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Absenderfreistempel aus dem Sudetenland und Olsagebiet 1938-1945

bernhard Am: 04.09.2025 15:12:27 Gelesen: 1499 # 1
Absenderfreistempel aus dem Sudetenland und Olsagebiet 1938-45 Gemäß dem Münchner Abkommen wurde das Sudetenland ab dem 1. Oktober 1938 besetzt und ins Deutsche Reich eingegliedert. Weitere Gebiete kamen nach dem Polenfeldzug ab 1. September 1939 hinzu (Olsagebiet). Daneben noch einige kleinere Gebiete. Es geht um alle früheren tschechoslowakischen Gebiete, welche ab 1938 in das Deutsche Reich eingegliedert wurden. Neben dem gebildeten Sudetengau, wurden auch einige Gebiete nach Bayern, in die Alpen- und Donau-Reichsgaue, Schlesien und nach Oberschlesien eingegliedert. In der damaligen Tschechoslowakei waren Absenderfreistempler ab 1926 zugelassen. Es wurden die Maschinen der Firma Francotyp verwendet. Folgende Maschinentypen standen im Einsatz: Francotyp A (incl. der ab 1937 neueren Version = Francotyp D), Francotyp B und Francotyp C mit zwei Versionen, nämlich mit dreistelligen- und vierstelligen Wertziffern. Des weiteren können letztere Maschinen auch nach dem Hersteller Anker-Werke, Bielefeld und BAFRA, Berlin unterschieden werden. Mit der Eingliederung in das Deutsche Reich 1938/39 waren dann auch die Postalia-Maschinen (Hersteller: Telefonbau und Normalzeit GmbH, Frankfurt/Main) zugelassen. Erkennungsmerkmal der ursprünglich tschechoslowakischen Freistempler sind die Wertziffern, welche sich aus großen und kleineren Zahlen zusammensetzte. Bereits gegen Ende 1938 kamen aber auch schon Maschinen mit den reichsdeutschen Wertziffern in dieses Gebiet. Bedingt durch ältere und neue Maschinen können hier verschiedene Typen unterschieden werden. Neben Aptierungen von tschechoslowakischen Wertrahmen, kam fast nur der Wertrahmen Reichsadler in Frakturschrift (nach Dürst/Eich E-5) zum Einsatz. Wesentlich seltener sind die Wertrahmen E-8 und E-9. Auch bei den Tagesstempeln gibt es einige Besonderheiten. Neben all diesen Besonderheiten sind aber allgemein jeder Verwender und die Verwendungs-Orte von Interesse. Ich bitte um zahlreiche Beteiligung! Reichenberg (Sudetenland) 1, Stiepel, 10.10.1940. Francotyp A mit tschechischen Wertziffern und hoher Zählziffer. In der Gauhauptstadt Reichenberg (Sudetenland) ist die größte Anzahl an Verwendern zu finden. Viele Grüße Bernhard
bernhard Am: 08.09.2025 14:37:15 Gelesen: 1410 # 2
Für die sudetendeutsche Postorte benötigte man z.T. neue Ortsnamen oder Zusatzbezeichnungen, zum einen um nicht mit gleichnamigen Orten im Altreich verwechselt zu werden, zum anderen um einen Anhaltspunkt zu haben wo sich der Postort überhaupt befindet. Als Beispiel die Stadt Asch: Hier wurde zunächst die deutsche Bezeichnung ASCH fortgeführt, dann mit Zusatzbezeichnung ASCH (EGERLAND), ab 1941 dann ASCH (WESTSUDETENL). Die Änderungen wurden nicht zwangsläufig bei jedem Verwender durchgeführt. Bei dem Verwender Karl Ihl & Co. wurde 1941 ein neuer Tagesstempel beschafft, da der alte offenbar beschädigt worden war. ASCH 1 ASCH (WESTSUDETENL) 1 Übrigens eine Francotyp C, 4-stellig, tschechische Wertziffern, ohne Zählziffer Viele Grüße Bernhard
bernhard Am: 16.09.2025 11:32:48 Gelesen: 1314 # 3
Hier ein Absenderfreistempler aus dem Olsagebiet. Freistadt (Oberschles), Jäckel's Eisenindustrie AG, 21.7.1944 Francotyp C - 4-stellig mit tschechischen Wertziffern und hoher Zählziffer. Viele Grüße Bernhard
bernhard Am: 25.09.2025 12:51:02 Gelesen: 1232 # 4
Viele Verkehrsämter im Sudetenland führten die Leitbezeichnung "über", welche in der Regel meist bei Poststellen I und Zweigpostämtern geführt werden. Doch können diese Leitbezeichnungen auch bei Poststellen II und Postämtern vorkommen. Nachfolgend ein Beispiel eines Postamtes. Eulau über Bodenbach, in den Ortsverzeichnissen durchgehend als Postamt geführt. Viele Grüße Bernhard
Nordluchs Am: 18.10.2025 08:45:26 Gelesen: 1150 # 5
@ bernhard [#4] Hallo Bernhard, ist Dir diese Archivkarte (Ausschnitt) bekannt? Maltheuer übr Brüx, danach Oberleutensdorf (11a) - Sudetenländische Treibstoffwerke AG War gerade auf der Suche nach etwas anderem. Gruß Hajo
bernhard Am: 18.10.2025 11:56:39 Gelesen: 1132 # 6
@ Nordluchs [#5] Hallo Hajo, danke für deinen Beitrag. Ja, die Archivkarte ist mir bekannt, befindet sich nämlich in meiner Sammlung. In einem anderen Thema habe ich auch schon den Ausschnitt davon gezeigt und nach Bedarfsverwendungen gefragt [1]. Viele Grüße Bernhard [1] Quelle: http://www.philaseiten.de https://www.philaseiten.de/thema/12533 https://www.philaseiten.de/beitrag/368848https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=368848
bernhard Am: 21.12.2025 20:49:27 Gelesen: 919 # 7
In den überwiegend von Sudetendeutschen bewohnten Gebieten waren die Tagesstempel der Freistempler zweisprachig ausgeführt, oben die tschechische und unten die deutsche Ortsbezeichnung. Bei der Umrüstung dieser Freistempler wurde in manchen Fällen der Tagesstempel in aptierter Form beibehalten, d.h. der tschechische Ortsname wurde entfernt, der deutsche blieb im unteren Teil erhalten. Voraussetzung war, dass zum einem der Tagesstempel noch gebrauchsfähig war und zum anderen der zu dieser Zeit geltenden Postortsbezeichnung entsprach. Aussig 1, Dürschmidt, vor und nach der Umrüstung. Der vorhandene Stückzähler wurde dabei ausgebaut. Eger 2, Premier, nach der Umrüstung Viele Grüße Bernhard
Nordluchs Am: 07.01.2026 08:45:53 Gelesen: 779 # 8
@ bernhard [#7] Hallo Bernhard, den folgenden Beleg gescannt. Reichenberg (Sudetenland) 3, Tuchgroßversand Adolf Elger Die Archivkarte in S/W (5.1.1940) ist in der FG-Datenbank enthalten. Das Klischee im gezeigten Beleg ist zwar auf der Karte enthalten, aber es fehlt dieser gelaufene Nachweis. Falls Kopie erwünscht bitte melden. Gruß Hajo
bernhard Am: 07.01.2026 13:35:10 Gelesen: 751 # 9
@ Nordluchs [#8] Hallo Hajo, solche gelaufenen Nachweise zur vorhandenen Archivkarte sind sehr wichtig, danke für's zeigen! Viele Grüße Bernhard