Briefmarken Atteste

Thema:

Deutsches Reich Portomarken auf Belegen

Stefan Am: 03.04.2025 21:15:53 Gelesen: 686 # 1
Hä? Deutsche Portomarken? Habe ich da etwas verpasst? Dies mag der geneigte Leser sich denken, wenn man die Überschrift dieses Themas sieht. Man könnte nun diskutieren und pro bzw. contra argumentieren, ob es sich bei dem nachfolgenden Beleg um deutsche Portomarken handelt oder nicht. Ortssendung als Postkarte innerhalb von Graz vom 10.06.1938 Am 13.03.1938 erfolgte der Einmarsch der Wehrmacht in Österreich, der "Anschluss" an das Deutsche Reich wurde am 14.03.1938 verkündet und der Form halber am 10.04.1938 eine Volksabstimmung durchgeführt. Inwieweit das Abstimmungsergebnis aus heutiger Sicht tatsächlich belastbar ist, kann ich nicht beurteilen. Am 04.04.1938 wurde die Reichsmark als Währung eingeführt, dito deutsche Briefmarken in Kurs gesetzt. Die österreichischen Briefmarken blieben weiterhin gültig. Parallel gebräuchliche Portomarken aus Österreich blieben ebenfalls bis zum 31.10.1938 gültig, womit wir auf dieses - zugegebenermaßen - sehr spezielle Thema kommen. Am gezeigten Beispiel wurden zwei Portomarken zu 3 und 5 Groschen verklebt. Die Sendung wies zuvor keine Frankatur auf und wurde am 10.06.1938 in Graz 1 um 11 Uhr mit einem Tagesstempelabschlag versehen. Gemäß Stundenangabe im zweiten Tagesstempelabschlag erfolgte die Nachportoerhebung im gleichen Postamt um 14 Uhr. Als Absender ist eine Behörde - das Stadtrechnungsamt in Graz - ersichtlich. Die Sendung wurde sicherlich absichtlich nicht vom Absender frankiert. Der Michel Österreich-Spezialkatalog 2016 beschäftigt sich über mehrere Seiten hinweg mit dem Thema der weiterverwendeten österreichischen Briefmarken (13.03.-31.10.1938) sowie der Verwendung von Briefmarken der Reichspost (04.04.1938 - Mai 1945) auf ehemals österreichischem Staatsgebiet. Die österreichischen Portomarken werden auf Seite 119 katalogisiert und mangels preislicher Angebote lose bzw. auf Beleg meist mit -,- bewertet. Der hier gezeigte Beleg stammt aus einer Krabbelkiste für einen Euro/Stück. Ob derartige Stücke auf österreichischen Sammlerbörsen ebenfalls selten sind, ist mir nicht bekannt. Ich nehme an, dass derartige Stücke in Österreich selbst etwas häufiger anzutreffen sind. Gruß Stefan
mumpipuck Am: 03.04.2025 23:07:04 Gelesen: 665 # 2
@ Stefan [#1] Hallo Stefan, Du schreibst "Die Sendung wurde sicherlich absichtlich nicht vom Absender frankiert." So verstehe ich den Vermerk links unten im schönsten Amtsdeutsch oder Amtsösterreichisch: "Postgebühr beim Empfänger einheben!". Burkhard