Briefmarken Atteste

Thema:

Rumänien Familiensammlung

User #360712545 Am: 21.06.2026 14:39:42 Gelesen: 1055 # 1
Servus, bin neu in diesem Forum und hoffe ein paar Antworten auf meine Fragen zu bekommen. Als Bilder habe ich ein Paar Fotos aus der Rumänien-Sammlung beigefügt. Es geht mir bei der Marke Rumänien 239 (Bogen 100) zb. darum wie dieser bewertet werden darf. Beziehe mich dabei auf den Michel Kat. 2016 Südosteuropa. Bewerte ich die 239 als Einzelmarke oder als 50 x 239F* ? Anbei habe ich noch zwei weitere Bilder eingestellt, einmal die Rum. 28, sowie einen Probedruck der Zwangszuschlagmarke 8? Wie würdet ihr dies bewerten? Die Sammlung befindet sich seit den 1960-ern im Besitz meiner Familie und ich kann den Ursprung bis in die 20 Jahre zurückverfolgen. Eine sehr umfangreiche Sammlung vom Beginn bis Anfang der 1920-er Jahre. So recht weiss ich eigentlich nicht, was ich mit der Sammlung machen soll. Vielleicht hilft mir der ein oder andere Ratschlag in diesem Forum weiter. Gruß :-)
10Parale Am: 21.06.2026 17:01:56 Gelesen: 1010 # 2
@ Hans_Watz [#1] Ich beginne mal mit dem 100-er Bogen der Überdruckausgabe, 10 Bani mit schwarzem Überdruck 1918. Im Michel Südosteuropa ist er bei mir als 239 a katalogisiert. Einer der großen Buchautoren über rumänische Philatelie ist KIRIAC DRAGOMIR, der einen speziellen Katalog der rumänischen Briefmarken herausgebracht hat, bei dem ich kurz mal nachgelesen habe. Originaltitel des 1974 erschienen, empfehlenswerten Buches: CATALOGUL MARCILOR POSTALE ROMANESTI, alte Hasen bezeichnen das Buch als CMPR, was ich auch zuerst nicht verstand (erste Buchstaben). Auf Seite 175/76 behandelt er diese Briefmarke, die tatsächlich in 6 Bögen zu je 100 Marken hergestellt wurde. Aufgrund der Eile, mit der die Briefmarken überdruckt wurden, so der Autor, finden sich Bögen, bei denen ein oder zwei Reihen (vertikal oder horizontal) ohne Überdruck blieben. Sie gelangten laut Kiriac Dragomir in den philatelistischen Umlauf, weil sie nicht rechtzeitig vernichtet wurden. Solch ein Bogen scheint mir bei deinem Bogen vorzuliegen, wobei ich nur eine Erklärung für den Druck geliefert habe, wie ihn der Meister Kiriac Dragomir beschreibt. Ob dein Bogen echt ist oder falsch mag nur ein Experte zu prüfen, der den Bogen vor sich liegen hat und Vergleichsbögen dazuziehen kann. Das Papier (Kriegspapier - so die Beschreibung) ist tatsächlich gräulich. Links am Rand sehe ich noch etwas Gedrucktes ? Zu den 10 verschiedenen Typen der 25 Bani Marke braun kann ich nur gratulieren. Allein die Tatsache, dass die 10 Typen (vermutlich gut untersucht) hier mit Lehrblatt dokumentiert werden, macht das ganze Blatt schon wertvoll. Die Marken sind alle gestempelt und besonders die Marke mit dem Stempel von BRAILA (Type 4) sticht heraus. Ich bewerte das Blatt mit 150 € - 200 €. Dennoch kann der Preis gerade bei Rumänien mal höher, mal niedriger liegen, die Preisspanne ist variabel und immer etwas von den Umständen abhängig. Über den Versuchsdruck kann ich wenig sagen, doch auch hier scheint etwas Besonderes vorzuliegen. Es empfiehlt sich immer eine Prüfung. Mit einem Attest oder einem Befund kann ein Umstand eintreten, der den Preis wieder in die Höhe schnellen lässt, sollte Echtheit vorliegen. Wenn du eine Sammlung vom "Ursprung bis in die 20-er Jahre" besitzt, ist es ein Kleinod, das von dir oder professionellen Händen behütet werden sollte. Könntest du dir vorstellen, selbst Rumänien Sammler zu werden und dich in die Faszination dieses Sammelgebietes einzuarbeiten? Wenn nicht, würde ich die Sammlung einem Auktionshaus anvertrauen. Ich habe prinzipiell eine positive Meinung über Auktionshäuser. Solltest du mehr erfahren wollen, wende dich an die ARGE Rumänien, die eine eigene Homepage betreibt. Damit ich dich nicht ganz im Regen stehen lasse, ich bewerte die 3 Objekte zusammen mit 300 € - unbestimmte €uro. Du siehst, nach oben hin wage selbst ich nach einigen Jahren Rumänien Erfahrung keine Prognose. Allzu gutgläubig würde ich die Marken nicht aus der Hand geben. Liebe Grüße 10Parale
User #360712545 Am: 21.06.2026 18:20:21 Gelesen: 983 # 3
Erst mal Danke für die Rückmeldung. Ich will ehrlich sein, ich weiss gar nicht, was ich mit dieser großen Sammlung anfangen soll. Das Sammelgebiet ist sehr umfangreich, schwierig - wobei schon ein großer Schritt durch die Vorarbeiten abgearbeitet ist. Sie wird dennoch sehr wahrscheinlich ihren Weg zu einem Auktionator finden. Man kann leider nicht alles aufheben, es würde irgendwann (leider) in der Papiermülltonne landen oder durch unsachgemäße Behandlung zerstört werden. Leider werden diese "Aktien des kleinen Mannes" immer weniger gewürdigt. Die Sammlung wurde in den 20er Jahren durch die rumänische Regierung im Wiener Dorotheum versteigert. Gelangte dann in den Besitz meines Vaters der diese Sammlung weiter ausbaute. Alle Kataloge, die ich zu dem Thema habe sind leider in Rumänisch zb. "Catalogul Marcilor Postale Romanesti 1974". In deutscher Sprache habe ich "Scharlatane als Altrumänienprüfer" oder "Klassische rumänische Steindruckausgaben" Da mein alter Herr (1921) ein begeisterter Philatelist war, bleiben mir nach Abgabe einiger Sammlungen noch genug :-)) andere Sammelgebiete übrig. Freue mich auf eure weiteren Ausführungen, Ratschläge, Tipps. Grüße
Martin de Matin Am: 21.06.2026 19:25:28 Gelesen: 963 # 4
@ Hans_Watz [#3] Es wäre schön, wenn man die Sammlung hier im Forum unter einem eigenen Thema (z.B. meine Familiensammlung Rumänien) zeigen würde. Natürlich nicht alles auf einmal, sondern von Anfang an immer eine Ausgabe. So würde die offensichtlich nicht gewöhnliche Sammlung der Nachwelt erhalten bleiben, bevor sie auf einer Auktion und den Käufer zerlegt wird. Es sieht ja so aus, als könnte ein anfangender Rumäniensammler viele Informationen erhalten, die nicht im Michelkatalog aufgeführt sind. Von mir erworbene Sammlungen, die einige Besonderheiten enthalten, werden von mir mittlerweile eingescannt bevor ich sie in meine Sammlungen einbaue; damit eine Erinnerung an den Vorbesitzer erhalten bleibt. Gruss Martin [Beiträge [#1] bis [#5] ausgelagert aus dem Thema "Rumänien für Sammler"]
Histrianorum Am: 21.06.2026 21:29:08 Gelesen: 911 # 5
In den 1960er- und 1970er-Jahren gelangte ein großer Bestand an überdruckten Bögen, der auch Probedrucke umfasste, sowohl in vollständigen Bögen als auch in Fragmenten, nach Amerika, in den Besitz von Danielle und Frank P. Russel. Diese veröffentlichten eine Art Katalog, obwohl es sich in Wirklichkeit eher um ein Inventar als um einen eigentlichen Katalog handelt. Er ist nicht leicht zu finden, aber es lohnt sich, danach zu suchen: **„Danielle & Frank P. Russel – Romania, Specialised Catalogue 1918”**. Veröffentlicht und vertrieben von Danielle & Frank P. Russel, PO Box 1443, Torrance, California 90505, USA. Falls Sie ihn nicht finden, können Sie mir unter licaopreanu@gmail.com schreiben, und ich kann Ihnen einige Scans zusenden. Im vergangenen Jahr und, noch aktueller, in diesem Jahr ist dieser große Bestand zum Verkauf erschienen, aufgeteilt in mehrere kleine und große Lose. Ein großer Teil wurde bei Auktionen auf eBay USA und eBay Kanada angeboten. Ich glaube, dass noch viel Material vorhanden ist, das erst noch zum Vorschein kommen wird. Die erzielten Endpreise sind lächerlich niedrig; man sieht deutlich, dass kaum noch Nachfrage besteht. Vor einigen Jahren hätte ein solcher Bogen durchaus 1.000–1.500 € erreichen können. Auch ich besitze eine Sammlung von Probedrucken, ähnlich denen auf Ihren Bildern. Eine Serie von Steuermarken — Rumänien, neues Muster, mit dem Aufdruck „1918” — habe ich vor einigen Jahren zu einem hohen Preis gekauft. Dieselbe Serie wurde kürzlich für nur 3 Dollar verkauft! Die aktuellen Auktionen sind noch sichtbar, während die Auktionen aus dem vergangenen Jahr, die noch größere Lose umfassten, nicht mehr im eBay-Feed erscheinen. Ich habe jedoch alle Bilder gespeichert, falls jemand daran interessiert ist: https://www.ebay.com/itm/206309114602 https://www.ebay.com/itm/147340505498 https://www.ebay.com/itm/206309089985 [Abbildungen redaktionell eingefügt]
10Parale Am: 22.06.2026 16:38:55 Gelesen: 776 # 6
@ Histrianorum [#5] Vielen Dank für diese Erweiterung unseres Wissens über diese Marken. Es ist interessant, wie sensibel der Markt auch bei Briefmarken reagiert. Fast könnte man für die Börse daraus lernen, wo ganz andere Deals gemacht werden. Mich hätte interessiert, wie der Bestand der Bögen in den 60-er und 70-er Jahren nach Amerika gelangten? Hat die pseudo-sozialistische Regierung tatsächlich, wie die Einheimischen oft sagen, alles getan, um an Devisen zu kommen? Aber das ist Vergangenheit, sie ruhe in Frieden. Die ganzen Aufdrucke scheinen mir eine Spielerei gewesen zu sein und natürlich auch eine Geldmacherei. Kiriac Dragomir hat ja in seinem Buch schon festgestellt, dass nicht alle fehlerhafte Drucke vernichtet wurden und so in den Umlauf kamen. Aber er schreibt, philatelistischer Umlauf, das kann heißen, um Sammlerleidenschaft zu befrieden oder halt um einträgliche Geschäfte zu machen. Vielleicht sehen wir hier noch andere Beispiel aus der Familiensammlung, mich würde es stark interessieren. Zu der Michel Nr. 28, 25 Bani braun 1871, gibt es gerade eine interessante Auktion eines Einzelstücks bei ebay. Da kann der Interessierte auch Preisentwicklungen beobachten. Der Käufer ist sehr seriös, auch ich habe schon bei ihm, - wenn auch selten -, gute Sachen gekauft. https://www.ebay.de/itm/178233839193 Liebe Grüße 10Parale
User #360712545 Am: 22.06.2026 16:59:59 Gelesen: 768 # 7
Erst einmal Danke für Eure Antworten. Ich werde nun den Vorschlag von Martin de Matin aufgreifen und zumindest einen kleinen Teil der Sammlung hier veröffentlichen. Ich sage aber gleich "Ich bin nicht der Rumänenexperte", das war mein Vater! Das in der bestehenden Sammlung weiter gearbeitet wurde, sieht man an den Unterschiedlichen Gestaltung der Seiten. Meinem alten Herren kam es eher darauf an die Unterschiede herauszuarbeiten. Dazu hatte er sich, leider in Rumänisch geschrieben, sehr viele Unterlagen zugelegt und sich einen Teil der Sprache angeeignet. Weitere Artikel zu dem Gebiet befanden sich z.B. in "Der Sammlerfreund", "Deutsche Briefmarkenzeitung" in den Ausdgaben ca. 1900. Die er als Kopie sich besorgte. Er erzählte auch einmal das er Unterlagen von einem Rumänienprüfer aus dem Raum München erhalten habe. Einen Computer samt Drucker unterstützte ihn schon in den frühen 80er Jahren. Da konnte er endlich, schnell seine eigenen Albumblätter erstellen. Die Sammlung endet (ca.) zum II. Weltkrieg. Aber die ersten Jahre mit Steindruck und den vielen Farbabweichungen haben ihn fasziniert. Farben wurden von ihm nicht nach Michel, sondern nach den "Kornerup Wanscher Farbtafeln" bestimmt. Er hatte als Restaurator lieber damit gearbeitet. Ich werde diese Sammlung zu Jahresende einer Auktion übergeben. So nun viel Spass mit den ersten Bildern der Sammlung! Gruß Hans
10Parale Am: 22.06.2026 22:18:49 Gelesen: 691 # 8
@ Hans_Watz [#7] Eine tolle Studie deines "alten Herrn" zeigst du uns hier. Man spürt auf den ersten Blick, dass ihm die Differenzierung der Farben und Typen sehr am Herzen lag. Ich hatte auch mal solch eine Expertise einer einzelnen Kopfausgabe vorliegen, die mir mal der Herr ans Herzen legte, den du in deinem Text erwähnst: "Er erzählte auch einmal das er Unterlagen von einem Rumänienprüfer aus dem Raum München erhalten habe." Kann mir gut vorstellen, dass es sich dabei um den allseits bekannten Fritz Heimbüchler handelt, der viele Marken Rumäniens prüfte und signierte. Vielleicht stand dein Vater mit ihm im Kontakt und ich kann mir vorstellen, dass ihm die ARGE Rumänien nicht unbekannt war. Als Studienobjekt oder für einen angehenden Rumänien-Prüfer wären die hier gezeigten Blätter sicher eine Steilvorlage. Persönlich auffällig finde ich die gestempelten Fürst CUZA Marken auf deinem 2.ten Blatt in der 1. Reihe. Die 5 Parale (Michel Nr. 12) mit dem Stempel BAKEU MOLDOVA findet sich selten in diesem herrlichen Zustand. Bei der 2 Parale Marke in orange sehe ich keinen rumänischen Stempel, er erinnert mich eher an einen britischen Stempelabschlag. Ich finde es gut, wenn du die Sammlung an ein Auktionshaus gibst, auch wenn sie damit, wie Martin de Matin richtig feststellt, von Käufern "zerlegt" wird. Aber so ist es nun mal mit allen großen Sammlung oder gibt es Beispiele für Sammlungen, die seit 100 Jahren vollständig geblieben sind? Mich würde die oben gezeigte Sammlung persönlich auch sehr reizen, zumal ich bald als Rentner mehr Zeit haben werde, um mich intensiver um mein Hobby zu kümmern. Allerdings fehlt mir dann wohl das nötige Kleingeld, um solche Schätze zu kaufen. Jetzt in der "Woche der Reformen" (Zitat aus tagesthemen, das gerad parallel läuft) werden wir ja alle vorsichtig "gemacht" und jeden Euro zwei Mal umdrehen, den wir zum Vergnügen ausgeben. Den Wert der oben gezeigten Blätter, das wird dich wohl mehr interessieren als dein "alter Herr", dürfte weit über 1.000 Euro liegen, denn - die sichtbare 5 Parale Marke könnte, und die Betonung liegt sicher auf könnte, eine sehr wertvolle Michel Nr.5x sein, ein Ochsenkopf ohne gebrochene Linie unten. Doch bitte nicht euphorisch werden, ich sehe nur ein Scan und habe die Marke nicht vor mir liegen. "Die Sammlung wurde in den 20er Jahren durch die rumänische Regierung im Wiener Dorotheum versteigert." Das ist wichtig für jeden Käufer deiner Sammlung. Kurz zu meiner Person. Ich wohne in Südbaden und sammle seit 2008 Briefmarken. Irgendwann wurde ich, damals noch unter dem Vorsitz von Friz Heimbüchler, Mitglied der ARGE Rumänien. Diese international aufgestellte Arbeitsgemeinschaft machte jährlich sehr gut besuchte Zusammenkünfte, meist anlässlich internationaler Philatelie Ausstellungen. Dort traf ich sehr sehr fortgeschrittene Rumänien-Sammler mit großem Wissen und Können. Da meine Frau aus Rumänien kommt, war klar, warum ich gerade dieses Land als Sammelgebiet gewählt habe. Mittlerweile ist ein Großteil meiner Euphorie für dieses Sammelgebiet leider gebrochen, denn es war mir nicht vergönnt, ein einzelnes heiß begehrtes Sammlerstück ("eine 30 Parale Marke mit einem M3 Stempel von TECUCI") zu erwerben. Mittlerweile habe ich mich auf ein rumänisches Nischengebiet spezialisiert und auf Ganzsachen, was noch breit gesammelt wird. Diese Dinge kann ich mir hoffentlich auch noch in Zukunft leisten. Ja, Rumänien ist ein finanziell anspruchvolles Sammelgebiet. Man kann sogar behaupten, irgendwann stößt da "jeder" an seine Grenzen. Ich schreibe das alles, weil ich aus deiner INTRODUCTION herausgefiltert habe, dass es dir darum geht, zu wissen, was deine Sammlung wert ist. Prinzipiell kannst du sehr stolz auf diese Sammlung sein und ich würde sie als SOHN vielleicht gar nicht so schnell aus der Hand geben. Es ist schon ziemlich sus (das ist ein Modewort, Abkürzung von suspect), wie die Zeiten sich ändern. Ich hoffe, andere Spezialisten melden sich hier auch noch zu Wort. Die Sammlung ist schon im Aufbau sehr wertvoll und ich gratuliere dazu ganz herzlich. Liebe Grüße 10Parale
Heinz 7 Am: 28.06.2026 17:13:30 Gelesen: 457 # 9
@ Hans_Watz [#1] Guten Tag Hans, mit Freude lese ich Deine Beiträge und studiere Deine Scans. Wir haben vor einigen Jahren bei Philaseiten viele Facetten der Rumänien-Philatelie in Bild und Wort vorgestellt und sind dabei auf grosses Interesse der Leserschaft gestossen. 10 Parale hat vor über 13 Jahren das Thema "Rumänien für Sammler" eröffnet und wir haben Hunderte von Beiträgen geschrieben und dabei wohl viele Fragen beantwortet und neue Freunde der Rumänien-Philatelie motiviert, den Blick auf dieses faszinierende Sammelgebiet zu richten. Viele Spezialthemen zu besonderen Aspekten der Rumänien-Philatelie wurden in spezifischen Themen behandelt. Ca. 3 Dutzend Themen kamen allein seit 1.1.2023 hinzu. Viele Sammler beschränken sich heute darauf, bei Lust & Laune in den Phila-Foren zu stöbern; eine Mitarbeit in einer Arbeitsgemeinschaft aber scheint kaum mehr jemanden zu interessieren. Ich bedaure dies sehr. Ich bin 1990 der ARGE Rumänien beigetreten, damals und lange Jahre waren die Treffen der Sammler an den Jahres-Symposien philatelistische Höhepunkte und fast alle Anwesenden haben den Austausch unter Gleichgesinnten sehr geschätzt. Leider aber sind die Besuche an den sorgfältig vorbereiteten Symposien der letzten Jahre stark eingebrochen, sodass der jetzige Leiter der ARGE in Aussicht stellte, dass das Treffen 2026 wohl das letzte seiner Art sein werde. Umso mehr schätze ich, dass wir mit den Philaseiten eine Plattform haben, wo sich viele Freunde der Rumänien-Philatelie zumindest teilweise noch austauschen können. Gerne unterstütze ich auch Dich bei Deinen Fragen. Die bisher gezeigten 19 Seiten aus Deiner Sammlung zeigen, dass da sehr wohl einige Substanz in der Sammlung steckt, wie auch 10 Parale ja schon festgehalten hat. Vor allem Blatt 1, Blatt 8-19 erinnern mich stark an Spezialsammlungen, wie sie in den 1980-er Jahren sehr beliebt und recht weit verbreitet waren. 1979 schrieb Hans Georg ein viel beachtetes Buch Hans Georg, Rumänien; Typenmerkmale, Umdruckblocks und Drucksteine der Steindruck-Ausgaben 1865-1872, 1979 das von vielen Sammlern als Grundlage/Richtschnur für die eigene Sammlung benutzt wurde. Auch an Wettbewerbs-Ausstellungen errangen solche Exponate bisweilen erstaunlich hohe Bewertungen; z.B. Horst Scherrer, der Gründer (und erste Präsident) der ARGE Rumänien errang GOLD-Medaillen damit, mit Briefmarken, die längere Zeit kaum Beachtung bei Sammlern gefunden hatten. Es ist offensichtlich, dass auch Dein Vater sich von der damaligen Begeisterung für diese Ausgaben und die Plattierung der Steindruck-Marken begeistern liess. Lass diese Seiten unbedingt zusammen und biete sie an einer Auktion separat an; sie werden aller Voraussicht nach auch heute noch auf einige Gegenliebe stossen (auch wenn heute die Postgeschichte bei vielen Sammlern noch beliebter ist). Die Bewertung von "10 Parale" für Dein Blatt 1 (Beitrag 2) halte ich für tief. Zwar sind einzelne der Marken nicht in sehr guter Erhaltung (und sollten idealer-weise ersetzt werden durch sehr schöne Stücke), aber allein die Fleiss-Arbeit, alle 10 Typen der Marke zu suchen und zu sammeln wird von vielen Philatelisten geschätzt und auch gewürdigt (= gut bezahlt). Abschliessend empfehle ich Dir, die Sammlung genau zu sichten und Dir einen Überblick zu verschaffen, was "da" (und mehr oder weniger "wertvoll") ist. Erfahrene Sammler helfen Dir sicher gerne weiter. Luxus-Stücke dieser Briefmarken sind bei Sammlern sehr gefragt! Sammler zahlen gelegentlich weit MEHR als die Katalogpreise dafür! Grosse Posten Rumänien kann man sehr oft an Auktionen kaufen, oft lieblos und ohne Sachverstand in Grosslose hineingepackt. Das kann bei Sammlungen, die in der Entstehung mit viel Sachverstand zusammen getragen wurden, oft zu ganz traurigen Verkaufsresultaten führen. Die Nachfrage nach vielen Stücken ist in den letzten 10 Jahren auch für Rumänien natürlich nicht grösser geworden (allgemeiner Briefmarken-Sammler-Rückgang). Freundliche Grüsse Heinz
Martin de Matin Am: 22.08.2026 22:02:05 Gelesen: 115 # 10
Wie es aussieht wird die Sammlung bei 389. Auktion von Heinrich Köhler als Los 10256 für meiner Meinung nach äusserst niedrigen 500 € ausgerufen. Für diesen Preis hätte ich sie sofort gekauft. Los 10256 Rumänien - Beschreibung 1862/1950 (ca.), unmounted mint/unused and used accumulation with a few covers, including Postage Dues, showing strength before the 1940s with an abundance of duplicates with shades, commencing with Mi.-Nr. 9 (x32), 30 (x26), including some pairs se-tenant with couchés, etc., the collection follows with a fine group of the later Prince Cuza imperforate issues, together with a fine plating study group of Prince Carl types, later issues with some complete sheets of the 1918 overprints as well as of the postage due emergency “TAXA DE PLATA” issue, including some inverted overprints, and more; few forgeries noted in the earlier issues, as to be expected. An ecclectic and most usefull lot, in mixed condition. Automatisch generierte Übersetzung: 1862 / 1950 (ca. ), postfrisch / ungebraucht und gestempelter Posten mit ein paar Briefe, inklusive Portomarken, mit starke vor die 1940er mit einer Fülle von Dubletten mit Farbtönen, beginnend mit Mi.-Nr. 9 (x 32), 30 (x 26), inklusive ein paar Paare Zusammendruck mit couches, usw. Die Sammlung folgenden mit eine schöne Zusammenstellung des später Fürst Cuza ungezähnt Ausgaben, nebst ein feines Plattenstudie Zusammenstellung von Fürst Carl Typen, spätere Ausgaben mit einigen kompletten Bogen von die 1918 Überdrucke sowie von das Porto geschuldet Not "TAXA DE PLATA" Ausgabe, inklusive ein paar kopfstehende Aufdrucke, und mehr; einige Fälschungen dabei in den früheren Ausgaben, wie zu erwarten. Eine vielseitige und meist brauchbar Los, in unterschiedlicher Erhaltung. Liveauktion Ausruf 500 EUR Ende der Gebotsabgabe: Donnerstag 24.09.2026, 07:00 CEST Gruss Martin https://www.philasearch.com/de/cat/13251_35/lot/35-A389-10256?treeparent=COGRP-2&postype=PH&page=46
10Parale Am: 23.08.2026 09:22:33 Gelesen: 55 # 11
@ Martin de Matin [#10] Danke für den Hinweis. Besonders gelungen finde ich den Achterblock der der Michel Nr. 34, 25 Bani Fürst Karl I. von 1872 "jetzt gezähnt". Da scheinen alle 8 Typen vorzuliegen. 500,-- Euro Ausruf ist okay, wenn man sich als Schnäppchenjäger auf den Weg macht, diese Sammlung zu erobern, dabei wird man dann wohl auf der Strecke bleiben. Der Vater war ein begeisterter und auch begabter Sammler. Bin mal gespannt auf das Auktionsergebnis, zumal auch ein paar Briefe dabei sind, die sich sehen lassen können. Schönen Sonntag 10Parale
Heinz 7 Am: 23.08.2026 11:12:09 Gelesen: 31 # 12
@ Martin de Matin [#10 @ Heinz 7 [#9] @ Hans_Watz [#7] Ich bin sehr einig mit Martin, dass der Ausruf dieser Sammlung "sehr niedrig ist". Es steht für mich ausser Frage, dass die Sammlung klar mehr Wert hat. Ich komme zurück auf meine Bemerkungen in Beitrag [#9]. Wir sehen nun anhand der scans (No. 5-25, 90-91), dass die Studiensammlung "Umdruckblocks" immerhin 23 Seiten umfasst und die Michel-Nummern 14-34 weitgehend abdeckt. Nur wenige Typen dieser Nummern sind in der Sammlung nicht enthalten und vielleicht lassen sich in den Dubletten noch einige Typen finden (siehe Scan 136). Euro 500 für diese 23 Seitenb ist schon klar "zu wenig" Dazu kommen noch viele weitere Marken. Die letzten 25 scans (159-183) zeigen 25 Bogenteile oder ganze Bogen; wenn nur jeder dieser Bogen mit Euro 30 gerechnet wird, sind wir schon bei Euro 750 (zusätzlich). Briefe hat es wenige, aber Scan 26 zeigt einen wertvollen Brief. Undundund... Die Dreissigerjahre sind auch gut vorhanden, mit einigen Gedenkblocks. Leider wird dies heute bei Auktions-Angeboten kaum mehr bewertet; früher hat man (bei den Händlern) jeden einzelnen dieser Blocks teuer bezahlen müssen. Ich wünsche dem Einlieferer ein gutes Ergebnis. Schade, dass er meiner Empfehlung (Studiensammlung separat) nicht gefolgt ist. Heinz