Am 30.12.1848 wurde in Mesnil-Roques ein Brief geschrieben, einem Ort ohne Postbüro. Der Absender hat den Brief am 31.12.1848 zum Postbüro in Gavray gebracht, wo er frankiert wurde mit der neuen Briefmarke (der ersten Frankreichs) zu 20 Centimes, schwarz. Der Posthalter hat diesen Brief bereits abgestempelt am 31.12.1848!
Erst am 1.1.1849 aber wurde die Briefmarke offiziell in Verkehr gesetzt. Der Brief wurde versandt und kam am selben Tag am Bestimmungsort Coutances an, wo er einen Ankunftsstempel erhielt (ebenfalls 1.1.1849).
Dieser Brief ist nach Angaben der Auktionatoren und der Prüfer 2023 (Jean-François Brun und Benoit Chandanson) der EINZIGE Brief mit einer France No. 3 gestempelt 31 décembre 1848!
Der Brief wurde ausgerufen zu CHF 90'000 und nach Angaben des Auktionshaus für diesen Preis auch zugeschlagen.
Ich wiederhole meinen Schluss-Satz zu Beitrag : "Es kann sich also lohnen, hier genau hinzuschauen."
Heinz
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Raritäten: Wertvolle Briefe mit gewöhnlichen Briefmarken und Ganzsachen"]
Thema:
Frankreich Raritäten
Am: 05.08.2025 22:36:16
Gelesen: 576
# 1
@ Heinz 7
Nun möchte ich eine noch grössere Seltenheit vorstellen.
Das Auktionshaus "Le Timbre Classique" aus Genf konnte am 23. Januar 2024 eine spektakuläre Neuentdeckung anbieten.
Am 30.12.1848 wurde in Mesnil-Roques ein Brief geschrieben, einem Ort ohne Postbüro. Der Absender hat den Brief am 31.12.1848 zum Postbüro in Gavray gebracht, wo er frankiert wurde mit der neuen Briefmarke (der ersten Frankreichs) zu 20 Centimes, schwarz. Der Posthalter hat diesen Brief bereits abgestempelt am 31.12.1848!
Erst am 1.1.1849 aber wurde die Briefmarke offiziell in Verkehr gesetzt. Der Brief wurde versandt und kam am selben Tag am Bestimmungsort Coutances an, wo er einen Ankunftsstempel erhielt (ebenfalls 1.1.1849).
Dieser Brief ist nach Angaben der Auktionatoren und der Prüfer 2023 (Jean-François Brun und Benoit Chandanson) der EINZIGE Brief mit einer France No. 3 gestempelt 31 décembre 1848!
Der Brief wurde ausgerufen zu CHF 90'000 und nach Angaben des Auktionshaus für diesen Preis auch zugeschlagen.
Ich wiederhole meinen Schluss-Satz zu Beitrag : "Es kann sich also lohnen, hier genau hinzuschauen."
Heinz
[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Raritäten: Wertvolle Briefe mit gewöhnlichen Briefmarken und Ganzsachen"]
Am 30.12.1848 wurde in Mesnil-Roques ein Brief geschrieben, einem Ort ohne Postbüro. Der Absender hat den Brief am 31.12.1848 zum Postbüro in Gavray gebracht, wo er frankiert wurde mit der neuen Briefmarke (der ersten Frankreichs) zu 20 Centimes, schwarz. Der Posthalter hat diesen Brief bereits abgestempelt am 31.12.1848!
Erst am 1.1.1849 aber wurde die Briefmarke offiziell in Verkehr gesetzt. Der Brief wurde versandt und kam am selben Tag am Bestimmungsort Coutances an, wo er einen Ankunftsstempel erhielt (ebenfalls 1.1.1849).
Dieser Brief ist nach Angaben der Auktionatoren und der Prüfer 2023 (Jean-François Brun und Benoit Chandanson) der EINZIGE Brief mit einer France No. 3 gestempelt 31 décembre 1848!
Der Brief wurde ausgerufen zu CHF 90'000 und nach Angaben des Auktionshaus für diesen Preis auch zugeschlagen.
Ich wiederhole meinen Schluss-Satz zu Beitrag : "Es kann sich also lohnen, hier genau hinzuschauen."
Heinz
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Am: 06.08.2025 21:31:42
Gelesen: 491
# 2
@ Heinz 7 [#1]
ein wunderbarer Brief, der mich in Erstaunen versetzt. Nach heutigem Tageskurs können wir ruhig mal umrechnen und dann ist der Brief mit 95.634 Euro ausgerufen/zugeschlagen worden, wow!
Interessant ist auch die Geschichte zum Brief. Man muss aber bei dem Stempel auf der 20 Centimes Marke mit gelblichem Papier schon sehr genau hinschauen, um das Datum zu erkennen. Das handschriftliche "Affranchie" ist noch ein i-Tüpfelchen dazu.
Die enorme Preisspanne bei gleicher Marke möchte ich an einem Brief demonstrieren, den ich selbst vor ein paar Jahren bei einem deutschen Auktionshaus "günstig" erworben habe. Der Brief ging am 16 März 1849, also nur knapp 2 1/2 Monate nach dem Erstag von THANN nach MULHOUSE (rs. AK) im Elsass. Damals spielte ich mit dem Gedanken, mir eine kleine Sammlung von Briefen zuzulegen, die im ersten Jahrzehnt der Existenz von amtlichen Briefmarken gelaufen sind.
Die Marke ist tiefschwarz und der Rautengitterstempel auch nicht gerade übel. Ein sammelwerter Brief, sonst wäre er auch nicht als Einzellos beim Auktionshaus gelandet. Den Zuschlag verrate ich aber nicht. Jeder soll sich dazu selbst seine Gedanken machen. Auf jeden Fall ist der Brief im Vergleich zu dem aus dem Raritätenkabinett fast schon geschenkt.
Danke fürs Zeigen, Heinz.
10Parale