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BDPh HV 25: Alles bleibt wie es ist: Anträge stillschweigend zu Grabe getragen

Richard Am: 08.10.2025 15:12:25 Gelesen: 1748 # 1
BDPh setzt auf Kontinuität (wm-pcp) Die diesjährige Hauptversammlung und der 118. Deutsche Philatelistentag fanden in der Hansestadt Hamburg statt, die sich vom 2.–5. Oktober an den Ausflugtagen mit strahlendem Sonnenschein präsentierte. Viele nutzten die Möglichkeit, einmal ein Zweigwerk der weltweit tätigen Leuchtturm Gruppe GmbH in Geesthacht – einer der fünf Produktionsstandorte – zu besichtigen, wobei sie Einblicke in die Alben- und Katalogfertigung erhielten. Die Albenblätter für rund 50 Sammelgebiete werden in Geesthacht komplett gefertigt, mit HAWID-Klemmtaschen von Heimarbeitern bestückt, auch die Folienproduktion ist dort zu Hause. Nur am Rande sei angemerkt, dass Leuchtturm seit Januar 2025 der letzte verbliebende Hersteller für Briefmarken-Einsteckbücher ist, diese allerdings in Ungarn gefertigt werden. Im Kontrast dazu stand der Besuch der Airbus-Werke in Hamburg sowie des Container-Hafens, der der drittgrößte in Europa ist. Alles stand unter der Marke groß, gewaltig, monumental, beeindruckend. Von der Hauptversammlung des BDPh am 4. Oktober 2025 konnte man dies nicht sagen, auch wenn sie durchaus gut besucht war. Die Berichte des Vorstands und der Bundesstellen für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 ließen anklingen, dass die Bäume bei weitem nicht mehr in den Himmel wachsen. Die später an Stelle von Dr. Eric Scherer neu gewählte Beisitzerin Kirsten Schönherr – neben ihr wurde Dr. Ulrich Klier als Schatzmeister neu für den ausgeschiedenen Walter Bernatek gewählt – präsentierte für die sog. „Zukunftskommission“ ein Zahlenwerk zur Entwicklung des Verbandes in den letzten Jahren, das die vielen durchaus bekannte Entwicklung noch einmal bestätigte, aber auch keine Innovationen deutlich werden ließ, wie man den Abwärtstrend weiter stoppen, zumindest egalisieren könnte. von links: Konrad Kremer, Frank Blechschmidt, Dr. Ulrich Klier, Kirsten Schönherr, Alfred Schmidt und Geschäftsführer Reinhard Küchler (Text und Foto: Wolfgang Maassen) Ein Antrag auf die Änderung der bisherigen Satzung wurde mit der großen Zahl der Mitgliedsverbände des BDPh ohne nähere Begründung stillschweigend zu Grabe getragen. Der Zwang zur Reformation an Haupt und Gliedern scheint noch nicht genügend Leidensdruck entwickelt zu haben, um von einer – so manche Äußerungen – seit Jahr und Tag überholten föderalistischen Struktur zu neuen Ufern aufzubrechen. Man hielt es eher mit Vertrautem. So wählte die Versammlung einstimmig den beliebten Alfred Schmidt für eine weitere Amtszeit als Präsident, Frank Blechschmidt als Vizepräsident und dessen Vertreter und Konrad Krämer als Beisitzer. Mit Kerstin Schönherr und Dr. Ulrich Klier bilden sie das neue Vorstandsteam und man darf hoffen, dass sie in zahlreichen Bereichen deutlicher Akzente setzen als bisher.
TeeKay Am: 08.10.2025 18:39:18 Gelesen: 1611 # 2
Zumindest gibts in der Runde schonmal 2 Computer/Tablets, bei den beiden scheinen die gesuchten Informationen auch schon vorzuliegen, während die vier anderen noch im Papier blättern. Das macht Hoffnung!
sammler70 Am: 08.10.2025 19:52:51 Gelesen: 1525 # 3
Also wenn ich das richtig gelesen habe, dann war jede Diskussion, die hier über die Zukunft des BDPh geführt wurde, überflüssig und reine Zeitverschwendung. Die einzigen Gedanken, die man sich im Bezug auf den BDPh noch machen sollte, sind, ob man persönlich oder mit seinem Verein noch Mitglied bleiben soll oder nicht. Ich habe bisher gerade in den Vereinen, denen ich Mitglied bin, darauf gedrängt, dass man auch Mitglied beim BDPh bleiben soll. Mir gehen aber wirklich die Argumente aus. Das Einzige, was mich noch interessieren würde ist, ob es bei der Versammlung auch einen ordentlichen Rechenschaftsbericht gab, in welchem die Tätigkeit der Funktionäre nachzulesen ist und ob überhaupt ein ordentlicher Rechnungsbericht vorgelegt wurde, in welchem zum Beispiel auch ersichtlich ist, zu welchem Preis welche Sammlungen verkauft wurden. LG Franz
Lars Boettger Am: 08.10.2025 23:01:06 Gelesen: 1410 # 4
@ sammler70 [#3] Hallo Franz, nein, das war sie nicht. Von Kirsten Schönherr und Dr. Markus Kohler wurden die Ergebnisse aus den verschiedenen Fragebogenaktionen der Zukunftskommissionen dargestellt und Lösungsansätze vorgestellt (teilweise umgesetzt, teilweise in Umsetzung). Über die Sinnhaftigkeit der Satzungsänderungen kann man immer streiten, bei mir haben sie eher zu Stirnrunzeln geführt. Der BDPh-Rechenschaftsbericht lag inklusive ausführlichen Tätigkeitsberichten vor. Beste Grüsse! Lars
sammler70 Am: 09.10.2025 08:19:06 Gelesen: 1289 # 5
Hallo Lars, vielen Dank für deine Antwort. Es hat sich für mich im ersten Beitrag so angehört, als ob hier gar nichts geschehen wäre und man lediglich so weitermachen würde wie bisher. Dann warten wir einfach mal ab. Irgendein philatelistisches Produkt, wie Stempel oder Ganzsachen gab es zu dieser Veranstaltung nicht, oder? Gruß Franz
Lars Boettger Am: 09.10.2025 09:29:37 Gelesen: 1238 # 6
@ sammler70 [#5] Hallo Franz, es gab m.W. zumindest eine Ganzsache (wenn nicht zwei) und zwei Sonderstempel. Ein Eventteam der Deutschen Post AG war am Freitag und Samstag vor Ort in Hamburg - sehr nette und witzige Jungs, bei denen meine selbstgebastelten Maximumkarten auf grosses Interesse stießen. Das Thema "Struktur" war durchaus ein Thema auf der HV bzw. auf dem Bundes- und Philatelistentag. Der Konsolidierungsprozess hat schon längst begonnen und wird wahrscheinlich weitergehen, das ist allen Beteiligten bewusst. Die Ortsvereine bzw. Landesverbände erfüllen eine wichtige Funktion - die Organisationen von Tauschtagen, Börsen, Ausstellungen und Messen. Der LV Südwest hatte vor vier Jahren die Verantwortung für den nicht-kommerziellen Teil der IBB Ulm übernommen. Wir hatten abends an der Bar diskutiert, ob hier der BDPh hätte einspringen können. Das wäre aus unserer Sicht sehr schwierig geworden, da ihm die "Manpower" vor Ort fehlt. Alfred kann sich nicht einfach in sein Auto setzen und nach Ulm fahren, wenn ein Problem seine Anwesenheit erfordert, Dieter Schaile dagegen sehr wohl. Trotzdem ist bei allen Beteiligten die Aussage der "vorherigen" Zukunftskommission im Hinterkopf (u.a. Jürgen Herbst / Jürgen Witkowski), die eine noch viel stärkere Konsolidierung vorhergesehen haben. Die Frage ist für mich, wie und vor allem wann das umgesetzt wird. Meine Prognose ist, dass es nicht in den nächsten drei-vier Jahren passiert. Dafür passiert zu viel Spannendes in der Philatelie, dass sich derzeit nur in der vorhandenen Struktur umsetzen lässt (u.a. Organisation der "Multilateralen"). Die HV war nur eine Veranstaltung. Viel wichtiger sind die Gespräche drumherum. Beste Grüsse! Lars
TeeKay Am: 09.10.2025 12:59:49 Gelesen: 1133 # 7
@ Lars Boettger [#6] Alfred kann sich nicht einfach in sein Auto setzen und nach Ulm fahren, wenn ein Problem seine Anwesenheit erfordert, Dieter Schaile dagegen sehr wohl. Wir brauchen also eine teure und lähmende Doppelstruktur aus Landesverbänden und Bundesverband, weil Herr Schaile nur in seiner Funktion als Landesverbandspräsident für die Messe/Ausstellung arbeiten kann, nicht aber in einer derzeit fiktiven Funktion als Landesverantwortlicher Südwest im BDPh? Wenn das der Stand des Denkens im BDPh ist, dann erklärt das die Reformlähmung.
DL8AAM Am: 09.10.2025 16:08:12 Gelesen: 1027 # 8
@ TeeKay [#7] Das deutsche Vereins-Verbandswesen ist grundsätzlich in dieser Form organisiert. So gut wie das gesamte organisierte Vereinwesen in der Bundesrepublik haben Landesverbände, die meisten - je nach Größe - zusätzlich auch noch Kreis- oder Bezirksebenen dazwischen geschaltet. Unser Verband hat sogar als unterste Überebene einen Stadtverband und da wir (fachverbandlich) dual organsiert sind, auch einen Unterkreis. Im Prinzip hat sich diese grundsätzliche Aufgabenteilung grundsätzlich auch sehr gut bewährt. Lokale Dinge regelt man am besten lokal und Regionales regional. Und der Bund macht, was des Bundes ist. Das einzige Problem, das hier auftreten könnte, ist wenn man die Aufgabenverteilung nicht sauber abgrenzt und definiert. Hier bei uns muss der Bund "allein" den überregionalen Rahmen schaffen bzw. den untergeordneten Instanzen "übergeordnete" Hilfen bieten und internationale Kontakte pflegen bzw. international aktive Mitglieder auf dem internationalen Parkett betreuen. Eine direkte Einzelmitgliederbespassung kann nicht durch einen Bundesdachverband geboten werden, dass kann nur lokal oder auch bedingt regional erfolgen. Ich war früher auch mal einer anderen Meinung, aber inzwischen habe ich komplett eingesehen, dass es für die grundsätzliche Dreigliederung Verein-Regionalverband-Dachverband keine sinnvolle Alternative gibt. Man könnte die Regionen konsolidieren, aber auch eine zu große Regionalinstanz wäre wieder ein Problem. Nein, auch nicht digital, außer vielleicht für Vereine (ARGEs o.ä.), die nicht lokal "in Person" aktiv sind. Das alles gilt zumindest solange die Mitgliederzahlen noch im mittleren vierstelligen Bereich liegen und sich diese Mitglieder (Menschen, wie Ortsvereine) breit in der Tiefe des Landes "vor Ort" verteilt befinden. Bliebe eine Verschlankung der Instanzen, nur müsste man dann entsprechende Ehrenamtliche finden, die das alles im vollen Umfang ausfüllen wollen und können. Hauptamtliche Profi-Teams können wir uns mit den paar Pfifferlingen aus den Beitragsanteilen nicht mal in Ansätzen leisten, vielleicht maximal mal einen Chefsekretär (m/w/d). Wenn wir jetzt aber die Mittelebene (mehr oder weniger ersatzlos) entfernen würden, bräche das gesamte System jetzt schon in sich zusammen (es sei denn ich bin in meinem verrauchten Gasthaus, an der Theke beim gemeinsamen Bierchen mit Kumpels, vollends zufrieden - was ja auch nichts Böses ist - nur bräuchte dann diese Gruppe nicht einmal einen Ortsverein e.V.) und nicht erst, wenn die Zahl irgendwann einmal tief unter 1000 fällt. ;-) Was wir eher brauchen, ist kein aktionistisches Schrauben an den grundlegenden Strukturen, was im Zweifelsfall sogar noch größere Probleme erzeugt, sondern neue, frische Interessenten für die Philatelie generell - ganz unabhängig davon, ob sich diese im Jetzt auch bereits organisieren. Hier müssen wir selbst Alle aktiv werden, nicht (nur) die "strukturellen Instanzen". Der Bund kann professionelle Werbung auf YouTube schalten, Du persönliche bei deinem Nachbarn. ;-) Wenn sich dann 1% der Hobbyisten mal organisieren, wäre das ein Erfolg. Ich persönlich sehe übrigens eine langfristige Basis von um die 5000 organisierten Aktiven bundesweit, auf keinen Fall etwas fünfstelliges. Die Inaktiven werden mittelfristig einfach aus der Statistik rausfallen und neue inaktive Karteileichen wird man - auch mit der besten Werbung - niemals mehr finden. ;-) Man muss also die Aktiven bündeln und wirklich Aktive brauchen eine gewisse verbindende Struktur, da kommt dann das gute, alte Verbandswesen ins Spiel. Beste Grüße Thomas
Lars Boettger Am: 09.10.2025 17:04:53 Gelesen: 983 # 9
@ TeeKay [#7] Sehe die Sache einmal durch die unternehmerischer Brille: Alfred: CEO Frank: CIO Ulli: CFO Kirsten: Chief Compliance Officer Konrad: Chief Risk Officer Keiner verlangt von einem CEO, dass er alles weiß oder organisiert. Dafür hat er die Abteilungen mit den jeweils Verantwortlichen (Landesverbände). Die Landesverbände kontrollieren im Verwaltungsrat den Bundesvorstand (Checks & Balances). Der Verwaltungsrat ist in Unternehmen in der Regel etwas konservativer als der Vorstand. Beides ist erst einmal nicht schlimm. Wir brauchen also eine teure und lähmende Doppelstruktur aus Landesverbänden und Bundesverband Grosse Unternehmen sind sich der Kosten wohl bewusst, die diese Strukturen mit sich bringen. Sie nehmen sie in Kauf, weil die Vorteile so viel mehr bringen, als sie kosten. Aus meiner Sicht ist der Bundesverband überhaupt nicht in der Lage einen Tauschtag zu organisieren. Weil er die Kontakte vor Ort einfach nicht hat. Das macht ein Vereinsvorsitzender im Schlaf, woran Alfred schon bei den Ansprechpartner scheitern würde. Das war auch an der Hoteltheke in Hamburg Thema... Dieter hat die Kontakte vor Ort in Ulm. Der LV-Vorstand unterstützt ihn dabei. Ohne LV Südwest, keine IBB Ulm mit zwei Ausstellungen pro Jahr, keine Börse, kein Treffpunkt für die ArGen, kein Jugendmalwettbewerb, kein zentraler Anlaufpunkt für internationale Sammler & Händler. Gilt in etwas abgeschwächter Form für die Börse in München. Ich teile die Sicht von DL8AAM [#8] voll und ganz. Beste Grüsse! Lars