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DPAG Neue Prio-Produktmarke im Test

Journalist Am: 24.08.2025 20:16:57 Gelesen: 4127 # 1
Hallo an alle, seit dem 1. Juli 2025 testet die Deutsche Post in zwei unterschiedlichen Versuchsgebieten in Norddeutschland und in Süddeutschland zwei etwas unterschiedliche Prio-Produktmarkenlabel. In einem Fall gibt es auch eine Sendungsverfolgung und einen Zustellscan. Dies ist die Vorderseite einer der Flyer mit Produktmarke, links die billige Variante ohne Zustellscan und rechts die Variante mit Zustellscan. Die Rückseite enthält die abziehbaren Produktmarken: Testweise angeboten werden diese Label noch bis Ende September 2025 in ausgewählten Filialen im jeweiligen Vertriebsgebiet. Wenn die Resonanz positiv ist, soll alles zum 1.1.2026 eingeführt werden, nach dem Motto: 31.12.2024 Prio ist tot, 1.1.2026 Prio lebt wieder. Es wird dann aber auch keine Briefmarkenfrankatur möglich sein, da diese Zusatzleistung mehrwertsteuerpflichtig ist. Getestet werden diese Produktmarken derzeit für Standard, Kompakt und Großbriefe. Weitere Details gibt es in einigen Tagen in der aktuellen philatelie zu lesen. Viele Grüße Jürgen
Micha71 Am: 25.08.2025 23:36:43 Gelesen: 3973 # 2
Hallo, sicherlich eine kleine Überraschung. Da laut Bundesnetzagentur "Deutschland" im Jahre 2025 das einzige Land in der EU ohne bedingungsloser E+1-Zustellung ist, stellt sich die Frage, ob dieses Entscheidung ganz "freiwillig" erfolgt ist. Nur die Nicht-EU-Mitglieder Norwegen und Island, als größere Länder außerhalb der EU im westlichen Europa, haben ebenfalls ihre Briefzustellung verlangsamt, ohne eine einfache E+1 Alternative anzubieten. Die E+1-Zustellung erfolgt laut Deutscher Post nur über das Postfach oder über die Einschreib-Produkte. Als Absender kann ich nicht beeinflussen, ob der Empfänger ein Postfachkunde ist bzw. beim Einschreiben bekomme ich ein Mehrwert, den ich unter Umständen gar nicht will/benötige. Würde ich das Einwurf-Einschreiben in die Liste der Bundesnetzagentur vom 02.01.2025 für E+1-Standardbriefe einfügen, würde Deutschland im westlichen Europa den 5-teuersten anbieten! Bei den meisten Ländern mit 2 Zustellgeschwindigkeiten liegt der Preisunterschied bei 30 bis 80 Cent, was ja mit 50 Cent beim hier gezeigten Kompaktbrief-Prio-Label (1,60 Euro) genau in dieser Spanne fallen würde. Interessant ist auch die Nutzung des normalerweise dem Einschreiben vorbehaltene "R" als Kennzeichnung. Ob es nur für den Piloten eingesetzt wird, um eine Scannung außerhalb der Testgebiete sicherzustellen? Micha
flyer_ralf Am: 26.08.2025 08:45:18 Gelesen: 3918 # 3
Hallo in die Runde, das ist ja hoch interessant. Das hier festgelegte Porto scheint mir attraktiv, ich könnte mir gut vorstellen, dieses Produkt für einen guten Teil meiner Briefe zu verwenden. Die aktuellen Laufzeiten sind bei mir sukzessive dieses Jahr auf 3-5 Tage angestiegen, das ist für mich oft problematisch. Kann jemand posten (oder eine PM schicken), in welchen Regionen das Produkt erhältlich ist? Ich würde es sehr gerne mal ausprobieren. Ralf
ohei2 Am: 26.08.2025 10:39:51 Gelesen: 3891 # 4
Hallo, soweit ich weiß, gibt/gab es diese Flyer bei ausgesuchten Filialen/Shops im Münsterland (ohne Sendungsverfolgung) und im Breisgau (mit Sendungsverfolgung). Die Teilnehmenden sind übrigens mittlerweile angewiesen, die Flyer nicht mehr aus der Hand zu geben beziehungsweise nur als Einlieferungsnachweis nach Verwendung des Labels. Gruß
Journalist Am: 26.08.2025 10:44:17 Gelesen: 3883 # 5
@ flyer_ralf [#3] Hallo Ralf und an alle, normalerweise sollen diese Produktmarken nicht auf Vorrat verkauft werden, nur wenn man dort vor Ort an einer der wenigen Teststandorte ist, kann man vom Mitarbeiter dieses Produkt angeboten bekommen, vorausgesetzt man hat auch gerade einen Brief dabei, der noch nicht frankiert ist. Glücklicherweise verkaufen allerdings einige Teststandorte diese Produktmarken auf "Vorrat", sodaß obige Abbildungen erfolgen konnten. Die Pressestelle der Post hat übrigens bis heute nicht (seit 6 Wochen) auf eine Anfrage von mir geantwortet. Ein Versuchsgebiet ist die Vertriebsregion "Münster" - hier gibt es die billige Variante ohne Sendungsverfolgung - im Vertriebsgebiet "Freiburg" gibt es die Variante mit Sendungsverfolgung und Zustellscan. Das "R" ist aus meiner Sicht aber irreführend, den haftungstechnisch gibt es hier keinen Ersatz, wenn die Sendung verloren gehen sollte ! Viele Grüße Jürgen
flyer_ralf Am: 26.08.2025 11:23:10 Gelesen: 3851 # 6
Hallo ohei2 und Jürgen, besten Dank für Eure Info. Ich bin Anfang September in Münster und schaue, ob ich die Prio Marke angeboten bekomme. Wenn Ihr mir Eure Adressen schickt, sende ich Euch bei Verfügbarkeit auch einen Brief und berichte dann hier. Gruß, Ralf
drmoeller_neuss Am: 26.08.2025 11:59:16 Gelesen: 3828 # 7
Für die Deutsche Post AG ist das eine betriebswirtschaftliche Rechnung. Die Abschaffung der E+1-Zustellung durch die Bundesnetzagentur bringt der Deutschen Post erst einmal keine Einspareffekte. Die Kosten für die Behandlung eines Briefes sind ja die gleichen geblieben. Viele Briefe schaffen es ja auch heute noch mit E+1, obwohl der Kunde dafür nicht extra zahlt. Die Post hat ja nichts davon, die Briefe in den Briefzentren einen Tag zu lagern, nur weil E+1 nicht mehr Gesetz ist. Der einzige Vorteil der Deutschen Post ohne E+1 besteht darin, die Infrastruktur, insbesondere die Zustellung gleichmässiger auslasten zu können. Nun lotet die Deutsche Post aus, wie viele der Kunde für eine schnellere Zustellung bereit ist, extra zu zahlen. Der klassische Einschreibebrief war dem Postkunden dafür zu teuer. Nun entspricht der neue Prio-Brief mit Sendungsverfolgung dem bisherigen Einwurfeinschreiben. Lediglich die Haftung in Höhe von 20 Euro bei Verlust der Sendung entfällt. Beim Versand von Fristsachen spielt der materielle Wert der Sendung ohnehin keine Rolle. Der Unterschied im Porto zwischen einem Priobrief und einem Einwurfeinschreiben beträgt bei fast gleicher Leistung 1,30 EUR. Der Priobrief kannibalisiert das Einwurfeinschreiben, und es muss mindestens die dreifache Menge an Priobriefen verschickt werden, damit sich das für die Deutsche Post lohnt. Vielleicht wird langfristig das Übergabe-Einschreiben sterben und der Postkunde hier auf die Produkte des Frachtbetriebes DHL verwiesen. Übergabe-Einschreiben sind lästig und unberechenbar, der tatsächliche Arbeitsaufwand bei der Zustellung lässt sich nicht planen. Bei manchen Kunden dauert es wenige Sekunden, andere Kunden in den oberen Stockwerken sind erst nach Minuten erreichbar. Da ist der Priobrief berechenbarer, und 1,05 Euro für einen zusätzlichen Scan ist für die Deutsche Post kein schlechtes Geschäft. Intern laufen beide Produkte als Einschreiben und sind auch mit einem R gekennzeichnet. Ich vermute einmal, dass in der Versuchsphase auch der einfache Prio-Brief beim Einwurf beim Empfänger gescannt wird, erstens zur internen Laufzeitkontrolle, und zweitens, weil die Schulung der BriefträgerInnen mehr Aufwand bedeuten würde als ein "unbezahltes" und unnötiges Scannen. Daher darf der Kunde auch den frankierten Brief nicht fotografieren, da der Kunde sonst "unbezahlt" in den Genuss der Sendungsverfolgung kommen würde. Als Sammler sehe ich die Produkte mit lachendem und weinendem Auge. Dem Einwurfeinschreiben weine ich keine Träne nach, die lächerliche Versicherungssumme und den Aufwand sie zu bekommen, kann man in der Pfeife rauchen. Für nicht allzu wertvolle Tauschsendungen oder ebay-Transaktionen ist der neue Priobrief vollkommen ausreichend. Wertvolle Sendungen verschicke ich als DHL-Paket. Pakete sind bis 500 Euro versichert und in der Regel schneller als Briefe und gehen seltener verloren. Allerdings kann man keine Frankatur mehr verkleben. Damit wurde der mit Briefmarken frankierte Einwurfeinschreiben de facto auch einen Euro günstiger. Die letzte Frage ist, was der Michel-Katalog aus diesen Produkten macht. Meines Erachtens sind es Briefmarken, und die Produkte gehören als Folienblätter katalogisiert. Wo kann man diese Produkte kaufen? "Postfrisch" könnten sie zu Raritäten werden. An der Umfrage deutschepost.de/umfrageprio und deutschepost.de/priomeinung kann jeder teilnehmen, der den Link kennt. Es werden keine weiteren Daten abgefragt, wenn man an dem Gewinnspiel nicht teilnehmen möchte.
Michael Mallien Am: 03.09.2025 13:51:41 Gelesen: 3473 # 8
Aus dem Versuchsgebiet Münster hier drei Belege mit den Produktmarken Prio STANDARD, KOMPAKT und GROSS zu 1,40, 1,60 und 2,70 Euro: Der Großbrief wurde leider nicht codiert. Viele Grüße Michael
Journalist Am: 06.03.2026 09:01:26 Gelesen: 1932 # 9
@ Journalist [#1] Hallo an alle, eventuell sollte ja nach dem Test dieses neue alte Produkt Prio-Produktmarke ab Anfang 2026 erscheinen. Über die Ergebnisse war aber bis gestern nichts bekannt. Auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz der DHL-Group in Troisdorf bei Bonn hat der Autor erfahren, das dieser Versuch aus Postsicht nicht erfolgreich war und das es deshalb auch diesbezüglich kein neues Produkt geben wird. Viele Grüße Jürgen