Briefmarken Atteste

Thema:

Heimatsammlung Bergedorf (Hamburg-Bergedorf)

mumpipuck Am: 21.01.2026 03:03:28 Gelesen: 872 # 1
Das Postamt Bergedorf (ab 01.04.1938 Hamburg-Bergedorf 1, ab 01.05.1965: Hamburg 80) war für eine Vielzahl angeschlossener Postämter und Poststellen das Leitpostamt. Da die Strukturen der Post sich nicht an den politischen Grenzen orientieren, sondern eher logistisch begründet sind gehörten zu diesem Leitpostamt neben der Stadt Bergedorf (ab 01.04.1938 nach Hamburg eingemeindet) und ihrem Landgebiet, den sogenannten Vier- und Marschlanden, auch Postorte in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Lüneburg. In diesem Thema konzentriere ich mich auf die in (Hamburg-)Bergedorf und den Kreisen Stormarn und Lüneburg liegenden Postorte. Diejenigen im Kreis Herzogtum Lauenburg möchte ich weiterhin im bestehenden Thema "Heimatsammlung Kreis Herzogtum Lauenburg" behandeln, da nur Postorte im südlichen Teil dieses Kreises zum Postamt Bergedorf gehörten, während der nördliche Teil zu den Leitpostämtern Bad Oldesloe, Lübeck, Mölln (Lauenburg), Ratzeburg, Trittau und Zarrentin (Meckl.) gehörte. Auch von den im südichen Teil gelegenen Postorten gehörten zunächst nur wenige nahe der Bergedorfer Stadtgrenze zum Postamt Bergedorf. Bis 1980 wurden aber die dortigen Leitpostämter Büchen, Geesthacht, Lauenburg(Elbe) und Schwarzenbek nach und nach in dieser Funktion aufgelöst und deren angeschlossene Stellen auf das Leitpostamt Hamburg-Bergedorf übertragen. Der Schwerpunkt dieses Themas soll nicht das klassische Altdeutschland-Gebiet Bergedorf (bis 1867) sondern die Zeit danach sein bis hin zu den heutigen Partnerfilialen. Ich werde hier in loser Folge etwas schreiben. Über viele Beiträge würde ich mich freuen. Viele Grüße Burkhard
mumpipuck Am: 21.01.2026 03:29:05 Gelesen: 869 # 2
Als erstes möchte ich eine schöne Ansichtskarte aus Oststeinbek im Kreis Stormarn vorstellen. Abbildungen der Postgebäude sind Teil meiner Heimatsammlung. Zu sehen ist der Gasthof von H. Lüders. Nach meinen Unterlagen wurde in Oststeinbek am 16.04.1894 eine Posthilfsstelle eingerichtet. Diese führte ab 13.05.1898 der Gastwirt Friedrich Lüders. Wie lange ist nicht bekannt. Auf der Ansichtskarte steht allerdings "H. Lüders". Möglicherweise sein Vorgänger oder Nachfolger aus der Familie. Der erste Inhaber der Posthilfsstelle ist nicht bekannt. Vielleicht war es dieser H. Lüders. Dass es das richtige Gebäude ist, ist eindeutig: Das typische Emailleschild der Posthilfsstellen und der Briefkasten sind rechts neben dem Fenster rechts der Eingangstür klar zu erkennen. Der Aufteilung des Adressfeldes nach wurde die Karte vor 1903 gedruckt. Sie trägt den Kreisgitterstempel des Postamts III "SCHIFFBEK * * *" vom 10.02.1905. Die Posthilfsstellen hier im Norden hatten keine (offiziellen) Poststempel. Einige wenige Posthilfsstelleninhaber hatten sich aber welche angefertigt, die sie wie später die Landpoststempel auf die Sendungen setzten. Aus meinem Sammelgebiet ist mir allerdings kein solcher Stempel bekannt. Die Briefmarken wurden leider abgelöst. Im Rahmen der Landpostverkraftung in Bergedorf am 01.08.1929 erhielt Oststeinbek eine Poststelle (Oststeinbek Bergedorf Land). Viele Grüße Burkhard
Cantus Am: 22.01.2026 17:26:09 Gelesen: 781 # 3
@ mumpipuck [#2] Hallo Burkhard, nach meiner Liste habe ich zwei, möglicherweise drei Stempel, die zu dem Thema passen könnten: Glinde über Hamburg-Bergedorf Glinde über Hamburg-Bergedorf 1 Kröppelshagen über Hamburg-Bergedorf 1 Soll ich sie zeigen? Viele Grüße Ingo
sammler-ralph Am: 22.01.2026 18:43:17 Gelesen: 751 # 4
@ mumpipuck [#1] Im Stempelhandbuch der ArGe steht, dass die Poststellen II Benstaben am 01.11.1960 von Bad Oldesloe nach Hamburg-Bergedorf 1 gewechselt sein soll. Dies ist sicherlich falsch, oder? Gruß Ralph
mumpipuck Am: 22.01.2026 20:10:04 Gelesen: 741 # 5
@ Cantus [#3] Hallo Ingo, natürlich - sehr gerne! Viele Grüße Burkhard
mumpipuck Am: 22.01.2026 20:14:12 Gelesen: 738 # 6
@ sammler-ralph [#4] Hallo Ralph, ja, das ist definitiv falsch! Benstaben gehörte immer zum Leitpostamt Bad Oldesloe. 01.08.1978 Umbenennung in 2067 Barniz, Trave 2 Zum 01.08.1982 geschlossen Viele Grüße Burkhard
mumpipuck Am: 02.02.2026 04:40:02 Gelesen: 581 # 7
Neu bei mir eingetroffen ist diese schöne Ansichtskarte. Sie ist nicht gelaufen und im Jahre 1908 gedruckt. Zu sehen ist Ketelsens Gasthof. Unten links an der Treppe hängt der Briefkasten. Rechts oben neben der Eingangstür das typische Schild einer kaiserlichen Postagentur mit dem Adler (auf denen der Posthilfsstellen war ein Posthorn). Diese Schilder hängen interessanterweise immer über Kopfhöhe, oft auch über dem Eingang. An dieser Kombination lassen sich die Posteinrichtungen in dieser Zeit leicht identifizieren, auch wenn man keine Kenntnis hat, wo sich die Post befand. Es handelt sich um die Postagentur Kirchwärder im Bergedorfer Landgebiet. Kirchwerder ist eines der sogenannten "Vierlande". Später hieß sie auch "Kirchwärder-Kirche", "Hamburg-Kirchwerder 1" und "Hamburg 818". Das war nötig, da sich in Kirchwerder nach der Landpostverkraftung bis zu sechs Posteinrichtungen gleichzeitig befanden. Bereits 16.09.1866 - 31.12.1867 bestand ein Postexpedition II des Postamts Bergedorf. Am 01.06.1881 wurde in diesem Gebäude wieder eine Posthilfsstelle eingerichtet, die von Gastwirt Ketel Ketelsen übernommen wurde. Am 01.04.1889 erfolgte die Umwandlung in eine Postagentur. Sie verblieb - später als Poststelle I - in diesem Gebäude bis 31.08.1955, geführt von einer Vielzahl von Postagenten. Wie in den Vierlanden üblich wechselten aber Hausnummern und Straßennamen häufig, was die Forschung sehr erschwert. So war die Adresse dieses Hauses nacheinander: Bei der Kirche 542, Kirchwärder Heerweg 71, dann 124, und schließlich Kirchenheerweg 9. Hier die dort geführten Stempel: Was aussieht wie ein Poststellenstempel wurde übrigen im Innendienst eingesetzt. Kirchwerder 1 war nie eine Poststelle (II). Burkhard