Briefmarken Atteste

Thema:

Alliierte Besetzung Französische Zone Allgemeine Ausgaben Belege Echt oder falsch ?

User #336253058 Am: 12.07.2026 17:28:45 Gelesen: 909 # 1
Echt oder falsch ? Der abgebildete Brief ist eigentlich zu schön, um echt zu sein (Stempel?). Oder ist er es etwa doch? Fragt Bessie/Sentawau und sagt für eine Antwort schon mal danke.
Lars Boettger Am: 13.07.2026 07:52:35 Gelesen: 834 # 2
@ Bessie [#1]

Frage doch den dafür zuständigen BPP-Prüfer, ob sich eine Prüfung lohnt. Wenn der Absendername und die Absenderadresse gleich ist, der Brief ein Ortsbrief ist, dann liegt eine philatelistische Beeinflussung sehr nahe.

Die Marken waren noch gültig.

Beste Grüsse!

Lars
User #336253058 Am: 13.07.2026 17:07:33 Gelesen: 783 # 3
@ Lars Boettger [#2] Lieber Lars, ich bin kein Anfänger! Trotzdem danke! Bessie/Sentawau
Lars Boettger Am: 13.07.2026 17:33:28 Gelesen: 774 # 4
@ Bessie [#3]

Für eine Analyse gehört folgendes dazu:

- Was sagt uns der Empfänger / Absender
- Porto - ist es richtig, ist der Brief überfrankiert?
- Stempel: Ist der Stempel als Falschstempel in einer der Datenbank registriert?
- Stempelfarbe: Passt die Stempelfarbe mit der damals üblichen Stempelfarbe überein?
- Brief: Ist der Brief aus der Zeit oder leuchtet er schon unter UV?
- Wert der Marken - macht es Sinn, den Brief mit Falschstempel zu versehen?

Wenn Du das alles abklärt hast und dazu Aussagen treffen kannst, dann würde ich das Ergebnis hier im Forum präsentieren. Wir sind nicht Prüfer, wir haben nicht das notwendige Vergleichsmaterial. Die oben genannten Schritte sind einfach notwendig - eventuell hilft DIR das auch weiter, den Beleg zu beurteilen.

Eine einfache Frage fordert eine einfache Antwort heraus: BPP-Prüfer fragen!

Beste Grüße!

Lars
Sammlerfreund Christian Am: 13.07.2026 21:18:25 Gelesen: 733 # 5
@ Lars Boettger [#4] Ich finde Deine Haltung nicht überzeugend, sondern sogar ziemlich schroff und bevormundend. Warum soll Bessie denn hier nicht - wie schon x-mal geschehen - einen Beleg vorstellen und die Forumsteilnehmer um ihre Meinung bitten dürfen? Die Frage nach echt und falsch ist so alt wie das Sammeln selbst und das Rätseln und Knobeln rund um diese Frage macht vielen Sammlern Spaß. Was spricht noch einmal dagegen? Wem das nicht passt, kann ja gern etwas anderes lesen. Letztlich könnte man auf den Großteil der Themen bei den Philaseiten antworten: halte bloß den Mund und gehe direkt zum Prüfer (eine Ansage, die - nota bene - auch von einem Prüfer stammt). Nur dann wäre dieses Forum weitgehend obsolet oder zumindest um einige interessante Diskussionen ärmer. Also, Bessie, ich kann Dir leider nicht mit Spezialwissen weiterhelfen. Die Stempelfarbe kommt mir aus dem Bauch heraus merkwürdig vor. Vielleicht gibt es unter größerer Auflösung sogar eine Farbpunktestreuung zu sehen, was auf einen Tintenstrahldrucker hinweisen würde. Nichts für ungut und allen einen schönen Abend Christian
drmoeller_neuss Am: 13.07.2026 22:30:43 Gelesen: 706 # 6
@ Bessie [#1] Auf den ersten Blick sieht erst einmal alles echt aus. Der Stempel ist aus dem Zeitraum in den Stempeldatenbanken von Philaseiten und stampsx registriert, und die Stempelfarbe passt auch. Auch an dem Umschlag, dem R-Zettel und der Schrift habe ich nichts auszusetzen - alles ist zeitgerecht. Stutzig macht mich der "Eingangsstempel" auf der Rückseite. Er ist mit dem Stempel auf der Briefvorderseite identisch. Bei kleinsten Poststellen in Dörfern mag das noch angehen, da gab es eben nur einen Stempel für alles. Im Postamt von Rastatt dürfte der Schalterbetrieb und der Posteingang räumlich getrennt gewesen sein. Da sind verschiedene Stempel zum Einsatz gekommen. Und selbst wenn der Brief innerhalb des Zustellbezirkes geblieben ist, ist der Schalterbeamte nicht sofort damit zur Briefzustellung gerannt. Fazit: im besten Fall eine Gefälligkeitsentwertung, die aber nicht viel mehr als die entsprechenden postfrischen Marken wert ist. Meines Erachtens kann man hier auf eine Prüfung verzichten. Kein Prüfer wird bescheinigen, dass dieser Brief echt gelaufen ist.
Lars Boettger Am: 13.07.2026 23:19:33 Gelesen: 685 # 7
@ Sammlerfreund Christian [#5]

Hallo Christian,

Du hast recht, meine Antwort ist bewusst schroff gehalten.

Wenn ich eine Frage an das Forum richte, dann sollte ich vorher alle Hilfsmittel ausgeschöpft haben, die mir zur Verfügung stehen. Wenn ich das nicht mache - aus welchen Gründen auch immer - muss ich bereit sein, in so einem Fall einen Prüfer zu kontaktieren. Der kann dann die Echtheit bestätigen - oder halt nicht.

Ich habe ein paar verteufelt gut aussehende Belege aus der Nachkriegszeit, die alle - vorsichtig formuliert - ihre Probleme haben. Da kann dann nur ein Prüfer helfen. Darum auch mein Hinweis, einen Prüfer zu kontaktieren.

Beste Grüsse!

Lars
2huhu Am: 14.07.2026 14:57:30 Gelesen: 610 # 8
Hallo, in der Bucht wird momentan ein Ortsbrief mit Einschreiben und Eilzustellung mit fortlaufender E-Nummer 272 angeboten. Er ist frankiert mit der 2 Mark-Briefmarke; der Empfänger und der Absenders ist der gleiche wie in dem hier diskutiertem Brief. (# 117287806425) Grüßle Holger Reichert https://www.ebay.de/itm/117287806425 - Link redaktionell ergänzt
bignell Am: 14.07.2026 15:03:07 Gelesen: 603 # 9
@ 2huhu [#8]

Hallo Holger,

selbes Datum wie erster Beleg, nächste Rekonummer, selbe Schrift, anderer (angeblicher) Absender - da hat jemand schöne Sammlerbelege erstellt, wohl einen ganzen Stapel dem Postbeamten vorgelegt. Werden wohl echt sein.

Ich schliesse mich Dr Moeller an: Gefälligkeitsentwertung, die aber nicht viel mehr als die entsprechenden postfrischen Marken wert ist

Liebe Grüße,
harald
angim Am: 14.07.2026 16:43:25 Gelesen: 572 # 10
@ bignell [#9] Die gehören auch wegen der Einschreibenummern zusammen. Ich stimme grundsätzlich zu, aber eventuell kann man da noch von einer zeitgerechten Entwertung sprechen, wenn da nicht rückdatiert wurde. Viele Grüße Thomas
User #336253058 Am: 15.07.2026 19:54:44 Gelesen: 448 # 11
@ 2huhu [#8] Lieber Holger, liebe Gemeinde, das ist eine Vorlage, wie ich sie erhofft hatte und die mein Problem klärt. Ich deute meinen Brief nunmehr so: Von einem Sammler fabrizierter Brief mit Gefälligkeitsstempeln. Diese höchstwahrscheinlich echt. Bewertung wie lose gestempelte Marken, wegen der hohen Differenz zwischen postfrisch und gestempelt Prüfung zwingend erforderlich. Ältere Gefälligkeitsstempelung mit Schalterstempeln sind meistens von normalen Abstempelungen nicht zu unterscheiden. In neuerer Zeit ist das oft anders, Beispiele DDR, BR, Berlin usw. Sind die Stempel allerdings rückdatiert, handelt es sich um Fälschungen. Die Briefnotierungen der Kataloge sind Bedarfsbriefen vorbehalten und gelten nicht für Sammlerbriefe. Oder doch? Von Händlern und Sammlern wurden viele teure Zeppelinbriefe fabriziert. Ein IPOSTA-Block oder Zuschlagsmarken sind auf Bankbriefen nicht zu erwarten. Merke: Man kann nicht sammeln wollen, was es nicht gibt. Das Thema Bedarf – Sammlerbedarfspost (1947 Dank für Lebensmittelpaket, 1985 für Kaffeepäckchen) oder Mache ist endlos diskutierbar. Bitte nicht! Mit meiner harmlosen Anfrage wollte ich ja nur wissen, ob dieser Stempel von Rastatt als Fälschung bekannt ist. Ich bin kein Anfänger. Seit 2013 bin ich auf diesen Seiten Mitglied und habe als „Sentawau“ viele Beiträge geliefert. 2025 kannte mich der Rechner plötzlich nicht mehr und ich musste zum Namen meines zweiten Hundes „Bessie“ wechseln. Bessie/Sentawau dankt nochmals allen an der Diskussion Beteiligten. Nachwort: der hier zugrunde gelegte Sammlerbrief taugt sogar als zeittypischer „Beleg“: er zeigt, wie vor der Währungsreform jedermann versuchte, seine wertlosen Reichsmark gegen Wertbeständiges umzutauschen. Deshalb erlebte damals die Philatelie eine Scheinblüte.