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Thema:

DDR Frankaturen als Propaganda

User #336253058 Am: 19.12.2025 22:27:09 Gelesen: 728 # 1
Frankaturen als Propaganda Als Beispiele für meine These, dass nicht nur mit zusätzlichen Stempeln, sondern auch mit auffälligen Frankaturen politische Propaganda getrieben wurde, zeige ich 2 Briefe. Der eine geht in die USA (Frankatur korrekt), der andere 1954 in die BRD (ebenfalls korrekt frankiert).
Henry Am: 20.12.2025 11:43:48 Gelesen: 645 # 2
@ Bessie [#1] Als politische Propaganda würde ich jetzt nur solche Frankaturen einordnen, die auf Belegen von Ämtern oder führenden Persönlichkeiten zu finden sind. Zu den letzteren zähle ich auch Personen in leitenden Funktionen, die ja sicher auch unter Beobachtung des Staatsapparates standen. Alles andere würde ich als Frankatur mit zufällig vorhandenen oder erhältlichen Postwertzeichen sehen. Mit philatelistischem Gruß Henry
tomato Am: 20.12.2025 12:03:05 Gelesen: 635 # 3
@ Henry [#2] Sehe ich auch so wie Henry. Ist für mich zufällige Frankatur. Nur nebenbei. Bei 425 ist ein Forschungs-CD-Fehler zu sehen. Von daher Danke für die Bestätigung. Gruß Thomas
User #336253058 Am: 23.07.2026 13:08:54 Gelesen: 193 # 4
@ Henry [#2] @ tomato [#3] politische Propaganda Nur zufällig bin ich heute auf diese Beiträge gestoßen, sonst hätte ich früher geantwortet. Die Meinung, politisch zu verstehende Frankaturen seien nur von amtlichen Stellen zu erwarten, trifft nicht zu. Diese Tatsache zu beweisen, setzt allerdings eine größere Sammlung vergleichbarer Briefe voraus. Der „Anschluss“ Österreichs oder Danzigs, Führers Geburtstage, seine anfangs erfolgreiche Politik , der völlige Neubeginn in SBZ/DDR, „Völkerfreundschaft, Stalin – das alles sind Themen, die vergleichsweise häufig auf Auslandsbriefen wiederkehren, die deutlich erkennbar mehr sein wollen als nur Sammlerkorrespondenz. Indirekte politische Aufforderung dazu gab es sicherlich auch, z.B. in KdF-Sammlergruppen, in Kulturbund-Sammlervereinen, auf Parteiveranstaltungen. In größeren Briefsammlungen sind diese Themen sicherlich gehäuft wiederzufinden. Wahrscheinlich hat sich dazu sogar Schriftliches erhalten! So z. B. im Deutschland-Spezialkatalog BR nach Mi. 329 über die zusätzliche Verwendung der Berliner Einpfennigmarke auf allen privaten Briefen als Bekenntnis zu Berlin. Sehr schwer philatelistisch zu beweisen ist politische Ablehnung. In der DDR lässt sich das Misstrauen der Bevölkerung wahrscheinlich ablesen an der Unbeliebtheit der seltenen Aerogrammformulare oder der Faltbriefe F1, denen man unterstellte, sie könnten leichter mitgelesen werden. Die erheblichen Restbestände wurden in devisenbringende „Privat“ganzsachen umgewandelt oder intern als Ausschnitte aufgebraucht. Einen weiteren indirekten Beweis politischer Ablehnung liefert das nahezu unverkäufliche Karl Marx-Büchlein. Angeblich mit ihnen zwecks Aufbrauchs Frischgetraute auf dem Standesamt beschenkt. Die im Katalog angegebenen Auflagezahlen dürften im Vergleich zum Verkauf zu hoch sein. Wahrscheinlich werde ich mit diesen Beitrag Widerspruch finden. Ich muss gestehen, dass ich in dieser Sache unbelehrbar überzeugt bin. Trotzdem bin ich darauf gespannt. Euer Kläffer Bessie/Sentawau.