Da ich eine kleine Sammlung Belege aus dem Bereich Goldküste erworben habe, obwohl es nicht unbedingt mein Sammelgebiet ist, werde ich einige daraus vorstellen.
Ich zeige als erstes eine Postkarke aus Liechtenstein nach Addah . Die Postkarte wurde im Jahr 1914 in Balzers gestempelt. Auf der Markenseite ist ein englischsprachiger Stempel vom 5.4.1914. Auf der Bildseite von Schloss Gutenberg befindet sich ein Ankunftsstempel von Addah vom 8.Mai. Zur portogerechten Frankatur wurde eine 10 Heller-Marke MiNr.2 verwendet


Gruss
Martin
Natürlich beglückwünsche ich Dich ganz besonders, kann man doch die Britisch-Kolonien-Sammler Afrikas in Deutschland an zwei Händen abzählen. Früher oder später werden Dir Goldküstenmarken mit Togo-Überdruck über den Weg laufen: Die gehören zur Übergangsperiode Togos von Deutschland zum UK und Frankreich, sind extrem selten und nur für mittlere zweistellige Beträge zu bekommen.
Vorsicht vor Mache: Der Stempel Palime Station kommt häufig auf philatelistischen Satzbelegen vor. Diese müssen teilweise trotz calligraphischer Schönheit fabrikmäßig hergestellt worden sein, denn ich sah kürzlich einen in einem Auktionskatalog (Ausruf 120 €), und der war ein absolut identischer Zwillingsbruder jenes A5-Covers, das ich bereits hatte. Bickel-Blatter-Kiderlen lassen grüßen!
@ Martin de Matin [#1]
Einen kleinen Überblick über die Sammlung Goldküste.
Sie besteht aus mehr als 120 gelaufenen Belegen (ab 1910 bis zum Ende); davon 2/3 eingehende Post und 1/3 Bildpostkarten der Goldküste. Dazu etwas vom Anfang Ghana. Mit dabei waren noch Speisekarten und Pasagierlisten von Woermanndampfern. Mir gefielen die paar abgebildeten Belege (Liechtenstein, deutsche Kolonien und Seepost Hamburg Westafrika), so es mir den Endpreis von 170 Euro wert war. Da ich die Aufmachung mit Erklärungen der Sammlung so schön finde, werde ich sie auch nicht zerlegen.
Der namentliche festgehaltene Vorbesitzer hat sie als Teil 3 seiner Sammlung beschrieben. Wie wohl die anderen Teile aussahen?
Nun zum nächsten Beleg, einen der wenigen überfrankierten Belegen. Eine Postkarte aus München nach Akuse am Fluss Volta. Es wurden von Bayern MiNr.92 und 93 (25 Jahre Regentschaft von Prinzregent Luitpold) verwendet. Geschrieben wurde die Karte am 16.6.1911 (sechs Tage nach der Ausgabe der Marken). Vorderseitig ist ein Ankunftstempel der Goldküste zu sehen.


Gruss
Martin
Meine nächstes Stück ist eine eingeschriebene Privatpostkarte aus Bietigeheim. Der Karte betrift den 25.Hochzeitstag des Württembergischen Königs Wilhelm II. mit seiner zweiten Frau. Die Karte hat einen 10 Pf. Germania Wertstempel und eine 20 Pf. Germania als Zusatzfrankatur. Die Karte wurde am 29.3.1911 gestempelt. Die Karte ging über London (30.3.1911) und Liverpool (1.5.1911) nach Akuse in der Goldküste.


Gruss
Martin
@ Martin de Matin [#3]
Der bayerische Beleg ist postalisch interessant, weil die Marken zum Regierungsjubiläum Seiner Kgl Hoheit des Prinzregenten nicht zur Frankatur von Auslandspost zugelassen waren. Es handelte sich um Sondermarken mit begrenzter Gültigkeitsdauer, die nach den UPU-Bestimmungen nur im Inland (und nach Österreich) verwendet werden durften. Es kommen Belege ohne und mit Nachporto vor.
HG
RS
Diesmal gibt es eine Postkarte aus Rumänien. Eine 3-Lei-Postkarte mit einer 3-Lei Zusatzfrankatur (MiNr.277) gestempelt am19.10.1925 in Dobresti. Rückseitig ist ein Ankuntsstempel aus Nkawkaw vom 13.11.1925. Nkawkaw liegt an der Strasse von Accra nach Kumasi. Der Name Nkawkaw soll gemäß Wikipedia Rot-Rot bedeuten.


Gruss
Martin
https://de.wikipedia.org/wiki/Nkawkaw
Das nächste Gebiet aus dem ein Beleg zur Goldküste ging ist die deutsche Kolonie Togo. Die Karte ist mit einer 10 Pf (MiNr.9) frankiert worden und ist am 25.7.1911 in Lome gestempelt worden, ging dann über Quittah (1.8.1911) und kam am 4.8. 1911 in Akuse an. Auf der Bildseite ist die Landungsbrücke in Lome zu sehen.


Gruss
Martin
Ein moderner Luftpostrief aus Heidenheim nach Accra, der am 23.2.1956 gestempelt wurde. Es wurden fünf 10Pf-Marken mit dem Motiv Heinrich Heine (MiNr.229) verwendet.

Gruss
Martin
Weiter geht es mit einem Brief aus der Zeit zwischen den Weltkriegen. Der Brief ging am 2.3.1935 von Friedrichshafen nach Koforidua (ca 60 km nördlich von Accra). Rückseitig ist der Ankunftsstempel vom 20.3.1935 aus Koforidua. Für die Auslandsgebühr vom 25 Pf wurden eine 3Pf und eine 12 Pf der Hindenburgserie und ein Paar der 5 Pf Hindenburg mit Trauerrand verwendet.


Auf der Vorderseite befindet sich ein vermutlich nicht postalischer Stempel vom 16.4.1935. Vielleicht hat der Empfänger Ernst Weber den Brief erst dann erhalten. Als der Brief in Koforidua am 16.3.1935 ankam war Ernst Weber höchstwahrscheinlich nicht vor Ort.
Dazu demnächst mehr.
Gruss
Martin
Zum Ostermontag noch ein Beleg aus dem Deutschen Reich nach Saltpond. Der Brief, der wieder an Ernst Weber gerichtet ist, ist mit einer 2M-Luftpostmarke (MiNr.383) frankiert worden. Zur Entwertung wurde ein Stempel "Friedrichshafen Luftpost" mit dem Datum 24.3.1929 angebracht. Der vorderseitige Aufkleber "Mit Luftpost" wurde durchgestrichen. Der Absender vermerkte "mit Mittelmeerfahrt 1929 der Grafen Zeppelin", allerdings trägt der Brief den Bestätigungsstempel der Orientfahrt. Rückseitig ist der Ankunftsstempel von Saltpond angebracht worden.
Auch wenn der Brief nicht gut erhalten ist, so denke ich, das Zeppelinbriefe mit Bestimmungsland Goldküste nicht häufig sein dürften.

Gruss
Martin
Diesmal zeige ich ein Ganzsache aus der Schweiz. Die Ganzsache wurde am 28.9.1925 in Thalwil gestempelt und ging nach Nkawkaw. Auf der Vordersite ist ein Stempel aus Nkawkaw vom 15.120.1925 angebracht worden. Rückseite ist ein weiterer aber verwischter Stempel (Accra?) aufgestempelt.


Gruss
Martin
Zur Abwechslung eine Karte, die über die Goldküste lief. Eine Karte die auf einem Schiff geschrieben wurde. Die Karte, die am 25.7.1911 geschrieben wurde, ist mit einer 10 Pf Germania frankiert worden trägt den Stempel "DEUTSCHE SEEPOST LINIE HAMBURG WESTAFRIKA 25.7.11 V." Vorderseitig ist ein Stempel 26.11.1911 Seccondee Goldcoast angebracht. Die Karte sollte nach Minden in Westfalen gehen wurde aber in die Schweiz weitergeleitet.


Gruss
Martin
Wieder gibt es eine Ganzsache aus der Schweiz allerdings mit Zusatzfrankatur. Die 10 Rappen Ganzsache wurde um eine 10 Rappen-Marke (MiNr.210) ergänzt. Die Postkarte wurde am 2.3.25 in Liestal gestempelt und ging nach Coomassie (Kumasi). Unter der Anschrift wurde "via Liverpool" vermerkt.


Gruss
Martin
Diesmal zeige ich einen Brief mit einer französischen Marke (1,50 Fr mit Motiv Pasteur) aus Bordeaux. Die Marke trägt den Stempel "Holland West-Afrika Lijn SS.Maasland Amster(dam?). Der Brief ging nach Saltpond und trägt rückseitig den Ankunftstempel von Saltpond vom 31.12.29.


Gruss
Martin
Der nächste Beleg stammt aus Italien. Die mit einer MiNr.89 frankierte Postkarte ging von San Remo (14.1.1911) über London (17.1.1911) nach Accra (3.2.1911). Auf der Bildseite ist eine Strandansicht zu sehen.


Gruss
Martin
Diesmal zeige ich ein Streifband aus Österreich (MiNr.S8). Das 1910 verwendete 3 Heller-Streifband trägt als Zusatzfrankatur ein 2 Heller-Marke (MiNr.140). Vorderseitig ist ein handschriftlicher Vermerk "via Liverpool". Das Streifband ging nach Akuse. Zum fixieren des Streifbandes wurden zwei Vignetten verwendet, die jeweils nur zur Hälfte vorhanden sind. Eine davon zeigt die Kaiserin Elisabeth (es gibt diese in mehreren verschiedenen Farben); im zweiten Bild zeige ich eine vollständiges Stück.


Gruss
Martin
@ Martin de Matin [#17]
Diesmal beginne ich mit einer kleinen Reihe von Streifbändern von Grossbritannien nach der Goldküste.
Das Streifband zu Half Penny Motiv Eduard wurde am 2.8.1910 in Liverpool gestempelt und ging nach Akuse (Ankunftsstempel 20.8.1910). Vorne ist vermerkt "Per SS. Mendi".


Gruss
Martin
@ Martin de Matin [#18]
Das nächste Streifband zu Half Penny Motiv Eduard wurde am 1.8.1911 in Liverpool gestempelt und ging nach Akuse (Ankunftsstempel 19.8.1911). Vorne ist vermerkt "Per SS. Mendi". Das Papier des Streifbands ist bräunlicher als das vorherige und die Oberfläche ist auch rauher.


Gruss
Martin