Briefmarken Atteste

Thema:

Vereinigte Arabische Emirate - Ajman: Basisinformationen

Bendix Gruenlich Am: 02.06.2025 22:06:47 Gelesen: 764 # 1
VAE - Ajman: Basisinformationen Ajman ist ein Emirat, dass seit dem 02.12.1972 Teil der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist. Größe: 148 km², 16 km Küstenlinie, es ist das kleinste Emirat der VAE, umschlossen vom Emirat Sharjah. Bevölkerung: 1950: 238 (Ajman Stadt) 1967: 3.000 (Ajman Stadt) 1973: 9.000 (Ajman Stadt) 2023: 418.000 (Gesamtemirat, dass aber hauptsächlich aus Ajman Stadt besteht) Wüstenregion, arabische Halbinsel, am Persischen Golf gelegen. 1820 vernichtete die britische Flotte alle örtlichen Piratenschiffe der örtliche Sheiks und zwang die Sheiks in ein Marineabkommen, die die Emirate zu Protektoraten machten (Vertragsinhalt: keine Piraterie, keine Sklaverei mehr). 1892 wurde vereinbart, dass die Vertragsstaaten keine Abkommen mit anderen Mächten als Großbritannien abschließen, so wurden die Vertragsstaaten zu britischen Protektoraten. Währungssituation • 1839 die indische Rupie (INR) wurde zum entscheidenden Zahlungsmittel im Indischen Ozean, auch in den Vertragsstaaten. • 1959 wurde von der indischen Regierung die Golf Rupie eingeführt, um die eigenen Devisenreserven vor Goldschmuggeleffekten der Vertragsstaaten zu schützen (bei Einführung 1 Golf Rupie = 1 INR). • 1966 (nach Abwertung der Golf Rupie durch Indien) wurde die Golf Rupie durch den Bahrein Dinar (äquivalent zu GBP 0,75 bzw. 10 Golf-Rupien in Abu Dhabi) und den Kuwait und Dubai Riyal bzw. QAR (äquivalent anfangs zu GBP 0,075 bzw. 1,5 Shilling, ab 1967 nach einer Pfund-Abwertung GBP 0,0875 bzw. 1,75 Schilling) abgelöst. 1966 war 1 GBP = DEM 11,17. 1 QAR somit DEM 0,84. • In Ajman galt der QAR (bis zur Einführung des VAE-Dinars in 1973 - dessen ISO-Kürzel AED). • 1973 Einführung des AED Briefmarken • Bis zur Einführung von Marken für das Sultanat Muskat: indische Marken • 1944: Einführung von Marken in Muskat, die auch in den VAE in Gebrauch waren, wobei eine Post nur in Dubai bestand • 1961: Marken der Trucial States, Postamt weiterhin nur in Dubai • 29.11.1963: Eröffnung eines Postamts in Ajman • 20.06.1964: Beginn der Ausgabe eigener Marken für Ajman • 31.07.1972: Ende der Postagentur-Verträge mit ausländischen Briefmarkenagenturen • 01.01.1973: Beginn der Ausgaben für die VAE • 01.04.1973: Ajman-Briefmarken werden ungültig Laut Michel für Ajman 2.995 Ausgaben und 531 Blöcke. Konzessionen für die Briefmarkenausgaben wurden an Postagenturen veräußert. Es ist umstritten, wer Konzessionsnehmer war (aber die Wahl der Motive spricht für Akteure der nördlichen Hemisphäre - hier Apollo 7-Mission, Weltraum von 1968). Die Vertriebsmuster der Konzessionsnehmer sind unbekannt (wie wurden die Beträge verteilt, welche Mengen wurden verkauft und hergestellt, fallen gefälligkeitsgestempelte Marken unter die bekanntgebenen Auflagen usw.). Literatur zum Komplex kann ich nicht finden, eine systematische vollständige Aufarbeitung scheint nicht stattzufinden. Fakt ist, dass gefälligkeitsgestempelte Marken in großer Zahl zu zirkulieren scheinen (teilweise wird von „stapelweise Bögen berichtet, die auf Auktionen angeboten werden“, was gegen die teilweise geringen genannten Auflagen von lediglich - hier ein Beispiel - 20.000 für die frühen gezähnten Sonderausgaben, 5.000 für ungezähnte Varianten und 10.000 für Blöcke spricht, auch für den nachfolgend gezeigten Block, übrigens Michel Block 41A zum Thema Adam und Eva – zur QAR 10,00 also rund DEM 8,40). Echtgestempelt erscheinende Marken und echtgelaufene Briefe sind hingegen selten. Siehe hierzu auch folgende Beispiele für Belege, diese alle philatelistisch inspiriert und mit überraschend schwankenden Portobeträgen. https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11587&CP=0&F=1 Überzeugend berichtet John Lowe von der Rolle der Format International Printers (mittlerweile insolvent) als Drucker. Agenturnehmer sollen US-Philatelisten gewesen sein. https://golowesstamps.com/reference/formatprinters/Ajman/1967-1968/ajman_1967_1968_stamps.htm John Lowe zeigt dort Marken, die Format gedruckt hat und Ankündigungsblätter, die Ross und Reiter nennen, nämlich die Preise für den Bezug, den ich mittels der oben genannten Währungsparitäten zum GBP nachvollziehen konnte. Es wäre wirklich spannend, einmal einen solchen Agenturvertrag sehen zu können. Auch John Lowe zeigt diese nicht, sagt aber, dass ihm einzelne Vertragsterminierungsschreiben vorlägen. Ich frage mich, warum nicht einmal ein Vertragsexemplar der staatlichen Lizenzgeber veröffentlicht wird. Die müssen doch wissen, wer ihr Vertragspartner war und wie die Konditionen waren. Auch sollten die Lieferungen in den Büchern der Post (Lieferscheine, Buchungen) Spuren hinterlassen haben. Schade, dass da keine Aufklärung gelingt. Auch nie berichtet: Wer war der Ideengeber für die Motive und wer die Gestalter. Zum Schluss noch ein Geschmacksmuster von drei verschiedenen Ausgaben. Man beachte die Höhe der Wertstufen von QAR 1,00 - also beachtliche DEM 0,84 (das entspricht dem 4-fachen des Portosatzes für einen Inlandsbrief in Deutschland).