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Thema:

Österreich Flugpost bis 1945

Reini46 Am: 22.10.2025 15:59:04 Gelesen: 2825 # 1
Hallo. hier sollen Flugpostbelege aus Österreich bis ins Jahr 1945 gezeigt werden. Der zivile Luftpostverkehr nach Prag, Budapest, Straßburg, Paris und Warschau wurde am 17.7.1922 eröffnet. Karte vom 16.7.1922 von Wien nach Budapest, Ankunftsstempel 17.7.1922 da der geplante Flug erst einen Tag später zustande kam. Absender der Karte war Dr. Karl Willer, ein bekannter Ganzsachensammler aus Wien. Deshalb verwendete er auch diese Privatpostkarte. Insgesamt wurden 280 Poststücke befördert, bei Kohl unter der Nummer 22.1c gelistet. Gebühr für die Karte 35 Kronen Einschreiben 75 Kronen Flugpostzuschlag 150 Kronen. Diese Karte ist im Buch von Peter Kroiss Belege der österreichischen Inflationszeit 1918 - 1925 auf Seite 257 abgebildet (gehört aber mir) Grüße Reini46
Detlev0405 Am: 22.10.2025 19:00:38 Gelesen: 2811 # 2
@ Reini46 [#1] Hallo Reini, schön, dass Du das Thema von der östereichischen Seite anpackst - ich freue mich drauf. Und damit Du merkst, dass ich mir so etwas sehr genau anschaue, gleich meine Fragen zu dem Beleg. Bei Kohl ist unter der Nummer 22.1.c der Erstflug Prag - Wien vom 14.08.1922 gelistet. Der Abgangsstempel von Wiener Flughafen ist tatsächlich vom 16.07.22, mag sein das der Flug erst einen Tag später durchgeführt wurde. Auf jeden Fall war in Budapest auch schon beim Erstflug der rote Kastenstempel als Bestätigungsstempel eingesetzt wurde, der fehlt hier. Bei Deinem Beleg sind von Budapest zwei Tagesstempel vom 22.07.22 abgeschlagen worden. Bei 2 Stunden Flugzeit damals 5 Tage Transpostweg ? Die Antwort findest Du aber selbst unten rechts in der Anschrift - da prangt ein Flugausfallstempel. Somit ist dieser Beleg per Bahn transportiert worden. Trotzdem ein sehr schöner Inflationsbeleg wie ich finde. Tipp für die Zukunft - bei Luftpostbelegen immer auch die Rückseite in den Beitrag stellen. Gruß Detlev
Reini46 Am: 22.10.2025 22:08:50 Gelesen: 2796 # 3
@ Detlev0405 [#2] Hallo Detlev, ich freue mich auf deine mit großem Wissen versehene Mitarbeit. Bei Kohl habe ich die falsche Nummerierung angegeben - es ist der Buchstabe e. Der Ankunftsstempel in der Mitte lautet Legi Posta Budapest 922Jul17N10 - vielleicht hat man das nicht so richtig lesen können. Ich denke daß dieser Beleg doch den Erstflug darstellt. Ich habe noch einen Beleg vom Erstflug nach Budapest: Hier finden sich die identen Stempel wie auf der Karte, auch der Flugausfallstempel. beste Grüße Reini46 [Redaktionell ergänzt: identen in Österreich = identischen]
Detlev0405 Am: 23.10.2025 17:30:30 Gelesen: 2768 # 4
@ Reini46 [#3] Reini du hast Recht ich habe den Budapest Stempel falsch gelesen - passiert mit leider öfter. Gruß Detlev
Reini46 Am: 03.11.2025 14:29:37 Gelesen: 2678 # 5
Hallo, Der Brief vom 15.6.1924 von Wien nach Zürich kam am 16.6.24 zur Flugpost und erreichte sein Ziel am gleichen Tag um 17 Uhr. Der Erstflug Wien - Zürich fand am 23.4.1924 statt, Belege davon sind selten. Auch spätere Flüge in diesem Jahr bewertet Kohl mit 500 Punkten sehr hoch. Brief 3000 Kronen Express 6000 Kronen Luftpostzuschlag 1800 Kronen. Ein dekorativer Bedarfsbeleg. Grüße Reini46
Reini46 Am: 21.11.2025 11:15:05 Gelesen: 2538 # 6
Hallo, Dieser Brief wurde am 23.11.37 in Wien 1 zur Post gegeben und per Luftpost nach Köln befördert. Der Ankunftsstempel datiert vom 24.11.37.7-8 N. Der Beleg ist auch richtig frankiert - Brief über 20 Gramm 36 Groschen Einschreiben 40 Groschen Luftpostzuschlag bis 40 Gramm 60 Groschen. Dennoch wurde eine Nachgebühr von 40 Pfennig eingehoben. Ich vermute daß das mit dem auf der Vorderseite gekreuzten roten Linien zusammenhängt. Dieses Kreuz wurde wohl vom Postler angebracht, da in Österreich Luftpostbriefe ohne zusätzliches Entgelt mit dem Eilboten zugestellt wurden. Rückseitig finden wir den handschriftlichen Vermerk n. anzutreffen Benachrichtigt 25.11.1937. Ich glaube daß eine Eilzustellung versucht wurde und die 40 Pfennig Nachentgelt dafür verlangt wurden. Grüße reini46
Detlev0405 Am: 21.11.2025 14:47:16 Gelesen: 2525 # 7
@ Reini46 [#6] Hallo Reini, ich habe solche Praxis auch in der Tschechoslowakei nachvollziehen können, das Luftpostbriefe gleichzeitig als Eilpost behandelt wurden, ohne das eine Eilpostgebühr erhoben wurde. Das betraf aber nur die Jahre 1919-1923. Im Jahre 1937 sollte die Praxis eine andere gewesen sein in beiden Ländern - Eilpost wurde mit einer entsprechenden Gebühr erhoben. Kannst Du mal nachschauen, bis wann in Österreich die Praxis der Anfang 1920-er Jahre mit der Eilpost gegolten hat ? In Tschechien habe ich das bis 1923 nachvollziehen können. Gruß Detlev
Reini46 Am: 21.11.2025 17:46:08 Gelesen: 2506 # 8
Hallo Detlev, bis Ende 1938 finde ich bei der incoming mail Merkmale einer Zustellung durch Eilboten bei Luftpostbriefen, dann fehlen diese Merkmale. Bei der ausgehenden Post sieht es ähnlich aus, nur diese Karte nach Indien vom 30.7.39 wurde mit der Rohrpost befördert, ohne daß die Rohrpostleistung gesondert bezahlt wurde. Grüße Reini46
Detlev0405 Am: 21.11.2025 19:06:10 Gelesen: 2487 # 9
@ Reini46 [#8] Ich danke Dir Reini. Gruß Detlev
Reini46 Am: 11.02.2026 17:21:09 Gelesen: 2279 # 10
Hallo, Brief vom 11.12.1935 aus Wien nach Nepal an die Britische Botschaft. Rückseitig befindet sich der Rohrpoststempel des Telegraphenamts Wien 1 sowie der Stempel von Raxaul 2.12.35. Raxaul liegt an der Grenze zwischen Indien und Nepal. Desweiteren ein Stempel Governors Camp 24.12.35 mit einem Text im Stempel den ich nicht zuordnen kann. Auch den Stempel beginnend mit RA .. 23.12.35 kann ich nicht bestimmen. Der Brief dürfte in Nepal nicht zustellbar gewesen sein und ging dann an das Government House in ... ? Brief 60 Groschen Luftpostzuschlag weiter als Kalkutta 70 Groschen je 5 Gramm. Grüße Reini46
Reini46 Am: 13.02.2026 15:48:42 Gelesen: 2237 # 11
Hallo, Luftpostbrief vom 25.4.1930 von Wien nach Buenos Aires. Es dürfte ein Umschlag der Air France verwendet worden sein, der Flugpost Klebezettel ist eingedruckt. Von Wien weg ging es mit der Bahn vermutlich bis Paris und von dort nach Südamerika. Ankunftsstempel von Buenos Aires 6.5.1930. Bei so vielen Marken kann man sich auch leicht verrechnen - der Brief ist um 20 Groschen unterfrankiert. Brief 40 Groschen Einschreiben 60 Groschen Luftpostzuschlag 4 Schilling Grüße Reini46
Reini46 Am: 26.03.2026 17:55:46 Gelesen: 2024 # 12
Hallo, Flugpostbrief vom 20.6-36 aus Wien nach Giurgio in Rumänien. Der Brief kam am 19.6.36 mit der Rohrpost zur Telegraphenzentralstation. In Giurgio langte der Brief am 21.6.36 ein, wurde jedoch per Bahn nach Orsovo weitergeleitet. Rückseitig könnte das der rumänische Bahnpoststempel sein. Briefgebühr ins begünstigte Ausland 45 Groschen Luftpostzuschlag 40 Groschen Grüße Reini46
Reini46 Am: 26.04.2026 11:45:58 Gelesen: 1840 # 13
Hallo, Drucksache vom 21.8.32 von Wien nach Marokko. Unten der Stempel - Par avion France Drucksache bis 50 Gramm 8 Groschen Luftpost je 20 Gramm 25 Groschen Grüße Reini46
Reini46 Am: 01.05.2026 11:41:14 Gelesen: 1702 # 14
Hallo, Brief vom 2.7.31 aus Wien nach Werchne-Udinsk in Rußland. Ab 1934 hieß Werchne-Udinsk Ulan Ude. Dies ist die Hauptstadt von Buijatin und liegt östlich von Irkutsk. Brief 40 Groschen Einschreiben 60 Groschen Flugpost bis Moskau 50 Groschen Grüße Reini46
Reini46 Am: 26.05.2026 13:40:07 Gelesen: 1342 # 15
Hallo, Brief vom 3.9.28 aus Wien von der Schweizer Handelskammer an die Zürcher Zeitung. Da der Brief um 22 Uhr gestempelt wurde, gehe ich von einer Spätlingssendung aus. Die Spätlingsgebühr wurde vorschriftsgemäß bar kassiert. Brief 40 Groschen Flugpostzuschlag 30 Groschen. Grüße Reini46
Reini46 Am: 01.06.2026 14:25:54 Gelesen: 1247 # 16
Hallo, Flugpostbrief von Wien 1.9.26 nach Kopenhagen. Rückseitig Ankunftsstempel 3.9.26. Briefgebühr über 20 Gramm 64g Einschreiben 60g. Der Flugpostzuschlag setzt sich zusammen aus der Gebühr nach Deutschland bis 40 Gramm 30g und der Gebühr Dänemark 25g je 20 Gramm zusammen 204g Der Erstflug nach Kopenhagen fand am 14.6.26 statt. Wien - München - Berlin und dann mit der DHL nach Kopenhagen. Grüße Reini46
Reini46 Am: 27.07.2026 15:20:51 Gelesen: 735 # 17
Hallo, Brief vom 24.1.36 von Wien nach Neapel, Posta Aerea Rom 25.1.36 NAPOLI 26.1.36 Brief in das begünstigte Ausland 45 g Luftpostzuschlag 40 g Grüße Reini46
Reini46 Am: 11.08.2026 15:08:41 Gelesen: 445 # 18
Hallo, Brief aus Wien vom 4.6.37 nach Santiago de Chile. Flugpostbestätigingsstempel 1 Wien 1 vom 5.6.37. Den Ankunftsstempel von Santiago kann ich leider nicht lesen. Der 10.6.37 ist für mich nicht möglich. Die Beförderung sollte über New York gehen, der Flug nach Köln und dann mit dem Schiff nach N-Y. dauert sicher 6 Tage. Brief 60g Luftpostzuschlag je 5 Gramm 350 Groschen Rohrpost und Rohrpostbug Grüße Reini46
saintex Am: 12.08.2026 14:58:59 Gelesen: 390 # 19
@ Reini46 [#18] Das Datum im Ankunftsstempel von Santiago/Chile lautet eindeutig 10. Juni 37 4 PM.. Dies lässt nur eine Schlussfolgerung zu: der Leitvermerk des Absenders „via Newyork“ (d.h. Beförderung auf dem Seeweg nach New York, ab New York mit Luftpost nach Chile) blieb unbeachtet und der Luftpostbrief wurde auf die Luftposten nach Südamerika mit durchgängiger Flugverbindung über den Südatlantik umgeleitet, die im Juni 1937 zweimal wöchentlich von der Deutschen Lufthansa (DLH) ab Frankfurt/M. jeweils Donnerstag und der französischen Air France(AF), ab Toulouse bzw. Marseille jeweils Sonntag angeboten wurden. Der nächste erreichbare Luftpostdienst nach Südamerika mit durchgängiger Flugverbindung war für den am Samstag, 05.06.37 10 Uhr in Wien aufgegebenen Luftpostbrief die am Sonntag (06.06.) von Toulouse bzw. Marseille abgehende französische Luftpost mit der Air France, die flugplanmäßig am darauffolgenden Donnerstag (10.06.) in Santiago/Chile eintraf[1]. Mit dem Leitweg über Frankreich korrespondiert auch das Porto des Briefes. Ausweislich der bei Roland F. Kohl veröffentlichten Portotabellen galt der Luftpostzuschlag von 350 Groschen/5 Gramm für Luftposten nach Südamerika mit durchgängiger Flugverbindung durch die Deutsche Lufthansa und die französische Air France[2]. Entsprechend den Regelungen in anderen Ländern[3] ist eigentlich zu vermuten, dass für die nur teilweise Luftpostbeförderung über New York bei diesem Leitweg auch für Luftpost aus Österreich ein geringerer Luftpostzuschlag galt. Konkrete Angaben hierzu habe ich allerdings im Handbuch von R. Kohl für das Jahr 1937 für Luftpost nach Chile nicht gefunden[4]. MfG Wolfgang Quellennachweise [1]Vgl. Flugplan der französischen Gesellschaft Air France, abgedruckt in der vom Reichspostministerium herausgegebenen Luftpostliste Ausgabe Juni/Juli 1937Seite 63 (Nachdruck Sept. 2002, Antiquariat B. Schneider, Gelnhausen) [2] Roland F. Kohl, Die Flugpost von Österreich – Kaiserreich und erste Republik, Wien 1999 Seite 204 [3]so z.B. Deutsches Reich mit DLH/AF Südamerikadienst 1,50 RM/5 Gramm, via New York 0,95 RM/5 Gramm [4] anders für Luftpost nach Ecuador mit DLH/AF Südamerikadienst 350 Groschen/5 Gramm, via New York 140 Groschen/5 Gramm (Kohl Seite 204)
Reini46 Am: 14.08.2026 16:51:13 Gelesen: 263 # 20
Hallo, Brief vom 16.3.1937 von Wien nach Tripolis in Lybien, Ankunftsstempel 17.3.1937 ! Interessant ist die Frankatur - Luftpostzuschlag je 5 Gramm 20 Groschen und Brief in das begünstigte Ausland 45 Groschen, zum begünstigten Ausland zählten auch die italienischen Kolonien. Grüße Reini46
Reini46 Am: 18.08.2026 11:31:49 Gelesen: 166 # 21
@ saintex [#19] Hallo Wolfgang, danke für die Information. Noch ein Brief in das begünstigte Ausland - nach Rumänien. Wien Flugpost 30.7.29 Bukarest 31.Jul.29 Brief 30 g Luftpostzuschlag 30 g Grüße Reini46