Thema:
Briefmarken als Hobby, Investment und Wertanlage ?
Durch die Briefmarkenmesse Ulm 2025 kam ich auf die neue dt. Ausgabe des Bandes von Radek Novák. Ich fand es so mutig, dass es noch jemand wagt, Briefmarken in Verbindung mit den Begriffen Investment und Wertanlage zu betrachten, dass ich es genauer ansehen wollte. Und bei aller Skepsis hat es doch überzeugt, weil darin derart viele Aspekte behandelt und Ausgaben aus fast allen Bereichen dargestellt sind, die in den letzten Jahren versteigert wurden. Ich fände es interessant zu erfahren, wie Forums-Mitglieder das sehen - sind wir in Westeuropa zu skeptisch in dieser Beziehung? Immerhin werden ja täglich unzählige Briefmarken versteigert und teils zu hohen Preisen gehandelt.
(Weitere Infos und Beispielseiten in der Rubrik "PhilaBuch" unter Tausch und Handel)
Leider ist es jetzt wohl zu spät, um es rechtzeitig zu den Festtagen geliefert zu bekommen, aber bei Bedarf hilft ja evtl. auch ein Gutschein. ;-)

Hallo,
auf dem einen Photo ist eine meiner Meinung nach falsche Behauptung (eventuell muss man besonders Kleinlich sein, damit die Behauptung falsch ist). Dort wird geschrieben, dass jeder Sammler mit einkalkuliert, dass er seine Marken irgendwann mal mit Gewinn verkaufen will, oder der Nachwelt hinterlassen (in der Hoffnung die kann es mit Gewinn verkaufen). Zumindest ein Sammler wiederspricht der Aussage.
Ich habe beschlossen, dass Invest für mich keine Relevanz hat. Wie schon mehrfach gesagt, messe ich dem von mir für meine Sammlung erworbenem Material keinen Marktwert zu und das absolut. Und falls meine Nachwelt es schafft die Sammlung zu verkaufen, dann mein Glückwunsch. Die wissen aber, dass sie davon nicht ausgehen können. Und das macht frei!
Die Verkaufsplattformen sind lediglich ein Mittel zum Zweck um überschüssiges Material anderen zur Verfügung zu stellen.
Unabhängig davon würde ich diesen meinen Wiederspruch nicht zu hoch hängen. Insgesamt macht es durchaus mal Sinn das Thema abseits der großen Emotionen und der Gier zu betrachten. Und der Teil der hier per Foto ersichtlich ist, stimmt mich dazu verhalten optimistisch.
Schöne Weihnachten wünscht
Winfried
PS: Nein, Weihnachten ist nicht das Fest der Liebe, sondern das Fest zum Geburtstag von Jesus. --- Oder doch, falls man Ecken zum drumherum denken mag...)
@ Winni451 [#2]
Unabhängig davon würde ich diesen meinen Wiederspruch nicht zu hoch hängen.
Nein - in meinen Augen - kann man diesen Widerspruch nicht hoch genug aufhängen!
Insbesondere auch damit zukünftig nicht potentielle Anleger und Erben komplett weiter enttäuscht im Regen stehen - auch damit das dann ganz sicher aufkommende Feelbad bzw. die 'miese Stimmung' (bei möglichen Multiplikatoren) nicht öffentlichkeitswirksam auf das gesamte Hobby zurückfällt.
Das betrifft natürlich nur den "normalen Sammler", nicht (nennen wir sie mal wertfei) "Spezialisten" und Anleger, diese wissen natürlich (sollten wissen) was sie tun bzw. für was sie ihr Geld "anlegen" und kennen das Risiko (sollten es kennen). Alles gut. Ja, Qualität und Klassik kann funktionieren ... muss aber nicht, zumindest nicht langfristig (zumindest bei 'mit Gewinnabsichten'), denn auch bei "Standardklassik" fallen ja jetzt (oft) schon die Preise.
Mir stellt sich die Frage: Wer soll eigentlich die Zielgruppe diese Buches sein?
Wir sprechen jetzt aber nicht von legendären Highlights ... diese Zielgruppe braucht das Buch aber eher weniger ...
Die Legende der Aktie des Kleinen Mannes sollten wir nicht einmal mehr in Ansätzen öffentlich propagieren und pushen ... das kann uns 'als Breitensport' nur noch mehr schaden. Und diese Legende hat schon genug Schaden angerichtet!
Beste weihnachtliche Grüße
Thomas
Ich hatte dem Autor u.a. gemailt, dass es m.E. ein seltener Ausnahmefall ist, wenn man beim Verkauf auch nur den Einstandspreis zurück erhält, wenn man die Auktions-Nebenkosten, Provision etc. berücksichtigt - geschweige denn noch einen Gewinn erzielt.
Tatsächlich gehöre ich vermutlich zu den wenigen, welche die eigene Sammlung durchaus auch als Wertanlage sehen. Allerdings ist mein Sammlerbereich (Altitalien) auch extrem speziell und vermutlich nicht zu verallgemeinern. Ich habe mir über die letzten Jahre tatsächlich die Mühe gemacht und alles zertifizieren lassen und prüfen lassen. Das hat dazu geführt, dass meine Sammlung so wie sie ist quasi komplett einzellosfähig wäre, weil einfach alles geprüft ist und bis auf wenige Ausnahmen bei manchen Top-Marken keine Mängel vorhanden sind. Der Zeitaufwand ist allerdings immens.
Im Sassone steigen die Preise langsam aber stetig an, selten gibt es Preisanpassungen nach unten. Aktuell gibt es Bereiche, welche eine kleine Renaissance bei qualitativ hochwertigen Marken auch bei niedrigem KW haben (z.B. Toskana, Neapel, Sizilien). Aktuell würde ich sehr sicher das Geld erlösen, welches ich investiert habe (inklusive für die Zertifikate), selbst wenn ich nur 3,5% Sassone KW annehmen würde. Wenn ich dafür aber meinen extremen Zeitaufwand "berechne", dann "lohnt" es sich gar nicht. :-)
Ich würde es so formulieren, dass hochwertige Antiquitäten aus seltenen Gebieten (nichts anderes sind sehr alte Briefmarken ja) aufgrund ihrer Geschichte sowie der kulturellen Aspekte immer ihre Faszination und damit auch Zielgruppe und Wert haben werden, auch wenn der Markt natürlich kleiner wird.
Aktuell habe ich eine Menge Marken, die aktuell zu deutlich höheren Preisen gehandelt und auch verkauft werden als noch vor 1-2 Jahren, also gerade bei Toskana oder Sizilien sind die Preise zT sehr deutlich nach oben gegangen. Ob das ein Strohfeuer ist wird man sehen. Laut der italienischen Händler mit denen ich im Kontakt stehe ist das Interesse derzeit sehr groß in diesem Bereich. Viele neue Sammler seien hinzugekommen. Ich kann diese Aussage natürlich nicht verifizieren, sehe aber (bei Philasearch, Bidinside sowie bei "meinen" Händlern bei eBay), dass die Verkaufsquoten aktuell ziemlich hoch sind und zT sehr gute Preise erzielt werden (ein Beispiel: bei CataWiki wurde letzte Woche der Komplett-Satz der Romagne in ungebraucht (natürlich in Luxus-Qualität) für sagenhafte 1200 € zzgl. Gebühr verkauft; ich hatte den Satz vor einiger Zeit sogar in postfrisch und nicht "nur" ungebraucht in Luxus inklusive aktuellem Zertifikat bei einem deutschen Auktionshaus für etwas mehr als 400 € gekauft (zzgl. Gebühr), das ist aktuell undenkbar, da habe ich einfach Glück gehabt). Manche italienische eBay-Händler mit einer großen Anhängerschaft trauen sich aktuell deswegen sogar absolute Top-Marken mit 1€ starten zu lassen, weil sie wissen, dass diese meist nicht unter 10% KW Sassone "weggehen".
Ich finde diesen Thread sehr wichtig und bin dankbar dafür, dass er eröffnet wurde. Für mich geht es bei Briefmarken auch ums "Jagen" und nicht nur ums "Sammeln". Würde mich freuen, wenn anderen Forenteilnehmer ihre Einschätzungen aus anderen Spezialgebieten hier teilen könnten.
Viele Sammlergrüße
Michael
Ich sehe Briefmarken als Hobby an, ein Investment oder Wertanlage ist es ein zweischneidiges Messer.
Nun ist hier das Buch mit seinem "Klappentext" vorgestellt worden:
https://www.philaseiten.de/philabuch/show/420
Darin ist eine ganz wesentliche Aussage, die das Thema Investment für einen bestimmten Kreis Sammler sofort beendet: Zitat
"Schon mit einem Budget von rund 4000 Euro lasse sich eine solide Basis schaffen".
Jetzt zücke ich meinen Taschenrechner und spiele mal meinen Fall durch.
Auch wenn ich mir die 4000 € sogar leisten können würde, so habe ich diverse andere Prioritäten (Familie, Gemeinde, ...). Ich lebe weiterhin im Vergleich zur Welt in einem schon luxuriösen Bereich (zuverlässiges Einkommen, Dach überm Kopf sogar geheizt, fließendes und sauberes Wasser, nicht die Frage, ob ich heute was zu essen habe, sondern was will ich heute essen) und ich sowie jedes Familienmitglied kann mir sogar ein Hobby leisten. Laut statistischem Bundesamt bin ich dabei nur Mittelschicht. Aber am Ende habe ich so rund um 30 bis 50 € pro Monat. Für die 4000€ Grundstock benötige ich dann 100 Monate somit rund 8 Jahre. Vermutlich habe ich dann auch nicht jeden Monat ein Erfolgserlebnis.
Dann habe ich nur einen Grundstock und noch gar nichts erreicht.
Genaugenommen frage ich mich, ob das wirklich reicht, weil ich muss mich ja vorher noch im Deteil mit dem Sammelgebiet beschäftigen.
@ Dobe [#5]
Vielleicht kannst Du das noch ein bisschen ausführen: muss man nicht erst 4000€ in die Hand nehmen, um zu lernen damit man dann weitere 4000€ investieren kann?
Für mich bleibt da: die Sammlung (und damit den Spaß) fokusieren auf billiges Material für das der Markt kolabiert ist bei Wiederverkaufswert von 0€, damit aber sehr viel Material, sehr viel Freiheit und kein Risiko.
Ohne es wissenschaftlich untersucht zu haben stelle ich die These in Raum: Das Thema Invest ist nur was für Leute, die bereit sind so mal eben 4000€ in einem Jahr in Sand zu setzen. Und ja, das gilt auch für Börse usw.
Und: Ich gönne es erst mal jedem, der das kann, will und tut.
Seriös kann niemand Wertsteigerungen bei philatelistischem Material in Aussicht stellen, dafür sind die frei zugänglichen Altersstatistiken der Sammlerschaft zu eindeutig in Richtung sinkender Nachfrage ausgerichtet. Ich gebe deutlich mehr als 4000 Euro aus und mein Gedanke ist dabei, dass das Material in der Zukunft aller Voraussicht nach deutlich billiger wird (weil es ja auch schon in den vergangenen 30 Jahren teils 75-90% billiger wurde), es bei den oft seltenen Stücken aber sein kann, dass die ein jetzt 40 oder 50 jähriger kauft und sie dann für den Rest meines Lebens gar nicht mehr auf den Markt kommen würden. Daher kalkuliere ich einen Wertverlust ein, sehe das Risiko, das Material gar nicht zu bekommen, aber als für mich höherwertiger an.
Was man tun kann, ist zu beschreiben, wie man vorgehen müsste, um theoretisch eine Chance auf Wertzuwächse zu haben. Ich persönlich hätte das Buch dennoch nicht geschrieben, da der starke Fokus auf Wertsteigerungen und deren inzwischen allgemein bekannter Nichteintritt meiner Meinung nach ganz wesentlich mitursächlich ist für das schlechte Image der Philatelie.
"Untertitel: Auch die Briefmarkensammlung aus Ihrer Kindheit könnte äusserst wertvoll sein"
Nein, könnte sie nicht. Wer heute lebt, hatte als Kind keine Chance zufällig wertvolle Briefmarken zu finden. Die Geschichten von Schuljungen, die in einem alten Speicher Weltraritäten aufstöbern, sind alle vor mehr als 100 Jahren passiert.
@ Winni451 [#7]
Ja, das stimmt schon was du sagst. Man muss wie bei jedem Investment Geld in die Hand nehmen und muss ein Ausfall-Risiko in Kauf nehmen. Ob das bei Silber, Gold, Aktien, Krypto, Autos, Oldtimer, Immobilien etc pp - der Kunstmarkt kennt ebenfalls extreme Wertsteigerungen und wiederum Verluste, bei anderen Sammelobjekten wie z.B. Trading-Cards ist ebenso. Absolute Sicherheit bedeutet immer auch keine Rendite. Das muss ja jeder für sich selbst wissen. Ich gehe aber nicht von einer hohen Rendite aus, wenn man die Inflation berücksichtigt dürfte die Rendite recht sicher negativ sein. Aber eine Wertanlage ist es dennoch. Ist bei anderen Dingen ja genauso, der Oldtimer-Markt oder der Luxus-Uhren-Markt ist aktuell in Teilen ebenfalls stark rückläufig. Trotzdem würde ja keiner auf die Idee kommen, dass es sich nicht um Wertanlagen handelt.
TeeKay hat das schön dargestellt - ich bin Anfang 50, habe ein paar extrem seltene Schätzchen, vermutlich auch 2-3 Unikate dabei. Aktuell wäre ein guter Zeitpunkt sie zu verkaufen aber natürlich möchte ich sie behalten. Lieber kalkuliere ich einen Wertverlust ein als mich von den Schätzen meiner Sammlung zu trennen.
Viele Grüße
Michael
Ich möchte an dieser Stelle auch zu bedenken geben, dass weltweit bei vielen Auktionen zT eine sehr hohe Nachfrage besteht und es durchaus einige Fälle gibt, in welchen selbst der hohe Schätzwert noch übertroffen wird. Den Bekundungen nach auf Philasearch und bezogen auf die Vorworte diverser Auktionskataloge scheinen zumindest einige Auktionshäuser für 2025 ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zu erwarten. So wie ich das für meinen Bereich überschauen kann sieht es so aus, dass man bezahlbar Basis-Sammlungen für fast alle Altitalienische Staaten mit durchschnittlicher Qualität erwerben kann.
Sobald man aber wirklich gute Qualität haben möchte wird es richtig teuer. Und da gehen die Preise in meinem Sammlerbereich aktuell eher nach oben. Zum Beispiel habe ich eine Toskana Michel/Sassone 14 mit sehr guten Rändern in perfekter Qualität in ungebraucht vor 1,5 Jahren für ich glaube 650 € gekauft zzgl. Auktionsgebühr; eine Marke in derselben Qualität wurde bei einem italienischen Auktionshaus jüngst für 2000 € verkauft. Noch deutlich drastischer ist der aktuelle Preisunterschied bei der Toskana Sassone 1a (bläuliches Papier) in ungebraucht, welche ich bei Behr vor 2 Jahren erworben habe. Ich habe zur Sicherheit noch einmal ein aktuelles Zertifikat anfertigen lassen - damit ist die Marke ungefähr das 4-fache aktuell wert, was ich bezahlt habe. Zugegeben, das ist ja nicht der Standard und man muss da auch ins Risiko gehen - im zweiten Fall hatte ich nur ein Garantiezertifikat und wusste nicht sicher, wie gut die Qualität wirklich ist. Herr Behr hatte mir zwar persönlich zugesichert, dass die Marke in einem sehr guten Zustand ist, er ist aber auch kein Italien-Experte. Das Zertifikat hat seine Expertise aber vollumfänglich bestätigt.
In einem dritten Fall habe ich bei einem argentinischen Händler auf eBay per Zufall die seltenste Marke (in gestempelt) der 2. Emission Sardiniens überhaupt gefunden, dazu noch mit einem Druck-Fehler, welcher so wie er ist in der Qualität vermutlich einmalig ist. Der Händler hatte die Marke falsch zugeordnet und dann noch ein Alt-Zertifkat hochgeladen (in welchem die neuere Sassone-Kennzeichung nicht aufgeführt wurde, der Michel kennt die Marke gar nicht), das neuere aber nicht. Somit war der Zuschlagspreis bei eBay absolut lächerlich, ich habe dann mit dem Prüfer, welcher das Zertifikat ausgestellt hatte Kontakt aufgenommen und er hat mir noch einmal die Richtigkeit des Zertifikats (+ die des Diena-Alt-Zertifikats) bestätigt. Hier liege ich sicher beim 10-eher 20-fachen des Werts. Solche "Investments" sind natürlich sehr selten, aber auch kein Zufall, da sie der extrem zeitintensiven Recherche und der kompromisslosen Fokussierung auf ein Spezialgebiet geschuldet sind.
Also mein persönliches Fazit: Wertanlage - definitiv; Investment - eher nein, dafür müsste man den Zeitaufwand mit einbeziehen, das ergäbe keinen Sinn.
Und ich möchte mit meinem Post jetzt nicht wieder so eine Schein-Debatte über Sinn/Unsinn von Sammeln vs. Investment oder irgendwas auslösen. Philamaxi hat mit dem Beginn des Threads um Erfahrungsberichte gebeten. Und als solchen möchte ich meinen Post verstanden wissen. Ich kenne auch einen jüngeren Sammler als mich, welcher auch nur auf Altitalien fokussiert ist, er sieht das ähnlich wie ich.
Viele Grüße
Michael
Vielen Dank für diesen detaillierten Erfahrungsbericht! Es freut mich, dass es auch positive Tendenzen / Resultate gibt, die deutlich über den Einstandspreisen liegen und Investitionen auf höherem Niveau rechtfertigen - sofern man über ausreichende Erfahrung, Ahnung und Gespür in einem Sammelgebiet verfügt.
Gerade im Bereich Alt-Italien kommt mir vieles intransparent vor, zumal die Katalogwerte derart überhöht erscheinen.
Ich hatte zuletzt einige Spitzenstücke aus der Zanaria-Auktion besprochen und die teils extremen Differenzen thematisiert:
"Unter den Staaten Italiens zeigte die Toskana höchste Ergebnisse, wenngleich weit unter den fantasievollen italienischen Katalogwerten. Der ungebrauchte Löwe zu.2 Soldi 1851 scharlachrot auf bläulichem Papier in frischer Erhaltung, firmiert bei Sassone mit 150 000; der Zuschlag bei 10 000 bestätigte die bekannte Schere zwischen Kataloganspruch und realisierbarem Marktniveau. Ebenso der gestempelte Fünferstreifen der Marke mit dem Zweizeiler „PER CONSEGNA“ und kleinen Randunregelmäßigkeiten zu 11 000 bei 175 000 Katalogansatz. 12 000 Euro gab es für ein überdurchschnittliches Exemplar der 3 Lire 1860 orangeocker, das mit 220 000 notiert wird."
@ philamaxi [#4]
Lieber Philamaxi,
ich verstehe den Sassone eher so, dass die Prüfer eine Berechnungsgrundlage haben (1% KW Minimum), natürlich würde es mehr Sinn machen, den KW ungefähr zu 1/10 anzusetzen mit der Option mal 2/geteilt durch 2 je nach Qualität und dass die Prüfer dann eben 10% KW nehmen, das scheint aber über die Jahre gewachsen zu sein und "ist einfach so".
Sehr sehr selten wird aber tatsächlich der Sassone-Wert erzielt (z.B. Trinacria CataWiki, leider nicht abgespeichert), sagenhafte 3250€ für eine reparierte (!) Trinacria mit bildseitig tollem Erscheinungsbild; laut Sassone sind bei repariert nur 10% KW anzusetzen (27.500€/10 = € 2750€ KW - deutlich weniger als die bezahlten 3600€ inkl. Auktionsgebebühr) - das ist aber wirklich extrem selten.
Jeder, der sich mit Altialien beschäftigt rechnet mit 10% Sassone für perfekt, 20% Sassone für eccezionale und entsprechend weniger, wenn nicht perfekt. Die italienischen Händler scheinen vor Ort auch einige Marken für 20% KW generell verkaufen zu können, das entzieht sich aber meiner Kenntnis. Diese Grund-Basis ist auch ungefähr das, wie Altitalien unabhängig vom Stadtstaat gehandelt wird. Einige wenige extrem gesuchte Marken wie eben Trinacria, Cross of Savoy, äußerst gutrandige Toskanas und Sizilienmarken erzielen auch mehr als 10% KW.
Das passt auch extrem gut zu deinen Beispielen - die Lira Tre würde nach den Sassone-Kriterien unter "gut" fallen, also ca. 1/2 KW anzusetzen. 220.000€/2 - davon 10% KW wie immer bei Sassone wäre man bei 11.000€ KW - weil Lira Tre eben Aufschlag von 1000€ zzgl. noch die Auktionsgebühr.
Liebe Grüße
Michael
@ philamaxi [#12]
@ alle
Die Diskrepanz zwischen Katalogbewertungen und Kaufpreis hat mit der hier gegenständlichen Thematik nichts zu tun.
Das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass der MICHEL-Katalog derzeit dabei ist, seine quasi institutionelle Stellung zu verlieren.
Fakt ist, dass bestimmte Gebiete und Marken als Investment geeignet sind, die weitaus meisten allerdings nicht.
Die Aussage in dem diskutierten Buch,
„Auch die Briefmarkensammlung aus Ihrer Kindheit könnte äusserst wertvoll sein"
ist einfach nur Blödsinn und zeigt, dass der Autor bar jeder Ahnung schreibt.
Irgendwie erinnert mit das alles an den Spruch:
„Ich habe mir vor zwei Monaten das Buch „Reich werden durch Betrug“ im Internet bestellt. Es ist leider noch nicht angekommen.“
In den meisten Punkten muss ich dir Recht geben!
Dass der Autor keine Ahnung hat, wird aber durch das Buch insgesamt widerlegt, in dem er unter anderem so unzählige Auktionspreise der letzten Jahre zusammengetragen hat. Früher gab es ja auch für die Philatelie (wie im Kunstmarkt) Sammelbände mit den Auktionspreisen eines Jahres, die einen guten Marktüberblick boten; so etwas rechnet sich heute wohl nicht mehr...
Der Spruch „Auch die Briefmarkensammlung aus Ihrer Kindheit könnte äusserst wertvoll sein" erscheint mir als ein überflüssiges, etwas albernes Werbe-Argument, im Stil der Werbung für die Suche nach Wasserzeichen-Abarten bei Posthorn etc. um Abartenkataloge etc. zu verkaufen ... oder die Jagd nach Euro-Fehlprägungen, Hepburn-Marken und Gscheidle-Irrtümer - alles Hoffnungsmache für "Schatzsucher", aber so etwas gehört beim Sammeln wohl auch für viele dazu. ;-)
@ Dobe [#11]
Was du beschreibst, sehe ich als Phänomen der abnehmenden Sammlerzahl. Die wenigen verbliebenen Sammler schlagen sich um immer extremere Top-Qualität, während alles unterhalb von Top-Qualität verramscht wird. Die Kaufkraft konzentriert sich auf wenigen Angeboten. Man muss eben keine 2000 Euro mehr investieren, um eine nahezu komplette Bund-Sammlung zu kriegen. Macht 2000 Euro frei, die in wenige Top-Angebote fließen können.
Bei weiter abnehmender Sammlerzahl - und solange nicht alle Phila-Akteure schleunigst damit anfangen, in der Neuzeit anzukommen und zu handeln, wie Akteure im Jahr 2026 handeln, wenn sie mehr Nachfrage generieren wollen - wird sich der Fokus immer weiter Richtung Extra-Top-Qualität verschieben. D.h., dass, was heute als Top-Qualität stark nachgefragt wird, findet in 20 Jahren keine Abnehmer mehr zu Top-Preisen, weil die 2 zahlungskräftigen Sammler mit den 3 Extra-Top-Qualität Angeboten vollauf bedient werden.
Wichtig für das Thema erscheint mir der immer wieder, hier in der Diskussion und allgemein im Forum, auftauchtende Begriff der "Qualität" des gesammelten philatelistischen Materials.
Wenn wir Stücke für unsere Sammlungen erwerben, ist das doch fast immer ein relevantes Kriterium in der Entscheidung, wieviel Geld wir jeweils ausgeben wollen. Wenn wir zwischen einer Marke mir sehr guter Zähnung und einer Marke mit Zahnfehler wählen können, entscheiden wir uns doch eigentlich IMMER für die Marke in besserer Qualität (außer die Qualität liegt für uns in einem anderen Bereich als der Zähnung - ein seltener Plattenfehler, seltenes Wasserzeichen, Stempel des Heimatorts etc.). Und warum spielt für uns Qualität eine Rolle? - ja doch hauptsächlich, weil mit Qualität ein monetärer Wert verbunden ist, zum einen der, den wir bereit sind für den Erwerb einer Marke zu leisten, mit dem aber doch gleichzeitig die Hoffnung verbunden ist, dass diese Qualität des Objekts dazu beitragen wird, den (Gegen-)Wert auch in Zukunft (für sich selbst oder die Erben) zu erhalten. Insofern besteht wohl doch bei vielen Sammlern die Hoffnung, mit ihrem Hobby auch etwas "von Wert" zu schaffen (und anzuschaffen) und zu besitzen, denn sonst würde "Qualität" eine viel geringere Rolle spielen.
Dabei geht es aber überwiegend - und das dürfte wohl auch vielen Sammlern durchaus klar sein - eher um die Hoffnung, dass in der Zukunft zumindest ein mehr oder wohl eher weniger großer Teil des in das Hobby "investierten" Geldes wieder reingeholt werden kann; mit "Wertanlage" und "Investition" im Sinne der Hoffnung auf Wertsteigerung und Profit aus der eigenen Sammlungstätigkeit hat das absolut nichts zu tun.
Schaut mal über den Tellerrand!
Bei welchem Hobby bekommt man denn sonst überhaupt etwas zurück?
Habt ihr mal mit Preisentwicklungen in anderen Sammelgebieten (jenseits der Philatelie?) verglichen?
Wie sieht es in Ländern aus, in denen Philatelie nicht auf 100 und mehr Jahre Sammeltradition zurückblicken kann?
Die Sammlungen meines Vaters komplettiere ich nebenbei, da juckt mich nicht, dass das lückenschliessen ökonomisch gesehen oft eher unsinnig ist.
Bei meinen (spezialisierten) Hauptsammelgebieten, nutze ich bei Käufen den Wissensvorsprung. Ich kalkuliere bei der Preisfindung ausschliesslich die (oft) unerkannten Perlen. Diese Perlen würden im Verkaufsfall ein mehrfaches des insgesamt(!) "investierten" Geldes einbringen.
Das Gejammer um den Preisverfall von Massenware (ohne Besonderheiten) kann ich echt nicht mehr hören...
Koban
@ Schradin [#18]
Hohe Qualität ist einfach schöner und exklusiver - die damit verbundenen Emotionen sind intensiver als mit einer beschädigten C-Ware, die irgendjemand nach 10 Jahren aus der Grabbelkiste herauswühlte. Wer mit hoher Qualität Werterhalt oder sogar Wertzuwachs verbindet, lügt sich selbst in die Tasche. Es ist in der Zukunft allenfalls einfacher, das Zeug wieder zu verkaufen.
@ TeeKay [#20]
Letzterer Satz ist genau mein Punkt: Etwas wieder und einfacher verkaufen zu können, weil bereits beim Erwerb bewusst auf (überwiegend anerkannte) Qualität geachtet wurde, spielt für uns Sammler eine Rolle! Auch wenn wir das Sammeln nur als Hobby zum eigenen Spaß betreiben, ist die Hoffnung auf den Erhalt IRGENDEINES Werts doch stets ein Gedanke, der da mitspielt. Qualität ist für Sammler kein rein ästhetischer Faktor, sonder hat auch etwas "werthaltiges", ohne dass damit ausgesagt ist, ob dies ein "hoher Wert", "niedriger Wert" oder gar (bei einer Veräußerung) überhaupt "realisierbarer Wert" ist.
@ Koban [#19]
Das ist meines Erachtens auch das Zentrale:
Die "Investition", die ich im Rahmen meiner Sammelleidenschaft tätige, ist die in meine (Frei-)Zeit und der Ertrag ist die Erweiterung meines Horizonts und meines Wissens, und wenn ich dieses Wissen beim Erwerb neuer Sammelobjekte - durch das Auffinden "unerkannter Perlen" - auch noch "wertschöpfend" einsetzen kann, dann ist das umso schöner.
@ Schradin [#21]
Zitat: " ist die Hoffnung auf den Erhalt IRGENDEINES Werts doch stets ein Gedanke, der da mitspielt."
Das mag als Feststellung so stimmen, kostet aber. Selbst wenn, wie von Dir erwähnt, "werthaltig" nicht teuer ist, so kann diese Denkhaltung eigentlich nur für denjenigen relevant sein, der mindestens zweistellige Beträge pro Stück ausgibt. Da kann ich grade noch so mithalten, ein relevanter Anteil der Bevölkerung aber nicht.
Daraus folgere ich, dass entweder diese Prämisse komplett gestrichen wird, oder das Hobby nur noch für die mindestens besser verdienende Hälfte der Gesellschaft relevant bleiben kann.
Wenn wir diese Prämisse komplett und vollkommen verwerfen (zumindest mal für den ersten Schritt), kommen wir zu Deinem Beitrag [#22] und dann wird unser Hobby die Zielgruppe mindestens verdoppeln und grade heute sogar auch für Geringverdiener machbar werden.
Eigentlich ist es eine riesige Chance für das Hobby, wenn man für sehr wenig Geld einen riesigen Posten Spass und Freizeitbeschäftigung bekommen kann, so günstig können nur noch wenige Sportvereine, schon Streaming kann teurer sein.
Hallo liebe Mitglieder,
Ich freue mich sehr darüber, dass hier eine Diskussion über mein Buch und dessen Inhalt entstanden ist. Ebenso freue ich mich darüber, dass sich hier auch diejenigen beteiligen, die das Buch tatsächlich gekauft haben. Ich bin der Meinung, dass Sie alle recht haben.
Tatsache ist, dass die meisten Briefmarken überhaupt nicht als Investition geeignet sind. Wie ich jedoch in meinem Buch schreibe, gibt es wirklich eine sehr große Anzahl davon – es sind Hunderte, vielleicht sogar einige Tausend –, die sich unter Einhaltung bestimmter Bedingungen sehr gut für diesen Zweck eignen. Ich betone jedoch ausdrücklich das „Einhalten bestimmter Bedingungen“.
Die meisten Sammler, die zum Beispiel bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren gesammelt haben, haben diese Bedingungen leider überhaupt nicht eingehalten, und heute sind sie alle enttäuscht, dass ihre Bund- oder DDR-Sammlungen nahezu keinen finanziellen Wert haben.
Dieses Thema ist wirklich sehr umfangreich und lässt sich hier in einem einzigen Beitrag in diesem Forum nicht lösen. Letztendlich habe ich zu diesem Thema das hier erwähnte Buch mit mehreren hundert Seiten geschrieben. Ich bin fest davon überzeugt, dass zumindest einige der Diskutierenden das Buch kaufen werden, um zu verstehen, dass ich in dem Buch in keiner Weise versuche, irgendjemanden davon zu überzeugen, dass Briefmarken eine großartige Investition sind.
Wie ich bereits am Anfang geschrieben habe, ist es notwendig, viele Regeln einzuhalten. Und in dem Buch erwähne ich auch, dass selbst eine einzigartige Briefmarke, von der weltweit nur ein einziges Exemplar erhalten geblieben ist, finanziell nicht wertvoll sein muss – wenn keine Nachfrage besteht.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
Radek Novák
@ DL8AAM [#3]
Hallo,
um Ihre Frage zu beantworten - Zielgruppe dieses Buches sind ALLE Sammler. Ich habe schon über 2.000 Stück des Buches verkauft (in Tschechien, Slowakei, Deutschland, Österreich ...) und die Rückmeldungen waren bis jetzt immer positiv.
Natürlich habe ich viele Sammler enttäuscht - das sind die, die lange Jahrzenhnten normale Briefmarken abonniert haben und sind jetzt enttäuscht, dass der Wert runtergegangen ist. Oder Sammler, die für ältere Briefmarken viel zu viel bezahlt haben. Oder Sammler, die nicht auf die Qualität aufgepasst haben. usw.
LG Radek
@ Winni451 [#23]
Danke, sehr gut geschrieben!
@ Schradin [#21]
Ganz genau - Qualität spielt eine grosse Rolle - das zeigen die Auktionsergebnisse immer wieder.
@ Koban [#19]
Das sind alles spannende Themen! Numismatik, Banknotensammeln, Whisky (!), und viele andere Gebieten bieten in den letzten Jahren interessante Wertsteigerung. :-)
Auch diese Frage (Wie sieht es in Ländern aus, in denen Philatelie nicht auf 100 und mehr Jahre Sammeltradition zurückblicken kann?) beantworte ich teilweise in meinem Buch. Z.B. "emerging markets" sind in den letzten Jahren gut gewachsen. China, Indien ...
LG Radek
@ nagel.d [#6]
Jedes Investment oder Wertanlage ist ein "zweischneidiges Messer". Aktien von Nokia, Kodak, waren mal tolle Blue Chips. Und jetzt?
@ MS-Peter [#9]
Es tut mir Leid, aber da haben Sie NICHT Recht. Es werden auch hautzutage echte Raritäten in den alten Sammlungen, die schon hundertmal durchgeschaut wurden, gefunden. Einige Beispiele sind in meinem Buch zu finden. Alte Briefmarken im Wert von zigtausenden EURO wurden auch in den letzten Jahren gefunden. :-)
“Es werden auch heutzutage echte Raritäten in den alten Sammlungen, die schon hundertmal durchgeschaut wurden, gefunden.“
Das klingt schon ganz anders als
"Untertitel: Auch die Briefmarkensammlung aus Ihrer Kindheit könnte äusserst wertvoll sein"
Den Untertitel hätten Sie besser weggelassen, siehe auch [#15] und [#16].
@ Radek [#29]
Genau das meinte ich mit meiner Aussage. Wer in den 1990ern in diese Aktien investiert hat hat unter Umständen viel Geld verloren.
Ich denke, bei allen einschränkenden Argumenten hat der Autor eine optimistische, positive Werbung für die Philatelie formuliert.
Selbst für "alte Hasen" ist da genügend Stoff zu finden, mit Stücken und Sammelbereichen, von denen man bisher nichts oder wenig wusste. Eigentlich ein Standardwerk, das in vielen Vereinsbibliotheken zur Verfügung stehen sollte.
Natürlich könnte man in entsprechendem Umfang Negativ-Beispiele zusammentragen, aber wer würde das kaufen und lesen wollen?
Die Risiken hat der Autor keineswegs verschwiegen.
vielen Dank dafür. Ja, ich habe es versucht die Risiken zu erwähnen. Weil wie schon in anderem Komentar gesagt - Briefmarken als Wertanlage ist komplexes Thema. Wie jedes Investment...
@ MS-Peter [#31]
Es war rein Marketing Sache für die Laien.
@ Radek [#35]
Es war rein Marketing Sache für die Laien.
Es ist nicht gerade förderlich für unser Hobby, welches heutzutage in großen Schwierigkeiten steckt, wenn man die Leute beschwindelt.
Viele Grüße
Thomas
Hallo,
ich habe das Buch bestellt, nicht weil ich eine Wertanlage in Briefmarken plane, sondern weil es -soweit ich sehe- ein sehr schönes, aufwendig gemachtes Buch über seltene und wertvolle Marken ist. Für unser Hobby ist es sehr gut, wenn sich ein Autor die riesige Mühe macht, ein so umfangreiches Buch zu schreiben.
Viele Grüße
Jensen
Bezüglich den Kindersammlungen, ja das müsste nicht sein. Aber, beim Lotto wird doch auch mit dem Jackpot geworben.
In Ost-Kindersammlungen ist gelegentlich China zu finden, was damals niemand haben wollte.
Die Eltern einer ehemaligen Kollegin waren in den 60ern in Peking an der Botschaft beschäftigt. Die Kindersammlung der Kollegin wurde weggeworfen, da "das ja nichts wert" sei. Mit entsorgt wurde ein Karton voll Briefe der Eltern aus dieser Zeit.
Habe das Buch ebenfalls bestellt.
Gruß,
Koban
Edit:
Hier ein Kauf von heute. Wer findet die "Perle"?
https://www.ebay.de/itm/147046995787
@ Schradin [#21]
" Etwas wieder und einfacher verkaufen zu können, weil bereits beim Erwerb bewusst auf (überwiegend anerkannte) Qualität geachtet wurde, spielt für uns Sammler eine Rolle! Auch wenn wir das Sammeln nur als Hobby zum eigenen Spaß betreiben, ist die Hoffnung auf den Erhalt IRGENDEINES Werts doch stets ein Gedanke, der da mitspielt."
Da vermischst du mMn zwei Dinge: Einfacher verkaufen und Verkaufen zu einem bestimmten Preis. Qualitativ minderwertiges Material kann ich uU gar nicht verkaufen, egal zu welchem Preis. Das liegt ewig rum und nimmt mir Platz weg. Qualitativ besseres Material kann ich einfacher = schneller verkaufen und es macht mir während des Besitzes mehr Spaß. Bis ich etwas finde, das mir mit noch höherer Qualität noch mehr Spaß macht. Für mich ist der Aspekt des Wegbekommens der Entscheidende. Bei anderen Sachen werfe ich einfach weg, weil mir der Aufwand des Verkaufens zu groß ist. Ich werfe auch viel philatelistisches Material weg (großer Aufschrei darf jetzt hier folgen). Bei manchen Dingen ist mir Wegwerfen aber zu schade. Weil ich weiß, dass es selten ist, nicht zwingend, weil ich irgendeinen Zusatzwert erlösen will. Ich hab einiges im hoch zwei- und dreistelligen Preisbereich, bei dem ich zu faul zum Verkaufen bin, das ich aufgrund des Seltenheitscharakters aber keinesfalls wegwerfen will. Ich weiß aber, dass ich das binnen Tagen bei eBay verkauft bekäme, wenn ich es einstellen würde.
Liebe Sammlerfreunde,
Philatelie ist für mich Hobby und Lebensfreunde. Aus Sicht der mit uns auszukommenden "Ehegespenstigen" und zukünftigen Erben ist Philatelie wahrscheinlich Platzverschwendung und pure Geldverbrennung.
Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.
@ Koban [#38]
Beim Wegwerfen hat man aus meiner Sicht einen Fehler gemacht. Die Briefe aus der Zeit, speziell aus China, hat man gleichzeitig zeitgeschichtliche Dokumente vernichtet und das für Immer.
Hallo,
das Buch habe ich inzwischen. Ich danke dem Autor sehr, dass er es auch in deutscher Sprache herausgegeben hat.
Es ist sehr umfangreich, sehr wertig gemacht und hervorragend illustriert. Für das Hobby Philatelie eine echte Perle!
VG
Jensen
Was m.E. nicht unerwähnt bleiben sollte, sind die abschließenden Kapitel mit bleibender Relevanz, mit knappen Biografien über "Berühmte Philatelisten und Briefmarkeninvestoren", namhafteste Fälscher, berühmte und angesehenste Philatelistenvereine der Welt (sicher nicht vollständig) ...
Welche Namen sollten nach eurer Meinung bei einer evtl. Neuauflage ergänzt werden ?