Thema:
Altdeutschland Baden: Warum Briefbewertungen in Fachliteratur für Unbekanntes ?
Am: 08.02.2026 14:21:04
Gelesen: 506
# 1
In dem "Spezialkatalog Altdeutsche Staaten" von Thomas Henke, "Baden Spezialkatalog" von Peter Sem und "Die Abstempelungen des Grossherzogtums Baden ab 1851" der Arbeitsgemeinschaft Baden gibt es Bewertungen für einige farbige Nummernstempel auf Brief obwohl es diese offensichtlich nicht gibt.
Bei einigen farbigen Nummernstempeln liest man bei Beschreibungen folgendes:
- Stempel "1" in rot zwei lose Stücke kein Brief
- Stempel "5" in rot drei Marken kein Brief
- Stempel "95" in rot drei Marken kein Brief
- Stempel "110" in rot drei lose Stücke kein Brief
- Stempel "165" in blau zwei Stücke je auf Briefstück kein Brief
Man gibt in den oben genannten Werken Briefpreise an, die sich an den losen Marken orientieren. Hätte es nicht genügt wenn man angegeben hätte "nicht bekannt" oder -.- ? Neu aufgetauchte Stücke könnte man in einer späteren Auflage einfügen.
Würde man überhaupt auf den Gedanken kommen Preise für die teuerste Marke der Welt in ungebraucht oder auf Brief anzugeben obwohl es nur ein loses gestempeltes Stück gibt?
Solche Preisangaben führen nur dazu, dass diese immer weiter übernommen werden und zu Falschinformationen führen.
Gruss
Martin
Am: 08.02.2026 18:05:57
Gelesen: 442
# 2
@ Martin de Matin [#1]
Das ist wohl der horror vacui. Andererseits: Wo ist das Problem? Wenn es das Objekt nicht gibt, schadet die Preisangabe ja nichts.
Am: 08.02.2026 19:19:41
Gelesen: 419
# 3
@ Martin de Matin [#1]
Ich denke das ist ein grundlegendes Problem von Katalogisierungen. Geht es um einen Handelspreis auf einer definierten Basis, siehe z.B. Vorwort im Michel, oder sollen nur Relationen beschrieben werden? Bei ersterem geht es um gehandelte Objekte die es dann so auch gibt, bei zweiterem ist der angegebene Preis so als ob es dieses Objekt gibt obwohl bisher nicht bekannt und es wird die Seltenheit gegenüber bekannten Objekten ausgedrückt. So zumindest meine Vorstellung und gesammelten Erfahrungen mit Katalogen und Handbüchern.
Ich habe hier von den genannten nur den Henke den ich sehr praktisch und kompakt finde. Allerdings scheint es dort auch bei anderen Gebieten "Platzhalter" zu geben. Z.B. von den preußischen Nummernstempeln sollen, soweit ich das weiß, noch nicht alle Nummern belegt sein. Trotzdem gibt es für jeden einen Preisansatz. Das ist schön wenn man einen findet, dann kann man ihn gut einordnen und schwierig wenn man etwas sucht was es vielleicht gar nicht mehr gibt. Ich sehe schon die Problematik, daß es da zu Iritationen kommt.