Zusätzlich trägt der Brief einen quadratischen Kastenstempel "P." Dieser Stempel ist mir bisher noch nicht bewusst untergekommen. Was bedeutet er? Wo wurde er vermutlich angebracht?
Wenn jemand eine Idee hat, warum der Brief nicht als portopflichtige Dienstsache behandelt wurde, würde mich das auch interessieren.
Grüße
Harald
Thema:
Deutsches Reich Bedeutung des postalischen Stempels "P."
Am: 18.08.2025 16:22:45
Gelesen: 814
# 1
Für meine Sammlung konnte ich einen Nachportobeleg aus Deutsch-Ostafrika erwerben.
Es handelt sich um ein Einschreiben nach Rottach-Egern, welches als "portopflichtige Dienstsache" verschickt wurde. Rückseitig befindet sich das Briefsiegel des " Kaiserl. Gericht d. ostafrikanischen Schutzgebietes", welches portopflichtigen Dienstsachen versenden durfte.
Aus einem mir unbekannten Grund wurde die Sendung aber nicht als portopflichtige Dienstsache anerkannt und der entsprechende Vermerk gestrichen. Es wurde ein T.(axe)-Stempel angebracht und 40 Pf (10 Pf Brief x2 + 20 Pf Einschreiben) Nachporto erhoben. Als portopflichtige Dienstsache hätte der Empfänger nur 30 Pf bezahlen müssen.
Zusätzlich trägt der Brief einen quadratischen Kastenstempel "P." Dieser Stempel ist mir bisher noch nicht bewusst untergekommen. Was bedeutet er? Wo wurde er vermutlich angebracht?
Wenn jemand eine Idee hat, warum der Brief nicht als portopflichtige Dienstsache behandelt wurde, würde mich das auch interessieren.
Grüße
Harald
Zusätzlich trägt der Brief einen quadratischen Kastenstempel "P." Dieser Stempel ist mir bisher noch nicht bewusst untergekommen. Was bedeutet er? Wo wurde er vermutlich angebracht?
Wenn jemand eine Idee hat, warum der Brief nicht als portopflichtige Dienstsache behandelt wurde, würde mich das auch interessieren.
Grüße
Harald
Am: 19.08.2025 09:12:35
Gelesen: 733
# 2
@ saeckingen [#1]
Hallo Harald,
meine Vermutung bezüglich dem "P."[orto]-Stempel im Rechteck geht dahin, dass er in Rottach / Inn abgeschlagen wurde. In den einzelnen deutschen Ländern gab es m.W. noch Sonderformen für Porto-Stempel (Beispiel: "Porto" / Karlsruhe) auf ungültiger Ganzsache aus Luxemburg.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 19.08.2025 10:12:17
Gelesen: 705
# 3
@ saeckingen [#1]
@ Lars Boettger [#2]
Hallo ihr beiden,
bezüglich des "P"-Stempels kann ich Lars nur beipflichten. Ich habe beispielsweise erst am 12.8.25 einen Nachportobrief bei den Inflationsbelegen gezeigt (Datenbank Inflationsbelege auf inflaseiten.de #17932), der einen ähnlichen Stempel in roter Farbe zeigt. Der kommt aus Kempten, also ebenfalls Bayern. M.E. handelt es dabei sich um eine typisch bayerische Form.
Zum gestrichenen Vermerk "Portopflichtige Dienstsache" kann ich erst einmal nichts weiter beitragen. Interessant wäre vielleicht der Text auf dem ehemals oben rechts klebenden Zettel, von dem leider nur noch Reste vorhanden sind.
Dem Sinn nach ist die Sache korrekt: Fehlporto 20 Pfg. für Brief 2. Gewichtsstufe und Einschreiben 20 Pfg. (umgerechnet aus den ostafrikanischen 30 Pesa) entsprechen den ausgeworfenen 40 Pfg. Nachporto ohne "Straf"zuschlag, wie bei portopflichtigen Dienstsachen üblich. Nur so als Anmerkung.
Gruß Michael
[Überschrift "Deutsche Kolonien Deutsch Ostafrika" redaktionell in Deutsches Reich geändert]
Am: 19.08.2025 22:56:02
Gelesen: 616
# 4
@ inflamicha [#3]
Vielen Dank für den Hinweis. dass es sich um einen bayerischen P(orto) Stempel handelt. Habe ich so noch nicht gesehen.
Dem Sinn nach ist die Sache korrekt: Fehlporto 20 Pfg. für Brief 2. Gewichtsstufe und Einschreiben 20 Pfg. (umgerechnet aus den ostafrikanischen 30 Pesa) entsprechen den ausgeworfenen 40 Pfg. Nachporto ohne "Straf"zuschlag, wie bei portopflichtigen Dienstsachen üblich. Nur so als Anmerkung.
Eine zweite Gewichtsstufe hätte vermerkt werden müssen, daher gehe ich nur von einem Brief der 1. Gewichtsstufe aus. Dann wäre die Bearbeitung wie für eine gewöhnliche Briefsendung.
Grüße
Harald
Vielen Dank für den Hinweis. dass es sich um einen bayerischen P(orto) Stempel handelt. Habe ich so noch nicht gesehen.
Dem Sinn nach ist die Sache korrekt: Fehlporto 20 Pfg. für Brief 2. Gewichtsstufe und Einschreiben 20 Pfg. (umgerechnet aus den ostafrikanischen 30 Pesa) entsprechen den ausgeworfenen 40 Pfg. Nachporto ohne "Straf"zuschlag, wie bei portopflichtigen Dienstsachen üblich. Nur so als Anmerkung.
Eine zweite Gewichtsstufe hätte vermerkt werden müssen, daher gehe ich nur von einem Brief der 1. Gewichtsstufe aus. Dann wäre die Bearbeitung wie für eine gewöhnliche Briefsendung.
Grüße
Harald
Am: 20.08.2025 09:33:31
Gelesen: 560
# 5
Hallo Harald,
die "2" steht m.E. links neben dem "P"-Stempel.
Gruß Michael