Thema:
Der Schilling-Briefmarken-Skandal: Milliarden entwertet – wer zahlt den Preis?
Am: 06.06.2025 20:22:24
Gelesen: 9162
# 1
Guten Abend,
gestern erreichte mich eine Nachricht über eine Fernsehsendung in Österreich, über welche ich gerne informieren möchte.
Es geht um ein Thema mit dem alle längst abgeschlossen war, der Umtausch der Schilling Briefmarken zur Einführung des Euro.
In dieser Sendung informieren und diskutieren Leute verschiedener Bereiche über den Ablauf und was daraus noch werden kann.
Ich bin gespannt auf Eure Meinungen zu dieser Sendung.
Krone Zeitung, krone.tv CLUB3
Der Schilling-Briefmarken-Skandal: Milliarden entwertet – wer zahlt den Preis?
Ein Werbedeal über 1,7 Millionen Euro scheitert – stattdessen tauchen 1,7 Millionen Schilling in Briefmarken auf. Was wie ein kurioser Einzelfall aussieht, ist in Wahrheit ein systematisches Desaster.
💬 Wie konnte es zur massenhaften Entwertung von Schilling-Briefmarken kommen?
💬 Wer trägt die Verantwortung?
💬 Und steckt hinter dem Sammlerchaos am Ende ein strukturelles Staatsversagen?
🎙️ In CLUB 3 mit Tanja Pfaffeneder diskutieren:
📌 Josef Bürger – Autohändler & Sammler
📌 Peter Stastny – Jurist & Politologe
📌 Robert Schrodis – Richter i. R. & Briefmarkenexperte
📌 Alexander Rüdiger – Moderator & Autor
https://www.youtube.com/watch?v=ZmpqgPNb1Pk
Viel Spaß beim zusehen und zuhören.
Am: 06.06.2025 21:42:11
Gelesen: 9106
# 2
DANKE für den Link !
Eine spannende Diskussion ... und ein vergleichbarer Skandal mit der Ungültigkeit der deutschen Mark und Pfennig Marken.
Das sollte auch nochmal eine prominente TV-Sendung aufgreifen.
Am: 07.06.2025 08:42:49
Gelesen: 8938
# 3
@ philamaxi [#2]
und ein vergleichbarer Skandal mit der Ungültigkeit der deutschen Mark und Pfennig Marken.
Was für ein Skandal? Man hatte mehrere Jahre Zeit seine Mark/Pfennig Marken umzutauschen, nur weil einige Spekulanten die sich dick mit Mark/Pfenning Marken zu Dumpingpreisen eindeckten und hinterher leer ausgingen?
Am: 07.06.2025 15:23:15
Gelesen: 8779
# 4
@ 22028 [#3]
Wie lange hatte man in Deutschland Zeit für den Umtausch?
In Österreich jedenfalls nicht länger als 6 Monate (bis zum 30.6.2002).
Am: 07.06.2025 19:17:07
Gelesen: 8616
# 5
@ alex11 [#4]
Wie lange hatte man in Deutschland Zeit für den Umtausch?
Die Euro-Einführung in Deutschland im Jahr 2002 führte dazu, dass alte Pfennig- und DM-Briefmarken nicht mehr gültig waren. Die Deutsche Post AG bot eine begrenzte Umtauschfrist an, die am 30. Juni 2003 endete. Diese Frist wurde vom Bundesgerichtshof als wirksam angesehen. Nach dieser Frist konnten die Briefmarken nicht mehr umgetauscht werden
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=12572
Am: 07.06.2025 20:00:28
Gelesen: 8580
# 6
Wo ist der Bus mit den Leuten die sich für diesen über 20 Jahre alten Mist interessieren.? Was kann man daran noch ändern?
Hauptsache, Richard hat ein Thema in dem das Wort Skandal in der Überschrift steht, wie es in der "Blöd"-Zeitung und vergleichbaren Medien üblich ist. Das muss selbstredend in fetter Überschrift noch weiter hervorgehoben werden!
Mir wird übel...
Jürgen
Am: 07.06.2025 20:21:49
Gelesen: 8556
# 7
Vor wenigen Wochen Nachricht von einer Bekannten: "... bin gerade bei Freunden, die haben 5 Alben mit Briefmarken (Kaufwert 38.000 Euro (Mark?), die sind angeblich nichts mehr wert, wurden wohl entwertet vom Postminister! Kannst du was dazu sagen bzw. sind die Briefmarken noch etwas wert, gibt es einen Markt?"
- was soll ich dazu sagen ?
Original postfrische Bogen aus den 1980ern und 1990ern...
Das Argument im Österreich-Beitrag, dass gemäß EU-Recht kein Bürger Europas durch Euro-Einführung benachteiligt sein oder Verlust erleiden sollte, widerspricht dem begrenzten Umtausch, von dem eben doch nicht jeder erfahren hat oder darauf reagieren konnte.
Am: 07.06.2025 20:33:39
Gelesen: 8542
# 8
Mancher hat es auch drastisch formuliert: Damalige Verbandsvertreter haben die absehbare Katastrophe toleriert, um sich bei der Post "einzuschleimen" und entgegen den Interessen ihrer Mitglieder agiert.
Am: 07.06.2025 20:34:57
Gelesen: 8541
# 9
Ich sehe das inzwischen wie Jürgen Witkowski. Der Zug ist abgefahren, letztinstanzlich entschieden und es bringt wenig, sich jetzt darüber zu ärgern, dass es vor fast einem Vierteljahrhundert hätte anders laufen müssen, insbesondere von BDPh-Seite. Wer damals nicht umtauschte, spekulierte darauf, dass alle anderen umtauschen und schätzte den Markt damit falsch ein. Kann mir doch keiner erzählen, dass all die jetzt auftauchenden Bogenbestände vergessen wurden. Nein, die wurden bewusst nicht angerührt. Jeder wusste, dass die gratis Put-Option (Umtausch zum Nennwert) zu einem bestimmten Stichtag verfallen würde. Es wurde jahrelang berichtet, die Medien nudelten das Thema schon ein Jahr vor Umtauschfrist durch, in jeder Postfiliale lagen Umtauschbögen um. KEIN Mensch hat 38.000 Euro Frankaturware NICHT umgetauscht, weil vom Umtausch nicht rechtzeitig erfahren wurde. Wer reagiert hätte, hätte durch die Euroeinführung keinen Schaden erlitten. Im Gegenteil: Kaum noch einzusetzenden Nominalen hätte man in problemlos einsetzbare neue Nominalstufen tauschen können. Die konnte man sich in Deutschland sogar aussuchen.
Bei allen anderen im Voraus bezahlten Leistungen sind deutlich kürzere Gültigkeitsfristen üblich als bei Briefmarken, ohne dass es da einen Aufschrei gibt. Fahrkarten muss ich in Berlin sechs Monate nach einer Preisänderung umtauschen. Keiner käme auf die Idee, sich zehntausende Fahrkarten ins Lager zu legen und auf Wertzuwächse zu spekulieren.
Am: 07.06.2025 20:53:49
Gelesen: 8523
# 10
@ philamaxi [#7]
@ philamaxi [#8]
Ist denn schon Sommerloch für die Philapresse?
Welcher Sammler legte sich denn 38000 Euro / Mark in Frankaturware hin. Ich befürchte da wurde spekuliert ähnlich wie TeeKay [#9] es beschrieb.
Kannst ja den damaligen BDPh Vorstand befragen wie es damals war, da wurden vor Jahren schon Säue durch die Straßen getrieben, der BDPh hatte auf die Entscheidung NULL Einfluss.
Das was Du nun schreibst ist fast schon Rufschädigung.
Am: 07.06.2025 20:55:08
Gelesen: 8521
# 11
@ TeeKay [#9]
Dem ist in aller Richtigkeit nichts hinzuzufügen.
Selbst eine "nur" sechsmonatige Frist sollte lang genug gewesen sein, um seine Briefmarkenbestände, die über eine reine Sammlung hinausgehen, in dann wieder sehr langfristig gültige Briefmarken umgetauscht zu haben. Wer Briefmarken in umfangreichen Mengen gelagert hat, kann mir nicht erzählen, dass er damals die Sache mit dem Umtausch nicht mitbekommen hat. Bei solchen Vermögenswerten sollte man schon eine gewisse Aufmerksamkeit für alles, was so um einen herum passiert, an den Tag legen.
Wer auf einen Wertzuwachs spekuliert hat: Niemand gibt eine Garantie, dass eine Spekulation aufgeht. Eher im Gegenteil. Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen.
Und dieses "Uns geschieht Unrecht"-Ding, egal um was es geht, ist und war schon immer überflüssig.
Was ist das eigentlich, dass Leute nicht bereit sind, für ihr eigenes Handeln (oder eben Unterlassen) geradezustehen und statt dessen fordern, dass sich andere gefälligst kümmern sollen?
Am: 07.06.2025 21:25:08
Gelesen: 8481
# 12
Klar, jedem, der rechtzeitig umgetauscht hat, könnte das Thema heute egal sein. Aber alle, die noch DM-Marken ** besitzen, als 'gierige Spekulanten' zu diffamieren, halte ich für eine unzulässige Generalisierung. Ich habe nur Meinungen weitergegeben, die ich gerade in den letzten Monaten von verschiedenen Seiten gehört habe.
Am: 07.06.2025 21:35:00
Gelesen: 8467
# 13
@ philamaxi [#12]
Wer hat an welcher Stelle alle, die DM-Marken ** besitzen, als gierige Spekulanten diffamiert? Es wurde eine Summe von 38000 Euro / Mark als Hinweis auf Spekulation genannt.
Bitte bei der Wahrheit bleiben, auch wenn es schwer fällt! Ich habe nur Meinungen weitergegeben, die ich gerade in den letzten Minuten von verschiedenen Seiten gehört habe.
Am: 07.06.2025 21:40:28
Gelesen: 8463
# 14
Ich habe bei den Markenbesitzern nachfragen lassen und bin selbst gespannt auf die Antwort.
Am: 07.06.2025 21:59:02
Gelesen: 8453
# 15
@ philamaxi [#14]
Für mich liest es sich so, dass die Antwort bereits in Beitrag [#12] zu lesen ist. Nun auf einmal ein Rückzieher? Ich kenne mich mit den Eigenheiten der Boulevard-Presse nicht besonders gut aus, da ich meine Informationen für gewöhnlich seriösen Printmedien entnehme. Sollte ich vielleicht auch einmal irgendwo nachfragen lassen, damit sich bei mir die Spannung auf die mögliche Antwort aufbaut? Fragen über Fragen.
Am: 07.06.2025 22:07:28
Gelesen: 8446
# 16
@ philamaxi [#12]
Der erste, der hier das Wort gierig in den Thread einführte, warst du. Du warst es auch, der die 38.000 DM Frankaturwarebesitzer ins Thema einbrachte. Das sind doch keine Sammler gewesen, die sich an ihrer Sammlung erfreuten. Und Sammler, die sich an ihrer Sammlung erfreuten, können sich jetzt nicht beschweren, dass der Frankaturwert nicht mehr erlösbar ist. Sie wollten ja Freude an der Sammlung und keinen nominellen Werterhalt. Den hätten sie bis 2003 haben können.
Mich wundert vor allem, wie blauäugig offenbar die meisten vorgingen. Die FG Berlin berichtete 1992, dass beim Umtausch von Berlin-Marken nur knapp 4,7 Millionen Mark Nominale getauscht wurden. Fast alle spekulierten auf steigende Preise. Die setzten nicht ein. Und was war 2003? Wieder tauschte kaum jemand um. In den 1990-ern kam das Wort Umtausch im Zusammenhang mit Berlin-Marken in der philatelie übrigens überhaupt nicht vor.
Am: 09.06.2025 13:26:12
Gelesen: 8136
# 17
@ 22028 [#5]
18 Monate - das ist schon einmal 3 x solange wie in Österreich.
Bei 18 Monaten hätte die TV-Diskussion (siehe den Thread-Titel) wohl gar nicht stattgefunden.
In anderen EU-Ländern gab es teilweise noch viel längere Umtausch-Fristen.
Die Ö-Post hat wohl vorsätzlich (erfolgreich) darauf spekuliert, dass sie sich so viel Geld ersparen kann.
Am: 09.06.2025 13:35:10
Gelesen: 8128
# 18
In Deutschland gibts die gleichen Bogen-Großbestände. Das Vorhandensein ist gänzlich unabhängig von der Umtauschfrist, da jeder, der 38.000 DM oder Euro in Frankaturware behielt, das vorsätzlich tat. Diese Menschen jammern nicht über eine zu kurze Umtauschfrist, weil sie die verpasst hätten, sie jammern, weil ihre Spekulationsentscheidung sich nachträglich als falsch herausstellte.
Am: 09.06.2025 14:04:33
Gelesen: 8097
# 19
Also jammern auf hohem Nieveau und eigene "Fehler" nicht eingestehen, so sehe ich letzteres. Ich kann mich nicht erinnern, daß man sich aufgeregt hat, als die ersten Ausgaben der Bundespost ungültig wurden. Auch gab es meines Wissens keine Diskussion darüber als nach der Wende sämtliche Marken der DDR und Berlin ungültig wurden.
Am: 09.06.2025 15:05:50
Gelesen: 8054
# 20
Jeder Anleger kennt die Risiken der unterschiedlichen Anlageklassen (bzw. sollte sie kennen). Eine risikolose Anlageform gibt es nicht. Egal ob Edelmetalle, Aktien, Kryptowährungen, seltene Weine, Rentenpapiere, Fonds - überall kann man Geld verlieren. Der Unterschied liegt nur in der Wahrscheinlichkeit.
In der Anlageklasse "Briefmarken mit DM-Nominale" gab es diesen fast kompletten Verlust. Und ja, viele Sammler haben sich bewusst dagegen entschieden, ihre DM-Bestände in Euro-Marken umzutauschen. Und ja, ich habe Mitleid mit den Erben, die jetzt viel bedrucktes Altpapier in den Händen halten. Wer weiß, vielleicht werden diese "Non-valeurs" (Wertpapier ohne Kurswert) eines Tages für ein paar Euro auf dem Flohmarkt verscheuert.
Beste Grüsse!
Lars
P.S. Wir hatten damals mit Fokker-Aktien spekuliert. Ging sehr kräftig in die Hose. Da hatten uns genügend Leute vor gewarnt.
Am: 09.06.2025 15:28:14
Gelesen: 8028
# 21
@ Lars Boettger [#20]
" Und ja, ich habe Mitleid mit den Erben, die jetzt viel bedrucktes Altpapier in den Händen halten."
Hier würde ich unterscheiden zwischen Investmentbeständen und Sammlungen. Bei Investmentbeständen: Kein Mitleid - ich hätte auch kein Mitleid als Nichthorter von Frankaturware erfahren, wenn die Preise nach 2003 durch die Decke gegangen wären.
Und bei Sammlungen auch kein Mitleid. Der Erblasser hatte sich doch entschieden, seine Sammlung zu behalten, aus welchen Gründen auch immer. Nach dem Wertverfall postfrischer Berlin-Sammlungen muss jedem klar gewesen sein, dass Bund-Sammlungen das gleiche Schicksal erleiden könnten. Ich sammle nicht postfrisch. Allerdings kann ich mich in Menschen hineinversetzen, die sich bewusst gegen den Umtausch ihrer Sammlung entschieden. Denn wahrscheinlich hingen an den Marken Erinnerungen. Ich kann mich bei manchen meiner modernen Bund-Marken auch noch an Stimmungen und Eindrücke erinnern, die ich beim Kauf hatte. Die Marken selbst sind wertlos, ich hätte bessere, aber wenn ich mir die Marken ansehe, erinnere ich mich daran, wie ich als Kind zwischen Weihnachten und Neujahr durch das kalte Berlin zur Goethestraße lief. Oder in einer heruntergekommenen, vergitterten Filiale in Berlin-Köpenick ein Erinnerungsblatt vor Ersttag der Marke erblickte. Solange das Haus stand, noch mit den Gittern, erinnerte ich mich bei jeder Vorbeifahrt an diesen Tag im Jahr 1996. Wieso sollten meine Erben mal Mitleid dafür erfahren, dass ich ihnen Dinge hinterließ, an deren Erwerbsgeschichte ich mich vermutlich 60, 70 Jahre gern erinnerte?
Am: 10.06.2025 08:10:16
Gelesen: 7841
# 22
@ Lars Boettger [#20]
Österreich (die Ö-Post) hatte (man möge mich ggf. korrigieren) die wohl kürzeste Umtauschfrist aller betroffenen EU-Länder. Vosrsätzlich, zum Schaden vieler Sammler, um den eigenen Gewinn zu maxieren.
DAS war die wahre Spekulation.
Da sind die ganz wenigen (Ö-)Philstelisten, welche sich durch das Horten von Schilling-Nominale einen Gewinn erhofft haben, geradezu lächerlich unbedeutend.
Mir ist diesbezüglich gerade einer bekannt und dieser machte das weniger aus finanziellen Gründen - das hat er beileibe nicht notwendig - als aus prinzipiell-juristischen.
Am: 10.06.2025 08:19:42
Gelesen: 7829
# 23
Ich glaube mich zu erinnern, dass man die umzutauschenden Marken auf ein Formular aufkleben und einschicken musste! Die Post hat sich schon bemüht, es uns möglichst schwer zu machen.
Am: 10.06.2025 08:25:38
Gelesen: 7821
# 24
@ Gauss [#23]
Ich glaube mich zu erinnern, dass man die umzutauschenden Marken auf ein Formular aufkleben und einschicken musste! Die Post hat sich schon bemüht, es uns möglichst schwer zu machen.
Schwer machen ist anders..., OK, wenn man € 38000 oder so umtauschen will braucht man ne sehr feuchte Zunge... ;-)
Ich glaube mich zu erinnern, dass man die umzutauschenden Marken auf ein Formular aufkleben und einschicken musste! Die Post hat sich schon bemüht, es uns möglichst schwer zu machen.
Schwer machen ist anders..., OK, wenn man € 38000 oder so umtauschen will braucht man ne sehr feuchte Zunge... ;-)
Am: 10.06.2025 08:43:10
Gelesen: 7814
# 25
@ 22028 [#24]
Und ich habe mich schon damals über die Apologetik der organisierten Sammlerschaft bzw. der Organisation gewundert. Vorsichtig ausgedrückt.
Am: 10.06.2025 10:22:35
Gelesen: 7767
# 26
@ 22028 [#24]
Echt toll, wie hier ad nauseam die Ö-Post verteidigt bzw. deren damalige Vorgangsweise bagatellisiert wird.
Statt eines Mindestmaß an Solidarität unter Sammlerkollegen...
Österr. Schillingmünzen (die meisten) sowie einige Schilling-Banknoten können noch immer umgetauscht werden, nur so zum Vergleich.
Echt toll, wie hier ad nauseam die Ö-Post verteidigt bzw. deren damalige Vorgangsweise bagatellisiert wird.
Statt eines Mindestmaß an Solidarität unter Sammlerkollegen...
Österr. Schillingmünzen (die meisten) sowie einige Schilling-Banknoten können noch immer umgetauscht werden, nur so zum Vergleich.
Am: 10.06.2025 10:41:44
Gelesen: 7749
# 27
(Quelle: verbraucherzentrale.de)
Für Gutscheine gilt in der Regel die allgemeine Verjährungsfrist. Das heißt: Sie verfallen nach drei Jahren. Gutscheine können auch mit einer kürzeren Frist ausgestellt werden, eine zu knapp bemessene Frist ist allerdings unwirksam.
Also selbst private, gewöhnliche Gutscheine haben normalerweise eine Gültigkeitsdauer von 3 Jahren.
Hingegen war eine Ende 2001 erstandene Schillingmarke nach gut 6 Monaten (Verwendungs-technisch) nur noch wertloses bedrucktes Papier.
Das dies rechtlich grenzwertig ist, sollte eigentlich nachzuvollziehen sein.
Grüße Alexander
Für Gutscheine gilt in der Regel die allgemeine Verjährungsfrist. Das heißt: Sie verfallen nach drei Jahren. Gutscheine können auch mit einer kürzeren Frist ausgestellt werden, eine zu knapp bemessene Frist ist allerdings unwirksam.
Also selbst private, gewöhnliche Gutscheine haben normalerweise eine Gültigkeitsdauer von 3 Jahren.
Hingegen war eine Ende 2001 erstandene Schillingmarke nach gut 6 Monaten (Verwendungs-technisch) nur noch wertloses bedrucktes Papier.
Das dies rechtlich grenzwertig ist, sollte eigentlich nachzuvollziehen sein.
Grüße Alexander
Am: 10.06.2025 10:52:21
Gelesen: 7731
# 28
@ alex11 [#22]
Die Euro-Einführung war bekannt, der Termin stand fest. Wenn ich als Anleger weiß, dass in meinem Anlageuniversum etwas so entscheidendes wie eine Währungsumstellung passiert, dann sind sechs Monate lange genug, um mich zu informieren und eine Entscheidung zu treffen. Bei Aktien oder Anleihen habe ich in der Regel nur ein paar Wochen. Briefmarken, Münzen, Geldscheine, Aktien, Rentenpapiere sind im weitesten Sinne "Wertpapiere". Briefmarken bieten keine Verzinsung, aber ein Leistungsversprechen. Wenn ich namhafte Bestände von Briefmarken habe, dann muss ich in so einem Fall eine Entscheidung treffen: Behalten - Umtauschen.
"Wusste ich nicht", "War mir nicht bekannt" etc. hören Richter immer sehr gerne als Argument.
Österreich (die Ö-Post) hatte (man möge mich ggf. korrigieren) die wohl kürzeste Umtauschfrist aller betroffenen EU-Länder.
Mit der Einführung des Euros wurden die Franken-Marken in Luxemburg ungültig bzw. die Frist war m.W. ebenfalls kurz (sechs Monate?, ein Jahr?). Und es existieren immer noch bogenweise die Ausgaben seit dem Krieg. Wobei es ab 1945 in Luxemburg gang und gäbe war, Sondermarken mit einer Gültigkeit von einem Jahr auszugeben. Die erste Nachkriegsdauerserie war auch nur bis 1951 gültig. Die Sammler kannten also schon Briefmarken, die ihre Gültigkeit verloren. In Deutschland war 1968 das Jahr, in die meisten Marken ungültig wurden. Sind die Preise eingebrochen? Nein, weil der Markt (siehe unten) noch funktionierte.
Für mich hat der Rückgang der Marktwerte die folgenden Gründe:
- Hohe Auflagen ab 1960
- Gesättigter Markt ("alle" haben die Marken)
- Rückläufige Nachfrage (es kommen immer mehr dieser "Posten" auf den Markt, wenige junge Sammler kommen nach)
- Die Post akzeptiert Marken nicht mehr für alle Frankaturen (gilt nur für Nominale, die im Augenblick noch gültig ist)
War das alles vor 25 Jahren absehbar? Für einen "normalen" Sammler wahrscheinlich nicht. Rückblickend für uns ist alles klar. Aber es bedurfte m.E. schon einer sehr guten Voraussicht, um für sich die Entscheidung zu treffen, die Marken umzutauschen. Da spielte die Länge der Umtauschfrist weniger eine Rolle.
Der Wert der Marken der Länder, in denen die Marken mit den alten Nominalen noch gültig geblieben sind, hat es nicht ganz so hart getroffen. Die Nutzung der Marken als Porto war ein Auffangnetzt. Aber selbst diese Werte sind z.T. sehr deutlich gefallen (Frankreich - Francs-Marken im Ankauf ca. 30% der Nominale, wenn man sie überhaupt losbekommt).
Beste Grüsse!
Lars
Die Euro-Einführung war bekannt, der Termin stand fest. Wenn ich als Anleger weiß, dass in meinem Anlageuniversum etwas so entscheidendes wie eine Währungsumstellung passiert, dann sind sechs Monate lange genug, um mich zu informieren und eine Entscheidung zu treffen. Bei Aktien oder Anleihen habe ich in der Regel nur ein paar Wochen. Briefmarken, Münzen, Geldscheine, Aktien, Rentenpapiere sind im weitesten Sinne "Wertpapiere". Briefmarken bieten keine Verzinsung, aber ein Leistungsversprechen. Wenn ich namhafte Bestände von Briefmarken habe, dann muss ich in so einem Fall eine Entscheidung treffen: Behalten - Umtauschen.
"Wusste ich nicht", "War mir nicht bekannt" etc. hören Richter immer sehr gerne als Argument.
Österreich (die Ö-Post) hatte (man möge mich ggf. korrigieren) die wohl kürzeste Umtauschfrist aller betroffenen EU-Länder.
Mit der Einführung des Euros wurden die Franken-Marken in Luxemburg ungültig bzw. die Frist war m.W. ebenfalls kurz (sechs Monate?, ein Jahr?). Und es existieren immer noch bogenweise die Ausgaben seit dem Krieg. Wobei es ab 1945 in Luxemburg gang und gäbe war, Sondermarken mit einer Gültigkeit von einem Jahr auszugeben. Die erste Nachkriegsdauerserie war auch nur bis 1951 gültig. Die Sammler kannten also schon Briefmarken, die ihre Gültigkeit verloren. In Deutschland war 1968 das Jahr, in die meisten Marken ungültig wurden. Sind die Preise eingebrochen? Nein, weil der Markt (siehe unten) noch funktionierte.
Für mich hat der Rückgang der Marktwerte die folgenden Gründe:
- Hohe Auflagen ab 1960
- Gesättigter Markt ("alle" haben die Marken)
- Rückläufige Nachfrage (es kommen immer mehr dieser "Posten" auf den Markt, wenige junge Sammler kommen nach)
- Die Post akzeptiert Marken nicht mehr für alle Frankaturen (gilt nur für Nominale, die im Augenblick noch gültig ist)
War das alles vor 25 Jahren absehbar? Für einen "normalen" Sammler wahrscheinlich nicht. Rückblickend für uns ist alles klar. Aber es bedurfte m.E. schon einer sehr guten Voraussicht, um für sich die Entscheidung zu treffen, die Marken umzutauschen. Da spielte die Länge der Umtauschfrist weniger eine Rolle.
Der Wert der Marken der Länder, in denen die Marken mit den alten Nominalen noch gültig geblieben sind, hat es nicht ganz so hart getroffen. Die Nutzung der Marken als Porto war ein Auffangnetzt. Aber selbst diese Werte sind z.T. sehr deutlich gefallen (Frankreich - Francs-Marken im Ankauf ca. 30% der Nominale, wenn man sie überhaupt losbekommt).
Beste Grüsse!
Lars
Am: 10.06.2025 12:24:21
Gelesen: 7675
# 29
@ alex11 [#26]
Hand aufs Herz, hättest Du die Schilling Marken damals eingetauscht wenn die Frist länger gewesen wäre???
Hand aufs Herz, hättest Du die Schilling Marken damals eingetauscht wenn die Frist länger gewesen wäre???
Am: 10.06.2025 14:40:13
Gelesen: 7589
# 30
@ alex11 [#26]
Echt toll, wie hier ad nauseam die Ö-Post verteidigt bzw. deren damalige Vorgangsweise bagatellisiert wird.
Zumindest ich bagatellisiere nichts..., kann aber auch nichts ändern. Warum hast Du das Thema nicht vor 25 Jahren oder so auf den Tisch gebracht?
Statt eines Mindestmaß an Solidarität unter Sammlerkollegen...
Soll ich jetzt eine (Krokodils) Träne weinen?
Österr. Schillingmünzen (die meisten) sowie einige Schilling-Banknoten können noch immer umgetauscht werden, nur so zum Vergleich.
DM Münzen und Banknoten waren, wie die Schilling auch, offizielle Zahlungsmittel. Zumindest DM können in Deutschland nach wie vor umgetauscht werden, Briefmarken waren aber keine offiziellen Zahlungsmittel, außer um das Briefporto zu begleichen.
Echt toll, wie hier ad nauseam die Ö-Post verteidigt bzw. deren damalige Vorgangsweise bagatellisiert wird.
Zumindest ich bagatellisiere nichts..., kann aber auch nichts ändern. Warum hast Du das Thema nicht vor 25 Jahren oder so auf den Tisch gebracht?
Statt eines Mindestmaß an Solidarität unter Sammlerkollegen...
Soll ich jetzt eine (Krokodils) Träne weinen?
Österr. Schillingmünzen (die meisten) sowie einige Schilling-Banknoten können noch immer umgetauscht werden, nur so zum Vergleich.
DM Münzen und Banknoten waren, wie die Schilling auch, offizielle Zahlungsmittel. Zumindest DM können in Deutschland nach wie vor umgetauscht werden, Briefmarken waren aber keine offiziellen Zahlungsmittel, außer um das Briefporto zu begleichen.
Am: 10.06.2025 15:05:35
Gelesen: 7563
# 31
@ Lars Boettger [#28]
Ich weiß eigentlich nicht genau, was 'Briefmarken-Anleger' sein sollen bzw. halte ich das für einen verschwindend kleinen Prozentsatz.
Man kann grob 4 Gruppen / Motive unterscheiden:
1. Konsumenten
Die zahlenmäßig größte Gruooe, deren Interesse sich auf das ordnungsgemäße Verpicken von Briefmarken beschränkt (das können natürlich auch Firmen sein).
2. Sammler
3. Händler
4. Erben
Speziell 1. und 4. werden am wenigsten Nachrichten zu Briefmarken verfolgen, da sie für diese ja an sich nicht wirklich interessieren.
Dort wo tatsächlich der Anlage-Aspekt im Vordergrund steht, wird sicher nicht auf billigste Massenware zurückgegriffen, sondern viel eher auf das teure bis teuerste Preissegment.
Ich weiß eigentlich nicht genau, was 'Briefmarken-Anleger' sein sollen bzw. halte ich das für einen verschwindend kleinen Prozentsatz.
Man kann grob 4 Gruppen / Motive unterscheiden:
1. Konsumenten
Die zahlenmäßig größte Gruooe, deren Interesse sich auf das ordnungsgemäße Verpicken von Briefmarken beschränkt (das können natürlich auch Firmen sein).
2. Sammler
3. Händler
4. Erben
Speziell 1. und 4. werden am wenigsten Nachrichten zu Briefmarken verfolgen, da sie für diese ja an sich nicht wirklich interessieren.
Dort wo tatsächlich der Anlage-Aspekt im Vordergrund steht, wird sicher nicht auf billigste Massenware zurückgegriffen, sondern viel eher auf das teure bis teuerste Preissegment.
Am: 10.06.2025 15:11:31
Gelesen: 7557
# 32
@ 22028 [#29]
Nein, weil ich damals weder einen nennenswerten Briefmarken-Bestand besessen habe noch mich für Briefmarken interessiert habe.
Ist das jetzt ein zwingender Grund, dass ich mich für das Thema nicht interessieren darf?
Nein, weil ich damals weder einen nennenswerten Briefmarken-Bestand besessen habe noch mich für Briefmarken interessiert habe.
Ist das jetzt ein zwingender Grund, dass ich mich für das Thema nicht interessieren darf?
Am: 10.06.2025 15:18:01
Gelesen: 7548
# 33
@ 22028 [#30]
Das IST ein Thema seit (fast) 25 Jahren.
Unrecht verjährt nicht.
Du glaubst vielleicht, dass dieses Thema endgültig gegessen ist.
Das IST ein Thema seit (fast) 25 Jahren.
Unrecht verjährt nicht.
Du glaubst vielleicht, dass dieses Thema endgültig gegessen ist.
Am: 10.06.2025 16:30:43
Gelesen: 7477
# 34
@ alex11 [#33]
Eine Frage: was ist an der Umtauschfrist unrecht?
Und sorry ich habe kein Mitleid mit Sammler:innen die sich kurz vor der Umtauschfrist mit enormen nominalen Werten eingedeckt haben um darauf zu spekulieren, dass diese Werte im Preis steigen. Und wenn man sich nun beschwert weil dies nicht eingetreten ist und die Umtauschfrist ebenfalls verstrichen ist, da muss ich einfach sagen man hat sich schlichtweg verspekuliert und ist selber schuld.
Ich gehe mal davon aus, dass die Post, egal in welchem Land, die Umtauschaktion mit samt den Fristen bekanntgegeben hat.
Und im Beitrag von alex11 [#26] ist zu lesen, dass Münzen und Banknoten noch umgetauscht werden. Hier stelle ich dann mal die Frage in den Raum, waren Briefmarken ofizielles Zahlungsmittel wie Banknoten und Münzen?
Am: 10.06.2025 17:25:09
Gelesen: 7437
# 35
@ alex11 [#31]
Man kann grob 4 Gruppen / Motive unterscheiden:
1. Konsumenten
Die zahlenmäßig größte Gruppe, deren Interesse sich auf das ordnungsgemäße Verpicken von Briefmarken beschränkt (das können natürlich auch Firmen sein).
Die Konsumenten dürften keine Skrupel gehabt haben, um ihre Bestände umzutauschen.
2. Sammler
Für den Sammler, der sich eine Marke gestempelt und eine Marke postfrisch für seine Sammlung besorgt hat, stellte sich die Frage nach dem Umtausch nicht. Ihm macht die allgemein fehlende Nachfrage zu schaffen. Ich verstehe, dass er jetzt gerne seine Marken umtauschen möchte - solange Zeitreisen nicht möglich sind, hat er - kalt gesagt - Pech. Ich würde hier durchaus differenzieren: Es gab die "Sammler", die sich die Marken mehrfach besorgt haben, weil es ihnen als Geldanlage sinnvoll erschien. Ich bezeichne sie als "Anleger-Sammler" - jeder Anleger weiß, dass der erste Verlust der geringste ist. Wenn ich etwas aussitze, laufe ich Gefahr, einen Totalverlust zu erleiden. Hier spielt mit Sicherheit mangelnde Professionalität eine Rolle.
3. Händler
Der Händler wird seinen Bestand nicht umgetauscht haben, da er mit den Marken sein Geld verdient hat. Wenn er sehr vorausschauend war, dann hat er seinen Bestand reduziert. Der Preisverfall ist für einen Geschäftsmann ein Berufsrisiko. Der Schwund an Sammlern bzw. die Änderung der Kaufgewohnheit
4. Erben
Die alten Kataloge bzw. die fast schon mythischen Erzählungen über Briefmarken wecken hier eine hohe Erwartungshaltung. Aber wenn man sie fragt, ob sie die Sammlung nicht weiterführen wollen, dann kommt ein fast schon entsetztes "NEIN"! Ich gebe Dir recht, dass die Erklärung der Ungültigkeit sicher nicht ganz ohne Hintergedanken erfolgt ist. Aber da hätte der Erblassen schon früher die Reißleine ziehen müssen (siehe mein Kommentar zu 2. Sammler). Wenn er / sie in einem Verein gewesen wären, dann hätte er m.E. früher mitbekommen, dass die Preise fallen.
Beste Grüsse!
Lars
Am: 10.06.2025 17:33:06
Gelesen: 7430
# 36
Hallo,
an den damaligen Umtausch kann ich mich noch gut erinnern.
Ich hatte ja vorher schon mitbekommen, daß die ungültigen Marken von Berlin unter Postpreis gehandelt wurden.
Also habe ich damals auch fleißig die Umtauschblätter vollgeklebt.
Ärgerlich fand und finde ich, daß es laut Vorschrift nur die neuen Dauerserienmarken im Austausch gab.
Sicher, man wollte vermeiden, daß die Umtauschaktionen zu langen Schlangen am Schalter führen.
Eine Gutschrift für die Versandstellen wäre sammlerfreundlich gewesen, aber auch dort hätte es zusätzlichen Arbeitsaufwand gegeben.
Viele Grüße
Thomas
Am: 10.06.2025 18:52:16
Gelesen: 7366
# 37
@ nagel.d [#34]
Sorry, aber Du hast offensichtlich nicht wirklich Ahnung vom Umfeld rund um die Einführung der Euromarken in Österreich.
Seit den 1960er-Jahren gab es Millionen-Auflagen der einzelnen Ausgaben, das Angebot hat die Nachfrage bis inklusive 2001 bei weitem übertroffen.
Es war zu 100 % absehbar, dass der reine Sammlerwert weit unter dem Nominalwert liegen wird - vermutlich einstellig.
Wer soll da auf einen steigenden Wert von Schillingmarken ab 1960 gesetzt haben?
Am: 10.06.2025 19:03:47
Gelesen: 7351
# 38
@ Lars Boettger [#35]
Die Konsumenten dürften keine Skrupel gehabt haben, um ihre Bestände umzutauschen.
Erstens müssen sie das rechtzeitig mitbekommen haben - das war sicher keine Headline in den Hauptnachrichten.
Eine Trafikantin mit 1000 verschiedenen Produkten wird ihren überschaubaren Briefmarkenbestand nicht laufend im Fokus gehabt haben.
Firmen hatten damals sicher fallweise einen Nominalbestand im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich.
Das mal in wenigen Monaten auf Umtauschblätter zu bekommen war sicher zeitaufwändig und teuer - wenn sie rechtzeitig im Bilde waren.
Grüße Alexander
[Wikipedia erklärt: Trafikant steht für: Trafikant, Betreiber einer Tabaktrafik.]
Am: 10.06.2025 20:48:31
Gelesen: 7286
# 39
@ alex11 [#37]
Du hast selbst in deinem @ alex11 [#33] von unrecht gesprochen und erwähnt daß unrecht nicht verjährt, also frage ich nochmal konkret wo ist bei der bekannten Umtauschfrist unrecht entstanden? Diese frage wird nicht beantwortet. Alles andere ist für mich jammern auf hohem Niveau und jemand der vor 25 Jahren darauf spekuliert hat, daß die Nominale im Wert steigen und Werte in Höhe von x Schiling gebunkert hat und sich jetzt beschwert hat von mir kein Mitleid.
Am: 10.06.2025 21:01:37
Gelesen: 7274
# 40
@ alex11 [#37]
"Es war zu 100 % absehbar, dass der reine Sammlerwert weit unter dem Nominalwert liegen wird - vermutlich einstellig.
Wer soll da auf einen steigenden Wert von Schillingmarken ab 1960 gesetzt haben?"
Offensichtlich alle, die nicht umtauschten UND jetzt jammern.
@ alex11 [#33]
"Das IST ein Thema seit (fast) 25 Jahren.
Unrecht verjährt nicht.
Du glaubst vielleicht, dass dieses Thema endgültig gegessen ist."
Wer nach 25 Jahren nicht loslassen und abschließen kann, hat ein psychologisches Problem, für das es Hilfsangebote gibt. Die sollten wahrgenommen werden, damit der Kopf frei wird für neue, positiv besetzte Themen. Das ist weder böse gemeint noch etwas schlimmes, sondern für die Betroffenen ein echtes Problem. Umso wichtiger ist es, das professionell anzugehen, statt Jahrzehnte in der Trauerschleife festzuhängen.
@ alex11 [#22]
"Österreich (die Ö-Post) hatte (man möge mich ggf. korrigieren) die wohl kürzeste Umtauschfrist aller betroffenen EU-Länder. Vosrsätzlich, zum Schaden vieler Sammler, um den eigenen Gewinn zu maxieren."
Die Umtauschfrist war fast sechs Monate länger als in Deutschland. Sie endete in Deutschland Ende Juni 2003, in Österreich am 19. Dezember 2003.
https://lesen.lexisnexis.at/news/ungueltigkeit-von-schilling-briefmarken/zak/aktuelles/2017/17/lnat_news_023502.html
Am: 10.06.2025 22:57:57
Gelesen: 7208
# 41
@ nagel.d [#39]
Ich habe es sowieso schon erklärt.
Unrecht war die nur 6-monatige Umrauschfrist.
Jeder Bon muss im Regelfall mindestens 3 Jahre gültig bleiben.
Da hat sich der Gesetzgeber ja etwas gedacht dabei, nämlich an den Schutz der Konsumenten.
Nenne mir einen vernünftigen Grund, warum Briefmarken (die von Ende 2001 ausgegebenen) nur ein Sechstel dieser Zeit gültig bleiben dürfen!?
Viele EU-Länder haben ja gezeigt, dass man das auch ganz anders lösen kann, in jedem Fall erheblich Konsumenten- und Sammler-freundlicher.
Und zum hundertsten Mal:
Wer soll ernsthaft geglaubt haben, dass Schilling-Briefmarken ab 1960 jemals mehr Wert werden sollten als deren Frankaturwert und deswegen nicht umgetauscht haben?
Am: 10.06.2025 23:16:26
Gelesen: 7195
# 42
@ TeeKay [#40]
Bitte spar' dir Deine dämliche Amateur-Psychologie.
Mir persönlich ist ja kein Unrecht passiert, wie ich schon ausgeführt hatte.
Ich hatte mich auch über 20 Jahre nicht mehr mit dieser Thematik beschäftigt.
Aber ich entscheide selbst, wann es mich interessiert und worüber ich diskutieren will.
Fakt ist, dass dieses Thema unlängst im TV war, sonst gäbe es ja diesen Thread nicht.
Zum gebührenpflichtigen Umtausch ab 1.Juli 2002 bis 19.12.2003:
Wie hoch waren die Gebühren und wo / wie wurde veröffentlicht, dass es diese Möglichkeit gab?
Am: 11.06.2025 09:24:45
Gelesen: 7057
# 43
@ Jürgen Witkowski [#6]
Wo ist der Bus mit den Leuten die sich für diesen über 20 Jahre alten Mist interessieren.? Was kann man daran noch ändern?
Hauptsache, Richard hat ein Thema in dem das Wort Skandal in der Überschrift steht, wie es in der "Blöd"-Zeitung und vergleichbaren Medien üblich ist. Das muss selbstredend in fetter Überschrift noch weiter hervorgehoben werden!
Mir wird übel...
Hallo Jürgen,
wenn ich die hohen Zugriffszahlen sehe, interessiert sich mehr als ein Bus voller Leute für das Thema.
Dass man daran in Österreich, und ich habe ausschliesslich über den Beitrag von ö3 aus Österreich berichtet, an der Ablauffrist noch etwas ändern kann, ist nicht unwahrscheinlich. Die gesetzliche Lage im Alpenland ist nicht die Gleiche wie in Deutschland. Ich bin noch an der Recherche und warte noch auf eine Antwort.
Die fette Überschrift ist Absicht, weil es sich um eine rechtlich für die Philatelie in Österreich äusserst wichtige Information handelt. Die Blöd-Zeitung wird von mir nicht gelesen, daher ist mir kein Vergleich möglich.
Wenn Dir jetzt immer noch übel ist, empfehle ich den Arztbesuch oder einen oder mehrere Gläschen Jägermeister zu trinken und für die Zukunft solche Beiträge nicht mehr zu lesen.
Es gibt auch andere Meinungen:
@ philamaxi [#2]
DANKE für den Link !
Eine spannende Diskussion ... und ein vergleichbarer Skandal mit der Ungültigkeit der deutschen Mark und Pfennig Marken.
Das sollte auch nochmal eine prominente TV-Sendung aufgreifen.
Gerne geschehen.
Grüsse aus dem sonnigen Allgäu, Richard
Am: 11.06.2025 09:55:01
Gelesen: 7026
# 44
@ alex11 [#42]
Bitte spar' dir Deine dämliche Amateur-Psychologie.
Hallo Alexander,
im Parlament hättest Du jetzt einen Ordnungsruf bekommen. So sollte man eingentlich mit Philaseitenmitgliedern nicht umgehen.
Ich bin selbst Österreicher, habe mich aber bewußt zu dem Fernsehbeitrag eines Spekulanten nicht geäußert.
Das hat doch mit Sammeln nichts mehr zu tun.
Gruß
Bernd
Am: 11.06.2025 11:10:10
Gelesen: 6982
# 45
@ Baber [#44]
Sehr einseitig, Deine Stellungnahme!
Was TeeKay geschrieben hat, war also ok für Dich!?
Auf einem Auge blind, nennt man das.
Andere Mitglieder psychologisieren kann er gerne machen - aber bitte in einem Psychologie-Forum.
Hier geht's um die Philatelie, und darauf sollten sich deswegen auch die (sachlichen) Beiträge beziehen.
Und die einzigen beiden, von denen ich weiß, dass sie gegen die Post diesbezüglich etwas unternahmen / unternehmen sind Juristen, nicht Spekulanten.
Am: 11.06.2025 11:56:21
Gelesen: 6942
# 46
@ alex11 [#45]
Willst Du damit sagen, dass jemand, der für 1,7 Mill Schilling Nominale Neuheiten hortet, ein Sammler ist? Die ganze Diskussion nach dieser Fernsehsendung gehört eigentlich nicht in dieses Forum.
Gruß
Bernd
Am: 11.06.2025 14:04:18
Gelesen: 6866
# 47
@ Richard [#43]
"wenn ich die hohen Zugriffszahlen sehe, interessiert sich mehr als ein Bus voller Leute für das Thema."
Das Thema interessiert mich die Bohne. Ich schau mir nur mit Kopfschütteln an, wie sich einige Zeitgenossen Gedanken über ein seit 25 Jahren totes Pferd machen.
Am: 11.06.2025 15:58:12
Gelesen: 6814
# 48
@ Baber [#46]
Der Betreffende ist (Ex-)Jurist sowie noch aktiver Prüfer.
1,7 Mio. Schilling klingt ja ganz schön wild, aber man sollte sich das näher anschauen.
Das sind in Euro knapp 120.000.
**-Ausgaben der 1960-er - 1980-er Jahre kriegt man locker zu ~ 1 % des Frankaturwerts, überhaupt wenn man größere Menge kauft.
Dieses Marktsegment ist (dank der exorbitanten Ausgabemenge und dem weitestgehend fehlendem Interesse daran) leider ins Bodenlose gefallen.
Für 1 %+ muss sich der Verkäufer eigentlich noch bedanken, so hoffnungslos ist die diesbezügliche Marktlage.
Das ergibt eine 'Spekulationssumme' von ~ 1200 € (1 % von 120.000 €).
Da hat der arme Herr aber wohl das letzte Hemd riskiert - oder wie siehst Du das?
Am: 11.06.2025 16:02:11
Gelesen: 6812
# 49
@ bovi11 [#47]
Wenn man schon einen nichtssagenden Post absetzt, dann sollte wenigstens die Mathematik stimmen:
Vor 25 Jahren hatten wir das Jahr 2000.
Da gab es diese Thematik natürlich noch nicht.
Am: 11.06.2025 16:42:11
Gelesen: 6781
# 50
@ Richard [#43]
Alleine der Anblick der von Dir gegenüber dem Original-Eröffnungsbeitrag veränderten Überschrift reicht bereits, um bei mir Übelkeit zu erzeugen. Das kann man sich nicht schöntrinken. Du solltest als alter Mensch wissen, dass Alkohol ein Problem sein kann, aber keinesfalls die Lösung.
@ alex11 [#41]
Wenn Du schon den gut gemeinten Ratschlag von TeeKay [#40] nicht annehmen möchtest, gibt es vielleicht eine andere Option, mit der Du Dich an diesem Thema abarbeiten kannst. Da Du nahe am Ort des Geschehens beheimatet bist, kannst Du Dich doch für ein paar Tage mit einem Pappschild vor die Wiener Hauptpost stellen, auf dem dieses vor Jahrzehnten geschehene Unrecht geschildert wird, verbunden mit der Aufforderung, die damals Verantwortlichen oder deren Nachfolger zur Rechenschaft zu ziehen. Eventuell leistet Dir Greta dabei Gesellschaft, die ihren Segeltörn auf dem Mittelmeeer abbrechen musste und nun bestimmt genug Zeit hat. Vielleicht macht sie sogar ein Selfie mit Dir. Dann wirst Du weltberühmt! philamaxi könnte als erfahrener Vertreter der philatelistischen Presse bestimmt für eine angemessene Berichterstattung Sorge tragen.
Am: 11.06.2025 17:21:19
Gelesen: 6748
# 51
Ich verstehe die Diskussion nicht einmal mehr in Ansätzen. Gut die Medien - vom ORF bis zur Krone/Bild - erclickbaiten sich so Interesse aus dem luftleeren Raum, die kann ich deshalb zwar noch verstehen, aber eben auch nicht mehr ernstnehmen.
Jeder - aber auch wirklich jeder - der nicht "Hans-Guck-In-die-Luft"-mäßig komplett ignorierend und blind durch die Gegend lief, hat damals mitbekommen, dass es eine kommende Ungültigkeit und eine Umtauschaktion mit entsprechenden Fristen gab. Das ging im Rahmen der Euroeinführung trommelgewittermäßig durch alle Medien. Und die Fristen waren - hier wie dort - auch ausreichend lang genug, sodass jeder reagieren konnte, der es denn wollte. Jeder der wollte, hat auch umtauschen können, wer das nicht wollte, hat es eben nicht getan. Auch gut. Aber das war's.
Mein Vater hat seinerzeit auch seine dicken Abo-Postfrischalben nicht umgetauscht, schön. Seine Sammlung, sein Hobbyspass, seine Entscheidung, das war ein erwachsener Mann. Alles gut, auch wenn ich jetzt regalmeterweise postfrische Bundis im Hobbyzimmer stehen habe, es bleibt seine freie, 'erbmassereduzierende' Entscheidung. Eine Kreuzfahrt in die Karibik weniger für mich. Aus. Schluß. Null Diskussion. Auch wenn ich mich jetzt - statt eine Woche unter Palmen zu liegen -, damit rumärgern muss. Inzwischen habe ich sogar noch weiteren solcher Beständen ein trockenes und warmes Zuhause geschenkt. Ich muss nur zukünftig aufpassen, welche Traglast der Fußboden zum Keller eigentlich hat, denn man schmeisst ja keine guten Briefmarken weg oder "tritt auf sie", wie kürzlich in Ulm. ;-)
Das sich so, die neuen privatisierten Posten, natürlich auch lästigen Verbindlichkeiten aus alten Staatspostzeiten billanztechnisch einfach entledigen konnten, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Hat aber absolut nichts mit den Umtausch bzw. den Fristen zu tun.
Früher ordnete man solche Nachrichten einfach unter dem vielgerühmten Sommerloch weg und amüsierte sich entsprechend köstlich darüber ... aber heute trifft halt das Prinzip Sommerloch auf das Prinzip YouTube ... Clickbaits sind nun ein Ganzjahresphänomen, in allen Medien.
Beste Grüße
Thomas
Am: 11.06.2025 17:24:28
Gelesen: 6740
# 52
@ alex11 [#41]
Die 6-monatige Umtausfrist wurde von den Verantwortlichen (Post, Regierung, Postienstleister oder wie man den Verantwortlichen auch immer nennen mag) so festgelegt. Und was verstehst du unter Bon? Briefmarken sind laut deffinition ein Nachweis über die gezahlte Postdienstleistung siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Briefmarke somit ist dies eine Quittung. Dem Nutzer dieser Quittung hat man die Möglichkeit gegeben diese innerhalb der gesetzten Frist in gültige Quittungen umzutauschen. Ich sehe in dieser Deffinition keinen hinweis auf Bon. Nochmal die Frage wo ist da denn ein Unrecht entstanden, in der kurzen Laufzeit? Sorry aber die Personen die diese Mengen gehorden haben sind immer am jammern egal ob die Laufzeit 6 Monaten war oder über 12 Monate lief, man kann hier eine beliebige Laufzeit einsetzen nach dem Ende sind es immer die ein und selben die nach Unrecht schreien.
Und sorry man kann mir nicht beibringen, daß jemand der Betrag x im 6-stelligen Bereich nicht wußte, daß es eine Umtausfrist gab, in der Höhe spreche ich nicht von einem Sammler sondern einem Spekulant
Am: 11.06.2025 18:15:58
Gelesen: 6693
# 53
@ Jürgen Witkowski [#50]
Manche Mitglieder können offensichtlich nicht 'diskutieren', ohne ausfällig und / oder pseudowitzig zu werden.
Inhaltliche Substanz, einmal mehr: 0
Am: 11.06.2025 18:34:49
Gelesen: 6677
# 54
Diese Diskussion ist doch nur ein Aspekt des Verhaltens der Ö-Post.
Zuerst werden ab den 1960er-Jahren Millionen-Auflagen produziert, welche kein Mensch jemals gebraucht hat.
Kein Wunder, dass sie sich dann bemüht haben, von dem 'Krempel' so wenig wie möglich umgetauscht zu bekommen, ab dem 1.1. 2002.
Mehrfach haben sie in den letzten 20 Jahren den Big Brother-'Award' bekommen, wegen äußerst fragwürdigen Umgang mit Kundendaten.
Das letzte Meisterstück war ja, das hohe Nominale nur mehr sehr bedingt verwendbar sind, weil die Einsatzmöglichkeiten derselbigen immer mehr eingeschränkt wurden, und die Postangestellten sich tw. selber nicht mehr auskennen, auf welchen Versandformen noch Briefmarken verwendet werden dürfen (oder dass dies je nach Postamt unterschiedlich gehandhabt wird).
Am: 11.06.2025 19:07:14
Gelesen: 6644
# 55
@ alex11 [#54]
Zuerst werden ab den 1960er-Jahren Millionen-Auflagen produziert, welche kein Mensch jemals gebraucht hat.
Hallo Alex,
die österreichische Post hat die Marken in Millionen-Auflagen produziert, weil a) die Postnutzer sie nachgefragt haben und b) weil eine sehr grosse Anzahl an Briefmarkensammler im In- und Ausland sie in ihre Alben gesteckt haben. Vergiss nicht, dass Österreich im deutschsprachigen Raum sehr populär war. Wäre die Nachfrage nicht dagewesen, dann wären die Marken nie produziert worden.
Der Wegfall dieser Nachfrage fiel mit der Euroeinführung zusammen. "Abgeschlossenes Sammelgebiet" hörte man damals sehr oft. Die Sammler haben die Marken behalten, weil sie gut aussahen, weil Erinnerungen darin steckten, weil man sie den Kindern und Enkeln vermachen wollte. Die Entscheidung die Marken zu behalten - und da schließe ich mich meinen Vorschreibern an - wurde bewusst getroffen. Aber je mehr Zeit vergeht, umso geringer wurde die Nachfrage. Die Preise fangen an, zusammenzubrechen. Ich erinnere mich an die Preisentwicklung der deutschen Posthornmarken: Vor 15 Jahren wurde ein postfrische Satz mit Attest für ca. 800 - 900 EUR gehandelt, vor 5 Jahren war er dann auf 500 - 600 EUR gesunken. Heute musst Du keine EUR 400 mehr dafür ausgeben.
Trafikanten: Ich glaube nicht, dass die Bestände an Briefmarken mehr als einen Monatsbedarf ausmachten. Kein Händler bindet sein Geld für sehr lange. Ware muss drehen und es gab überall Postfilialen, in denen man Briefmarken kaufen konnte. Das war ein kurzer Weg zu Fuss.
Lange Rede, kurzer Sinn: Das Thema ist als Nebenkriegsschauplatz interessant, mehr aber auch nicht. Dadurch wird kein neuer Sammler gewonnen! Die Ausgabepolitik der Postverwaltungen muss man zu Nutzen wissen. Krypto-Marken sind interessant, weil sie einen neuen Zugang zur Philatelie erschaffen. Apropos " hohe Nominale" (alex11 [#54]) - die luxemburgische Post gibt eine 55 EUR-Marke heraus. In einer Holzbox - Kaufpreis: 150 EUR. Wenn das einer mit einer normalen Markenausgabe übertreffen kann - her mit der Info (Krypto-Marken ausgeschlossen, limitierte Auflagen sind ok).
@ TeeKay [#21]
Mitleid ist eine menschliche Empfindung. Mir tun die Erben leid, die von ihrem Vater kein Taschengeld bekommen haben, weil er sich postfrische Briefmarken gekauft hat. Sie haben noch die Worte im Ohr, dass die Sammlung "viel Wert" sei. Und sie sind jetzt bitter enttäuscht, wenn wir ihnen sagen müssen, dass der Vater das Geld besser auf ein Sparbuch getan hätte. Aber da sind wir wieder beim Anlagemix.
Beste Grüsse!
Lars
(Bildrechte: Post Luxembourg)
Am: 11.06.2025 19:48:11
Gelesen: 6593
# 56
@ Lars Boettger [#55]
Das mag auch ein Aspekt sein, aber das schließt ja nicht aus, dass bei der Ö-Post Gewinnmaximierung immer schon sehr weit oben gestanden ist.
Das ist ja auch per se legitim, wird aber bei der Ö-Post leider manchmal grenzwertig.
Z.B. eine Google-Recherche mit 'Österreichische Post' und 'Big Brother' kann einem da schon etwas die Augen öffnen.
Kurz zurück zu den hohen Auflagen: Wenn die Sammlernachfrage so hoch war, warum findet man dann ab den 1960er-Jahren eine dermaßen gewaltige Masse an Bögen, Bogenteilen, etc.?
Unter den österreichischen Briefmarken-Experten ist man ziemlich einhellig der Meinung, dass erst in Euro-Zeiten die Auflagenhöhen zumindest einigermaßen realistisch an den tatsächlichen Bedarf angepasst wurden.
Wenn das ab den 1960er-Jahren auch so gehandhabt worden wäre, dann hätten die Marken ja auch einen echten Sammlerwert gehabt und behalten - so wie die Briefmarken aus den früher 1950er-Jahren, welche wohl auch kaum jemand umgetauscht hat.
Am: 11.06.2025 19:49:18
Gelesen: 6591
# 57
Ich kann mich gut an die Umtauschzeit in Deutschland erinnern. Die meisten Sammler hatten damals Neuheiten gehortet, am Ausgabetag wurden zehn Serien gekauft und weggelegt. Mein Opa gehörte dieser Sammlergeneration an. Da bei mir der Kauf einer Eigentumswohnung anstand, und jeder Cent gebraucht wurde, machte ich eine einfache Rechnung auf: beim Umtausch verliere ich ca. 15% vom Postpreis beim Verkauf an einen Frankaturhändler, in drei Jahren kann ich mir von den ersparten Kreditzinsen die Marken wieder zum vollen Postpreis zurückkaufen, wenn ich sie denn überhaupt haben wollte.
Den heutigen, ganz großen Wertverlust habe ich aber auch nicht vorhergesehen, sonst hätte ich die Olympiablocks und den Springreiter auch umgetauscht. Demnächst werde ich auf den Philaseiten ein Album anbieten, fast nur mit Eckrand-Vierblocks bestückt, Postpreis über 2000 DM für 20 Euro. Pro Eckrandviererblock war bei der Versandstelle eine "Extrawunsch-Gebühr" in Höhe von 50 Pfennig fällig, alleine diese Gebühren betragen ein Vielfaches meines Preises.
Nun hat drmoeller_neuss fleissig grüne Umtauschzettel beklebt, und bei der Poststelle seines Vertrauens in gängige Euro-Nominale umgetauscht. Entgegen der Vorschriften habe ich immer Sondermarken bekommen. Es hatte noch nie geschadet, wenn man sich gut kannte. Im Übrigen war der Umtausch eine gute Gelegenheit, irgendwelche krummen Wertstufen loszuwerden, selbst Marken, die aus unerklärlichen Gründen ihre Gummierung verloren hatten, konnten in einwandfreie Frankaturware umgewandelt werden. Die größeren Mengen habe ich an die Versandstelle geschickt.
Neuheiten sind kein gutes Geschäft. Bei Euro-Marken beträgt der Verlust bereits ein Drittel.
Andere Länder machen es geschickter. Die Marken werden offiziell nicht ausser Kurs gesetzt, die Inflation sorgt dafür, dass sich die Frage nach einer Verwendung gar nicht mehr stellt. So hat es Argentinien gemacht, oder die Russen, die die alten Marken der Sowjetunion noch lange akzeptierten, wer wollte, konnte dann einen Auslandsbrief mit 834 Sondermarken zu 6 Kopeken aus der Sowjetzeit frankieren.
Als ich das erste Mal in Italien war, kostete ein Brief nach Deutschland 40 Lire. Die italienischen Lire-Marken sind heute noch gültig. Allerdings bräuchte ich davon 135 Stück für den gleichen Brief wie damals. Die Inflation sorgt dafür, dass sich die Frage nach einem Umtausch gar nicht stellt.
Da schätze ich doch die ehrlichen Finnen. Meine "1 lk"-Briefmarken, die ich vor Jahrzehnten für 65 Cent das Stück gekauft hatte, haben heute einen Frankaturwert von 2,75 EUR. Ähnlich geht es mit den britischen Briefmarken "1st class", allerdings hat sich hier der Wert nur verdreifacht.
Off-topic: Den größten Verlust hatte ich mit meinem 386-Computer, der mich eine vierstellige Summe gekostet hatte. Ich war stolz auf meine große Festplatte, deren Inhalt inzwischen mehrfach auf den kleinsten, noch erhältlichen USB-Stick für 5 Euro passen würde. Nun, dieser Computer ist Geschichte. Nachdem ihn für 1 Euro niemand haben wollte, landete das gute Stück auf dem Elektrosperrmüll. Zum Glück ist die Abholung in Neuss noch umsonst.
Da sind die kleinen Verluste durch im Wert gefallene Bund- und Österreich-Marken doch verschmerzbar. Wenigstens an den schönen Motiven kann man sich heute noch erfreuen. Zu Schillingzeiten wurden fast alle österreichischen Marken im Stichtiefdruck hergestellt.
Am: 11.06.2025 21:35:57
Gelesen: 6503
# 58
Natürlich möchte jeder Philatelist, so er denn ein Herz besitzt, diese Marken auch weiterhin - z.B. für Postkartengrüße - verwenden dürfen.

Wie stellen wir das jetzt an?
Das ist doch ganz einfach, es gibt da zwei Methoden.
Methode 1: Denkt einfach an das Bild von David zum Sturm auf die Bastille. Und die Typen aus der Interviewrunde benutzen wir dazu die Szene nachzustellen. Die Gastgeberin benutzen wir als „anführende Freiheit“ – meinethalben mit entblößter Brust und österreichischer Fahne in der Hand. Als empörte und mit Flinten bewaffnete Bürger nehmen wir die agilen Herren der Interviewrunde. Dann wird das Parlament gestürmt. Den Fiffi aus der Sendung hetzen wir auf den Parlamentssprecher. Anschließend geht es aus dem Parlamentsgebäude auf die Ringstraße, da über die Straße rechts halten, durch den Rosengarten zum Heldenplatz, dann in die Hofburg. Ich lasse mich dann gerne zum Kaiser von Österreich ausrufen. Dann erlassen wir ein Gesetz, dass alle Marken seit 1850 (incl. der Auslandspostämter, Lombardei und Venetien und der Militärpostausgaben usw.) wieder für alle Zeit zum aufgedruckten Nominalwert frankaturgültig sind und ordnen an, dass jede Poststelle im Land einen prächtigen individuellen Ortshandwerbestempel bekommt und in der Hofburg ein Sonderpostamt nur für Philatelisten eingerichtet wird. Ich würde nach einem Tag abdanken und mit Sissi nach Schönbrunn ins Exil gehen.
Methode 2: wir übernehmen die qualifizierte Mehrheit an der Österreichischen Post AG (würde aktuell nur EUR 1,5 Mrd. für 75% kosten). Berufen dann eine außerordentliche Hauptversammlung ein, stellen Vorstand und Aufsichtsrat dann vor die Wahl stempeln zu gehen oder die unter Methode 1 beschriebenen Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden umzusetzen.
Und dann wäre die Welt wieder in Ordnung, wenn ich dann aber aufwache - schweißgebadet fürchte ich - könnte es sein, dass sich herausstellt, dass das alles nur ein Traum gewesen ist.

Wie stellen wir das jetzt an?
Das ist doch ganz einfach, es gibt da zwei Methoden.
Methode 1: Denkt einfach an das Bild von David zum Sturm auf die Bastille. Und die Typen aus der Interviewrunde benutzen wir dazu die Szene nachzustellen. Die Gastgeberin benutzen wir als „anführende Freiheit“ – meinethalben mit entblößter Brust und österreichischer Fahne in der Hand. Als empörte und mit Flinten bewaffnete Bürger nehmen wir die agilen Herren der Interviewrunde. Dann wird das Parlament gestürmt. Den Fiffi aus der Sendung hetzen wir auf den Parlamentssprecher. Anschließend geht es aus dem Parlamentsgebäude auf die Ringstraße, da über die Straße rechts halten, durch den Rosengarten zum Heldenplatz, dann in die Hofburg. Ich lasse mich dann gerne zum Kaiser von Österreich ausrufen. Dann erlassen wir ein Gesetz, dass alle Marken seit 1850 (incl. der Auslandspostämter, Lombardei und Venetien und der Militärpostausgaben usw.) wieder für alle Zeit zum aufgedruckten Nominalwert frankaturgültig sind und ordnen an, dass jede Poststelle im Land einen prächtigen individuellen Ortshandwerbestempel bekommt und in der Hofburg ein Sonderpostamt nur für Philatelisten eingerichtet wird. Ich würde nach einem Tag abdanken und mit Sissi nach Schönbrunn ins Exil gehen.
Methode 2: wir übernehmen die qualifizierte Mehrheit an der Österreichischen Post AG (würde aktuell nur EUR 1,5 Mrd. für 75% kosten). Berufen dann eine außerordentliche Hauptversammlung ein, stellen Vorstand und Aufsichtsrat dann vor die Wahl stempeln zu gehen oder die unter Methode 1 beschriebenen Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden umzusetzen.
Und dann wäre die Welt wieder in Ordnung, wenn ich dann aber aufwache - schweißgebadet fürchte ich - könnte es sein, dass sich herausstellt, dass das alles nur ein Traum gewesen ist.
Am: 12.06.2025 19:49:48
Gelesen: 6062
# 59
So, da muss ich mich und meine Nachricht von gestern korrigieren. „Die Freiheit führt das Volk“ wurde von Eugene Delacroix gemalt und würdigt die 1830er Revolution in Frankreich.

Ein Detail gibt es (als weiterhin frankaturgültige Ausgabe / Vive la France!) auch als französische Freimarke.

Ein Detail gibt es (als weiterhin frankaturgültige Ausgabe / Vive la France!) auch als französische Freimarke.
Am: 12.06.2025 23:24:09
Gelesen: 5906
# 60
@ Bendix Gruenlich [#58]
Lieber Bendix,
vielen Dank für deinen "entspannenden" Beitrag! ;-)
In dem m.E. mehr als überflüssigen Thema mit seinen z.T. recht sonderbaren Beiträgen hatte ich nach anfänglichem Kopfschütteln längst das Lesen eingestellt bis ich in der Übersicht deinen Namen dahinter sah. Da ich deine erfrischenden Beiträge aus anderen Themen sehr schätze und gerne lese, habe ich mich dann doch wieder "reingeclickt".
Wie befürchtet war die Diskussion dazu, bis auf wenige Beiträge (Teekay, Lars und Thomas z.B.) längst jenseits von Gut und Böse angelangt und ich hatte rein gar nichts verpasst.
Mit deiner kleinen Satire hast du nun einen Punkt gemacht und eigentlich könnte man nun aufhören die Totenruhe des schon lange "toten Pferdes" noch länger zu stören. Ich befürchte nur, das begreifen nur wenige hier und auch Richard als "Verteidiger der Skandale" könnte damit Probleme haben. Hoffen wir mal, dass dein gelungener Beitrag nicht auf "Nimmerwiedersehen" woanders hin verbannt wird. ;-)
In diesem Sinne, Amen,
Peter
Nachtrag, bevor vielleicht auch dieser Beitrag im Nirwana landet ;-)
Eine über Generationen überlieferte Weisheit der nordamerikanischen Dakotas lautet sinngemäß ungefähr so: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, ist es das Beste einfach abzusteigen". Nur mal so als kleiner Tipp für den Einen oder Anderen hier. ;-)
In diesem Sinne, Amen,
Peter
Nachtrag, bevor vielleicht auch dieser Beitrag im Nirwana landet ;-)
Eine über Generationen überlieferte Weisheit der nordamerikanischen Dakotas lautet sinngemäß ungefähr so: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, ist es das Beste einfach abzusteigen". Nur mal so als kleiner Tipp für den Einen oder Anderen hier. ;-)
Am: 13.06.2025 07:43:58
Gelesen: 5780
# 61
An alle lieben deutschen Kollegen, welche hier nicht fair, differenziert und / oder ernsthaft mitdiskutieren (also leider fast alle):
Es ist inzwischen Zeit für folgendes Statement:
Kümmert Euch doch um Euren eigenen Kram!
Dass die Chancen nicht gut stehen, dass sich diesbezüglich rechtlich noch etwas ändert, ist sowieso jedem klar.
Aber wir Österreicher schreiben Euch ja auch nicht vor, was und wie Ihr über deutsche Themen zu diskutieren habt!
Die österreichische Post schafft es halt leider immer wieder negativ aufzufallen - das vorliegende Thema ist ja nur ein Aspekt des Gesamtbildes.
Aber von fast keinem der hier Mitdiskutierendem habe ich auch nur ein Wort der Kritik an der Ö-Post gelesen - und damit ist auch klar, wie einseitig und tendenziös das hier abläuft.
Grüße Alexander
Es ist inzwischen Zeit für folgendes Statement:
Kümmert Euch doch um Euren eigenen Kram!
Dass die Chancen nicht gut stehen, dass sich diesbezüglich rechtlich noch etwas ändert, ist sowieso jedem klar.
Aber wir Österreicher schreiben Euch ja auch nicht vor, was und wie Ihr über deutsche Themen zu diskutieren habt!
Die österreichische Post schafft es halt leider immer wieder negativ aufzufallen - das vorliegende Thema ist ja nur ein Aspekt des Gesamtbildes.
Aber von fast keinem der hier Mitdiskutierendem habe ich auch nur ein Wort der Kritik an der Ö-Post gelesen - und damit ist auch klar, wie einseitig und tendenziös das hier abläuft.
Grüße Alexander
Am: 13.06.2025 08:34:12
Gelesen: 5751
# 62
Weiß man, wie die Post (Ö oder D) die Briefmarken im Kundenbesitz in der Bilanz hatte?
("Bikanz" redaktionell angepasst)
Am: 13.06.2025 08:36:58
Gelesen: 5749
# 63
@ Gauss [#62]
Vermutlich als “Reingewinn”…😄
Viele Grüße
Emiel
Am: 13.06.2025 08:38:59
Gelesen: 5745
# 64
@ Gauss [#62]
Bilanz sollte das heißen, Finger zu dick und nicht ordentlich durchgelesen.
Bilanz sollte das heißen, Finger zu dick und nicht ordentlich durchgelesen.
Am: 13.06.2025 10:03:14
Gelesen: 5662
# 65
@ alex11 [#61]
Zusammenfassung für alle, die es eilig haben: „Hört auf, hier mitzufiskutieren, weil mir nicht passt, was ihr sagt. Im Übrigen schreibe ich euch auch nicht vor, was ihr zu diskutieren habt.“
Zusammenfassung für alle, die es eilig haben: „Hört auf, hier mitzufiskutieren, weil mir nicht passt, was ihr sagt. Im Übrigen schreibe ich euch auch nicht vor, was ihr zu diskutieren habt.“
Am: 13.06.2025 10:14:19
Gelesen: 5647
# 66
@ alex11 [#61]
Hallo Alex,
es ist immer wieder verblüffend, wie ein Thema in der Diskussion auf den Philaseiten ausufert und sich damit von der ursprüglichen Fragestellung entfernt.
Thema war ursprünglich eine Fernsehsendung über den Umtausch der Schilling-Briefmarken gegen Euro. Dass dann in einem deutschen Forum auch über die gleiche Umtauschproblematik der Deutschen Post AG diskutiert wird, ist naheliegend. Aber das ist alles nun mehr als 20 Jahre her.
Ein ganz anderes Thema ist die aktuelle Ausgabenpolitik der österr. Post AG mit ständig hohen Nominalen, die man selten oder kaum für den Postverkehr braucht. Hier kann jeder auf seine Art abstimmen. Ich habe wie viele meiner Vereinskollegen das Sammeln von Östereich mit der Euroeinführung eingestellt.
Gruß
Bernd
Am: 13.06.2025 12:15:49
Gelesen: 5546
# 67
@ alex11 [#48]
Hallo Alex,
ich glaube, jetzt habe ich Deine Rechnung verstanden. Der Betreffende hat Schilling-Nominale im Frankaturweert von 1,7 Mill. zu 1% angekauft und wollte es dann zu 100 % Nominale gegen Euro-Werte umtauschen?
Also wenn das keine Spekulation ist, fresse ich einen Besen.
Aber das hätte er dann generalstabsmäßig planen und viele Helfer anstellen müssen, die ihm die Marken aufkleben und zur Post bringen. Ein Mann allein konnte diese Menge in der bekannten Umtauschfrist kaum stemmen.
Gruß
Bernd
Hallo Alex,
ich glaube, jetzt habe ich Deine Rechnung verstanden. Der Betreffende hat Schilling-Nominale im Frankaturweert von 1,7 Mill. zu 1% angekauft und wollte es dann zu 100 % Nominale gegen Euro-Werte umtauschen?
Also wenn das keine Spekulation ist, fresse ich einen Besen.
Aber das hätte er dann generalstabsmäßig planen und viele Helfer anstellen müssen, die ihm die Marken aufkleben und zur Post bringen. Ein Mann allein konnte diese Menge in der bekannten Umtauschfrist kaum stemmen.
Gruß
Bernd
Am: 13.06.2025 12:48:06
Gelesen: 5523
# 68
@ Baber [#66]
Die Diskussion ufert in diesem Fall ja nicht aus. Der einzige, der das Thema von "Markenumtausch im Zuge der Euro-Einführung" ausdehnt zu einer versuchten Diskussion über das gesamte Geschätsgebahren der Post in Österreich, ist alex11. Was mMn zeigt, dass es ihm gar nicht um den Markenumtausch im Speziellen, sondern seinen Ärger über die Post im Allgemeinen ist, die ihn antreibt. Der Markenumtausch ist nur ein willkommener Aufhänger.
Ich persönlich fände es auch schöner, wenn die Post so wäre wie vor 30 Jahren. Vielleicht sogar 40, doch ich habe die Post vor 40 Jahren nie kennengelernt. Überall gäbe es Postämter mit gut ausgebildeten Mitarbeiter:innen, überall könnte man schön stempeln lassen, es gäbe Ankunftsstempel auf der Rückseite, es würde nicht gefühlt jedes dritte Einschreiben gestohlen etcpp. Doch was brächte es, diesen Zeiten nachzutrauern? Sie kommen dadurch nicht wieder. Und keiner kann die privatisierten Postgesellschaften dazu zwingen, irgendwie als philateliefreundlich empfundene, aber für das Unternehmen unwirtschaftliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Warum also versuchen?
Was wäre überhaupt ein philateliefreundliches Verhalten? Wie ich hier darlegte [1], wurde auch schon vor fast 100 Jahren gejammert, dass das damalige Verhalten der staatlichen Postbetriebe der Tod der Philatelie wäre.
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=20738&CP=2&F=1
Die Diskussion ufert in diesem Fall ja nicht aus. Der einzige, der das Thema von "Markenumtausch im Zuge der Euro-Einführung" ausdehnt zu einer versuchten Diskussion über das gesamte Geschätsgebahren der Post in Österreich, ist alex11. Was mMn zeigt, dass es ihm gar nicht um den Markenumtausch im Speziellen, sondern seinen Ärger über die Post im Allgemeinen ist, die ihn antreibt. Der Markenumtausch ist nur ein willkommener Aufhänger.
Ich persönlich fände es auch schöner, wenn die Post so wäre wie vor 30 Jahren. Vielleicht sogar 40, doch ich habe die Post vor 40 Jahren nie kennengelernt. Überall gäbe es Postämter mit gut ausgebildeten Mitarbeiter:innen, überall könnte man schön stempeln lassen, es gäbe Ankunftsstempel auf der Rückseite, es würde nicht gefühlt jedes dritte Einschreiben gestohlen etcpp. Doch was brächte es, diesen Zeiten nachzutrauern? Sie kommen dadurch nicht wieder. Und keiner kann die privatisierten Postgesellschaften dazu zwingen, irgendwie als philateliefreundlich empfundene, aber für das Unternehmen unwirtschaftliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Warum also versuchen?
Was wäre überhaupt ein philateliefreundliches Verhalten? Wie ich hier darlegte [1], wurde auch schon vor fast 100 Jahren gejammert, dass das damalige Verhalten der staatlichen Postbetriebe der Tod der Philatelie wäre.
[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=20738&CP=2&F=1
Am: 13.06.2025 13:45:35
Gelesen: 5477
# 69
hier die Beispiele
Am: 13.06.2025 13:51:15
Gelesen: 5474
# 70
Antwort dazu:
"Das haben sie offensichtlich nicht mitbekommen, dass man die in Euro Marken umtauschen könnte - sie haben nur erfahren, dass diese entwertet wurden! Mind. Wert war wohl an die 10.000 Euro!
Die wird man jetzt wohl nicht mehr tauschen können, oder?
War ursprünglich als Geldanlage gedacht, die haben jeden Monat ein ganzen Bogen gekauft über Jahre?"
Ich hab bisher drauf verzichtet, die Besitzer auf Plattenfehlersuche zu schicken ...
zumindest sauber in Bogenalben aufbewahrt ...
Am: 13.06.2025 14:47:53
Gelesen: 5425
# 71
Guten Tag,
was mache ich denn mit meinen unzähligen Marken der Scheichtümer aus den 60er/70er Jahren? Was mache ich mit meinen vielen Marken aus Nordkorea? Und was mache ich mit den vielen Bögen des Deutschen Reichs aus der Inflationszeit?
Ich bin verzweifelt, wie viel Geld mir da durch die Lappen gegangen ist, doch so viele Kreuzfahrten um die Welt hätte ich zeitlich gar nicht machen können. Was habe ich ein Glück, daß ich weder Schilling-Marken aus Österreich noch DM-Marken aus deutschen Landen gehortet habe und ich somit gar nicht in die Bredoullie komme, mir heute Gedanken über den (verpassten) Umtausch zu machen.
Freitag der 13. kann auch mal ein Glücksfall sein, wenn man sich das so überlegt.
Glücklich grüßt Olaf
was mache ich denn mit meinen unzähligen Marken der Scheichtümer aus den 60er/70er Jahren? Was mache ich mit meinen vielen Marken aus Nordkorea? Und was mache ich mit den vielen Bögen des Deutschen Reichs aus der Inflationszeit?
Ich bin verzweifelt, wie viel Geld mir da durch die Lappen gegangen ist, doch so viele Kreuzfahrten um die Welt hätte ich zeitlich gar nicht machen können. Was habe ich ein Glück, daß ich weder Schilling-Marken aus Österreich noch DM-Marken aus deutschen Landen gehortet habe und ich somit gar nicht in die Bredoullie komme, mir heute Gedanken über den (verpassten) Umtausch zu machen.
Freitag der 13. kann auch mal ein Glücksfall sein, wenn man sich das so überlegt.
Glücklich grüßt Olaf
Am: 13.06.2025 17:47:10
Gelesen: 5303
# 72
@ TeeKay [#68]
Das Verhalten der Ö-Post in einen Gesamtkontext zu stellen - angefangen von dem 60er-Jahren bis in Gegenwart - ist wohl weniger offtopic und inhaltlich interessanter als von anderen Mitgliedern Psychogramme zu erstellen.
Das Verhalten der Ö-Post in einen Gesamtkontext zu stellen - angefangen von dem 60er-Jahren bis in Gegenwart - ist wohl weniger offtopic und inhaltlich interessanter als von anderen Mitgliedern Psychogramme zu erstellen.
Am: 13.06.2025 17:56:14
Gelesen: 5294
# 73
@ Baber [#67]
Da hast Du einen Logikfehler drinnen.
Vor bzw. auch noch in der Umtauschfrist der Schilling-Marken ließ sich die Nominale natürlich nicht zu 1 % des Frankaturwerts ankaufen.
Irgendwie finde ich es ja süß, wie Du Dir über 1200 € Investitionssumme Gedanken machst - in Zeiten, wo die 'großen Jungs' auf den Kapitalmärkten teilweise mit Spekulationen in (€-)Milliardenhöhe herumjonglieren.
Da hast Du einen Logikfehler drinnen.
Vor bzw. auch noch in der Umtauschfrist der Schilling-Marken ließ sich die Nominale natürlich nicht zu 1 % des Frankaturwerts ankaufen.
Irgendwie finde ich es ja süß, wie Du Dir über 1200 € Investitionssumme Gedanken machst - in Zeiten, wo die 'großen Jungs' auf den Kapitalmärkten teilweise mit Spekulationen in (€-)Milliardenhöhe herumjonglieren.
Am: 13.06.2025 18:11:23
Gelesen: 5264
# 74
Das Thema wird heute um Mitternacht geschlossen.
Grüsse aus dem Allgäu, Richard
Am: 13.06.2025 18:44:12
Gelesen: 5216
# 75
Die Rechnung mit den 1% hast du selber im Beitrag [#48] aufgestellt.
Gruß
Bernd
Am: 13.06.2025 19:03:45
Gelesen: 5190
# 76
@ Richard [#74]
Wie so oft, wenn ich derartige Threads auf den "Philaseiten" verfolge, kommen mir zwei Aussagen in den Sinn: Goethe soll gesagt haben, dass Sammler glückliche Menschen sind und Philatelie soll " Freude am Schönen" sein. Ich persönlich empfinde mich als Sammler und Philatelist diesen Kreisen zugehörig.
Am: 13.06.2025 20:10:40
Gelesen: 5132
# 77
@ Richard [#74]
Schade, das Thema hat mich sehr erheitert. :-) Ich frage mich auch, wie der "Skandal" denn in Österreich aufgenommen wird und ob das da jetzt wirklich so ein Thema ist. 15 000 Aufrufe für das Video klingt jetzt auch nicht nach so viel. Vielleicht viel für die Philatelie-Blase, aber für die Allgemeinheit? Ich bin übrigens auch "Betroffener", habe damals meine DM Abosammlung von der DP auch nicht umgetauscht, heute ärgere ich mich darüber. Aber die Schuld suche ich nicht bei der Post. Und was die angeblichen versprochenen Wertsteigerungen angeht, die ja auch im Beitrag erwähnt wurden: so etwas gab es ja immer wieder bei allen möglichen Sammelgebieten, und meistens traten sie dann nicht ein. Schlimmer als die Postunternehmen waren da aber eher die großen Händler wie Sieger und Co. Aber vielleicht täuschen wir uns ja auch alle, der Anwalt kommt damit durch, und wir können alle noch unsere Schilling Restbestände eintauschen.
Am: 13.06.2025 22:55:34
Gelesen: 5048
# 78
@ Richard [#74]
Wie schön! Ob es richtig ist, ein Diskussionsthema in dieser Form "abzuwürgen" muss jeder für sich selbst entscheiden ... Ich könnte mir vorstellen, dass sich das von selbst irgendwann "totläuft" und daher nicht nötig ist.
Ich habe mich an diesem Thema (wie auch an sich seit längerem) nicht durch Beiträge beteiligt, sondern lese nur regelmäßig mit, was mir interessant erscheint. Ob die Diskussion hier in irgendeiner Weise von Relevanz für das Sammeln von Briefmarken ist, auch das muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich finde es zumindest teilweise kurzweiliger und unterhaltsamer ist als manch anderes Thema ...
Best
V.
Wie schön! Ob es richtig ist, ein Diskussionsthema in dieser Form "abzuwürgen" muss jeder für sich selbst entscheiden ... Ich könnte mir vorstellen, dass sich das von selbst irgendwann "totläuft" und daher nicht nötig ist.
Ich habe mich an diesem Thema (wie auch an sich seit längerem) nicht durch Beiträge beteiligt, sondern lese nur regelmäßig mit, was mir interessant erscheint. Ob die Diskussion hier in irgendeiner Weise von Relevanz für das Sammeln von Briefmarken ist, auch das muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich finde es zumindest teilweise kurzweiliger und unterhaltsamer ist als manch anderes Thema ...
Best
V.
Am: 13.06.2025 23:03:01
Gelesen: 5039
# 79
@ Baber [#75]
Zu dem 1 %-Preis hat man die Schilling-Briefmarken aber natürlich erst NACH DEM ENDE der offiziellen Umtauschfrist bekommen.
Zu dem 1 %-Preis hat man die Schilling-Briefmarken aber natürlich erst NACH DEM ENDE der offiziellen Umtauschfrist bekommen.
Am: 13.06.2025 23:43:02
Gelesen: 5015
# 80
@ Richard [#74]
Guten Abend Richard,
Bevor Du die Ankündigung wahr machst und das Thema schließt, muss ich jetzt doch auch noch mein Befremden äußern. Mein Befremden über Dein Vorgehen, Deinen Umgang mit diesem Thema.
Zunächst wird ein Thema „hochgepuscht“, durch Veränderung der ursprünglichen Überschrift, durch Fettdruck (und somit Hervorhebung im Forum), durch Betonung eines vermeintlichen Skandals. Dadurch werden selbstverständlich höhere Zugriffszahlen generiert als bei einem „08-15-Thema“.
Auf berechtigte Kritik, wenn auch launig vorgetragen, reagierst Du mit dem Hinweis, das Thema habe schließlich viele Mitglieder interessiert, was an den hohen Zugriffszahlen ablesbar sei. Dass es hier natürlich einen Zusammenhang gibt, dürfte Dir klar sein, speilt aber in Deiner Argumentation keine Rolle.
Stattdessen empfiehlst Du, das Thema nicht zu beachten. Warum dann der Fettdruck? Damit werden doch die Themen hervorgehoben, die besonders beachtet werden sollen, oder?
Zu den teils provozierenden und pauschalierenden Beiträgen eines einzelnen Mitglieds, der hier gebetsmühlenartig immer wieder einen Skandal herbeiredet und allen Nicht-Österreichern, insbesondere allen Deutschen, ein Mitspracherecht verwehrt (Beitrag #61) , schreibst Du nichts. Kein Wort. Du bietest diesem Nörgler ein breites Forum für seine Hasstiraden gegen die Ö-Post, obwohl schon zu einem frühen Zeitpunkt alle seine „Argumente“ bereits vorgetragen und anschließend nur noch wiederholt und verklausuliert erneut vorgetragen wurden. Auf weitere berechtigte Kritik, die teilweise sogar noch recht amüsant daher kommt und weitere Facetten des Themas anschneidet, reagierst Du wiederum überhaupt nicht. Genügend Ansätze, den herbeigeredeten vermeintlichen Skandal zu kommentieren, wurden gegeben. Da hätte die Möglichkeit bestanden, auch als Forumsbetreiber das Thema in die richtigen Bahnen zu lenken.,
Stattdessen dann plötzlich, ohne Begründung, kündigst Du eine Schließung des Themas an. Warum? Und wenn schon, warum dann nicht gleich sofort, sondern mit zeitlichem Vorlauf?
Das alles ist rätselhaft. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, der es so empfindet.
Trotzdem schöne Grüße an diesem herrlichen lauen Sommerabend
Christoph