Das ist doch reine Makulatur.
@ Richard [#1]
"Frage an die Spezialisten: Wie kam dieser Zwölferblock so wie er aussieht drucktehnisch zustande ?"
Ich bin kein Spezialist für dieses Gebiet, aber ich würde sagen, dass man neues Papier nach dem ersten Weltkrieg sparen wollte, um eine eine Probe von der Druckplatte zu machen. Da der Druckbogen grösser als der Schalterbogen war, und man das bereits bedruckte Papier verschob um das Druckergebnis besser zu sehen ist bei dem gezeigten Stück auch ein Zwischenraum (Zwischensteg) vom Druckbogen der 20H zu sehen.
Von den doppelt oder oder noch mehr bedruckten Stücken gibt die verschiedensten Kombinationen von unterschiedlicher Wertstufen aber auch von unterschiedlichen Ausgaben. Einzelne Marke oder Einheiten von doppelt bedruckten Stücken sieht man relativ häufig zu niedriegen Preisen auf Auktionen.
Bei der 67. Auktion von Hettinger gibt es im Nachverkauf unter Los 5252: 35 verschiedene Einzelstücke für 70 €.
Wie schon im vorherigen Beitrag beschrieben ist es Makulatur.
Gruss
Martin
https://www.philasearch.com/de/cat/12487_9244/lot/9244-A67-5252?treeparent=COSUBGRP-20620&postype=PH


(Bilder des Angebots redaktionell ergänzt)
In einem Bogenalbum Tschechoslowakei bzw. Ostschlesien als Aufdruckausgabe auf den tschechoslowakischen Hradschin-Briefmarken fand sich auch ein größeres und ein kleineres gummiertes Bogenteil der nachfolgenden Ausgabe zu 10 Heller. Der Vorbesitzer hatte diese als Probedruck gekennzeichnet. Nachfolgend das kleinere Bogenteil:

Der Zeichnung nach gehört diese Hradschin-Ausgabe (ohne Gebüsch im Vordergrund) zum Satz Mi-Nr. 24-33 von 1919/1920:

Der Michel Mitteleuropa (Ausgabe 2017) listet keine Probedrucke. Die reguläre Ausgabe zu 10 Heller erschien in der Farbe gelbgrün (Mi-Nr. 25).
Gruß
Stefan
@ Richard [#1]
Hallo Richard,
bei meiner Suche nach ausgefallener Literatur zu tschechoslowakischen Marken bis 1939 bin ich auf den Spezialkatalog für Sammler Tschechoslowakischer Marken von Ladislav Novotny, Prag 1970 gestoßen.
Dort habe ich auch eine logische Antwort auf Deine Frage gefunden, wie dieser Zwölferblock drucktechnisch so zu Stande gekommen ist. Mit einer Druckplatte bekommst Du das 100% ig nicht hin. Das Geheimnis ist die Druckwalze, mit der die Bögen gedruckt wurden. (siehe Seite 34)

Nun kannst Du die Bögen auch in verschiedenen Winkeln zum zweiten oder dritten Druck einlegen und bekommst damit derartige Doppel- oder Dreifachdrucke hin. Damit dürfte aber auch der eindeutige Nachweis erbracht sein, das derartige "Abarten" alles Makulatur bzw. Spielereien sind. Selbst unter dem Aspekt der Papierersparnis für Druckproben bleibt es in meinen Augen Makulatur.
Ich würde eine Prüfung ablehnen.
Gruß
Detlev
@ Stefan [#5]
Hallo Stefan,
solltest Du Dich intensiv mit den Hradschin Ausgaben beschäftigen wollen empfehle ich dir Spezialkataloge aus der Tschechoslowakei. Allein im Spezialkatalog für Sammler Tschechoslowakischer Marken von Ladislav Novotny, Prag 1970 findest Du detaillierte Auskünfte von Seite 47 - 79.
Aus der Serie Monografie der tschechoslowakischen Marken hast Du nur für die Hradschin Marken einen einzelnen Band mit über 500 Seiten.
Nun wirst Du auch verstehen wenn ich sage, das die Aussagen im Michel Katalog relativ wertlos zu diesem Thema sind.
Gruß
Detlev
Hallo Detlev und Stefan,
zum Michel Katalog relativ wertlos, das ist richtig. Der Michel Katalog ist für das Gebiet der Tschechoslowakei kein Spezialkatalog.
Ich als Prüfer für das Gebiet muss auch vieles in der tschechischen Literatur (Pofis oder Merkur) nachschauen, auch sind die Preise bei manchen Ausgaben zu niedrig.
Beim Druckprozess muss die Tintenmenge in der Druckmaschine vor dem eigentlichen Druckvorgang angepasst werden. Dies ist wichtig, damit die Tinte gleichmäßig über das gesamte Blatt verteilt ist.
Sobald die Tinte nahezu gleichmäßig verteilt ist, verfeinern die Maschinenbediener sie mit verschiedenen Tricks. Dabei werden kleine Papierstreifen oder sogar ganze Blätter in die Maschine eingelegt, jedoch nicht in der üblichen Position. In diesem Fall kann es zu schiefen oder sogar geknickten Drucken kommen.
Ist die Tintenmenge über die gesamte Breite zu hoch, werden mehrere Blätter durch die Maschine geführt. So wird kein Papier verschwendet, sondern bereits bedruckte, fehlerhafte Blätter werden nachgedruckt, gegebenenfalls sogar mehrmals.
Diese Blätter werden als „Verbrauchsblätter“ bezeichnet, da sie dem Tintenverbrauch dienen.
Darüber hinaus kann auch die präzise Farbabstimmung das Ziel sein. Beim Mischen wird zudem auf eine feinere Farbübereinstimmung geachtet.
Diese Blätter sind zwar für Briefmarkensammler interessant, gehören aber eigentlich zum wertlosen Makulatur. „Makulatur“.
Einige Expertengruppen befürworten dies, andere lehnen das Zertifikat ab und gestatten lediglich die Kennzeichnung „Befund“. Der Grund dafür ist, dass es sich nicht um reguläre Briefmarken handelt, sondern um als Schrott deklarierte Abfälle. In unserem Land darf daher nur die Kennzeichnung „Befund“ dafür ausgestellt werden.
Grüß
Attila
@ Detlev0405 [#7]
Hallo Detlev,
liege ich richtig, dass der Band mit den Hradschin Marken der Band 1 der Monografie der tschechoslowakischen Marken ist?
Wenn ja, so überhaupt noch zu finden, wird er sicher in Tschechisch sein. Oder gibt es auch eine Ausgabe in Deutsch oder Englisch?
Vielen Dank
Liebe Grüße,
Gerald
@ Briefmarkensammler_1963 [#10]
Hallo Gerald,
ja es ist der Band 1 der Monografie der tschechoslowakischen Marken. Ich kenne die Bände nur in Tschechisch, von deutschen oder englischen Ausgaben ist mir nichts bekannt.
Der Band 1 ist sehr schwer zu erwerben, ich würde es bei Aukro versuchen unter der Rubrik Kataloge. Dort ist bis Morgen noch eine 3 teilige Spezialausgabe zu den Hradschin Marken erhältlich für 10 € plus Versandkosten.
https://aukro.cz/katalog-hradcany-7113766483
Gruß
Detlev
Hallo Gerald und Detlef,
die ArGe Tschechoslowakei hat schon vor vielen Jahren deutsche Übersetzungen der Monografie-Bände 1 - 4 erstellt. Die sind auch immer noch erhältlich. Allerdings: Darin ist nur der komplette Text aus dem tschechischen übersetzt, die Abbildungen sind nur im tschechischen Original zu finden. Es empfiehlt sich also, beide Versionen zu verwenden.
Die Übersetzungen können über die Webseite der ArGe
http://www.arge-tschechoslowakei.de bestellt werden.
Schöne Grüße,
Hardy
@ Detlev0405 [#11]
Hallo Detlev,
vielen Dank für den Literatur Link. Ich konnte das Werk bereits erwerben.
Liebe Grüße,
Gerald
@ Hardy [#12]
Hallo Hardy,
danke für den Hinweis mit den Übersetzungen. Ich werde sie mir bestellen.
Liebe Grüße,
Gerald
@ Briefmarkensammler_1963 [#13]
Hallo Gerald,
das freut mich wenn es genutzt hat - viel Spaß damit.
Gruß
Detlev
@ Hardy [#12]
Hallo Hardy,
danke für den Hinweis das habe ich nicht gewußt.
Gruß
Detlev
@ Briefmarkensammler_1963 [#10]
Hallo Gerald,
hier ist der Band 1 der Monografie im Angebot. Wenn du Unterstützung brauchst sage Bescheid.
https://aukro.cz/monografie-c-1-bez-cernotisku-7116803695
Gruß
Detlev
@ Detlev0405 [#17]
Hallo Detlev,
vielen Dank für den Link. Ich habe die Bände 1 und 2 bereits aus anderer Quelle bekommen.
Liebe Grüße,
Gerald