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Tibet 1913-1960 - Der Start eines neuen Exponats

22028 Am: 27.07.2025 10:49:38 Gelesen: 2252 # 1
Es ist allgemein bekannt, dass ich meine über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren zusammengetragene Studien- und Ausstellungssammlung „Tibet 1912–1959/60” nach der FIP-Ausstellung 2016 in New York verkauft habe, aber meine Leidenschaft (und mein Wissen) für die Tibet-Philatelie sind nach wie vor tief in mir verwurzelt. Mir ist bewusst dass es in meinem Alter schwierig sein mag ein Exponat von Grund auf neu aufzubauen, aber ich habe mich entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen. Im Gegensatz zu meiner Forschungssammlung über Tibet ist es jedoch mein Ziel, nur das zu sammeln, was ich für ein neues Exponat für notwendig halte - Qualität vor Quantität - Dinge, die ich in den letzten 10 Jahren mit meinen anderen Exponaten gelernt habe. Mein Profilbild ist eines der ersten Stücke, die ich gekauft habe. Wie man sieht, ist die Tibet-Philatelie nichts für Qualitätsfetischisten. Aber ich mag diese oft leicht vergammelt aussehenden Stücke. Wie schrieb ein anderer Tibet Sammler mal: Ein Tibet-Brief ist echt, wenn er ziemlich vergammelt ist und nach Yak-Butter riecht. Dieser Brief aus dem Jahr 1912, frankiert mit einer 1/6-Tr.-Marke, wurde von Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, an Col. Bailey, den tibetischen Handelsbeauftragten, geschickt und mit einem violetten Lhasa-Poststempel sowie Transitpoststempeln von Gyantse, Chushu, Pelti und Nangartse abgestempelt. Zusätzlich befindet sich ein rotes rundes Silon-Siegel darauf.
22028 Am: 16.08.2025 15:54:52 Gelesen: 2104 # 2
Vor einigen Tagen kamen 2 dicke Briefumschläge, darin meine in Hong Kong ersteigerten Lose. Zu meiner Freude fand ich da in einem Los mit 21 Briefen der Mi-Nr. 1 von Tibet dieses kleine Schmuckstück: Der Absender dürfte wiederum der Dalai Lama gewesen sein (die Siegel muss ich noch identifizieren), Empfänger ist wiederum Colonel Bailey, wunderschön die farbigen Stempel die ich so schön nicht in meinem früheren Exponat hatte.
Martin de Matin Am: 16.08.2025 22:33:49 Gelesen: 2065 # 3
@ 22028 [#2] Ich hätte zwei Fragen zu dem Brief. Woran erkennt man, das der Brief vom Dalai Lama stammt? In meinen Unterlagen fand ich auf die schnelle kein Siegel vom Dalai Lama, das dem Siegel vom Brief gleicht; ich habe bisher nur einen kleinen Teil meiner Unterlagen gesichtet. Woran erkennt man, das der Brief an Colonel Bailey ging? Gruss Martin
22028 Am: 17.08.2025 13:36:53 Gelesen: 2018 # 4
@ Martin de Matin [#3] Das kleine Schwarze Siegel ist ein Briefsiegel des DL. Nicht zu verwechseln mit den großen, meist roten Siegeln. Sobald ich in meinem digitalen Archiv etwas finde poste ich es hier. In rot und englischer Sprache ist geschrieben „Trade Agent Keuchung Ngapwanq Lobsong, so wurde er (Colonel Bailey) in Tibetischer Sprache genannt.
22028 Am: 30.10.2025 12:02:40 Gelesen: 1840 # 5
@ Martin de Matin [#3] Asche auf mein Haupt, irgendwie habe ich da einiges verwechselt, die Siegel sind nicht die Siegel die ich eigentlich meinte, sorry.
22028 Am: 25.12.2025 11:22:53 Gelesen: 1627 # 6
Hatte eigentlich geplant hier regelmäßig weitere interessante Stücke zu zeigen, auf Grund des Todes meiner Mutter vor ca. 4 Wochen, der Beerdigung etc., ich bin der Nachlassverwalter, hinzukommt, dass ich meine Exponate (insgesamt 150 Blatt) für Dubai 2026 fertig machen muss, muss ich euch um Geduld bitten.
22028 Am: 28.03.2026 13:47:22 Gelesen: 1283 # 7
Nun kann ich mit der Erstellung des Exponates richtig beginnen, heute wurde dieser, vermutliche früheste, Entwurf der Briefmarken von Tibet versteigert und ich konnte nicht widerstehen. Bei diesem Entwurf zeigt der Löwenkopf in einer gegen den Uhrzeigersinn gedrehten Haltung (Kopf schaut nach Links) was als „un-buddhistisch“ angesehen wurde und in den späteren Entwürfen und ausgegebenen Marken umgekehrt / korrigiert wurde. Dieser Entwurf ziert auch das Buch von Chazen/Wong über die Postgeschichte von Tibet, über den großen schwarzen „Probedruck“ wie in der Buchseite abgebildet kann ich mir noch keinen Reim machen, der Text ist da recht kryptisch geschrieben, und Danny Wong ist nicht unbedingt der kommunikativste, der Co-Autor Steven Chazen ist leider verstorben. Jedenfalls ist seitdem ich meine Sammlung 2016 verkaufte doch einiges an Forschung aufgearbeitet worden und mein neues Exponat in Arbeit wird diese aktuellste Forschung widerspiegeln und als solches sollte der Tibet dieser Diskussion auch auf „Tibet 1913-1960 - Der Start eines neuen Exponats“ geändert werden.
22028 Am: 07.06.2026 10:04:56 Gelesen: 930 # 8
Dieses Tibet Los wurde gestern bei eBay verkauft, interessant die beiden grünen Paare die aussehen wie Musterbogen. Von der grünen 4 Tr. Marke waren bisher keine ungebrauchten Musterbogen bekannt, nur einige Briefe mit teilweise bis zu 3 Musterbogen mit abgeschnittenen Rindern. Ob diese Stücke hier nun Musterbogen sind, wer weiß. Ein Freund von mir von http://www.altpostgeschichte.de hat einige Bildvergleiche mit den echten gebrauchten Paaren durchgeführt, und die Unterschiede sind wirklich nur minimal.
Martin de Matin Am: 07.06.2026 13:12:57 Gelesen: 890 # 9
@ 22028 [#8] Das zwei Paare zusammen auftauchen wäre schon ungewöhnlich. Ich habe von Tibet keine Bogen oder Bogenteile, deswegen muss ich auf Abbildungen zurückgreifen. Die Abbildungen können natürlich Fehler aufweisen. In den Unterlagen von Hellrigl habe ich auf die schnelle die Verkaufsliste von David Crockers Sammlung gefunden. Dort sind Bogen der verschiedenen Bogenzusammenstellungen (Settings) abgebildet. Wenn man das erste Setting betrachtet, dann würde ich auf die schnelle meinen, das die Paare von den Positionen 3 (linke Marke) und 1 (rechte Marke) stammen könnten. Nachdem ich alle Abbildungen auf das gleiche Format gebracht habe und dann übereinander gelegt habe, dann gabt es leichte Abweichungen (obere Inschrift deckungsgleich unter Inschrift in der Höhe leicht verschoben. Genaues kann man nur sagen wenn man einen Originalbogen mit den Paaren gemeinsam einscannt. Gruss Martin
22028 Am: 07.06.2026 13:44:56 Gelesen: 876 # 10
@ Martin de Matin [#9] Du musst nicht die Sammlung von David Crocker (der hatte mich vor vielen Jahren mal besucht) konsultieren, hier habe ich einen hochauflösenden Scan eines Bogens der 4 Tr. Platte 1a. Ich bin leider nicht gut mit Graphikprogrammen. https://fuchs-online.com/tibet/Stamps/sheets/1933_13_Setting_1a.htm Übrigens, Klischee 3 und 1 würde passen, und ich habe gerade mal meine alten Emails von Geoffrey Flack der leider vor einigen Jahren verstorben durchgesehen, der schrieb mir zu dem 4 Tr. Musterbogen dass ihm ein ungebrauchtes Paar davon bekannt ist, ohne aber Bilder zu zeigen. Auch die Tibetliteratur zeigt keinen ungebrauchten Musterbogen.
Martin de Matin Am: 07.06.2026 17:55:38 Gelesen: 841 # 11
@ 22028 [#8] @ 22028 [#10] Ich habe jetzt einmal das vermutliche Klischee 1 vom linken Paar mit dem Bogen (die Auflösung ist nicht ganz so gut, da farbige Pixel im weissen Motivbild zu sehen sind) aus dem Link verglichen. Ich musste das Stück aus dem Paar waagerecht auf 143% und senkrecht auf nur 142,3% vergrössern um eine identische Grösse zu haben. Danach waren beide Deckungsgleich. Die bedeutet für mich, dass das Paar schlecht abgebildet ist oder das Paar zu hoch ist. Gruss Martin
22028 Am: 07.06.2026 18:34:23 Gelesen: 830 # 12
@ Martin de Matin [#11] Danke, sobald die Sachen bei mir eintreffen, werde ich selbst Scans anfertigen und Dir gerne mal senden.
Martin de Matin Am: 15.06.2026 22:14:11 Gelesen: 708 # 13
@ 22028 [#8] In Hellrigls Unterlagen habe ich eine schwarz-weiß-Abbildung eines Paares gefunden. Dort ist auch die Klischee 3 und 1 angegeben. Leider sind die Marken durch Papierfalten etwas verzerrt. Ich vermute, das die Probedrucke immer Paarweise hergestellt wurden (bitte korrigieren wenns nicht stimmt), so das die Abstände für jede Wertstufe immer gleich sind. Gruss Martin
22028 Am: 16.06.2026 18:16:42 Gelesen: 622 # 14
@ Martin de Matin [#13] Danke für das Bild, das Stück kannte ich noch nicht, kannst Du mir das per E-Mail senden? Meine Adresse ist im Profil hinterlegt. Ja, die Musterbogen wurden von 2 Klischees der späteren Platten mit 12 Marken, aber in Klischeeanordnung die in den späteren Platten so nicht vorkamen und der Abstand zwischen den Marken war größer als bei den späteren 12er Bogen. Bei der 4 Tr. Marke waren das halt Klischees 3 (links) und 1 (rechts) gedruckt. Lose Stücke kann man auch an breiten Rändern erkenn, Markenrändern (wenn sie nicht abgeschnitten wurden, erkennen, einige Wertstufen auch an kleinen Klischeemerkmalen.
Martin de Matin Am: 20.06.2026 14:00:25 Gelesen: 467 # 15
@ Martin de Matin [#13] Ich habe noch weitere Informationen zu dem Probenpaar gefunden. Auf einem Blatt mit Fotokopien von Proben ist dieses Paar zu sehen mit einem mit der Jahresangabe von 1972 und einem Preis von 250 Pfund. Nach dem ansehen von vielen weiteren Blätter fand ich eine Auktionskatalogseite (unten ist die obere Hälfte der Katalogseite zu sehen) von Robson Lowe vom 19.9.1972 auf der dieses Paar mit der Losnummer 612 abgebildet ist. Weitere Informationen zu diesem Probedruck sind nicht ausgeschlossen, da ich in den Unmengen von Blättern, die teileweise lose abgelegt sind, nicht alles sofort erkennen kann. Es ist eine Umfangreiche Korrespondenz mit diversen Tibetsammlern vorhanden, die man nicht auf die schnelle durchlesen kann. Das gleiche gilt auch für die grosse Anzahl von Fotonegativen die erst einmal eingescannt werden müssen. Gruss Martin Nebenbei bemerkt, ich fand ich auch Schreiben von einem Herrn Fuchs aus Kuwait an Hellrigl.
22028 Am: 21.06.2026 12:56:09 Gelesen: 395 # 16
@ Martin de Matin [#15] Vielen Dank, die Infos werde ich mir gleich mal speichern. Und Schreiben von einem Herrn Fuchs aus Kuwait, wer das wohl gewesen sein mag ?
22028 Am: 18.08.2026 16:47:52 Gelesen: 83 # 17
@ Martin de Matin [#9] Das zwei Paare zusammen auftauchen wäre schon ungewöhnlich. Heute kam Nachricht von der RPSL, beide Musterbogen der 4 Trangka Marken sind echt (der kleinere der beiden hat eine ausgebügelte Knickfalte, das kann aber auch aus der Zeit vor dem Druck kommen), das freut den Sammler, mittlerweile habe ich auch mal meine Literatur konsultiert, angeblich war bisher 1 ungebrauchter Musterbogen der 4 Trangka Marke bekannt. Ob von den beiden gezeigten davon einer der bisher bekannten ist kann ich (noch) nicht sagen da mir kein Bild des anderen ungebrauchten 4 Tr. Musterbogens vorliegt.