Gruss
Martin
Thema:
Österreich: Stumme Stempel auf Kreuzermarken
Am: 28.09.2025 15:27:30
Gelesen: 977
# 1
Aus Österreich gibt es einige Stempel ohne Ortsangaben und Datumsangaben. Von diesen stummen Stempeln sind einige relativ häufig aber keine Massenware, andere können zu den grossen Stempelseltenheiten gehören.
Ich zeige den stummen Mühlradstempel von Pest, der ein Ankunftsstempel ist. Dieser Stempel gehört zu den selteneren stummen Stempeln. Hier ist er leider mit einem Ortsstempel kombiniert. Als alleinige Entwertung ist er schöner, aber man muss auch einmal Abstriche machen.
Gruss
Martin
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Martin
Am: 28.09.2025 15:44:45
Gelesen: 970
# 2
@ Martin de Matin [#1]
Es ist natürlich kein Ankunftsstempel, weil er ja keinen dokumentarischen Wert (Ort, Datum, Uhrzeit usw.) hatte.
Es war ein bayerischer Mühlradstempel ohne Nummer, der im Juni 1850 der österreichischen Postverwaltung übergeben wurde, um zu entscheiden, welche Entwertungsformen man dort wählen konnte.
Da Österreich mehr als 999 Poststellen hatte, sich vierstellige Nummern aber kaum in den engen Kreis schneiden ließen, schied die Variante mit bis zu 3stelligen Nummern, wie es bei Bayern der Fall war, aus. Da er nicht gebraucht wurde, wurde er bald darauf nach Pest(h) geschickt und dort als Nachentwerter bei der eingenden Briefpost eingesetzt. Waren Marken auf Briefen gar nicht von der Aufgabe-, bzw. Transitpost entwertet worden, tat er gute Dienste; kamen Briefe dort an, die nicht mit optimal gestempelten Marken versehen waren, wie hier, schlug man ihn auf der ungestempelt gebliebenen Seite der Marke ab, um eine potentielle Wiederverwendung zu vereiteln.
Das Verhältnis alleiniger Entwertung zu gemischter Entwertung wie hier beträgt ca. 1 zu 20.
Am: 28.09.2025 16:55:51
Gelesen: 954
# 3
@ Martin de Matin [#1]
@ bayern klassisch [#2]
"Es ist natürlich kein Ankunftsstempel..."
Warum bezeichnet es Ferchenbauer in seinem Befund als Ankunftsstempel?
Rein technisch gesehen ist der Stempel am Ankunftspostamt aufgebracht worden, also ein Art von Ankunftsstempel; vielleicht nicht für manche Postgeschichtler.
"Da Österreich mehr als 999 Poststellen hatte, sich vierstellige Nummern aber kaum in den engen Kreis schneiden ließen..."
Die Preussen haben es aber geschafft.
"...die nicht mit optimal gestempelten Marken versehen waren, wie hier, schlug man ihn auf der ungestempelt gebliebenen Seite der Marke ab, um eine potentielle Wiederverwendung zu vereiteln."
Wenn man es wie bei der oben gezeigten Marke aus diesem Grund gemacht hat, dann hätte man es bei ca. jeden dritten Marke der Erstausgabe machen müssen.
"Das Verhältnis alleiniger Entwertung zu gemischter Entwertung wie hier beträgt ca. 1 zu 20."
Wenn man den stummen Stempel von Pest betrachtet, dann stellt man fest, das die meisten Stücke nur den stummen Stempel haben. Ich habe ca. 5 Stücke mit alleiniger Entwertung und nur dieses mit zwei Stempeln gesehen.
Gruss
Martin
"Da Österreich mehr als 999 Poststellen hatte, sich vierstellige Nummern aber kaum in den engen Kreis schneiden ließen..."
Die Preussen haben es aber geschafft.
"...die nicht mit optimal gestempelten Marken versehen waren, wie hier, schlug man ihn auf der ungestempelt gebliebenen Seite der Marke ab, um eine potentielle Wiederverwendung zu vereiteln."
Wenn man es wie bei der oben gezeigten Marke aus diesem Grund gemacht hat, dann hätte man es bei ca. jeden dritten Marke der Erstausgabe machen müssen.
"Das Verhältnis alleiniger Entwertung zu gemischter Entwertung wie hier beträgt ca. 1 zu 20."
Wenn man den stummen Stempel von Pest betrachtet, dann stellt man fest, das die meisten Stücke nur den stummen Stempel haben. Ich habe ca. 5 Stücke mit alleiniger Entwertung und nur dieses mit zwei Stempeln gesehen.
Gruss
Martin
Am: 28.09.2025 17:02:56
Gelesen: 951
# 4
@ Martin de Matin [#3]
Ein Ankunftsstempel dokumentiert die Ankunft eines Poststücks. 1850ff mit dokumentarischem Charakter.
Briefe nach Pesth dürften hinten also keine Stempel von Pesth zeigen, weil doch der Mühlradstempel der Ankunftsstempel war, oder? Ist das so?
1:20 ist meine Beobachtung seit 1985. Seit wann beobachtest du die Angebote mit diesen Stempeln?
Am: 28.09.2025 18:04:01
Gelesen: 920
# 5
@ bayern klassisch [#4]
"Briefe nach Pesth dürften hinten also keine Stempel von Pesth zeigen, weil doch der Mühlradstempel der Ankunftsstempel war, oder? Ist das so?"
Ich sage nicht, das die Briefe nach Pest keine Stempel mit Inschrift Pest tragen, sondern für mich, und scheinbar auch für Herrn Ferchenbauer, dieser ein andere Art von Ankunftsstempel (Stempel der am Ankunftsort angebracht wurde), da er am Ankunftsort verwendet wurde. Sehe ich das richtig, das Herr Ferchenbauer nach den vorherigen Beiträgen keine Ahnung bezüglich Ankunftsstempel hatte?
"1:20 ist meine Beobachtung seit 1985. Seit wann beobachtest du die Angebote mit diesen Stempeln?
Mitte der 1990-er habe ich besondere Stempel von Österreich betrachtet und sehr intensiv in den letzten 10 Jahren. Es stellt sich die Frage, ob es überhaupt viel mehr als 20 Marken mit diesem Stempel gibt. Auf die schnelle hab ich bei Jerger kein Stück mit diesem Stempel gesehen. Bitte einmal die Hinweise zu den angebotenen Stücken seit 1985 zeigen.
Gruss
Martin
Am: 05.10.2025 15:58:26
Gelesen: 767
# 6
@ bayern klassisch [#2]
"Es war ein bayerischer Mühlradstempel ohne Nummer, der im Juni 1850 der österreichischen Postverwaltung übergeben wurde, um zu entscheiden, welche Entwertungsformen man dort wählen konnte.
Da Österreich mehr als 999 Poststellen hatte, sich vierstellige Nummern aber kaum in den engen Kreis schneiden ließen, schied die Variante mit bis zu 3stelligen Nummern, wie es bei Bayern der Fall war, aus. Da er nicht gebraucht wurde, wurde er bald darauf nach Pest(h) geschickt und dort als Nachentwerter bei der eingenden Briefpost eingesetzt."
Warum hat der Mühlradstempel von Pest deutlich längere Mühlradschaufeln als alle umfangreiche Mühlradstempel von Bayern die mir zur Verfügung stehen?
Nun zu einem Weiteren stummen Stempel, dem Vierringstempel mit neun Punkte in der Mitte. Es gbt ihn mit weiten (Bild unten) und deutlich engeren Punktabstand. Dieser Stempel stammt aus Wien und wurde auf Ortsbriefen in Wien verwendet. Deswegen findet man ihnen relativ häufig auf 2 Kreuzermarke MiNr.2 (Gebühr für einfachen Ortsbrief); andere Wertstufen sind schon selten zu finden. Auf Auktionen beginnen die Zuschläge für den häufigeren weiten Punktabstand für lose Marken bei ca.50€ und für Briefe muss man mit mit 110€ mehr rechnen.
Gruss
Martin
Gruss
Martin
Am: 25.12.2025 17:43:12
Gelesen: 561
# 7
Zum 1.Weihnachtstag ein weiterer seltener Stempel, der von Potschatek stammt, dieser besteht aus 11 dünnen parallelen Kreisen besteht. Bei Müller wird er als Nummer 2221d aufgeführt. Der Stempel ist meist mit einem Einzeiler von Potschatek kombiniert. der Einzeiler geht in der Regel quer über den stummen Stempel. Diese Kombination bewertet Müller mit 1500 Punkten, ohne dem Einzeiler ist er mit 3000 Punkten bewertet. Laut einer Beschreibung von Los 7043 (Brief mit dreimal MiNr.1 mit stummen Stempel von Potschatek mit Zuschlag von 4600 CHF) von der Corinphilaauktion vom 2.6.2025 gibt es nur zwei Briefe mit diesem Stempel; der zweite Brief ist im Stempelhandbuch von Müller auf Seite H72 abgebildet.
Ich zeige eine MiNr.5 (Eckmangel unten links) mit diesem Stempel und einem Buchstaben ("P") des Einzeilers.
Gruss
Martin
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Martin