Briefmarken Atteste

Thema:

Österreich Belege aus der Ostmark (1938-1945)

Reini46 Am: 03.09.2025 15:36:36 Gelesen: 13512 # 1
Hallo. Der Umrechnungskurs Reichsmark zum Schilling betrug 1:1,5 und in der Verordnung zur Einführung der neuen Posttarife zum 4.4.1938 wurde für jede öst. Marke ein Wert in Pfennig festgesetzt. An diesen Wert mußten sich die Postbeamten halten, wenn sie Marken verkauften oder am Tagesende den Bestand an Marken wertmäßig erfassten. Es war die Einzelverrechnung vorgeschrieben und auch bei der Frankierung der Briefe hielten sich die Postler meist daran. Ich zeige dazu 2 Beispiele. Der Brief aus Wien vom 18.6.38 ist mit 8 Pfennig und 2x20 Groschen frankiert. Der Ortsbrief kostete 8 Pfennig und das Einschreiben bis 31.7.38 40 Groschen. Das sind zusammen 35 Pfennig. Die 20 Groschenmarke wertete 13 Pfennig, 2 Marken also 26 Pfennig + 8 pfennig ergibt 24 Pfennig. Dieser fehlende Pfennig wurde mit 1 Groschen zusätzlich bezahlt. Der schwere Luftpostbrief über 20 Gramm aus Wien nach London kostete 40 Pfennig, der Luftpostzuschlag je 20 Gramm 40g - 40 Groschen sind 27 Pfennig, 2x27 Pfennig = 54 Pfennig zuzüglich 40 Pf für en Brief ergibt gesamt 94 Pfennig. Frankiert ist der Brief mit 6x5 Groschen = 30 Groschen = 20 Pf +50 Pf +25 Pf + 1 Groschen ergibt zusammen 96 Pfennig. Wenn ich jedoch die Einzelverrechnung anwende dann ergeben 6 Fünf Groschenmarken Wert je Marke 3 Pfennig 18 Pfennig und das Porto stimmt wieder genau. Ich hoffe ich habe mich einigermassen verständlich ausgedrückt und stehe für Fragen zur Verfügung. Grüße Reini46
Reini46 Am: 07.09.2025 13:18:40 Gelesen: 13413 # 2
Hallo, Einige Worte zur Gültigkeit der Marken in der Ostmark. Die in Deutschland gültigen Postwertzeichen konnten ab 4.4.38 verwendet werden. Anläßlich der Anwesenheit des Führers in Graz am 3.4.38 wurden mit Verordnung vom 2.3.38 die Führerblockmarken schon für diesen Tag als gültig erklärt. Bei den öst. Marken ist es etwas komplizierter. Zusammenfassend gesagt : die bei den öst Postämtern vorrätigen Marken konnten weiter verwendet werden. Damit wurde das Gültigkeitsende der Ärtzteserie, das mit 30.6.38 festgesetzt war, aufgehoben. Die drei Dollfussmarken wurden mit Verfügung vom 6.April rückwirkend zum 15.3.38 für ungültig erklärt. In der Praxis wurden ungültige deutsche Marken fast nie beanstandet, offensichtlich hatten die öst. Postler hier keine detaillierten Informationen. Auch bei den öst. Marken sind Beanstandungen ungültiger Marken selten. Grüße Reini46
angim Am: 07.09.2025 19:22:04 Gelesen: 13399 # 3
@ Reini46 [#2] Hallo, manch ein Postbeamter hat bei der Verwendung von ungültigen Reichspostmarken sicherlich auch gerne ein Auge zugedrückt. Andere haben sich nicht getraut Beanstandungen vorzunehmen. Ich habe da schon ein paar ORF-Dokumentationen über den Anschluss gesehen. Der Anschluss wurde letztendlich innerhalb weniger Stunden bzw. Tage vollzogen. Viele Österreicher haben sich wie die Deutschen täuschen lassen. Letztendlich hat der Zweite Weltkrieg circa 75 Millionen Menschenleben gekostet. Viele Grüße Thomas
Reini46 Am: 09.09.2025 11:20:07 Gelesen: 13314 # 4
Hallo, ich komme nun zu den Postgebühren in der Ostmark. Bis zum 3,4,1938 galten die öst. Gebühren weiter. Ab 4.4.38 gab es neue Gebühren für Postkarten, Briefe Ausland und Briefe bis 500 Gramm Inland. Alle anderen Gebühren blieben gleich. Ab 1.8.38 wurden die meisten deutschen Gebühren übernommen, einige Ausnahmen gab es. Die deutschen Nachnahmegebühren galten erst ab 1.11.38. Die deutschen Gebühren für Pakete galten erst ab 1.10.38. Geschäftsantwortkarten, Erlagscheinporto wurden 1939 abgeschafft. Die halbe Rückscheingebühr für Ämter und Behörden galt bis Kriegsende. auch weitere kleine Eigenheiten, z.b. im Zahlungsverkehr wurden erst nach dem 31.7.38 angepasst. Der erste Brief vom 6.7.38 des Bezirksgerichts Feldkirch ist frankiert mit Portomarken in Höhe von 27 Groschen. Das deckt die Briefgebühr von 8 Pf sowie die halbe RS Gebühr von 15 Groschen ab. Der zweite Brief des Reichsstatthalters für Niederdonau vom 27.5.1942 ist mit 15 Pf frankiert. Das ist die halbe Rückscheingebühr, die Briefgebühr wurde laut Stempel im Ablöseverfahren entrichtet. Grüße Reini46
HWS-NRW Am: 09.09.2025 12:44:25 Gelesen: 13295 # 5
Hallo in die Runde. Aufgrund eines Erlasses vom 25.7.1944 wurden die Paketgebühren stak vereinfacht und nur noch zwischen einer Nahzone (= 1. Zone) und einer Fernzone (= 3. Zone) unterschieden. Selbstbucher-Paketsendung über 4 kg der Firma Osram in WIEN 87, versandt im August 1944 in der Fernzone über 75 km. mit Sammlergruß Werner
HWS-NRW Am: 09.09.2025 17:49:31 Gelesen: 13266 # 6
Hallo am Abend. Bei diesem Paket irrte sich der Auftraggeber beim Berechnen des Portos. Das Porto für dieses 9 kg-schwere Paket hätte mit Ziel LIENZ (Tirol) eigentlich 220 Rpf (in der 5. Zone über 750 km) kosten müssen, hier irrte sich der Auftraggeber in WIEN, er verwechselte den Zielort wohl mit der Stadt LINZ, hier wäre das Porto von 140 Rpf (3. Zone) in Ordnung gewesen, dazu kam noch die Zustellgebühr von 15 Rpf, bei der Aufgabe im Postamt bemerkte auch der Postbedienstete den Fehler nicht und so ging das Paket in den Postbetrieb. mit Sammlergruß Werner
Stefan Am: 09.09.2025 18:00:51 Gelesen: 13262 # 7
@ HWS-NRW [#6] Das Porto für dieses 9 kg-schwere Paket hätte mit Ziel LIENZ (Tirol) eigentlich 220 Rpf (in der 5. Zone über 750 km) kosten müssen, [...] Welches Lienz in Tirol meinst du um auf eine Entfernung >750 km zu kommen? Ich hatte nicht angenommen, dass sich Österreich von Ost nach West derart in die Länge zieht. ;-) Gruß Stefan
Araneus Am: 10.09.2025 14:20:24 Gelesen: 13194 # 8
@ HWS-NRW [#6] @ Stefan [#7] Die Entfernung von Wien nach Lienz beträgt (Luftlinie) 303 Kilometer, es gilt also die dritte Entfernungszone. Der Irrtum liegt hier nicht beim Absender und nicht beim Postbediensteten. Schöne Grüße Franz-Josef
HWS-NRW Am: 10.09.2025 17:10:29 Gelesen: 13169 # 9
@ Araneus [#8] Hallo Franz-Josef, ich habe mich da auf die Angabe von Google-Maps verlassen, man darf nicht alles glauben und ja, jetzt passt die Gebühr optimal. Danke Werner
Reini46 Am: 10.09.2025 17:54:22 Gelesen: 13159 # 10
Hallo, Weil wir gerade bei den Paketkarten sind - eine sehr seltene Frankatur aus der Ostmark. Bis zum 31.10.38 galt die alte öst. Nachnahmegebühr weiter. Diese setzte sich zusammen aus der festen Gebühr von 20 Groschen = 13 Pf und einer variablen Gebühr von 5 Groschen je 10 Schilling Nachnahme. Ab 1.10.1938 wurde die deutsche Paketgebühr in der Ostmark eingeführt. Nachnahmepakete im Oktober 1938 unterliegen also 2 Tarifen - der öst NN Gebühr und der deutschen Paketgebühr. Paketkarte für ein Paket im Gewicht von 11,3 Kg von Bregenz nach Bad Klein Kirchheim = 3. Entfernungszone. Die deutsche Paketgebühr betrug 2 Reichsmark die feste NN Gebühr 13 Pfennig. Der Wert des Paketes betrug 83 Rm = 124,5 Schilling je 10 Schilling NN 5 Groschen ergibt 65 Groschen = 44 Pf variable Nachnahme. Zusammen betrug die Paket + NN Gebühr 2,57 Reichsmark und die sind auch genau verklebt. Wie gesagt - eine seltene Frankatur. Wenn man sie findet, kostet sie maximal nur einige Euros, weil der Verkäufer die Seltenheit sicher nicht kennt. Grüße Reini46
Reini46 Am: 15.09.2025 18:27:55 Gelesen: 13052 # 11
Hallo, wie schon geschrieben - mit 4.4.1938 wurden nur die Postgebühren für Briefe und Postkarten geändert, alle anderen Gebühren blieben gleich. Bei der Bedarfspost ist die häufigste Form der Frankierung die Mischfrankatur zwischen deutschen und öst. Marken, Briefgebühr mit deutschen Marken, andere Gebühren mit öst. Marken. Da hatten die Postler die geringste Arbeit dabei. Brief vom 5.6.38 an Minister Hubert Klausner. Dieser war auch zuständig für die Arisierung und Enteignung der jüd. Bevölkerung. Ortsbrief 8 Pf Einschreiben 40 Groschen Brief 2. Gew. St. 24 Pf Einschreiben 40 Groschen - Brief von Wels nach Bad Ischl Grüße Reini46
HWS-NRW Am: 15.09.2025 19:19:00 Gelesen: 13033 # 12
Hallo am Abend. Aus dem angegliederten Österreich zwei weitere Belege. Für verschieden schwere Pakete wurde in KLAGENFURT im März und August 1944 der AFS in den Portostufen zu 70 und 75 Rpf der "Allgemeinen Ortskrankenkasse für Kärnten" verwendet. mit Sammlergruß Werner
Reini46 Am: 15.09.2025 22:16:09 Gelesen: 12999 # 13
@ HWS-NRW [#12] Hallo Werner, wäre interessant was in den Paketen war ? Ich tippe auf Formulare. Grß Reini46
Reini46 Am: 18.09.2025 10:40:37 Gelesen: 12916 # 14
Hallo, Zwei ähnliche Briefe allerdings mit Hindenburg Marken. Brief vom 6.7.38 aus Graz. Gebühr für den Ortsbrief 8 Pf Einschreiben 40 Groschen (27 Pf) Brief vom 23.4.38 von Wien nach Böblingen. Brief 12 Pf Einschreiben 27 Pf Grüße Reini46
HWS-NRW Am: 18.09.2025 18:43:28 Gelesen: 12886 # 15
Hallo am Abend. Eine weitere Paketsendung ging von der Hauptstadt WIEN aus in Richtung Poppitz, interessant der Hinweis "postlagernd", eine Gebühr dafür wurde aber nicht erhoben, da die Sendung zeitnah zugestellt werden konnte. Was der gedruckte Hinweistext "Frei veräussern" bedeutet, kann ich nicht nachvollziehen. mit Sammlergruß Werner
Reini46 Am: 18.09.2025 19:17:44 Gelesen: 12880 # 16
@ HWS-NRW [#15] Hallo Werner, wenn das Paket nicht angenommen wird oder nicht zustellbar ist, soll er Inhalt veräussert werden. Dies macht man insbesondere dann, wenn der Inhalt aus Lebensmitteln besteht. Grüße Reini46
HWS-NRW Am: 18.09.2025 22:18:40 Gelesen: 12856 # 17
@ Reini46 [#16] Hallo Reini, Danke für Deinen Hinweis, den ich gleich in meinen Text zu dem Beleg eingefügt habe. Zu Deinen beiden inzwischen verschobenen Belegen nur soviel, es müsste sich hier m.W. schon um die Porto-Entrichtung in österr. Schilling handeln. mit Sammlergruß Werner
Reini46 Am: 23.09.2025 10:05:03 Gelesen: 12748 # 18
Hallo, Zwei Briefe eingeschrieben nur mit öst. Marken Ortsbrief Wien 6.4.38 Brief 8 Pf Einschreiben 27 Pf ( 40 Groschen ) Brief vom 18.6.38 von Weitra nach St. Pölten Brief 12 Pf Einschreiben 40 Groschen Diese Variante von Mischtarifen nur mit öst. Marken ist nicht so häufig. Grüße Reini46
Reini46 Am: 26.09.2025 11:06:59 Gelesen: 12674 # 19
Hallo, Postkarte vom 30.5.1938 von Leoben nach Haus im Ennstal. Die Einschreibegebühr von 40 Groschen wurde durch eine öst. Marke entrichtet. Posrkarte vom 20.7.1938 von Feistritz nach Klagenfurt. Hier wurde die Einschreibegebühr von 40 Groschen durch deutsche Marken abgegolten. Diese Variante ist seltener und kommt meist gegen Ende des öst. Einschreibetarifs ( 31.7.38 ) vor. Grüße Reini46
Reini46 Am: 01.10.2025 14:46:06 Gelesen: 12595 # 20
Hallo, Zwei Rückscheinbriefe aus der Periode 4.4.38 bis 31.7.38 Brief vom 10.6.1938 aus Wien mit rein deutscher Frankatur - Brief 12 Pf Einschreiben 27 Pf (40 Groschen) Rückschein 20 Pf (30 Groschen) = 59 Pf Brief aus Villach mit österreichischer Frankatur - Brief 12 Pf (18 Groschen) Einschreiben 40 Groschen Rückschein 30 Groschen = 88 Groschen. Grüße Reini46
Reini46 Am: 17.10.2025 17:09:05 Gelesen: 12414 # 21
Hallo, Karte vom 25.6.38 von Langenlois nach Wien, Karte 6 Pf Zustellung durch Eilboten 30 Groschen. Instradierung 89 = Rohrpoststation Hietzing Expressbrief aus Innsbruck vom 15.6.38 nach Hamburg. Brief 12 Pf Expressgebühr 30 Groschen = 20 Pfennig Grüße Reini46 [Redaktionelle Ergänzung: Bedeutung Instradierung: Im Postwesen und in der Philatelie: Bei der historischen Postbeförderung war die Instradierung die Wahl der Postroute, über die einzelne Briefe oder Postpakete von der Aufgabe- zur Abgabestelle transportiert wurden. Solche Wege werden heute oft als Leitwege bezeichnet. (Google-KI)
Reini46 Am: 19.10.2025 16:43:19 Gelesen: 12326 # 22
Hallo, Auch die Gebühren für Drucksachen, Geschäftspapaiere, Muster ohne Wert und Mischsendungen blieben bis 31.7.38 unverändert. Die Inlandsdrucksache bis 10 Gramm kostete 3 Groschen. In dieser Drucksache vom 12.7.38 bietet der Obst,- und Gartenbauverein Gmunden Kristallzucker seinen Mitgliedern offenbar günstig an. Das Porto von 3 Groschen wird durch 2 Pfennig verklebt. Grüße Reini46
Stefan Am: 28.10.2025 09:47:53 Gelesen: 12257 # 23
Briefmarkenmessen sind immer mal wieder für ein kleines Überraschungsei gut, so auch die diesjährige Messe in Ulm. Manche Dinge sieht man vermutlich nicht so häufig wie das nachfolgende Beispiel: Sendung vom 07.06.1938 aus Linz nach Aschaffenburg Frankiert wurden 18 Groschen als Absenderfreistempel der "Österreichische Brau A.G. Linz", dito eine österreichische Briefmarke zu 6 Groschen (gesamt 24 Groschen = 16 Pfg.) sowie eine deutsche Briefmarke (Hindenburg) zu 8 Pfg. Umgerechnet ergäbe dies ein Porto in Höhe von 24 Pfg. und entspräche damit einer Sendung im Fernverkehr mit einem Gewicht von 21-100 g. Die österreichischen Briefmarken waren bis zum 31.10.1938 gültig gewesen, vermutlich ebenfalls die noch mit österreichischen Schilling aufgeladenen Absenderfreistempelmaschinen. Derartige Belege mit einer Mischfrankatur bestehend aus Briefmarke und Absenderfreistempel bzw. Postfreistempel, welche für "Puristen" nicht Fisch, nicht Fleisch sein mögen, nehme ich besonders gern in die Sammlungen auf - speziell, wenn diese augenscheinlich dem Bedarf entspringen und nicht philatelistisch beeinflusst wurden. Gruß Stefan
Reini46 Am: 28.10.2025 14:45:28 Gelesen: 12226 # 24
@ Stefan [#23] Hallo Stefan, gratuliere zu diesem seltenen Beleg. Auch ich habe in Ulm für meine Sammlung etwas gefunden. Da mit der Änderung der Gebühren für Briefe und Postkarten mit 4.4.38 die Verwendung der österreichischen Ganzsachen in der Ostmark ohne Zusatzfrankaturen sinnvoll nicht mehr möglich war, mußten die Postämter die Postkarten und Kartenbriefe bis zum 30.4.38 an das Wertzeichenlager abführen. Nicht betroffen ( vergessen ? ) waren die Luftpostumschläge. Das ist auch der Grund dafür, dass der Umschlag zu 40 Groschen in der Ostmark relativ häufg ist. Mit 31.10.38 verloren die österreichischen Ganzsachen ihre Gültigkeit. Dieser Umschlag wurde von der Firma Montan Union A.G. in Wien am 31.10.38 an die Montan Union Ges.m.b.H. in Berlin geschickt. Das Porto hätte 17 Pfennig betragen, die Ganzsache wertete 23 Pfennig, also ist der Brief um 6 Pfennig überfrankiert. Ich denke die Montan Union wollte vor dem 31. Oktober diesen Umschlag noch verwenden und nahm den Verlust von 6 Pfennig in Kauf. Grüße Reini46
Reini46 Am: 29.10.2025 17:22:54 Gelesen: 12164 # 25
Hallo, Zwei Expressbelege in die CSR Brief aus Wien vom 4.4.38 nach Brünn. Briefporto begünstigt 20 Pfennig Expressgebühr 120 Groschen. Brief aus Wien vom 27.7.38 nach Mährisch Ostrau. Briefporto begünstigt 20 Pfennig Expressgebühr 80 Pfennig = 120 Groschen. Dieser Brief wurde mit der Rohrpost befördert. Grüße Reini46
Stefan Am: 30.10.2025 12:54:06 Gelesen: 12111 # 26
Nach dem "Anschluss" Österreichs per 13.03.1938 blieben die österreichsichen Nachportomarken noch einige Zeit lang in Gebrauch (bis 31.10.1938). So erklärt sich, dass auch Sendungen innerhalb des Deutschen Reiches mit Nachportobriefmarken beklebt vorkommen können. Postkarte aus Schieder (Lippe) vom 14.07.1939 nach Eisenerz (Steiermark) Die Postkarte wurde mit zwei Briefmarken für zusammen 6 Rpf. beklebt. Ich nehme an (ohne an dieser Stelle die nnoch nicht gänzlich außer Kurs gesetzte österreichische Postordnung zu kennen), dass hier 10 Groschen Nachporto als Postlagergebühr zustande kamen, da die Karte mit "Postlagernd" gekennzeichnet ist. Auch im nachfolgenden Fall handelt es sich um eine Sendung, deklariert als "Postlagernd" und beklebt mit einer Nachportbriefmarke zu 10 Groschen: Brief aus Leipzig vom 18.07.1938 nach Melk (Donau) Gruß Stefan
Reini46 Am: 30.10.2025 13:17:38 Gelesen: 12107 # 27
@ Stefan [#26] Hallo Stefan, ich habe für mich eine Zeittafel erstellt, sie ist vielleicht auch eine Hilfe für Dich. Eine kleine Korrektur - die österreichischen Nachmarken blieben nur bis zum 31.7.38 in Verwendung. Grüße Reini46
Stefan Am: 30.10.2025 20:36:24 Gelesen: 12081 # 28
@ Reini46 [#27] Danke für den Korrekturhinweis zu den Nachportomarken und für die Auflistung der Daten. :-) Nachfolgend zwei Postfreistempel der Österreichischen Post, umgerüstet mit neuen Wertrahmen in Reichspfennig: Sendung vom 24.11.1939 aus Wien 1 nach Amberg in der Oberpfalz, Porto zu 5 Pf. Sendung vom 12.12.1938 aus Wien 8 nach Jena, Ducksachenporto zu 4 Pf. für eine Sendung bis 50 g Gruß Stefan
Reini46 Am: 31.10.2025 11:24:50 Gelesen: 12049 # 29
Hallo, zwei Belege mit österreichischen Nachmarken Eine Postkarte vom 23.4.38 über amtlichen Auftrag, die eine Geburtsanzeige zum Inhalt hat. Die Kartengebühr von 6 Pfennig wurde durch 2 Portomarken und einer Freimarke zu 3 Groschen abgegolten. Grund dafür war der Mangel an entsprechenden Nachmarken. Brief des Pfarramtes Feldkirchen bei Graz vom 8.6.38 an die Gemeindevorstehung in Steinach bei Gröbming. In Steinach war ebenfalls ein Mangel an Portomarken, so wurde eine 4 Pfennig Hindenburgmarke aushilfsweise als Portomarke verwendet. Briefgebühr 12 Pfennig, die österreichische Portomarke von 12 Groschen wertete 8 Pfennig zusammen ergab das mit der 4 Pfennig Hindenburg das Briefporto das vom Empfänger zu bezahlen war. Reini46
Stefan Am: 02.11.2025 16:35:47 Gelesen: 11935 # 30
Kurz vor Toresschluss (d.h. Beendigung der NS-Diktatur in Österreich & Ende des zweiten Weltkrieges) wurde am 06.04.1945 die nachfolgende Zahlkarte im Postamt Amstetten (Niederdonau) 2 abgegeben: Zur verklebten Gebühr in Höhe von 10 Rpf. kann ich nichts sagen. Ich nehme an, dass der Einzahlungsbetrag in Höhe von 2,86 RM für ein Abo der Zeitschrift "Der Stürmer" aus Nürnberg gedacht war, welche nach [1] ihr Erscheinen einige Wochen zuvor am 22.02.1945 einstellte. Gruß Stefan [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Der_St%C3%BCrmer
Reini46 Am: 03.11.2025 10:55:50 Gelesen: 11898 # 31
@ Stefan [#30] Hallo Stefan, bis zu einem Betrag von RM 10,- betrug die Gebühr für die Zahlungsanweisung 10 Pfennig. Ich muß nachschauen, ob ich überhaupt eine derartige Zahlungsanweisung aus der Ostmark besitze. Grüße Reini46
Stefan Am: 05.11.2025 19:06:13 Gelesen: 11773 # 32
@ Reini46 [#31] bis zu einem Betrag von RM 10,- betrug die Gebühr für die Zahlungsanweisung 10 Pfennig. Danke für die Info! Die beiden nachfolgenden Belege hatte ich auf der Briefmarkenmesse in Ulm in einer Grabbelkiste gefunden ... ... und aufgrund der Gestaltung des Datumsteils angenommen, dass es sich um aptierte Freistempelmaschinen handelt (d.h. neuer Wertrahmen u.a. in der Währung Reichspfennig) und nur deshalb erworben. Wenn ich mir allerdings bei näherer Betrachtung die beiden Absender NSDAP-Kreisleitung I (Wien) (links) und NSDAP Gauleitung Wien / Amt für Volkswohlfahrt als Absenderangabe (rechts) ansehe, dann frage ich mich, ob es sich tatsächlich um Maschinen mit aptierten Wertrahmen handelt. Ich nehme nicht an, dass diese beiden Organisationen bereits vor dem Einmarsch der Wehrmacht in Österreich existierten. Wenn dann müssten diese recht zeitnah nach dem "Anschluss" (Besetzung 13.03.1938) gegründet worden sein und man griff damals auf noch verfügbare Freistempelmaschinen zurück, welche für den österreichischen Markt produziert worden waren. Oder gibt es eine andere Erklärung? Gruß Stefan
Reini46 Am: 07.11.2025 14:27:25 Gelesen: 11726 # 33
Hallo, Sofort nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Österreich begann die Verfolgung von Regimegegnern und Juden. Der Brief dieses 13-jährigen Mädchens zeigt in bedrückender Weise dass die letzteren versuchten, den vorhersehbaren Progromen zu entkommen. Reini46
Reini46 Am: 10.11.2025 18:10:39 Gelesen: 11621 # 34
Hallo, Auch als Folge der Novemberprogrome versuchten viele Juden - aber auch andere vom Nazi Regime Verfolgte - ihre Kinder ins Ausland in Sicherheit zu bringen. Die Kinder, die auf diese Weise Österreich verlassen mußten, sahen oft ihre Eltern nie wieder. Unter anderen war auch die Caritas Helferin bei den Kindertransporten. Der Text dieser Karte muss nicht erläutert werden. Karte vom 23.12.38 nach London 15 Pf Luftpost 10 Pf Einschreiben 30 Pf Express 50 Pf.
evwezel Am: 11.11.2025 06:58:56 Gelesen: 11575 # 35
@ Reini46 [#33] Hallo Reini46, weißt Du vielleicht auch, ob die Familie Reich den Krieg überlebt hat? Im Adressbuch von Wien (1939) wird Wilhelm Reich, wohnhaft unter der Adresse “Laudong(asse)”, noch erwähnt. Viele Grüße Emiel
Reini46 Am: 11.11.2025 10:10:07 Gelesen: 11547 # 36
Hallo Emiel, in der Opferdatenbank habe ich keinen Hinweis gefunden, daß die Familie Reich ermordet wurde. Ich gehe also davon aus, daß sie überlebte. Grüße Reini46
evwezel Am: 11.11.2025 22:50:00 Gelesen: 11498 # 37
@ Reini46 [#36] Hallo Reini, diese Datenbank habe ich auch gesehen. Im Adressbuch von 1940 wird Kaufmann “Wilhelm Reich” übrigens nicht mehr aufgelistet. Deshalb vermute ich, dass die Familie irgendwann zwischen 1939 und 1940 ausgewandert ist. Informationen darüber sind leider nicht online erhältlich (ich konnte sie jedenfalls nicht finden). In diesem Zusammenhang ist die folgende Anzeige auffallend (Illustrierte Kronen Zeitung, 29 Oktober 1939): “Florianigasse 58” war die Wohnadresse der Großmutter. Felicitas schreibt, dass “The business of my parents is a very old one, (…) and it has a very good reputation over the whole world.” Wenn diese Aussage stimmt, hätte ich eigentlich erwartet, dass der Name “Wilhelm Reich” sich ziemlich einfach in der Zeitung finden lässt [https://anno.onb.ac.at/ ]. Das ist nicht der Fall. Das Schicksal der Familie Reich bleibt vorläufig ein Mysterium. Viele Grüße Emiel
Reini46 Am: 16.11.2025 12:42:30 Gelesen: 11275 # 38
Hallo, Brief von Anna Glaser Wien 19.8.41 an ihren Sohn Otto Glaser in Dublin. Deutsche Zensur München, britische Zensur und irische Zensur. Der Brief ging über Lissabon 31.8.41 kein Ankunftsstempel Dublin. Der Vater von Otto - er hieß ebenfalls Otto - war Minister unter Schuschnigg und wurde sofort nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht verhaftet und ins KZ Dachau eingeliefert. Die Mutter die Angst um das Leben ihres 13 jährigen Sohnes hatte, konnte Otto mit Hilfe einer katholischen Organisation (Caritas ?) nach Irland bringen lassen. Der Vater überlebte das KZ und der Sohn wurde in Irland ein bekannter Mann. Bei Wikipedia habe ich einen Artikel über Otto Glaser gefunden. Die ist mein einziger Beleg der das Schicksal eines dieser Kinder beschreibt. Grüße Reini46
Jürgen Witkowski Am: 30.11.2025 17:42:12 Gelesen: 10984 # 39
Die Auslandsdrucksache von Graz nach St. Gallen in der Schweiz wurde irrtümlich nur mit 4 Rpf freigemacht, wie am Postfreistempel vom 31.12.38 zu sehen ist. Daher wurde am 2.1.39 noch eine 1 Pf Marke aus der Hindenburg-Dauerserie nachfrankiert. Beim Postfreistempel handelt es sich um den Typ D-68 217A nach Dürst/Eich. Er stammt von einer umgerüsteten Francotyp A Maschine. Mit besten Sammlergrüßen Jürgen
Reini46 Am: 06.12.2025 16:56:28 Gelesen: 10864 # 40
Hallo, Brief vom 7.6.38 von Wien nach Australien. Absender war Dr. Herbert Michael Bachrach aus Wien 6 Gumpemdorferstrasse 9. An diesem Haus befindet sich eine Tafel, die an die Ermordung von Dr. Bachrachs Eltern in Ausschwitz erinnert. Herbert Bachrach ist die Flucht aus Österreich gelungen, er nannte sich später Dr. Herbert Michael Barker. Auf diesem Brief wurde die Freimarke zu 3 Reichsmark Bauwerke Mi 366 verwendet, wobei die Fachliteratur die Meinung vertritt, daß diese Marke an den österreichischen Postschaltern nicht erhältlich war. Ich teile diese Meinung nicht. Brief über 20 Gramm 40 Pfennig = 61 Groschen ( Einzelverrechnung ) Einschreiben 70 Groschen Flupostzuschlag je 5 Gramm 130 Groschen = für 35 Gramm 910 Groschen ergibt insgesamt 10 Schilling 41 Groschen und das ist auch geklebt. Die Verwendung der Mi 364 - 367 in Österreich ist selten. Grüße Reini46
achim11-76 Am: 09.12.2025 16:47:39 Gelesen: 10753 # 41
Woher weisst du, dass es grade dieser Absender war? Die Rückseite ist unbeschriftet. Vorne steht auch kein Absender drauf.
Reini46 Am: 09.12.2025 17:49:29 Gelesen: 10740 # 42
Hallo Achim, Da ist beim scannen die Anschrift des Absenders verloren gegangen. Ich nutze die Gelegenheit und zeige einen Brief nach Mombasa. Brief 25 Pf Einschreiben 70 Groschen Luftpostzuschlag 4x70 Groschen = 280 Groschen Grüße Reini46
Reini46 Am: 14.12.2025 11:51:44 Gelesen: 10648 # 43
Hallo, Karte vom 23.2.1939 von Wien nach Bouloyne zum Schiff Highland Monarch an Otto Herschmann. Otto Herschmann geboren 4.1.1877 gewann bei den Olympischen Spielen 1896 Silber im 100 Meter Freistilschwimmen. Im Jahr 1912 trat er bei der Olympiade wieder an und gewann mit der österreichischen Mannschaft Silber im Säbelfechten. Er war Präsident des österreichischen olympischen Komitees. Da Otto Herschmann Jude war wurde er von den Nazis verfolgt und starb 1942 im Durchgangslager Izbica auf dem Transport nach Sobibor. In Wien Simmering ist eine Strasse nach ihm benannt. Offensichtlich hat Otto Herschmann die Flucht im Jahr 1939 nicht geschafft. Die Briefschreiberin wünscht ihm viel Glück für sein neues Leben in Buenos Aires. Hat er auf diesem Schiff keinen Platz erhalten ? Oder gab es einen zweiten Otto Herschmann, der ebenfalls von den Nazis verfolgt wurde und nach Argentinien flüchtete ? Karte 15 Pf Luftpostzuschlag 10 Pf. Grüße Reini46
cilderich Am: 15.12.2025 18:18:44 Gelesen: 10558 # 44
Servus Reinhard, ich denke diese Karte, die sehr interessant ist mit ihrer Weiterleitung, betraf nicht den Olympioniken. Der Name Otto Herschmann aus Wien und auch aus Österreich ist häufig belegt allein für Verfolgte und Verhaftete. Einige, mit gleichem Namen haben vermutlich die Flucht geschafft. Herzliche Grüße Johannes
Nordluchs Am: 18.12.2025 08:43:52 Gelesen: 10465 # 45
Hallo, ein kleiner Beitrag für diese Rubrik. Freigemacht mit einer Francotyp C ging der Brief nach Hamburg. Wien 1, Girovereinigung der Sparkassen Wien 1 Gruß Hajo
becker04 Am: 25.12.2025 12:09:54 Gelesen: 10242 # 46
Hallo zusammen, von mir ein Eilbrief aus Neuhaus am Klausenbach nach Wien vom 17.5.1938, Frankatur je 2 mal 6 Pfg. und 24 Gr. Die Empfängeradresse wurde - von wem auch immer - leider überklebt. Auf der Rückseite die Ankunft in Wien am nächsten Tag und ein Stück wurde der Brief wohl noch mit der Rohrpost befördert. MfG Klaus
Reini46 Am: 26.12.2025 15:15:00 Gelesen: 10196 # 47
Hallo Klaus, Brief über 20 Gramm 24 Pfennig Expressgebühr 30 Groschen = 20 Pfennig Das Porto passt genau. Grüße Reini46
Reini46 Am: 28.12.2025 10:11:24 Gelesen: 10048 # 48
Hallo, An anderer Stelle habe ich schon geschrieben, daß bei Luftpostbriefen aus Österreich in die Vereinigten Staaten für die US Luftpostgebühr auch US Marken verwendet werden durften. Ein derartiges Beispiel zeige ich hier. Brief vom 18.7.38 aus Wien nach London in New Hampshire. Rückseitig der Durchgangsstempel von London GB 20 JLY. Absenderin war wohl eine Urlauberin aus den USA, darauf deutet die Absenderangabe hin. Briefgebühr 25 Pf Luftpost bis London GB 40 Groschen Luftpost USA 6 Cents. Die US Marke wurde sowohl in Österreich als auch in den USA nicht entwertet. In Österreich war das vorgeschrieben. Wir finden hier Marken von 3 Ländern auf einem Bedarfsbrief. Grüße Reini46
Reini46 Am: 04.01.2026 10:23:52 Gelesen: 9883 # 49
Hallo, ein einfacher Brief aus Wien vom 19.4.38 in die USA. Briefporto 25 Pfennig Luftpostzuschlag 35 Groschen (für die Flugpost in den USA). Rohrpostbeförderung Reini46
Briefuhu Am: 13.01.2026 07:26:27 Gelesen: 9840 # 50
Drucksache vom 6.7.38 von Wien nach Hagen in Westfalen. Die Drucksache wurde unten mit einem Maschinenstempel von Wien versehen. Die oben angebrachte österreichische Marke Michel Nr. 568, 3 Groschen wurde am 07.07.1938 in Nürnberg nachträglich entwertet. Absender war die Zeitschrift "Der Luftschutz", Empfänger Meyer-Hagen Feuerwehren-Geräte. Schönen Gruß Sepp [Auf Wunsch eines Mitglieds redaktionell kopiert aus dem Thema "Stempel "Nachträglich entwertet" auf ausländischen Briefmarken"]
Reini46 Am: 28.01.2026 17:07:17 Gelesen: 9604 # 51
Hallo, in der Ostmark gab es einige Besonderheiten bei gewissen Frankaturen. Das Erlagscheinporto - früher Krankenkassenporto genannt - war eine dieser eigenartigen Frankaturen. Aus der gezeigten Verordnung ist ersichtlich, daß Erlagscheine, soweit sie auf der Rückseite Erläuterungen zu den Rechnungen enthielten, mit dem Sonderporto Postkarte + Drucksache frankiert werden mußten. Der 1. Erlagschein der Landwirtschaftskrankenkasse Wien vom 21.7.38 ist innerhalb Wiens gelaufen. Ortspostkarte 5 Pfennig + Drucksache 3 Groschen = 2 Pfennig ergibt die Frankatuer von 7 Pfennig. Der 2. Erlagschein aus Bregenz vom 24.5.38 ging nach Lingenau in Vorarlberg. Fernpostkarte 6 Pfennig + Drucksache 2 Pfennig ergibt das Porto von 8 Pfennig. Belege dieser Art sind selten. Grüße Reini46
HWS-NRW Am: 28.01.2026 17:27:47 Gelesen: 9579 # 52
Hallo am Abend. Ortspostkarte der städtischen Strassenbahnen der Stadt WIEN, aufgegeben im August 1940, das Porto freigemacht auf einer Absenderfreistempel-Maschine. mit Sammlergruß Werner
Reini46 Am: 01.02.2026 17:10:11 Gelesen: 9482 # 53
Hallo, Luftpostbrief vom 7.6.38 von Wien nach Canberra. Absender war Dr. Michael Bachrach, seine Eltern wurden ermordet. Darauf weist eine Tafel am Gebäude Gumpendorferstrasse 9 hin. Brief über 20 Gramm 61 Groschen Einschreiben 70 Groschen Luftpostzuschlag 7x130 Groschen = 1041 Groschen. Grüße Reini46
ChristianSperber Am: 01.02.2026 23:49:58 Gelesen: 9454 # 54
@ Reini46 [#53] Vorderseitig sieht man noch den Stempel der griechischen Devisenkontrolle.
HWS-NRW Am: 04.02.2026 14:25:17 Gelesen: 9376 # 55
Hallo in die Runde. Nachnahme-Karte, eingeliefert im Januar 1944 im Postamt WIEN 1, das Entgelt freigemacht auf einer Francotyp-Maschine mit Wertrahmen E-5. mit Sammlergruß Werner
Reini46 Am: 05.02.2026 10:55:38 Gelesen: 9316 # 56
Hallo, 1.Luftpostumschlag vom 13.7.38 von Wien nach Jerusalem. Brief 25 Pf Luftpostzuschlag 30 Groschen Rohrpostbeförderung 2.Luftpostumschlag vom September 38 von Wien nach Kairo Brief 25 Pf Luftpostumschlag 10 Pf Mit Verfügung M.Z.11165 vom 5.April 1938 wurden die Postämter aufgefordert, die am 30.4.38 vorhandenen Vorräte an Postkarten und Kartenbriefen bis spätestens 31.5.38 an das Wertzeichenlager abzuführen. Von dieser Anordnung sind die Luftpostumschläge meiner Ansicht nach nicht erfasst. Dies erklärt auch, daß diese Luftpostumschläge in der Ostmark verwendet nicht so selten sind. Grüße Reini46
cilderich Am: 06.02.2026 18:27:10 Gelesen: 9249 # 57
Servus, nach den attraktiven Stücken von Reini46 möchte ich hier eine Kombi aus Frankatur, Kartenmotiv und Stempel im engsten Zusammenhang zur Ostmark zeigen. Die Frankatur ist eine portogerechte Mischfrankatur mit 3 Gr = 2 Rpf und 3 Rpf Sondermarke + 1 Rpf Hindenburg. Der Stempel ist der Sonderstempel von Radkersburg aus der Steiermark wo 1934 zu der NS-Julierhebung gegen den österreichischen Ständestaat eine Hochburg bestand. Im Rahmen der Aufstände wurde auch Kanzler Dollfuß ermordet und nachfolgend die NSDAP in Österreich verboten, eben bis zur Annexion 1938. Die Karte selbst ist jene die propagandistisch im nachhaltigsten Maße die Einvernahme Österreichs durch die NSDAP symbolisiert und dementsprechend oft hochpreisig gesucht wird. Die NSDAP und ihre Ideologie, symbolisiert durch die entsprechenden Fahnen, vertreibt neben den Juden und dem Klerus auch den Ständestaat mit seiner Jugendorganisation, den Beamten und personalisiert Kanzler Schuschnigg. Der Satz unterhalb des Bildes bedeutet: Männer es ist Zeit. Ich denke in dieser Kombination ist dieses Stück ideal geeignet das Thema Ostmark zu illustrieren, daher halte ich es aus didaktischen Gründen auch für nicht gerechtfertigt hier etwas zu verpixeln. Beste Grüße cilderich
cilderich Am: 07.02.2026 19:11:36 Gelesen: 9153 # 58
@ Reini46 [#40] Servus, evtl. sah der eine oder andere diesen Beleg auch schon einmal. Nun wie auch immer er paßt gut zum Thema der ungewöhnlichen Frankaturoptionen der frühen Ostmarkzeit. Ein Nachbringer Beleg zum Dampfer Europa aus der Ostmark. Das per se ist schon mal ungewöhnlich, dann aber eine MiF aus sehr seltenen Marken in Ostmarkverwendung. Zuerst 40 Groschen Ärzteserie, diese wurde zum 30.6.38 ungültig aber hier noch am 1.7. gestempelt, da im Nachhinein die Gültigkeit von deutscher Seite bis zum 31.10.38 verlängert wurde. Dann die 1 RM Burg Rheinstein, die in der Ostmark nur sehr selten verwendet wurde und dann noch Block 10, der in der Ostmark gar nicht verkauft wurde und auch offiziell bis zum 30.06.1938 gültig war aber in der Ostmark unter die Nichtbeanstandung fiel. Als Gewicht sind 21 Gramm oben li vermerkt, somit kostete der Brief 40 Rpf / 61 Groschen, R 47 Rpf/ 70 Groschen und Eil 80 Rpf/120 Groschen. Gesamt sind Marken a 243 Rpf / 364 Groschen verklebt, so dass 76Rpf /114 Groschen für die Fluggebühr verblieb, diese läßt sich mit 2x 40 Groschen a 20 Gramm nach Cherbourg und 15 Rpf / 23 Groschen Nachbringung ansetzen. Die 10 Groschenmarke war also nicht nötig. Solche Belege, wie auch der von Reini46 stellen wohl jeweils Unikate dar, da sie in ihrer Ungewöhnlichkeit der jeweiligen Verwendung (Art, Destination, Frankaturoption) eben einzigartige Zufälle darstellen. Mit besten Grüßen cilderich
Reini46 Am: 08.02.2026 12:07:14 Gelesen: 9067 # 59
@ cilderich [#58] Hallo cilderich, dieser Brief zeigt eine Fülle von Besonderheiten. Die Verwendung der 1 RM Burg Rheinstein ist sehr selten, ebenfalls der Nachbringerflug zum Dampfer Europa. Bereits mit der Einführung der deutschen Marken in Österreich wurde festgestellt, daß alle derzeit an den Schaltern erhältlichen Marken ihre Gültigkeit bis auf weiteres behalten. Damit blieb auch die Ärzteserie über den 30.6.38 hinaus gültig. In allen Katalogen ist das falsch angegeben. Ein wirklich besonderer Beleg Grüße Reini46
Reini46 Am: 08.02.2026 12:42:58 Gelesen: 9064 # 60
Hallo, 2 Paketkarten aus der Ostmark mit der seltenen 3 Reichsmark von 1924. Beide vom November 1938, eine nach Kanada und eine nach Yugoslawien. Wie cilderich sagte ist die Verwendung dieser Ausgabe in der Ostmark selten. Grüße Reini46
Reini46 Am: 14.02.2026 15:52:39 Gelesen: 8784 # 61
Hallo, Brief vom 7.4.38 aus Wien nach Philadelphia. Absender des Briefes war Dr. Benjamin Murmelstein geb. 9.6.1905 in Lemberg. Er war Judenältester in Theresienstadt, seine leidvolle Geschichte kann man bei Wikipedia nachlesen. Brief 25 Pfennig Einschreiben 70 Groschen. Grüße Reini46
Briefuhu Am: 22.02.2026 09:41:34 Gelesen: 8520 # 62
Eilbrief vom 19.03.1938 von Enns/Oberösterreich nach München, dort Ankunft am 20.03.1938. frankiert wurde mit Michel Nr. 4x 646 und 2x 568, gesamt 54 Groschen, portorichtig 30 Groschen für Eilbrief und 24 für Brief. Ich glaube mal gelesen zu haben, dass am 19.03.1938 die österreichische Post von der Deutschen Reichspost übernommen wurde. Schönen Gruß Sepp
Reini46 Am: 22.02.2026 14:35:58 Gelesen: 8496 # 63
Hallo, Reko Rückscheinbrief vom 25.5.1938 aus Wien nach Hollywood. Empfänger ist der Oscar Preisträger Paul Muni. Brief 38 Groschen Einschreiben 70 Groschen Rückschein 60 Groschen. Die Rückscheingebühr ist in allen Katalogen ausser dem Michel Österreich Spezial falsch angegeben. Auch Hueske weist einen falschen Wert aus. Grüße Reini46
Wolfi99 Am: 22.02.2026 15:21:48 Gelesen: 8484 # 64
@ Reini46 [#53] Den gab es doch schon unter [#40], oder? Wolfgang
Reini46 Am: 22.02.2026 15:33:44 Gelesen: 8478 # 65
Hallo Wolfgang, es kann schon mal passieren dass ich einen Beleg doppelt einstelle - aber bei [#40] sehe ich einen anderen Beleg (Brief nach Australien). Grüße Reini46
cilderich Am: 29.03.2026 17:56:36 Gelesen: 7719 # 66
Servus, manche Marken des deutschen Reiches, die zwar, obschon ihrer "noch Gültigkeit", in der Ostmark nicht dort verkauft wurden, sind auf Beleg oftmals sehr selten. Dies trifft im Besonderen auch für Block 10 zu, der bereits im Altreich gebraucht nicht häufig ist, in der Ostmarkverwendung handelt es sich generell um "rare birds". Hier eine EF, die ob der damaligen Porti nicht gänzlich portogerecht ist, denn ein R Brief der Ostmark verlangte damals um 27 Rpf für "R" und 12 für den Brief, aber , ob es noch 5 weitere Stücke dieser Frankatur überhaupt gibt, wage ich in Zweifel zu ziehen. Somit beste Grüße cilderich
Reini46 Am: 31.03.2026 15:00:44 Gelesen: 7654 # 67
Hallo, nach dem sehr seltenen Beleg von cilderich ein einfacher aber auch nicht häufiger Beleg. Brief vom 1.5.38 von Innsbruck nach London. Die portogerechte Verwendung des österreichischen Kartenbriefes zu 24 Groschen ist selten. Hier als Auslandsbrief zu 25 Pfennig, der Brief ist um 1 Pfennig überfrankiert. Grüße Reini46
Reini46 Am: 09.04.2026 17:06:11 Gelesen: 7342 # 68
Hallo, Auf dieser Karte des Deutschen Schulvereins aus der österreichisch-ungarischen Monarchie ist der Satz 10 Jahre Mutter und Kind mit Stempel Linz 4.9.44 angebracht. Die Karte habe ich aber nicht wegen der Marken sondern wegen des Adressaten gekauft. Der Beleg geht in das Lager 51 Baracke 9/4 wohl in die Hermann Göring Werke in Linz. Empfänger ist ein Franzose, auch der Absender ist Franzose, vielleicht ein Arbeitskollege des Fremdarbeiters. Vielleicht war dieser auch Philatelist. Grüße Reini46
cilderich Am: 10.04.2026 16:15:18 Gelesen: 7269 # 69
@ Reini46 [#22] Servus, es gab eben die Besonderheit der Drucksache bis 10 Gramm zu 3 Groschen = 2 Rpf, wie sie in Österreich bestand und in der Ostmark bis zur Gebührenangleichung beibehalten wurde, aber eben auch "NUR" auf dem Gebiet des ehemaligen Österreichs und nicht ins Altreich. Bezüglich des fraglichen Stücks hatte eine Firma in der Ostmark eine größere Menge von Drucksachen bis 10 Gramm primär für das Gebiet der Ostmark aufgeliefert; und diese wurden mit dem Postfreistempel zu 3 Groschen bedruckt. Allerdings fiel jemandem auf, dass auch dieser Beleg darunter war, der ins Altreich adressiert war und somit dem 5 Groschen = 3 Rpf Porto unterlag; und es erfolgte eine Zufrankatur von 1 Rpf, um die fälligen 3 Rpf darzustellen. Diese Kombination aus Postfreistempel und Marke ist selten. Herzliche Grüße cilderich
Reini46 Am: 10.04.2026 17:04:50 Gelesen: 7258 # 70
@ cilderich [#69] Hallo cilderich, ich glaube daß im Aufgabepostamt die zu geringe Frankatur auffiel, die nach Deutschland gerichteten Drucksachen an den Absender retour geschickt wurden und mit der nötigen Zusatzfrankatur bei einem anderen Postamt 2 Tage später eingeliefert wurden. Ein unscheinbarer aber seltener Beleg. Grüße Reini46
cilderich Am: 10.04.2026 17:16:09 Gelesen: 7255 # 71
@ Reini46 [#70] Servus, vermutlich verhielt es sich ebenso. Herzlichen Dank und beste Grüße cilderich
Reini46 Am: 17.04.2026 15:15:04 Gelesen: 7016 # 72
Hallo, Brief vom 10.4.38 aus Wien in die Schweiz, rückseitig Ankunftsstempel Solothurn 21.4.38.16 Brief 25 Pf Eilzustellung 120 Groschen Grüße Reini46
Reini46 Am: 23.04.2026 09:51:14 Gelesen: 6740 # 73
Hallo, Karte vom 13.9.41 aus Wien in das OFLAG 78 in Hohenfels. Die Karte wurde von Lilija Radenkovic mit Adresse Wien 1 Parkring 4 geschrieben. Wien 1 Parkring 4 ist das Palais Dumba in bester Lage von Wien - Innenstadt. Ich vermute daß die Schreiberin dort als Fremd,- Zwangsarbeiterin tätig war und ihrem Freund/Verwandten diese Karte geschrieben hat. Grüße Reini46
cilderich Am: 24.04.2026 17:29:28 Gelesen: 6666 # 74
Servus, nach der Angliederung Österreichs an das Deutsche Reich lief häufig Post nach Palästina, da vielen Juden in der nun erschaffenen Ostmark ihr ihnen zugedachtes Schicksal schwante. Hier ein solcher Brief in MiF vom 7.6.38. Der Abf wertete 25 Rpf=38 Groschen, R betrug 47 Rpf=70 Groschen und für die 1. Stufe Flugpost wurden 20 Rpf=30 Groschen veranschlagt (interessanter weise war dies auch nach der generellen Angleichung der Porti genau so). Der Brief trägt 12 Rpf sowie eine 20 und 100 Groschen Marke, was exakt den o.g. Tarif ergibt (20 Groschen = 13 Rpf, 100 Groschen = 67 Rpf). Zusätzlich ergab sich für Hermine Bischitz als Absenderin der Hinweis in den Yad Vashem Archiven, dass sie wohl als Jüdin in Auschwitz ermordet wurde, was wohl auch bedeutet, dass ihr mögliches Hilfeersuchen keinen Erfolg hatte. Ein eben erschütternderweise zu häufiges Ergebnis. Shalom cilderich
cilderich Am: 24.04.2026 18:24:08 Gelesen: 6657 # 75
@ Reini46 [#2] Servus, in diesem Zusammenhang möchte ich einen Beleg vorstellen, den ich schon in meinem Artikel in der DBZ 3/2025 zeigte, falls jemand noch dazu Zugang hat. Generell sind gelaufene Belege mit diesem Stempel veritable Raritäten und sicher durchweg seltenst, sowie meist Unikate. Dies gilt im Besonderen, wenn die "Hitlerblockmarken" eben auch noch portogerecht zu den österreichischen Porti, wie sie am 3.4.38 eben noch galten, verwendet wurden. Hier nun also ein EILBRIEF der 24 Grochen = 16 Rpf für den Brief und 30 Groschen = 20 Rpf für den Eilversand erforderten, verwand wurde Block 7 des DR somit 24 Rpf = 36 Groschen, sowie 1x 6 Groschen = 4 Rpf und 1x 12 Groschen = 8 Rpf, was eben exakt das gültige, österreichische, Porto darstellt. Zusätzlich liegt, perfekter Weise, ein übergehender Stempel vor. Dieser Beleg dürfte unter die Sorte "Unikat" fallen. Beste Grüße cilderich
ChristianSperber Am: 24.04.2026 21:02:01 Gelesen: 6639 # 76
@ Reini46 [#73] Hallo Reini46, kannst Du den Buchstaben im Zensurstempel vom Oflag 78 erkennen (befindet sich auf der Säule). Hier eine Aufstellung bekannter Merkmale aus der Literatur: Mattiello, Vogt: Deutsche Kriegsgefangenen- und Internierteneinrichtungen 1939-1945, Band 2, Koblenz 1987, S. 246
Reini46 Am: 24.04.2026 22:31:59 Gelesen: 6626 # 77
@ ChristianSperber [#76] Hallo Christian, nein, den Buchstaben auf der Säule kann ich nicht entziffern, ich denke aber,daß es sich hier um Stempel 2 handelt. Der Abstrich des t ist gerade, bei Stempel 1 ist diese Zahl unten nach rechts gebogen. Grüße Reini46 P.S. Ich habe beide Bände von Mattiello/Vogt
Reini46 Am: 24.04.2026 22:44:33 Gelesen: 6622 # 78
@ cilderich [#75]

Hallo Cilderich,

gratuliere zu diesem Beleg. Ich habe vom 3.4.aus Graz noch nie einen portorichtigen Beleg gesehen.

Beste Grüße

Reinhard
ChristianSperber Am: 24.04.2026 22:56:28 Gelesen: 6621 # 79
@ Reini46 [#77]

Vielen Dank!
mumpipuck Am: 25.04.2026 01:30:13 Gelesen: 6601 # 80
@ Reini46 [#73]

Ich bekomme es gerade nicht hin mit dem Bearbeitungsprogramm die sepia Farbe zu entfernen, aber ich bin ziemlich sicher, dass der Buchstabe ein "G" ist!

Burkhard
Reini46 Am: 25.04.2026 18:32:05 Gelesen: 6524 # 81
@ mumpipuck [#80] Hallo Burkhard, ich bin auf dem Gebiet der Kriegsgefangenenlager ein Laie. Welcher Buchstabe ausser einem g könnte denn dort sein ? Ich habe die Karte gegen das Licht gehalten und bin mir ziemlich sicher daß das ein g ist. Grüße Reini46
Reini46 Am: 26.04.2026 14:53:18 Gelesen: 6443 # 82
Hallo, Brief aus Wien vom 24.6.38 mit Luftpost zum Dampfer Bremen. Brief 25 Pf Luftpost bis Köln 30 Groschen Nachbringeflug 15 Pf zusammen 60 Pf Karte aus Wien vom 23.6.39 mit Luftpost zum Dampfer Bremen Karte 15 Pf Einschreiben 30 Pf Luftpost USA 40 Pf Grüße Reini46
cilderich Am: 27.04.2026 19:25:49 Gelesen: 6324 # 83
@ Reini46 [#78] Hallo, Danke Dir. Beste Grüße Johannes
mumpipuck Am: 27.04.2026 19:34:05 Gelesen: 6323 # 84
@ ChristianSperber [#76] @ Reini46 [#81] Ich wollte nur die Frage von Christian Sperber beantworten ([#76]), weil das "G" in seiner Aufstellung noch fehlt und daher vielleicht für ihn interessant ist. Ich denke, wenn man mit einem Bildbearbeitungsprogramm die Sepiafarbe aus Reini46's Scann entfernt, kann man das klar erkennen. Viele Grüße Burkhard
ChristianSperber Am: 27.04.2026 23:08:54 Gelesen: 6308 # 85
@ mumpipuck [#84]

Hallo Burkhard,

vielen Dank für Deinen hilfreichen Hinweis zur Ergänzung.
Reini46 Am: 29.04.2026 17:15:00 Gelesen: 6182 # 86
Hallo, eine Drucksache aus Salzburg vom Mai 38 nach Bad Pyrmont. Da die 1 Groschenmarke gleich einem Pfennig wertete, ist die Drucksache mit drei Pfennig = 5 Groschen richtig frankiert. Die Schleife aus Wien vom 7.7.38 nach Holland ist mit einer 3 Pfennigmarke frankiert, das Porto betrug 4 Groschen. Nach der offiziellen Umrechnungstabelle wertete die 3 Pfennigmarke 4 Groschen. Die Diskrepanz kam zustande, da die 3 Pfennigmarke sowohl 4 als auch 5 Groschen wert war. Grüße Reini46
Reini46 Am: 06.05.2026 17:07:54 Gelesen: 5706 # 87
Hallo, diese beiden Karten, die philatelistisch gesehen keinen Wert haben, können dennoch eine Geschichte erzählen. Jene jüdischen Mitbürger, die es geschafft hatten, die nötigen Papiere für hre Ausreise zu erhalten, waren gezwungen, ihren Haushalt aufzulösen. Offensichtlich gab es in Oberhollabrunn einen Altwarenhändler, der Möbel etc. aus diesen Wohnungsauflösungen kaufte. Ich habe über 60 Karten die fast ausschliesslich von Absendern stammten die im 2. Bezirk wohnten. Das war in Wien der Bezirk der Juden. Grüße Reini46
Reini46 Am: 13.05.2026 16:37:22 Gelesen: 5280 # 88
Hallo, Express Luftpostbrief vom 29.6.38 von Wien nach Prag. Rohrpostbeförderung - wegen rascherer Beförderungsmöglichkeit wurde der Brief per Bahn transportiert. Der violette Nummernstempel 6924 könnte von einem Zensor stammen. Ob in der CSR oder in der Ostmark kann ich nicht sagen. Brief 20 Pf Express 80 Pf Luftpostzuschlag 20 Pf. Grüße Reini46
stampmix Am: 14.05.2026 06:42:02 Gelesen: 5189 # 89
@ Reini46 [#1] Hallo Reini46, habe ich da etwas verpasst? Seit wann gibt es Österreich Belege aus der Ostmark? Ich dachte bisher es gäbe entweder Österreich- oder Ostmark-Belege:
Detlev0405 Am: 14.05.2026 09:30:50 Gelesen: 5152 # 90
@ Reini46 [#88] Hallo Reini, ja Dein Brief wurde zu spät aufgeliefert, denn der tägliche Flug von Wien nach Prag ging bereits um 09 Uhr ab Wien. [1] Durchgeführt wurde der Flug in Kooperation zwischen der CSL, DLH und Austroflug. Der vierstellige Nummernstempel erinnert mich sehr an einen tschechischen Zensurstempel. Allerdings wurden sie in der Regel in schwarz abgeschlagen, violett ist dagegen eine seltene Farbe. Gruß Detlev [1] https://www.timetableimages.com/ttimages/cls/cls38cd/cls38cdb.jpg
Reini46 Am: 14.05.2026 10:23:09 Gelesen: 5137 # 91
@ stampmix [#89] Hallo stampmix, die Frage, ob Du etwas verpasst hast, mußt Du Dir selbst beantworten. Ich kann das nicht. Der ANK Spezialkatalog führt die Ostmark unter dem Kapitel ÖSTERREICH im III Reich (Ostmark) an Der Michel Österreich Spezialkatalog führt die Ostmark unter dem Kapitel Österreich als Teil des Deutschen Reiches (1938-1945) an. Grüße Reini46
Reini46 Am: 14.05.2026 15:28:42 Gelesen: 5086 # 92
@ Detlev0405 [#90]

Hallo Detlev,

wie immer Dank für Deine Erläuterungen.

Reinhard
Reini46 Am: 14.05.2026 19:24:06 Gelesen: 5050 # 93
Hallo, Brief vom 16.9.38 von Wien nach San Francisco Rückseitig Ankunftsstempel New York 27.9.38 San Francisco 28.9.38. Brief über 20 Gramm 40 Pf Einschreiben 30 Pf Luftpostzuschlag je 10 Gramm 10 Pf, zusammen 150 Pf - das Porto stimmt genau. Grüße Reini46
becker04 Am: 24.05.2026 14:16:30 Gelesen: 4358 # 94
Hallo zusammen, von mir heute eine einfache Postkarte (Ganzsache P299) ohne Absender. Aufgegeben in einem Bahnhof an der Strecke Jenbach - Mayrhofen am 15.8.1943, entwertet wurde sie dann im Zug 53. Etwas ungewöhnlich ist die Empfängeradresse, No. 52 Post Fieberbrunn. Aber in Fieberbrunn hat heute noch jedes Haus seine eigene Nummer. [1] MfG Klaus [1] https://www.fieberbrunn.gv.at/Ortsleben_Wissenswertes/Wissenswertes/Digitaler_Ortsplan
Reini46 Am: 03.06.2026 15:59:34 Gelesen: 3890 # 95
Hallo, Zwei einfache Belege Brief vom 27.5.38 befördert mit der Bahnpost Laa-Zellerndorf - die 1. Gewichtsstufe frankiert mit österreichischen Marken - die 2. Gewichtsstufe mit einer 12 Pfennig Hindenburg Schleife aus Wien vom 23.4.38 an den Reichsender München Rundfunkplatz 1, Drrucksache bis 250 Gramm 13 Pfennig (20 Groschen) Grüße Reini46
cilderich Am: 20.06.2026 12:58:51 Gelesen: 3502 # 96
Servus, nach den attraktiven Stücken von Reini in höheren Gewichtsstufen (die sind klar schwieriger zu finden als der Standard), möchte ich auch einen Flugpostauslandsbrief der 2. Gewichtsstufe nach Holland zeigen. Der Brief kostete 40 Rpf oder 60 Groschen bis 40 Gramm und je 20 Gramm Flugpost kosteten 40 Groschen zusammen somit 80 Groschen oder 54 Rpf. Die österreichischen Marken umgerechnet erbringen so: 1 Gr = 1 Rpf, 4 Gr = 3 Rpf, 8 Gr = 5 Rpf, 45 Gr = 30 Rpf und nochmals 15 Rpf Hindenburg ergibt exakt die benötigten 54 Rpf Flugpost, und dann eben noch 60 Gr = 40 Rpf und das Ganze aus dem Bedarf, wie der Firmenbeleg zeigen kann. Beste Grüße cilderich
Richard Am: 20.06.2026 15:15:45 Gelesen: 3491 # 97
@ cilderich [#96] Hallo Johannes, schau mal nach, z.B. Wikipedia, ob es sich nicht um eine Person mit steiler Karriere handelt. Ich denke ja, bin mir aber nicht ganz sicher. Schöne Grüsse, Richard
cilderich Am: 20.06.2026 23:26:15 Gelesen: 3450 # 98
@ Richard [#97] Servus Richard, bevor ich den Beleg zeigte, schaute ich schon, ob zu Hrn. Professor etwas spezifisches aufscheint, fand aber letztlich nichts erhärtet verwertbares. So erging es mir nun erneut, falls Dir näheres bekannt ist, würde es mich auch interessieren, aber ich fand, wie angemerkt, nichts Besonderes. Grüße Johannes
cilderich Am: 23.06.2026 21:52:01 Gelesen: 3288 # 99
Servus, heute ein Beleg, der ein portogerechtes Sammelsurium für einen Auslands-R-Flugpost bietet. Ausland waren 38 Groschen oder 25 Rpf, Flugpost in die Schweiz 30 Gr = 20 Rpf und R verlangte 70 Gr = 47 Rpf, zusammen 138 Groschen, die mittels der "alten" Pilotenkopf-Kranich Ausgabe zu zusammen 128 Gr und der "neuen" Flugpostausgabe zu 10 Gr entrichtet wurde. Durchaus hübsch aber bemerkenswert ist, die Verwendung der 2 und 6 Gr Marken, denn diese waren aus dieser Ausgabe, auch von deutscher Seite, als ungültig erklärt; aber im Laufe der Zeit sind mehrere Belege in Foren genau mit diesen Marken ohne Beanstandung aufgetaucht, was wieder die These von Reini stützt, dass letztlich in der Ostmark bis zum Ende der Gültigkeit der österr. Marken auch ungültige nicht beanstandet wurden, was innerhalb der Ostmark verwendet auch für ungültige Reichspoststücke Anwendung fand. Beste Grüße Johannes
cilderich Am: 26.06.2026 18:11:12 Gelesen: 3182 # 100
Servus, hier hätte es ein ungewöhnliches Stück einer Auslandsantwortkarte. Bekanntlich konnten solche bis 1971 mit gleichen Marken und zu gleichen Gebühren wie denen auf der Fragekarte, somit solchen des Zusendungslandes freigemacht werden. Zusatzleistungen waren mit Marken und zu Porti des Rücksendelandes abzugelten. Dies geschah ebenhier, allerdings noch mit österreichischen Marken, die noch bis Ende Okt. 1938 gültig waren, obwohl Österreich nun die Ostmark war als Teil des deutschen Reiches. Jedenfalls betrug die Gebühr für die CSR 10 Rpf für die Karte was 15 Groschen entsprach. Der Absender dachte evtl., dass eine 2 Länder Frankatur hübscher sei und frankierte noch eine Krone für Flugpost auf und sandte alles per Sonderstempel retour, diese Überlegungen thematisiert er teils rückseitig. Mir ist noch ein Beleg nach der Annektion aus der Slowakei vorliegend, dann aber eben mit Hindenburg und Slowakei Marken; aber sonst idem. Das war es dann aber auch. Generell sind solche Stücke selten und für die Ostmark mit österr. Marken das Einzige das ich kenne, wobei ich mir vorstellen könnte, dass Reini hier auch noch etwas hätte. Beste Grüße Johannes
Reini46 Am: 27.06.2026 09:35:08 Gelesen: 3143 # 101
@ cilderich [#100] Hallo Johannes, leider habe ich keinen derartigen Beleg, sie sind sehr selten. Die einzige Frage Antwortkarte aus der CSR die ich habe ist diese auffrankierte 5 Pf Hindenburg. Es ist eine Antwort eines Röm. kath. Pfarramts vom 25.2.39 Grüße Reini46
Reini46 Am: 30.06.2026 18:41:42 Gelesen: 2943 # 102
Hallo, Inlandsdrucksache bis 5 Gramm vom 2.5.38 aus Graz. DS Porto 3 Groschen Grüße Reini46 Bei Ebay um € 9,- gekauft, Belege dieser Art haben bei Harlos schon mal über € 100,- gekostet.
Dulfen1 Am: 03.07.2026 21:29:23 Gelesen: 2786 # 103
Moin, von mir eine Luftpostkarte vom 21.05.1938 mit Glückwünschen zum Geburtstag von Wien nach Bern. Porto: 15 Pf. die Auslandskarte + 10 Pf. Luftpostgebühr. Gruß Ulf
Reini46 Am: 19.07.2026 12:06:31 Gelesen: 2329 # 104
Hallo, Brief vom 23.7.38 von Wien nach Athen. Rückseitig der Rohrpoststempel des Telegraphenamts Wien 1, der Luftpoststempel 25.7.38 von Athen sowie ein Langstempel den ich nicht zuordnen kann. Brief 25 Pfennig Luftpostzuschlag 27 Pfennig Grüße Reini46
cilderich Am: 21.07.2026 17:50:09 Gelesen: 2210 # 105
Servus, ich möchte heute etwas interessantes aber auch kurioses zeigen. Am 13.3.1938 wurde die Angliederung Österreichs an das DR vollzogen. Schon zum Folgetag wurde die Devisenkontrolle eingeführt, da man im Reich wohl den nachhaltigen Abfluß von Valuta befürchtete. Soweit so bekannt. Seit kurzem weiß man auch, dass Belege, quasi ausschließlich aus Wien, seit 14.3.1938 entsprechend kenntlich gemacht wurden. Riemer ging seinerzeit noch vom 17.3. als frühestem Nachweistag aus, aber z.B. Reini konnte schon einige solche vom 14.3. zeigen. Auf Briefen oder Frachtpost ergibt das Ganze auch Sinn. Aber hier liegt eine Drucksachenkarte/Postkarte vor, die korrekt mit 8 Groschen im Auslandsporto aus Dornbirn in die Schweiz lief. Und es taucht, eben mit Stempel vom 14.3.38 aus Dornbirn eine Bregenzer Devisenkontrolle auf. Dies ist mir der früheste Nachweis dieser Kontrolle aus Vorarlberg zu Ostmarkzeiten, aber warum um Himmels Willen auf einer KARTE? Evtl. hatte hier jemand die Aufforderung zur Kontrolle sehr breit und übereifrig ausgelegt. Wie dem auch sei, so entstand ein seltenes und interessantes Stück. Beste Grüße cilderich
Reini46 Am: 21.07.2026 18:51:46 Gelesen: 2196 # 106
@ cilderich [#105] Hallo Cilderich, die gleiche Frage habe ich auch gestellt und folgende Antwort erhalten: Die Karte wurde auf schriftliche Hinweise untersucht, ob devisenrechtliche Verstösse stattgefunden oder geplant waren. Grüße Reini46
Dulfen1 Am: 21.07.2026 22:17:49 Gelesen: 2171 # 107
Von mir etwas aus den späten Tagen, 908 als EF vom 22.03.1945 mit Maschinen/Handroll-Stempel aus Wien nach Kemmelbach (Eigene Vorsicht bester Unfallschutz)(!). Der Inhalt ist noch da, also wird er auch gezeigt: Gruß Ulf
evwezel Am: 22.07.2026 15:02:49 Gelesen: 2114 # 108
@ Dulfen1 [#107] Hallo Ulf, ich habe deine Nachricht erhalten, aber leider fehlt mir die Zeit, diesen Text bis ins kleinste Detail zu transkribieren (fünf Seiten!). Ich habe ihn zügig transkribiert, aber es gibt noch ziemlich viel Wörter, die ich nicht sofort erkannt habe. Vielleicht kann sich jemand diese Lücken noch einmal genauer ansehen. Viele Grüße Emiel —- Seite 1 Wien, 21./III. 45 Liebste Franzi! Mit fast 2 stundiger gestriger Verspätung hat der Tag schon b/Einlangen am (?) Boden(?) gut angefangen. Wie ich dem Zug entstieg bemerkte ich an dem Ha- sten der Leute, daß etwas nicht stimmte. Kaum in die Elektrische gestiegen, er- tönte schon das scheußliche Gebrüll der Sirene & standen schon still. Nun war vor der Wa- gen hielt eine Parkanlage mit Bankerln. Die Sonne schien herrlich, so daß ich mich von einem Bankerl die erzwungen Ruhepause hielt; es dauerte kaum 1/2 Stunde u. die Elek- trische setzte sich, obwohl es keine Entwar(n)ung war, in Bewegung. Um 12h Mittags kam ich endlich zur Luise. Jetzt wußte ich nicht wo u wie ich am besten mache. Brief habe frau Frömel(?) (nachdem niemand zuhause war) ins Briefkast geworfen. Haubert(?) habe in der Wohnung einen Besuch abge- stattet, & ihm beanfragt, zu Friedrich zu gehen u selben außer bereits bestellten, noch Ochsen Seite 1b u. Pferde schließen auch Hufnägel(?) soviel als möglich zu machen u. zu Haubert zu geben, auch Neubauer wird Restli- ges vorbereiten. (Flasche Schnapps übergab ich & hatte große Freude!). Auch Herrn Staube habe ich die Flasche außerdem 1 fl(asche) Rumkomposition übergeben u hat mir versprochen die ganze (…)haut mir bis (Sa?) vorzu- bereiten auch den Riemen(?) gibt er als Frei- packung(?) zu Fleischmann. Werde ihm (ihr) noch (…) in Rat & (…) herausd(?)en. Nägel gewunschte Größen habe auch schon! Auch 5kg Alaunstub(?) wird Hauken(?) per Post schicken. Murscher(?) habe auch verständigt, daß sie mir deine Sachen in das Markengeschäft(?) (…) bringen soll, weil ichs mir nächster Tage abholen werde. Auch habe Fa. Fleischmann (er war nicht da) einen Besuch abgestattet & ersucht daß unbedingt die dort (liegenden?) 2 Betteinsätze auf alle Fälle mitge- Seite 2 nommen werden mögen, weil R. selben dringend braucht. Den Herrn Meister habe (ich) nicht ange- troffen & habe daher dem Mestner das Pkt für ihn hinterlegt. Heute ist Mittw(och). war wieder von 1/2 12h mittags bis 3h n/m Alarm u habe trotzdem noch diverses erledigt. Nachdem es hieß, daß auch Neidling heute bombar- diert wurde, fuhr ich noch nachdem ich Pakete & Tasche zur Luise gegeben habe, abends hierüber u konnte mich überzeugen, daß gottlob alles in Ordnung war. Dafür habe von Weiser erfahren, daß das Haus Hellwagstr(aße). am Montag beschädigt wurde zum Glück sind es nur Luftdruckschäden am Dache, Fenster & Türslöcker. Bei dem (montagigen?) Angriff wurde Hernals sehr stark hergenommen Hernalser Gürtel, Jägerstr Martin - Theresien- gasse B?eschkerg. In der Jörgerstr bei Seite 3 der Veronikagasse ist ein (Trichter?) ca 30m tief u hat die Bombe sogar das Gewölbe vom Alsbach durch- schlagen. Leider Gottes ist auch ein(e) Bombe in das Haus wo Angela wohnt krepiert u hat selbes demoliert bis auf zwei Fensterreihen welche A. Wehrung(?) war. Werde mich sofort noch in samstägigen Ruckkehr von Steinabrückl für diese Sache interessieren! Auch ist in der unteren Zimmer(…) dieß große Eckhaus vis a vis (?) Dr. Kugler demoliert. Ein grausames Bild, am ersten Frühlingstage, welcher wunderbar sonnig u schön war. Nun habe so ziemlich alles er- zählt, es ist 9.30h abends ( (…) wird gerade gesäugt(?)) jetzt muß ich mir noch die Sachen richten & muß bereits um 3h Seite 4 aus dem Haus! Mit herzl. Küssen an Dich, sowie (…) liebe Grüße an unsere Lieben, bich ich dein aufrichtiger Hans Herzliche Grüße & Küsse von Luisl Rudi & Kinder auch vom Adolf! ; obwohl die Anni daneben stand, hat sie keinen Gruß für dich bestellt! Dumm geboren, nichts da- zugelernt, frißt viel u. sch… große Haufen!
volkimal Am: 22.07.2026 22:02:22 Gelesen: 2032 # 109
@ evwezel [#108] Hallo Emiel, dank deiner sehr guten Vorarbeit war es einfach noch ein paar Lücken zu schließen. Ich lese: Wien, 21./III. 45 Liebste Franzi! Mit fast 2 stündiger gestriger Verspätung hat der Tag schon b/Einlangen am W(iener) Boden gut angefangen. Wie ich dem Zug entstieg bemerkte ich an dem Ha- sten der Leute, daß etwas nicht stimmte. Kaum in die Elektrische gestiegen, er- tönte schon das scheußliche Gebrüll der Sirene & standen schon still. Nun war wo der Wa- gen hielt eine Parkanlage mit Bankerln. Die Sonne schien herrlich, so daß ich mich von einem Bankerl die erzwungen Ruhepause hielt; es dauerte kaum 1/2 Stunde u. die Elek- trische setzte sich, obwohl es keine Entwar(n)ung war, in Bewegung. Um 12h Mittags kam ich endlich zur Luise. Jetzt wußte ich nicht wo u wie ich am besten mache. Brief habe Frau Frömel(?) (nachdem niemand zuhause war) ins Briefkastl geworfen. Haubert(?) habe in der Wohnung einen Besuch abge- stattet, & ihn beauftragt, zu Friedrich zu gehen u selben außer bereits bestellten, noch Ochsen Seite 1b u. Pferde schließen auch Stabnägel soviel als möglich zu machen u. zu Haubert zu geben, auch Neubauer wird Restli- ches vorbereiten. (Flasche Schnaps übergab ich & hatte große Freude!). Auch Herrn Staube habe ich die Flasche außerdem 1 Fl(asche) Rumkomposition übergeben u hat mir versprochen die ganze Rosekalbhaut [1] mir bis Sa vorzu- bereiten auch den Riemen(?) gibt er als Frei- packung zu Fleischmann. Werde ihm (Str.) noch Wichsleinwand [2] in Rot & grün heraus drücken. Nägel gewunschte Größen habe auch schon! Auch 5kg Alaunpul(ver) wird Hauken(?) per Post schicken. Murscher(?) habe auch verständigt, daß sie mir deine Sachen in das Markengeschäft Herrengasse [3] bringen soll, weil ichs mir nächster Tage abholen werde. Auch habe Fa. Fleischmann (er war nicht da) einen Besuch abgestattet & ersucht daß unbedingt die dort lagernden 2 Betteinsätze auf alle Fälle mitge- Seite 2 nommen werden mögen, weil R. selben dringend braucht. Den Herrn Meister habe (ich) nicht ange- troffen & habe daher dem Mestner das Pkt für ihn hinterlegt. Heute ist Mittw(och). war wieder von 1/2 12h mittags bis 3h n/m Alarm u habe trotzdem noch diverses erledigt. Nachdem es hieß, daß auch Neidling heute bombar- diert wurde, fuhr ich noch nachdem ich Packete & Tasche zur Luise gegeben habe, abends hierüber u konnte mich überzeugen, daß gottlob alles in Ordnung war. Dafür habe von Weiser erfahren, daß das Haus Hellwagstr(aße). am Montag beschädigt wurde zum Glück sind es nur Luftdruckschäden am Dache, Fenster & Türstöcke. [4] Bei dem (montagigen?) Angriff wurde Hernals sehr stark hergenommen Hernalser Gürtel, Jägerstr Martin - Theresien- gasse Borschkeg(asse). In der Jörgerstr bei Seite 3 der Veronikagasse ist ein Trichter [5] ca 30m tief u hat die Bombe sogar das Gewölbe vom Alsbach durch- schlagen. Leider Gottes ist auch ein(e) Bombe in das Haus wo Angela wohnt krepiert u hat selbes demoliert bis auf zwei Fensterreihen welche A. Wohnung war. Werde mich sofort nach m(einer) samstägigen Ruckkehr von Steinabrückl für diese Sache interessieren! Auch ist in der unteren Zimmermanng.(asse) dieß große Eckhaus vis a vis v. Dr. Kugler demoliert. Ein grausames Bild, am ersten Frühlingstage, welcher wunderbar sonnig u schön war. Nun habe so ziemlich alles er- zählt, es ist 9.30h abends ( Diller(?) wird gerade gesäugt(?)) jetzt muß ich mir noch die Sachen richten & muß bereits um 3h Seite 4 aus dem Haus! Mit herzl. Küssen an Dich, sowie ebensolche liebe Grüße an unsere Lieben, bin ich dein aufrichtiger Hans Herzliche Grüße & Küsse von Luisl Rudi & Kinder auch vom Adolf! ; obwohl die Anni daneben stand, hat sie keinen Gruß für dich bestellt! Dumm geboren, nichts da- zugelernt, frißt viel u. sch… große Haufen! [1] Unter dem Begriff Rosékalb (oder Rosékälber) versteht man meist männliche Milchrassen-Kälber, die im Alter von 7 bis 10 Monaten geschlachtet werden. [2] Wichsleinwand = wachsimprägniertes Tischtuch. [3] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=162079 und https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=162083 [4] Ein Türstock (in Deutschland und Österreich oft auch als Zarge, Türrahmen oder Türfutter bezeichnet) ist der feste Rahmen einer Tür in einer Wandöffnung. [5] Bombentrichter Viele Grüße Volkmar
evwezel Am: 22.07.2026 22:19:19 Gelesen: 2022 # 110
@ volkimal [#109] Halllo Volkmar, vielen lieben DANK fürs Korrekturlesen! Es ist großartig, dass du alle Lücken schließen konntest. Einige dieser Wörter hätte ich nie entziffern können! Viele Grüße Emiel
cilderich Am: 23.07.2026 11:58:18 Gelesen: 1979 # 111
@ Reini46 [#106] Servus Reini, vielen Dank für die Info. Beste Grüße cilderich
cilderich Am: 23.07.2026 12:38:45 Gelesen: 1973 # 112
Servus, nach den sehr aufwändigen und erhellenden "Übersetzungen" bei sehr schöner Ostmarkverwendung der Volkssturmmarke von mir auch eher etwas Soziophilatelie. Eine Karte aus Zell am See vom 21.7.38 zum damaligen Zeltlager mit typischer Bergansicht. Soweit so banal. Spannender wird die Karte durch die Adressatin: Frau Konzertsängerin Emilie Rutschka. Diese wurde in Wien 1882 geboren und starb dort 1958. Ihre Konzertkarriere begann 1907. Ihren größten Ruhm genoss sie zwischen 1919 und 1935, aber im Jänner 1936 sang sie z.B. auch unter der Leitung von W. Furtwängler, ihr letzter Auftritt ist für 1939 verzeichnet. Und bis 1940 taucht sie noch als Gesangslehrerin auf. Dann verliert sich "ihre Spur". Lag es am Alter, Gebrechen oder der politischen Situation? Letztlich sind diese Fragen ohne konkrete Nachweise, die ich nicht habe, rhetorisch. Beste Grüße cilderich
Reini46 Am: 23.07.2026 14:07:36 Gelesen: 1965 # 113
@ cilderich [#111] Hallo cilderich, aus der Ostmark habe ich keine devisenrechtlich zensurierte Karte, nur aus der 1. Republik besitze ich eine. Sie sind sicher sehr selten. Viele Grüße Reini46
cilderich Am: 23.07.2026 17:10:02 Gelesen: 1930 # 114
@ cilderich [#112] Servus, auf hilfreiche Anregung möchte ich noch den Ursprung meiner Ausführungen benennen: MK, Art. „Rutschka, Emilie Julie (eig. Gelinek; Pseud. Ralf, auch Ralf-Rutschka)“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 23.10.2020, abgerufen am 23.7.2026), https://dx.doi.org/10.1553/0x002f25f7
evwezel Am: 23.07.2026 17:24:44 Gelesen: 1926 # 115
@ cilderich [#114] Ergänzend kann ich noch hinzufügen, dass Frau Emilie Rutschka im Wiener Adressbuch von 1940 noch verzeichnet ist (Kirchengasse 4), im Adressbuch von 1941 jedoch nicht mehr: Viele Grüße Emiel
cilderich Am: 24.07.2026 12:24:42 Gelesen: 1847 # 116
@ Reini46 [#93] Servus, zuerst möchte ich Reini46 und Emiel noch für die Zusatzinformationen danken. Nun möchte ich hier nochmals auf den von Reini gezeigten Beleg mit der letzten österreichischen Wohlfahrtserie 1938 zurückkommen. Der von ihm gezeigte Beleg mit der 1 Schillingmarke und das noch portogerecht darf durchaus als spektakulär angesehen werden. Generell gilt, dass die 1 Schilling auf gelaufenem Beleg sehr selten auftaucht. Ich möchte hier auch einen solchen Beleg vorstellen, der allerdings nicht portogerecht ist. Er wurde im Oktober 38 also kurz vor der Ungültigkeit der Marken nach Jugoslawien verschickt, per R und Flugpost. Im Oktober galten bereits durchgängig die deutschen Gebühren. Somit gilt Brief mindestens 25, hier am ehesten 40 Pfennig = 60 Groschen für bis 40 Gramm, dann kämen 2x 10 Pfennig Flugpost a 20 Gramm oder eben 30 Groschen dazu und 45 Groschen = 30 Pfennig R ergibt zusammen 135 Groschen, verklebt sind aber der ganze Satz und das ergibt eben 141 Groschen und so einer Überfrankatur von 6 Groschen. Nun bei einer echt gebrauchten 1 Schilling, kann ich das gut verschmerzen, es fiele auch unter die einst geltende 10% Regel bei Überfrankaturen, aber die ist heute ja nicht mehr gültig. Beste Grüße cilderich
cilderich Am: 25.07.2026 09:45:40 Gelesen: 1756 # 117
Servus, heute möchte ich ein Stück zeigen, dass auf den 1. Blick uninteressant wirkt, es aber nicht ist. Ein Ortseinschreiben (s. AKST) abgesandt am 24.08.1938. Das Datum zeigt an, dass nun generell die deutschen Gebühren galten, also auch für das Einschreiben, was nun 30 Rpf statt zuvor 27 Rpf (nach altem österr. Tarif) betrug. Die österreichischen Marken waren noch gültig, aber waren quasi flächendeckend vom Schalterverkauf zurückgezogen. Die übliche Frankatur wäre zu dieser Zeit also eher eine reine Hindenburgverwendung. Die Kombi aus AUT und DR Marken ist somit sicher als Aufbrauch zu werten. Nun entsprachen 30 Rpf eben 45 Groschen, und das ist das eigentlich beachtliche an dem Beleg, dass hier in klarer Spätverwendung eine passige Verwendung der 45 Groschenmarke vorliegt, um exakt das R-Porto abzugelten. Solche Verwendungen sind, wie angemerkt recht selten und wäre z.B. mittels 60 Groschenmarke auch für die Eilversendung vorstellbar (40 Rpf). Beste Grüße cilderich
Reini46 Am: 28.07.2026 20:16:00 Gelesen: 1563 # 118
Hallo, Flugpostganzsache zu 20 Groschen 9.7.38 nach Bulgarien. Die Karte wurde wegen schnellerer Beförderungsmöglichkeit im Bahnweg befördert. Ankunftsstempel Vidin 12.7.38. Karte 15 Pfennig Luftpostzuschlag 15 Groschen. Die Karte weist einen waagrechten Bug auf - vielleicht war das der Grund daß sie nur € 15,- gekostet hat. Grüße Reini46
cilderich Am: 09.08.2026 12:52:28 Gelesen: 1069 # 119
Servus, nach dem schönen und trotz Bug seltenen Stück von Reini46 von mir heute ein etwas ungewöhnlicher Beleg. Eine Zustellkarte für Postanweisungen von Ende April 1938, also der Ostmark Zeit und der Reichsmark (RM) als offiziellem Zahlungsmittel aber noch Gültigkeit der Schillingmarken. Postinterne Belege finden sich generell nicht so häufig, somit darf man diese Karte schon als seltener einstufen. Interessant ist nun, dass die Währungsangaben auf dem ursprünglich österreichischen Formular mittels Stempel auf RM und -pfennige abgeändert wurden, außer in dem Feld für die fälligen Zustellgebühren. Die Gebühr hierfür betrug 10 Groschen, was 7 Pfennig entsprach. Solche Gebühren wurden in Österreich, anders als im Reich, per Gebührenmarken verrechnet. Diese Marken waren noch gültig und wurden daher noch verwendet, aber sie lauteten eben auf Schilling und ein hin und her umrechnen wäre nun recht aufwändig also wurde weiter in Groschen vermerkt und abgerechnet. Das Ergebnis ist auf der Rückseite ersichtlich wo die fälligen 80 Groschen mittels 2x 1 und 2x 39 Groschen verklebt wurden. Das ergab übrigens streng gerechnet einen Rundungsverlust von 2 Pfennig, da aber der Empfänger bei allein gültiger RM 7 Pfennig zu zahlen hatte und die Schilligmarken ausschließlich intern verwendet wurden schlug sich dies in der Abrechnung nicht nieder. Beste Grüße cilderich
Reini46 Am: 10.08.2026 14:42:02 Gelesen: 856 # 120
Hallo, Nach der seltenen Zustellkarte von cilderich (ich habe vor einiger Zeit für eine u.a. mit hohen Trachtenwerten als Portomarken auf der Zustellkarte verwendet mit einem Gebot von € 700,- keinen Zuschlag erhalten ) zwei Flugpostbelege. Brief aus Wien vom 21.5.38 nach Equator mit der 10 Schilling Flugpostmarke. Brief 38 g Luftpostzuschlag bis 15 Gramm 900 g Einschreiben 70 g -(6 Groschen + 1 g = 8 g) Karte vom 8.4.38 nach Frankreich Drucksache 8 g Einschreiben 70 g Luftpostzuschlag 20 g Beide Belege sind portorichtig frankiert Grüße Reini46
Reini46 Am: 15.08.2026 14:59:34 Gelesen: 624 # 121
Hallo, Brief vom 22.7.1938 aus Wien nach Buenos Aires mit einer reinen Hindenburgfrankatur. Rückseitig der Rohrpoststempel des Telegaphenamtes Wien 1 R/b Brief 25Pf Einschreiben 70g=47Pf Luftpostzuschlag je 5 Gramm 3 Schilling für 10 Gramm 6 Schilling = 4 RM zusammen 4,72 RM Eine bedarfsmäßige 4 färbige Hindenburgfrankatur Grüße Reini46
Reini46 Am: 16.08.2026 11:25:02 Gelesen: 503 # 122
Hallo, diesmal Belege der Flucht und Vertreibung aus Österreich. Vor vielen jahren habe ich eine umfangreiche Dokumentation eines jüdischen Sammlers in Wien ersteigert. Die folgenden Belege stammen aus dieser Sammlung. Karte der Familie de Beer vom 3.2.39 aus den Niederlande. Wir befinden uns zur Zeit auf der Fahrt in die neue Heimat und senden der Arbeiterschaft und dem Büropersonal herzliche Abschiedsgrüße. Die Ausreise war mit großen Problemen verbunden oder gar unmöglich. Grüße Reini46
Reini46 Am: 17.08.2026 19:05:02 Gelesen: 265 # 123
Hallo, zwei Belege nach dem 31.7.38 Brief vom 4.8.38 aus Mattighofen nach Wien Brief 24 Pf Einschreiben 30 Pf Drucksache über 50 Gramm von Wien 13.8.38 nach Hamburg Drucksache 4 Pf Für Beleg 1 habe ich bezahlt € 14,- für Beleg 2 € 9,-. Der 1. Beleg ist nicht selten, es ist aber ein Heimatbeleg. Der Beleg 2 ist sehr selten. Grüße Reini46