÜRTT) 8.1.46. Stempel mit Gebührenvermerk, am Anfang und am Ende ein Zierstern.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 29.09.2025 16:47:07
Gelesen: 29556
# 275
Hallo,
Im Richter Handbuch wird der Ort „ZSCHORNEWITZ (KR BITTERFELD) 5.10.45“ benannt. Allerdings fehlt die Abbildung des zugehörigen Freivermerkes.
Es wird lediglich erwähnt, das dass „g“ von gebühr (bezogen auf den Freivermerk) auch Kopf stehend zu finden ist. Hier nun der Freivermerk, allerdings ohne Kopf stehendes „g“.
Eine gleiche oder auch ähnliche Abbildung ist im Richter Handbuch nicht aufgeführt.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 30.09.2025 15:29:08
Gelesen: 29359
# 276
Für Steinwiesen ist im Handbuch ohne Abbildung ein zweizeiliger Setzkastenstempel in Antiqua aufgeführt, der bei diesem Einschreiben nach Berlin vom 10.4.46 zum Einsatz kam. Im Ankunftstempel (1) Berlin- Wilmersdorf 1 w vom 16.4.46 wurde die Postleitgebietszahl (1) in einem Kreis in den Steg eingefügt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 30.09.2025 17:41:43
Gelesen: 29295
# 277
Hallo,
ein Stempel aus Schwenningen vom 06.10.1945, vielleicht habe ich den schon mal gezeigt.
Gruß
Manne
Gruß
Manne
Am: 03.10.2025 22:08:10
Gelesen: 28995
# 278
@ Manne [#277]
Hallo Manne,
im Richter Handbuch wird dieser als Setzkastenstempel geführt. Dieser ist auch mit 12 Pf. bekannt.
Für „MÜHLDORF (OBERBAY)1“ 4.6.46, werden im Richter Handbuch zwei Schnitz-Stempel genannt. Allerdings gibt es keine Abbildung zu den Schnitz-Stpl. Diese Barfrankatur trägt zumindest eine der 2 verwendeten Stempel.
Schnitzstempel wurden u.a. aus Kork, Holz oder auch Gummi hergestellt. Auf Grund von Abnutzung sowie die Intensität der Farbe, variieren die Abschläge mitunter recht stark.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 04.10.2025 15:47:37
Gelesen: 28932
# 279
@ Dieter 66 [#278]
Danke für den Hinweis.
Hatte ich diesen aus Neustadt im Schwarzwald vom 11.12.1945 schon gezeigt?

Gruß
Manne

Gruß
Manne
Am: 04.10.2025 21:09:09
Gelesen: 28906
# 280
@ Manne [#279]
Hallo Manne,
im Richter Handbuch wird der zweisprachige Freivermerk unter der Abb. 5212 geführt.
Der weitere Stempel „Gebühr 03“ wurde vermutlich durch den Absender gesetzt. Meistens waren es Großeinlieferer. Im Handbuch wird für Neustadt (Schwarw.) das Finanzamt genannt. Allerdings im Zusammenhang mit einem „-,24“ Pfg. Zusatzstempel. Da diese Stempel nicht postalischen Ursprungs waren, werden diese im Handbuch nicht weiter bewertet.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 05.10.2025 11:04:34
Gelesen: 28855
# 281
@ Dieter 66 [#280]
Hallo Dieter,
vielen Dank für Deine Beschreibung.
Gruß
Manne
Am: 09.10.2025 21:26:04
Gelesen: 28647
# 282
Dieser Formvordruck wurde in Hamburg am 7.1.46 verfasst. Unter links trägt er einen Kontrollstempel mit geschwärztem Datum. Nur die „1“ (Monat) ist lediglich zu erkennen. Ober rechts ein Freivermerk „Gebühr bezahlt“ Stempel.
Diese Formvordrucke wurden u.a. durch die Postämter ausgegeben. Der Kontrollstempel diente zur Bestätigung der vereinnahmten Gebühr. Der Tagesstempel, hier der 08.1.46, ein Tag später, dokumentiert die Einlieferung.
Im Richter Handbuch wird für „HAMBURG 36“ der Freivermerk aufgeführt. Allerdings in dem Zusammenhang mit dem Tagesstempel und nicht dem Kontrollstempel. Die Tendenz geht schon in die Richtung einer lokalen Notausgabe. Dennoch gehe ich hier von einer Barfrankatur aus.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 11.10.2025 17:20:15
Gelesen: 28504
# 283
Für Vöhrenbach wird im Handbuch ein zweizeiliger Rechteckstempel in Groteskschrift mit der Abbildungs-Nr. 2439 genannt. Da diese Abbildung im Buch fehlt, will ich sie hier auf einem Beleg zeigen, der am 11.10.45 mit dem Tagesstempel Vöhrenbach b versehen nach Triberg verschickt wurde.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 11.10.2025 23:31:41
Gelesen: 28450
# 284
Für „DÜSSELDORF GERESHEIM 2“ gibt es im Richter Handbuch nur einen Eintrag. Der Eintrag bezieht sich auf einen SKS-Stempel (Setzkasten) allerdings ohne Abbildung.
Auf diesem Beleg nun die passende Abbildung dazu. „Abgekürzter einzeiliger Freivermerk mit Zierstücken“.
Der Stempel muss den Verfassern bekannt gewesen sein. Außer das er nicht abgebildet wird, wird dieser in der Tabelle recht genau beschrieben.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 12.10.2025 15:43:53
Gelesen: 28356
# 285
Von Forbach (Baden) gibt es im Richter-Handbuch zwar zwei Einträge, ein einzeiliger Stempel mit der Inschrift "gebühr bezahlt" in Kleinbuchstaben und Frakturschrift, sowie Strichen oben und unten, ist nicht darunter. Der Brief mit dem Tagesstempel (17b) Forbach (Baden) b wurde am 4.10.45 nach Triberg (Schwarzwald) aufgegeben.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 14.10.2025 17:36:16
Gelesen: 28208
# 286
Im Richter Handbuch für Barfrankaturen werden für „NEUGERSDORF (SACHS)“ zwei elliptische Stempel mit dem Freivermerk „Gebühr bezahlt“ genannt. Diese unterscheiden sich lediglich durch die später eingefügte Postleitzahl (10).
In den Stempeldatenbanken wird bislang nur der Stempel mit Postleitzahl aufgeführt. Dieser Beleg zeigt den Stempel ohne Postleitzahl, sowie ein sehr frühes Datum, 31.5.45.
Zwei weitere Belege zeigen die spätere Verwendungsform mit aptiertem Stempel.
Auffällig ist, dass das „N“ für Nachmittag einmal vor und einmal hinter der Uhrzeit steht. Mit der Aptierung wurde wohl auch der Buchstabe nach vorne versetzt. (vor die Uhrzeit)
Interessant wäre es zu erfahren, wann der Stempel aptiert wurde.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 18.10.2025 20:28:43
Gelesen: 28003
# 287
Für Arnstadt 1 wird im Richter-Handbuch ein zweizeiliger Rechteckstempel in Frakturschrift (Nr. 2303) angegeben. Dieser hat jedoch ein anderes Aussehen und einen Punkt am Ende, den es hier nicht gibt. Schön finde ich den Handrollstempel Arnstadt * vom 18.5.46.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 28.10.2025 14:10:02
Gelesen: 27526
# 288
Eine Barfrankatur eines Briefmarkenhändlers mit einem ellipsenförmigen Tagestempel mit integriertem Freivermerk „Gebühr bezahlt“.
Ursprünglich waren es Paketstempel aus den 20-er Jahren. Wurden dann nach 45 wieder reaktiviert und für Postkarten und Briefe verwendet.
Dieser stammt aus „KEMPTEN (Allgäu) 2“. Hier hat der Schalterbeamte zwar den Tag und Monat wohl richtig eingestellt, allerdings ein völlig falsches Jahr und Jahrzehnt. Wie das Datum „13.8.34“ zustande gekommen ist, lässt sich nicht mehr klären. Die Karte stammt vom 10. August 1946.

Schönen Gruß Dieter.
Helmut Schiller, 13b Kempten / Allgäu

Schönen Gruß Dieter.
Helmut Schiller, 13b Kempten / Allgäu
Am: 28.10.2025 20:10:18
Gelesen: 27490
# 289
@ Jürgen Witkowski [#276]
Von Steinwiesen gibt es auch noch einen Einzeiler ohne Rahmen mit Text Gebühr bezahlt in der Größe 4x42 mm. Der Stempel kommt in blau vor.
Beide Stempel sind abgebildet in Walter Kerl, Katalog der Gebühr-bezahlt und Postfreistempel in Oberfranken. Herausgegeben vom VOB 1975.
Viele Grüße
kreuzer
Am: 01.11.2025 16:47:25
Gelesen: 27314
# 290
@ kreuzer [#289]
Vielen Dank für den Hinweis auf das Buch. Es wurde zufälligerweise gerade von einem Antiquriat online angeboten und ich habe es erwerben können. Ich bin gespannt auf den Inhalt, wenn ich es vorliegen habe.
Für Mainleus wird im Richter-Handbuch ein einzeiliger Gebührenstempel in Antiqua-Schrift aufgeführt, von dem keine Abbildung vorliegt. Einen passenden Beleg, versehen mit dem Tagesstempel Mainleus a vom 17.12.45, kann ich zeigen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 01.11.2025 18:06:37
Gelesen: 27292
# 291
Hallo zusammen,
hier eine Drucksachen-Postkarte aus Maria Laach (über Andernach) vom 03.04.1948 mit Freivermerk "Gebühr bez." und zusätzlichem Zahlenstempel "0,06". Dokumentiert im Richter-Handbuch auf Seite 40.

Beste Grüße
Ulrich

Beste Grüße
Ulrich
Am: 01.11.2025 18:34:17
Gelesen: 27285
# 292
@ Jürgen Witkowski [#290]
Gerne doch! War mit Sicherheit kein schlechter Kauf. Der Stempel von Mainleus ist auch abgebildet. Von dort sind aber auch handschriftliche Vermerke bekannt.
Viele Grüße
kreuzer
Am: 01.11.2025 20:45:29
Gelesen: 27259
# 293
@ kreuzer [#292]
Die handschriftlichen Vermerke von Mainleus sind im Richter-Katalog vermerkt.
Versehen mit dem Tagesstempel Osterhofen (Niederbayern) a vom 12.11.45 kann ich einen einzeiligen Setzkastenstempel mit Zierstücken zeigen, der im Katalog ohne Abbildung gelistet ist.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 05.11.2025 20:21:26
Gelesen: 27042
# 294
Hallo zusammen,
hier ein R-Brief vom 05.11.1945 aus KOLBERMOOR nach Wunsiedel, Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten, UB a, sehr kleiner Freivermerk (1240 im Richter-Handbuch), Einschreibzettel: Einheitausgabe der DRP mit PLZ-Kreis, Ortsname "Kolbermoor" eingestempelt. Rückseitig Ankunftstempel WUNSIEDEL vom 10.11.1945.

Mir gefällt dieser Beleg ausgesprochen gut.
Beste Grüße
Ulrich

Mir gefällt dieser Beleg ausgesprochen gut.
Beste Grüße
Ulrich
Am: 05.11.2025 22:59:13
Gelesen: 27017
# 295
@ GSFreak [#294]
Hallo Ulrich,
Hier ein Brief aus KOLBERMOOR nach München 23, allerdings nicht als Einschreiben. Gleicher Freivermerk, gleicher Tagesstempel 4.2.46.
Schönen Gruß Dieter
Schönen Gruß Dieter
Am: 06.11.2025 18:25:24
Gelesen: 26927
# 296
Hallo zusammen,
hier ein anschauliches Beispiel für eine Barfrankatur in der RPD Hamburg: Die Karte wurde bereits am 29.07.1945 geschrieben und bekam erst am 31.07.1945 in BASBECK (NIEDERELBE) den Stempel links unten. D.h. die Absenderin ist also mit der beschriebenen Karte aus ihrem Fundus zum Postamt, hat die Freigebühr bezahlt und diese Bezahlung wurde mit dem Stempel links unten dokumentiert. Die Karte lief dann über STADE 1 (Abgangsstempel 01.08.1945), wo auch eine der Zensurstellen in der RPD Hamburg beheimatet war.
Es ist damit keine Notganzsache P A84.

Beste Grüße
Ulrich

Beste Grüße
Ulrich
Am: 08.11.2025 16:00:30
Gelesen: 26710
# 297
Hallo Experten,
ich weiß nicht ob der Brief hier her gehört. Der Brief wurde von einem Beschäftigten/Arbeiter der Fabrik Schickedanz in Fürth/Bayern nach Dresden N23 geschrieben? Und wenn, weshalb wurde der Brief in Nürnberg 20 mit UB "c" gestempelt.
Gustav Abraham Schickedanz (* 1. Januar 1895 in Fürth; † 27. März 1977 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und Unternehmer. Er gründete 1927 das Versandhaus Quelle.

Grüße
Andreeas

Grüße
Andreeas
Am: 09.11.2025 12:52:17
Gelesen: 26636
# 298
@ zonen-andy [#297]
Hallo Andreas,
der passt eher in dieses Thema, Barfrankaturen nach 1945:
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=2948&CP=0&F=1
Die Vereinnahmung der Gebühr, auf Grund von Markenmangel, wurde durch einen „Gebühr bezahlt“ Stempel bestätigt.
Der Stempel „NÜRNBERG 20 c“ wurde aptiert und nach 1945 dann weiterverwendet. Entfernt wurde der Schriftzug „Die Stadt der Reichsparteitage“
Nürnberg und München waren Leitpostämter. Hier lief auch die Zensur. Ich meine gelesen zu haben, dass ab Anfang Dez. 45 ehemalige Wehrmachtangehörige Briefe an die Verwandtschaft versenden durften.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 09.11.2025 15:06:20
Gelesen: 26620
# 299
@ Dieter 66 [#298]
Hallo Dieter,
vielen Dank für eine Antwort und die Briefanalyse. Als Beifang habe ich noch vereinzelte „Gebühr bezahlt“ Belege. Habe aber leider keine Ahnung von der Materie .
Grüße
Andreas
[Beiträge [#297] und [#299] redaktionell verschoben aus dem Thema "Stempel: Gebühr bezahlt / Taxe percue"]
Am: 10.11.2025 20:50:36
Gelesen: 26477
# 300
Der handschriftliche Gebühr bezahlt-Vermerk aus Ebensfeld ist im Richter-Handbuch nur aufgeführt. Im Katalog von Kerl ist er abgebildet, sogar die Unterschrift des Postbeamten ist identisch. Dieser Beleg stammt vom 8.10.45.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 12.11.2025 19:54:42
Gelesen: 26360
# 301
Für Nordhalben wird im Richter-Katalog ohne Referenzabbildung ein Stempel in Grotesk-Schrift mit einem Ausrufezeichen am Ende aufgeführt. Im Kerl-Katalog ist ein entsprechendes Bild dazu vorhanden. Mein Beleg mit dem Tagesstempel Nordhalben a stammt vom 7.2.46.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 13.11.2025 23:34:47
Gelesen: 26262
# 302
Eine Barfrankatur vom Reichsbankrat Arthur Naue aus Stadthagen an den Reichsbank-Direktor Herbert Johst in Münster. „STADTHAGEN 17.9.45“ Freivermerk „Gebühr bezahlt“.
Interessant ist die rückseitige Antwort. Da gab es wohl einen Bedarf an Freimarken.
Aber warum die Nachfrage nach Bögen mit Randaufdruck? War der Herr Johst selbst Sammler oder war das für die Bank ?
Sehr schön ist auch die Verwendung einer amtlichen Feldpostkarte. Im Borek Ganzsachenkatalog ab 1933 unter N 112 gelistet.
Der Werbespruch wurde weder ausgeschnitten noch geschwärzt.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 16.11.2025 16:53:37
Gelesen: 26066
# 303
Für Schirnding notiert das Richter-Handbuch ohne Abbildung einen Einzeiler in Fraktur-Schrift. Mein Gebühr bezahlt-Stempel entspricht einschließlich des Tagesstempels Schirnding a der Abbildung im Katalog von Walter Kerl. Lediglich hat mein Beleg das Datum 12.1.46.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 18.11.2025 23:48:34
Gelesen: 25890
# 304
Barfrankatur „DOMMELSTADL über PASSAU“ 21.9.46. Laut Richter Handbuch werden für Dommelstadl 2 „Gebühr bezahlt“ Stempel genannt.
Auf dieser Firmen-Postkarte wurden beide Stempel gesetzt. Der Setzkastenstempel sowie der Rahmen-Gummistempel. (Abb. 1269) Warum die Postkarte beide Stempel aufweist lässt sich heute sicherlich nicht mehr klären.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 20.11.2025 16:49:55
Gelesen: 25698
# 305
Die Barfrankatur mit dem Tagesstempel (10) Elsterwerda A ist im Richter-Handbuch als zweizeiliger Rechteckstempel in Fraktur-Schrift gelistet. Eine Abbildung gibt es nicht. Der Beleg ist am 9.11.45 gelaufen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
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Jürgen
Am: 23.11.2025 21:00:58
Gelesen: 25464
# 306
Vom Postamt Dessau 1 gibt es im Richter-Handbuch einen einzeiligen Stempel in Grotesk-Schrift ohne Abbildung. Mit Tagesstempel (19) Dessau 1 l vom 6.11.45 und mit Tagesstempel (19) Dessau 1 y vom 1.2.49 kann ich ihn zweimal nachweisen.
Ferner ist noch ein abgekürzter einzeiliger Stempel in Antiqua-Schrift aufgeführt, den ich mit dem Tagesstempel (19) Dessau 1 o vom 17.8.45 zeigen kann.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Ferner ist noch ein abgekürzter einzeiliger Stempel in Antiqua-Schrift aufgeführt, den ich mit dem Tagesstempel (19) Dessau 1 o vom 17.8.45 zeigen kann.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 24.11.2025 01:15:37
Gelesen: 25409
# 307
@ Dieter 66 [#304]
Ich habe von dieser Materie keine Ahnung, aber mir fällt auf, dass der Setzkastenstempel die gleiche Stempelfarbe zeigt wie der Vermerk "German Geschäftlich" und der Absenderstempel.
Dafür wurden für beide Bezahltvermerke unterschiedliche Stempelfarben verwendet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass beide von der Post angebracht wurden. Warum sollte der Beamte in einer kleinen Poststelle in den Zeiten des Mangels zwei verschiedene Stempelkissen vor sich haben ?
Kommt dieser Setzkastenstempel denn auch auf Belegen anderer Absender vor ? Sonst wäre meine Hypothese, dass er vom Absender angebracht wurde. Der hat schließlich auch einen Stempel GERMAN Geschäftlich mit denselben Typen gesetzt.
Der Rahmenstempel wäre dann der Poststelle zuzuordnen.
Nur so eine Idee, die die zwei Stempel erklären könnte.
Burkhard
Am: 24.11.2025 12:09:01
Gelesen: 25351
# 308
@ mumpipuck [#307]
Hallo Burkhard,
deine Annahme könnte die zwei Stempel erklären.
Es war durchaus üblich das Selbstbucher bzw. Firmen ihre eigenen Freivermerk-Stempel gesetzt haben. Das wurde durch die Post weitestgehend geduldet.
Auch wäre ein Vorausfreimachung möglich. Allerdings fehlt dafür der Aufgabestempel unten links und die Postkarte wurde bereits am 19.9.45 verfasst. Der Tagesstempel trägt den 21.9.45.
Allerdings muss es auch einen Setzkastenstempel gegeben haben, da im Richter Handbuch das explizit angegeben wird. Es kann aber auch sein, dass bei der damaligen Recherche die Verfasser den Setzkastenstempel nicht als Firmenstempel erkannt haben. Das lässt sich allerdings nur durch weitere Barfrankaturen des Postamtes Dommelstadl ggf. klären, die ich allerdings nicht besitze.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.11.2025 22:46:57
Gelesen: 25267
# 309
Viele Postämter waren nach Mai 1945, als langsam der allgemeine Postbetrieb wieder aufgenommen wurde, nicht in der Lage ihre Dienststellen sofort wieder zu eröffnen.
Entweder waren sie beschädigt oder es fehlte an Betriebsmitteln.
Daher haben benachbarte Postämter sich deren Stempel oder, wie in diesem Fall, deren Einschreibezettel bedient.
Man kann davon ausgehen, dass das Postamt „MAINZ 1“ eine Zeit lang nicht über eigene Einschreibezettel verfügte.
Barfrankatur mit Postmeisterstempel „Typ I“ handschriftliche Eintragung der Gebühr. R-Zettel vom Postamt MAINZ 2.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 25.11.2025 20:54:31
Gelesen: 25156
# 310
Von Kirn ist im Richter-Katalog einzeizeiliger Rechteckstempel in Fraktur-Schrift und Punkt am Ende aufgeführt. Ein Bild gibt es nicht, dafür noch den Vermerk "andere Type". Auf dieser Drucksache mit dem Tagesstempel (22) Kirn e vom 1.5.47 scheint der Stempel verwendet worden zu sein.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 25.11.2025 23:09:36
Gelesen: 25134
# 311
Barfrankatur vom Landrat des Kreises Altenburg an das Hauptzollamt Gera.
Der Brief trägt einen zweizeiligen Freivermerk ohne Rahmen.
Im Richter Handbuch werden für „ALTENBURG (THÜR) 1“ zwei, Freivermerke ohne Abbildung genannt.
Unter Bemerkungen steht „andere Type“ Am ähnlichsten scheint mir die Abbildung 2068 zu sein.
Mir ist nicht ganz schlüssig, was mit „andere Type“ unter Bemerkungen gemeint ist.

Schönen Gruß Dieter.

Am: 26.11.2025 19:56:25
Gelesen: 25042
# 312
Aus Eichendorf (Niederbayern) sind im Richter-Handbuch zwei Stempel ohne Abbildung aufgeführt. Den einzeiligen Setzkastenstempel in Grotesk-Schrift kann ich vom 25.4.46 zeigen.
Ferner gibt es noch einen zweizeiligen Stempel in Antiqua-Schrift, den ich mit Datum 13.5.46 nachweisen kann.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Ferner gibt es noch einen zweizeiligen Stempel in Antiqua-Schrift, den ich mit Datum 13.5.46 nachweisen kann.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 29.11.2025 10:49:43
Gelesen: 24738
# 313
Für Dresden-Bad Weißer Hirsch wird im Richter-Handbuch ohne Abbildung ein einzeiliger Setzkastenstempel in Fraktur-Schrift aufgeführt. Ein am 8.7.45 abgeschlagenes Exemplar befindet sich auf diesem Beleg.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
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Jürgen
Am: 30.11.2025 11:09:52
Gelesen: 24624
# 314
Aus Wasserburg Bodensee ist im Richter-Handbuch ohne Abbildung ein einzeiliger Stempel in Fraktur-Schrift mit einem Ausrufezeichen am Ende aufgeführt. Den Stempel kann ich vom 5.2.47 und vom 2.6.48 nachweisen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
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Jürgen
Am: 30.11.2025 20:45:07
Gelesen: 24529
# 315
Diese Barfrankatur mit einem ellipsenförmigen „Gebühr bezahlt“ Stempel, „LANDAU (PFALZ) 2“ vom 30.5.47 stammt aus dem Interniertenlager Fort Landau, welches die französische Militärregierung von 1945 – 1949 genutzt hatte.
Für den privaten Briefverkehr nutzten die Zivil-Internierten spezielle Formulare. Auch diese Briefe unterlagen der Zensur. Einzeiliger Stempel „zensiert“ links unten auf dem Brief abgeschlagen.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 01.12.2025 11:15:15
Gelesen: 24455
# 316
Im Richter ist für Essen-Stadtwald ein Gebühr bezahlt Stempel in der Schriftart Grotesk in Kleinschrift und mit Punkt am Ende aufgeführt. Die fehlende Abbildung kann ich mit Datum 6.9.45 im Tagesstempel zeigen.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 07.12.2025 00:12:06
Gelesen: 24057
# 317
Ein mehrfachverwendetes Couvert der Reichsbank. Einerseits handelt es sich um eine Barfrankatur, andererseits um einen normal frankierten Fernbrief der Bizone.
Der erste Abschlag erfolgte mit einer 12 Pfg. AM Post Freimarke, die bei der nächsten Verwendung dann teilweise abgerissen wurde. Leider kann ich den Stempel nicht entziffern. Irgendetwas wie „ ..EIM..URTH“. Ich habe die Umrisse der Marke nachgezeichnet.
Darüber befindet sich ein Bezahlt-Stempel, „WUPPERTAL-ELBERFELD 1“ und dem Datum 07.11.45.
Der letzte Abschlag dann eine 12 Pfg. AM Post-Freimarke mit dem Tagesstempel „NEUSS“ vom 08.11.45. Auf der Rückseite die hausinternen Stempel der unterschiedlichen Banken.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 07.12.2025 08:38:44
Gelesen: 24013
# 318
@ Dieter 66 [#317]
Leider kann ich den Stempel nicht entziffern. Irgendetwas wie „ ..EIM..URTH“.
Versuche bitte einmal "MÜLHEIM (RUHR)".
Gruß
Stefan
Am: 07.12.2025 16:02:46
Gelesen: 23969
# 319
@ Stefan [#318]
Hallo Stefan,
du hast recht, das passt tatsächlich.
Hier ein Abschlag aus der Philastempel-Datenbank.
Danke dir.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 28.12.2025 20:24:14
Gelesen: 21903
# 320
Liebe Sammlerfreunde,
nach langer Zeit ist mir aus Leipzig diesmal vom Postamt W31 ein früher Brief vom 13.07.1945 vor dem eigentlich amtlichen Start des Briefverkehrs in Leipzig (siehe ab Beitrag [#108] ff) in den Sammlerschoß gefallen. Absender ist die Wirtschaftskammer (ein Vorläufer der IHK). Der Adressat W.Ulrich war Kaufmann und bereits im Adressbuch 1943 unter der angegebenen Adresse zu finden.
Die Rückseite des Briefes ist leer.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 04.02.2026 21:44:37
Gelesen: 19766
# 321
Hallo,
Barfrankatur als Einschreiben mit Not R-Zettel von OELSNITZ (27.8.45) nach Berlin.
Im Richter Handbuch gibt es ein Hinweis auf einen zweizeiligen Freivermerk Gebühr bezahlt ohne Rahmen, allerdings ohne Abbildung. Hier kann ich auf diesem Beleg einen sehr sauberen Abschlag zeigen.
Schönen Gruß Dieter
Schönen Gruß Dieter
Am: 22.02.2026 13:13:34
Gelesen: 17806
# 322
Hallo,
in dem Richter Handbuch über Barfrankaturen werden für „HALLE (SAALE) 8“ drei einzeilige Freivermerke ohne Rahmen genannt, allerdings ohne Abbildung.
Zwei davon kann ich auf diesen Belegen nachweisen.

Schönen Gruß Dieter.

Schönen Gruß Dieter.
Am: 25.02.2026 09:22:49
Gelesen: 17592
# 323
Brief vom 24.04.1946 von Passau nach Straubing. Stempel Gebühr bezahlt PASSAU 1.

Schönen Gruß
Sepp

Schönen Gruß
Sepp
Am: 21.03.2026 13:09:17
Gelesen: 14808
# 324
@ Totalo-Flauti [#108]
@ bernhard [#109]
Liebe Sammlerfreunde,
zu den von Bernhard in seiner Antwort auf meinen Beitrag genannten zugelassenen Dienstsachen, kann ich eine Postkarte des Amtes für Kriegsschäden der Stadt Leipzig vom 13.06.1945 zeigen. Mit der Karte wurde der Empfang des Antrages und das Bearbeitungskennzeichen mitgeteilt. Es gibt keinerlei Hinweise auf eine postalischen Beförderung. Eventuell wurde ein stadteigener oder privater Kurierdienst benutzt.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 22.03.2026 23:29:53
Gelesen: 14641
# 325
@ Totalo-Flauti [#324]
Hallo Totalo-Flauti,
es ist wohl anzunehmen, dass hier kein Kurierdienst erforderlich war. Die beiden Straßen bzw. Adressen in Leipzig (Harkortstraße 11, Emilienstraße 6) liegen fußläufig 7 min. auseinander.
Das hat sicherlich ein Angestellter schnell in den Briefkasten geworfen um Porto zu sparen. Eine Barfrankatur ist das nicht.
Beste Sammlergrüße Dieter
Am: 14.04.2026 16:05:43
Gelesen: 12449
# 326
Hallo,
eine Barfrankatur von Großschönau nach Bautzen. Alte „Gebühr bezahlt“ Paketstempel wurden nach 45 auf Grund von Markenmangel reaktiviert. In diesem Paketstempel wurde der Ort ebenfalls in Kleinbuchstaben ausgeführt. „Großschönau (Sachs) 20.6.45 Gebühr bezahlt“
Interessant ist das Datum. Der erste belegbare Postverkehr (Zittau) war der 9.7.45. Zwar begann am 20.6.1945 in Teilen von Sachsen der Postverkehr, allerdings offiziell noch nicht im östlichen Teil.
Hier lässt sich vermuten, dass es bereits eine Kraftpostlinie gegeben haben muss, die allerdings nicht gesichert war bzw. nur sporadisch bestand. Somit fehlte die Grundlage einer offiziellen Eröffnung der Postlinie und damit das Datum.
In jedem Fall ist es ein Ersttagbeleg und selten.
Schönen Gruß Dieter.
Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.04.2026 16:12:29
Gelesen: 11533
# 327
Diesen Beleg hat der Briefträger gerade abgeliefert. Ideal für meine Heimatsammlung. Irgendwie sieht er mir wie ein gemachter Sammlerbeleg aus. Sind ähnliche Stücke bekannt? Die Rückseite der Karte ist völlig blank.
Am: 24.04.2026 16:35:20
Gelesen: 11523
# 328
@ guy69 [#327]
Hallo,
das sieht nicht nur dir wie ein gemachter Sammlerbeleg aus, sondern das ist eindeutig einer.
Eine Postkarte wurde abseits des Sammlerbetriebes verschickt, weil der Absender dem Empfänger eine Mitteilung machen wollte. Unter gewissen Umständen verzichtete man vielleicht auf die Absender-Angabe, um eine anonyme Mitteilung zu machen. Unter anderen gewissen Umständen verzichtete man vielleicht auf einen Mitteilungstext, weil die Absender-Angabe (1) Lebenszeichen war und (2) ggf. den neuen Aufenthaltsort mitteilte - und mehr eben gerade gar nicht mitzuteilen war.
Eine Karte ohne Absender und ohne Mitteilung ist im gewöhnlichen Postverkehr völlig sinnlos - diese Karte kann also nur aus philatelistischen Gründen auf den Weg gebracht worden sein.
Mit Sammlergruß
Jörg
Am: 24.04.2026 17:43:34
Gelesen: 11505
# 329
@ guy69 [#327]
@ JoergH [#328]
Hallo,
der Empfänger Wolfgang Zangl war 1948 Mitbegründer der damaligen Studiengruppe „A.G. Notentwertungen ab 1945“. Er hat schon früh die Besonderheiten der "Gebühr bezahlt" Stempel erkannt.
Es gibt recht viele Belege in gleicher Art von ihm. Ich habe auch einige Postkarten in meiner Sammlung. Er ist damals von Postamt zu Postamt gefahren um sich die Stempel zu sichern.
Aus der Studiengruppe Notentwertungen wurde dann, glaube ich die Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Barfrankaturen und Notentwertungen". Die Wiederrum fusionierte 1995 mit "Deutsche Lokalausgaben und Notmaßnahmen" (LOKNOT) zu der jetzt aktuellen Arbeitsgemeinschaft "ArGe Deutsche Notmaßnahmen ab 1945 e.V."
Schönen Gruß Dieter.
Am: 24.04.2026 19:11:38
Gelesen: 11480
# 330
@ Dieter 66 [#329]
Dankeschön für die Info. Damit ist es umfänglich geklärt.
Am: 28.05.2026 23:24:34
Gelesen: 6873
# 331
Eine Barfrankatur von „FRANKENBERG (EDER)“ 3.12.45 aus der amerikanischen Zone.
Interessant ist die Verwendung der Ur-Karte P 299. Die eingedruckte Freimarke wurde schräg abgeschnitten.
Entweder durch das Postamt, oder der Absender selbst hat die Postkarte entnazifiziert. Der darauf befindliche Freivermerk „Gebühr vereinnahmt“, nach Richter Handbuch Abb. 4280, ist leider nicht sauber abgeschlagen.
In Frankenberg (Eder) wurden auch mit dem gleichen „Gebühr vereinnahmt“ Stempel, später 5 Pf. (P950) Postkarten der I. Kontrollratsausgabe 1946 aufgewertet.
Diese Maßnahme erfolgte auf Grund von fehlenden 6 Pf. Fernpostkarten. In diesem Fall ist es keine Barfrankatur, sondern eine Notausgabe.

Beste Grüße Dieter.

Beste Grüße Dieter.
Am: 30.07.2026 23:03:39
Gelesen: 2755
# 332
Konnte meine Sammlung um einen schönen Beleg erweitern.
Barfrankatur eines Geschäftskunden von WESERMÜNDE 27.10.45 nach Speyer Dudenhofen.
Der verwendete Freivermerk wird im Richter Handbuch für Barfrankaturen unter der Abbildung 2301 geführt.
Jedoch im Gegensatz zu fast allen anderen Freivermerken wurde als Stempelfarbe grün verwendet. Dieses ist sehr selten.
Im Handbuch gibt es keinen eigenen Eintrag für Wesermünde. Auch wenn Wesermünde 1947 in Bremerhaven unbenannt wurde und im Handbuch darauf verwiesen wird, hätte Wesermünde einen eigenen Eintrag im Richter Handbuch verdient.
Beste Grüße Dieter
Beste Grüße Dieter
Am: 15.08.2026 19:54:20
Gelesen: 819
# 333
Eine schöne Barfrankatur von „RHEINBACH 9.8.45“ nach Burg-Steinfurt.
Der Beleg trägt einen Freivermerk-Stempel „Bezahlt“ nach Richter Handbuch unter andere deutschsprachige Freivermerke „B1“ katalogisiert, Abbildung 4001.
Des weiteren wurde der Abgangs-bzw. Ortstagesstempel mit blauer Farbe abgeschlagen. Das ist schon selten.
Beste Grüße Dieter.
Beste Grüße Dieter.
Am: 20.08.2026 17:52:27
Gelesen: 415
# 334
Liebe Sammlerfreunde,
wieder mal ein "früher" Brief aus Leipzig vom 20.07.1945 nach Mölkau. Mölkau liegt ca. 4,5 km östlich vom Leipziger Stadtzentrum. Der verwendete rote Freivermerk ist im Richter Handbuch für Barfrankaturen unter der Abbildung 2301 zu finden.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
Am: 20.08.2026 20:17:30
Gelesen: 396
# 335
@ Totalo-Flauti [#334]
Hallo Totalo-Flauti,
die Barfrankatur ist keine Frühverwendung, sondern eine Zustellung die vor der offiziellen Eröffnung des Postverkehrs in Leipzig erfolgt ist. Noch besser.
In der SBZ begann für Leipzig der offizielle Postverkehr am 23.7.45. Verwendungen vor dem 23.7.45 deuten auf Behörden oder Bankenbriefe hin, da diese einen besonderen Status hatten, wobei bereits ab dem 9.7.45 private Orts- und Fernbriefe bekannt geworden sind.
Briefe oder auch Postkarten die vor der offiziellen Eröffnung befördert wurden sind selten und werden durchaus gesucht. Sehr schöner Beleg, auch wenn dieser gefaltet ist.
Beste Grüße Dieter.