Thema:
Deutsches Reich Germania: Kriegs- oder Friedensdruck ?
Am: 10.10.2007 15:57:56
Gelesen: 60125
# 1
Ich habe da ein Problem, und zwar bei der Bestimmung von Germania-Marken - Kriegs- oder Friedensdruck.
Der MICHEL ist zwar durchaus umfangreich in der Beschreibung der Unterscheidungsmerkmale, aber meiner Meinung nach leider nicht ausreichend und zielführend für den Normalsammler bzw. Nichtspezialisten.
Ich selbst helfe mir ungenügend damit, dass ich die Germaniamarken mit eindeutigem Datumsstempelabdruck vor 1914 als Friedensdruck werte. Aber sonst? Da bleiben noch viele Marken unbestimmt!
Auch eine Anfrage bei der ArGe Germania brachte nur die ernüchternde Erkenntnis, dass man schon Spezialist mit sehr viel Erfahrung sein muss.
Wer gibt einen guten Rat?
Am: 11.10.2007 11:46:15
Gelesen: 60104
# 2
@ LOGO58 [#15]
Ja, die Probleme habe ich auch.
Die Farbe, die ja als ein wichtiges Kriterium bei der Bestimmung der Marken genannt wird, ist ja häufig auch durch andere Faktoren beeinflußt; falsches Waschen, schlechte Lagerung, usf.
Hier hilft nur eines: Alle Germania-Marken aufheben und immer wieder miteinander vergleichen.
Am: 13.10.2007 06:28:17
Gelesen: 60085
# 3
@ italiker [#16]
Ist da nicht eine Regel dass die Zahl den Rahmen berührt entweder bei Kriegs oder Friedensdruck ?
Wir haben doch einen Spezialisten als Mitglied um das zu klären !
Erich
Am: 16.10.2007 18:07:40
Gelesen: 60068
# 4
Die Antwort von dem Verein hätte meiner Meinung nach besser verfaßt werden können.
Folgendes bezieht sich auf gebrauchte Germania Marken:
Wenn nicht alle Merkmale für den Friedensdruck vorhanden sind, zählen solche zum Kriegsdruck.
Mit dem Datum (bis 1914) kann man schon einiges ausschliessen. Ansonsten hilft nur Vergleichsmaterial, oder man erwirbt nur geprüfte Marken. Der Aufbau und Zusammenstellen von Vergleichsblättern ist auch ratsam.
Mitglied in dem Verein zu werden, wird sich auch lohnend machen, sowie den Erwerb verfügbare Literatur. Ich glaube das Handbuch von Jaschke-Lantelme ist schon vergriffen. Mag mich aber irren.
Anbei als Beispiel wie man sowas macht ein Prüfblatt für die Mi 18 aus Helgoland.
mfG
Nigel
Am: 08.09.2008 23:03:54
Gelesen: 59680
# 5
@ LOGO58 [#15]
Das Meiste hat Nigel schon gesagt.
Vielleicht darf ich noch einige Hinweise geben.
Man muß eine Marke immer als Ganzes betrachten, Papierqualität, Druckbild, Erscheinungsbild der Druckfarbe, Stempeldatum, bei postfrischen Marken Qualität der Gummierung, Deutlichkeit des WZ, selbst die Sauberkeit der Zähnung ist ein Aspekt, z.B. ist eine Zählen der Zähnungslöcher bei den Querformaten immer notwendig um eine Klassifizierung vornehmen zu können.
Wenn man all die genannten Merkmale betrachtet und richtig bewertet, ergibt sich schon eine ganze Menge an Eingrenzungen.
Noch ein Hinweis, da die Reichsdruckerei auch und gerade zu Zeiten des Kriegsdruckes zu einer Vorratshaltung verpflichtet war, um bei Lieferengpässen von Material keinen Mangel an Marken entstehen zu lassen, tauchten immer mal wieder Friedensdrucke zu Zeiten des Kriegsdruckes auf, da man, um den Bedarf zu bedienen auf seine Vorräte zurückgriff, welche noch aus Friedenszeiten stammten.
Da wird es dann interessant für den Sammler.
liebe Grüße Klaus
Am: 21.05.2009 19:46:01
Gelesen: 59202
# 6
Guten Abend liebe Sammler,
ich habe hier einen Link zu diesem Thema gefunden. Vielleicht hilft es ja jemandem?
http://www.philadb.com/?site=list&catid=1&catuid=483&id=513
Ich muss aber, da ich auch kein Spezialist auf diesem Gebiet bin, zugeben, dass, trotz der Erklärung, mir dennoch nicht alles klar ist.
Mit den Pfeilen oben kann man zu einer anderen Marke übergehen.
Schönen Abend an alle,
Harald
Am: 22.05.2009 00:32:13
Gelesen: 59185
# 7
Ich bin langjähriger und erfahrener Sammler von Germaniamarken. Trotzdem habe ich auch so meine Schwierigkeiten bei der Zuordnung von Friedensdrucken und Kriegsdrucken. Auf entsprechende Anfragen kam meist keine konkrete Antwort. Hier ein paar kleine Hinweise wie man sich helfen kann:
1) Bei klar lesbaren Stempelabschlägen ist es meist eindeutig.
2) Bei Marken mit Originalgummi ist die Gummierung beim Friedensdruck feinbrüchig, beim Kriegsdruck glatt.
3) Die Friedensdrucke haben einen klaren, sauberen Druck, während die Kriegsdrucke meist etwas unsauber bis verschwommen erscheinen. Ein guter Scan mit 1200-2400er Auflösung kann da sehr hilfreich sein.
4) Ein paar deutliche BPP-geprüfte Vergleichsstücke sind Pflicht. An Hand geprüfter Marken können mindestens 90% der Marken sicher zugeordnet werden.
Hier ein Kriegs- und Friedensdruck einer 5 Mark. Ich finde man sieht die Unterschiede deutlich.
Am: 22.05.2009 09:17:55
Gelesen: 59173
# 8
@ siegfried spiegel [#21]
Hallo Siegfried,
Bei Marken mit Originalgummi ist die Gummierung beim Friedensdruck feinbrüchig, beim Kriegsdruck glatt.
Das stimmt so nicht ganz, hier mal am Beispiel einer 97AII und 97BII. Die 97 AII links hat den so genannten "Borkengummi".
liebe Grüße Klaus
Am: 02.06.2009 14:50:38
Gelesen: 59074
# 9
Sehr schöner Beispiel von Klaus.
Da denke ich mir aber, man muss sicherlich Vergleichsmaterial besitzen, um ev. Nachgummierungen zu unterscheiden.
Am: 22.02.2011 15:18:46
Gelesen: 57152
# 10
Hallo Germania Sammler,
heute habe ich Schwierigkeiten zu Bestimmung der Mi 88, bei der linken Marke kann ich das Wasserzeichen von der Rückseite erkennen, bei der rechten Marke ist es aber nicht zu sehen, es scheint als da ein Wasserzeichen ist, aber bin nicht sicher. Vielleicht ist das über das Web zu schwer zu unterscheiden.
88 I oder 88 II?
Vielen Dank,
Chuck
es scheint das die 'rechte' Marke unten ist.
Am: 25.02.2011 01:23:35
Gelesen: 57089
# 11
Hallo Germania Experten,
auf meinen Beitrag [#24] hatte ich keine Antwort, OK, ich habe mich für die beiden selbst entschlossen.
Hier mal zwei Marken, ziemlich mit dem selben Problem, manchmal ist es nicht leicht im Leben. Die linke Marke würde ich aber als Mi 69 bezeichnen, Wasserzeichen nicht zu sehen. Die rechte Marke nehme ich an, eine Mi 84 II zu sein, kein Wasserzeichen zu sehen, aber ich glaube doch, dass die Papier Unterschiede auch im Internet zu sehen sind. Vielleicht hilft das. Es scheint das die 69 auch spätere Jahre benutzt wurde.
Schöne Grüsse,
Chuck
Am: 25.02.2011 08:14:13
Gelesen: 57076
# 12
@ chuck193 [#25]
Lieber chuck193,
dein Forscherdrang in allen Ehren, aber du machst dabei aus meiner Sicht permanent einen grundlegenden Fehler:
Als Erstes stellt du für dich eine ziemlich gefestigte Behauptung auf (welche ist welche Marke), dann ziehst du daraus eine Schlußfolgerung (z.B. das mit der Spätverwendung), und aus dieser Schlußfolgerung leitest du dann ab, dass deine anfänglich getroffene Vermutung richtig ist.
In der Mathematik, einem Berufsstand, dem ich leider auch angehöre (ich habe meine Diplomarbeit aber noch selber geschrieben und nicht plagiiert ;-), nennt man so etwas einen "unzulässigen Ringschluß", auch "circulus vitiosus" genannt. Das logische Prinzip, welches sich dahinter verbirgt ist, dass aus einer fehlerhaften Annahme immer eine richtige Aussage abgeleitet werden kann aber niemals umgekehrt. Wenn man jetzt aus einer möglicherweise fehlerhaften Annahme (die hier optisch niemand überprüfen kann, schon mal gar nicht deine Aussage über das Vorhandensein eines Wasserzeichens) eine korrekte Aussage ableitet, lässt sich nicht im Umkehrschluß beweisen, dass die zugrunde gelegte Annahme richtig war - aber genau das versuchst du ständig zu tun.
Und dann wunderst du dich, wenn manche deiner Fragen hier nicht beantwortet werden, wobei du dann als Folge zusätzlich daraus schließt, dass deine ursprüngliche Annahme korrekt sein muß. Auch das gehört zum logischen Spektrum des oben genannten "Circulus vitiosus": eine (fragliche) Annahme wird als Basis für die Beweisführung genommen > der Beweis wird nicht erbracht > daraus wird rückgeschlossen, dass die ursprüngliche Annahme korrekt war.
Mit ernsthafter philatelistischer Forscherarbeit (wie in diesem Fall) hat so etwas absolut nichts zu tun.
LG, Stefan
Am: 25.02.2011 10:23:34
Gelesen: 57054
# 13
@ chuck193 [#24]
Hallo chuck193,
auf Grund der Stempeldaten und der Unterscheidungsmerkmale für Friedens- und Kriegsdrucke hast Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit folgende Marken abgebildet:
Im Beitrag 10, 2-mal die Mi.Nr. 88 II (Stempel 1918) Kriegsdruck
Im Beitrag 11, links die Mi.Nr. 84 I (Stempel 1912) Friedensdruck, rechts die Mi.Nr. 84 IIa (Stempel 1916) Kriegsdruck.
Mit besten Sammlergrüßen
Siegfried Spiegel
Am: 25.02.2011 15:46:39
Gelesen: 57017
# 14
@ siegfried spiegel [#13]
Hi Siegfried,
vielen Dank für Deine Antwort. Wegen Beitrag 10, dann hat die linke Marke auf alle Fälle sehr gutes Papier, aber die werde ich bis auf's nächste zur Seite legen. Beitrag 11, wenn die linke Friedensdruck ist, dann komme ich mit dem Wasserzeichen nicht ganz klar, weil das nach meinen Angaben gut zu sehen sein soll, ich habe die zig mal untersucht, ob ich da was übersehen hatte, bin aber sicher das es nicht da ist. Ich werde mal meinen Freund fragen, wenn ich ihn sehe. Bis dahin bin ich leider noch nicht 100% sicher. Bei der rechten, OK, dass wurde als 84 II eingestuft.
Viele Grüsse,
Chuck
Am: 07.04.2011 20:31:27
Gelesen: 57220
# 15
Ein Hallo
besonders an die ausgewiesenen Experten der Germaniaausgaben Klaus und erron.
Ich stelle heute einmal eine Nr.85a hier ins Forum.
Ich würde gerne die Meinung der Experten zu der Zugehörigkeit dieser Marke lesen. Ist es ein Friedensdruck oder ein Kriegsdruck?
Alle die freie Meinung störenden Elemente habe ich bewusst weggelassen.
Werner
Alle die freie Meinung störenden Elemente habe ich bewusst weggelassen.
Werner
Am: 07.04.2011 21:13:33
Gelesen: 57210
# 16
@ rostigeschiene [#15]
Hallo Werner,
ein Kriegsdruck ist es auf keinen Fall.
Es wäre schon wichtig, alle die freie Meinung störende Elemente zur Verfügung zu haben.
Nur so ist ein Urteil möglich. Der Druck und das Papier, die einzigen Gesichtspunkte, welche Du zur Verfügung gestellt hast, lassen auf eine 85IIa schließen.
Zeige doch mal die ganze Marke incl. der Rückseite.
Wir haben übrigens einen sehr kompetentes neues Mitglied hier, was Germaniaausgaben angeht. Germaniafan hat den Weg zu uns gefunden.
liebe Grüße Klaus
Am: 07.04.2011 21:49:15
Gelesen: 57203
# 17
@ germaniafreund [#16]
Hallo Klaus,
Deine Meinung ist in sich widersprüchlich. Du schreibst, ein (Kriesdruck) ist es auf keinen Fall.
Im letzten Satz schreibst Du: Der Druck und das Papier, die einzigen Gesichtspunkte, welche Du zur Verfügung gestellt hast, lassen auf eine 85IIa schließen..
Ich werde noch eine Stunde warten, vielleicht sind dann noch andere Meinungen zu dieser Marke abgegeben. Um 23 Uhr werde ich die Marke mit allen Details hier einstellen.
Werner
Edit: Hallo Germaniafan, es freut mich ausserordentlich ein weiteres kompetentes Mitglied der Germaniafraktion hier im Forum begrüßen zu dürfen.
Am: 07.04.2011 22:05:04
Gelesen: 57197
# 18
@ rostigschiene
Ich will mich noch nicht festlegen, bevor ich nicht die Rückseite der Marke gesehen habe.
Aber allen Anschein handelt es sich um einen Kriegsdruck.
Eine genaue Farbvariante kann ich dir leider nicht geben.
mfg
erron
Am: 07.04.2011 22:07:10
Gelesen: 57193
# 19
Hallo rostigeschiene
Ich tippe so wie auch Klaus auf eine 85 IIa.
Ich freue mich auch den FAN begrüßen zu dürfen. :-)))
Viele Grüße
Winni
Am: 07.04.2011 22:18:52
Gelesen: 57188
# 20
@ winni [#19]
Hallo winni,
ich vergaß dass du ja auch in die Reihe der Experten einzuordnen bist.
Entschuldigung und danke für Deine Meinung.
Werner
Am: 07.04.2011 22:42:21
Gelesen: 57175
# 21
Hallo Werner
Kein Problem. :-)) Ich melde mich ja so wenig da kann man mich schon mal übersehen.
Aber ich denke nicht du willlst uns da aufs Glatteis führen und uns eine Mi 70 mit spätverwendetem Stempel vorweisen. Wie schon in letzter Zeit des öfteren Fragen zu porösen Drucken dieser Ausgabe ohne Wasserzeichen aufgetaucht sind. Bin gespannt auf Deine Auflösung.
Übrigens hat mir heute ein Sammlerfreund eine geprüfte 155 IIb mit Attest von Herrn Winkler vorgelegt. Ein echt seltener Fund, bisher lagen Herrn Winkler 3 Stück vor.
Viele Grüße
Winni
Am: 07.04.2011 22:53:21
Gelesen: 57166
# 22
@ winni [#21]
Hallo Winni,
Werner spricht in Beitrag 15 ausdrücklich von einer 85. Also gehe ich davon aus, dass er die Marke schon auf ein WZ überprüft hat. Sicher ist im geschichtlichem Sinne eine 70 auch ein Friedensdruck.
liebe Grüße Klaus
Am: 07.04.2011 22:59:03
Gelesen: 57156
# 23
Es ist 23:00 Uhr. Hier die versprochenen Details.

Ich glaube auch an eine 85II a, die Farbe ist nicht anzuzweifeln. Das Wasserzeichen 1 ist eindeutig bei schräg einfallenden Licht zu erkennen. Das Rätsel ist hier wirklich nur das Datum.
Das Datum zeigt eine große Nähe zur bisher festgestellten frühesten Verwendung. Im Buch 100 Jahre Germania wird als Frühdatum der 12.3.15 angegeben.
Im Michel ist die erste Verwendung mit dem 13.4.15 angegeben, das besagt nicht viel, der Michel ist nun mal nicht in allen Teilen fehlerlos.
Morgen werde ich einmal bei Jäschke-Lantelme anrufen ob, es vielleicht neue Erkenntnisse gibt. Wenn nicht werde ich diese Karte meiner nächsten Prüfsendung beilegen.
Danke für eure Meinungen.
Werner

Ich glaube auch an eine 85II a, die Farbe ist nicht anzuzweifeln. Das Wasserzeichen 1 ist eindeutig bei schräg einfallenden Licht zu erkennen. Das Rätsel ist hier wirklich nur das Datum.
Das Datum zeigt eine große Nähe zur bisher festgestellten frühesten Verwendung. Im Buch 100 Jahre Germania wird als Frühdatum der 12.3.15 angegeben.
Im Michel ist die erste Verwendung mit dem 13.4.15 angegeben, das besagt nicht viel, der Michel ist nun mal nicht in allen Teilen fehlerlos.
Morgen werde ich einmal bei Jäschke-Lantelme anrufen ob, es vielleicht neue Erkenntnisse gibt. Wenn nicht werde ich diese Karte meiner nächsten Prüfsendung beilegen.
Danke für eure Meinungen.
Werner
Am: 07.04.2011 23:11:02
Gelesen: 57145
# 24
@ rostigeschiene [#23]
Hallo Werner,
die Übergänge zwischen FDr und KDr sind fliesend. Nicht immer sind alle Merkmale in einer Marke vereinigt. Ich vermute, das Herr Jäschke-Lt. diese Karte dem Friedensdruck zuordnen wird.
Was auch noch bleibt ist ein falsch eingestellter Stempel.
Halt uns auf dem Laufenden.
liebe Grüße Klaus
Am: 07.04.2011 23:16:07
Gelesen: 57142
# 25
@ germaniafreund [#24]
An einen falsch eingestellten Stempel kann ich bei zwei Stempelköpfen auf der Walze nicht glauben.
Werner
Am: 07.04.2011 23:38:09
Gelesen: 57133
# 26
@ rostigeschiene [#25]
Bei der Stempelmaschine handelt es sich um eine Sylbe-Bandstempelmaschine mit drei Stempelköpfen. Da sie im sogenannten "Halbstempelmodus" betrieben wurde, verläuft der Abdruck des Stempelbandes nicht über das ganze Poststück. Eine Fehleinstellung beider zu erkennenden Stempelköpfe halte ich auch für sehr unwahrscheinlich.
Habt ihr einmal auf den Absender geachtet? Es handelt sich um die Firma C.F.Lücke, Herausgeber des Schaubek-Sammelalbums. Da haben vielleicht Philatelisten die Hände im Spiel gehabt.
Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
Am: 01.10.2017 22:28:41
Gelesen: 37324
# 27
Nach 6,5 Jahren mal Zeit das ganze hier aufzufrischen. :)
Selbes Problem - Germania Friedens- und Kriegsdrucke.
Habe hier ca 100 Stück der MiNr 92 I / II mit unterschiedlichsten Tönungen und Bildqualitäten. Im Scan zu sehen: Oben meines Erachtens nach Friedensdrucke, wobei ich da einige eher zum Kriegsdruck zählen würde. Habe es wegen der Farbreihen trotzdem mal so gelassen. Unten dann die Kriegsdrucke. Datumsunterscheidung fiel schon mal aus, gerade mal eine ließ sich durch Stempeldatum von 1910 als Friedensdruck erkennen (wobei hier natürlich auch der Stempel gefälscht sein könnte). Wenigstens bin ich hier nicht der einzige der da so seine Problemchen hat mit denen.
Schönen Sonntag Abend
mPhG Robeat
Die Bilder sind nicht so der Renner, habe mein bestes versucht. ;)




Am: 01.10.2017 23:32:58
Gelesen: 37296
# 28
Hallo Robeat,
grundsätzlich sind Fotos ungeeigneter als Scans, wenn es um die Unterscheidung von Spezifikationen geht. Wo versteckt sich Deine Marke mit Jahreszahl "10"?
Nachstehend schon einmal Scans, die ich vor zwei Monaten erstellt habe. Warum auch immer, ich dies getan hatte?
Auswahl Marken MiNr. 92 I
Auswahl Marken MiNr. 92 II
Weitergehende Erklärungen demnächst. Im Moment bin ich nun Bärenmüde und werde meine Bärenhöhle aufsuchen gehen.
Beste Grüße
Markus
Auswahl Marken MiNr. 92 II
Weitergehende Erklärungen demnächst. Im Moment bin ich nun Bärenmüde und werde meine Bärenhöhle aufsuchen gehen.
Beste Grüße
Markus
Am: 02.10.2017 12:00:14
Gelesen: 37237
# 29
@ Robeat [#27]
Ein Stempeldatum von 1910 kann auf der MiNr. 92 nicht vorkommen, da die Marke erst 1911 in den Umlauf kam. Friedensdrucke wurden verwendet von 1911-1916, Kriegsdrucke von 1915-1922.
Am: 02.10.2017 19:23:46
Gelesen: 37158
# 30
Hallo,
Scanner haben wir leider nicht im Hause. ;(
@ Claudius
Stimmt - hatte ich gar nicht nachkontrolliert - dann ist dieser Stempel definitiv falsch oder aber die Null ist eine stark verstümmelte 9 was sein kann, weil der linke Bogen der Null sehr schwach ist.
@ Markus
Die habe ich nicht abgelichtet. :)
Danke schon mal für die Hilfe, muss mal zusehen, dass ich irgendwo einen Scanner auftreibe.
LG Robeat
Am: 05.10.2017 22:32:55
Gelesen: 37057
# 31
@ Robeat [#30]
Grüße,
einen Drucker mit Scanner 600 DPI kannst du von mir bekommen, Druckertyp Canon. Der ist aber ohne Farbpatronen, die müsstest du dir besorgen, ansonsten funktioniert das Gerät reibungslos. Der steht bei mir eh nur rum!
Krieg und Frieden unterscheide ich persönlich nicht nur am Datum, sondern auch besonders an den Schraffen, dem Schriftzug und den Wertziffern, diese Merkmale erscheinen immer sehr unregelmäßig und mit vielen Unterbrechungen. Beim Frieden sind diese Merkmale meist deutlich und klar ohne Kratzer.
lg
Am: 06.01.2018 22:30:11
Gelesen: 35453
# 32
Ich hätte zum Thema Kriegs- oder Friedensdruck eine Frage: Kann mir jemand zur abgebildeten Marke Auskunft geben, ob es sich hierbei um einen Kriegs- oder Friedensdruck handelt? Für Meinungen wäre ich dankbar, da ich den Unterschied nicht kenne. Ich bin kein Sammler von Deutschland und bin über diesen Wert gestolpert sozusagen.
Danke
Am: 04.11.2020 21:23:09
Gelesen: 23966
# 33
@ Roman79 [#32]
Ein wahrlich schwieriges Thema. Ich glaube hier können wir mit SCANS auch nicht so viel erreichen, sondern nur der Prüfer kann hier bei Sichtung Gewissheit bringen.
Zur Beruhigung kann ich hier mal eine Michel Nr. 85II d zeigen. Also Kriegsdruck. Leider habe ich keinen Spezial-Katalog, diese Marke soll aber nicht so billig sein. Rückseitig geprüft und signiert von Jeschke BPP.
Liebe Grüße
10Parale
Am: 15.05.2025 16:43:20
Gelesen: 6944
# 34
Hallo,
ich habe hier auch ein Exemplar und hoffe auf eure Mithilfe.
Viele Grüße und euch einen schönen Tag
Mason
Viele Grüße und euch einen schönen Tag
Mason
Am: 15.05.2025 19:58:45
Gelesen: 6909
# 35
Der Druck sieht sehr klar aus. Zeige doch mal die Gummierung, das ist bei postfrischen Marken oft das einfachste Indiz.
Kriegsdrucke haben oft eine glänzende Gummierung und sie ist auch meistens eher gelblich, die Friedensdrucke eine matte weisse Gummierung, die sehr feinkörnig ist.
Am: 15.05.2025 20:13:45
Gelesen: 6900
# 36
@ achim11-76 [#35]
Vielen Dank für deine Antwort, hier der Scan der Rückseite.
Am: 17.05.2025 09:06:22
Gelesen: 6783
# 37
Guten Morgen,
kann mir vielleicht einer aufgrund der Gummierung weiterhelfen ?
Wünsche euch allen ein schönes Wochenende
Am: 17.05.2025 13:17:41
Gelesen: 6728
# 38
@ Mason [#37]
Die Gummierung hat eine matte, weiße Gummierung, somit ist dein Viererblock ein Friedensdruck.
mfg
erron
Am: 17.05.2025 13:42:28
Gelesen: 6721
# 39
@ erron [#38]
Vielen Dank für deine Antwort, dann weiß ich jetzt wo der Viererblock hingehört.
Viele Grüße aus dem Rheinland
Mason
Am: 29.10.2025 12:27:48
Gelesen: 4744
# 40
Hallo "Spezialisten"
Ich tue es mir echt schwer, diese Marken zu bestimmen ob es nun Kriegs oder Friedensdruck ist?
Vielleicht hat mir jemand ein Typ, an welchem Merkmal ich den Unterschied klar erkennen kann.
Oder - die abgebildeten Marken gleich zuordnen kann!
Vielen Dank schon mal!
tornado


Am: 26.11.2025 04:20:05
Gelesen: 4412
# 41
Auch ich tue mich ohne umfangreiches Vergleichsmaterial schwer mit einer exakten Zuordnung als Friedens- oder Kriegsdruck. Ich kann einfach nicht abschätzen welches Druckbild verschwommener ist. Wieder mal hoffe ich durch das Forum hinzuzulernen. Ich versuche es heute mit jeweils zwei Germanias 85 und 89.


In beiden Fällen zeigen die linken Marken das deutlichere WZ, was im allgemeinen für Friedensdrucke spricht. Bei der 85 hat die rechte Marke und bei der 89 die linke Marke eine intensivere Farbe. Welche Merkmale erkennt ihr, die eine Zuordnung ermöglichen?


In beiden Fällen zeigen die linken Marken das deutlichere WZ, was im allgemeinen für Friedensdrucke spricht. Bei der 85 hat die rechte Marke und bei der 89 die linke Marke eine intensivere Farbe. Welche Merkmale erkennt ihr, die eine Zuordnung ermöglichen?
Am: 26.11.2025 06:19:02
Gelesen: 4403
# 42
@ Holger Haehle [#41]
Bei der linken 30 Pf ist es nach Michelkatalog die Zuordnung einfach. Die Friedensdrucke sind im Plattendruck hergestellt dagegen die Kriegsdrucke im Platten- und Walzendruck. Beim Walzendruck sind Striche auf dem Oberrand (wie bei deinem Stück) beim Plattendruck sind nur die Reihenwertzahlen auf dem Oberrand zu finden. Alle Marken mit glänzender Gummierung sind den Kriegsdrucken zuzuordnen, zum Vergleich kann man die 2 Pf nehmen die es nur im Friedensdruck gibt.
Gruss
Martin
Am: 26.11.2025 12:34:58
Gelesen: 4354
# 43
@ Holger Haehle [#41]
@ Martin de Matin [#42]
Einfache Aufdruckmarken der Germaniamarken kann man auch als Anschauungsmaterial nehmen.
Dazu eignen sich gut die Marken der Auslandspostämter in der Türkei für den Friedensdruck.
Marken von Allenstein bzw. von Danzig zeigen den Kriegsdruck.
Viele Grüße
Thomas
Am: 27.11.2025 12:02:16
Gelesen: 4256
# 44
Na, das hat sich doch wieder mal gelohnt. Mein Dank geht an Martin und Thomas.
Ich fasse mal zusammen:
1. Glänzendes Gummi haben Kriegsdrucke. Friedensdrucke sind matt.
2. Walzendrucke, erkennbar an den Strichen auf dem Oberrand der 30 Pf.-Marke, kommen bei Friedensdrucken nie vor.
3. Als Vergleichsmaterial eignet sich eine 2Pf.-Marke, die es nur als Friedensdruck gibt.
4. Ebenfalls zum Bestimmen durch Vergleichen geeignet sind solche Aufdruckmarken, die es ausschließlich in der einen oder anderen Form gibt.
Am: 30.11.2025 03:07:09
Gelesen: 4119
# 45
Ich habe noch eine Frage zum Druckbild beim Vergleich. Dazu habe ich den Vorschlag von Thomas umgesetzt und für den Vergleich eine Aufdruckmarke hinzugezogen. Auf dem Foto rechts ist eine Aufdruckmarke der deutschen Auslandspost von 1913 zu sehen, der als Urmarke die 87 I zugrunde liegt, die ein Friedensdruck ist. Links befindet sich nach dem glänzenden Gummi und dem schwach sichtbaren WZ zu urteilen eine 87 II – also ein Kriegsdruck.
Wenn ich mir das Druckbild insgesamt anschaue, scheint der rechte Friedensdruck die kräftigere und lebendigere Farbe zu haben. Wahrscheinlich entsteht dieser Eindruck durch den stärkeren Kontrast. Der ist, wenn man dann mit der Lupe genauer hinschaut, gut an der Schraffur zu erkennen, deren Zwischenräume weißer sind als beim linken Kriegsdruck. Habe ich hier einen der Unterschiede im Druckbild erkannt? Seht ihr weitere Unterschiede im Druckbild?
Leider muss ich nach dem Hochladen erkennen, dass die Auflösung des Fotos deutlich niedriger ist als bei meinem Originalfoto. Auf meinem Foto ist der Unterschied viel deutlicher zu sehen.
Wenn ich mir das Druckbild insgesamt anschaue, scheint der rechte Friedensdruck die kräftigere und lebendigere Farbe zu haben. Wahrscheinlich entsteht dieser Eindruck durch den stärkeren Kontrast. Der ist, wenn man dann mit der Lupe genauer hinschaut, gut an der Schraffur zu erkennen, deren Zwischenräume weißer sind als beim linken Kriegsdruck. Habe ich hier einen der Unterschiede im Druckbild erkannt? Seht ihr weitere Unterschiede im Druckbild?
Leider muss ich nach dem Hochladen erkennen, dass die Auflösung des Fotos deutlich niedriger ist als bei meinem Originalfoto. Auf meinem Foto ist der Unterschied viel deutlicher zu sehen.
Am: 10.01.2026 17:17:25
Gelesen: 3575
# 46
Habe mich heute um die Bestimmung einiger Germanias durch Vergleiche mit Referenzmarken bemüht. Bei der zu bestimmenden 10 PF-Marke habe ich zum Vergleich mit einem Friedensdruck eine Aufdruckmarke der Deutschen Auslandspost in China (40) verwendet, der als Urmarke die 86 I zugrunde liegt. Für den Vergleich mit einem Kriegsdruck habe ich eine altdeutsche Aufdrucksmarke aus Bayern (140) verwendet, der als Urmarke die 86 II zugrunde liegt.
Bitte klickt auf die Bilder, um sie in voller Auflösung zu sehen. Die zu bestimmende Marke hat nicht das klarere Druckbild des Friedensdrucks. Die zu bestimmende Marke und der Kriegsdruck passen schon auf den ersten Blick viel besser zueinander. Obendrein hat die zu bestimmende Marke ein glänzendes Gummi wie der Kriegsdruck. Darf ich daraus folgern, dass es sich bei der zu bestimmenden Marke um einen Kriegsdruck (86II) handelt?
Bei der folgenden 5Pf-Marke viel mir die Bestimmung schwerer, weil die Druckbilder doch sehr ähnlich sind. Bitte klickt auf die Bilder, um sie in voller Auflösung zu sehen.
Deutliche Unterschiede finde ich aber beim Gummi. Die zu bestimmende Marke hat ein mattes Gummi wie der Friedensdruck (DAP China 39, DR 85I). Das Gummi des Kriegsdrucks (Bayern 138, DR 85II) glänzt. Kann ich folglich die zu bestimmende Marke als Friedensdruck (85I) einordnen?
Bitte klickt auf die Bilder, um sie in voller Auflösung zu sehen. Die zu bestimmende Marke hat nicht das klarere Druckbild des Friedensdrucks. Die zu bestimmende Marke und der Kriegsdruck passen schon auf den ersten Blick viel besser zueinander. Obendrein hat die zu bestimmende Marke ein glänzendes Gummi wie der Kriegsdruck. Darf ich daraus folgern, dass es sich bei der zu bestimmenden Marke um einen Kriegsdruck (86II) handelt?
Bei der folgenden 5Pf-Marke viel mir die Bestimmung schwerer, weil die Druckbilder doch sehr ähnlich sind. Bitte klickt auf die Bilder, um sie in voller Auflösung zu sehen.
Deutliche Unterschiede finde ich aber beim Gummi. Die zu bestimmende Marke hat ein mattes Gummi wie der Friedensdruck (DAP China 39, DR 85I). Das Gummi des Kriegsdrucks (Bayern 138, DR 85II) glänzt. Kann ich folglich die zu bestimmende Marke als Friedensdruck (85I) einordnen?