Thema:
Altdeutschland Bayern Postablage Stempel
Am: 29.09.2025 08:24:23
Gelesen: 1125
# 1
Liebe Sammlerfreunde,
Da wir nun über Postablage-Stempel sprechen, passt es vielleicht gut, wenn ich die Frage stelle: Was ist eigentlich eine Postablage?
Ich bin nämlich Schwede, mit sehr geringen Kenntnissen der deutschen Sprache, und Google-Übersetzungen von Deutsch → Englisch → Schwedisch führen dazu, dass vieles „lost in translation“ geht.
Mit herzlichen Sammlergrüßen
Ola
Am: 29.09.2025 08:42:32
Gelesen: 1122
# 2
@ kreuzerzeit [#1]
Hallo Ola,
schön einen Schweden hier zu haben. :-)
Die Struktur der Königlich Bayerischen Postverwaltung war hinsichtlich der Dienststellen mit Dienst am Kunden gegliedert.
Um es einfach zu machen: Oben angesiedelt waren die Hauptexpeditionen am Sitz der Oberpostämter (München, Augsburg, Nürnberg usw.).
Danach kamen die Postverwaltungen und Postämter.
Danach die Postexpeditionen (das war die Masse).
Danach kamen die Postablagen.
Hauptexpeditionen hatten und konnten alles. Postverwaltungen vieles. Postexpeditionen auch das meiste. Postablagen konnten relativ wenig selbst bewerkstelligen und waren immer einer Postexpedition untergeordnet.
Die präzise Auflistung der bayerischen Postverwaltung und mit ihr verwandter Dienste wäre sehr umfangreich und würde sich gliedern in Briefpost, Fahrpost, Zeitungswesen, Telegraphie, Personen- und Warenverkehr, Eisenbahn, Materialverwaltung, Personalverwaltung, Botendienste, Güterexpeditionen, Güterbestätterien und und und. Das im Detail zu erklären würde 100 Seiten benötigen, eher mehr.
LG,
Ralph
Am: 29.09.2025 12:15:41
Gelesen: 1051
# 3
Vielen herzlichen Dank für deine Antwort, Ralph, jetzt verstehe ich besser.
Beifüge einen netten Brief mit Postablage-Stempel aus meiner Sammlung.
Mit herzlichen Sammlergrüßen
Ola
Mit herzlichen Sammlergrüßen
Ola
Am: 29.09.2025 13:58:04
Gelesen: 1008
# 4
@ kreuzerzeit [#3]
Hallo Ola,
sehr schön! Die Postablage (PA) Warmensteinach war der Postexpedition Weidenberg untergeordnet. Weidenberg versorgte die PA Warmensteinach mit allen notwendigen Formularen, mit Briefmarken (Freimarken und Portomarken), mit Druckerschwärze für das Stempelkissen, Vordrucken usw.
Die 3 Kreuzer Marke hatte der Absender also bei der Postablage gekauft und dort den Brief aufgegeben. Der Postablagen-Inhaber stempelte sie ab und übergab den Brief dem Landbriefträger, der 6 Mal in der Woche seine Tour im Umkreis der Postexpedition machte. Diese brachte den Brief am Ende seiner Tour dem Postexpeditor in Weidenberg, der den Brief mit seinem Halbkreis-Stempel versah. Danach schickte er ihn in Richtung des Zielortes.
Die Verbindung zwischen Postexpedition und einer PA war immer der Landbriefträger.
Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse,
Ralph
[Beiträge [#1] bis [#4]Redaktionell kopiert aus dem Thema "Altdeutschland Bayern: Schöne Belege"]