Auf der diesjährigen Briefmarkenmesse in München (07./08.03.2026) kam am Stand von Philaseiten das Thema der tschechoslowakischen Portomarken zur Sprache, konkret die nichtkatalogisierten (lokalen) Aufdruckausgaben zu Beginn der Unabhängigkeit der Tschechoslowakei ab Ende 1918.
Der Michel-Katalog Mitteleuropa schreibt im Vorwort zu dem Kapitel "Portomarken":
"Wegen Mangel an Portomarken wurden in den ersten Monaten der Republik verschiedene Marken von Österreich und Ungarn sowie der Tschechoslowakei von einzelnen Postämtern mit Handstempelaufdruck T (= Taxe), D (doplatit = nachzahlen) oder P (= Porto) versehen als Portomarken verwendet. Sammlerwert besitzen nur nachweisbar gelaufene Ganzstücke, von denen einzelne gesucht sind."
Dem Aspekt "Sammlerwert" möchte ich gern widersprechen. Grundsätzlich kann/darf/soll jeder sammeln, was und wie er/sie lustig ist. Oder möchte jemand das nachfolgende Beispiel einfach "von der Bettkante schubsen"? :-)
Aufgrund der Größe zuerst als Foto, d.h. ein Schalterbogen zu 100 Briefmarken à 5 Heller, mittels Handstempelaufdruck umgewidmet als Portomarken ...

... und nachfolgend als Scan (Detailausschnitt):


Die Einleitung im Michel-Katalog schreibt von einzelnen Buchstaben als Aufdruck. Im nachfolgenden Fall wurde die Angabe "Porto" ausgeschrieben. Ob es sich hier um eine philatelistische Spielerei (Mache) oder um Bedarf handelt, kann ich nicht beurteilen.
1. "Porto"-Aufdruck ohne Rahmen:


2. "Porto"-Aufdruck mit Rahmen:

Mir liegen weitere verschiedene Aufdrucktexte auf Briefmarken der Tschechoslowakei vor. Dazu später mehr.
Gruß
Stefan