Thema:
Schwaneberger Verlag stellt die Zusendung von Rezensionsexemplaren ein (und mehr)
Am: 26.04.2026 15:17:04
Gelesen: 1053
# 1
Schwaneberger Verlag stellt die Zusendung von Rezensionsexemplaren ein!
(wm-pcp) Mit einer E-Mail vom 25. März 2026 informierte Vertriebsleiterin Susanne Üze über die Einstellung der Zusendung von Rezensionsexemplaren der Neuerscheinungen von MICHEL-Produkten. Der monatliche Versand einer größeren Zahl von unbezahlten Druckexemplaren stelle für den Verlag – so wörtlich – „angesichts der erheblich gestiegenen Papier-, Energie- und Transportkosten eine große Belastung dar“. Ersatzweise biete man nun ab sofort zwei „Alternativen“: Zum einen kostenfreie E-Books oder weiterhin gedruckte Rezensionsexemplare, die dann allerdings mit 50% des Ladenpreises zu vergüten seien. Mit diesen Maßnahmen sichere man die Zukunft der Philatelie.
Dieser Schritt des Schwaneberger Verlages passt zu weiteren, die eher zu Unverständnis in Medien und Öffentlichkeit beitragen. Wurden bereits seit Jahren Werbeanzeigen in der Fachpresse für neue MICHEL-Kataloge nicht mehr bezahlt, sondern quasi als „Tauschgeschäfte“ geschaltet, also durch Provisionen bei eventuellen Verkäufen von Katalogen ausgeglichen, so ist der Germeringer Verlag seit einigen Monaten mit nahezu wöchentlichen Sonderangeboten seiner „Altware“ (Kataloge der letzten Jahre) unterwegs, die dann z.B. mit markigen Titeln wie „Black Weeks Mega Sale Übersee“ oder als „Festliche Neuheiten im Dezember“ angepriesen werden.
Wer die „Liebe zur Philatelie“ finden will, dürfte sich wohl auch bestens beim „Deutschen Briefmarken-Club“ und dessen – überflüssigen, so meinen nicht wenige – Angeboten angeblicher oder vermeintlicher Raritäten wohl fühlen. Kein Zufall, dass auch dieser Club, der laut seiner Internetseite kein traditioneller Verein, wohl aber ein typischer Marketing-„Club“ ist – mit seinem Geschäftsführer Jürgen Hantschel unter derselben Adresse wie der Schwaneberger Verlag residiert, nämlich an der Industriestraße 1 in 82110 Germering. Und MICHEL füllt die Zeilen seiner Newsletter reichlich mit den Offerten dieses sog. Deutschen Briefmarken-Clubs, denn dieser bietet Altbestände an MICHEL-Katalogen als Prämien bei Einkäufen an. Gratis versteht sich!
Zusätzlich informiert der MICHEL-Newsletter über weitere Sonderangebote der DBA (Deutsche Briefmarken Aktiengesellschaft mit Sitz in Freiburg, Inhaber ist auch hier Jürgen Hantschel), bewirbt damit indirekt auch die DBA-XXL-Auktion im Juni 2026, betont aber dazu: „Bei Ihrer Anmeldung zum MICHEL-Newsletter haben Sie zugestimmt, auch Angebote von Drittanbietern zu empfangen. Für die in diesem Newsletter dargestellten Produkte und Dienstleistungen inklusive möglicher Verlinkungen ist ausschließlich die Badische Briefmarken GmbH verantwortlich. Ihre persönlichen Daten wurden zu keinem Zeitpunkt vom Schwaneberger Verlag weitergegeben.“
Ob diese Information in dieser Form stimmt, kann man sicherlich überprüfen. Denn vor Jahren war dieser Hinweis auf die angebliche Zustimmung zum Empfang von Angeboten von Drittanbietern mit dem MICHEL-Newsletter noch nicht im Newsletter enthalten. Zumindest konnte die pcp-Redaktion keinen entdecken.
Was einmal mit Anzeigen in den MICHEL-Katalogen begann – und damals bereits von manchen als Verlust der Unabhängigkeit gewertet wurde – erlebt nun neue Dimensionen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die DBA auf der vierten Umschlagseite aller MICHEL-Kataloge seit vielen Jahren Inserent ist.
Am: 26.04.2026 20:59:27
Gelesen: 891
# 2
Es erstaunt eigentlich kaum.
Irgendwann wurde hier vor nicht allzu langer Zeit eine Übersicht gepostet, in der die ungefähren Auflagen / Abonnenten-Zahlen der jeweils periodischen Veröffentlichungen zu entnehmen waren - die MICHEL-Rundschau rangierte da ziemlich weit unten.
Angesichts des Preises des Jahresabos für die MiRu im Vergleich zum Preis eines Individualkatalogs meiner speziellen Interessenbereiche - nämlich dass ich kostengünstiger fahre alle zwei Jahre meinen Individualkatalog drucken zu lassen, als zwei Jahre lang die MiRu zu abonnieren um auf dem Laufenden zu sein - hat mich dazu bewogen, voraussichtlich dieses Jahr noch mein MiRu-Abo zu kündigen und zukünftig eben meinen Individualkatalog alle zwei Jahre neu zu ordern.
Infos zu aktuellen Neuerscheinungen sind für eigentlich alle Sammelgebiete entweder durch die Vorankündigungen der Postverwaltungen oder entsprechende Online-Kataloge vor- und frühzeitig oder entsprechend zeitnah erhältlich, dafür braucht es die MiRu auch nicht mehr - die dann meist auch ziemlich hinterher hinkt.
Das traditionelle und begründbare System der Michel-Rundschau und vergleichbarer Periodika hat sich inzwischen irgendwie erledigt, vor allem in der Kosten-Nutzen-Relation.
V.