Briefmarken Atteste

Thema:

Alliierte Besetzung Amerikanische Zone portopflichtige Postscheckbriefe 1945-1948

Jürgen Witkowski Am: 20.04.2025 12:32:29 Gelesen: 2805 # 1
In der Amerikanischen Zone war für Postscheckbriefe ab dem 15.1.1947 bis zum 31.7.1948 10 Rpf/Pf Gebühr fällig. [1] Danach waren sie gebührenfrei. Der Postscheckbrief aus Würzburg an das Postscheckamt Nürnberg wurde am 8.3.47 nicht mit Briefmarken freigemacht, sondern mit einer Barfrankatur versehen. Der Gebührenstempel entspricht der Katalognummer 1016 im Richter [2] und passt zum Tagesstempel (13a) Würzburg 2 b. Ob der Zweizeiler URGENT Dienstpost für eine beschleunigte Bearbeitung des vom Stadtrat Würzburg verschickten Briefes sorgte, lässt sich nicht feststellen. Der Briefvordruck stammt aus 11/45, ist also eine Nachkriegsproduktion. Der Vermerk (Innerhalb des Deutschen Reichs gebührenfrei) blieb allerdings erhalten. Mit österlichen Sammlergrüßen Jürgen [1] Jakob Vetter, Über die portopflichtigen deutschen deutschen Postscheckbriefe 1945/48, DBZ 20/84 [2] Hans-J. Richter, Barfrankaturen in den vier Besatzungszonen Deutschlands und in Berlin 1945-1949, Handbuch und Katalog
BUND Am: 20.04.2025 19:05:55 Gelesen: 2765 # 2
Hallo Jürgen, portopflichtige Postscheckbriefe sind auch deshalb interessant, weil ihre ausschließliche Verwendung im nichtphilatelistischen Verkehr nahelegt, dass Gefälligkeitsfrankaturen bei diesen Verwendungen ausgeschlossen sind [1, S. 3]. Zudem herrschte aufgrund der kurzen Dauer der Portopflicht oftmals Unklarheit über die korrekte Höhe des zu entrichtenden Entgelts, sodass überfrankierte Belege vergleichsweise häufig vorkommen [1, S. 7]. Auch in Sammlerkreisen fristeten portopflichtige Postscheckbriefe lange ein Schattendasein – ein Bericht zeigt etwa, dass selbst ein Prüfer zunächst von genereller Portofreiheit ausging und ein portogerecht freigemachter Postscheckbrief mit Sonderdienst aus Regensburg vom 03.07.1947 erst nach weiterem Austausch ein Attest erhielt [2]. Hier ein weiteres Beispiel: ein Postscheckbrief vom 14.11.1947 an das Postscheckamt Nürnberg, portogerecht frankiert mit MiNr. 918 und entwertet mit Zweikreisstegstempel "FÜRTH (BAY) 6 / a". Viele Grüße BUND [1] J. Vetter, Die portopflichtigen Postscheckbriefe Deutschlands 1945 - 1948/49 (4 Besatzungszonen und Berlin). Frankfurt am Main: Eigenverlag, 1985. [2] U. Wagner, „Postscheckbrief mit Sonderdienst - Eilboten“, Rundbrief 28 (1 - 2008) - Arbeitsgemeinschaft Alliierter Kontrollrat 1946 – 48 e.V., S. 1842–1843, 2008.
Jürgen Witkowski Am: 15.05.2025 11:05:20 Gelesen: 2650 # 3
@ BUND [#2] Einen solchen überfrankierten Postscheckbrief kann ich zeigen. Er lief am 11.11.47 aus Hammelburg an das Postscheckamt Nürnberg. Verwendet wurde noch ein alter Umschlag aus Zeiten des Deutschen Reichs mit Druckdatum 4.38, auf dem 5 Rpf als Gebühr angegeben sind. Freigemacht wurde er mit einer Freimarke zu 16 Pf aus der I. Kontrollratsausgabe (MiNr. 923). Diese wäre beispielsweise für Geschäftspapiere bis 100 g erforderlich gewesen. Im Nachhinein kann man nur spekulieren, ob Unkenntnis des Absenders oder die Tatsache, dass er gerade keine andere Marke zu Hand hatte dafür ursächlich waren, dass nicht mit den erforderlichen 10 Pf freigemacht wurde. Mit besten Sammlergrüßen Jürgen
becker04 Am: 16.05.2025 11:22:52 Gelesen: 2605 # 4
Hallo zusammen, von mir ein portogerecht frankierter Postscheckbrief aus Nürnberg-Kleinreuth hinter der Veste vom 18.2.1948. Kleinreuth hinter der Veste ist ein Stadtteil von Nürnberg. [1] Zu sehen sind der Poststellenstempel von Kleinreuth hinter der Veste und der entnazifizierte Maschinenstempel von Postamt 2. MfG Klaus [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinreuth_hinter_der_Veste
Jürgen Witkowski Am: 02.06.2025 15:57:56 Gelesen: 1784 # 5
Wen der Begriff portopflichtige Postscheckbriefe in der Themenüberschrift irritiert, kann sich im folgenden Thema über die Beweggründe für die Wahl dieser Bezeichnung informieren: https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?CP=0&F=1&ST=20710&page=0 Bitte nicht hier im Thema darüber diskutieren. Zur Abwechslung nach den Belegen aus Nürnberg, möchte ich einen Beleg vom Postscheckamt München zeigen. Die unten auf dem Umschlag geforderte Gebühr von 10 Rpf wurde durch die Verwendung von Freimarken aus der II. Kontrollratsausgabe entrichtet. Zur Verwendung kam eine MiNr. 943 zu 2 Rpf und eine MiNr. 945 zu 8 Rpf. Der Aufgabestempel (13b) München 9 vom 25.11.47 weist keinen erkennbaren Unterscheidungsbuchstaben auf. Mit besten Sammlergrüßen Jürgen
oisch Am: 03.06.2025 10:18:08 Gelesen: 1727 # 6
Moin, Mehrfachfrankatur 2 x 915 Gruß klaus
oisch Am: 03.06.2025 10:19:21 Gelesen: 1726 # 7
Und 946
Jürgen Witkowski Am: 28.06.2025 20:14:18 Gelesen: 1486 # 8
Der Umschlag für diesen Postscheckbrief vom 01.12.47 von Würzburg an das Postscheckamt Nürnberg wurde gemäß Druckvermerk im Juli 1946 gedruckt. Da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Gebührenpflicht gab, fehlt der entsprechende Vermerk. Dem Absender war die Gebührenpflicht seit dem 15.1.1947 aber wohl auch so bekannt. Die Gebühr wurde unter Verwendung von zwei Marken aus der I. Kontrollratsausgabe, MiNr. 212 zu 2 Pf und MiNr. 917 zu 8 Pf, entrichtet. Abgestempelt wurde mit einem Maschinenstempel im Postamt (13a) Würzburg 2. Mit besten Sammlergrüßen Jürgen