@ sentawau [#1]
Während die erste katapultgestützte Südatlantiküberquerung von Ost nach West ohne philatelistische Kennzeichnung blieb, wurden die Poststücke des Rückflugs mit einem Bestätigungsstempelstempel ausgezeichnet. Das war auch in Europa rechtzeitig bekannt. Mindestens ein deutscher Händler sorgte für „Belege“, die sehr gut geraten sind, zumal wenn sie auf der Vorderseite zusätzlich den Stuttgarter Sonder-Ankunftsstempel tragen, der bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal verwendet wurde (Abb. 1)

Sammler sind aber nicht Händlerpost angewiesen. Es gibt auch hinreichend viele private Briefe. Die geschäftstüchtige brasilianische Post ließ den gut gelungenen Bestätigungstempel in verschiedenen Farben abschlagen so dass es grüne, rote, violette und schwarze Stempel zu sammeln gibt. Meine Abbildung (2) zeigt einen eingeschriebenen Brief nach Paris, der bei der Zwischenlandung in Stuttgart den Ankunftsstempel auf der richtigen – hinteren - Seite erhielt.


Die neu eröffnete Luftpostverbindung nach Europa war schnell, aber auch teuer. Deshalb wurde für sie in ganz Südamerika Reklame gemacht, besonders unter den vielen deutschstämmigen Immigranten. Vor den großen Festtagen verteilten Lufthansa/Condor Grußpostkarten zum Versand in die Heimat. Die abgebildete Karte (Abb. 3, auch Hab. S. 37) wurde 1935 mit Neujahrswünschen von Argentinien nach Österreich geschickt. Das hohe Luftpostporto vermied der Absender allerdings und wählte den Versand per Schiff. Um das zu vermeiden, erhielten spätere Ausgaben auf der Adressseite das blaue Luftpostetikett aufgedruckt.

Den zweiten Anlass zur Verwendung eines zusätzlichen Sonderstempels bot die erstmalige Beförderung von Post aus Chile nach Europa am 10. Oktober 1935 (Hab. 413). Er wurde in rot und schwarz abgeschlagen. In Chile aufgegeben sind Briefe wie der abgebildete sind nicht häufig (Abb. 4).

Ein Brief aus Paraguay, am 5. Oktober aufgegeben, wurde dem Datum zufolge mit dem gleichen Erstflug befördert, erhielt den Stempel nicht. Deshalb wertet er nur die Hälfte, ist aber umso dekorativer (Abb. 5 )


Einen weiteren Anlass für einen besonderen Zusatzstempel bot der Flug am 10. Juni 1937 (Hab. 548). Er war der 250. Flug auf der Strecke Brasilien – Deutschland. Auch ihn gibt es in 5 Farben, ein Teil davon erhielt an 5 Flughäfen besondere Ankunftsstempel. Der abgebildete Brief erhielt am wahrscheinlichen Ankunftsort Berlin zwar keinen, trotzdem ist die Rückseite sehenswert (Abb.6).


Den letzten anlassbezogenen Zusatzstempel auf der West-Ostroute gab es am 26. Mai 1938 (Hab. 588) anlässlich ihrer Verlängerung ab Peru. Dieser Stempel (Abb. 7) scheint besonders selten zu sein, jedenfalls hatte ich in mehreren Jahren nur einmal Gelegenheit, ihn zu erwerben – und dazu noch ab Peru und nicht von einer Zwischenstation. Peru war bis dahin eine Domäne nordamerikanischer Fluggesellschaften.


Ich zeige zum Vergleich einen 1934 via New York beförderten (Abb.8).

Ich möchte noch anmerken, dass ich die Briefrückseiten nur da abgebildet habe, wo sie mir wesentlich erschienen.