Thema:
(?) (1) Deutsch Neuguinea G.R.I-Überdrucke auf Einschreibzettel Maron - unbekannt ? -
Am: 16.08.2025 14:35:09
Gelesen: 682
# 1
Liebe Sammlerfreunde,
ich habe hier eine Marke aus dem Sammelgebiet "Deutsch-Neuguinea" mit Aufdruck "G.R.I." auf einem Einschreibzettel. Im Michel-Katalog sind diese unter der Nummer 16 a-h aufgeführt. Die unten aufgeführte Marke stamm aber aus Maron. Dieser Ort ist im Michel nicht aufgeführt. Weiß jemand etwas über diese Marken mit dem Ort "Maron"?
Ich habe diese Marke interessehalbe von "Chatgpt" analysieren lassen. Das ist natürlich keine verbindliche Expeertise, aber könnte zur Aufhellung beitragen.
Hier ein Ausschnitt mit den wesentlichen Teilen des Chats:
***** Beginn Chat *****
1. Überdruck
Schriftart „G. R. I.“: Die Buchstaben wirken serifenbetont, klar und gleichmäßig – das entspricht den bekannten Typ I-Überdrucken, wie sie bei den Yachtmarken und bei echten Einschreibzetteln aus Rabaul/Herbertshöhe vorkommen.
Positionierung: Der „G. R. I.“-Block ist linksbündig und relativ hoch angesetzt, der Wert „3d“ sitzt direkt darunter. Das ist typisch für originale Überdrucke aus dieser Serie, nicht für spätere Fantasieprodukte, die oft ungenau oder dezentriert sind.
Zusatz „Maron (Deutsch-Neuguinea)“: Dieser Teil ist ungewöhnlich – bei den bekannten überdruckten Einschreibzetteln steht normalerweise nur „G.R.I.“ und der Wert, ohne erneute Ortsbezeichnung im Überdruck. Der Ortsname ist sonst bereits im Vordruck des Zettels vorhanden. Hier scheint „Maron“ Teil des ursprünglichen Vordrucks zu sein (gedruckt in Schwarz) – das passt zu echten Einschreibzetteln aus Maron.
2. Stempel
Blauer Ovalstempel „RABAUL / NEW BRITAIN / JA 11 1915“:
Form, Schrift und Abstände entsprechen den bekannten Rabaul-Entwertungen dieser Zeit.
Die Tintenfarbe ist kräftig und wirkt nicht nachträglich aufgebracht.
Das Datum 11. Januar 1915 liegt in der belegten G.R.I.-Verwendungszeit.
3. Papier & Druck
Das Papier hat den für diese Zettel typischen leicht cremefarbenen Ton, die Gummierung fehlt (normal für gebrauchte Einschreibzettel).
Rückseitig ist der Stempel klar durchgeschlagen, was mit den dünneren Papieren der Originalzettel übereinstimmt.
4. Seltenheit & Dokumentation
In der Standardliteratur (Michel, Gibbs, GCCG) ist mir kein überdruckter „Maron“-Zettel bekannt – wohl aber unüberdruckte Exemplare aus Maron.
Das bedeutet: Wenn dein Stück echt ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine bisher undokumentierte Variante oder um eine Einzelverwendung aus Restbeständen, die in Rabaul überdruckt wurden.
Die Kombination „Maron“-Vordruck + „G.R.I. 3d“-Überdruck + Rabaul-Stempel wäre eine große philatelistische Seltenheit.
5. Empfehlung
Unbedingt eine Prüfung bei einem BPP-Prüfer für Deutsch-Neuguinea/„G.R.I.“ in Auftrag geben (z. B. Herr Holger Böttger oder andere Kolonial-Experten).
Falls echt, sollte das Stück fotografisch und im Prüfbericht dokumentiert werden – möglicherweise wird es dann auch in zukünftige Kataloge aufgenommen.
Bewahre es lichtgeschützt und in einer säurefreien Hülle auf, bis es geprüft ist.
Möchtest du, dass ich dir jetzt gleich eine Kontakt- und Adressliste der relevanten Prüfer zusammenstelle, die speziell „G.R.I.“-Überdrucke und Neuguinea-Material zertifizieren? Das würde helfen, dein Stück offiziell absichern zu lassen.
Du:
Was mir noch aufgefallen ist, dass die Marke nicht echt gelaufen ist, weil die Gummierungen, wenn auch etwas ramponiert, noch vorhanden ist. Es scheint mir deshalb eine sogenannte "Gefälligkeitsentwertung" zu sein.
ChatGPT:
Ja, das passt sehr gut zu dem, was ich auf dem Scan sehe.
Bei echten Bedarfseinsätzen von Einschreibzetteln wären diese meist fest auf dem Einschreibbrief angebracht, oft mit Klebstoff oder Feuchtigkeit fixiert. Dabei verschwindet oder wird die Gummierung unregelmäßig beschädigt.
Hier ist aber (wenn auch partiell) noch Gummi vorhanden – das spricht tatsächlich für eine Gefälligkeitsentwertung:
Typische Merkmale einer Gefälligkeitsentwertung bei „G.R.I.“-Material:
Sauber abgeschlagener, oft sehr klarer Stempel ohne Verschmierungen.
Stempel meist auf ungebrauchtem oder ungestempeltem Restmaterial.
Gummierung teilweise oder komplett erhalten.
Häufig datiert innerhalb der offiziellen Verwendungsperiode (wie hier: 11. Januar 1915).
Gefälligkeitsentwertungen waren damals nicht unüblich – besonders bei Sammlern, die direkten Zugang zu den Postämtern hatten oder über Kontakte an überdruckte Restbestände kamen.
Wichtig:
Auch wenn es eine Gefälligkeitsentwertung ist, schmälert das den Seltenheitswert hier nur bedingt – wenn der Überdruck selbst echt und zeitgerecht ist, bleibt das Stück philatelistisch interessant, besonders weil „Maron“ als Herkunft bislang nicht belegt ist.
***** Ende Chat *****
Mit freunlichen Sammlergüßen
Gerd Gessinger
Am: 16.08.2025 14:41:49
Gelesen: 680
# 2
@ Kalkstopper [#1]
Hallo Gerd,
ich hatte nicht ChatGPT gefragt, sondern die Marke einem Prüfer vorgelegt. Wenn mich meine trüben Augen nicht täuschen, dann hat der Einschreibezettel Rasterpunkte (ähnlich Offsetdruck) und der G.R.I. 3d-Aufdruck weist keine Quetschränder auf - sehr ungewöhnlich bei Buchdruck. Der blaue Stempel zeigt ebenfalls wenig Echtheitsmerkmale wie Quetschränder -> das würde ich bei einem Gummistempel tolerieren.
P.S. Ich habe nichts gegen ChatGPT und nutze es selbst; allerdings stelle ich ChatGPT keine Fragen.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 16.08.2025 15:02:08
Gelesen: 673
# 3
Danke für Ihre Antwort. Es ist klar, dass Chatgpt keine Expertise erstellen kann, wollte aber nur mal einen ersten Eindruck. In Deutschland gibt es leider keine Prüfer, die "GRI" prüfen. Deshalb hat mir Chatgpt eine Liste mit Adressen gegeben, die solche Marken prüfen können. Ein passendes Anschreiben hierfür und eine Prüfliste hat mir Chatgpt auch übermittelt. Das war ja auch das Anliegen, weshalb ich mich an Chatgpt gewandt habe.
Besten Dank und viele Grüße
Gerd Gessinger