Sonderauktion: Die Sammlung "WJ" - III. Reich Probedrucke und Essays
Schlegel Berliner Auktionshaus
am 9. Mai 2025 in Berlin in unseren Räumlichkeiten am Kurfürstendamm 200

Los 9, Schätzpreis 60.000 - 70.000 €
Die Präsentationsstücke für das Reichspropagandaministerium lieferte Wien in besonderer Aufmachung. Jedes der vier Motive wurde auf einem großformatigen Kartonblatt mit Prägesiegel der Staatsdruckerei präsentiert. Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda existierte eine „Dokumentations- Sammlung“ von den Probedrucken verausgabter Postwertzeichen. In den ersten Nachkriegsjahren rankten sich Legenden um deren Verbleib. Man hörte damals in Berlin abenteuerliche Geschichten. Es wurde viel erzählt, und die Erzähler hatten ihr Wissen natürlich aus „gut unterrichteten Quellen“. So wurde zum Beispiel berichtet: „In die Alpenfestung ausgelagert“; eine andere Version: „Mit Geheimakten vom RPM in einem geheimen Bunker unter dem Flughafen Tempelhof versteckt“. Es gab tatsächlich einen solchen Bunker, aber der war leer. Von den wenigen Personen, die von dieser Sache Kenntnis hatten, hieß es später: „verschollen“. Das wird vermutlich für den größten Teil des Materials stimmen. Einiges gelangte in Hände, die eine Möglichkeit zum „Zugriff “ hatten. Aus einer solchen Quelle könnte dieser Satz stammen. Ein UNIKAT mit eindrucksvollen historischen Hintergründen.
9. Mai 2025
Wir versteigern 288 Pretiosen der deutschen Philatelie, für die es keine Katalognummern gibt, weil es sie nicht geben kann.
Bevor die Drucker mit der Produktion beginnen können, sind Künstler tätig, um die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Graphiker, Designer, Maler, Fotografen, Papier- und Farbexperten, Stahlstecher und Kunstdrucker sind in dem Bereich, der „Vorproduktion“ genannt wird, tätig.
Von ersten Motiv-Entwürfen der Künstler über Reinzeichnungen und Foto-Essays bis hin zu den Probedrucken ist es weiter Weg. Dem Briefmarkensammler bleiben die Tätigkeiten aus diesem Zeitraum verschlossen. Eine Katalognummer bekommt viel später des „Endprodukt“. Das ist die Briefmarke, nachdem sie am Postschalter verkauft wurde.
Der Inhalt dieser Auktion sind die einzigartigen Pretiosen aus dem Arbeitsbereich der Vorproduktion – ein allgemein unbekannter Bereich, der begeisterte Interessenten findet.
Für Spezialsammler ist längst erkannt worden, dass Pretiosen aus der Vorproduktion für jede Spezialsammlung eine ganz entscheidende Bereicherung sind.
Die beiden Bände „Thema 3. Reich“ bieten erstmalig veröffentlichtes Wissen über Künstler und Hintergründe und über die Briefmarkengestaltung im 3. Reich.
Bestellungen für den Sonderkatalog nehmen wir gerne entgegen. Bitte beachten Sie, dass die Auflage limitiert ist.

Los 3, Schätzpreis 20.000 - 25.000 €
Der Vorlagekarton für das letzte offiziell verausgabte Postwertzeichen des Dritten Reiches. Am 23. Januar 1945 erteilte der zuständige Beamte im Reichspostministerium auf dem Vorlagekarton handschriftlich den Auftrag, die Staatsdruckerei Wien solle mit der Produktion beginnen. Es wurde bestimmt, in der Farbe zu drucken, die das Exemplar mit der Ordnungsnummer „1“ zeigt. Im Februar 1945 gelangte dann die sogenannte „Volkssturm-Marke“ im Reichsgebiet an die Postschalter. (Weitere detaillierte Informationen vermittelt Band 1 des „Thema 3.Reich“, S.33 ff.) Der Vorlagekarton der Wiener Staatsdruckerei mit den vier Farbproben ist eine einmalige historische Preziose. Wolfgang Jakubek bewertete dieses Stück deutlich höher als einen Vorlagekarton mit den vier Stücken SA/SS/NSKK/NSFK

Los 60, Schätzpreis 1.800 €
Das Portrait „Hitler mit hochgeschlagenem Mantelkragen“ war für die Markwerte vorgeschlagen. Das Reichspropagandaministerium beurteilte die Darstellung als gut, aber zu „lässig“. Der Vermerk am Unterrand mit der Datierung „18.12.42“ und dem Kürzel „L“ wurde vom Stahldrucker vorgenommen. Ausführung in rotbraunem Farbton.

Los 208, Schätzpreis 10.000 - 12.000 €
JUGEND IM EINSATZ 1942 gestaltete Lothar Wüst 12 Markenbilder. Vom Reichspropaganda- Ministerium wurden das Thema und die Darstellungen als völlig ungeeignet abgelehnt. „Dass kriegsbedingte Mängel kein Thema sind, um auf Postwertzeichen dargestellt zu werden, sollten Sie eigentlich wissen…“. Der geschätzte Grafiker wurde mit diesem Satz vom Ministerium gerügt. Lothar Wüst entschuldigte sich im Reichspropaganda- Ministerium persönlich, so erzählte er nach dem Krieg. Drei vollständige Sätze dieser Foto-Essays „überlebten“. Außerdem blieben wenige Einzelstücke erhalten. Einer der drei bekannten vollständigen Sätze wurde auf einer Raritäten- Auktion in New York im Jahre 2016 angeboten, der Startpreis wurde mit 12.000 Euro angesetzt, der Hammer fiel bei 21.500 Euro.

Los 240, Schätzpreis 2.500 €
UNIVERSITÄT KÖNIGSBERG Am 24.6.1944 wurde im Reichspostministerium entschieden, welcher grüne Farbton für den Druck der Sondermarke „Königsberger Universität“ zu verwenden sei. Der Vorlagekarton mit den vier Farbmustern ging von Berlin an die Wiener Staatsdruckerei. Damit war der Auftrag für die Produktion erteilt. Eindrucksvolles UNIKAT!

Los 286, Schätzpreis 2.500 €
KAMERADSCHAFTSBLOCK DER DEUTSCHEN REICHSPOST 1944 Einzelabzüge der sechs verschiedenen Werte der Ausgabe von 1944 in ähnlichen Farbtönen wie später verausgabt. Die Stücke befinden sich auf einem Original-Vorlagekarton der Staatsdruckerei Wien mit Prägesiegel. Unter den Exemplaren die fortlaufende Nummerierung von 1 bis 6. Am Unterrand rechts der Datumsstempel 22. Mai 1943. Es existieren nur zwei Kartons; dieser und der im folgenden Los angebotene. Der erste mit den Nummern 1-6 und der zweite mit den Nummern 7-12.

Los 288, Schätzpreis 10.000 - 12.000 €
Dieses Stück ist aus historischer Sicht der bedeutendste aller Künstler-Entwürfe aus der Ära 1933-1945. Es sind Motiv-Darstellungen für die ersten neun Sondermarken des Dritten Reiches. Dazu die wichtigsten Fakten: Die Markenbilder schuf Alois Kolb, einer der größten Designer der 20er- und 30er-Jahre. Kolb datierte seine Entwürfe „13.3.1933“ auf der Rückseite von einem schwarzen Vorlagekarton. Unter den Darstellungen das Prägesiegel mit der Inschrift „Reichsdruckerei Direktion“. Im November 1933 erschien im 3. Reich die erste „Sondermarken-Ausgabe“. Mit dem Namen „Wagner-Satz“ wurde diese Wohlfahrtsmarken weltweit bekannt. Ein Stück mit historischem Potential ohnegleichen - aus dem ersten Jahr des Dritten Reiches. Ein Liebhaberstück!
Kolb arbeitete mit aufwendigem Einsatz. Er ließ in seinem eigenwilligen Stil Motive entstehen. Aber er schuf auch im großen Format und in filigraner kunstvoller Ausführung wichtige Details seiner Darstellungen. Die noch erhaltenen großartigen Entwürfe aus dem Zyklus Opern-Motive werden angeboten. Es sind fünf Blatt mit Darstellungen zu PARSIFAL. LOHENGRIN, SIEGFRIED, MEISTERSINGER und TRISTAN UND ISOLDE. Diese großartigen Entwürfe gehören als Zugabe zur Los Nr. 288.
Wir freuen uns auf Sie!
Ihr Andreas Schlegel
& das gesamte Team