Briefmarken Atteste

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Tschechoslowakei Abarten (Unikat)

Richard Am: 18.01.2026 15:12:24 Gelesen: 1832 # 1
https://www.philasearch.com/de/cat/12548_9659/lot/9659-A202601-167?losbereich=167 Losbeschreibung: Tschechoslowakei – Seltene Abart (übersetzt durch Google KI): 6 N + 9 N STs, 10 h grün, ungezähnter vertikaler Eckrand-12er-Block. Mit rotem Schrägaufdruck „20 h“, teilweisem Zeilenzwischensteg und zusammenhängendem Spiral-Typ (II. Typ auf ZP 34 / I. TD). Geprüft Gilbert sowie Vrba, inklusive aktuellem Fotoattest Vrba. Einzigartiger Prachtblock (Unikat) in sehr guter Erhaltung, ohne Gummierung (wie verausgabt/label). Erläuterung der Fachtermini für Ihre Unterlagen: - ZP 34 / I. TD: Bezieht sich auf die spezifische Zusammendruck-Platte und den Tiefdruck, was für Spezialisten von enormer Bedeutung ist. - Zeilenzwischensteg: Das „partial straight-line interleave“ bezeichnet den unbedruckten Raum zwischen den Markenreihen. - Ohne Label: Im Kontext hochwertiger Blöcke aus dieser Region (wie bei den Tschechoslowakei-Ausgaben von 1919) bedeutet dies meist „ohne Gummierung“ oder „ohne Falz“, wobei solche Stücke oft bereits so im Katalog gelistet sind. Der Anbieter Filatelie Flaska Auktion nimmt bis 24.1. Gebote entgegen, der Ausrufpreis beträgt 7.413.51 Euro. Dazu kommt ein Aufgeld von 18,5 % = 8.785 Euro. Frage an die Spezialisten: Wie kam dieser Zwölferblock so wie er aussieht drucktehnisch zustande ?
22028 Am: 18.01.2026 15:19:14 Gelesen: 1826 # 2
Das ist doch reine Makulatur.
Martin de Matin Am: 18.01.2026 17:01:43 Gelesen: 1791 # 3
@ Richard [#1] "Frage an die Spezialisten: Wie kam dieser Zwölferblock so wie er aussieht drucktehnisch zustande ?" Ich bin kein Spezialist für dieses Gebiet, aber ich würde sagen, dass man neues Papier nach dem ersten Weltkrieg sparen wollte, um eine eine Probe von der Druckplatte zu machen. Da der Druckbogen grösser als der Schalterbogen war, und man das bereits bedruckte Papier verschob um das Druckergebnis besser zu sehen ist bei dem gezeigten Stück auch ein Zwischenraum (Zwischensteg) vom Druckbogen der 20H zu sehen. Von den doppelt oder oder noch mehr bedruckten Stücken gibt die verschiedensten Kombinationen von unterschiedlicher Wertstufen aber auch von unterschiedlichen Ausgaben. Einzelne Marke oder Einheiten von doppelt bedruckten Stücken sieht man relativ häufig zu niedriegen Preisen auf Auktionen. Bei der 67. Auktion von Hettinger gibt es im Nachverkauf unter Los 5252: 35 verschiedene Einzelstücke für 70 €. Wie schon im vorherigen Beitrag beschrieben ist es Makulatur. Gruss Martin https://www.philasearch.com/de/cat/12487_9244/lot/9244-A67-5252?treeparent=COSUBGRP-20620&postype=PH (Bilder des Angebots redaktionell ergänzt)
Stefan Am: 11.03.2026 18:47:00 Gelesen: 1580 # 4
Vereinzelt tauchen derartige Exemplare aus Makulatur auch in Groschenbüchern bzw. Lagerbüchern Tschechoslowakei oder Alben mit "Alle Welt"-Briefmarken oder in Jugendsammlungen auf. Vor allem das nachfolgende Stück ist auffällig, vereint es doch Freimarke und Portomarke auf einem Stück Papier als Andruckmakulatur: Gruß Stefan
Stefan Am: 14.03.2026 15:19:11 Gelesen: 1487 # 5
In einem Bogenalbum Tschechoslowakei bzw. Ostschlesien als Aufdruckausgabe auf den tschechoslowakischen Hradschin-Briefmarken fand sich auch ein größeres und ein kleineres gummiertes Bogenteil der nachfolgenden Ausgabe zu 10 Heller. Der Vorbesitzer hatte diese als Probedruck gekennzeichnet. Nachfolgend das kleinere Bogenteil: Der Zeichnung nach gehört diese Hradschin-Ausgabe (ohne Gebüsch im Vordergrund) zum Satz Mi-Nr. 24-33 von 1919/1920: Der Michel Mitteleuropa (Ausgabe 2017) listet keine Probedrucke. Die reguläre Ausgabe zu 10 Heller erschien in der Farbe gelbgrün (Mi-Nr. 25). Gruß Stefan
Detlev0405 Am: 09.04.2026 13:32:12 Gelesen: 1333 # 6
@ Richard [#1] Hallo Richard, bei meiner Suche nach ausgefallener Literatur zu tschechoslowakischen Marken bis 1939 bin ich auf den Spezialkatalog für Sammler Tschechoslowakischer Marken von Ladislav Novotny, Prag 1970 gestoßen. Dort habe ich auch eine logische Antwort auf Deine Frage gefunden, wie dieser Zwölferblock drucktechnisch so zu Stande gekommen ist. Mit einer Druckplatte bekommst Du das 100% ig nicht hin. Das Geheimnis ist die Druckwalze, mit der die Bögen gedruckt wurden. (siehe Seite 34) Nun kannst Du die Bögen auch in verschiedenen Winkeln zum zweiten oder dritten Druck einlegen und bekommst damit derartige Doppel- oder Dreifachdrucke hin. Damit dürfte aber auch der eindeutige Nachweis erbracht sein, das derartige "Abarten" alles Makulatur bzw. Spielereien sind. Selbst unter dem Aspekt der Papierersparnis für Druckproben bleibt es in meinen Augen Makulatur. Ich würde eine Prüfung ablehnen. Gruß Detlev
Detlev0405 Am: 09.04.2026 13:42:56 Gelesen: 1329 # 7
@ Stefan [#5] Hallo Stefan, solltest Du Dich intensiv mit den Hradschin Ausgaben beschäftigen wollen empfehle ich dir Spezialkataloge aus der Tschechoslowakei. Allein im Spezialkatalog für Sammler Tschechoslowakischer Marken von Ladislav Novotny, Prag 1970 findest Du detaillierte Auskünfte von Seite 47 - 79. Aus der Serie Monografie der tschechoslowakischen Marken hast Du nur für die Hradschin Marken einen einzelnen Band mit über 500 Seiten. Nun wirst Du auch verstehen wenn ich sage, das die Aussagen im Michel Katalog relativ wertlos zu diesem Thema sind. Gruß Detlev
Schlumpf69 Am: 09.04.2026 21:01:11 Gelesen: 1259 # 8
Hallo Detlev und Stefan, zum Michel Katalog relativ wertlos, das ist richtig. Der Michel Katalog ist für das Gebiet der Tschechoslowakei kein Spezialkatalog. Ich als Prüfer für das Gebiet muss auch vieles in der tschechischen Literatur (Pofis oder Merkur) nachschauen, auch sind die Preise bei manchen Ausgaben zu niedrig.
Attila Am: 10.04.2026 10:04:30 Gelesen: 1213 # 9
Beim Druckprozess muss die Tintenmenge in der Druckmaschine vor dem eigentlichen Druckvorgang angepasst werden. Dies ist wichtig, damit die Tinte gleichmäßig über das gesamte Blatt verteilt ist. Sobald die Tinte nahezu gleichmäßig verteilt ist, verfeinern die Maschinenbediener sie mit verschiedenen Tricks. Dabei werden kleine Papierstreifen oder sogar ganze Blätter in die Maschine eingelegt, jedoch nicht in der üblichen Position. In diesem Fall kann es zu schiefen oder sogar geknickten Drucken kommen. Ist die Tintenmenge über die gesamte Breite zu hoch, werden mehrere Blätter durch die Maschine geführt. So wird kein Papier verschwendet, sondern bereits bedruckte, fehlerhafte Blätter werden nachgedruckt, gegebenenfalls sogar mehrmals. Diese Blätter werden als „Verbrauchsblätter“ bezeichnet, da sie dem Tintenverbrauch dienen. Darüber hinaus kann auch die präzise Farbabstimmung das Ziel sein. Beim Mischen wird zudem auf eine feinere Farbübereinstimmung geachtet. Diese Blätter sind zwar für Briefmarkensammler interessant, gehören aber eigentlich zum wertlosen Makulatur. „Makulatur“. Einige Expertengruppen befürworten dies, andere lehnen das Zertifikat ab und gestatten lediglich die Kennzeichnung „Befund“. Der Grund dafür ist, dass es sich nicht um reguläre Briefmarken handelt, sondern um als Schrott deklarierte Abfälle. In unserem Land darf daher nur die Kennzeichnung „Befund“ dafür ausgestellt werden. Grüß Attila
Briefmarkensammler_1963 Am: 10.04.2026 11:45:28 Gelesen: 1188 # 10
@ Detlev0405 [#7] Hallo Detlev, liege ich richtig, dass der Band mit den Hradschin Marken der Band 1 der Monografie der tschechoslowakischen Marken ist? Wenn ja, so überhaupt noch zu finden, wird er sicher in Tschechisch sein. Oder gibt es auch eine Ausgabe in Deutsch oder Englisch? Vielen Dank Liebe Grüße, Gerald
Detlev0405 Am: 11.04.2026 05:21:31 Gelesen: 1094 # 11
@ Briefmarkensammler_1963 [#10] Hallo Gerald, ja es ist der Band 1 der Monografie der tschechoslowakischen Marken. Ich kenne die Bände nur in Tschechisch, von deutschen oder englischen Ausgaben ist mir nichts bekannt. Der Band 1 ist sehr schwer zu erwerben, ich würde es bei Aukro versuchen unter der Rubrik Kataloge. Dort ist bis Morgen noch eine 3 teilige Spezialausgabe zu den Hradschin Marken erhältlich für 10 € plus Versandkosten. https://aukro.cz/katalog-hradcany-7113766483 Gruß Detlev
Hardy Am: 11.04.2026 11:32:26 Gelesen: 1029 # 12
Hallo Gerald und Detlef, die ArGe Tschechoslowakei hat schon vor vielen Jahren deutsche Übersetzungen der Monografie-Bände 1 - 4 erstellt. Die sind auch immer noch erhältlich. Allerdings: Darin ist nur der komplette Text aus dem tschechischen übersetzt, die Abbildungen sind nur im tschechischen Original zu finden. Es empfiehlt sich also, beide Versionen zu verwenden. Die Übersetzungen können über die Webseite der ArGe http://www.arge-tschechoslowakei.de bestellt werden. Schöne Grüße, Hardy
Briefmarkensammler_1963 Am: 11.04.2026 12:49:02 Gelesen: 1011 # 13
@ Detlev0405 [#11] Hallo Detlev, vielen Dank für den Literatur Link. Ich konnte das Werk bereits erwerben. Liebe Grüße, Gerald
Briefmarkensammler_1963 Am: 11.04.2026 12:50:10 Gelesen: 1009 # 14
@ Hardy [#12]

Hallo Hardy,

danke für den Hinweis mit den Übersetzungen. Ich werde sie mir bestellen.

Liebe Grüße,
Gerald
Detlev0405 Am: 11.04.2026 17:31:00 Gelesen: 963 # 15
@ Briefmarkensammler_1963 [#13] Hallo Gerald, das freut mich wenn es genutzt hat - viel Spaß damit. Gruß Detlev
Detlev0405 Am: 11.04.2026 17:32:42 Gelesen: 962 # 16
@ Hardy [#12] Hallo Hardy, danke für den Hinweis das habe ich nicht gewußt. Gruß Detlev
Detlev0405 Am: 15.04.2026 15:12:25 Gelesen: 763 # 17
@ Briefmarkensammler_1963 [#10] Hallo Gerald, hier ist der Band 1 der Monografie im Angebot. Wenn du Unterstützung brauchst sage Bescheid. https://aukro.cz/monografie-c-1-bez-cernotisku-7116803695 Gruß Detlev
Briefmarkensammler_1963 Am: 21.04.2026 19:10:17 Gelesen: 557 # 18
@ Detlev0405 [#17] Hallo Detlev, vielen Dank für den Link. Ich habe die Bände 1 und 2 bereits aus anderer Quelle bekommen. Liebe Grüße, Gerald