Postautomation: Maschinelle Abstempelung von Postscheck Formularen


Formular für eine Überweisung zwischen zwei Postscheckkonten aus Solingen nach Berlin vom 22.01.1977
Ursprünglich hatte der in Solingen ansässige Absender beabsichtigt, einen Geldbetrag an einen Empfänger in Berlin (West) zu überweisen. Aus nicht bekannten Gründen wurde die Überweisung nicht ausgeführt und das Formular als ungültig gekennzeichnet. Die Rückseite weist keinerlei Vermerke auf. Das Formular wurde mit Sicherheit an den Absender zurückgegeben.
Ein Vorbesitzer des Formulars hatte den Absenderabschnitt (rechts) mittels Falzen wieder an den mittleren Teil befestigt um das Formular zur Gänze erhalten zu können. Der linke Teil für den Empfänger wurde nicht abgetrennt. Bei einer erfolgreichen Überweisung wäre der linke Teil an den Empfänger gegangen und das mittlere Teilstück in den Akten der Deutschen Bundespost verblieben.
Auf dem Formular sind zwei Maschinenstempel vom Postamt Solingen 17 ersichtlich (Unterscheidungsbuchstaben ma und mb). Ob es sich hier um eine Stempelung in einem Arbeitsgang oder in zwei Arbeitsgängen handelt, entzieht sich meiner Kenntnis.
In der eingangs erwähnten Krabbelkiste befanden sich weitere Briefumschläge aus Solingen, vermutlich das traurige Überbleibsel einer früheren Heimatsammlung Solingen.
Gruß
Stefan

Kann jemand etwas zu dem Stempel unten sagen wie z.B. Bezeichnung, Fabrikat etc. und ob diese auch in der Datenbank erfasst werden.
Ich kann mich noch erinnern, daß diese Stempel auf die Belege/Zahlkarten gestellt und dann runtergedrückt wurden.
Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
Rechnung vom ORWO-Color-Umkehrdienst aus Stuttgart von 15.08.1975, mit vom Rechnungsteller gleich vorgedruckten und rechnungsindividuell vorbereiteten Formular "Zahlkarte/Postüberweisung", als perforierter Anhang. Rupert hat ja die 'duale Verwendung' als Zahlkarte (d.h. Bareinzahlung) bzw. als Postüberweisung (von Postscheckkonto auf Postscheckkonto) bereits angesprochen. Ansonsten hat die Post ja auch eine exakte Anleitung im Formular selbst eingedruckt, siehe auch die Angaben auf der Rückseite:
... und als rechnungszahlender Kunde bekommt man den abgetrennten rechten Abschnitt als Bestätigung, versehen mit einem entsprechenden Buchungsstempel (heißt der so?). Auch dieser Abschnitt hat wieder einen dualen Charakter, d.h. der Barzahler erhält ihn als "Einlieferungsschein", der überweisende Postscheckkontoinhaber als "Lastschriftzettel".
Hier ein Barzahlerbeleg, d.h. ein Einlieferungsschein mit quittierendem Stempel vom Postamt Göttingen 11 ❖ cd / c 4 / Göttingen 11 vom 09.08.75, Buchungsnummer 20373.
"cd" ist dabei die persönliche 'Kennung' des Postbeamten, "c" der Unterscheidungsbuchstabe des Stempelgeräts und "4" ist die Bezirksnummer zu dem das annehmende Postamt gehört.
Beste Grüße
Thomas
Komplette Lastschriftzettel, die bearbeitet wurden, findet man nicht sehr häufig. Dieser Lastschriftzettel wurde an den Auftraggeber zurück geschickt, da die Unterschrift fehlte. Wenn man den Beleg umklappt kann man sehr gut die drei Stempel für die drei Bestandteile des Lastschriftzettels sehen, die beim Duchlauf durch eine spezielle Stempelmaschine entstehen. Die Stempel Essen PSchA mk stammen vom 10.1.79. Sie wurden vor der Rückgabe mit einem roten X annuliert.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Rechnungen bzw. Gutschriften für Retouren an das Versandhaus Neckermann in Frankfurt am Main, mit den entsprechenden Empfängerabschnitten für eine - durch den "Geldbriefträger" barausgezahlte - Überweisung von einem Postscheckkonto aus den Jahren 1968 bzw. 1969. Verwendet wurden hier Standardformulare für Großkunden, mit bereits voreingedruckter Absenderangabe.
Tagesstempel (-teil) des Klüssendorf-Hochdruckstempelgeräts für den "Postscheckverkehr" vom Postscheckamt Frankfurt am Main
- FRANKFURT (MAIN) / 21. 8 68 / * PSchA g
- FRANKFURT AM MAIN / 18 7 69 / * PSchA a
Bemerkenswert ist dabei die unterschiedliche Form der Ortsangabe Frankfurt (Main) versus Frankfurt am Main sowie der fehlende Punkt hinter der Tagezahl. Allgemein gesagt, ist die große Varianz der "Textangaben" bei diesen (Rechteck-) Tagesstempeln recht auffällig, und zwar nicht nur bei Stempeln vom Postscheckamt Frankfurt, sondern bundesweit. Teilweise wirken diese auf mich fast schon wie individuell "handgeschnitzt" ;-)
Beste Grüße
Thomas
Kundenabschnitt für eine Bar-Einzahlung auf ein italienisches Postgirokonto beim Postamt Furbara-Cerenova, einem Ortsteil ("Frazione") der Stadt Cerveteri in der Provinz Rom vom 10.09.1984, hier zur Begleichung der Kfz-Steuer (und Autoradiogebühren) eines Fahrzeuges mit dem Kennzeichen "RM H97290" für das Restjahr bis einschließlich Dezember 1984 in Höhe von 41.500 Lire (zum damaligen Lire-Kurs umgerechnet etwas mehr als 30 Euro). Dieser spezielle Kundenbeleg diente gleichzeitig zur Bestätigung der Bezahlung der Steuer und wurde seinerzeit in einen 'Plastikfolienumschlag' - der hinter die Windschutzscheibe geklebt wurde - eingelegt.
A C/C POSTALI 1 / FURBARA-CERENOVA / 493 10 SET 84. C/C steht hier für "Conto Corrente Postale" (=Postgirokonto) bzw. für "Conti Correnti Postali" (Plural). 493 dürfte eine Vorgangs- bzw. Buchungsnummer sein und bei der A / 1 sollte es sich um eine Art von einer (Stempel-) Unterscheidungskennzeichnung handeln?
Üblicherweise war und ist die italienische Post (auch wenn sie heute offiziell eine Privatfirma - eine S.p.A., d.h. eine Aktiengesellschaft - ist, gehört die absolute Mehrheit weiterhin dem Staat) mehr als nur ein Postdienstleister, d.h. man konnte [und kann] dort vielfältige staatliche, semistaatliche, fiskale und auch kommerzielle "Dinge" abwickeln.
Die FAZ hat die italienischen Post jetzt in einem Satz schön zusammengefasst "... (ein) integrierter Konzern für Konnektivität, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie Logistik" - dieser Artikel von Ende März 2026 thematisiert, dass eben diese staatliche Post - auf Grund von "Sorgen vor nationalem Souveränitätsverlust" - die seinerzeit privatisierte italienische Telekom für viele, viele Milliarden Euro von der internationalen Börse gerade komplett zurück in den italienischen Staatsbesitz kauft [1]. Übertrieben gesagt, hat man in Italien irgendwie die Befürchtung, dass wenn der Taiwankonflikt demnächst heiss wird, China die Kommunikation inklusive dem digitalen Leben (inklusive den vernetzten Smarthomes und Fahrzeugen) lahm legen könnte. Das "Postwesen" wird in Italien so zu einer der wichtigsten hoheitlichen Kernaufgaben und bedeutet sie wird dort wieder zur traditionellen, klassischen PTT, nur das das zweite T, d.h. Telegraph (=Fernschreiben), heute für das Internet steht. ;-)
Beste Grüße
Thomas
[1] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/staatsunternehmen-italiens-post-uebernimmt-telecom-italia-200662690.html

In der Wichtigen Mitteilung teilt das Postscheckamt Nürnberg im NOV. 1972 mit:
"Im Postscheckdienst sollen die Buchungsaufträge künftig mit Hilfe von Computern gelesen und ausgeführt werden. Zu diesem Zweck müssen alle Kontonummern um drei Ziffern erweitert werden. Zwei Ziffern entsprechen der Postleitzahl des Postscheckamtes; die dritte Ziffer ist eine Prüfzahl".
Dazu noch der weitere Hinweis:
"(Ihre vertraute "Stammnummer" ist also erhalten geblieben und lediglich ergänzt worden. Übrigens: auch der Bindestrich vor den neuen Ziffern ist wichtig!)"
Mit freundlichen Grüßen
Edwin