Hallo,
anbei ein eingeschriebener Fernbrief mit Berlin/Brandenburg 1-7B durchstochen (überfrankiert, Sollporto 42 Pf, Ist 91 Pf).
Berlin Charlottenburg 1 l 7.2.1946 ohne Uhrzeitgruppe, Ankunft Bonn 1 16.2.1946 9 mit Postvermerk "Nicht angetroffen wird abgeholt <Unterschrift> 18.2.
Hat dieser Beleg Aussichten auf Echtheit?


Grüße
philast
@ philast [#1]
Beitrag redaktionell verschoben aus dem Thema Berlin in den Bereich SBZ Berlin-Brandenburg am 23.08.2025.
Wer hat eine Meinung und kann die Frage beantworten ?
Grüsse aus dem Allgäu, Richard
Hallo,
der Stempel wird im Handbuch Büttner/Schäpe aufgezeigt, allerdings mit Verwendung am 10.5.1939 und erst wieder ab 7.1946 - 8.1952.
Der Brief vom 7.2.1946 zeigt Eigenschaften eines reellen philatelistischen Satzbriefes mit evtl. etwas längerer Laufzeit, mit Ankunftstempel vom 16.2.1946.
Mir erscheint die Stempelfarbe etwas dunkel (schwarz), was aber nicht wirklich ein Kriterium für falsch oder verfälscht sein muss.
Ich denke ungeprüft ist der Brief wohl nicht preisgerecht handelbar.
Ich kann nicht sagen, ob sich eine Prüfung lohnt, ich wäre da selbst unsicher und würde versuchen noch andere Meinungen einzuholen.
Ich kann mir vorstellen, dass philast [#1] dieselbe Unsicherheit hat.
Viele, evtl. leider nicht weiterhelfende Grüße,
Klemens
@ Frankenjogger [#3]
Hallo,
danke für die Antwort. Zwei Bemerkungen dazu:
Ich denke ungeprüft ist der Brief wohl nicht preisgerecht handelbar. --> Ja, das sehe ich auch so.
Ich kann nicht sagen, ob sich eine Prüfung lohnt --> gefühlt würde ich dies mittlerweile nach einigen eigenen Ermittlungen eher verneinen, aus folgenden Gründen:
- Ähnliche Satzbriefe sind, trotz Ausstattung mit Fotoattesten und dort beschriebener guter Qualität bei einem Ansatzpreis von 140 € nicht verkauft worden, d.h. auch mit einem Untergebot hat sich kein Interessent gefunden. D.h. man kann nach Berücksichtigung der üblichen Provisionen allenfalls mit einer Auszahlung 80-90€ für so einen Beleg rechnen.
- Dem stehen Prüfgebühren von bis zu 4% (also bei 1100 Michel €) 44€ (oder min. 30€) + Attest 20 € + MwSt (?) + Porto hin&her für die Prüfsendung ca. 10 €, also in Summe min. 60-74 € (mit MwSt ca. 72-88 €)
- Qualitativ sind bei allen Marken Gummispuren an den Durchstichen zu sehen, was in Anbetracht der Verfügbarkeit besserer Qualitäten nicht für den sicheren Verkauf des Beleges spricht
Und das ist nur der "Gut"-Fall also Marken/Stempel/Beleg sind als echt geprüft worden.
Das heißt nicht dass die Dienstleistung eines Prüfers zu teuer ist, nur der konkrete Fall zeigt, dass selbst durchaus hoch bewertete Marken nicht mit ausreichender Aussicht auf einen positiven Ertrag (und Risiko) absetzbar sind.
Grüße
philast
@ philast [#4]
"Ich denke ungeprüft ist der Brief wohl nicht preisgerecht handelbar. --> Ja, das sehe ich auch so."
Gemäß deiner Rechnung, welche die Situation korrekt darlegt, vielleicht doch.
Wenn du bei ebay 20 € bekommst, dann hast du evtl. mehr Geld in der Tasche, als mit Prüfung und einem Verkauf danach.
Vorsicht, hier ist ein klein bisschen Satire dabei, aber auch Wahrheit bzw. Realismus. ;-)
Schönen Sonntag-Abend,
Klemens
@ Frankenjogger [#5]
Hallo,
also letztlich die Wahl zwischen anbieten ohne Echtheitsgarantie wie vorliegend oder anbieten geprüft mit Attest (oder geprüft leider Fälschung).
Der Verlust ist bei der ersten Option am geringsten.
Wie du schon festgestellt hast.
Wie heißt es so schön?
"Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden". ;-)
Grüße
philast