Hallo Stefan,
der Stempel hat schon mehrfach auf Nothilfeblocks bei Schlegel vorgelegen. Eine Echtheitsprüfung erfolgt nicht, da das Stempelgerät missbräuchlich verwendet wurde.
Gruß Michael
@ inflamicha [#2]
Hallo Michael und alle,
es ist selbstverständlich Schlegels Sache, so etwas zu prüfen oder auch nicht. Aber woher kommt denn die Aussage, das Stempelgerät sei missbräuchlich verwendet worden?
Für mich klingt das erst mal so, als würde es sich um ein echtes Stempelgerät handeln, welches nur von Nicht-Berechtigten und/oder vor-/rückdatiert verwendet wurde. Dieses Stempelgerät ist aber bislang noch in keiner der beiden Stempeldatenbanken aufgetaucht, im Hause Schlegel aber auf dem extrem fälschungsgefährdeten Nothilfeblock schon öfters gesehen worden.
Meiner Ansicht nach ist das ein falsches Gerät, nicht Missbrauch eines echten Stempels, sondern einfach eine Stempelfälschung.
Mehrere Indizien weisen darauf hin. Die meisten derartigen Stempel dieser Zeit haben unten, links und rechts vom UB (oder auch einer PA-Ziffer) einen Stern. Die Verfügung zum Entfernen der Sterne kam erst später. Ganz extrem irritierend ist aber die, geschmeichelt bemerkt "ungewöhnliche" Tageszeitangabe "6-12". Eine derartige Zeitangabe ist um nicht zu sagen unmöglich, zumindest sehr, sehr unüblich (mir ist so etwas noch nicht untergekommen und ich habe durchaus schon "mehrere" Stempel gesehen. ;-)) Die Stempel wurden normalerweise im Stundenrhythmus umgestellt und Angaben wie "6-7" oder "11-12" wären normal bzw. zu erwarten.
Sollte man hier (als Prüfer?) nicht hingehen und so etwas klar als falsch prüfen? Oder sehe ich da etwas nicht oder falsch? ;-)
Viele Grüße,
Peter
@ filunski [#3]
Hallo Peter,
möchte nur anmerken, dass deine aufgeführten Indizien gleichsam für ein echtes Stempelgerät (nur rückdatiert verwendet) oder einen Falschstempel sprechen. Es sind also keine Merkmale die explizit nur für einen (neu angefertigten) Falschstempel sprechen.
Die Uhrzeiteinstellung ist selbstverständlich möglich, aber zugegeben schon seltener. Diese Beobachtung habe ich eher bei kleineren Postämtern gemacht. Vorgeschrieben war die stündliche Umstellung, wie von Dir schon angemerkt.
Viele Grüße
Bernhard
@ inflamicha [#2]
@ filunski [#3]
@ bernhard [#4]
Danke für eure Infos. :) Aufgrund der fehlenden Sterne links und rechts neben dem Unterscheidungsbuchstaben "c" mit Stempeldatum 1934 hatte ich arge Bauchschmerzen gehabt.
Gruß
Stefan
@ Stefan [#5]
Die kannst du auch weiterhin haben. ;-) Der "b"-Stempel hatte links und rechts einen Stern. Sehr unwahrscheinlich wenn der "c"-Stempel keine Sterne gehabt hätte.
Viele Grüße
Bernhard
@ filunski [#3]
In meinen Beständen habe ich einige derartige Stempel gefunden, A.H. Dauerserie, Stempeldaten Soden Allendorf 1943 und 1944, mindestens zwei Stempel. Einstellungen 0 bis 19, 0 bis 20 und 0 bis 8 (Uhr). Eine unbewusste Fehleinstellung kann man da wohl ausschliessen.
Der zweite Scan ist aus einer kleineren Auktion, auch hier die seltsame Einstellung 9-12 Uhr.

@ thomas4680 [#7]
Hallo Thomas,
interessante Zusammenstellung, danke fürs Zeigen! ;-)
Bei den Gelegenheitsstempel-Abschlägen aus Soden-Allendorf kann ich das noch halbwegs nachvollziehen. Die liegen alle recht nah beieinander und man hat sich bei dem Ortswerbestempel anscheinend nicht die nötige Mühe gemacht (Anweisung beachtet) den stündlich zu verstellen. Ausnahefälle sind das aber alle!
Könntest du uns von dem Stempel aus Lehnitz einen 300 dpi scan des kompletten Stempels für die Stempeldatenbank zur Verfügung stellen?
Danke und viele Grüße,
Peter
@ filunski [#3]
Hallo Peter,
hier noch 2 Stempel aus einem Posteinlieferungsbuch. In Brückenau wurde des öfteren auch gleich ein 2 Stunden Zeitraum eingestellt.

Viele Grüße
Bernhard
@ bernhard [#9]
Hallo Bernhard,
sehr schön!
Da könnte man ja schon fast ein neues Forschungsgebiet starten. ;-)
Noch als Nachtrag zu [#8] zum Sonderstempel von Bad Sooden-Allendorf. Dort schien die fast den ganzen Tag umfassende Uhrzeiteinstellung wohl über Jahre die Regel gewesen zu sein.
Hier zwei weitere Beispiele aus der Stempeldatenbank:

Viele Grüße,
Peter