Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsche Besetzung WK 1 Portobestimmung von Belegen

User #338527738 Am: 08.01.2026 22:03:19 Gelesen: 846 # 1
Deutsche Feldpost 1914-1918, Stempel und Porto Hallo, ich habe ein paar Fragen zu diesem, da ich Schwierigkeiten hatte, diese Informationen online oder in meinen Katalogen zu finden. Beim ersten Brief frage ich mich, ob es eine Erklärung für das Porto von 15 Cent gibt, da ich davon ausgehe, dass es mindestens 20 Cent sein müssten. Bei diesem Brief frage ich mich sowohl, warum das Porto 10 Pfennig beträgt (sollte es nicht 20 Pfennig für Briefe in die Schweiz sein), als auch, was die Markierung „Dienst” und die Zahlen „118” bedeuten. Bei diesem frage ich mich, was die Zahlen oben links bedeuten, ich glaube, dort steht 7528. Mit freundlichen Grüßen, ein verwirrter Schwede (Deutsch ist nicht meine Muttersprache)
Lars Boettger Am: 09.01.2026 08:00:44 Gelesen: 806 # 2
@ Jacob_HJ [#1] Hallo Jacob, bitte zeige immer vollständige Belege (am besten Vorder- und Rückseite). Beim ersten Beleg kann ich nur raten, da ich nur die Marken sehe (Drucksache?). Der Vermerk und die Nummer sind interne Zuordnungen des International Auskunftsbüros des Roten Kreuzes in Genf. Ehrlich gesagt habe ich die Erklärung des Portos an das Internationale Auskunftbüro aufgegeben. Zu unterschiedlich sind die Behandlungen von Belegen. M.E. gilt: Wenn das absendende Postamt kein Nachporto vermerkt bzw. es korrigiert hat, dann wurde in der Schweiz keines erhoben. Bei dem letzten Beleg muss ich passsen. Beste Grüsse! Lars
Regis Am: 09.01.2026 11:00:18 Gelesen: 770 # 3
@ Jacob_HJ [#1] Meine unmaßgebliche Meinung: 1. Beleg - Spielerei zur Markenbeschaffung. Der SB-Stempel bestätigt die Gebührenfreiheit. Soldaten wurden in Reichsmark besoldet und Feldpostämter hatten nur DR-Marken ohne Aufdruck. 2. Korrekte Frankatur. Mit dem SB-Stempel galt Gebührenfreiheit bis zur Grenze. 10 Pfennig, d.h. 12 1/2 Centimes standen der Schweizer Post zu. 3. Komplett frankierter Inland-Brief 15 PF + R 20 PF. der Vermerk Feldpost zählt nicht. eventuell hätte R-Gebühr 20 PF. gereicht. zu 2. ein Beispiel aus Österreich. Feldpost nach Rumänien - unfrankiert. Frei bis zur Grenze. Die Post von Österreich forderte kein Porto. In Rumänien wie unfrankierter Inlandbrief behandelt und Porto - 2 x 15 BANI = 30 BANI belastet. Alles Gute Regis
Lars Boettger Am: 09.01.2026 12:23:27 Gelesen: 749 # 4
@ Regis [#3] 2. Korrekte Frankatur. Mit dem SB-Stempel galt Gebührenfreiheit bis zur Grenze. 10 Pfennig, d.h. 12 1/2 Centimes standen der Schweizer Post zu. Wie bekam die schweizerische Post die 10 Pfennig? M.W. galten die UPU-Regeln, nach denen der Absender alles behält, außer es gab einen anderslautenden bilateralen Vertrag, wo das Porto unter den UPU-Sätzen lag. Ich kenne Feldpostbelege nach Luxemburg (neutral, wie die Schweiz) entweder vollfrankiert oder unfrankiert (und in vielen, aber nicht allen Fällen, mit einem Nachporto, aber keinem Zuschlag, belegt). Kriegsgefangenenpost war noch eine ganz andere Sache. Gespannte Grüße! Lars
Regis Am: 09.01.2026 12:51:13 Gelesen: 741 # 5
@ Lars Boettger [#4] Im grenzüberschreitendem Postverkehr wird gewogen und sowohl Transitgebühren, als Nachgebühren für das Zielland bei der UPU angerechnet. Bei der Abrechnung werden die Differenzen bezahlt. Wenn 10 Tonnen Post beidseitig anfallen, zahlt keiner. Bei nachzuweisenden Sendungen werden Listen gegeneinander verrechnet und auch da zahlt nur der, der weniger Leistung erbracht hat. Post ist auch nichts anderes, als irgendein Dienstleister und die UPU erspart viele Einzelverträge. Herzliche Grüße Regis
User #338527738 Am: 11.01.2026 23:01:17 Gelesen: 620 # 6
@ Lars Boettger [#2] Danke! Aber was ist das Internationale Auskunftsbüro des Roten Kreuzes? Viele Grüßen Jacob
User #338527738 Am: 11.01.2026 23:15:10 Gelesen: 617 # 7
@ Regis [#3] Wenn ich das richtig verstehe, würde das erste Brief keine Briefmarken erfordern? Und für das zweite Brief sind 10 Pfennig für das Schweizer Inlandporto erforderlich? Mit besten Grüßen, Jacob
Regis Am: 12.01.2026 18:29:22 Gelesen: 558 # 8
@ Jacob_HJ [#7] Der 1. Brief war als Feldpostsendung gebührenfrei. Der 2. Brief war für den Auslandsanteil ausreichend frankiert. Das Internationale Auskunftsbüro diente dem Austausch von Daten zu Gefallenen und Gefangenen. Da zwischen Gegnern kein Postaustausch stattfand, wurden solche Informationen über das Rote Kreuz ausgetauscht. Viele Grüße Regis